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Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?

Getreidesorte Winterweizen Agrarbetrieb

Neue Möglichkeiten bei der Wahl der Getreidesorte

Winterweizen ist weiterhin die beliebteste Getreidesorte für den Anbau in Deutschland.

Auch wenn diese Getreidesorte hohe Ansprüche an den Boden stellt, kann sie doch damit Punkten, dass für sie relativ hohe Preise bei einem hohen und stabilen Ertragspotential erzielt werden können.

Beim Ertragspotential möchte das Unternehmen nun noch eins draufsetzen.

So bietet es beim Winterweizen zwei neue Sorten an, die laut Hersteller ertraglich kaum zu toppen sind.

Aber auch bei Gerste steht bei der nächsten Aussaat eine neue Getreidesorte zur Verfügung.

Denn das Bundessortenamt hat neben zwei weiteren Weizensorten eine zweizeilligen Wintergerste Unternehmens Limagrain GmbH zugelassen.

Welche Getreidesorte darf es sein?

Hier ein kurzer Überblick, wodurch sich die neuen Getreidesorten nach den Angaben des Anbieters unterscheiden: 

LG Imposanto

  • Höhere Erträge als der in Deutschland anbaustärkste Futterweizen 
  • B-Weizen mit A-Backqualität, d.h. die Sorte soll sich nicht nur durch die hohe Ertragsleistung, sondern auch durch eine ausgezeichnete Resistenz gegen Ährenfusarium auszeichnen
  • Eignung für jegliche Vorfrüchte und Saatzeiten
  • Steht bereits für die diejährige Ernte bundesweit in allen Landessortenversuchen; größere Vermehrungsflächen sind angelegt

LG Magirus

  • Erster E-Weizen für Lamigrain, der in Deutschland zugelassen wurde
  • Besonders interessant für ostdeutsche Gebiete, in denen verstärkt E-Weizen angebaut wird, da diese Sorte eine gute Winterhärte hat
  • Zur Zeit die einzige E-Weizensorte mit Zulassung die sowohl im Kornertrag mit Stufe 1 mit der BSA-Note 7 als auch in Stufe 2 mit der BSA-Note 6 jeweils die beste Einstufung für sich behaupten kann
  • Hohe Fallzahlen gepaart mit einer guten Fallzahlstabilität
  • Besonders geeignet für Spätsaaten und Trockenlagen
  • Steht für die diesjährige Ernte im Bundessortenversuch

LG Caspari

  • Zweiteilige Wintergerste, die eine frühere Ernte ermöglicht (an einzelnen Standorten schob die Sorte die Ähren um mehr als eine Woche früher)
  • Erhielt vom Bundessortenamt beim Ertrag eine Note höhere Einstufung, als die bisherige anbaustärkste Sorte am Markt
  • Weist eine überdurchschnittliche Standfestigkeit auf
  • Wird in diesem Jahr in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Landessortenversuchen geprüft; erste Vermehrungsflächen sind angelegt.

Bereits im Februar wurden vom Bundessortenamt (BSA) drei neue Mais-Hybriden des Unternehmens zugelassen.

Limagrain erweiterte sein Portfolio um die Sorten LG 30.244 sowie für die Marke Advanta um die beiden Sorten Mantilla (S 210/K 230) sowie Severeen (S230/ K230).

Mit diesen Sorten verstärkt Limagrain sein Portfolio für das frühe bis mittelfrühe Segment.

Die Drei-Nutzungssorten zeichnen sich alle durch

  • hohe bis sehr hohe Erträge
  • einer guten Standfestigkeit
  • einer geringen Stängelfäule-Anfälligkeit
  • gute Stärkegehalte sowie guter Verdaulichkeit aus.

Limagrain konnte in diesem Jahr sein Portfolio entsprechend gezielt ausbauen.

Aber schauen wir genauer auf den aktuellen Anbau von Winterweizen.

Denn es ist Frühling. Zeit, den Einsatz von Wachstumsreglern und Herbiziden zu überprüfen.

Einsatz von Wachstumsreglern

Die Kontrolle des Wachstums von Weizen gehört zwar zum Standard, aber ein Schema F beim Ansatz von Wachstumsreglern gibt es nicht.

Jedes Jahr muss der Einsatz aufs Neue überprüft werden. Zum einen ist die Getreidesorte ausschlaggebend.

Da diese bereits im Herbst festgelegt wurde, gilt es nun den weiteren, entscheidenden Faktor zu berücksichtigen: die Witterung.

Bei einer trockenen und strahlungsarmen Witterung kann eine Behandlung mit Wachstumsreglern sehr wirksam sein.

Im Gegensatz hierzu kann der Einsatz von Reglern bei einer kühlen und wolkenreichen Witterung, die zudem noch mit wassergesättigen Böden einhergeht, keine nennenswerte Resultate erzielen.

Wachstumsregler im Weizenbestand

Quelle: Landwirt.com

Beim Einsatz ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn es soll ein gutes Wachstum gesichert werden, aber gleichzeitig gilt es auch zu verhindern, dass sich Lager ausbilden.

Die Produktpalette der zur Verfügung stehenden Wachstumsregler hat sich kaum geändert.

Es gibt die auf Basis der Zulassung von Chlormequatchlorid 720-CCC-Produkte.

Für Winterweizen in der Zeit von BBCH 30-32 gibt es mit Shortcut eine weitere Möglichkeit in der 720-CCC-Produktpalette.

Herbizideinsatz bei Weizen

Der Einsatz von Herbiziden bei Wintergetreide ist eine der effektivsten Maßnahmen, um das Ertragspotential abzusichern.

Die Behandlung richtet sich nach der standortspezifischen Besatzdichte verschiedener Leitunkräuter.

Die zur Verfügung stehenden Produkte sind vielfältig.

Wichtig ist, das man bei Tankmischung folgende Fakoren berückstichtigt:

  • Die Ansprüche, die die einzelnen, gewählten Komponenten an die Anwendung stellen
  • Die Verträglichkeit des gewählten Herbizids mit der zu behandelnden Kultur sowie
  • Die Mischbarkeit der einzelnen Komponenten

Beim Weizen sind in diesem Jahr scheinbar bereits der Gelbfrost als auch Septoria tritici verbreitet.

Welche Maßnahmen werden von Euch derzeit durchgeführt, um den Ertrag zu sichern?

Getreideproduktion 2015 bei Agrarbetrieb

EU-Getreideproduktion: Acht Länder für 80 Prozent zuständig

Knapp 80% der europäischen Getreideproduktion entfallen auf acht Länder. Die Europäische Kommission hat Ende letzten Monats die Prognosen für 2015/2016 veröffentlicht. Frankreich, Deutschland und Polen belegen weiterhin die Top 3 Plätze.

Das Rekordniveau des Vermarktungsjahres 2014/2015 wird dieses Jahr definitiv nicht erreicht. Die Prognose für die Getreideproduktion 2015/2016 liegt aktuell bei 308 Millionen Tonnen. Das sind 6,3% weniger als im letzten Jahr.

In dem heutigen Beitrag werfen wir einen Blick auf die acht Länder und ihre Performance gegenüber dem letztjährigen Rekordstand.

EU-Getreideproduktion 2015/2016: Mais, der grosse Verlierer

Die Verluste in Höhe von 6,3% kommen ja nicht von irgendwo. Während Hartweizen um 10,6% zulegt, verliert Mais zweistellig mit 26,3% und zieht damit die gesamte EU-Getreideproduktion in den Keller.

  • Weichweizen: bleibt stabil
  • Roggen: -6,9%
  • Hafer: -2,6%
  • Gerste: leichtes Plus von 1,2%

Als nächstes schauen wir uns die Top 8 Länder an, die das meiste Getreide in der EU ernten.

#1. FRANKREICH

Frankreich bleibt nach wie vor der größte Getreideproduzent Europas. Die Prognose für dieses Jahr liegt bei 71,5 Millionen Tonnen. Das sind 1,6% weniger als im Jahr zuvor.

Der Anteil von Frankreich an der EU-Gesamterzeugung liegt bei 23%.

#2. DEUTSCHLAND

Deutschland belegt weiterhin den zweiten Platz mit 48,3 Millionen Tonnen Getreide. Die Verluste gegenüber dem Rekordjahr 2014/2015 sind deutlich stärker ausgeprägt als bei dem Erstplatzierten.

Die Prognose für Deutschland lautet wie folgt: eine um -7,2% geringere Getreideproduktion.

Der Anteil von Deutschland an der europäischen Getreideproduktion liegt bei 15,6%.

#3. POLEN

Mit 29,9 Millionen Tonnen Getreide sichert sich Polen auch in diesem Jahr den dritten Platz in der EU. Auch Polen kann die Zahlen aus dem vorigen Rekordjahr nicht übertreffen und soll demnach das Jahr mit einem Minus von 8% beenden.

Der Anteil von Polen an der EU-Getreideproduktion liegt bei 9,7%.

#4. VEREINIGTES KÖNIGREICH

Auf dem vierten Platz rückt dieses Jahr das Vereinigte Königreich mit 24,5 Millionen Tonnen Getreide. Der Anstieg im Ranking liegt vor allem darin, dass die Getreideproduktion stabil geblieben ist.

#5. SPANIEN

Spanien belegt den fünften Platz mit einer Getreideernte von 18,7 Millionen Tonnen. Das sind 4,5% weniger als im Vorjahr.

#6. ITALIEN

Platz sechs geht an Italien mit 17,3 Millionen Tonnen und einem Verlust von 3,8% gegenüber dem Vorjahr. Italien schafft es damit die beiden Getreide-Schwergewichtler Rumänien und Ungarn zu überholen.

#7. RUMÄNIEN

Nur noch Platz sieben für Rumänien. Die Wetterkapriolen haben dazu geführt, dass Rumänien ein Viertel seiner Getreideproduktion (-25,2% gegenüber 2014/2015) verloren hat. Die Prognose für Rumänien: 16,8 Millionen Tonnen Getreide in 2015/2016.

#8. UNGARN

Platz acht geht an Ungarn mit 14 Millionen Tonnen. Das sind 14,7% weniger Getreide als im Jahr zuvor.

Kurz zusammengefasst

Weizen bleibt mit fast 50% weiterhin die wichtigste Getreidesorte in der EU. Die restlichen 50% verteilen sich zu 1/3 auf Mais, 1/3 Gerste und 1/3 Roggen, Hafer, Dinkel und Tritikale.

Weiterhin gilt:

  • ca. 15% der EU-Weizenerte wird exportiert
  • 1/3 der EU-Getreide wird von Menschen verzehrt
  • 2/3 der EU-Getreide wird als Tierfutter verwendet
  • 3% der EU-Getreide wird für Biokraftstoffe verwendet

Dem Bericht der EU-Kommission zufolge hat die Getreideproduktion eine hohe Qualität und ist leicht verfügbar. Lagerbestände werden kontinuierlich abgebaut.

Wie zufrieden seid Ihr mit der diesjährigen Getreideproduktion?

Ernte bei Agrarbetrieb in 2013

Ernte 2015: 8 Prozent unter dem Rekordergebnis 2014

Nachdem die Umsätze in der Landtechnikbranche zweistellig gegenüber 2014 zurückgehen, kommt jetzt nun auch die zweite negative Meldung — es geht um die diesjährige Ernte.

Glaubt man der aktuellen Ernteeinschätzung des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) dann erwarten wir in Deutschland eine durchschnittliche Getreideernte von 47,7 Mio. Tonnen. Das sind 4,3 Mio. Tonnen weniger als im letzten Jahr. Prozentual reden wir hier von einem 8% Minus.

Bevor wir uns das Thema Ernte nochmal genauer anschauen, möchte ich ganz kurz auf zwei Nachrichten bzw. politische Entscheidungen eingehen, die unsere Community betreffen. Die Rede ist von der anstehenden Rentenerhöhung sowie von der Reform der EU Öko-Verordnung.

Nachrichten-Flash Landwirtschaft & Co.

  • Ab dem 1. Juli 2015 erhöhen sich die Renten wie folgt: alte Länder erhalten 29,21 EUR und neue Länder 27,05 EUR. Die Werte gelten für einen Entgeltpunkt. Die Rentensteigerung gilt sowohl für die Renten aus der Alterssicherung der Landwirte als auch für die Renten der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Der Bundesrat gab in seiner Sitzung vom 12. Juni grünes Licht für die Rentenerhöhung. [Mitteilung der Bundesregierung]
  • Die europäischen Agrarminister haben sich im Rahmen der EU Öko-Verordnung auf folgendes geeinigt:

    • Keine Rückstandsschwellenwerte für Bioprodukte auf EU-Ebene
    • Gemischte Betriebe sind weiterhin möglich — so kann sich ein Landwirt beispielsweise dafür entscheiden den Gemüsebau ökologisch und alle anderen Bereiche konventionell zu bewirtschaften
    • Weiterhin jährliche Vor-Ort-Kontrollen auf Ökobetrieben
    • Ab 2018 sollen Erzeuger, die in Staaten ohne eigene Ökovorschriften wirtschaften, die EU-Auflagen einhalten

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Durschnittliche Ernte in Deutschland erwartet

Das anhaltend trockene und warme Wetter in Kombination mit wenig Niederschlag erschwert das Leben der Getreidebestände ungemein. Sollte das Wetter weiterhin so bleiben, so sind weitere Einbußen zu befürchten.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat in der Ernteschätzung Juni 2015 die Grenze um 2 Millionen Tonnen gegenüber dem Vormonat weiter nach unten herabgesetzt. Zur Zeit gehen demnach die Experten von einer durchschnittlichen Ernte in Höhe von 47,7 Mio. Tonnen aus.

Und wie gesagt, sollte uns der Regen in den nächsten Tagen und Wochen nicht öfters besuchen, dann wird die diesjährige Ernte wohl noch schlechter ausfallen bzw. die Zahl weiterhin stark nach unten korrigiert.

Erwartete Ernte: Performance der einzelnen Kulturen

1. Weizenernte.

Die gesamte Weizenernte wird aktuell mit knapp 25,8 Mio. Tonnen prognostiziert. Das sind 7,2% weniger als in 2014. Die Statistik wird durch den Winterweizen negativ beeinflusst.

Die Einschätzungen sind wie folgt:

  • Winterweizen mit 25,5 Mio. Tonnen, das sind 7,1% weniger als im letzten Jahr
  • Sommerweizen mit 318 Mio. Tonnen, was einem Anstieg von 7,4% gegenüber Vorjahr entspricht

2. Roggen.

Hier wird eine Erntemenge von 3,5 Mio. Tonnen erwartet. Das sind 10,4% weniger als in 2014.

3. Gerste.

Der DRV erwartet bei Gerste insgesamt 10,6 Mio. Tonnen. Die Aufteilung der Mengen nach Winter- und Sommergerste lautet wie folgt:

  • Wintergerste mit 8,6 Mio. Tonnen, das sind 9,5% weniger als im letzten Jahr
  • Sommergerste mit knapp 2 Mio. Tonnen, das sind 5,3% weniger als in 2014

4. Mais.

Die Prognose für die Maisernte liegt bei derzeit knapp 4,7 Mio. Tonnen. Das ist ein Minus von 9,2% gegenüber dem Vorjahr.

5. Hafer.

Die Ernte soll in 2015 bei 578 Mio. Tonnen liegen. Das sind knapp 8% weniger als im letzten Jahr.

6. Triticale.

Die Schätzungen liegen im Falle der Triticale bei 2,7 Mio. Tonnen. Das ist ein Minus von 9,2% gegenüber 2014.

7. Raps.

Die aktuelle Witterung tut auch dem Raps nicht gut. Der DRV hat seine Prognose erneut nach unten korrigiert und geht aktuell von einer Ernte in Höhe von knapp 5 Mio. Tonnen aus. Das sind 20% weniger als die Rapsernte in 2014 (6,2 Mio. Tonnen).

Getreideernte 2015 weltweit

Obwohl die Ernteprognose in Deuschland nicht so rosig ausfällt, erwarten wir in Europa und weltweit eine insgesamt überdurschnittliche Getreideernte. Einer starken Angebotsseite, steht auch eine kontinuierlich wachsende Nachfrage gegenüber.

So darf sich Europa und Deutschland weiterhin über starke Exporte freuen. Die Getreidenachfrage aus Nordafrika und Asien nimmt jedes Jahr zu. Insgesamt also gute Aussichten für unsere deutschen Landwirte… wenn nur das Wetter auch noch entsprechend mitspielen würde.

Die nächsten Zahlen und Prognosen vom DRV gibts dann wieder Mitte Juli.

Was glauben Sie?

Wie lauten denn Ihre Prognosen? Ernte Top oder Flopp – was sagt denn „Ihr Feld“?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01

Anbauflächen in Deutschland - Weizen Agrarbetrieb

Anbaufläche 2015: Winterweizen bleibt unangefochtener Spitzenreiter

Auf den deutschen Äckern steht ganz schön viel Winterweizen; und zwar auf mehr als die Hälfte der Anbaufläche. Damit bleibt Winterweizen weiterhin der unangefochtene Spitzenreiter bei Getreide. Wie das Ranking der anderen Getreidearten aussieht, erfahren Sie in dem heutigen Bericht.

Die aktuellste Schätzung des Statistischen Bundesamts Destatis aus April 2015 besagt, dass 53% der gesamten Getreideanbaufläche in Deutschland mit Winterweizen bestellt wurde. Genau genommen, sind es 3,25 Millionen Hektar, was einem Anstieg von 3% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Weniger Anbaufläche für Zuckerrüben und Winterraps

In der nachfolgenden Aufstellung gehts um alle weiteren wichtigen Getreidearten in Deutschland (Feldfrüchte ohne Stadtstaaten) sowie die für diese Kulturen vorgesehenen Flächengrößen:

#1. Winterweizen: Wie bereits oben aufgeführt, steht Winterweizen mit 53% der Getreideanbaufläche und einem Wachstum von 3% an erster Stelle.

Exkurs Winterweizen

Das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) macht auf Ihrer Webseite auf das aktuelle Gelbrost-Problem in Sachsen aufmerksam.

„Im Winterweizen, der sich im BBCH 37/39 im Gebirge und BBCH 45/49 – 53 im Flachland befindet, ist der Gelbrost weiterhin ein aktuelles großes Thema. Auch weniger anfällige Sorten können Befall zeigen. Auf Flächen mit zeitiger Fungizid-Vorlagebehandlung ist wieder Neubefall mit Gelbrost bis auf der 2. Blattetage (F-1) sichtbar. Die Anschlussbehandlung mit einem Gelbrost wirksamen Präparat darf nicht verpasst werden.“

Das Portal rät die Krankheits- und Schädlingskontrollen laufend fortzusetzen.

#2. Silo- und Grünmais: Auf dem zweiten Platz reiht sich Silo- und Grünmais einschließlich Lieschkolbenschrot mit 2,13 Millionen Hektar. Auch diese Kulturart findet eine große Fangemeinschaft. Hier gilt eine Flächenausweitung in Höhe von 2,1%.

#3. Winterraps: Die Anbaufläche für Winterraps geht um 6,4% zurück. Demnach werden „nur noch“ 1,3 Millionen Hektar Winterraps in Deutschland angebaut.

#4. Wintergerste: In Deutschland wird dieses Jahr mehr Wintergerste angebaut, und zwar um 3,2% mehr als im Vorjahr. Das sind dann 1,27 Millionen Hektar.

#5. Roggen & Wintermenggetreide: Die Anbaufläche für Roggen und Wintermenggetreide in 2015 umfasst 624.800 Hektar. Das sind 0,7% weniger als im Vorjahr.

#6. Sommergetreide: Das ist die Anbaufläche mit dem zweitstärkstem Wachstum nach Erbsen. Die Steigerung der Flächen für Sommerweizen, Sommergerste und Hafer beträgt 3,9%. Das sind 547.100 Hektar.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Exkurs Sommergerste

Aus dem 2. Saatenstandsbericht für Sommergerste 2015 der Braugerstengemeinschaft e.V. erfahren wir, dass die Anbaufläche für Sommergerste um 4% gestiegen ist. Demzufolge wurden auf 360.000 Hektar Sommergerste gepflanzt.

Sommergerste-Spitzenreiter unter den Bundesländern bleibt weiterhin Bayern mit 107.000 Hektar; hiervon werden rund 100.000 ha als Braugerste angebaut. Den größten Sprung schafft jedoch das Bundesland Niedersachsen mit einem Flächenplus von 26% auf 45.900 Hektar. Im Vorjahr waren es 38.100 Hektar.

Die Gründe für dieses Wachstum:

  • Mehr Greeningmaßnahmen
  • Reduzierung der Wintergetreidemenge

#7 Körnermais: Stagnation beim Maisbau. In 2015 wurden 482.000 Hektar mit Mais bestellt.

#8. Triticale: Stagnation auch bei Triticale. Die Anbaufläche liegt bei 417.000 Hektar.

#9. Zuckerrüben: Die größte Flächenreduzierung gibt es bei Zuckerrüben mit 15,3%. Kein Wunder bei dem Rekordergebnis aus dem Vorjahr. Es wurden 315.500 Hektar mit Zuckerrüben bestellt.

#10. Kartoffeln: Die Anbaufläche 2015 für Kartoffeln hat sich um 1,3% leicht verringert und liegt aktuell bei rund 241.000 Hektar.

#11. Erbsen zur Körnergewinnung: Bei den Erbsen geht regelrecht die Post ab — im Sinne von Verdoppelung der Anbaufläche von 41.700 Hektar in 2014 auf 84.100 Hektar in diesem Jahr. Bei den Ackerbohnen sieht die Entwicklung ähnlich positiv aus.

Was steckt hinter dieser massiven Flächenausweitung?

Der Hauptgrund für das starke Wachstum liegt darin, dass der Anbau von Eiweißpflanzen mit der Umsetzung der EU-Agrarreform ab 2015 stärker gefördert wird.

Haupterhebung erfolgt im Juli

Das Bundesamt weist nochmal ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei nur um vorläufige Anbautendenzen handelt, basierend auf einer begrenzten Anzahl von Ernte- und Betriebsberichterstattern. Präzisere Informationen erhalten wir in knapp zwei Monaten im Zuge der Bodennutzungshaupterhebung.

Wie sieht es auf Ihrem Acker aus? Welche Getreideart hat bei Ihnen wieviel Anbaufläche erhalten? Ich freue mich auf Ihr Kommentar.

 

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