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Agrarbetrieb-Düngeverordnung-Landtechnik

Landwirtschaft zwischen Verwaltung und kreativer Landtechnik

Bevor wir einen Abstecher in die Landtechnik machen, geht es im heutigen Blog um die Eckpunkte der neuen Düngeverordnung. 

Die novellierte Düngevordnung ist seit dem 01. Juni in Kraft getreten und wird für uns damit spätestens mit der Herbstbestellung relevant.

Es stellt sich deshalb die Frage: was sind die wesentlichen Eckpunkte, die wir ab jetzt zu beachten haben?

Die neue Düngeverordnung ist in Kraft getreten

Das sind die wichtigsten Punkte, die Ihr ab jetzt beim Düngen beachten müsst:

Düngebedarfsermittlung

Für jeden Schlag oder jede Bewirtschaftungseinheit ist der Düngebedarf vorab festzulegen und zu dokumentieren.

Hierfür sind die bundesweit einheitlichen Vorgaben einzuhalten. Wer den Düngebedarf überschreitet begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Sperrfristen

  • Ackerland: Nach Ernte der Hauptfrucht bis zum 31.01. darf kein Stickstoff (N) gedüngt werden. Ausnahmen bestehen für:
    • Zwischenfrüchte/ Winterraps / Feldfutter: wenn die Aussaat bis zum 15.09. erfolgt, ist ein N-Düngung bis zum 01.10. erlaubt. Nachweis des Düngebedarfs ist erfordlich
    • Wintergerste nach Getreidevorfrucht: gleiche Vorschriften bei Aussaat bis zum 01.10.; zudem Begrenzung der Herbstdüngung auf 30 kg/ha Ammonium-N oder 60 kg/ha Gesamt-N
  • Grünland/ Dauergrünland/ mehrjähriger Feldfutteranbau:
    • vom 01.11. bis 31.01 besteht N-Düngeverbot
    • vom 15.12 bis 15.01 besteht Verbot für Festmist und Kompost
    • bundeslandweite Verschiebung der Sperrfristen um 4 Wochen möglich

Lagerkapazität

Ab 2020 gilt eine Verlängerung der Lagerkapazität für Jauche/ Gülle/ Gärreste von derzeit 6 auf 9 Monate für Betriebe mit

  • 3 Großvieheinheiten pro Hektar oder
  • ohne eigene Ausbringungsflächen

Ausserdem ist ab 2020 für Festmist und Kompost ein Nachweis der Lagerkapazität von zwei Monaten erforderlich.

Ausbringung

Düngemittel, ob organisch oder organisch-mineralisch, mit einem wesentlichen Gehalt an verfügbaren oder Ammonium-N müssen auf unbestelltem Ackerland sofort, d.h. innerhalb von 4 Stunden eingearbeitet werden.

Eine Ausnahme besteht für Festmist von Rindern, Schweinen oder für Kompost.

Ab 2020 ist auf bestelltem Ackerland zudem nur noch die streifenförmige Aufbringung oder ein direktes Eindringen von flüssigen Düngemitteln in den Boden erlaubt.

Für Grünland/ Dauergrünland und mehrschnittigem Feldfutteranbau ist noch bis 2025 Zeit, eh auch hierfür diese Regelung gilt.

Weitere wichtige Regelungen

Für Gärreste besteht nach wie vor im Betriebsdurchschnitt die Grenze von 170 Kilogram Stickstoff pro Hektar bei der Ausbringung.

Ab sofort müssen hierbei aber auch die Gärreste aus Biogasanlagen einbezogen werden.

Mit Beginn nächsten Jahres ist die Erstellung einer Strombilanz verpflichtend für Betriebe mit:

  • mehr als 50 Großvieheinheiten pro Betrieb oder mit
  • mehr als 30 Hektor Landfläche bei mehr als 2,5 Großvieheinheiten pro Hektar oder
  • Betrieben, die betriebsfremden Wirtschaftsdünger aufnehmen

Ab 2023 müssen alle Betriebe mit mehr als 20 Hektar Landfläche oder 50 Großvieheinheiten pro Hektar die Bilanz erstellen.

Derzeit darf der Stickstoff-Überhang im Schnitt der letzten 3 Jahre beim Nährstoffvergleich nicht über 60 kg N/ha liegen.

Die Grenze für Phoshor liegt im Schnitt der letzten 6 Jahre bei 20 kg P2O5/ha.

Ab 2020 reduzieren sich die Grenzwerte bei Stickstoff auf 50 kg N/ha und bei Phosphor auf 10 kg P2O5 ha.

Eins ist sicher: die neue Düngeverordnung wird den Verwaltungsaufwand im landwirtschaftlichen Betrieb nicht abbauen und zum Teil die Spielräume einengen.

Zum Glück gibt es andere Gebiete in der Landwirtschaft, in denen wir noch eigenen Wege gehen dürfen:

Innovative Landtechnik Marke „Eigenbau“

Ich denke mal, jeder von Euch kennt diese Situation: es ist Wahnsinn, was heute in der Landtechnik nicht alles so möglich ist.

Und dennoch fehlt es hier und da an technischen Lösungen.

Es gibt jede Menge landwirtschaftliche Geräte, in Basisausstattung und mit jeder Menge Zubehör, den man für entsprechendes „Kleingeld“ erwerben kann.

Aber Hof ist nicht gleich Hof. Jeder landwirtschaftliche Betrieb bringt auch seine eigenen Herausforderungen mit sich.

Individuelle Landtechnik ist gefragt. Für all diese kleinen und großen Arbeitsschritte, die zeit- oder ressourenintensiv sind, weil es am Markt keine adäquate Lösung gibt.

Oder vielleicht gibt es eine Lösung, aber die Investition würde sich nicht rechnen.

Was kann man da tun?

Not macht erfinderisch. Und in diesem Punkt sind wir Landwirte wohl alle große Erfinder, wie der folgende Videoclip zeigt:

Doppelmesser Schmetterling selbst gebaut

Quelle: Landwirt.com

Landwirt Manfred Fruhauf hat über die Wintermonate getüffelt, weil er auf der Suche nach einem neuen Häckmähwerk keine Maschine gefunden hat, die all die von ihm gewünschten Funktionen vereint.

Der Eigenbau zeigt, wie vielfältig und innovativ Landwirtschaft sein kann.

Denn auch wenn nicht alle unter uns derart komplexe Maschinen selber bauen, der landwirtschaftliche Betrieb erfordert, dass wir ständig in neuen und kreativen Wegen denken.

Auf welche kreativen Lösungen Marke „Eigenbau“, die Ihr auf Eurem Hof einsetzt, seit Ihr besonders stolz?

Bayer-Monsanto-EU-Landwirtschaft

Wie Bayer von Monsanto profitieren will

Die Übernahme von Monsanto durch Bayer wäre der größte Zukauf eines deutschen Unternehmens im Ausland.

Ca. 30 Behörden müssen der Übernahme zustimmen. Einige Forderungen für die Genehmigung wurden bereits gestellt. Etwa von der südafrikanischen Wettbewerbsbehörde.

Ihre Auflage für ein Ja ist Bayers weltweite Aufgabe seiner Saatgut-Marke LibertyLink und dem dazugehörigen Unkrautvernichter Liberty.

Bevor wir uns der Frage zuwenden, was der Bayer von Monsanto für das Eigengeschäft lernen kann, lasst uns einen Blick auf  den aktuellen EU-Markt werfen:

Exporte von Agrarprodukten und Lebensmittel auf Höhenflug

Die Agrar- und Lebensmittelexporte der Europäischen Union sind auf Siegeszug.

Im März konnten sich die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 11,3 Prozent auf 12,7 Milliarden EUR steigern.

Dies entspricht dem höchsten monatlichen Exportwert der vergangenen 5 Jahre. Die Exporte in die USA, nach Japan, Russland und die Schweiz konnten den größten Zuwachs verzeichnen.

Der Export von Schweinfleisch scheint sich laut den Zahlen der EU-Kommission zu erholen.

In dem Zeitraum von April 2016 bis März 2017 konnte, gegenüber dem Vorjahreszeitraum, im Export von Agrarprodukten und Lebensmitteln eine Steigerung von 3,6 Prozent auf 133,5 Milliarden EUR erzielt werden.

Die wichtigsten Exportländer der Europäischen Union waren laut Bericht: Brasilien, USA, Argentinien und China.

Weitere Länder, die europäische Agrar- und Lebensmittel im größeren Ausmaß importieren sind: die Schweiz, die Türkei, Indonesien, die Ukraine und die Elfenbeinküste.

Nicht ganz so Jubeln tut der Europäische Markt für Landmaschinen:

Nachfrage nach Traktoren leicht rückläufig

Der Europäische Dachverband der Landmaschinenindustrie (CEMA) berichtet, dass im ersten Quartal dieses Jahres die Verkäufe von Landmaschinen um 1,3 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraumes lagen.

Aber schauen wir uns den Zuwachs und den Rückgang der Verkaufszahlen für die einzelnen Länder an:

  • Frankreich: -25,9 Prozent
  • Österreich: -10,3 Prozent
  • Niederlande: -2,3 Prozent
  • Belgien: +4,9 Prozent
  • Deutschland: +5,7 Prozent
  • Dänemark: +12,6 Prozent
  • Italien: +13,8 Prozent
  • Spanien: +22,3 Prozent
  • Großbritannien: +26,4 Prozent

Insbesondere der starke Rückgang der Nachfrage in Frankreich führte zu dem rückläufigen Gesamtergebnis.

Es wird mit einer anhaltenden negativen Entwicklung in Frankreich gerechnet.

Für Deutschland rechnet die CEMA mit einer steigenden Nachfrage nach Futtererntemaschinen und Pressen.

Mit dem durchwachsenem Ergebnis auf dem europäischen Inlandsmarkt setzt die CEMA ihre Hoffnungen auf den Export von Landmaschinen in andere Staaten.

Zuversicht über die zukünftige Entwicklung auf den Märkten äußert hingegen der Pharmachef von Bayer, Dieter Weinland.

Bayer will von Monsanto lernen

Die geplante Übernahme von Monsanto beschäftigt bereits seit Monaten die Schlagzeiten.

Die Eingliederung von Monsanto würde Bayer weltweit zur Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmittel katapultieren.

Weinland setzt darauf, dass Bayer in Punkto Gentechnik und Digital Farming von Monsanto profitieren kann.

Monsantos Ansätze in der „grünen Gentechnik“, sprich in der Landwirtschaft, könnten so auch in die „rote Gentechnik“, sprich in den medizinischen Bereich, übertragen werden.

Die digitalen Lösungen, die Monsanto für die Optimierung von Bewässerung, Düngung und beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einsetzt, könnten nach Weinland ebenfalls für den Pharmakonzern inspirierend sein.

„Digital Farming“ in der Pharmaindustrie? Nicht ganz. Aber auch im Gesundheitswesen spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle.

Der Trend geht hier zur computergestützten Diagnose und Behandlung.

„Unsere Wissenschaftler können da etwas von Monsanto lernen“, sagte Weinand.

Aber erstmal müssen Behörden rund um den Globus der Übernahme zustimmen. Bayer rechnet damit, dass Ende 2017 alles unter Dach und Fach ist.

Nach all der Statistik und Politik zum Abschluß noch ein Thema, dass wir alle lieben: Landtechnik.

INO Duplex 800 Mulcherkombination

Die Dreifach-Mulchkombination von INO ist zwar für den Einsatz auf Großflächen konstruiert, kann aber auch auf kleineren Flächen zum Einsatz kommen:

INO Großflächenmulcher Duplex 800

Quelle: Landwirt.com

In der Praxis konnte sich die Mulcherkombination behaupten. Bis zu sieben Hektor kann das Gerät pro Stunde bearbeiten und läuft dabei ruhig und geschmeidig.

Selbst mit einer Maschine wie dem 130 PS starken John Deere 6125R waren noch mindestens drei Hektar pro Stunde schaffbar.

Herzstück des Gerätes ist der Doppelspiralmotor. Nach Angaben des Herstellers verfügt er über elektronisch ausgewuchtete Wellen, die mit knapp 2.200 Umdrehungen pro Minute drehen.

Hohe Schlagkraft bei einem geringen Leistungsbedarf? Das klingt gut. Mit robuster und innovativer Technik möchte das Gerät am Markt punkten.

Mit der richtigen Technik macht das Arbeiten auf dem Feld auch richtig Spaß.

Es stellt sich nur die Frage, wohin es mit der Landwirtschaft gehen wird. Wie denkt Ihr über den Zusammenschluß von Bayer und Monsanto?

Glyphosat-herbizid-pestizid

Landwirtschaft: Ja für Glyphosat, Nein für John Deere

Ende 2017 wär sie ausgelaufen, die Zulassung für Glyphosat. Während Umweltverbände ein EU-weites Verbot fordern, da das Mittel unter anderem krebserregend ist, kam ein Gutachten der Europäischen Chemikalienagentur zu einem anderen Ergebnis.

Der Ausschuss für Risikobewertung in der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat die Ergebnisse bereits existierender Studien ausgewertet, also keine eigenen Test durchgeführt.

Außer schweren Augenschädigungen und dass es giftig für das Wasser-Ökosystem ist, soll das Mittel demnach ungefährlich sein.

Es bestehe demnach kein Krebsrisiko, wie es unter anderem von der Internationalen Krebsforschung kommuniziert wurde.

10 weitere Jahre für Glyphosat

Über die Gefährlichkeit des Mittels wird es wohl weiterhin kontroverse Aussagen geben.

Im Jahr 2015 wurde das Mittel von der Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Im Jahr darauf attestierte sie jedoch das genaue Gegenteil, dass das Pestizid keinerlei Risiko für Krebs birgt. Es denke sich jeder seinen Teil.

Die EU-Kommission muss aber in diesem Jahr über die weitere Zulassung entscheiden. Die Aussage der ECHA ist hierfür die Grundlage.

Und die Wissenschaftler der Agentur bescheinigen Glyphosat die Ungefährlichkeit.

EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis legte nun auch den langerwarteten Vorschlag vor.

Demnach soll die Zulassung für das Pestizid um weitere 10 Jahre verlängert werden, während das Netzmittel Tallowamin weiterhin verboten ist.

Ein Verbot soll es für den Einsatz von Glyphosat vor der Ernte und in öffentlichen Parks und Spielplätzen geben.

Im Juni wird über den Vorschlag von dem Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (PAFF) entschieden.

Nur wenn die EU-Staaten mit einer qualifizierten Mehrheit dem Vorschlag nicht zustimmen, wird dieser nochmals überarbeitet werden müssen.

Eine Verlängerung wär bis zu 15 Jahre möglich gewesen. Auf welchen Verlängerungszeitraum der Ausschuss sich letztendlich einigt, bleibt noch abzuwarten.

Es könnte hierbei zu Kompromissen kommen, um die eine oder andere Stimme eines Mitgliedsstaates noch zu erhalten.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan äusserte sich positiv zu dem Vorschlag und begrüsst, dass Glyphosat nun weiterhin in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.

Bei John Deere ist man hingegen derzeit alles andere als glücklich.

Übernahme von Monsanto-Sparte durch John Deere geplatzt

Der Landmaschinenhersteller wird das „Pecision Planting LLC equipment“ – Geschäft von Monsanto nicht übernehmen.

Monsanto hat sich von den seit 2015 laufenden Verhandlungen zurückgezogen.

Im August letzten Jahres leitet bereits das US-Justizministerium rechtliche Schritte gegen die Übernahme ein. Es argumentierte, dass die Akquisition dem Wettbewerb schaden würde.

Die Übernahme der Sparte durch John Deere hätte dazu geführt, dass die Verwendung von schneller und präziser Pflanztechnologien den Landwirten teuer zu stehen kommt.

John May, Präsident der Abteilung Agricultural Solutions bei John Deere, äusserte sich, dass John Deere „tief enttäuscht über dieses Ergebnis ist“.

John Deere und Monsanto hatten sich darauf vorbereitet, in diesem Jahr ihren Fall nochmals vorzutragen, um die Genehmigung für die Übernahme zu erhalten.

„Mit der Chance dies zum Abschluß zu bringen, glauben wir, es war klar ersichtlich, dass die Hürde der Transaktion auf eine falsche Einschätzung des Marktes beruhte.“ John May

Monsanto bestätigte unterdessen, dass seine Tochtergesellschaft Climate Corp. weiterhin an dem Verkauf des Geschäftsfeldes mit präzisen Pflanztechnologien interessiert ist. Das Unternehmen möchte sich ausschließlich auf seine digitale Landwirtschaftsplattform fokussieren.

Es werden derzeit Gespräche mit anderen potentiellen Käufern geführt.

Das Precision Planting Equipement Geschäft wurde im Jahr 2012 für 210 Millionen Dollar von Monsanto erworben.

Mit der gescheiterten Akquisition ist auch die digitale Kooperationsvereinbarung hinfällig.

Kunden von John Deere, die die Climate FieldView-Plattform und John Deeres Wireless-Data-Server-Technologie zur Datenübertragung nutzen, sind hiervon aber nicht betroffen.

Aber schauen wir doch zum Schluss noch aufs Feld. Derzeit steht bei Zuckerrüben die zweiten oder dritten Nachlaufbehandlungen an.

Bekämpfung von Unkräutern bei Zuckerrüben

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) erwartet eine rasche Entwicklung der Rüben aufgrund des wüchsigen Wetters.

Die Rüben befinden sich auf den Großteil der Flächen in einem guten und stabilen Zustand.

Die Unkrautsituation variiert von Feld zu Feld sehr stark, aber es ist nun die Zeit, auf eine sichere Bekämpfung der Unkräuter zu achten.

Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben

Quelle: Housi Bracher

Nachlaufbehandlungen haben sich als effektive und kostengünstige Unkrautkontrolle bewährt.

Folgende Herbizide empfiehlt der LIZ 

  • Gänsefuß und Melde im Laubblatt: Metamitron, blattaktive PMP-Produkte und Öl
  • Große und/oder schwere bekämpfbare Unkräuter: blattaktiv Debut einsetzen
  • Spezielle Unkräuter im Laubblatt: Chlopyralid (Lontrel/Vivendi) zusetzen
  • Verhindern des erneuten Auslaufens: Spectrum aufgrund seiner versiegelnden Wirkungen; Additivwirkung des Mittels bei Mischungen beachten
  • Starker Grasdruck: separate Behandlung vor der dritten Nachlaufbehandlung

Mittelkombinationen aus Blatt- und Bodenherbiziden erzielen nicht nur witterungsunabhängig gute Wirkungen, sie erlauben auch Wirkungslücken zu erschließen, so dass verschiedene Unkrautarten wirkungsvoll bekämpft werden.

Stellt sich abschließend die Frage, wie es um Eure Meinung zum Glyphosatvorschlag und der gescheiterten Fusion steht. Begrüßt Ihr diese oder bedauert Ihr eher das Ergebnis? Warum?

Erneuerbare Energien Landwirtschaft

Erneuerbare Energien – der Krimi geht weiter

Gestern hat die Regierung ein neues Fördermodell für Erneuerbare Energien beschlossen.

Nach langem Hin und Her wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geändert: es soll Schluß sein mit den festen Fördersätzen. Gerade die Windenergiebranche sieht damit aber den Wind aus ihren Segeln genommen. 

Wird Energie jetzt endlich günstiger?

Schauen wir uns zunächst an, was gestern beschlossen wurde:

Mit der EEG-Reform 2016 wurden die Garantie-Preise für Ökostromanbieter weitestgehend abgeschafft.

Zukünftig wird die Bundesregierung in Ihren Ausschreibungen die benötigten Energiekapazitäten angeben. Anbieter mit den besten Konditionen sollen dann den Zuschlag für den Bau der entsprechenden Solar- und Windanlagen erhalten.

Sprich, wer wenig Subventionen verlangt, der wird auch bauen dürfen. Klingt doch gut! Oder?

Die marktwirtschaftlichen Elemente, die mit der Reform eingeführt werden, sollen der Regierung helfen, bei Subventionen zukünftig kräftig sparen zu können.

Allerdings besteht gerade hier die Befürchtung, dass zukünftig nur noch wenige große Anbieter den Markt beherrschen, weil kleinere Anbieter mit finanzkräftigen Investoren nicht mithalten können.

Außerdem soll eine bessere Abstimmung von Stromerzeugung und Netzausbau erzielt werden. Strom aus Wind- und Solaranlagen ist wetterabhängig und fluktuierend. Der Ausbau des Stromnetzes ist notwendig, um eine bessere Nutzung des erzeugten Stromes sicherzustellen.

Wir Ihr Euch denken könnt, der Ausbau des Stromnetzes wird nicht kostenlos sein.

Auch wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel von einer sinkenden EEG-Umlage auf unser Stromrechnung ausgeht, ist deshalb wohl eher mit einer Erhöhung der Strompreise zu rechnen.

Nach Angaben von Verivox haben wir im Jahr 2012 noch 3,592 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. Aktuell beträgt die EEG-Umlage bereits 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Das sind bereits 23 Prozent – fast ein Viertel – unserer Stromrechnung!

Geht es bei der Reform wirklich so sehr um den Ausbau der Erneuerbaren Energien?

Das Windenergie eine der saubersten Energieformen darstellt, darüber lässt sich nicht streiten.

Warum wird aber mit der EEG-Reform 2016 die Produktion von Strom aus nordischen Windanlagen eingeschränkt, statt beispielsweise die Stromproduktion aus Kohle einzuschränken? Warum wird nicht eher die Produktion von Ökostrom aus Biogasanlagen, die teuer und mit ihrer Förderung von Monokulturen zudem umweltschädlich ist, eingeschränkt?

Diese Fragen und das lange Ringen, das der EEG-Reform voran ging, zeigt deutlich, dass viele Parteien mit gegensätzlichen Interessen involviert sind. Und viele Fragen stehen noch offen. Nicht jede Fraktion ist mit der neuen Reform zufrieden.

Aber weg von der Politik.

Schauen wir viel lieber einfach auf die Vision – 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien! Es ist möglich, schaut selbst.

So könnte Deutschland im Jahr 2050 aussehen…

Quelle: messelive.tv

Findet Ihr es nicht auch spannend, woran Forscher heutzutage alles arbeiten und wie weit wir in unserer technischen Entwicklung bereits sind?

Erneuerbare Energien in der Landwirtschaft

Erneuerbare Energien sind längst nicht nur ein abstraktes Streitthema zwischen Politikern und Interessenverbänden. In der Landwirtschaft können erneuerbare Energien essentiell sein.

Warum?

Moderne Landmaschinen benötigen enorm viel Treibstoff. Viele Landwirte produzieren bereits mit beispielsweise Solaranlagen auf dem Dach oder durch Biogasanlagen Ihre eigene Energie. Für nicht wenige stellt es bereits ein lukratives Nebengeschäft dar und einen Weg, die eigenen Energiekosten zu senken.

Warum dann nicht auch den eigenen Treibstoff herstellen?

Pflanzenöl, beispielsweise Rapsöl, als Treibstoff zu verwenden ist keine Idee neuerer Zeit. Und Pflanzenöl als Treibstoff hat viele Vorteile…

Vorteile von Pflanzenöl als Treibstoff

  • Okey, wir reden von erneuerbaren Energien. Der erste Pluspunkt für Pflanzenöl gibts natürlich für seine gute Umweltverträglichkeit.
  • Und das bei gleichbleibender Leistung. Ob Diesel oder „Salatöl“ im Tank, die Maschine wird es bringen.
  • Zwei mit einem Streich: der Anbau von Raps ist vom doppelten Nutzen, denn bei der Herstellung von Rapskraftstoff fällt zudem jede Menge Schrott an, dass ein gutes Futtermittel ist.
  • Pflanzenöl ist im Trend günstiger als Diesel und bringt damit Kostenersparnisse mit sich.
  • Die Nutzung von Treibstoff aus eigenem Anbau bringt mehr Unabhängigkeit und Planungssicherheit für den Landwirt: beim Treibstoff ist der Landwirt nicht mehr so sehr den Schwankungen des Ölpreises ausgeliefert. Beim Futtermittel kann die Abhängigkeit von Importen etwa von Sojaschrott aus Nord- und Südamerika verringert werden.

Die Technik gibt es her. Um regional hergestelltes Pflanzenöl als Treibstoff zu nutzen, müssen die Motoren im vorhandenen Fuhrpark entsprechend umgerüstet werden.

Aber es gibt auch Maschinen, die auf die Nutzung von Pflanzenöl ausgelegt sind. Bspw. bieten Fendt und John Deere seit Jahren Traktoren, die mit Pflanzenöl angetrieben werden, an.

Auch wenn jahrelange gute Praxiserfahrungen mit dem Einsatz von Pflanzenöl als Kraftstoff vorliegen, bestehen scheinbar noch zahlreiche Vorbehalte. 

Wusstet Ihr eigentlich, dass Rudolf Diesel (1858-1913) seinen Dieselmotor ursprünglich auch für die Nutzung mit Pflanzenöl konzipiert hatte?

Erneuerbare Energien werden noch länger ein Streitthema bleiben, bieten aber in der Praxis viele spannende Möglichkeiten für Landwirte und ihre Höfe.

Wie sieht es mit Euch aus?

Was sind Eure Erfahrungen mit erneuerbaren Energien? Produziert Ihr bereits Eure eigene Energie? Was sind Eure größten Herausforderungen?

Online-Tools und Leidenschaft - Agrarbetrieb

Zwei neue Online-Tools und jede Menge Leidenschaft

Online-Tools und Leidenschaft? Nie im Leben… Doch wenns um Traktoren und beeindruckende Spezial-Helikopter geht, dann schlagen die Herzen mancher Landwirte doch höher als die Ehefrau das gerne hätte.

Neben den Herzenssachen möchte ich noch zwei Online-Tools mit Euch teilen. Das eine Tool hilft uns beim Verkauf von Körnermais, im Speziellen bei der Umrechnung von Feuchtware in Trockenware. Bei dem zweiten Online-Tool handelt es sich um einen kostenlosen Betriebs-Check welches vom Bundesland Baden-Württemberg angeboten wird.

Fangen wir doch am besten mit der Leidenschaft an und besprechen im Anschluss daran die beiden Online-Tools.

Seit gut einem Monat hat sich der Landtechnikhersteller Zetor eine richtig coole Werbe- bzw. Videoserie einfallen lassen. Die ersten beiden YouTube-Folgen haben in den letzten drei Wochen bereits mehr als 10.000 Klicks erzielt und jetzt kommt Teil 3.

Der Titel der neuen Werbung: „The hard worker vol. 3 – Zetor Crystal – Never ending love“

Das Duell „Frau vs. Landmaschine“ geht in die Runde 3. So manch einer wird sicherlich über den Clip schmunzeln und sich im Leisen zugestehen müssen „Oje, geht mir auch so“.

Landwirte und ihre echte Liebe…

Ist da ein Funken Wahrheit zu erkennen?

Eins ist sicher: Die neue Herangehensweise und die humorvolle Werbung des Traktorherstellers Zetor kommt bei der Zielgruppe gut an.

Wer Zetor auf der Agritechnica besuchen will, der findet die Firma in Halle 07, Stand C 13.

Folgen wir den Spuren der Leidenschaft und kommen jetzt zu einem weiteren Highlight der uns auf der Agritechnica erwartet. Die Rede ist vom Spezial-Heli Sikorsky S-76B.

Der hochtechnisierte Hubschrauber Sikorsky wird im Rahmen des Spezials „Smart Farming – Digital Cropping“ (Halle 15, Stand C31) auf dem Messegelände in Hannover  präsentiert.

Zu den Besonderheiten dieses einzigartigen Tech-Vogels gehören:

  • zwei leistungsstarke Turbinen
  • spezielle Messinstrumente womit das Erdreich umfassend untersucht werden kann (z.B. Lage und Menge von Grundwasser, geologische Schichten im Untergrund, Radioaktivität des Erdreichs).

Das sind sicherlich tolle Informationen und Daten, die uns Landwirte vom großem Nutzen sein können.

Nicht zu vernachlässigen sind die regionalen Bodenkartierungen bei deren Entwicklung und Gestaltung der Spezial-Helikopter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoff (BGR) besonders behilflich sein kann.

Zwei neue Online-Tools für Landwirte

Tool #1: Zur Ermittlung der Trocknungskosten von Körnermais

Die Umrechnung von Feucht- in Trockenware sollte beim Verkauf von Körnermais unbedingt in Betracht gezogen werden. Dieser Kostenfaktor hat bei dem einen oder anderen Landwirt in der Vergangenheit für böse Überraschungen gesorgt. Damit ist jetzt Schluss.

Der kostenlose Rechner des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) unterstützt uns bei der Kalkulation der Trocknungskosten wie folgt:

  • Als erstes gilt es die Anfangsfeuchte des Körnermaises einzutragen (15-45 in %)
  • Dann den Ertrag der Feuchtware (80-180 in dt/ha)

Daraus ergibt sich anschließend der Ertrag der Trockenware bei 14% Feuchtigkeit.

Hier erhaltet Ihr die Desktop-Version des Online-Rechners.

Hier gehts zur Mobile-Version des Tools.

Tool #2: Kostenloser Betriebs-Check im Bundesland Baden-Württemberg

BaWü ist das erste Bundesland, das die Maßnahme „Beratung“ aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) umsetzt. Das Programm wird aus Landes- und EU-Mitteln finanziert.

Das Beratungsangebot besteht aus 56 Modulen. Aber keine Sorge, man muss nicht gleich alle 56 Module „durchgehen“. Los gehts erstmals mit einer Einstiegsberatung über den Betriebs-Check.

Alle die Interesse an dieser kostenlosen Beratung bzw. an dem Programm haben, sollten sich auf der Webseite der AgriBW nähere Informationen einholen.

Die jeweiligen Beratungsmodule sind 50% bis 100% förderfähig. Landwirte müssen lediglich für die Differenz als Eigenanteil sowie die Mehrwertsteuer aufkommen.

Die Spannung steigt…

Nächste Woche gehts schon los. Hannover erwartet uns mit Zetor, JD, Fendt, Claas & Co.

Es gibt jede Menge Specials, Drohnen und Roboter, Apps und Online-Tools. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Sehen wir uns auf der Agritechnica? Wer ist dabei?