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Artenschutz-Blumenwiese-Agrarbetrieb

Wie kann Artenschutz funktionieren?

Erst am Dienstag hat ein Schäfer auf einem Cuxhavener Deich sechs seiner Schafe an den Wolf verloren. Geht der Artenschutz zu weit? Die Diskussion ist abermals entfacht. 

Der Artenschutz in Deutschland und auch anderen Ländern ist ein heikles Thema. 

Zum einen steht es außer Frage, dass er ernorm wichtig ist. Die Natur ist ein sensibles Zusammenspiel von dem kleinsten bis zum größten Lebewesen. 

Kein anderes Tier wie die Biene zeigt wohl auf, wie eins mit dem anderen verbunden ist. Und es ist schön von Erfolgen wie beim Biber, Seeadler oder auch Wolf zu hören. 

Aber gerade beim Wolf zeigt sich, dass es nicht nur damit getan ist, eine Tierart zu schützen: 

Wo sind die Grenzen beim Artenschutz?

Der Wolf ist ein Raubtier. Ein intelligentes dazu. Und Nutztiere sind, zugegebenermaßen, eine idealle Beute.

Es wird an Konzepten gearbeitet, wie Nutztiere und Wolf zukünftig besser zusammenleben können.

Hier prallen jedoch auch sehr unterschiedliche Einstellungen zum Thema aufeinander. Die Diskussionen halten derweilen an.

Sicher ist jedoch eins: es ist kein Thema, dass noch sehr lange auf die Bank geschoben werden kann.

Gerade die Schafhaltung auf Deichen zeigt, dass es nicht getan ist mit Handlungsanweisungen wie: baut bessere und wolfssichere Zäune um die Herden.

Dies ist vielerorts nicht umsetzbar. Und die zunehmenden Berichte, dass der Wolf die Scheu vor Menschen verliert, zeigen ebenfalls auf, dass es mit den derzeitigen Regelungen nicht getan ist.

Tierschutz bewegt sich in einem sehr sensiblen Umfeld: bei Nutztieren prallt das Wohl der Tiere mit der Wirtschaftlichkeit aufeinander.

Bei Wildtieren, kann der Schutz einer Tierart zu Lasten anderer gehen:

Kann Artenschutz zu weit gehen?

Nehmen wir beispielsweise die Elefanten in einigen Schutzgebieten Südafrika. Nachdem diese aufgrund des Elfenbeins gnadenlos gejagt wurden, konnten sich die Bestände aufgrund der strikten Tierschutzgesetze erholen.

Mittlerweile sind die Bestände in mancher Region jedoch derart explosionsartig gestiegen, dass die große Elefantenpopulation ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellen:

Elefanten benötigen bis zu 200 Kilogramm Nahrung am Tag. Ressourcen hierfür stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Zuviele Elefanten können zudem mit ihrem Gewicht erheblich zur Versiegelung von Böden beitragen – jeder kennt den Effekt von Trampelpfaden, auf denen keine Wiese mehr wächst.

Die Erfolgsgeschichte des Elefanten kann für andere Tiere wie dem Spitzmaulnashorn somit auch zur Bedrohung werden.

Der Schutz einer Tierart kann erheblich zu Lasten von anderen Tierarten, die ebenfalls auf die Nahrung und Natur für ihr Überleben angwiesen sind, gehen.

Bei uns gibt es keine Elefanten, aber wir freuen uns auf eine wachsende Wolfspopulation. Die Rückkehr des Wolfes ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Aber: 

Eine zunehmende Population hat unmittelbare Folgen, insbesondere für Nutztierhalter, deren Existenz durch Übergriffe auch gefährdet werden kann.

„Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, meint deshalb Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (VJE) in Auftrag gegebenes Gutachten empfiehlt nun den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland.

Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern praktiziert. Ab wann muß dem Artenschutz Einhalt geboten werden, um andere Arten, ob Nutztier oder Mensch, zu schützen?

Artenschutz in der Landwirtschaft

Der Wolf wird stark diskutiert, weil er beim Kontakt mit der Zivilisation und Landwirtschaft durchaus auch als „Gewinner“ hervorgeht. 

Beim Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und anderen Wildtieren, etwa dem Rebhuhn, gewinnt eigentlich immer die Landwirtschaft. 

Ein Drittel aller Tierarten in Deutschland sind gefährdet. Die Existenz oder Nicht-Existenz einzelner Tiere fällt nicht direkt ins Gewicht. 

Über die Zeit sind die Zahlen jedoch schockierend. Um beim Rebhuhn zu bleiben: in Hessen allein wurde vor 60 Jahren noch 100.000 Vögel pro Jahr (!) von den Jägern geschossen. 

Heute besteht die gesamte Rebhuhn-Population aus gerade mal geschätzten 3.000 Tieren, wenn überhaupt. 

Es ist nicht zu Verleugnen, dass die moderne Landwirtschaft ihren Anteil an dem Aussterben vieler Arten hat. 

Die wirtschaftlichen Anbaumethoden mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, fehlenden Ackerrandstreifen und anderem sind nicht gerade förderlich. 

Entsprechend wird in der Presse schnell über die Landwirtschaft hergezogen. Aber auch diese Betrachtungsweise ist sehr einseitig. 

Denn, so unsere Meinung bei Agrarbetrieb: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies gilt auch für die konventionelle Landwirtschaft. 

(Quelle: Frankfurter Rundschau)

Landwirtschaft und Artenschutz

Im letzten Jahrhundert hat sich die Landwirtschaft so stark geändert wie nie zuvor. Die Folgen der Revolution auf dem Feld haben sich erst in diesem Jahrhundert gezeigt. 

Seitdem hat ein starkes Umdenken eingesetzt. Und die technologischen Möglichkeiten vereinfachen mehr denn je den Schutz von Wildtieren. 

Aber auch fernab von Technologien setzen viele Landwirte Maßnahmen um, die regional den Umweltschutz fördern.

Agrarbetrieb etwa, hat eine Leidenschaft für Blumenwiesen.

Nicht nur erfreut die Blütenpracht das Auge und Herz, sie fördert die Artenvielfalt und bietet die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, insbesondere Insekten. 

Wir haben deshalb auch die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen. So kann jeder aktiv beim Artenschutz mithelfen und dabei sich selbst oder anderen eine Freude machen.

(Nähere Informationen findet Ihr übrigens unter „Blumenwiese„.)

Natürlich interessiert mich wieder Eure Meinung zum Thema: wie sind Eurer Meinung nach moderne Lebensweise und Artenschutz miteinander zu verbinden?

blumen-blumenwiese

Blumen – ein Geschenk mit zwei Seiten

Ob Geburtstag, Valentinstag oder einfach mal so – Blumen sind immer ein schönes Geschenk. 

Es ist bei uns noch ganz schön kalt, grau und triste. Wir haben uns daran gewöhnt, jedes Obst zu jeder Saison im Supermarkt kaufen zu können. 

Auch Blumen kaufen wir selbstverständlich im tiefsten Winter.

Obwohl es draußen schneit, gehen wir in den Blumenladen, ins Internet oder in den Supermarkt und haben im Nu einen herrlich blühenden Strauß, der einfach das Herz erfreut.

Angesichts der kargen und kalten Landschaft draußen stellt sich die Frage:

Wo kommen die Blumen eigentlich her?

Zumindest für eine Schnittblume kennt jeder Verbraucher direkt die Antwort. Wenn es um die Tulpe geht, dann verbinden wir diese mit unseren Nachbarn, den Niederlanden.

Zurecht, denn die Tulpen-Weltmacht ist einfach, nahezu konkurrenzlos, Holland.

Von Tulpenzwiebel-Züchtern und Schnittblumen-Produzenten

Quelle: NZZ Format

Die Tulpe zeigt wahrscheinlich wie keine andere Blume auf, dass es sich um einen riesigen Wirtschaftszweig handelt.

Bei der Tulpe ist irgendwo im Hinterkopf des Verbrauchers abgespeichert und akzeptiert: es handelt sich um ein Massenprodukt aus Holland.

Ansonsten macht sich wohl kaum einer einen Kopf, wo die Schnittblumen für den Blumenstrauß, den man gerade verschenkt, eigentlich herkommen. Vielleicht hat der eine oder andere Verbraucher noch eine Illusion vom Gewächshaus in Deutschland.

In ca. einem Monat wird zum Valentinstag Deutschland mit roten Rosen überschwemmt. Rosen sind Blumen, die auch heimisch wachsen.

Das diese aus Übersee importiert werden, wird vielen nicht bewusst sein.

Schnittblumen aus Übersee

Unsere Schnittblumen kommen aus Ländern wie Kolumbien, Ecuador, Südafrika, Äthopien, … Stopp – Äthopien?

Gehört Äthopien nicht zu den Ländern, von denen wir ständig die Berichte über Hunger und Wassernot sehen?

Das Wissen über die Herkunft von Schnittblumen ist nicht weit verbreitet. Die Blumenproduktion ist in Länder ausgelagert, in denen das ganze Jahr über ein ideales Klima herrscht.

Nehmen wir unsere rote Rose. Kenia bietet mit einem gleichmäßigen Klima, das viele Sonnenstunden und Niederschläge bietet, ein ideales Land für die ganzjährige Produktion von Rosen.

Die Produktion von Schnittblumen ist jedoch wasserintensiv. Sehr wasserintensiv.

Für die Produktion einer kenianischen Rose werden knapp 4 Liter Frischwasser verbraucht. Dies beeinflusst das dortige Ökosystem massiv, und nicht zum positiven.

Schnittblumen werden in Übersee unter Arbeitsbedingungen produziert, die in Deutschland nicht möglich wären, denn sie bescheren den Produktionshelfern erhebliche gesundheitliche Beschwerden. 

Aber in Übersee gelten die strengen europäischen Vorschriften nicht. Schutzvorschriften beim Pestizideinsatz, ob für Produktionshelfer oder die hiesige Landschaft, müssen nicht eingehalten werden.

Die sozialen und ökologischen Bedingungen der Produktion von Schnittblumen werden in Deutschland kaum kommuniziert:

  • die Erschöpfung von Wasserresourcen, die dem Rest der Bevölkerung das Trinkwasser nimmt,
  • die Vertreibung von Kleinbauern und deren Entzug von Einkommensquellen,
  • die Verunreinigung von Boden und Wasser durch den Einsatz hochgiftiger Pestizide,
  • die schwere gesundheitliche Schädigung der Arbeiter,
  • die ausbeutenden Arbeitsbedinungen,
  • die Nutzung hochwirtschaftlicher Böden für die Blumen- anstelle Nahrungsmittelproduktion

Vor diesem Hintergund sieht man den Blumenstrauß im Supermarkt mit anderen Augen. Die leuchtenden Blüten haben eine sehr dunkle Seite.

Aber gibt es Alternativen?

Zunächst ist ein bewussterer Kauf von Blumen sicherlich ein Anfang. Es gibt Projekte, die faire und soziale Bedingungen in der Schnittblumenproduktion unterstützen. Erkennbar sind diese an Siegeln, wie dem Fairtrade-Siegel.

Blumen wachsen nicht im Winter, zumindest nicht in unseren Breiten. Vielleicht hilft es zu Überdenken, ob im Winter dennoch jede Woche ein frischer Blumenstrauß in der Wohnung stehen muss.

Oder ob man nicht wieder zurück zur Natur geht und im Sommer einfach mal auch raus aufs Land fährt, und sich frische Blumen selbst von Feld pflückt. Blumenfelder zum Selbstpflücken sind weit verbreitet.

Oder wie wärs mit einer ganz anderen Art Blumen zu verschenken: 

Freude mit einer Blumenwiese

Eine Blumenwiese schenken? Ja! 

Einen Blumenstrauß kann jeder schenken. Und hat einen bitteren Beigeschmack, wenn man an die Produktion der Blumen denkt. 

Aber Blumen drücken nunmal wie kein anderes Geschenk Wertschätzung, Freundschaft, Freude oder Liebe aus.

Wer schon immer mal seiner Liebsten ein Meer aus Blumen zu Füßen legen wollte, eine Blumenwiese ist die ideale Chance. Statt der obligatorischen roten Rose zum Valentinstag, ist eine Blumenwiese eine besondere Überraschung. 

Ein bunter Fleck voller Blumen, die das ganze Jahr über Freude und auch Leben schenken. Denn eine Blumenwiese bietet ein zu Hause für Bienen, Schmetterlinge und zahlreiche andere Tiere. 

Ganz einfach übers Internet bestellt, habt Ihr tolles Geschenk. Etwas ganz Besonderes für einen besonderen Menschen in Eurem Leben. 

Blumen gehören einfach zum Leben dazu. Sie sind fest in unserer Kultur verankert. Und …

Blumen haben Ihre eigene Sprache

Sag’s mit Blumen. Eine Blume kaufen für die Liebste, die ausdrückt: „Ich liebe Dich!“ – hierfür muss keiner erst zum Blumenlexikon greifen.

Denn dass die rote Rose für tiefe Liebe steht, ist allgemein bekannt.

Aber kennt Ihr auch die Symbolik anderer Blumen? Neben der Blumenart, bestimmt zumeist die Farbe die Symbolik.

Etwa das Rot der roten Rose für die Liebste zum Valentinstag. Keine andere Blume mag wohl derart Leidenschaft und Liebe ausdrücken.

Im Hochzeitsstrauß wird man hingegen eher weiße Rosen finden, denn das Weiß drückt Unschuld und Treue aus.

Weiße Rosen stehen für den Neuanfang, wenn sie zur Geburt verschenkt werden, oder auch für den Abschied, wenn sie aufs Grab gelegt werden.

Wie wichtig einst die Sprache der Blumen war, finden wir noch heute in unserem Sprachgebrauch:

„Sag es unverblühmt“ oder „Sag es durch die Blume“. Die Chinesen hatten gar eine eigene Blumenschrift.

Und zu einem wahren Code mit dem Geheimnisse ausgetauscht wurden, hat es die Blumensprache in orientalischen Harems geschafft:

Hier wurden nicht mehr nur die Art und Farbe mit Bedeutung versehen.

Es war wichtig, wieviele Blüten jeweils geschenkt wurden, wie alt die Blüten waren und in welcher Kombination mit anderen Blütenarten sie geschenkt wurde.

Zu uns kam die Blütensprache dann Mitte des 18. Jahrhunderts. Man sprach „Selam“.

Selam, so hieß die Blütensprache. Abgeleitet ist das Wort übrigens von „Selamik“, was der Name für den Empfangsraum in einem orientlischen Haus war.

Man sprach Selam, um all das zu kommunizieren, was man damals noch nicht so direkt und offen aussprach, wie man es doch heute eher gewohnt ist.

Wie wir heute ein Wörterbuch für Englisch oder Spanisch im Haushalt führen (naja, oder führten, vor Zeiten des Internet), führte jeder Haushalt damals ein Wörterbuch für die Blumensprache.

Mit Ausnahme von wenigen Floskeln (etwa rote Rose = leidenschaftliche Liebe) sprechen wir heute kaum noch Salem.

Wir suchen Blumen zumeist nach dem Angebot im Blumenladen oder Supermarkt aus.

Eine Rose drückt Leidenschaft aus. Eine Blumenwiese steckt voller Farben, die für Leidenschaft, Liebe, Treue, Freude, Verbundenheit und vielem mehr stehen. 

Was könnt Ihr einem Besonderen Menschen in Eurem Leben mit einer Wiese voller Blumen alles sagen?