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Digitale Landwirtschaft 5G

Digitale Landwirtschaft – Daten sind das A und O

Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) wird am 20.-21. Februar 2018 in Münster tagen. Ein Thema wird sicherlich auch die Digitale Landwirtschaft sein. 

Digitale Technologien durchdringen zunehmend die Agrartechnik.

Deren Erfolg wächst in dem gleichen Maße wie deren Potential, komplexe Datenströme schnell auszuwerten und austauschen zu können.

Die Digitale Landwirtschaft bringt entsprechend zwei Herausforderungen mit sich:

  • Zum einen muss ein Netzwerk vorhanden sein, welches es ermöglicht, dass Daten im großen Umfang und ohne merklich, zeitliche Verzögerung ausgetauscht werden können
  • Zum anderen stellt sich die Frage, wie mit den produzierten Datenmengen im weiteren umgegangen wird

Beginnen wir in umgedrehter Reihenfolge, d.h. lasst uns zunächst einen Punkt auf den Umgang mit landwirtschaftlichen Daten schauen.

Hiermit hat sich die Deutsche Landwirtschaft-Gesellschaft (DLG) in einem Positionspapier beschäftigt:

Digitale Landwirtschaft – Chancen und Risiken

Mit Begriffen wie Smart Farming, Precision Farming oder Landwirtschaft 4.0 werden die Vorteile, die eine Digitale Landwirtschaft mitsichbringt, gut zusammengefasst.

Die Digitalisierung ermöglicht eine präzisere und nachhalterige Produktion von Lebensmitteln, wirft jedoch auch Fragen, etwa im Umgang mit den Daten auf.

Im Vorfeld Ihrer nächsten Tagung hat die Deutsche Landwirtschaft-Gesellschaft (DLG) zu diesem Thema eine Positionspapier  veröffentlicht.

Hierin beschäftigt sie sich mit der Digitalisierung im landwirtschaftlichen Bereich und stellt acht Forderungen an diese auf. Diese sind im Überblick:

  1. Infrastruktur für mobile Telekommunikation ausbauen!
  2. Alle betrieblichen Daten gehören dem Landwirt!
  3. Datenschutz und Datensicherheit ausbauen und Betriebs- und Geschäftsdaten der Landwirtschaft schützen!
  4. Landwirte müssen von Geschäften mit ihren Daten Nutzen ziehen können!
  5. Transparenz bei der Big Data Analyse schaffen!
  6. Öffentliche und behördliche Daten kostenfrei zur Verfügung stellen!
  7. Digitalisierung nutzen, um Landwirtschaft und Verbraucher näher zu bringen!
  8. Aus- und Weiterbildung stärken! Digitalisierung setzt Qualifikation voraus.

(Quelle: Digitale Landwirtschaft: Chancen.Risiken.Akzeptanz. Ein Positionspapier der DLG)

Ihr seht, ein besonderer Fokus liegt unter anderem auf der Datenhohheit.

In den Forderungen wird der Sinn und Zweck der Digitalisierung verdeutlicht:

Ja, die digitale Landwirtschaft soll

  • komplexe und dynamische Prozesse ermöglichen und steuern,
  • die Dokumentation, ob für Behörden oder den Verbraucher vereinfachen

aber:

es handelt sich bei den Daten auch um „vertrauliche Informationen“, die entsprechend geschützt werden müssen.

Die Daten sind vor dem unerlaubten Zugriff Dritter oder einer unbefugten Weitergabe zu schützen.

Hiermit sollen nicht nur Schäden für den einzelnen Betrieb, sondern auch für die gesamte Branche vermieden werden  (Stichwort: Datenmonopol).

Gleichzeitig ist der Erhalt eines gewissen Masses an Transparenz wünschenswert. Landwirte können so vom Austausch der Daten und deren Auswertung gegenseitig profitieren.

Die Digitale Landwirtschaft entwickelt sich rasant weiter. Wir hoffen, dass auch der Ausbau mobiler Telekommunikation auf dem Land zügig voranschreitet.

Und ja, dann liegt es an uns, dass wir uns stetig fort- und weiterbilden. Nur so können wir die Vorteile, die uns die Digitale Landwirtschaft bietet, ausnutzen und die Risiken minimieren.

Denn mittlerweile mischen wir Landwirte in der Formel-1 mit:

Digitale Landwirtschaft – Neueste Trends in der Landwirtschaft

Quelle: Intelligente Welt

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber für mich bleibt Landwirtschaft die spannenste Branche. Und mir gefällt der Vergleich unserer heutigen Traktoren mit einem „Formel-1“- Rennwagen.

Der Beitrag verdeutlicht auch nochmal: digitale Landwirtschaft heißt, dass eine dynamische Interaktion von Technik mit lebendigen Prozessen erfolgt.

Hierfür muss jedoch die Verbindung stimmen.

5G für die deutsche Landwirtschaft?

5G – Mobilfunk der 5. Generation. Es soll bewerkstelligen, was die bisherigen Generationen nicht können, nämlich noch nie dagewesene Datenströme bewältigen können.

  • eine 100-fach höhere Datenrate als das LTE-Netzwerk ermöglicht
  • 1/1000 der Energieverbrauches pro übertragenen Bit, was bis zu 90 Prozent des mobilen Stromverbrauches einsparen kann
  • weltweit könnten gleichzeitig 100 Milliarden Mobilfunkgeräte gleichzeitig angesprochen werden

Nach dem neusten „Mobility Report“ des schwedischen Mobilfunktechnik-Anbieters Ericsson, werden diese explosionsartig steigern. 

  • Weltweit soll das Datenvolumen von aktuell 8,8 auf unvorstellbar 110 Exabyte pro Monat ansteigen. (Ein Exabyt entspricht einer Million Terabyte.)
  • Im Jahr 2023 soll knapp 95 Prozent des mobilen Datenverkehrs von Smartphones kommen

Da in der Landtechnik mit dem rasanten Voranschreiten der digitalen Technik der Datenverkehr ebenso rasant steigt, ist nicht verwunderlich, wenn gerade für den ländlichen Raum der Ausbau des 5G Netzes gefragt ist. 

Der Ausbau hat nur einen Hacken: er ist verdammt teuer

Der 5G-Standard ermöglicht extrem hohe Datenübertragungsraten, da er im hohen Gigahertz-Frequenzbereich arbeitet.

Klingt gut, solange man aussen vor lässt, dass hierfür die Antennen näher als bisher zusammenstehen müssen. Entsprechend steigt der Bedarf an vielen zusätzlichen Antennen.

Für Mobilfunkbetreiber bedeutet dies, dass sie im Grunde den 5G Service nur anbieten können, wenn die Vertragsgebühren entsprechend steigen. 

Schaut man sich den internationalen Vergleich an, dann zeigt sich, dass Europa bereits bei dem derzeitigen Standard LTE deutlich zurückliegt

Während in Asien und Nordamerikaknapp 80 Prozent der Nutzer den LTE-Standard nutzen, sind es in Europa lediglich knapp 50 Prozent. 

(Quelle: Ericsson Mobility Report, Europian Commisson, LTE-Anbieter.info, Welt )

5G klingt nach einem Standard, der unseren landwirtschaftlichen Maschinen richtig digitale Power verleihen könnte.  

Die Frage bleibt: wer wird den Ausbau zahlen? In den Ballungsgebieten sind Mobilfunkanbieter daran interessiert, zu investieren. 

Die Nutzerzahler für teure Netzer, sind entsprechen hoch und machen das Investment rentabel. Auf dem Land ist das Interesse für Telekommunikations-Unternehmen entsprechend bescheiden.

Die EU ist sich dieses Problemes bewusst, entsprechende Förderprogramme soll entlegenen Dörfern den Anschluß ermöglichen. 

Wie beurteilt Ihr die Situation: könnt Ihr Eurer neuste Landtechnik in vollem Umfang nutzen oder kommt Ihr in Punkto Mobilfunk an die Grenzen?