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Superfood-Lebensmittel-Landwirtschaft

Superfood: Was ist so super an Superfoods?

Der Begriff ist in aller Munde: Superfood. Aber wer weiß wirklich was Superfoods sind?

Superfoods – Gesundheit und Vitalität im Übermaß, der Jungbrunnen für Trendsetter, etwas für den gefüllteren Geldbeutel.

Diesen Eindruck bekommt man, wenn man sich die Supermarktregale, Verpackungen oder gar Preise in den Abteilungen anschaut, die Lebensmittel enthalten, die irgendwie anders sein sollen.

Wie das „Super“ in „Superman“ verspricht das „Super“ in „Superfoods“ besondere Kräfte zu enthalten.

Aber bevor Ihr Euch Gemüse im Spandexanzug mit Umhang vorstellt, das das Böse der Welt bekämpft, lasst uns noch auf eine Meldung dieser Woche kucken, die an anderer Stelle für dringend benötigte Hilfe sorgen kann:

Provisorische Güllelager als Notfalllösung

Viele Landwirte in Schleswig-Holstein hat das Wetter der letzten Monate wahrlich verzweifeln lassen. Die Felder sind seit Monaten völlig durchnässt und unbefahrbar.

Die Ausbringung der Gülle wurde zu einem Vorhaben, das einfach nicht umgesetzt werden. Auf den matschigen Böden würden die schweren Geräte einfach nur versinken und steckenbleiben.

Nicht nur, stellt dies eine hohe Belastung für die Landwirte dar. Auch die Umwelt ist durch überlaufende Güllebehälter gefährdet.

Und ein Ende der Lage ist nicht in Sicht. Neben den Wetterbedingungen tragen auch die aktuellen Sperrfristen für die Düngeausbringung zu einer Zuspitzung der Lage bei, denn:

Wohin mit der Gülle?

In Schleswig-Holstein haben die anhaltenden Niederschläge eine akute Notsituation herbeigeführt, für die das Umweltministerium in Kiel mit einer Notlösung für Entspannung sorgen will.

In den kommenden Monaten ist es den Landwirten erlaubt, provisorische Lagerbecken für Gülle zu errichten.

Diese unterliegen strengen Auflagen, bei denen insbesondere der Schutz des Grundwasser und der Oberflächengewässer Priorität haben.

Laut Robert Habeck, Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister, wird mit den Notfallmaßnahmen lediglich die Folgen eines viel größeren Grundproblems bekämpft:

„Die intensive Tierhaltung stößt vor allem auf dem Geestrücken an Grenzen. Wir haben dort zu viel Gülle und Gärrückstände auf zu wenig Fläche. Wir brauchen dringend eine Strategie, die Landwirten gutes Einkommen sichert, ohne auf immer mehr Tiere und immer mehr Leistung zu setzen.“

Neben dem Bau der Notfallbehälter, wird zudem nach vorhandenen, nicht ausgelasteten Kapazitäten gesucht. Hier kommen etwa leerstehende Lagerbehalter auf ehemaligen Landwirtschaften oder die Lagerung in anderen Bundesländern, etwa in Erdbecken in Brandenburg in Betracht.

(Quelle: NDR.de, AgE, Euwid Wasser und Abwasser)

Von Gülle zu Superfoods mag es jetzt ein großer Sprung sein, oder auch nicht, denn bei spielen Nährstoffen im Boden eine Rolle.

Vielfach wird angeprangert, dass aufgrund der ausgelaugten Böden viele Lebensmittel und Speisen kaum noch Nährstoffe und Vitamine enthalten.

Superfoods sollen als wahre Nährstoffbomben propagiert das Defizit ausgleichen können.

Superfood – alles super oder was?

In der Europäischen Union ist der Begriff „Superfoods“ auf Verpackungen verbannt, es sei denn, die Behauptung, dass es sich um Superfood handelt, kann wissenschaftlich belegt werden.

In den USA hingegen gibt es keine Regulierung oder rechtliche Festlegung, was ein Superfood eigentlich ist.

Mit anderen Worten: Superfood kann alles oder nichts sein.

Das Wort, was heute in aller Mund ist, wurde von Steven Pratt MD, erfunden. Er hat es als Titel für sein in 2004 veröffentlichtes Buch gewählt.

In diesem beansprucht er für sich, die wichtigsten nährstoffreichen Lebensmittel ausfindig gemacht zu haben, die bedeutend für den Erhalt einer optimalen Gesundheit sind.

Sein Fokus lag vor allem auf Nährstoffe, die das Leben verlängern können. Man könnte sagen, den Begriff „Superfoods“ zu kreieren, war ein guter Marketingschachzug. Der noch immer funktioniert.

Zumeist verbinden wir Superfoods mit exotischen Lebensmitteln wie Quinoa, Gojibeere, Amaranth, Avocado, Chiasamen, …

Aber dabei hat auch die heimische Natur viel zu bieten: Holunderbeere, Leinsamen, Brennessel, Johannisbeere bis hin zum Grünkohl, um nur einige zu nennen.

Sie sind nicht nur wesentlich günstiger, sondern ebenso nährstoff- und vitaminreich. Und ebenso vielfältig in der Küche einzusetzen.

Heimisches vs. exotisches Superfood

Quelle: Galileo

Ihr seht, auch heimische Superfoods müssen nicht langweilig sind und haben auch für den kleineren Geldbeutel viel zu bieten. 

Es muss nicht die bisher unentdeckte Beere eines weit entfernten Naturvolkes sein, die wir verzerren müssen, um unserer Gesundheit zur erhalten, zurückzuerobern oder ähnliches. 

Wie bei allem lohnt es sich auch, zu hinterfragen und den Kontext zu sehen: Wie hilfreich ist der zusätzliche Verzerr von Gojibeeren, wenn ich täglich einen Schokoriegel, Kekse oder ähnliches esse? 

„Zuckerreiche Müslis oder Milchprodukte werden mit ein paar Acaí-Beeren nicht gesünder“, so Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Meistens hat das, was man nicht isst, eine wesentlich größere Wirkung auf die eigene Gesundheit als das, was man zusätzlich isst.

Wie steht es mit Euch: auf welche Nahrungsmittel setzt Ihr, wenn es um Eure Gesundheit geht?

So isst Deutschland in 2030 - Gartenpflanzen

Gegrillte Heuschrecken und Mader: So isst Deutschland in 2030

Insekten auf meinem Teller? Neeeee, auf gar keinen Fall.

Und was, wenn doch?

Der weltweit größte Lebensmittelkonzern Nestle wollte es näher wissen und beauftragte Experten mit der Zukunftstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030?“.

Eins steht heute schon fest: unsere Ess- und Konsumgewohnheiten werden sich in den kommenden Jahren gewaltig ändern. Ob jedoch alle die in der Studie dargestellten Szenarien tatsächlich eintreffen werden, bleibt abzuwarten.

Speiseplan 2030: So isst Deutschland in 15 Jahren

In dem heutigen Blog habe ich die wichtigsten Erkenntnisse der Nestle Zukunftstudie kurz zusammengetragen:

1. Gesund, werteorientiert und Ressourcen schonend

In einer hochtechnisierten und stark digitalisierten Welt, gewinnt das gemeinschaftliche Essen als Erlebnis immer mehr an Bedeutung. In einer „entstrukturierter Gesellschaft“ wird die Gemeinschaft immer wichtiger.

  • Verbraucher wollen künftig Produkte kaufen, die ihren eigenen Werten entsprechen
  • Der verantwortungsvolle Umgang mit knappen Ressourcen rückt immer stärker in den Vordergrund
  • So werden z.B. Vegetarismus oder Veganismus zum Ernährungs- und Lebensstil

2. Kochen als Gemeinschaftserlebnis

In einer immer mehr auf Leistung fokussierte Gesellschaft, scheint das Gefühl und die Angst der Vereinsamung, einem Großteil der Befragten (79%), grosse Sorgen zu bereiten.

Das Szenario wird „intensiviert“ durch den Trend „knappe und teure“ Wohnungen mit reduzierten Versorgungsküchen in Metropolen, was dazu führt, dass der soziale Kontakt beim gemeinschaftlichen Event „Kochen“ immer häufiger gesucht wird.

Die Befürworter des Gemeinschaftlichen Essens glauben, dass die Menschen 2030 große, gut ausgestattete Küchen in der Nachbarschaft anmieten werden, um gemeinsam zu kochen und zu essen.

Eine durchaus glaubwürdige und interessante Alternative…

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

3. Neue Technologien helfen bei der Personalisierung; gekauft wird Online oder in Food-Communities

Apps, Gesundheitsprofile und personalisierte Menüs – so lauten die Ernährungsprognosen für 2030. Restaurants und Kantinen sollen im Vorfeld ein Gesundheitsprofil des Gasts erhalten, um anschließend persönlich zugeschnittene Essen servieren zu können.

Übersetzt bedeutet das für die Küchenchefs:

Gesundes Essen schnell vorbereiten und dabei z.B. Lebensmittelunverträglichkeiten und individuelle Wünsche von vornherein berücksichtigen.

Wie soll das gehen?

Ganz einfach. Apps und weitere neue Technologien machen es möglich. Nicht zu vergessen, das Thema bessere Vernetzung.

Gleichzeitig erleben wir eine immer aggressivere Verlagerung des Einkaufsverhaltens in Richtung Online. Gespart wird durch den Zusammenschluss in Food-Communities. Wer sich hingegen inspirieren und beraten lassen will, der sucht nicht nur Online nach Rat, sondern besucht auch mal den Einzelhändler in der Nähe.

4. Frauen sind die neuen Zukunftsgestalter

Die Studie hat folgende drei Personengruppen identifiziert:

  • Zukunftsgestalter (12%): Diese Avantgardisten sind überdurchschnittlich oft weiblich, 40-59 Jahre alt, überwiegend berufstätig und besser gebildet.
  • Traditionalisten (20%): Diese Gruppe ist eher männlich, älter als 50 Jahre und verfügt mehrheitlich über einen niedrigen Schulabschluss.
  • Zukunftsbegleiter (68%)

Zu welcher Kategorie möchten Sie künftig gehören?

5. Sattwerden, einfach und unkompliziert

Alles was Zeit spart ist willkommen. Neuerungen wie 3D-Drucker für Fertigmischungen von Frikadellen oder Pizza werden positiv gesehen. Der Kühlschrank und die Mikrowelle bleiben zwei Hauptbestandteile der Zukunftsküche.

Wer in einer leistungsorientierten Gesellschaft vorne dabei sein will, wird auf Brain Food und Detox-Pillen zurückgreifen. Leistungsdruck fördert Selbstoptimierung.

So isst Deutschland in 2030 – Was halten Sie davon?

Für manche klingt das Ganze wie ein Horrorszenario; andere wiederum blicken optimistisch in die Zukunft und freuen sich auf die Mega-Technologisierung und -Vernetzung.

Und wie sehen Sie das Ganze? So isst Deutschland in 2030 – alles Humbug oder Wahrheit?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01