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Glyphosat-Krebs-Landtechnik

Glyphosat: Dinosaurier aus dem letzten Jahrhundert?

Die Zulassung den umstrittenen Pestizides Glyphosat läuft Ende des Jahres aus.  Und die Schlagzeilen brechen nicht ab. 

In den fortlaufenden Streit mischen sich nun auch  Krebspatentienten und Anwälte aus den USA ein.

Diese warnen die EU vor „Roundup“, einem Unkrautvernichtungsmittel, das Glyphosat enthält.

Zusammenhang von Glyphosat und Krebs

Die Anwälte fordern das EU-Parlament auf, die manipulativen Praktiken von Monsanto zu untersuchen.

In den USA läuft das Gerichtsverfahren der Krebspatienten gegen Monsanto noch.

Die US-Anwälte wollen anhand interner Dokumente belegen können, dass Monsanto über die Zusammenhänge zwischen Krebs und ihrem Pestizid gewusst haben, und nicht erst seit gestern.

Auch handele es sich nur um die Spitze „eines gigantischen Eisberges“.

Die Krebsopfer und deren Anwälte hatten Treffen mit den EU-Behörden angefragt, um ihnen die Unterlagen zur Verfügung zu stellen.

Die Treffen wurden von den EU-Agenturen verweigert. Als Begründung wurde das laufende Gerichtsverfahren in den USA genannt.

Die EFSA hat sich für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat ausgesprochen.

Ebenso wie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) wird die Meinung vertreten, dass kein Grund vorläge, Glyphosat als krebserregend einzustufen.

Die EU-Kommission will der Empfehlung folgen, sprich das Pestizid weiterhin zulassen.

Derweil wachsen die kritischen Stimmen, dass die EU-Agenturen unabhängige Studien bei ihrer Überprüfung ignorieren.

Es wird von Kritikern beanstandet, dass Behörden, wie etwa das Bundesinsitut für Risikobewertung (BfR) in ihren Gutachten in nicht unerheblichen Umfang einfach von den Herstellern, wie Monsanto, abgeschrieben hätten.

Monsanto-Vertreter aus EU-Parlament verbannt

Da bauen die Schlagzeilen darüber, dass Monsanto ein Vorladung des Europäischen Parlaments zum Thema Glyphosat ignorierte, nicht gerade Vertrauen auf.

Lobbyisten von Konzernen im EU-Parlament oder anderen politisch wichtigen Institutionen – dies ist wohl generell eine Ansichtssache, inwieweit hierdurch Demokratie wirklich gefördert wird.

Monsanto ist nun der erste Konzern, der aus dem EU-Parlament verbannt wurde.

So teilte Europaabgeordneter Sven Giegold mit, dass Lobbyisten und anderen Vertretern des Saatgutkonzerns die Zugangsausweise entzogen werden.

Anhörung zur Monsanto-Papers ignoriert

Zu der Massnahme ist es gekommen, weil sich Monsanto geweigert hat, zu einer Anhörung zu den sogenannten Monsanto-Paper zu erscheinen.

In der Anhörung sollte dem Verdacht, dass der Konzern in die Studien zu Glyphosat eingegriffen hat, nachgegangen werden.

„Wenn Monsanto in Europa Geschäfte macht, muss es sich auch vor dem EU-Parlament seiner Verantwortung stellen“, meinte Sven Giegold.

Nächste Woche, am 11. Oktober, ist eine Anhörung des EU-Parlaments geplant, zu der Vertreter und Gegner der Agrarindustrie erwartet werden.

Hier dürfte nochmals die Frage auf den Tisch kommen, inwieweit Monsanto die Studienergebnisse zu Glyphosat zu seinem Gunsten beeinflusst hat.

In den USA häufen sich derweil die Sammelklagen gegen den Konzern, auch wegen seinem umstrittenen Unkrautvernichter Dicamba.

„Wir haben so etwas noch nie zuvor gesehen“, so Kevin Bradley, Agrarexperte an der Universität Missouri.

So seien landesweit über eine Million Hektar Sojabohnen-Felder durch Verwehungen mit Dicamba verseucht.

Höchst umstrittene Unkrautvernichter und genmanipulierten Saatgut, für beide Produkte von Monsanto sind die Folgen für Landwirtschaft, Umwelt und generell die Gesundheit nicht absehbar.

Moderne Errungenschaften – Segen oder Fluch?

Beide „Phänomene“ sind erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommen. Geschichtlich gesehen wirklich absolutes Neuland.

Langsam scheinen die ersten Wirkungen sichtbar zu werden. Die Natur hat Millionen von Jahre gebraucht, um ein sehr sensibles und ausgeklügeltes System zu entwickeln.

Seit dem letzten Jahrhundert hat der Mensch zunehmend in dieses System eingegriffen und stärker und stärker Änderungen vorgenommen, die ein modernes und besseres Leben ermöglichen.

Gleichzeitig erleben wir seit den letzten Jahrzehnten eine Epedimie:

Weltweit gibt es soviele Kriege und Unruhen wie nie zuvor. Weltweit erkranken die Menschen an Allergien, Autoimmun-Krankheiten und Krebs in einem in dagewesenen Umfang.

Mindestens jeder vierte Mensch in der EU wird, statistisch gesehen, wohl an Krebs erkranken. In Deutschland dürfte die Zahl höher liegen.

Pestizide und genmanipuliertes Saatgut, von Konzernen wie Monsanto zur Verfügung gestellt und scheinbar die Errungenschaften, die moderne Landwirtschaft und die Ernährung überhaupt erst ermöglichen.

Es scheint, eine Landwirtschaft ohne die beiden ist nicht umsetzbar, oder?

Genmanipuliertes Saatgut und Pestizide

Quelle: Terra Iguana

Landwirtschaft ist sehr viel vielfältig und ich denke, die Vielfalt – von konventioneller bis ökokologischer Landwirtschaft ist wichtig. 

Aber wie bei allem ist es wichtig im Hinterkopf zu behalten, wer welche Interesse verfolgt. Und nicht aus den Augen zu verlieren, dass es immer mehrere Lösungsansätze gibt. 

Läuten technische Entwicklungen eine neue Ära ein?

Wie wir jetzt auf der Agritechnica 2017 wieder mit eigenen Augen bestaunen dürfen, die Technik schreitet rasant fort.

Die neueste Landtechnik erlaubt eine Produktion, die vor 10-20 Jahren undenkbar gewesen wäre.

Man denke nur an den Fendt Roboter XAVER, vom letzten Beitrag.

Fast jede derzeit entwickelte Landtechnik trägt dazu bei, den Einsatz von Pestiziden erheblich zu reduzieren. Manche Technik erlaubt gar für jede Pflanze fast eine Einzelbetreuung.

Mit fortschreitender Entwicklung kann Technik, wie der Roboter XAVER, günstiger angeboten werden und Landwirtschaft in anderen Dimensionen, beispielsweise für kleinere, lokale Regionen ermöglichen.

Die wirklichen Kosten von Pestiziden und genmanipulierten Pflanzen werden in den nächsten Jahren sicherlich deutlich sichtbarer werden.

Das zeigt die zunehmende Kritik, die auf neuere Erkenntnisse aufbaut, die scheinbar jetzt nach und nach ans Tageslicht kommen.

Vielleicht gehören die Errungenschaften des letzten Jahrhunderts, sprich Glyphosat und Co., wirklich dem letzten Jahrhundert an.

Meint Ihr, dass moderne Agrartechnik eine wirtschaftliche, ertragreiche Bearbeitung der Felder ermöglich, die mehr im Einklang mit der Natur steht?