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Plantix-Landwirtschaft-Pflanzenkrankheit

Plantix – Mit einem Foto zur Ursache

Per Smartphone den Schädling an der Pflanze erkennen? Kein Problem. Mit der Diagnose-App Plantix können Landwirte weltweit Pflanzenschäden kostenlos diagnostizieren.

Im Grunde ist es eine supereinfache Idee, die der Firma Peat 2016 den World Summit Award und in diesem Jahr auf der Cebit den Innovation Award bescherte.

Das Start-up entwickelte eine App, mit der ganz einfach Pflanzenkrankheiten erkannt werden können.

Wir leben im 21. Jahrhundert. Mehr und mehr Menschen befragen bei Krankheiten erstmal Dr. Google oder eine App.

Ohne lange Wartezeiten ist eine schnelle Diagnose möglich, die oft auch umfassender in den Krankheitsbildern ist, als es der Arzt ermöglichen kann.

Möglichkeiten der Behandlung sind schnell gegeben, der Genesung steht nichts im Weg.

Warum nicht auch einen digitalen Doktor für Pflanzen kreiieren?

Plantix – Diagnose per Smartphone

Mit „Plantix“ können Landwirte weltweit super einfach bestimmen, was Ihren Pflanzen schadet, um dem schnell entgegenwirken zu können.

Dies hilft nicht nur den heimischen Bauern. Insbesondere Kleinbauern rund um den Globus, die besonders um Ihre Existenz kämpfen, können von der App profitieren.

Diese verlieren oft bis zu 30 Prozent Ihrer Ernte aufgrund von Schädlingen und Krankheiten. Für einen Kleinbauer in Indien oder Kolumbien, um nur Beispiele zu nennen, bedrohen solche Ausfälle die Existenz der gesamten Familie.

Aber auch hier wissen wir, wie bedrohlich Schädlinge für unsere Landwirtschaft sein können.

Wie funktioniert nun die App?

Ganz einfach: Handy raus und ein Foto der Blätter machen.

Plantix – Diagnose per App

Quelle: Plantix

Ein ausgeklügeltes Computer-Vision-System sorgt dann dafür, dass die App nicht nur die möglichen Krankheiten ausspuckt.

Nein, sie gibt auch direkt Vorschläge, wie diese auf biologischer oder chemischer Weise behandelt werden könnten.

Die App fördert zudem noch einen weiteren Nutzen: die Anwender können sich über Foren rege austauschen und sich so auch untereinander helfen.

Ziel des Unternehmens ist es, die weltweit größte Datenbank zur Erkennung von Pflanzenschäden aufzubauen.

Für die Nutzer ist die App eine kostenlose Hilfe. Und auch wenn das Start-up hier sehr humanitäre und ökologische Ziele verfolgt, letztendlich muss ein Unternehmen auch rentabel sein und Umsatz generieren.

Hier kommen die Daten anderen Nutzer zugute, die sehr wirtschaftliche Interessen verfolgen:

So sind beispielsweise Institute und Unternehmen dazu bereit für Daten zu zahlen, die zum Beispiel für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte höchst relevant sind.

Ein rentables Geschäftsmodell in jeder Hinsicht, das mit einer simplen Idee geboren wurde.

Bisher war die Domäne Experten vorbehalten.

Spezielle Algorithmen, eine stetig wachsende Datenbank und die Verwendung von Deep Neural Networks, einer Methode bei der Maschinen selbständig lernen.

Das sind einige der Zutaten, die auch Laien das Erkennen von Pflanzenschäden und Ihren Ursachen ermöglichen.

Ob Landwirt oder Hobbygärtner, in Deutschland oder Vietnam, viele sollen und können von der kostenlosen App profitieren. Die App ist wohl besonders bei Bauern in Indien sehr beliebt.

Die Idee wurde im Jahr 2014 geboren. In nicht mal drei Jahren wurde aus einer Idee im Kopf ein überaus erfolgreiches Start-up, dass Landwirten rund um den Globus hilft.

Beeindruckend und inspirierend, oder?

Aber schauen wir noch kurz auf die aktuellen Schlagzeilen der letzten Tage.

Eier, Getreide und Obst sorgen aktuell für Falten auf der Stirn.

1. Eier mit Insektizid belastet

In den Niederlanden und Belgien wurden nun zwischen 100 und 200 Legehennenbetriebe gesperrt.

Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) konnte in einigen Betrieben Fipronil über der erlaubten Obergrenze nachweisen.

Es wird vermutet, dass das Insektizid zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe eingesetzt wurde.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol, das als Pflanzenschutzmittel und Biozid eingesetzt wird. Der Tierarzt nutzt es gerne, um die geliebten Hunde und Katzen von Flöhen und Zecken zu befreien.

Der Einsatz in der Lebensmittelproduktion ist jedoch prinzipell verboten.

Die nachgewiesenen Mengen des Insektizid liegen unter den offiziell genannten Grenzen, ab denen eine Gefahr für die Gesundheit besteht.

Das generelle Verbot sperrt die Eier jedoch für eine jegliche Vermarktung. Von den 2,9 Millionen Eiern, die aus den betroffenen Erzeugerbetrieben nach NRW importiert wurden, sind bereits 875.000 in den Handel gelangt.

Eier mit dem Stempelaufdruck 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001, mit Legedaten zwischen dem 09. Bis 21. Juli 2017 sollten entsprechend nicht verzerrt werden.

2. Zitterpartie bei der Weizenernte

Nach dem der Weizen allen Wetterwidrigkeiten zum Trotz es gut bis zur Ernte geschafft hat, lässt der Regen pünktlich zur Erntezeit uns Landwirte nochmals bangen.

Wieviel Regen wird es noch geben? Derzeit passen die Fallzahlen noch, auch wenn es bereits Verzögerungen bei der Ernte gibt.

Prognosen sind schwer zu treffen, also können wir wohl nur weiterhin zittern und hoffen, dass der Regen endet und die Böden schnellstmöglich wieder befahrbar sind.

3. BayWa Obst beantragt Kurzarbeit

Das Ausmaß des Schadens, den der Frost im Frühjahr zur Blütezeit verursacht hat, wird nun erst richtig sichtbar.

In Polen, Österreich und Deutschland sind bei der Apfelernte Verluste von bis zu 70 Prozent zu verzeichnen.

Den Süden hat es besonders getroffen. Die BayWo Obst kündigte nun Kurzarbeit an.

“Wir erwarten die geringste Ernte seit 25 Jahren – für die Erzeugerbetriebe in der Region ist die Situation mehr als fordernd und bisweilen existenzbedrohend”, kommentiert BayWa.

Mit einer der größten Missernten, sind die auf das Obstgeschäft spezialisierten Betriebe über Monate nicht ausgelastet.

Gegen das Wetter werden können wir nur begrenzt etwas ausrichtet.

Unsere Pflanzen mit Apps beim Wachstum besser zu fördern und bei Krankheiten gezielter behandeln zu können, das wird mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz wohl der Standard der Zukunft sein.

Wie sieht es mit Euch aus: wer von Euch hat Plantix schon genutzt? Wie sind Eure Erfahrungen?

Agrarbetrieb-Landwirtschaft-Gentechnik

Landwirtschaft: mit oder ohne Gentechnik

Über Monate wurde an ihm gewerkelt. Nun wurde er vorgestellt, der neue Gesetzesentwurf zur Gentechnik in Deutschland.

Über das Ziel, das Anbauverbot von gentechnisch-veränderten Pflanzen besteht weitgehend Einigkeit. Nicht jedoch über die Wege, welche der Gesetzentwurf zum Erreichen des Zieles wählt. 

Aber auch ohne den Einsatz von Gentechnik lassen sich Pflanzen verändern.

So arbeiten Monheim – Bayer CropScience und die KWS Saat AG seit 2001 an der Entwicklung einer herbizidtoleranten Zuckerrübe.

Oder offizieller gesagt: an der Forschung über innovative Unkrautregulierung in Zuckerrüben.

Neue Rübensorte: tolerant gegen ALS-Hemmer ohne Gentechnik

Im Klartext bedeutet dies, das Rübenpflanzen mit einer natürlichen Veränderung in Ihrem Erbgut gezielt ausgewählt und weiter gezüchtet wurden, um die Unkrautkontrolle beim Anbau von Zuckerrüben zu erleichtern.

Das Ziel war es, Zuckerrüben zu entwickeln, mit der Betonung auf „ohne Gentechnik“ zu entwickeln, die gegenüber Herbiziden der Klasse der ALS-Hemmer tolerant sind.

Scheinbar waren die Unternehmen erfolgreich. Die neue Rübensorte wird, mit dem passendem Herbizid Conviso, wohl ab 2018 in Deutschland erhältlich sein.

Conviso ist ein Herbizid, dass ALS-Hemmer enthält. Es beinhaltet den blattaktiven Wirkstoff Foramsulfuron als auch den blatt- und bodenaktiven Wirkstoff Thiencarbazone-methyl. Derzeit läuft der Zulassungsprozess.

Rüben, die gegenüber Glyphosat resistent sind, wurden gentechnisch verändert. Die neue Rübensorte, die das Herbizid toleriert, wurde klassisch gezüchtet.

Das Resultat mag das Gleiche sein. Wo die Rübe angebaut werden darf, wird der Unterschied sein.

Die Pflanze entwickelt sich in Ihrer Jugendzeit langsam, d.h. bereits in einem sehr frühen Stadium ist eine effektive Unkrautkontrolle notwendig.

Allerdings verspricht der Einsatz des Herbizids im Termin flexibler zu sein und soll zudem alle Unkräuter der Rübe erfassen.

Ob mit oder ohne Gentechnik entwickelt, Pflanzen die Herbizide tolerieren, erleichtern dem Landwirt in vielen Bereichen das Leben. Diese Erleichterung kommt jedoch nicht ohne Ihren Preis, wenn man es sich zu einfach macht.

Denn die Resistenz birgt auch Risiken. Die Natur passt sich immer an. Eine einseitige Nutzung von Herbiziden wird die Hersteller erfreuen. Unkräuter können jedoch ebenfalls anfangen, ALS-Hemmer zu tolerieren.

Es ist deshalb wichtig, dass ein integrierter Einsatz erfolgt. Prozesse, in denen Fruchtfolgen und andere Wirkstoffe gezielt eingesetzt werden, sind gefragt.

Dies zeigt wieder, Landwirtschaft ist ein extrem komplexes System, in denen viele Variablen berücksichtigt und miteinander verknüpft werden müssen, um bestmögliche Erträge zu erzielen.

Aber manchmal ist es auch einfach nur simple:

Zuckerrübenernte bei Sonnenuntergang

Quelle: Andi S

Manchmal können die Dinge auch in der Landwirtschaft einfach sein. Aber nach der kurzen Erholung gehts weiter ins politische Minenfeld. 

Gestern wurde vom Bundeskabinett der Gesetzentwurf zum Gentechnik-Gesetz von Agrarminister Christian Schmidt verabschiedet.

Neuer Gesetzesentwurf zur Gentechnik verabschiedet

„Mit dem Gesetzentwurf stellen wir langfristig ein flächendeckendes Anbauverbot für grüne Gentechnik sicher.“ – Agrarminister Christian Schmidt

So sicher wie der Agrarminister sind die zahlreichen Kritiker des Gesetzentwurfes sich allerdings nicht.

Das Gesetz sieht ein flächendeckendes Anbauverbot vor, wenn sich alle Bundesländer und sechs Bundesminister einig sind.

Schmidt hält dieses Einigungsverfahren als den rechtlich sichersten Weg, um zukünftig den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland zu verhindern.

Kritiker befürchten hindessen, dass diese Bedingungen zu kompliziert sind und zu unterschiedlichen Regelungen für jedes Bundesland führen werden. Denn nach dem neuen Gesetzentwurf könnten die einzelnen Bundesländer jeweils ein Anbauverbot aussprechen.

So äußerte sich der Deutsche Bauernverband (DBV), dass die „komplizierten Regelungen“ in Deutschland „einen Flickenteppich beim Anbau von GVO-Pflanzen“ schaffen werden.

Die Frage ist, wie in Deutschland sinnvoll und praktikabel produziert werden kann, wenn in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen herrschen?

Ist der Gesetzentwurf mit EU-Recht vereinbar, wenn den Marktteilnehmern in der EU gleiche Voraussetzungen zugesprochen werden? Werden wir zukünftig hitzige Debatten verfolgen, weil jedes Bundesland seine eigene Regelung durchsetzen will?

Warum wurde die Chance auf ein bundeseinheitliches Anbauverbot nicht genutzt und stattdessen ein Verfahren gewählt, was ein Anbauverbot mit seinem komplizierten Regelwerk eher erschwert?

Der neue Entwurf wirft bei den unterschiedlichen Interessenverbänden viele Fragen auf. Manche hoffen, die neuen gesetzlichen Regelungen im Bundestag noch stoppen zu können.

Der Anbau zugelassener GVO-Pflanzen ist bisher in Deutschland  lediglich für Forschungszwecke möglich. In der EU sind jedoch bereits 6 gentechnische veränderte Maissorten zugelassen und weitere Anbauzulassungen werden wohl folgen.

Landwirtschaftsminister Schmidt kündigte hierfür bereits an, ebenfalls eine Ausnahme für Deutschland zu beantragen.

Ob mit oder ohne Gentechnik gezüchtet, resistente Pflanzen sollen höhere Erträge versprechen. Konntet Ihr bereits Erfahrungen mit Resistenzen sammeln? Wenn ja, welche?

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Landwirtschaft: Äpfel – wie fällt die Ernte aus?

Das Lieblingsobst der Deutschen? Ganz klar, das sind Äpfel. Äpfel lassen sich einfach transportieren und lagern. Wohl deshalb haben sie fast das ganze Jahr über Saison.

Knapp 20 Kilo Äpfel ist der Deutsche im Jahr. Die Ernte der Herbst- und Wintersorten läuft gerade auf Hochtouren.

Das Frühjahr war in diesem Jahr kalt. Hinzu kam, dass Frost zur Blütezeit und viel Regen über die Sommermonate den Obstanbauern Anlass zur Sorge gab. Die letzten Wochen gab es jedoch nochmal herrlichstes Apfelwetter.

Wissenswertes zum Apfel

Der Apfel gehört zum täglichen Leben einfach dazu. Wusstest Ihr, dass:

  • Asien weltweit im Apfelanbau führt. Die Hälfte aller Äpfel weltweit kommt aus China.
  • in Europa Polen die meisten Äpfel produziert, gefolgt von Italien.
  • in Deutschland Niedersachsen und Baden-Württemberg die Apfelproduktion anführen.
  • Apfelbäume ein Rosengewächs sind und der Apfel eine Scheinfrucht ist. Die eigentliche Frucht ist nur das Kerngehäuse.
  • in ihrer Blütezeit im Mai und Juni die Apfelbäume auf Bienen und Hummeln für die Bestäubung angewiesen sind, auch wenn sie sich eigentlich selbst bestäuben könnten, da sie Zwitter sind?

Äpfel – das beliebteste Obst der Deutschen

Weltweit gibt es mindestens 30.000 Apfelsorten. In Deutschland selbst werden nur knapp 70 Sorten erwerbsmäßig angebaut. Davon spielen jedoch nur knapp 20-30 Sorten eine wirtschaftliche Rolle.

Dabei waren noch Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 2.000 Apfelsorten in Deutschland bekannt. Seitdem wurde die Sortenvielfalt aber nach und nach auf wenige Standardsorten eingeschränkt.

Nach dem 2. Weltkrieg gewann die wirtschaftliche Produktion von Tafelobst an Bedeutung. Es wurde deshalb verstärkt auf auf leistungsstarke, d.h. ertragreiche Sorten gesetzt.

Die Anbauweise hat sich dann seit den 70ern komplett geändert. Vielleicht kennt der eine oder andere noch Apfelbäume, die hoch gewachsen sind und mit ihrer großen Krone die Landschaft prägten.

Diese Apfelbäume sind herrlich anzuschauen. Leider ist die Apfelernte jedoch sehr arbeitsintensiv.

Für heutige Ansprüche würde die Ernte der Äpfel zu teuer sein.

Deshalb findet man heutzutage im erwerbsmäßgen Obstanbau nur Apfelbäume vor, die niedrig gewachsen sind und weniger Platz einnehmen.

Auf der gleichen Fläche stehen heute 10- bis 20-mal so viele Bäume, die eine einfache Ernte der Äpfel ohne Leiter von Hand ermöglichen.

Lasst uns hinter die Kulissen schauen:

Äpfel – von der Ernte bis zum Supermarkt

Quelle: Landwirtschaftskammer Steiermark

Effiziente Prozesse, die dem Verbraucher bei günstigen Erzeugerpreisen eine hohe Qualität liefern, sind auch in der Produktion von Äpfeln gefragt.

Die Ernte ist mit viel Handarbeit verbunden. Beim Sortieren und Lagern der Früchte ist jedoch High-Tech angesagt:

  • Wasser-Fließbänder, damit keine Druckstellen entstehen;
  • Hochleistungskameras, die den Rotanteil bestimmen und die Äpfel auf Schäden kontrollieren;
  • ausgefeilte Technik zum vermessen und wiegen der Äpfel;
  • Lagerhallen mit exakt kontrollierter Atmosphäre.

Nichts ist dem Zufall überlassen. 

So kommen die Äpfel zu dem exakt gewünschten Termin in frischer, einheitlicher Qualität in die Supermarktregale.

Die beliebtesten Sorten der Deutschen sind Braeburn, Jonagold, Elstar und Gala. Diese werden auch vorwiegend vom Einzelhandel angeboten.

Akutell steigt vor allem die Nachfrage nach Bio-Äpfeln. (Quelle: AMI) Dieser Boom wird insbesondere auch von Discounter vorangetrieben, die in diesem Segment stark wachsen.

Gute Qualitäten und Gute Ernteerträge

Die Ernte von Äpfel erfordert viel Geschick und Expertise. Den Äpfel sind im Hinblick auf ihren Erntezeitpunkt sensibel.

Der optimale Reifegrad wird beispielsweise mittels eines Jodtests einfach bestimmt. So kann sehr präzise bestimmt werden, wann die Ernte stattfinden muss. Und wenn der Zeitpunkt da ist, muss alles zügig von der Hand gehen.

Es ist deshalb wichtig, dass die Ernte im Vorfeld bereits gut organisiert wird. Hierbei hilft das vorherige Abschätzen der Erntemenge.

Bei der Ernte stehen vor allem zwei Ziele im Mittelpunkt:

  • eine hohe Pflückleistung durch eine reibungslose und effektive Ernte sowie
  • den Erhalt der Qualität durch eine behutsamen Umgang mit den Äpfeln.

Die diesjährige Apfelernte ist noch mitten im Gange.

Es wird erwartet, dass das Ernteergebnis der Europäischen Union um 3 Prozent unter dem des Vorjahres liegen wird.

In Deutschland werden die Obstbauern sich jedoch über eine  gute Ernte, mit geschätzt mindestens 1 Millionen Tonnen Äpfeln, freuen können.

Dies entspricht einem Ertrag, der 8 Prozent höher gegenüber dem Vorjahr liegt. Aber nicht nur die Quantität gibt Anlass zur Freude.

„Die Qualitäten sind gut, Geschmack, Farbe und Größe machen Freude.“ Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes

Es hat sich wieder gezeigt: tagsüber Sonne und nachts kalt, dies ist das Rezept für Äpfel mit schönen Farben und intensivem Geschmack.

Wir können uns also auf leckere Äpfel freuen. Ob pur, im Salat oder Kuchen, die Möglichkeiten Äpfel zu geniessen, sind vielfältig. Was ist Eurer Tip, wie Äpfel am besten schmecken? 

2016-10-kuerbis-landwirtschaft-gvo-kulap

Landwirtschaft: Oktober ist die Zeit des Kürbis

Es ist Oktober. Satte Gelb- und Rottöne prägen zunehmend das Bild. Und wie kein anderer Monat hat der Oktober wohl sein eigenes Symbol: es ist Hochsaison für den Kürbis.

Aber bevor wir uns diesem faszinierenden Fruchtgemüse zuwenden, zunächst ein paar landwirtschaftliche Meldungen der letzten Tage, die Euch interessieren werden:

1) Keine Verlängerung der Zulassung für Genmais-Sorten

Am letzten Donnerstag hat das Europäische Parlament ein Vorhaben der EU-Komission abgelehnt, bei dem fünf GVO-Produkte zugelassen werden sollten.

Betroffen von dieser Entscheidung  sind die genetisch veränderten Maissorten Bt11, 1507, MON 810 (Saatgut und Erzeugnisse) sowie eine glyphosatresistente Baumwollsorte.

Wiederholt fordern die Abgeordneten, das Verfahren für die Genehmigung  von GVO-Erzeugnissen zu überarbeiten.

Die EU-Kommission lässt Genetisch Veränderte Organismen (GVO) zu, ohne für ihre Zulassung unterstützend Gutachten aus den Mitgliedsstaaten heranzuziehen. Die Ausnahme ist zur Regel geworden, so die Abgeordneten.

Sie sind besorgt, dass etwa die Maissorten Bt11 und 1507 bestimmte Schmetterlings- und Mottenarten gefährden könnten. Für diese hinterfragen die Abgeordneten den Begriff über „annehmbare lokale Sterblichkeitsraten“ der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

In Hinblick auf die Bewertung der EFSA des Saatguts der Maissorte MON 810 weisen die Abgeordneten auf einen Mangel an Daten hin.

Sie betonen, dass eine mögliche Kreuzkontamination durch eine invasive Pflanzenart mit dem „Bacillus thuringiensis (Bt)“-Gift, das als Pestizid verwendet wird, „große Risiken für Landwirte und die Umwelt birgt.“

Die Ablehnung durch das Europäische Parlament ist für die EU-Kommission nicht bindend.

Am 14. Oktober wird Kommission dem Ständigen Ausschuss der Mitgliedsländer die Entscheidungsempfehlungen vorlegen. Über die Zulassung wird vom Ständigen Ausschuss voraussichtlich im November abgestimmt.

2) Ausweitung von KULAP-Angebot in Bayern

Die bayerischen Landwirte können sich freuen. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner teilte in München mit, dass im Jahr 2017 das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) deutlich ausgeweitet werden soll.

„Der Freistaat baut damit seine bundesweite Vorreiterrolle in der umweltschonenden Landbewirtschaftung weiter aus“, so der Minister.

So sei KULAP bereits heute das mit Abstand größte und finanzstärkste Agrarumweltprogramm in Deutschland. Jeder zweite Landwirt mache bereits mit. 

Im Doppelhaushalt 2017/2018 stehen für das Programm 69 Millionen EUR mehr, d.h. insgesamt ca. 520 Millionen EUR, zur Verfügung.

Mit diesem Geld werden zukünftig 19 Angebote umweltschonenender Landbewirtschaftung  zur Auswahl gestellt. Bisher waren es 11.  

Förderung erhalten:  der Ökolandbau, die extensive Nutzung von Grünland, die emissionsarme Ausbringung von Wirtschaftsdünger, die Umwandlung von Acker in Grünland entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten.

Die Anlage von Gewässer- und Erosionsschutzstreifen, die Winterbegrünung mit Wildsaaten, die Mulch-, Streifen- oder Direktsaat bei Reihenkulturen, der Verzicht auf Intensivfrüchte in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten, die Anlage von Blühflächen, die Erneuerung von Hecken sowie die extensive Futtergewinnung.

Die Mahd von Steilhangwiesen, die Behirtung von Almen und Alpen, der Weinbau in Steil- und Terrassenlagen, der Wiederaufbau von Steinmauern in Weinbausteillagen, der Erhalt von Streuobst-Wiesen, die extensive Teichwirtschaft, die Anlage von Struktur- und Landschaftselementen und die Sommerweidehaltung.

Bevor Ihr jetzt anfangt die Angebotspalette zu durchforsten, und Euch eine Strategie für Euren Betrieb zurechtlegt, lasst uns noch ein bisschen im „Oktober schwelgen“.

Halloween steht vor der Tür. Aber nicht nur deshalb wird der Kürbis in Deutschland immer beliebter.

Eindeutig doppeldeutig – der Kürbis

Er ist sowohl Obst, als auch Gemüse. Sowohl reine Zierde und Dekoration, also auch ein wahrer Schmaus für den Gaumen. Und die Farben und Formen des Kürbis sind wohl so vielfältig wie Sterne am Himmel.

Auf die Frage, womit man den Oktober verbindet, wird den meisten wohl direkt ein Kürbis vor dem Auge erscheinen. 

Wusstet Ihr, dass der Kürbis

  • zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt zählt? (Er ist sogar älter als Mais und Bohnen.)
  • die Pflanze mit den größten Beeren und den größten Samen ist? (Für Botaniker ist der Kürbis korrekterweise eine Panzerbeere.)
  • mit über 90% Wassergehalt zu den wasserreichsten Gemüsearten gehört?

Die Kürbisernte ist noch mitten im Gange und wird noch bis Ende Oktober anhalten. Der Spätsommer hat nochmals für eine gute Reife gesorgt.

Dabei wird nicht nur die Frucht an sich stark nachgefragt. Insbesondere die Nachfrage nach Kürbiskernen aus Europa ist stark am steigen. Derzeit ist in Europa Österreich die unangefochtene Nummer 1 im Export von Kürbiskernen.

Die richtige Behandlung der Kerne nach der Ernte ist von besonderer Bedeutung, da diese leicht verderben und schnell fremdartige Gerüche und Geschmäcker annehmen.

Aber ist die Ernte nicht sehr aufwendig? Nein, ganz im Gegenteil. Schaut selbst:

Agro-Stahl Phönix Kürbiserntemaschine

Quelle: Landwirt.com

Die Technik ist hierfür bereits bis in kleinste Detail geschliffen worden. Noch wird der Traktor per Hand gefahren. Aber sonst wird auch bei der Kürbisernte bereits alles von der Maschine erledigt. 

Es zeigt sich, dass beim derzeitigen Preisniveau von etwa Getreide oder Mais, die Produktion von Kürbis sich durchaus rechnen lassen kann. Zudem bietet sich der Kürbis vor allem in getreidedominierten Fruchtfolgen als ein gutes Fruchtfolgeglied an.

Bei der Produktion der Kürbiskerne auf hohe Qualität zu achten, zahlt sich aus. Wie der kommerzielle Erfolg der Kernöl-Produktion in Österreich zeigt.

Auch in Deutschland erlebt der Kürbis eine Renaissance. Was sind Eure Erfahrungen im Anbau und der Vermarktung von Kürbis?

2016-09-agrarbetrieb-kohle-fruchtbarer-boden

Kohle für einen fruchtbaren Boden und eine gute Ernte

Erträge steigern und dabei zum Klimaschutz beitragen, eine jahrtausende alte Methode verspricht beides mit Leichtigkeit zu bewältigen. Die Landwirtschaft entdeckt Kohle als wertvollen Bodenhilfsstoff und Düngerersatz.

Aus erhitzter Biomasse erzeugte Kohle ist effektiver als herkömmlicher Kompost oder Tierdung, um die Fruchtbarkeit von Böden zu steigern.

Doch bevor wir uns näher anschauen, was hinter diesem revolutionären Ansatz steckt, kommen wir erstmal zur einem Beschluss des Bundesrates, der für viele von uns von Interesse sein wird:

Die Änderung der Regelung zur Umwandlung von Grünland

Am vergangenen Freitag passierte eine Novelle zur Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes den Bundesrat.

Mit der Novelle gelten in Deutschland beim Greening zukünftig Regelungen, die der strengeren Auslegung der Europäischen Kommission entgegenstehen. 

Nach ihrem Leitfaden liegt für die EU-Kommission eine Umwandlung auch dann vor, wenn eine Dauergrünfläche, bspw. aufgrund von natürlicher Sukzession, Aufforstung oder Bebauung der Fläche, landwirtschaftlich nicht mehr genutzt wird.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat seiner Meinung nach mit der Novelle im Endeffekt den Zustand hergestellt, der ursprünglich mit dem Erlass des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes angestrebt wurdet: 

Was hat sich geändert?

  1. Auf Antrag wird die Einstufung von Dauergrünland als umweltsensibel aufgehoben, wenn das Land eine nichtlandwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden soll.
  2. Zudem sind Landwirte zukünftig nicht mehr zur Neuanlage von Dauergrünland verpflichtet, um die Genehmigung zur Umwandlung von anderem als umweltsensiblen Dauergrünland in eine nichtlandwirtschaftliche Fläche zu erhalten.

Kommen wir aber nun zur Frage, die uns alle interessiert: wie lässt sich der Ertrag meines Bodens steigern? 

Kohle – neues altes Wundermittel?

Auf der Suche nach alternativen, erfolgreichen Mitteln seine Böden ertragreicher zu gestalten, ist so manch Landwirt bereits auf die Kohle gestoßen, genauer gesagt, Pflanzenkohle bzw. Biokohle.

Weltweit laufen zahlreiche Studien, um das Potenzial von Kohle in der Landwirtschaft zu erforschen.

Es besteht die Hoffnung, eine umweltfreundliche Alternative zu Dünger gefunden zu haben, die insbesondere in Entwicklungsregionen wie in Afrika den Landwirten bessere Bodenbedingungen bescheren.

Jetzt könnt Ihr Euch denken: ist ja schön und gut, aber meine Felder sind in Deutschland und nicht Afrika. Welche Vorteil kann mir der Einsatz von Kohle in meiner Landwirschaft bringen?

Seht selber, wie der Einsatz von Kohle in unserer heimischen Landwirtschaft aussehen kann: 

Fruchtbare Böden: Pflanzenkohle aus der Karbonisierungsanlage

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Ihr seht, der Einsatz von Kohle ist vielfältig und vielversprechend, aber läuft nicht ganz ohne den Kampf gegen manche bürokratische Behörden ab.

Aber wie heißt es so schön: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und der Kampf für Kohle schein sich auszuzahlen:

Stärken von Biokohle in der Landwirtschaft

Aufgrund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften kann der Einsatz von Biokohle

  • die Speicherfähigkeit des Bodens für Wasser erhöhen
  • den Nährstoffgehalt des Bodens verbessern
  • langfristig zu einer Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit führen.

In experimentiellen Untersuchungen, konnte aufgezeigt werden, das Pflanzen, die in einem Topf mit Erde und Biokohle angepflanzt wurden, besser gedeihen.

Und weitere große Vorteile von Biokohle sind:

  • Sie ist langlebiger und verrottet nicht so schnelll wie Kompost
  • Sie ist im Gegensatz zu Dünger nicht giftig.
  • Sie hat positivie Auswirkungen auf die mikrobielle Aktivität im Boden.
  • Sie kann giftige Stoffe, etwa Schwermetalle, binden und somit verhindern, dass diese in die Pflanze gelangen.

Herausforderungen beim Einsatz von Biokohle

Zunächst einmal gibt es nicht „DIE“ Kohle. In der Herstellung von Kohle spielen die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle.

Welche Biomasse wurde als Ausgangsstoff verwendet? Bei welchen Temperaturen und mit welcher Geschwindigkeit wurde die Herstellung der Pflanzenkohle vollzogen?

Unterschiedliche Biokohlen haben unterschiedliche Stärken. Hier sind die Forscher noch fleißig dabei, die Stärken von Kohle in der Landwirtschaft zu testen.

Wissenschaftler in der ganzen Welt sind am studieren der Wirkungen und einige Studien deuten durchaus auch darauf hin, dass die Erträge nach dem Einsatz abgenommen haben.

Interessant wird der Einsatz von Kohle vor dem Hintergrund des Klima- und Umweltschutzes. Hier besteht jedoch die Herausforderung, eine Balance zu bewahren.

Und nicht durch den Herstellungprozess größere Mengen an CO2 wiederum zu produzieren oder gar eine Industrie zu schaffen, die die Abholzung der Wälder zu beschleunigen vermag.

Wie steht es mit Euch – habt Ihr mit Erfahrungen mit Kohle als Dünger sammeln können?