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Landtechnik John Deere Massey Ferguson

John Deere und Massey Ferguson präsentieren Neuheiten auf der SIMA

Die Internationale Landwirtschaftsmesse SIMA, besser bekannt auch als  „Paris International Agribusiness Show“ hat am Sonntag, in der französischen Hauptstadt Paris, seine Tore geöffnet.

Alles was Rang und Namen hat, ist selbstverständlich dabei. Landtechnikhersteller und bekannte Markennamen wie z.B. John Deere, Fendt, Case IH, Claas, New Holland, Massey Ferguson, Horsch, Krone, Amazone zeigen in der Metropole Europas ihr Bestes.

SIMA ist die perfekte Plattform, um Produktneuheiten zu präsentieren und damit quasi auf die anstehende Landtechnikmesse in Hannover so richtig Lust zu machen.

In dem heutigen Beitrag möchte ich auf die Produktneuheiten aus den Häusern John Deere und Massey Ferguson eingehen. Bevor wir loslegen, hier noch ein kurzer Videoclip mit dem was uns bis Donnerstag, den 2. März auf der SIMA in Paris erwartet.

Quelle: simaTVparis

E-Traktor SESAM von John Deere erhält SIMA Innovation Award 2017

Am Stand 5b A 018 steht die vollelektrische Landmaschine SESAM von John Deere. Der voll batteriebetriebene Traktor hat zwei Elektromotoren, fährt stufenlos und leistet 130 kWh.

Nun wurde das Konzept SESAM (Sustainable Energy Supply for Agricultural Machines) mit einer besonderen Erwähnung ausgezeichnet.

Ein paar technische Details im Überblick:

  • 2 wartungsfreie Elektromotoren: ein Motor übernimmt den Fahrantrieb und der andere die Zapfwelle & das Hydrauliksystem; bei Bedarf können beide Motoren zusammen geschaltet werden
  • stufenlose DirectDrive Getriebe (serienmäßig)
  • leistet 130 kWh
  • maximale Leistung von 400 PS
  • basiert auf dem Chassis eines 6R

Wie das bei E-Autos so ist, arbeitet der SESAM-Traktor emissionsfrei und mit einem geringen Geräuschpegel.

Kommen wir doch zur wichtigsten Frage, und zwar: wie lange hält die Batterie?

  • 4 Batteriestunden bei herkömmlichen Einsätzen (55 km bei Straßenfahrten)
  • 3 Stunden Ladezeit
  • Lebensdauer liegt bei ca. 3.100 Ladezyklen

Anbei eine kurze Videopräsentation des neuen E-Traktors von John Deere. Wie wär’s mit einem Blick unter die Motorhaube?

Quelle: John Deere France, YouTube

Massey Ferguson setzt mit dem neuen Flagschiff MS 8740 auf leistungsstarke Traktoren

In der Halle 7 am Stand 38 steht alles im Zeichen von MF rot.

Massey Ferguson zeigt in Paris jede Menge Neuerungen unter anderem ein neues Bedienterminal (das Datatronic 5) und ein neues Topmodell in der 8700-er Baureihe.

Das Highlight der Messe – der neue, 400 PS-starke Traktor MF 8740

Der neue leistungsstarke Großtraktor aus dem Hause Massey Ferguson wird in den kommenden Tagen und Wochen noch jede Menge Blicke auf sich ziehen. Das Modell 8740 rundet die Baureihe nach oben hin. Wer MF-Fan ist und schwere Arbeiten erledigen muss, der hat jetzt die passende Landmaschine dazu.

Was zeichnet den Großtraktor MF 8740 besonders aus?

Kurz gefasst: das Gewicht.

Der für schwere Zapfwellenarbeiten geeignete Großtraktor wiegt 4 Tonnen (!) weniger als andere Schlepper aus dieser Leistungsklasse. Das Leistungsgewicht beträgt 27 kg/PS.

MF 8700-er Baureihe umfasst ab sofort 6 Traktormodelle

Massey Ferguson hat die gesamte 8700-er Baureihe überarbeitet und den 400 starken Großtraktor 8740 dazugefügt. Die insgesamt sechs Modelle 8727 / 8730 / 8732 / 8735 / 8737 und 8740 (neu) verfügen über eine Leistung von 270 bis 400 PS.

Zu den Neuerungen zählen:

  • Neue Motorentechnologie AGCO Power 6 Zylinder
  • Abgassystem AGCO Power Stage IV (T4 final)
  • Stufenlosgetriebe
  • SCR-Technologie
  • Neue Michelin Reifen AxioBib 2 VF 650/85 R42
  • Neues Bedienterminal Datatronic 5

Zum Schluss noch ein paar Infos zum Datatronic 5 Bedienterminal.

Das neue ISOBUS-fähige MF-Bedienterminal hat ein Tablet-Design (9-Zoll Touch-Screen) und ist mit einem umfangreichen Precision-Farming-Paket ausgestattet.

SIMA-Highlights und „Matrix“ in der Landwirtschaft

Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Tagen jede Menge Pressemitteilungen über weitere Highlights und Produktneueinführungen erhalten werden. Die SIMA-Agrishow ist sicherlich eine tolle Location wenn es darum geht, „mehr“ Aufmerksamkeit zu bekommen.

Sobald es Neues von Fendt, Claas, Horsch und Co. gibt, werde ich hier berichten. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Eins steht heute schon fest: wir wollen alle diese Innovationen auch auf der Agritechnica in Hannover sehen, denn nicht jeder von uns schafft es so schnell nach Paris. 

Ende nächsten Monats ist erstmals die CEBIT in Hannover. Jeder Technikbegeisterte weiss, dass wir die Trends E-Autos / E-Traktoren, Autonome Autos / Traktoren, Augmented Reality, Roboter & Drohnen vermehrt auch bei uns in der Landwirtschaft wiederfinden.

Wenn der weltgrößte Landtechnikhersteller John Deere auf E-Traktoren setzt, wenn Case IH und New Holland an autonomen Schleppern rumbasteln… spätestens dann wissen wir, dass „Matrix“ auch in unserer Branche Realität geworden ist.

Elektro-Landmaschinen

Mit Elektro-Landmaschinen den Abgasstinkern ein Ende setzen

Seit dem gigantischen Erfolg von Tesla, lässt sich das Thema Elektromobilität nicht mehr ganz so einfach vernachlässigen. Audi, BMW, Ford und Co. müssen sich richtig ins Zeug legen, wenn sie auch zukünftig eine große Scheibe vom PKW-Kuchen haben möchten.

Ein Trend was auch auf die Landwirtschaft überschwappt — zwar geht es mit E-Traktoren, E-Mopeds und E-Muldenkipper nicht so schnell voran wie im PKW-Bereich, aber der Trend ist eindeutig auch bei uns angekommen.

Woran merkt man das?

Wenn der Marktführer John Deere in landwirtschaftliche Elektromobilität investiert, dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass wir demnächst mehr Elektro-Landmaschinen sehen und erleben werden.

Bevor wir uns die John Deere Projekte zum Thema „Elektromobilität in der Landwirtschaft“ näher anschauen, werfen wir kurz noch einen Blick auf zwei aktuelle Meldungen.

1. Preisdumping bei Trinkmilch: ab Mai soll Trinkmilch 10-12 Cent pro Liter billiger werden… nach Berichten der Lebensmittelzeitung.

Was haben sich da wohl die Molkereien gedacht? Nicht ganz so viel. Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV) bezeichnete das Ergebnis der aktuellen Milchpreisverhandlungen als eine „gemeinsame Bankrotterklärung von Molkereien und Lebensmittelhandel“.

Der Lebensmittelhandel jubelt. Die Verbraucher freuen sich. Die letzten in der Kette leiden erneut.

2. Der weltgrößte private Viehbetrieb ist an ein chinesisches Konsortium verkauft worden.

Das australische Betrieb S. Kidman & Co. befand sich schon länger auf Käufersuche. Jetzt ist es amtlich: 7,7 Millionen Hektar gehen an das chinesische Unternehmen Dakang Australia, u.z. für 254 Mio. EUR. Die restlichen 20% der 11 Mio. ha gehen an die Australian Rural Capital (ARC), wie ABC Australia berichtet.

 

Quelle: YouTube Video von Cody Sheehy

Zukunftschancen von Elektro-Landmaschinen

Elektro-Autos kommen so langsam in Fahrt.

In den deutschen Städten und auf den europäischen Autobahnen begegnet man immer mehr Teslas & Co. Fakt ist, wer schonmal einen Tesla gefahren ist, tut sich schwer auf Benzin oder Diesel zurückzukehren.

Elektromobilität bald auch auf dem Feld?

Warum, denn nicht?!

Das dachte sich auch der US-amerikanische Landtechnikhersteller John Deere, der vor Kürze in seinem Europäischen Technologie- und Innovationszentrum (ETIC) in Kaiserslautern einen vollelektrischen Traktor entwickelte und aufbaute.

„Der Landwirtschaft kommt nicht nur bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln, sondern auch als Produzent von erneuerbaren Energien eine Schlüsselstellung zu“, so Prof. Dr. Peter Pickel, stellvertretender Leiter des ETIC.

Elektro-Traktoren aus dem Hause John Deere sind nichts Neues. Vollelektrische Traktoren jedoch schon.

Dass JD das Thema Elektromobilität ernst nimmt, sah man bereits 2014 als der Hersteller seinen ersten teilelektrifizierten Traktor John Deere 6210 RE vorstellte.

Hybrid ist schön, rein elektrisch noch schöner

Als nächstes möchte ich ein tolles Video-Interview von electrive.net mit Euch teilen. Es geht um Elektromobilität in der Landwirtschaft. Der gleichnamige Prof. Dr. Pickel stellt einen vollelektrischen JD Schlepper mit einer Leistung von 400 PS vor.

Wenn alles nach Plan läuft, dann wird dieser Traktor (oder eine größere Variante) voraussichtlich in 2025 oder 2030 auf dem Markt verfügbar sein.

Die größte Herausforderung für Ingenieure, Forscher und Techniker gleichermaßen: die Batterie.

Hört doch rein… Es lohnt sich…

 

Quelle: YouTube Video von electriveNet

Der weltweit größe Elektrofahrzeug kommt aus der Schweiz und ist ein E-Muldenkipper

Nein, es muss nicht immer die USA sein. Elektrofahrzeuge können sehr wohl auch die Europäer bauen.

Für die E-Muldekipper-Story blicken wir in das Nachbarland Schweiz. Die beiden Unternehmen Lithium Storage GmbH und die Kuhn Schweiz AG arbeiten an einem E-Koloss mit 800 PS.

Die weltweit größte Elektro-Landmaschine soll Ende diesen Jahres zum Start gehen. Ein Highlight dieses gigantischen Elektrofahrzeugs ist sicherlich seine 600 kWh Lithium-Ionen Batterie.

Weitere technische Details im Überblick:

  • 800 PS (590 kW) wie bereits oben erwähnt
  • Antrieb: Synchron Elektromotor
  • Chassis: Komatsu 605-7, 110 Tonnen Gesamtgewicht
  • Kann als Pulsenergiefahrzeug betrieben werden: Bergfahrt mit 45t (Leergewicht) und Talfahrt mit 110t voll beladen => Nebenprodukt: es wird CO2-freier Strom erzeugt

Wie jedes Elektrofahrzeug auch, erzeugt der E-Dumper kaum Lärm und hinterläßt eine viel reinere Luft als ein Dieselfahrzeug.

Landwirtschaft im Elektro-Fieber?

… Wohl eher nicht.

Das was die Automobilindustrie zur Zeit durchmacht (Abgasskandale, Ölpreis-Dumping, Tesla-Hype)… davon sind wir in der Landwirtschaft noch weit entfernt. Dass uns das jedoch schneller einholen kann als es uns lieb ist, dürfte in der heutigen Zeit keinen wirklich überraschen.

Hybridtraktoren sind kein Fremdwort, vollelektrische Traktoren schon.

Wird JD tatsächlich derjenige Hersteller sein, der als erster eine vollelektrische Landmaschine auf den Markt bringt oder werden innovative Mitbewerber wie z.B. Fendt oder Horsch den Amerikanern zuvorkommen? Was glaubt Ihr?

Von einem Kampf für Elektro-Landmaschinen kann heute nicht die Rede sein.