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Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?

Getreidesorte Winterweizen Agrarbetrieb

Neue Möglichkeiten bei der Wahl der Getreidesorte

Winterweizen ist weiterhin die beliebteste Getreidesorte für den Anbau in Deutschland.

Auch wenn diese Getreidesorte hohe Ansprüche an den Boden stellt, kann sie doch damit Punkten, dass für sie relativ hohe Preise bei einem hohen und stabilen Ertragspotential erzielt werden können.

Beim Ertragspotential möchte das Unternehmen nun noch eins draufsetzen.

So bietet es beim Winterweizen zwei neue Sorten an, die laut Hersteller ertraglich kaum zu toppen sind.

Aber auch bei Gerste steht bei der nächsten Aussaat eine neue Getreidesorte zur Verfügung.

Denn das Bundessortenamt hat neben zwei weiteren Weizensorten eine zweizeilligen Wintergerste Unternehmens Limagrain GmbH zugelassen.

Welche Getreidesorte darf es sein?

Hier ein kurzer Überblick, wodurch sich die neuen Getreidesorten nach den Angaben des Anbieters unterscheiden: 

LG Imposanto

  • Höhere Erträge als der in Deutschland anbaustärkste Futterweizen 
  • B-Weizen mit A-Backqualität, d.h. die Sorte soll sich nicht nur durch die hohe Ertragsleistung, sondern auch durch eine ausgezeichnete Resistenz gegen Ährenfusarium auszeichnen
  • Eignung für jegliche Vorfrüchte und Saatzeiten
  • Steht bereits für die diejährige Ernte bundesweit in allen Landessortenversuchen; größere Vermehrungsflächen sind angelegt

LG Magirus

  • Erster E-Weizen für Lamigrain, der in Deutschland zugelassen wurde
  • Besonders interessant für ostdeutsche Gebiete, in denen verstärkt E-Weizen angebaut wird, da diese Sorte eine gute Winterhärte hat
  • Zur Zeit die einzige E-Weizensorte mit Zulassung die sowohl im Kornertrag mit Stufe 1 mit der BSA-Note 7 als auch in Stufe 2 mit der BSA-Note 6 jeweils die beste Einstufung für sich behaupten kann
  • Hohe Fallzahlen gepaart mit einer guten Fallzahlstabilität
  • Besonders geeignet für Spätsaaten und Trockenlagen
  • Steht für die diesjährige Ernte im Bundessortenversuch

LG Caspari

  • Zweiteilige Wintergerste, die eine frühere Ernte ermöglicht (an einzelnen Standorten schob die Sorte die Ähren um mehr als eine Woche früher)
  • Erhielt vom Bundessortenamt beim Ertrag eine Note höhere Einstufung, als die bisherige anbaustärkste Sorte am Markt
  • Weist eine überdurchschnittliche Standfestigkeit auf
  • Wird in diesem Jahr in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Landessortenversuchen geprüft; erste Vermehrungsflächen sind angelegt.

Bereits im Februar wurden vom Bundessortenamt (BSA) drei neue Mais-Hybriden des Unternehmens zugelassen.

Limagrain erweiterte sein Portfolio um die Sorten LG 30.244 sowie für die Marke Advanta um die beiden Sorten Mantilla (S 210/K 230) sowie Severeen (S230/ K230).

Mit diesen Sorten verstärkt Limagrain sein Portfolio für das frühe bis mittelfrühe Segment.

Die Drei-Nutzungssorten zeichnen sich alle durch

  • hohe bis sehr hohe Erträge
  • einer guten Standfestigkeit
  • einer geringen Stängelfäule-Anfälligkeit
  • gute Stärkegehalte sowie guter Verdaulichkeit aus.

Limagrain konnte in diesem Jahr sein Portfolio entsprechend gezielt ausbauen.

Aber schauen wir genauer auf den aktuellen Anbau von Winterweizen.

Denn es ist Frühling. Zeit, den Einsatz von Wachstumsreglern und Herbiziden zu überprüfen.

Einsatz von Wachstumsreglern

Die Kontrolle des Wachstums von Weizen gehört zwar zum Standard, aber ein Schema F beim Ansatz von Wachstumsreglern gibt es nicht.

Jedes Jahr muss der Einsatz aufs Neue überprüft werden. Zum einen ist die Getreidesorte ausschlaggebend.

Da diese bereits im Herbst festgelegt wurde, gilt es nun den weiteren, entscheidenden Faktor zu berücksichtigen: die Witterung.

Bei einer trockenen und strahlungsarmen Witterung kann eine Behandlung mit Wachstumsreglern sehr wirksam sein.

Im Gegensatz hierzu kann der Einsatz von Reglern bei einer kühlen und wolkenreichen Witterung, die zudem noch mit wassergesättigen Böden einhergeht, keine nennenswerte Resultate erzielen.

Wachstumsregler im Weizenbestand

Quelle: Landwirt.com

Beim Einsatz ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn es soll ein gutes Wachstum gesichert werden, aber gleichzeitig gilt es auch zu verhindern, dass sich Lager ausbilden.

Die Produktpalette der zur Verfügung stehenden Wachstumsregler hat sich kaum geändert.

Es gibt die auf Basis der Zulassung von Chlormequatchlorid 720-CCC-Produkte.

Für Winterweizen in der Zeit von BBCH 30-32 gibt es mit Shortcut eine weitere Möglichkeit in der 720-CCC-Produktpalette.

Herbizideinsatz bei Weizen

Der Einsatz von Herbiziden bei Wintergetreide ist eine der effektivsten Maßnahmen, um das Ertragspotential abzusichern.

Die Behandlung richtet sich nach der standortspezifischen Besatzdichte verschiedener Leitunkräuter.

Die zur Verfügung stehenden Produkte sind vielfältig.

Wichtig ist, das man bei Tankmischung folgende Fakoren berückstichtigt:

  • Die Ansprüche, die die einzelnen, gewählten Komponenten an die Anwendung stellen
  • Die Verträglichkeit des gewählten Herbizids mit der zu behandelnden Kultur sowie
  • Die Mischbarkeit der einzelnen Komponenten

Beim Weizen sind in diesem Jahr scheinbar bereits der Gelbfrost als auch Septoria tritici verbreitet.

Welche Maßnahmen werden von Euch derzeit durchgeführt, um den Ertrag zu sichern?

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Winterweizen – die neue Saison beginnt

Es ist die Zeit für Winterweizen. Im Gegensatz zu anderen Sorten, verfügt die Pflanze über ein breites Aussaatfenster. Dafür stellt Winterweizen an den Boden besonders hohe Ansprüche.

Bei Winterweizen können Frühsaaten ab Mitte September als auch Spätsaaten bis Mitte November zu einer guten Ernte führen. Früh- und Spätsaat sind dabei jedoch keine festgelegten Zeiträume.

In Höhenlagen spricht man von Spätsaaten bei Saaten bis Ende Oktober, während in milden Lagen dafür Zeiträume bis Ende November gemeint sind.

Winterweizen – hohe Ansprüche an den Boden

So anspruchslos Winterweizen ist, wenn es um die richtige Saatzeit geht, so anspruchsvoll ist das Getreide bei der Bodenwahl.

Aufgrund der relativ langen Vegetationszeit und seiner hohen Ertragsleistung ist der Wasserverbrauch von Winterweizen größer als bei Sommergetreide. Hier kann die Pflanzen ihren Bedarf allerdings auch aus tieferen Bodenschichten decken.

Ein frühzeitiger Wurzeltiefgang und eine hohe Wurzelbildung ermöglichen dem Weizen, auch in Gebieten mit wenig Niederschlag gut zu gedeihen, wenn die Böden speicherfähig und tiefgründig sind.

Da Winterweizen hohe Ansprüche an Nährstoffgehalt und Gare des Bodens stellt, sollte der Vorfrucht besondere Beachtung geschenkt werden.

Es ist ratsam, bei Mais oder auch Weizen als Vorfrucht, den Boden vor dem Anbau des Winterweizens mit dem Pflug zu bearbeiten. So können Infektionen mit Fusarien und ähnlichem vermieden werden.

Eine Pflugfurche sollte jedoch nur erfolgen, wenn auch bis zur Saat genügend Zeit vorhanden ist. Sollte die Bearbeitung mit dem Pflug nicht möglich sein, kann alternativ eine Stoppelbearbeitung erfolgen.

Diese sollte möglichst intensiv und flach durchgeführt werden, damit die Strohrotte gefördert wird und das Risiko der Übertragung von Fusarien verringert werden kann. Eine pfluglose Bestellung ist hingegen nach Raps oder Körnerleguminosen in der Regel problemlos möglich.

Die Saatstärke ist von verschiedenen Faktoren wie dem Standort, dem Zeitpunkt der Saat und der Weizensorte abhängig.

Sie liegt zwischen 250 – 450 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter. Auch ist der Winterweizen flexibel hinsichtlich der Saattiefe. Als optimale Tiefe können 2 – 4 cm angesehen werden.

Was liebt der Winterweizen?

  1. Um die Ausbreitung von Fusariosen, Steinbrand, Schwarzbeinigkeit, Schneeschimmel, und anderem zu verhindern, eignet sich der Einsatz von Beizen.
  2. Walzen, Striegeln und Eggen. Das klingt nach einer guten Massage. Und für den Weizen sind sie das wohl auch, denn er dankt sie mit guten Erträgen. Die Maßnahmen können im Herbst als auch Frühjahr für verschiedene Zwecke eingesetzt werden: Verbesserung des Bodenschlusses, Förderung der Bestockung, Beseitigung von Unkräutern, Regulierung der Bestandsdichte, u.v.m.
  3. Den maßvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung von Unkraut, Pilzkrankheiten und Schädlingen.

Weizensorten sind hoch spezialisiert. Wer die Sorten richtig bewertet und für seine lokalen Gegebenheit die beste Sorte aussucht, sichert sich sehr gute Ertragschancen.

Dies klingt jetzt alles sehr theoretisch, wo bleibt der Spaß? Schaut selbst:

Winterweizen sähen mit Hassia und John Deere

Quelle: Drei Zylinder Power

Der Sommer ist vorbei. Mit dem Herbst beginnt wieder eine neue Saison, in der unser gesamtes Wissen und unsere gesamte Erfahrung gefragt sind. Und natürlich der Einsatz unserer Maschinen.

John Deere stellt pünktlich zum Saisonstart seine neuen Festkammerpressen vor, die ab Februar 2017 erhältlich sind.

Produktionssteigerung mit den neuen Feskammerpressen von John Deere

Vielseitigkeit und Langlebigkeit, das sind die Anforderungen, auf denen John Deere sein Augenmerk bei der Entwicklung seiner neuen Rundballenpressen mit fester Kammer gelegt hat.

Das neue Modell F441 M ist in den Versionen „Multicrop“ und „Silage Special“ erhältlich und wurde speziell für mittelgroße viehhaltende Betriebe entwickelt, die eine vielseitige Ballenpresse für unterschiedliche Erntegüter benötigen.

Die Modelle verfügen über eine breitere Ballenkammer von 1,21 Meter. Dies ermöglicht ein höheres Ballengewicht.

Das Multicrop-Modell wurde speziell entwickelt, um allen Erntebedingungen, ob nass oder trocken, gewachsen zu sein. Eine neue Netzbindung sowie eine neu entwickelte Heckklappenverriegelung sind nur zwei der ausgefeilten Details.

Die Premium-Versionen F441R und C441R haben nun zudem eine 18. Rolle und können auch mit einer 2 Meter oder  2,2 Meter breiten Pickup ausgestattet werden.

Weitere Details, an denen John Deere geschliffen hat, sind unter anderem:

  • stabilere Rollenantriebsketten der Heckklappe
  • Verstärkung der Pickups mit verschleißfesten Hardox-Stahlblechen
  • größere Lager sowie ein verbessertes Hydrauliksystem

Aufgrund der Ausstattungsmerkmale der Maschinen sollen die Ballenpressen in der Lage sein, bei optimaler Leistungseffizienz, 95 Prozent der Erntegutmasse verarbeiten zu können. Das klingt gut, oder?

Aber bevor wir im nächsten Frühjahr reichlich ernten, steht die Aussaat an. Worauf müsst Ihr in Eurer Region bei der Aussaat von Winterweizen besonders achten?

agrarbetrieb-getreide-weizen

Getreide – seit Jahrtausenden unser täglich Brot

Wir haben täglich damit zu tun: ob auf dem Feld oder Abends am Tisch mit der Familie. Getreide. Der hohe Nährwert und seine gute Lagerfähigkeit machen es unverzichtbar für unsere Ernährung.

Getreide gehört zu unserem Alltag. Aber nehmen wir uns hin und wieder mal die Zeit, darüber nachzudenken, mit was für einer faszinierenden Pflanze wir es zu tun haben?

Vom Gras zum Getreide

Mit dem Anbau von Getreide folgen wir einer Tradition, die bereits vor ca. 10.000 Jahren begann. Im Nahen Osten begannen die Menschen damals Süßgras zu kultivieren.

Unser heutiges Getreide hat sicher nicht mehr viel mit dem Gras des anatolischen und iranischen Berglandes zu tun. Es zog weit in die Welt hinaus und passte sich an die jeweiligen Lebensbedingungen an:

In Asien entstand eine Reiskultur, in Amerika eine Mais- und in Afrika eine Hirsekultur. Die Römer setzten auf Weizen, während die nordischen Völker Gersten- und Roggen kultivierten.

Seit Urzeiten wurde die Pflanze gezüchtet, um höhere Erträge zu erzielen. Ohne den Anbau der drei Sorten Mais, Weizen und Reis, könnte die heutige Weltbevölkerung gar nicht ernährt werden.

Dafür wird Getreide seit Jahrtausenden durch gezielte Züchtungen und Kreuzungen manipuliert. Die heutige Forschung intensiviert die Ergebnisse dieser Züchtungen ungemein.

Wenn man bedenkt, seit wieviel Tausend Jahren Getreide bereits angebaut wird.

Und allein seit 1970 – bei der gleichen Ausnutzung von Ressourcen – konnte die Ertragsdichte der Ernten verdoppelt werden. Das ein durchaus starkes Ergebnis.

Die moderne Landwirtschaft fokussiert sich auf Sorten, die besonders ertragreich sind, d.h. sich wirtschaftlich auch rechnen. Es besteht dadurch natürlich die Gefahr, dass die Sortenvielfalt aufgrund der heutigen Saatforschung leidet. 

Weizen, die wichtigste der sieben Getreidearten

Nehmen wir zum Beispiel Weizen. Die Herbstaussaat steht bevor und damit die Auswahl der besten Weizensorte für den eigenen Anbau.

Viele Faktoren sind dabei zu berücksichtigen. Angefangen bei den örtlichen Bedingungen bis hin zum Zweck des Anbaus.

Schaut man sich die Lieblingssorten für den Anbau an, konzentriert sich die Landwirtschaft auf weniger als zwei handvoll Sorten. Die Top 3 wird gebildet von den Sorten RGT Reform, C-Sorte Elixer sowie A-Weizen Patras.

Moderne Landwirtschaft steht zwischen dem Spannungsfeld von höchsten Erträgen bei maximaler Resistenz des Korns versus dem Erhalt der Artenvielfalt.

Wie der Anbau von weniger bekannten Getreidesorten wirtschaftlich funktionieren kann, zeigt folgender Beitrag:

Granat-Rotkornweizen – Eine Rarität wiederentdeckt

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Der Trend, umweltbewusst und gesund einzukaufen, führt längst nicht mehr „nur“ zum Kauf von Bio-Produkten. Verbraucher legen mehr Wert auf regionale Lebensmittel.

Der Rotkornweizen war den Verbrauchern völlig unbekannt und sein Preis ist höher als für anderes Getreide. Wieso war das Experiment dennoch erfolgreich?

  1. Eine regionale Zusammenarbeit der Unternehmen. Der Anbau des Weizens ist für jeden eine Win-Win-Situation.
  2. Gutes Marketing, sprich: es wurde sehr viel Aufklärungsarbeit betrieben, um die Besonderheit des Rotkornweizens zu vermitteln.
  3. Und nicht zuletzt: die Leidenschaft fürs eigene Handwerk und den Mut, etwas Neues auszuprobieren.

Aber kommen wir von der regionalen wieder auf Bundesebene. Hier war unter anderem auch der Getreideanbau letzte Woche Gesprächsthema der Agrarminister:

Die Agrarministerkonferenz im Überblick

3 Tage und 36 Tagungspunkte. Die Agrarminister von Bund und Ländern hatten letzte Woche auf der Herbst-Agrarministerkonferenz (AMK) viel zu besprechen.

Die Milchkrise war eines der zentralen Themen, aber sicher nicht das einzige Thema, bei dem Uneinigkeit darüber bestand, welche Maßnahmen am besten die bestehenden Probleme lösen können.

„Ob Quotenregelung, Private Lagerhaltung oder Finanzspritzen – über die Fraktionen hinweg besteht aktuell weitgehend Uneinigkeit über die Umsetzbarkeit und Wirkungskraft unterschiedlicher Maßnahmen“  Agrarminister Till Backhaus (SPD), Vorsitzender der Konferenz

Mit Spannung, und von Protestaktionen begleitet, wurden von vielen die Ergebnisse der Agrarministerkonferenz erwartet. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Milchmarkt

Die AMK wird weiterhin an der Prüfung einer europaweiten obligatorischen Mengenregelung in Krisenzeiten festhalten. Ein Beschluss bezüglich der Mengenreduzierung wurde nicht getroffen.

Es wurde an die Marktteilnehmer appelliert, durch „umsichtiges Handeln“ zur Stabilisierung des Marktes beizutragen.

Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

Ein Thema bei dem Einigkeit bestand: die Bürokratie innerhalb der geltenden GAP, insbesondere dem Greening, muss abgebaut werden.

„Landwirte dürfen nicht mehr Zeit am Schreibtisch verbringen als auf dem Feld – dafür werden wir uns einsetzen“  Agrarminister Till Backhaus (SPD), Vorsitzender der Konferenz

Das Greening soll im Jahr 2017 durch die EU-Kommission neu evaluiert werden. Hierfür wurden bereits Verbesserungsvorschläge von der AMK ausgearbeitet. Zum Beispiel ist einer dieser Vorschläge, Verzögerungen bei Direktzahlungen zu vermeiden, indem bundesweit vor Ende des Kalenderjahres die Gelder auf den Empfängerkonten eingehen.

EU-Ökoverordnung

Im Punkt EU-Ökoverordnung geht der AMK die Geduld aus. Die von der EU-Kommission geplante Revision der Verordnung zieht sich seit Jahren hin und sorgt für Verunsicherungen bei den Akteuren der ökologischen Landwirtschaft.

Die AMK fordert deshalb, dass zeitnah Entscheidungen getroffen werden, um Klarheit zu schaffen.

Tierschutz

Die Haltung von Säuen in sogenannten Kastenständen stand auf der Agenda. Hier wird von den Ministern gefordert, dass sich der Bund auf EU-Ebene für eine einheitliche Regelung einsetzt.

„Wichtig ist, dass wir das Thema ganzheitlich angehen, das heißt Tierschutz, Tiergesundheit und wirtschaftliche Profitabilität gleichermaßen in den Blick nehmen. Eine solche Umsetzung wird Zeit brauchen.“ Agrarminister Till Backhaus (SPD), Vorsitzender der Konferenz

Die einheitliche Regelung soll helfen, Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Mitgliedsstaaten zu vermeiden.

Ihr seht, es wurde viel besprochen, die Richtung für die weitere Vorgehensweise vorgegeben. Wie die konkrete Umsetzung aussehen wird, da ist wohl noch unsere Geduld gefragt.

Derweil haben wir Zeit, uns vielleicht einfach noch mal durch den Kopf gehen zu lassen, warum wir so gerne mit Getreide arbeiten. Was mögt Ihr an Eurer Arbeit am meisten? 

Getreideernte 2015 bei Agrarbetrieb

Getreideernte 2015: Rekordergebnis 2014 um 11% verfehlt

Letzte Woche war es soweit. Der Deutsche Bauernverband veröffentlichte seinen finalen Bericht zur Ernte 2015. Das Ergebnis: die Getreideernte in 2015 liegt bei 46,5 Mio. Tonnen. Das sind 11% weniger als im Rekordjahr 2014. Im Vorjahr lag die Ernte bei 52 Mio. Tonnen.

In einer aktuellen Pressemeldung zur Getreideernte 2015, äußerte sich DBV-Präsident Joachim Rukwied wie folgt:

„Die Getreideernte fällt von Region zu Region sehr unterschiedlich aus. (…) Die durchschnittlichen Ernteergebnisse verdecken die dramatischen Probleme der Betriebe in den von der Trockenheit besonders betroffenen Regionen. So wurden in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und den östlichen Bundesländern 15 Prozent bis 30 Prozent weniger Weizen geerntet als im Vorjahr.“

Bevor wir in die Details einsteigen, d.h. die geernteten Mengen und Qualitäten der einzelnen Kulturen bewerten, lassen Sie uns einen gemeinsamen Blick auf folgendes Video von ffarmer99 werfen.

Drei Mähdrescher mit jeweils ca. 12 Meter Schneidwerken zeigen was sie drauf haben. Im Rennen ein New Holland CR 10.90, John Deere S 690 I und Claas Lexion 770. Die Ernte 2015 kann losgehen…

Getreideernte 2015 mit 3 Power-Mähdrescher

Getreideernte 2015: Die Performance der einzelnen Kulturen

1. Winterweizen bleibt bestimmende Getreidesorte in Deutschland.

  • Die Anbaufläche wurde um 2% auf 3,2 Mio. Hektar ausgedehnt.
  • Die Weizenerträge liegen bei durchschnittlich 7,6 Tonnen pro Hektar (12% unter 2014).
  • Die Erntemenge wird 24,6 Mio. Tonnen betragen (2,8 Mio. Tonnen weniger als in 2014).
  • Unterschiedliche Qualitäten erwartet: Die Fallzahlen (wichtig bei der Bestimmung der Backqualität) erreichen die geforderten Werte. Ganz anders ist hingegen die Entwicklung der Proteingehalte. Diese fallen im Süden der Republik bzw. in Niedersachsen und Rheinland niedrig aus.

2. Wintergerste schneidet besser ab als erwartet.

  • Die Anbaufläche wurde um 2,4% (das entspricht 1,26 Mio. Tonnen) gegenüber 2014 ausgeweitet.
  • Die Ertragsleistung der Wintergerste liegt bei durchschnittlich 7,3 Tonnen pro Hektar (6% weniger als in 2014).
  • Die Erntemenge liegt bei 9,2 Mio. Tonnen. Das sind 3% weniger als im Vorjahr. Wichtig hierbei: Wintergerste wird als erste gedroschen, d.h. die Ernte 2015 ist für diese Sorte abgeschlossen. Es werden keine weiteren Mengen erwartet.

3. Sommergerste mit deutlich geringeren Erträgen trotz Flächenausweitung.

  • Ausdehnung der Anbauflächen um mehr als 7% auf aktuell 371.000 Hektar.
  • Die Erntemenge liegt bei 2 Millionen Tonnen. Das sind 5% weniger als in 2014.
  • Die Erträge für Sommergerste liegen mit 5,3 Tonnen pro Hektar um mehr als 11% unter dem Vorjahresergebnis.

4. Roggenernte 2015 verzeichnet ein zweistelliges Minus.

  • Die Anbaufläche ist konstant geblieben.
  • Die Erntemengen brechen um 15% ein und liegen bei 3,2 Mio. Tonnen (in 2014 waren es 3,85 Mio. Tonnen).
  • Die Erträge brechen ebenfalls ein und liegen im Schnitt bei 5,2 Tonnen pro Hektar. In den Roggenanbauregionen Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind die Erträge um mehr als 20% eingebrochen. Die Bundesländer Niedersachsen und Bayern verzeichnen ein Minus von 15%.

5. Winterraps leidet unter dem Verbot insektizider Beizmittel.

  • Anders als bei den oben aufgeführten Kulturen, sind die Anbauflächen für Winterraps um knapp 8% zurück gegangen.
  • Die Rapsernte wird auf 5 Mio. Tonnen geschätzt. Das sind 1,25 Mio. Tonnen weniger als in 2014.
  • Die Erträge fallen um 13% niedriger aus als in 2014 und liegen im Schnitt bei 3,9 Tonnen pro Hektar.

6. Landwirte sorgen sich um ihre Mais- und Zuckerrübenbestände.

Die Aussichten für die diesjährige Mais- und Rübenernte sind alles andere als rosig. Die anhaltende Trockenheit bereitet uns Landwirte große Sorgen. Unsere Mais- und Rübenbestände befinden sich noch in der Wachstumsphase und benötigen dringend Wasser. Gleiches gilt auch für den Aufwuchs von Grünland.

Inwieweit uns der Regen noch aus der Patsche helfen kann, werden wir ja bald erfahren. Hoffnung stirbt zuletzt… ist auch in der Landwirtschaft keine besonders tolle Strategie.

Preise unten, Getreideernte unten

Eine Preisverbesserung ist nicht erkennbar und das obwohl die EU-28 Länder von einer reduzierten Erntemenge in diesem Jahr ausgehen. Knapp 302 Mio. Tonnen sollen es werden, so der DBV. In 2014 lag die Getreideerntemenge in der EU-28 bei 329 Mio. Tonnen.

Das Spiel Angebot und Nachfrage geht weiter. Einer geringeren Weizen- und Maisernte stehen die Rekorderträge der letzten Jahre, die Top Versorgungslage und ein stetig steigendes (Welt-)Angebot entgegen.

Wie sieht die Getreideernte in diesem Jahr bei Ihnen aus? Top oder eher Flop? Woran liegt es? Freue mich auf Euer Kommentar.