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John Deere-Landtechnik

John Deere investiert in künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist die Zukunft der Landwirtschaft. Mit seiner Übernahme von Blue River Technology zeigt John Deere, dass das Unternehmen definitiv dieser Meinung ist. 

Für viele klingt „Künstliche Intelligenz“ nach Science Fiction. Es ist immer wieder in den Schlagzeilen. Aber im Alltag ist es eigentlich bisher kaum vertreten.

Der eine oder andere unter uns ist noch in einer Welt aufgewachsen, in der man zum Telefonieren zur nächsten Telefonzelle gegangen ist.

Maschinen die eigenständig denken, in nicht allzu ferner Zukunft gehören Sie wohl genauso zum Alltag dazu wie heute das Handy.

Wahrscheinlich können wir Landwirte uns in dieser Hinsicht glücklich schätzen, weil in unserem Bereich mit Hochdruck nach effizienteren und produktiveren Lösungen gesucht wird.

Aber zunächst erstmal die Schlagzeilen der vergangenen Tage:

1) Für Mais, Roggen und Sorghum gesenkte Zölle

Die Europäische Union hat die Importzölle für Mais, Roggen und Sorghum auf 5,61 Euro pro Tonne gesenkt.

Die Anpassung der Zölle erfolgt, damit die europäischen Landwirte vor einer Benachteiligung auf dem Markt geschützt werden.

Der Einfuhrzoll wird stetig automatisch angepasst. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen dem EU-Referenzpreis und der US-Maisnotierung.

Die US-Maisnotierung gilt als Maßstab für das Maismarktpreisniveau. Aufgrund der aktuellen Stärke des Dollars erfolgte die Senkung der Einfuhrzölle.

2)  Xavier stoppt Ernte und Gülleausbringung

In Niedersachsen hat Xavier vielen Landwirten einen dicken Strich durch die diesjährige Ernte und der Aussaat von Wintergetreide gezogen.

In seiner Wucht hat er nicht nur Baum zum Umstürzen gebracht. Viele Maisbestände haben sich ebenfalls teilweise und ganz auf die Erde gelegt.

Wegen dem starken Regen können viele Maisschläge nicht befahren werden. Mit anhaltendem Regen wird die Ernte zunehmend weiter erschwert.

Die Gülleverordnung schreibt sehr klare Fristen für die Ausbringung vor. Leider richten sich Naturgewalten mit ihren Auswirkungen nicht nach den bürokratisch festgelegten Terminen.

Aufgrund des starken Dauerregens sind die Felder unbefahrbar.

Niedersächsische Landwirte stehen vor der Herausforderung, trotz Xavier und Bürokratie die Aussaat des Wintergetreide bestmöglich zu vollziehen.

3) Brexit und mögliche Auswirkungen für britische Landwirte

Vom britischen Büro für die Entwicklung des Land- und Gartenbaus (Agriculture & Horticulture Development Board – AHDB) wurden die Auswirkungen für die britischen Landwirte nach Brexit unter die Lupe genommen.

Drei Szenarien wurden von der Behörde näher beleuchtet:

  • Freihandelsabkommen mit der EU: die Landwirte können mit einem stabilen, gegebenenfalls leicht ansteigendem Einkommen rechnen
  • Abschaffung von Freihandelsabkommen mit der EU und der  Direktzahlungen sowie Null-Setzung der Einfuhrzöllen: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann von 23.000 GBP auf bis zu 15.000 GBP sinken
  • Beibehaltung eins Teils des Außenschutzes: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann auf bis zu 20.000 GBP fallen.

Wie bei allen politischen Veränderungen gilt auch beim Brexit für die britischen Landwirte sich so früh wie möglich über die Konsequenzen für den eigenen Hof ein Bild zu verschaffen, um rechtzeitig notwendige Anpassungen einleiten zu können.

4) 300 Millionen an Strafzahlung rechtens

Die EU-Milchabgabevorschriften, die für jeden Milchviehhalter die Höhe der Milchlieferungen festlegte, gehören seit dem 31. März 2015 der Vergangenheit an.

Milchviehhalter hatten geklagt, da sie Strafen, die wegen einer Überlieferung im Milchwirtschaftsjahr 2014/2015 gezahlt werden mussten, für nicht rechtswidrig hielten, da diese nach dem 31. März 2015 fällig wurden.

Nun hat der Bundesfinanzhof in letzter Instanz bestätigt, dass diese rechtskonform sind. Bis zum Stichtag der Abschaffung, war die Milchquote in Kraft. Dies ist ausschlaggebend, auch wenn die Zahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt rückwirkend eingefordert wurde.

Die Strafzahlungen sind wohl nicht der einzige Punkt, der im Zusammenhang mit der Milchquote die Landwirte beschäftigt.

Seit dem Wegfall im Frühjahr 2015 haben netto über 5600 Betriebe die Milchproduktion aufgegeben. Insbesondere in Süddeutschland haben viele Landwirte ihren Betrieb aufgegeben.

Auffällig ist, dass inbesondere die Milchviehhaltung mit kleineren Betriebseinheiten nicht mehr rentabel erscheint.

Von den Betrieben mit weniger als 100 Kühen haben über 6100 Höfe aufgeben. Die Zahl der Betriebe mit über 100 Kühen ist hingegen um rund 560 Betriebe gestiegen.

John Deere auf Zukunftskurs

Landtechnik weißt heutzutage bereits mehr intelligente Technik auf, als Aussenstehende wohl vermuten würden.

Landwirtschaft gehört zu einer der innovatisten Branchen. Dies beweist jetzt auch John Deere.

Das Unternehmen hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Blue River Technology unterzeichnet.

Hier ein kurzer Einblick, wenn auch auf Englisch, was das Unternehmen macht.

Sehen und Sprühen – Gezielte Unkrautkontrolle

Quelle: Blue River Technology

Die Maschinen erkennen die einzelne Pflanzen, sprich das Unkraut und wenden entsprechend nur für die einzelne Unkrautpflanze gezielt die Pflanzenmittel an. 

Blue River Technology ist spezialisiert auf die Entwicklung von Technologien und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, die eine gezielte Behandlung von Einzelpflanzen ermöglichen.

John Deere nimmt damit ein kalifornisches Start-Up auf, dass als innovativer Vorreiter neue, zukunftsweisende Ansätze einbringen wird.

Blue River Technology setzt auf Bilderkennungssystemen, Robotertechnologie und „lernenden Maschinen“, die einzelne Pflanzen erkennen, identifizieren und entsprechende Maßnahmen gezielt durchführen.

Ziel ist es

  • Maßnahmen an den Pflanzen gezielter durchführen zu können damit
  • Ganzflächenbehandlungen überflüssig werden und somit
  • der Herbizidaufwand deutlich gesenkt werden kann.

Damit ist auch John Deere definitiv auf Innovation in Richtung Precision Farming eingenordet.

Was meint Ihr, wie lange wird es noch dauern, bis die Behandlung von Einzelpflanzen in der deutschen Landwirtschaft Standard sein wird?

Landtechnik Neuheiten von Claas Landmaschinen

Landtechnik-Neuheiten: Thaler, Deutz, Farming 4.0

Neues aus der Landtechnik: Deutz AG vollzieht eine Standortverlagerung der Austauschmotoren nach Ulm, die Firma Thaler präsentiert ein neues hydraulisch absenkbares Dach und Claas baut Kooperation mit der Deutschen Telekom weiter aus. Getestet wird das neue Precision-Farming-Konzept Farming 4.0.

Die Agrarwelt hat auch in dieser Woche für mehr oder minder interessante Schlagzeilen gesorgt. Der aktuelle Agrarkommissar kämpft weiterhin für eine zweite Amtszeit, die LKW-Fahrer hierzulande müssen ab dem 10. September einen Qualifikationsnachweis bringen und die DLG-Feldtage ziehen im Frühsommer 2016 von Bernburg-Strenzfeld nach Haßfurt in Unterfranken um.

Aktuelles rund um Landtechnik

1. Deutz verlagert die Austauschmotoren-Fertigung nach Ulm.

Bis Ende 2015 plant die Deutz AG eine stufenweise Verlagerung des Austauschmotorenwerkes nach Ulm, so eine aktuelle Pressemitteilung des Unternehmens. Nach dreimonatigem Analyseprozess hat sich der Vorstand dazu entschlossen, das Austauschmotorenwerk Übersee, Deutz Xchange zu schließen, und die Fertigung in Ulm zu integrieren. Die Verlagerung soll zur Produktivitätserhöhung und Fixkostensenkung führen.

„Der Beschluss, unser Werk in Übersee in das Ulmer Werk zu integrieren, ist uns nicht leicht gefallen. Aber mit der Konzentration der Austauschmotoren in Ulm schaffen wir die Basis für unsere Wachstumsstrategie im Xchange- und Service-Bereich. Deshalb ist dies aus strategi- scher Sicht für das Unternehmen die richtige Entscheidung“, so DEUTZ Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Leube. [Deutz Pressemitteilung, 29.07.2014]

Insgesamt sind 157 Beschäftigte von der Schließung betroffen. Sozialveträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter sind nach Angaben von Deutz Vorstand und Betriebsrat angestrebt.

2. Von Thaler gibt es ab sofort einen hydraulisch absenkbaren Fahrerschutzdach.

Niedrige Durchfahrten sind mit dem neuen Rops-Fops Dach der Firma Thaler kein Problem mehr. Absenken, Durchfahren, Anheben ohne Absteigen und ohne Kraftanstrengung – das alles in nur 6 Sekunden. Das leistet laut Unternehmensangaben das hydraulisch absenkbare Fahrerschutzdach für die Thaler-Lader.

Landtechnik von Thaler

Hydraulisch absenkbares Schutzdach

Unternehmensangaben zufolge ist das hydraulisch absenkbare Dach für alle 21er und 27er Modelle, sowie als Nachrüstsatz erhältlich.

3. Claas und die Deutsche Telekom setzen bei der Getreideernte das Farming 4.0 Konzept ein.

Mit dem neuen Precision-Farming-Konzept Farming 4.0 soll die Informatisierung in der Agrarwelt stärker vorangetrieben werden. Erstmalig würde das Ganze bei der Ernte in 2013 erprobt. Jetzt erfolgt der Einsatz im Betrieb Agrarproduktions- und Handelsgenossenschaft (APH) in Hinsdorf.

Die Kommunikation zwischen Claas Landmaschinen erfolgt via Mobilfunktechnologie der Deutschen Telekom. Die Fahrer der Mähdrescher & Co. nutzen Tablets mit ständig aktualisierten Daten des Erntevorgangs, um möglichst effizient und effektiv abzuernten. Alle beteiligten Fahrer und Landwirte können sich während des gesamten Prozesses per Mobilfunk austauschen.

In der Praxis sieht das alles dann wie folgt aus…

Industrie 4.0: Der High-Tech Mähdrescher

Ihre Meinung zur Landtechnik

Was halten Sie von dem Farming 4.0 Konzept? Wo sehen Sie die größten Chancen und gleichzeitig auch Herausforderungen dieses Projekts?

Welche Innovationen im Bereich Landtechnik faszinieren Sie am meisten?

 

Agrarbetrieb_Startpaket fuer innovative Landwirte