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Plantix-Landwirtschaft-Pflanzenkrankheit

Plantix – Mit einem Foto zur Ursache

Per Smartphone den Schädling an der Pflanze erkennen? Kein Problem. Mit der Diagnose-App Plantix können Landwirte weltweit Pflanzenschäden kostenlos diagnostizieren.

Im Grunde ist es eine supereinfache Idee, die der Firma Peat 2016 den World Summit Award und in diesem Jahr auf der Cebit den Innovation Award bescherte.

Das Start-up entwickelte eine App, mit der ganz einfach Pflanzenkrankheiten erkannt werden können.

Wir leben im 21. Jahrhundert. Mehr und mehr Menschen befragen bei Krankheiten erstmal Dr. Google oder eine App.

Ohne lange Wartezeiten ist eine schnelle Diagnose möglich, die oft auch umfassender in den Krankheitsbildern ist, als es der Arzt ermöglichen kann.

Möglichkeiten der Behandlung sind schnell gegeben, der Genesung steht nichts im Weg.

Warum nicht auch einen digitalen Doktor für Pflanzen kreiieren?

Plantix – Diagnose per Smartphone

Mit „Plantix“ können Landwirte weltweit super einfach bestimmen, was Ihren Pflanzen schadet, um dem schnell entgegenwirken zu können.

Dies hilft nicht nur den heimischen Bauern. Insbesondere Kleinbauern rund um den Globus, die besonders um Ihre Existenz kämpfen, können von der App profitieren.

Diese verlieren oft bis zu 30 Prozent Ihrer Ernte aufgrund von Schädlingen und Krankheiten. Für einen Kleinbauer in Indien oder Kolumbien, um nur Beispiele zu nennen, bedrohen solche Ausfälle die Existenz der gesamten Familie.

Aber auch hier wissen wir, wie bedrohlich Schädlinge für unsere Landwirtschaft sein können.

Wie funktioniert nun die App?

Ganz einfach: Handy raus und ein Foto der Blätter machen.

Plantix – Diagnose per App

Quelle: Plantix

Ein ausgeklügeltes Computer-Vision-System sorgt dann dafür, dass die App nicht nur die möglichen Krankheiten ausspuckt.

Nein, sie gibt auch direkt Vorschläge, wie diese auf biologischer oder chemischer Weise behandelt werden könnten.

Die App fördert zudem noch einen weiteren Nutzen: die Anwender können sich über Foren rege austauschen und sich so auch untereinander helfen.

Ziel des Unternehmens ist es, die weltweit größte Datenbank zur Erkennung von Pflanzenschäden aufzubauen.

Für die Nutzer ist die App eine kostenlose Hilfe. Und auch wenn das Start-up hier sehr humanitäre und ökologische Ziele verfolgt, letztendlich muss ein Unternehmen auch rentabel sein und Umsatz generieren.

Hier kommen die Daten anderen Nutzer zugute, die sehr wirtschaftliche Interessen verfolgen:

So sind beispielsweise Institute und Unternehmen dazu bereit für Daten zu zahlen, die zum Beispiel für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte höchst relevant sind.

Ein rentables Geschäftsmodell in jeder Hinsicht, das mit einer simplen Idee geboren wurde.

Bisher war die Domäne Experten vorbehalten.

Spezielle Algorithmen, eine stetig wachsende Datenbank und die Verwendung von Deep Neural Networks, einer Methode bei der Maschinen selbständig lernen.

Das sind einige der Zutaten, die auch Laien das Erkennen von Pflanzenschäden und Ihren Ursachen ermöglichen.

Ob Landwirt oder Hobbygärtner, in Deutschland oder Vietnam, viele sollen und können von der kostenlosen App profitieren. Die App ist wohl besonders bei Bauern in Indien sehr beliebt.

Die Idee wurde im Jahr 2014 geboren. In nicht mal drei Jahren wurde aus einer Idee im Kopf ein überaus erfolgreiches Start-up, dass Landwirten rund um den Globus hilft.

Beeindruckend und inspirierend, oder?

Aber schauen wir noch kurz auf die aktuellen Schlagzeilen der letzten Tage.

Eier, Getreide und Obst sorgen aktuell für Falten auf der Stirn.

1. Eier mit Insektizid belastet

In den Niederlanden und Belgien wurden nun zwischen 100 und 200 Legehennenbetriebe gesperrt.

Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) konnte in einigen Betrieben Fipronil über der erlaubten Obergrenze nachweisen.

Es wird vermutet, dass das Insektizid zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe eingesetzt wurde.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol, das als Pflanzenschutzmittel und Biozid eingesetzt wird. Der Tierarzt nutzt es gerne, um die geliebten Hunde und Katzen von Flöhen und Zecken zu befreien.

Der Einsatz in der Lebensmittelproduktion ist jedoch prinzipell verboten.

Die nachgewiesenen Mengen des Insektizid liegen unter den offiziell genannten Grenzen, ab denen eine Gefahr für die Gesundheit besteht.

Das generelle Verbot sperrt die Eier jedoch für eine jegliche Vermarktung. Von den 2,9 Millionen Eiern, die aus den betroffenen Erzeugerbetrieben nach NRW importiert wurden, sind bereits 875.000 in den Handel gelangt.

Eier mit dem Stempelaufdruck 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001, mit Legedaten zwischen dem 09. Bis 21. Juli 2017 sollten entsprechend nicht verzerrt werden.

2. Zitterpartie bei der Weizenernte

Nach dem der Weizen allen Wetterwidrigkeiten zum Trotz es gut bis zur Ernte geschafft hat, lässt der Regen pünktlich zur Erntezeit uns Landwirte nochmals bangen.

Wieviel Regen wird es noch geben? Derzeit passen die Fallzahlen noch, auch wenn es bereits Verzögerungen bei der Ernte gibt.

Prognosen sind schwer zu treffen, also können wir wohl nur weiterhin zittern und hoffen, dass der Regen endet und die Böden schnellstmöglich wieder befahrbar sind.

3. BayWa Obst beantragt Kurzarbeit

Das Ausmaß des Schadens, den der Frost im Frühjahr zur Blütezeit verursacht hat, wird nun erst richtig sichtbar.

In Polen, Österreich und Deutschland sind bei der Apfelernte Verluste von bis zu 70 Prozent zu verzeichnen.

Den Süden hat es besonders getroffen. Die BayWo Obst kündigte nun Kurzarbeit an.

“Wir erwarten die geringste Ernte seit 25 Jahren – für die Erzeugerbetriebe in der Region ist die Situation mehr als fordernd und bisweilen existenzbedrohend”, kommentiert BayWa.

Mit einer der größten Missernten, sind die auf das Obstgeschäft spezialisierten Betriebe über Monate nicht ausgelastet.

Gegen das Wetter werden können wir nur begrenzt etwas ausrichtet.

Unsere Pflanzen mit Apps beim Wachstum besser zu fördern und bei Krankheiten gezielter behandeln zu können, das wird mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz wohl der Standard der Zukunft sein.

Wie sieht es mit Euch aus: wer von Euch hat Plantix schon genutzt? Wie sind Eure Erfahrungen?

Drohne-Landwirtschaft-Technik

Drohnen – die Zukunft in der Landwirtschaft

Drohnen sind dabei, die Welt zu verändern. Vielleicht ist die Pizzalieferung per Drohne noch eine amüsante Idee, in der Landwirtschaft können die kleinen Flieger jedoch schon tatkräftig mithelfen.

Unbemannte Flugsysteme lösen eine technische Revolution in der Landwirtschaft aus und verändern ihre Prozesse.

Mit ihren speziellen Sensoren und Kameras sind Drohnen in der Lage, sehr detaillierte Informationen in Echtzeit zu liefern.

Erst aufgrund dieser Informationen ist es möglich, in der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen zukünftig verstärkt sehr ortsspezifische Maßnahmen einzusetzen. 

Für diese Art der präzisen Landwirtschaft gibt es natürlich auch einen modernen Fachbegriff. Der natürlich auch englischen Ursprungs ist: Precision Farming.

In der Agrarwirtschaft wird immer nach Wegen gesucht, nachhaltig und effizient die Flächen mit bestmöglichen Erträgen zu bewirtschaften.

Früher war einzig die Expertise des Landwirts ausschlaggebend für den Ernteerfolg. Heute bekommt dieser Unterstützung in Form von detaillierten Daten zu so ziemlich jeden Aspekt seines Landes.

Die Technik schreitet weiter voran. Die Möglichkeiten sind quasi unendlich. Ein Grenze wird wohl nur durch den Geldbeutel gesetzt.

Lohnt sich der Einsatz von Drohnen finanziell?

Im Gegensatz zu den Drohnen für Freizeit und Hobby, die für ein paar Euro zu erwerben sind, gehen die Kosten für ein professionelles Fluggerät, welches in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt, bis weit in die Tausende.

Die Frage stellt sich, lohnt sich die Investition?

Hier sprechen die Zahlen für sich.

Drohnen können durchaus die Produktionskosten sinken und zur Steigerung der Ernteerträge beitragen.

Eine Studie von Informa Economics hat ergeben, dass der Einsatz von Drohnen bei der Produktion von Mais, Sojabohnen und Weizen etwa 1,2 Milliarden Euro einspart.

In Deutschland steckt der Einsatz von Drohnen im Agrarsektor noch in den Kinderschuhen.

Auch wenn Forschungsinstitute erste positive Ergebnisse veröffentlichen, die Technik ist nicht günstig und muss erst noch ihre Alltagstauglichkeit beweisen.

Was können Drohnen?

So sieht der Arbeitsalltag von so manchen Landwirt bereits aus: erstmal die Drohne schnappen und raus aufs Feld einen Überblick verschaffen.

So ganz ohne Menschen geht es noch nicht, die Drohne muss noch in Begleitung ausgeführt werden. Aber für die Inspektion der Felder sitzt der moderne Landwirt bei einer Tasse Kaffee am Schreibtisch.

Der Einsatz der Drohne kann insbesondere bei heterogenen, größeren Feldern eine Menge Zeit und Personal sparen. Die Einsatzgebiete sind sehr vielfältig:

  • Präzises Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln (Stichwort: „Precision Farming“)
  • Lokalisierung und Feststellen des Ausmaßes von Schäden (bspw. verursacht durch Unwetter, Wildtiere, Verunkrautung, Windbruch)
  • Generelle Kontrolle des Bestandes von größeren Ackerbaukulturen
  • Überprüfung von technischen Anlagen (bspw. Erkennen defekter Solarmodule auf dem Dach, Prüfen der Dichtigkeit von Biogasanlagen)
  • Schutz der Tierwelt  (bspw. Aufspüren von Rehkitzen vor der Heuernte und deren Rettung vor dem Mähdrescher)

Wie sieht die Arbeit mit einer Drohne aus?

Agrar-Drohnen im Einsatz

 

Quelle: agrarheute

Der mögliche Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft ist so vielfältig wie die Aufgaben, die täglich anfallen.

Und es ist leicht ersichtlich, wie so ein kleiner Helfer aus der Luft Zeit und Betriebsmittel sparen kann.

Rechtlich sicher unterwegs

Wer sich eine Drohne zulegt, sollte sich jedoch bewusst sein, dass auch hier der Gesetzgeber einige Regeln vorgibt.

Bei Modellen, die unter die 5 Kilogramm Grenze fallen, wie es oft für Drohnen im Freizeitbereich der Fall ist, braucht man noch keine Aufstiegserlaubnis.

Die Nutzung von Drohnen in der Landwirtschaft ist jedoch kommerziell und unterliegt damit der Luftverkehrsordnung.

Diese solltet Ihr beachten, bevor Ihr startet: 

  • Ihr benötigt eine Aufstiegsgenehmigung, die Ihr beim jeweiligen Landes-Luftamt beantragen könnt (i.d.R. für eine Flughöhe von maximal 100 Meter und einem Abfluggewicht von nicht mehr als 25 Kilogramm).
  • Drohnen dürfen nur in Sichtweite von Euch fliegen.
  • Die kleinen Fluggeräte können durchaus gefährlich sein. Das Fliegen über Menschenansammlungen ist deshalb verboten. Und Ihr benötigt eine Haftpflichtversicherung für jede Eurer Drohnen. Ihr haftet für eventuelle Personen- und Sachschäden Dritter.
  • Ansonsten gelten die Regeln wie in anderen Bereichen auch: Ihr dürft nicht in die Privatsphäre Dritter eindringen. Das heißt, das Überfliegen des Grundstücks des Nachbarn ist ein Tabu.
  • In der Nähe von besonders geschützten Gebieten, ob Flughafen oder Naturschutzgebiet, ist besondere Vorsicht geboten. Am besten Abstand halten. Im Fall von Flughäfen beträgt der Sicherheitsabstand eh 1,5 Kilometer.
  • Die Fotoaufnahmen Eurer Drohne werden wohl vorwiegend für die Analyse Eures Landes sein. Habt Ihr allerdings vor, Fotos Eurer Drohne zu veröffentlichen, denkt dran, es gelten die selben Rechte wie für alle Fotoveröffentlichungen.

Derzeit arbeitet das Bundesverkehrsministerium an neuen Regeln für den gewerblichen Einsatz von Drohnen. Etwa soll es zukünftige einen „Drohnen-Führerschein“ geben und Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Piloten gestattet sein.

Dies macht Sinn und wird den Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft erheblich ausweiten können. 

Auch wenn der Einsatz der unbemannten Flugkörper noch relativ begrenzt ist, in wenigen Jahren werden sie zur Landwirtschaft gehören wir heute der Traktor. Was sind Eure Erfahrungen mit Drohnen?