Beiträge

Windkraft-Ertragsprognosen-Unwetter

Landwirtschaft: Ertragsprognosen für Getreide sinken

Sie sind da – die ersten Hitzegewitter des Jahres. Die von ihnen verursachten Schäden werden die Ertragsprognosen in manchen Landstrichen sehr stark ändern. 

Orkanböhen, Starkregen und Hagel. Alle drei haben sich in den letzten Tagen in Deutschland gut ausgetobt.

Es waren fast alle Ackerbaukulturen betroffen: ob Wintergetreide, Zuckerrüben, Raps, Mais oder Sonderkulturen wie Erdbeeren – die Felder wurden massiv geschädigt.

Die Hitzegewitter wurden durch die extremen Temperaturunterschiede insbesondere zwischen der West- und Osthälfte Deutschlands verursacht.

Entsprechend findet sich die mit am schwersten betroffene Region entlang einer Linie in der Mitte von Deutschland, die von Wolfsburg bis nach Niederbayern läuft.

Von vom Hagel zerfetzte Blätter bis hin durch vom Starkregen verschlämmte junge Rüben- und Maispflanzen, die Schäden sind vielfältig, und teils so stark, dass bereits mehrere Hundert Hektor Anbauflächen für den Umbruch freigegeben wurden.

Da gibt es nur eins: Ärmel hochkrempeln und schnellstmöglich handeln, um etwa durch Neuansaat die Schäden kompensieren zu können.

Weitere Warnung vor Unwetter mit starkem Regen und Sturmböen

Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell weiterhin vor Unwettern.

Insbesondere die folgenden Regionen sollen betroffen sein:

  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Weite Regionen in Ostdeutschland sowie
  • der Süden Nordrhein-Westfalens
  • im Süden: Schwarzwald, Schwäbische Alp und Regionen am Alpenrand

Neben dem Starkregen ist auch mit Hagel zu rechnen.

Drücken wir die Daumen, dass die nächsten Tagen glimpflich verlaufen. Das Wetter hat sich bereits stark genug auf die Ernteprognosen ausgewirkt:

Ertragsprognosen für Getreide gesenkt

Der Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) senkt die im Vormonat geäußerten Ertragsprognosen für Gertreide um bis zu 3,7 Prozent.

Für Roggen, Raps, Sommergerste und Triticale sinken die Werte gar unter das langjährige Mittel.

Die ungünstigen Wetterbedingungen wie der Frost zur Blütezeit, extreme Trockenheit bzw. zu spät kommender Regen haben die Pflanzen doch mehr geschadet als zunächst angenommen.

Acuh der International Getreiderat (IGC) veröffentlichte Zahlen, die auf einen weltweiten Rückgang der Bestände von Mais und Weizen deuten.

Bei Mais wird für 2017/2018 mit einer erhöhten Nachfrage gerechnet, so dass trotz unveränderter Ertragsprognosen die Überhangbestände geschätzt um 29 Millionen Tonnen auf 197 Millionen Tonnen zurückgehen.

Die entspricht einer Senkung des Anteiles der Überhänge am Weltmaisverbrauch von 21,5 Prozent auf 18,6 Prozent.

Auch bei Weizen ist laut IGC mit einem knappen Rückgang der Überhangsbestände zu rechnen.

Die  Ernteerträge 2017/2018 in Höhe von geschätzt 736 Millionen Tonnen werden den weltweiten Verbrauch in geschätzter Höhe von  738 Millionen Tonnen nur sehr knapp decken können.

Zwar beeinflusst das Wetter maßgeblich die Ertragsprognosen. Aber manchmal spielen auch andere Faktoren mit rein.

So entstehen in Russland derzeit wie im Vorjahr Ernteausfälle, weil die technischen Gerätschaften fehlen.

Ein Mangel an Mähdreschern soll bereits im letzten Jahr einen Verlust von 10 Millionen Tonnen Getreide verursacht haben.

Ein anderer Markt scheint im Gegensatz zum Getreidemarkt aktuell Aufwind zu verspüren:

Windenergie weiter auf Vormarsch

Das Frauenhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik führt in seinem Bericht „Windenergie Report Deutschland 2016“ einige sehr interessante Zahlen auf.

Windenergie trägt demnach mit 12,4 Prozent zur deutschen Bruttostromerzeugung bei. Im Vergleich: Atomkraftwerke liegen bei 13 Prozent.

Im 2016 überstieg der Beitrag der erneuerbaren Energien erstmals den der konventionellen Atom- und Braunkohlekraftwerke.

29 Prozent des Bruttostromverbrauchs wurde von den umweltfreundlicheren Energietechniken gedeckt.

28000 Onshore-Windanlagen gibt es mittlerweile in Deutschland. Diese liefern knapp 46000 MegaWatt Nennleistung.

Schaut man auf die Zahlen könnte man meinen, dass der weitere Ausbau von Windanlagen langsam abflaut, denn es werden in der Anzahl weniger Anlagen neu errichtet.

Dies ist aber ein Trugschluß, denn die neuen Windsysteme werden immer größer.

Neue, geeignete Flächen zu finden, ist schwer. Einfacher ist es für Betreiber, die kleinen Modelle aus den 80er und 90ern mit modernen Rädern zu ersetzen. 

Die in 2016 errichteten Anlagen wiesen eine durchschnittliche Nabenhöhe von 128 Metern(!) und einen Rotordurchmesser von 109 Metern(!) auf. 

Flügel für 16 gigantische Windräder

Quelle: buten un binnen

Ganz schön beeindruckend, wie so ein Windrad entsteht, oder? Aber auch bei Offshore-Anlagen werden die Projekte technisch immer herausfordernder.

So werden die Energieanlagen mittlerweile durchschnittlich 53 Kilometer von der Küste entfernt und in durchschnittlichen Wassertiefen von 27 Metern erbaut.

Von den weltweit 13900 MegaWatt, die durch Offshore-Windanlagen bereitgestellt werden, stammen 12400 MegaWatt allein aus Europa. Deutschland alleine trägt 4089 MegaWatt bei.

Aber neben dem Trend nach immer größeren Anlagen, bietet der Markt auch kleine Modelle für „daheim“. Quasi das eigene Windrad für den Hof.

Welche Erfahrungen konntet Ihr mit eigener Energieerzeugung auf Eurem Hof sammeln?

Getreidesorte Winterweizen Agrarbetrieb

Neue Möglichkeiten bei der Wahl der Getreidesorte

Winterweizen ist weiterhin die beliebteste Getreidesorte für den Anbau in Deutschland.

Auch wenn diese Getreidesorte hohe Ansprüche an den Boden stellt, kann sie doch damit Punkten, dass für sie relativ hohe Preise bei einem hohen und stabilen Ertragspotential erzielt werden können.

Beim Ertragspotential möchte das Unternehmen nun noch eins draufsetzen.

So bietet es beim Winterweizen zwei neue Sorten an, die laut Hersteller ertraglich kaum zu toppen sind.

Aber auch bei Gerste steht bei der nächsten Aussaat eine neue Getreidesorte zur Verfügung.

Denn das Bundessortenamt hat neben zwei weiteren Weizensorten eine zweizeilligen Wintergerste Unternehmens Limagrain GmbH zugelassen.

Welche Getreidesorte darf es sein?

Hier ein kurzer Überblick, wodurch sich die neuen Getreidesorten nach den Angaben des Anbieters unterscheiden: 

LG Imposanto

  • Höhere Erträge als der in Deutschland anbaustärkste Futterweizen 
  • B-Weizen mit A-Backqualität, d.h. die Sorte soll sich nicht nur durch die hohe Ertragsleistung, sondern auch durch eine ausgezeichnete Resistenz gegen Ährenfusarium auszeichnen
  • Eignung für jegliche Vorfrüchte und Saatzeiten
  • Steht bereits für die diejährige Ernte bundesweit in allen Landessortenversuchen; größere Vermehrungsflächen sind angelegt

LG Magirus

  • Erster E-Weizen für Lamigrain, der in Deutschland zugelassen wurde
  • Besonders interessant für ostdeutsche Gebiete, in denen verstärkt E-Weizen angebaut wird, da diese Sorte eine gute Winterhärte hat
  • Zur Zeit die einzige E-Weizensorte mit Zulassung die sowohl im Kornertrag mit Stufe 1 mit der BSA-Note 7 als auch in Stufe 2 mit der BSA-Note 6 jeweils die beste Einstufung für sich behaupten kann
  • Hohe Fallzahlen gepaart mit einer guten Fallzahlstabilität
  • Besonders geeignet für Spätsaaten und Trockenlagen
  • Steht für die diesjährige Ernte im Bundessortenversuch

LG Caspari

  • Zweiteilige Wintergerste, die eine frühere Ernte ermöglicht (an einzelnen Standorten schob die Sorte die Ähren um mehr als eine Woche früher)
  • Erhielt vom Bundessortenamt beim Ertrag eine Note höhere Einstufung, als die bisherige anbaustärkste Sorte am Markt
  • Weist eine überdurchschnittliche Standfestigkeit auf
  • Wird in diesem Jahr in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Landessortenversuchen geprüft; erste Vermehrungsflächen sind angelegt.

Bereits im Februar wurden vom Bundessortenamt (BSA) drei neue Mais-Hybriden des Unternehmens zugelassen.

Limagrain erweiterte sein Portfolio um die Sorten LG 30.244 sowie für die Marke Advanta um die beiden Sorten Mantilla (S 210/K 230) sowie Severeen (S230/ K230).

Mit diesen Sorten verstärkt Limagrain sein Portfolio für das frühe bis mittelfrühe Segment.

Die Drei-Nutzungssorten zeichnen sich alle durch

  • hohe bis sehr hohe Erträge
  • einer guten Standfestigkeit
  • einer geringen Stängelfäule-Anfälligkeit
  • gute Stärkegehalte sowie guter Verdaulichkeit aus.

Limagrain konnte in diesem Jahr sein Portfolio entsprechend gezielt ausbauen.

Aber schauen wir genauer auf den aktuellen Anbau von Winterweizen.

Denn es ist Frühling. Zeit, den Einsatz von Wachstumsreglern und Herbiziden zu überprüfen.

Einsatz von Wachstumsreglern

Die Kontrolle des Wachstums von Weizen gehört zwar zum Standard, aber ein Schema F beim Ansatz von Wachstumsreglern gibt es nicht.

Jedes Jahr muss der Einsatz aufs Neue überprüft werden. Zum einen ist die Getreidesorte ausschlaggebend.

Da diese bereits im Herbst festgelegt wurde, gilt es nun den weiteren, entscheidenden Faktor zu berücksichtigen: die Witterung.

Bei einer trockenen und strahlungsarmen Witterung kann eine Behandlung mit Wachstumsreglern sehr wirksam sein.

Im Gegensatz hierzu kann der Einsatz von Reglern bei einer kühlen und wolkenreichen Witterung, die zudem noch mit wassergesättigen Böden einhergeht, keine nennenswerte Resultate erzielen.

Wachstumsregler im Weizenbestand

Quelle: Landwirt.com

Beim Einsatz ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn es soll ein gutes Wachstum gesichert werden, aber gleichzeitig gilt es auch zu verhindern, dass sich Lager ausbilden.

Die Produktpalette der zur Verfügung stehenden Wachstumsregler hat sich kaum geändert.

Es gibt die auf Basis der Zulassung von Chlormequatchlorid 720-CCC-Produkte.

Für Winterweizen in der Zeit von BBCH 30-32 gibt es mit Shortcut eine weitere Möglichkeit in der 720-CCC-Produktpalette.

Herbizideinsatz bei Weizen

Der Einsatz von Herbiziden bei Wintergetreide ist eine der effektivsten Maßnahmen, um das Ertragspotential abzusichern.

Die Behandlung richtet sich nach der standortspezifischen Besatzdichte verschiedener Leitunkräuter.

Die zur Verfügung stehenden Produkte sind vielfältig.

Wichtig ist, das man bei Tankmischung folgende Fakoren berückstichtigt:

  • Die Ansprüche, die die einzelnen, gewählten Komponenten an die Anwendung stellen
  • Die Verträglichkeit des gewählten Herbizids mit der zu behandelnden Kultur sowie
  • Die Mischbarkeit der einzelnen Komponenten

Beim Weizen sind in diesem Jahr scheinbar bereits der Gelbfrost als auch Septoria tritici verbreitet.

Welche Maßnahmen werden von Euch derzeit durchgeführt, um den Ertrag zu sichern?

2016-agrarbetrieb-winterweizen-landwirtschaft

Winterweizen – die neue Saison beginnt

Es ist die Zeit für Winterweizen. Im Gegensatz zu anderen Sorten, verfügt die Pflanze über ein breites Aussaatfenster. Dafür stellt Winterweizen an den Boden besonders hohe Ansprüche.

Bei Winterweizen können Frühsaaten ab Mitte September als auch Spätsaaten bis Mitte November zu einer guten Ernte führen. Früh- und Spätsaat sind dabei jedoch keine festgelegten Zeiträume.

In Höhenlagen spricht man von Spätsaaten bei Saaten bis Ende Oktober, während in milden Lagen dafür Zeiträume bis Ende November gemeint sind.

Winterweizen – hohe Ansprüche an den Boden

So anspruchslos Winterweizen ist, wenn es um die richtige Saatzeit geht, so anspruchsvoll ist das Getreide bei der Bodenwahl.

Aufgrund der relativ langen Vegetationszeit und seiner hohen Ertragsleistung ist der Wasserverbrauch von Winterweizen größer als bei Sommergetreide. Hier kann die Pflanzen ihren Bedarf allerdings auch aus tieferen Bodenschichten decken.

Ein frühzeitiger Wurzeltiefgang und eine hohe Wurzelbildung ermöglichen dem Weizen, auch in Gebieten mit wenig Niederschlag gut zu gedeihen, wenn die Böden speicherfähig und tiefgründig sind.

Da Winterweizen hohe Ansprüche an Nährstoffgehalt und Gare des Bodens stellt, sollte der Vorfrucht besondere Beachtung geschenkt werden.

Es ist ratsam, bei Mais oder auch Weizen als Vorfrucht, den Boden vor dem Anbau des Winterweizens mit dem Pflug zu bearbeiten. So können Infektionen mit Fusarien und ähnlichem vermieden werden.

Eine Pflugfurche sollte jedoch nur erfolgen, wenn auch bis zur Saat genügend Zeit vorhanden ist. Sollte die Bearbeitung mit dem Pflug nicht möglich sein, kann alternativ eine Stoppelbearbeitung erfolgen.

Diese sollte möglichst intensiv und flach durchgeführt werden, damit die Strohrotte gefördert wird und das Risiko der Übertragung von Fusarien verringert werden kann. Eine pfluglose Bestellung ist hingegen nach Raps oder Körnerleguminosen in der Regel problemlos möglich.

Die Saatstärke ist von verschiedenen Faktoren wie dem Standort, dem Zeitpunkt der Saat und der Weizensorte abhängig.

Sie liegt zwischen 250 – 450 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter. Auch ist der Winterweizen flexibel hinsichtlich der Saattiefe. Als optimale Tiefe können 2 – 4 cm angesehen werden.

Was liebt der Winterweizen?

  1. Um die Ausbreitung von Fusariosen, Steinbrand, Schwarzbeinigkeit, Schneeschimmel, und anderem zu verhindern, eignet sich der Einsatz von Beizen.
  2. Walzen, Striegeln und Eggen. Das klingt nach einer guten Massage. Und für den Weizen sind sie das wohl auch, denn er dankt sie mit guten Erträgen. Die Maßnahmen können im Herbst als auch Frühjahr für verschiedene Zwecke eingesetzt werden: Verbesserung des Bodenschlusses, Förderung der Bestockung, Beseitigung von Unkräutern, Regulierung der Bestandsdichte, u.v.m.
  3. Den maßvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung von Unkraut, Pilzkrankheiten und Schädlingen.

Weizensorten sind hoch spezialisiert. Wer die Sorten richtig bewertet und für seine lokalen Gegebenheit die beste Sorte aussucht, sichert sich sehr gute Ertragschancen.

Dies klingt jetzt alles sehr theoretisch, wo bleibt der Spaß? Schaut selbst:

Winterweizen sähen mit Hassia und John Deere

Quelle: Drei Zylinder Power

Der Sommer ist vorbei. Mit dem Herbst beginnt wieder eine neue Saison, in der unser gesamtes Wissen und unsere gesamte Erfahrung gefragt sind. Und natürlich der Einsatz unserer Maschinen.

John Deere stellt pünktlich zum Saisonstart seine neuen Festkammerpressen vor, die ab Februar 2017 erhältlich sind.

Produktionssteigerung mit den neuen Feskammerpressen von John Deere

Vielseitigkeit und Langlebigkeit, das sind die Anforderungen, auf denen John Deere sein Augenmerk bei der Entwicklung seiner neuen Rundballenpressen mit fester Kammer gelegt hat.

Das neue Modell F441 M ist in den Versionen „Multicrop“ und „Silage Special“ erhältlich und wurde speziell für mittelgroße viehhaltende Betriebe entwickelt, die eine vielseitige Ballenpresse für unterschiedliche Erntegüter benötigen.

Die Modelle verfügen über eine breitere Ballenkammer von 1,21 Meter. Dies ermöglicht ein höheres Ballengewicht.

Das Multicrop-Modell wurde speziell entwickelt, um allen Erntebedingungen, ob nass oder trocken, gewachsen zu sein. Eine neue Netzbindung sowie eine neu entwickelte Heckklappenverriegelung sind nur zwei der ausgefeilten Details.

Die Premium-Versionen F441R und C441R haben nun zudem eine 18. Rolle und können auch mit einer 2 Meter oder  2,2 Meter breiten Pickup ausgestattet werden.

Weitere Details, an denen John Deere geschliffen hat, sind unter anderem:

  • stabilere Rollenantriebsketten der Heckklappe
  • Verstärkung der Pickups mit verschleißfesten Hardox-Stahlblechen
  • größere Lager sowie ein verbessertes Hydrauliksystem

Aufgrund der Ausstattungsmerkmale der Maschinen sollen die Ballenpressen in der Lage sein, bei optimaler Leistungseffizienz, 95 Prozent der Erntegutmasse verarbeiten zu können. Das klingt gut, oder?

Aber bevor wir im nächsten Frühjahr reichlich ernten, steht die Aussaat an. Worauf müsst Ihr in Eurer Region bei der Aussaat von Winterweizen besonders achten?

Landwirtschaft Sommergerste im Agrarbetrieb

Landwirtschaft: Klagen, Übernahmen, Imagekampagnen

Die gute, alte Landwirtschaft kann mit der neuen High-Tech Welt in puncto Wandel, Tratsch und Klatsch sicherlich sehr gut mithalten.

In dem heutigen Beitrag geht’s um die DMK Schadensersatzklage, die Entstehung des weltweit größten Pflanzenschutzmittelherstellers ChemChina, die Rekordernte in Russland und eine Image-Kampagne von Landwirten aus Landshut.

Starten wir mit einer aktuellen Meldung aus unserem Heimatland…

Deutschlands größte Genossenschaftsmolkerei DMK fordert 28 Mio. EUR

Preisabsprachen, Gebietsaufteilungen… die Zuckerhersteller kommen nicht zur Ruhe.

Geschädigte Unternehmen fordern rund 500 Mio. EUR Schadensersatz. Jetzt gesellt sich das Deutsche Milchkontor auch zur Runde dazu und fordert 28 Mio. EUR Schadensersatz.

„Wie eine Vielzahl anderer Unternehmen hat DMK eine Kartellschadensersatzklage gegen die Zuckerhersteller Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen eingereicht.“

Zur Erinnerung:

In 2014 hatte das Bundeskartellamt gegen die drei oben aufgeführten Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von 280 Millionen EUR verhängt. Die Anklage lautete „wegen wettbewerbsbeschränkender Gebiets-, Quoten- und Preisabsprachen“.

Quellen: Handelsblatt, Focus

USA genehmigt Übernahme von Syngenta durch ChemChina

Das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) gibt grünes Licht für die Übernahme der Schweizer Syngenta durch das chinesische Staatskonzern ChemChina.

Der 43 Mrd. USD Deal ist jedoch nicht ganz durch, da noch weitere Länder inkl. deren Regulierungsbehörden über den Zusammenschluss abstimmen müssen. Sicherlich ist das OK aus den USA ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Entstehung des weltweit größten Pflanzenschutzmittelherstellers.

Die Syngenta AG erwartet den Abschluss der Transaktion bis Ende diesen Jahres.

Freude und Frust: Russland rechnet mit einer Rekordernte

Die neuesten Ernteschätzungen in Russland sorgen für Freude und Frust gleichermassen. Freude, weil die Nation mit einer Rekord-Getreideernte rechnet. Frust, weil die Preise für Weizen & Co. im Keller sind und ein Engpass bei den Lagerkapazitäten droht.

Wie lauten die neuesten Schätzungen der Experten?

Das staatliche Agrartransportunternehmen RusAgroTrans hat seine Schätzung für die Getreideernte in Russland erneut angehoben. Anfang Juli gingen die Experten von 110 Mio. Tonnen Getreide aus. Die aktuelle Prognose lautet 118,5 Mio. Tonnen.

Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, dann wäre das eine Rekordernte und laut APK-Inform, der höchste Stand seit 37 Jahren. In 1978 lag die Getreideernte bei 127,4 Mio. Tonnen.

Die Ernteschätzung bzw. die zu erwartende Produktion von Weizen liegt bei 72-73 Mio. Tonnen und die Prognose für Gerste bei 19,5 Mio. Tonnen.

Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: fast alle führenden Getreide-produzierenden Länder gehen in dieser Saison von einer hervorragenden Ernte aus. Dieser positive Trend drückt auf die Preise. Wer demnach auf bessere Konditionen am Markt wartet, muss in der Lage sein, so viel wie möglich zu lagern.

Das Problemkarussell dreht sich weiter, denn

=> wohin mit den Reserven aus vorhergehenden Wirtschaftsjahren?

=> woher neue Lagerkapazitäten?

=> wie Qualität bewahren, wenn die gute, alte Scheune herhalten muss?

Selbstverständlich gibt’s auch in Russland Getreidesilos, aber wie viele Landwirte können sich diese „teure“ Lösung denn auch leisten? Da muss die Scheune herhalten. Hinzu kommt, dass sich nicht alle Silos in einem technisch einwandfreien Zustand befinden.

Da bleibt Russland, genauso wie vielen anderen Ländern auch, die Hoffnung auf mehr Exporte.

Marketing & Landwirtschaft

Imagekampagne soll Bild konventioneller Tierhalter geraderücken

Die vielen negativen Schlagzeilen und Dokus zu den Themen Massentierhaltung, BSE, Vogelgrippe, Glyphosat, Nitrat im Wasser usw. haben wesentlich zur Imagezerstörung von Landwirten und Tierhaltern beigetragen. Ach ja, lasst uns dabei auch die Trash-TV-Sendung „Bauer sucht Frau“ nicht außer Acht lassen.

Das alles wieder hinzubiegen ist eine große Herausforderung.

Getreu dem Motto „Kaputte Beziehungen kann man reparieren“, haben sich ein paar Landwirte aus dem Landkreis Landshut zusammengetan und eine Werbeagentur engagiert. Die Marketingkollegen sollen nun das hinbiegen, was Medien & Co. zerstört haben…

Quelle: YouTube Video Bayerischer Rundfunk

Wer weiß, wer weiß? Wird die regionale Imagekampagne „Heimatlandwirte“ wirklich etwas retten können?

Viele Konsumenten lassen sich von negativen Berichterstattungen und Nachrichten leiten. Das war schon immer so und daran wird sich auch zukünftig nicht viel ändern. Wichtig ist trotzdem einen realistischen Einblick in die Landwirtschaft bzw. Tierhaltung zu gewähren.

Mangelnde Anerkennung und Wertschätzung

Immer in der Kritik zu stehen und von den Medien „ausgebeutet“ zu werden, macht keinem Spass. Wie wir alle wissen, verkaufen sich negative Schlagzeilen wesentlich besser als Positive. Es geht um Einschaltquoten sowie die Anzahl verkaufter Magazine, Zeitschriften und Zeitungen.

Ob dadurch Existenzen zerstört werden bzw. mehrere Familien ihren Hof samt Einnahmequellen verlieren oder ganze Berufsgruppen durch den Dreck gezogen werden, das interessiert die Wenigsten. Solange man CEO oder General Manager bleibt und weiterhin regelmäßig Geld aufs Konto fließt, passt es schon.

Eine „sachliche Diskussion über die moderne Landwirtschaft“ zu führen ohne dabei die Meinung der sogenannter Hardliner zu ändern – kriegen wir das hin? Was meint Ihr?

Landwirtschaft Social Media Marketing

Die 3 Erfolgsstufen in Landwirtschaft und Social Media Marketing

Seit Jahrtausenden betreiben die Menschen Landwirtschaft. Im Vergleich dazu gibt es Social Media erst wenige Jahre. Und dennoch nimmt in der Landwirtschaft, wie in anderen Branchen auch, Social Media immer stärker Einfluß auf Euren wirtschaftlichen Erfolg. 

Zugegeben, Social Media Marketing ist ein komplexes Themengebiet.

Kein Wunder, wenn es für den einen oder anderen ein Buch mit sieben Siegeln ist. Aber wem die Prozesse in der Landwirtschaft vertraut sind, der wird den Kern von Social Media Marketing schnell erfassen.

In 3 Schritten zum Erfolg in Landwirtschaft und Social Media Marketing

Die zwei Themengebiete sollen was gemeinsam haben? Neeee….

Was aber wenn doch?!

1. Die Auswahl des richtigen Korns

Ein Landwirt baut nicht einfach irgendetwas nach Lust und Laune an.

Aufbauend auf seinen Erfahrungen und seiner Expertise wählt er das beste Korn für seinen Acker aus. Er berücksichtigt geographische und klimatische Gegebenheiten seiner Region, bedenkt wirtschaftliche Faktoren wie die Nachfrage an den Märkten und die Ressourcen (wie Arbeitskraft und Werkzeuge), die ihm für den Anbau zur Verfügung stehen.

Genauso ist es mit Social Media Marketing.

Wenn man Instagram, Facebook und Co. erfolgreich für sich einsetzen möchte, eröffnet man nicht einfach überall ein Konto und sendet wild Nachrichten in die Welt.

Wie bei der richtigen Auswahl des Korns, wählt man die Netzwerke aus, mit denen man seine Ziele am effektivsten erreichen kann. Auch hier spielen verschiedene geographische, demographische oder auch wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle.  

2. Aussähen und Wachsen lassen

Die Aussaat einer Handvoll Körner führt nicht zu einer reichen Ernte.

Ebenso wenig wächst und gedeiht das Korn nicht über Nacht. Und sicherlich erwartet kein Landwirt, dass er eine gute Ernte einbringen wird, wenn er nach der Aussaat der Samen das Feld sich selbst überlässt.

Er behält das Wachstum seines Kornes im Auge. Unterstützt ihn durch gezielte Maßnahmen, die das Getreide in bestimmten Phasen stärken oder in kritischen Phasen schützen.

Auch Social Media wird Euch nicht reichlich neue Kunden bescheren oder Eure Bekanntheit merklich erhöhen, nur weil Ihr ein paar Tweets gesendet habt oder auf Facebook hin und wieder einen Beitrag veröffentlicht.

Genauso wie das Korn zum Wachsen seine Zeit benötigt, braucht auch Social Media Marketing stetige Maßnahmen über einen längeren Zeitraum, eh es seine Wirkung entfalten kann. Dabei muss der „Wachstum“ ständig überwacht und mit gezielten Maßnahmen unterstützt werden.

3. Ernte und Verkauf

Der Landwirt steckt viel Zeit und Energie in das Gedeihen seines Kornfeldes, weil er sich davon eine reichliche Ernte und letztendlich gute Verkäufe an den Märkten verspricht.

Der Aufwand muss sich rechnen. Kosten wollen gedeckt und die Familie ernährt sein.

Ebenso ist es mit den Social Media Maßnahmen. Sie benötigen Zeit und Ressourcen, aber zum Schluß müssen sie sich auszahlen.

Die Ziele, die man sich gesetzt hat, müssen erreicht werden. Und wenn sie es nicht werden, dann muß für die nächste Saison die Strategie angepasst werden. Vielleicht probiert man ein neues Korn bzw. ein neues Netzwerk aus, ändert die Fruchtfolge bzw. die Reihenfolge von bestimmten Marketingaktionen, nutzt neue Werkzeuge usw.

Während in anderen Branchen die Präsenz in den sozialen Medien bereits üblich ist, entdecken Landwirte erst nach und nach die Kraft von Social Media Marketing.

Nach so viel Social Media ist es an der Zeit wieder auf den Feld zu blicken…

Jetzt gegen Fusarium schützen

Mit dem Beginn der Blühphase bei Winterweizen steigt das Risiko für Neuinfektionen mit Fusarium. Die steigenden Temperaturen sowie die Niederschläge in dieser Woche sind optimal für die Verbreitung von Pilzkrankheiten und erfordern jetzt gezielte Schutzmaßnahmen.

Denn die Infektion mit Fusarien kann nicht nur die Ernte verderben und damit den Ertrag verringern. Sie vermindert auch generell die Qualität und die Keimfähigkeit des Saatgutes. Ganz zu schweigen davon, dass die Pilze giftige Mykotoxine produzieren.

Fusarien lieben eine feuchte Witterung bei milden Temperaturen zur Blütezeit. Auf das Wetter kann jedoch leider niemand Einfluß nehmen.

Wie kommt es zu einer Infektion mit Fusarien?

Quelle: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.

Wie kann man die Ausbreitung von Pilzen verhindern?

Vor einem Pilzbefall sichert man sich am besten, in dem man

  1. weniger pilzanfällige Getreidesorten auswählt,
  2. ein weite Fruchtfolge mit einjähriger Anbaupause einführt oder zumindest bei direkter Maisvorfrucht frühreife Maissorten anbaut,
  3. wendende Bodenbearbeitungsgeräte und – system nutzt, so dass ein sauberes Saatbeet geschaffen wird und indem man darauf achtet, dass keine Ernterückstände von Mais und Getreide an der Bodenoberfläche verbleiben.

Optimal ist die Fusariumspritzung, wenn sie in der Blütezeit 2-4 Tage nach einem Niederschlagsereignis erfolgt.

Bei großen Spritzbreiten ist wichtig, dass Unkrautnester schnellstmöglich abgemulcht werden. Denn was bringt die Spritzung, wenn in unerreichten Ecken Unkrautnester infizierte Samen weit über das Feld streuen.

Feldarbeiten, Schädlingsbekämpfung und jetzt auch noch Social Media?

„Ich bin Landwirt. Ich bin den ganzen Tag auf dem Feld oder bei meinen Tieren, halte mein Betrieb am Laufen so gut ich nur kann und ernähre meine Familie. Und jetzt soll ich obendrein auch noch Facebook machen?“

Ja, diese Einzelgespräche kommen einem bekannt vor.

Wichtig dabei ist folgendes vor den Augen zu behalten: die Welt entwickelt sich weiter. Die Menschheit entwickelt sich weiter. Und die neuen Technologien ändern unser „Status quo“ mit Lichtgeschwindigkeit.

Nach dem Industriealter kam das Internetalter. Und heute haben wir auch das Internetalter verlassen und befinden uns im Social Media Alter.

Auch das wird in wenigen Jahren vorbei sein, denn Virtual Reality und Artifical Intelligence – ob wir diese Begriffe verstehen, mögen oder nicht – klopfen bereits an der Tür.

Nutzt das Social Media Alter um Euer Betrieb bekannt zu machen. Nutzt Instrumente wie Crowdfunding, Twitter und Facebook, um eine Community von Gleichgesinnten aufzubauen, die ganz stark an Euer Betrieb, Eure Produkte und Eure Werte glauben.

Letztendlich erfordert Social Media Marketing genauso ein langfristig strategisches Vorgehen, wie es ein Landwirt von dem Anbau seines Feldes kennt.

Facebook, Instagram oder Twitter – welches bevorzugt Ihr und warum?