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Schweinepest-Wildschwein-Landwirtschaft

Afrikanische Schweinepest im Vormarsch?

Nachdem im Januar ein neuer Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, diesmal in Rumänien, gemeldet wurde, ist die Angst vor einem Auftreten in Deutschland gestiegen. 

Entsprechend werden die Stimmen lauter, die radikale, vorbeugende Maßnahmen einfordern.

Es wird so nicht nur eine stark bestandsverringernde Jagd gefordert, auch von vergiften oder gar aushungern der Wildschweine ist die Rede.

Aber schauen wir doch erstmal, was es mit dieser Art der Afrikanischen Schweinepest auf sich hat und warum der Deutsche Bauernverband den Wildschweinbestand um 70 Prozent verringern möchte.

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Wie der Name bereits sagt, die Afrikanische Schweinepest (ASP) stammt aus Afrika. 1921 wurde sie erstmalig in Kenia dokumentiert.

Die dort lebenden Warzenschweine tragen den Erreger in sich, können jedoch über lange Zeit einfach nur infiziert sein, ohne wirklich zu erkranken.

Für unsere europäischen Schweine gilt dies jedoch nicht.

Diese Form der Schweinepest ist nicht nur hochansteckend. Die Tiere verenden zudem fast immer an der Krankheit, und mitunter in nur 48 Stunden.

Entsprechend hoch sind auch die Auflagen und „drastisch“ die Maßnahmen, um eine Verbreitung bei Auftreten zu verhindern.

Für Menschen als auch andere Tiere ist die Afrikanische Schweinepest jedoch ungefährlich. Auch der Verzehr von infiziertem Fleisch ist unbedenklich.

Seit den 70er Jahren ist die Pest sporadisch in Europa aufgetreten, konnte aber, außer auf Sardinien, immer wieder ausgerottet werden.

Das nun Meldungen auch aus osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Tschechien und Polen eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest belegen, lässt in Deutschland verständlicherweise Schweinezüchter und andere, potentiell Betroffene bangen.

Beim Export von Schweinefleisch steht Deutschland an der europäischen Spitze. Der Deutsche Bauernverband schätzt, dass eine Handelssperre der Branche zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr kosten könnte.

Was machen gegen die Afrikanische Schweinepest?

Wo soviel Geld auf dem Spiel steht, sind sich Wirtschaft und Politik einig.

Entsprechend wird ein massenhaftes Abschießen, wie etwa vom Deutschen Bauernverband gefordert, auch von der Politik unterstützt.

So äußerte sich Agrarminister Christian Schmidt, dass das Abschießen eine „zentrale Rolle bei der Prävention“ spiele.

Noch in diesem Monat soll ein Krisengipfel zur Schweinepest angesetzt werden.

Jedoch nicht alle Gruppen können dem vom Bauernverband geforderten Massenabschießen zustimmen.

„Alle zeigen mit dem Finger auf das Wildschwein“, meint Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband. „Dabei wandert der Erreger durch Wildschweine nur etwa 20 Kilometer pro Jahr.“

Deshalb an dieser Stelle ein paar Tips, wie jeder aktiv an der Verbreitung der Seuche mitwirken kann. 

Denn ja, die Schweinepest wird durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen, aber auch indirekt kann die Infizierung erfolgen. 

So kann der Virus auch über Kleidung, Geräte, Futtermittel, Fahrzeugen (etwa Gülle- und Viehtransport) und ähnlichem übertragen werden.  

Auf Hygiene ist hier besonders zu achten. 

Der Virus ist sehr widerstandsfähig. Deshalb geht die größte Gefahr der Ansteckung vom Menschen selber aus.

Der Virus kann sich etwa über Monate in Fleisch und Wurst halten, vor allem wenn diese nicht genügend erhitzt wurden wie das bei unbehandelten, gepökelten oder geräucherten Waren der Fall ist. 

Deshalb ist es so wichtig, derartige Produkte nicht zu importieren. D.h. als Tourist sich zum Beispiel keine Salami als Souvenir mitzubringen. 

Wer weiß, dass seine Wurst oder Fleisch aus anderen Ländern stammt, der sollte bei der Entsorgung Vorsicht walten lassen. 

Wildschweine bedienen sich gerne der Mülltonnen auf Autobahnraststätten und in größeren Städte bei der Nahrungssuche. 

Wie bei vielem anderen können wir also auch hier viel erreichen, wenn wir achtsamer im Alltag sind. 

(Quelle: Zeit Online, Spiegel, Tierseucheninfo, Welt)

Aber kommen wir von unseren östlichen Nachbarn zu unserem westlichen Nachbar, Frankreich. 

Hier hat es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einem Interview mit dem Sender Europe 1 geschafft, die weltweite Aufmerksamkeit auf sein Land zu lenken. 

Oder besser, auf eine typisch französische Spezialität, ohne die wir Deutschen wohl auch nicht mehr Leben können: 

Das Baghuette soll UNESCO-Kulturerbe werden

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Die Weißbrotstange soll in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden. 

Hier können nicht nur berühmte Sehenswürdigkeiten wie die Pyramiden in Ägypten oder bei uns beispielsweise der Kölner Dom aufgenommen werden. 

Die UNESCO möchte auch Traditionen vor der Globalisierung schützen. Deshalb können auch Traditionen wie im Kunsthandwerk oder in Künsten wie Musik, Tanz und auch in der Küche zum Kulturerbe werden. 

Im Dezember 2017 haben es die Neapolitaner geschafft, ihre Pizza auf die UNESCO-Liste gesetzt zu bekommen. 

Da haben sich die französischen Bäcker gedacht, das können wir auch.

Es geht ihnen nicht allein um den Namen und das Aussehen, sondern eher um die Rezeptur und die Zutaten, die sich hinter dem Namen verbergen. 

Eine Abgrenzung zum Massenprodukt aus dem Supermarkt, das dort oft tiefgefroren, wer weiß wo und wie produziert wurde. 

„Man muss seine Exzellenz und das Können bewahren, und deshalb muss es ins Welterbe aufgenommen werden“, so Emmanuel Macron, Frankreichs Präsident.

Damit soll das Baghuette anderen europäischen Traditionen folgen, die es bereits auf die Liste geschafft haben, u.a. der Spanische Flamenco, das Belgische Bier oder die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht. 

(Quelle: BBC, ABSNews, DailyMail)

Gibt es in Eurer Region einen Tradition, die es Euer Meinung nach auch verdient hätte, von der UNESCO – Kommission aufgenommen zu werden?