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Autonome Landtechnik Agritechnica 2017

Landtechnik: Spargelroboter, autonome Mähdrescher und Unkrautroboter

Neues aus der Welt der Landtechnik: In Russland rollte im August der erste selbstfahrende Mähdrescher vom Band, eine Schweizer Firma arbeitet an dem ersten vollständig autonomen Unkrautroboter und die Niederländer basteln an dem weltweit ersten Spargelroboter rum.

Bevor wir loslegen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche. Wir starten mit den Direktzahlungen 2016 weil diese den einen oder anderen von Euch besonders stark interessieren könnten.

1. Landwirtschaftliche Direktzahlung in 2016 liegen bei 4,84 Mrd. EUR

Das Bundeslandwirtschaftministerium hat die aktuellen Zahlen bzgl. Direktzahlungen für das Antragsjahr 2016 veröffentlicht. Diese lauten wie folgt: rund 4,84 Mrd. EUR wurden an insgesamt 316.600 Antragssteller ausgeschüttet.

Die Aufteilung auf die jeweiligen Posten sieht wie folgt aus:

  • 2,95 Mrd. EUR Basisprämie (61% an der Gesamtzahlung)
  • 1,43 Mrd. EUR Greeningprämie (rund 30% von der Gesamtsumme)
  • 332,5 Mio. EUR Umverteilungsprämie für kleine und mittlere Betriebe
  • 45,5 Mio. EUR Unterstützung für Junglandwirte
  • 22,0 Mio. EUR Unterstützung für Kleinerzeuger

Die ausgezahlte Prämiensumme lag unter dem Niveau von 2015. Die meisten Empfänger von Direktzahlungen kamen aus Bayern.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

2. Strategische Allianz: Amazone und die Agrom-Gruppe intensivieren ihre Zusammenarbeit

Eine breitere Produktpalette und damit einhergehend auch mehr Kunden — das ist das Ziel der verstärkten Zusammenarbeit zwischen Amazone und der Agrom-Gruppe.

In den Niederlassungen Württemberg und Nordbaden soll es ab Januar sämtliche Dünge- und Pflanzenschutztechnik von Amazone zu kaufen geben. Am neuen Standort Billigheim, welches Januar 2018 große Eröffnung feiert, bietet Agrom die komplette Produktpalette von Amazone an. Die Standorte in Baden werden ihre Amazone-Produktportfolio später aufstocken.

Martin Bauknecht, Geschäftsführer der ZG Raiffeisen Technik-Gruppe (die Muttergesellschaft der Agrom-Gruppe) äußerte sich zur Kooperation mit Amazone wie folgt:

„Amazone Landmaschinen ist bekannt als Spezialist für erfolgreiche Dünge- und Pflanzenschutztechnik. Wir sind überzeugt, dass auch die Produkte in Bodenbearbeitung und Aussaat unsere Kunden begeistern werden.“

Quelle: ZG Raiffeisen

3. Ranking: Universität Hohenheim ist die beste Agrar-Uni Deutschlands

Die Zeitschrift „U.S. News & World Report“ hat das aktuelle „Best Global Universities Ranking 2018“ bekannt gegeben. Dabei belegt die Universität Hohenheim in Stuttgart die Pole Position im Bereich Agrarforschung in Deutschland.

Im europäischen Vergleich belegt die Uni Hohenheim Platz 3 und weltweit Platz 9.

Auf das gleiche Ergebnis kommt auch das NTU-Ranking der National Taiwan University. Auch in diesem Ranking belegt die Universität Hohenheim den ersten Platz in Deutschland.

Laut NTU-Ranking belegen folgende Unis die ersten fünf Plätze in Deutschland:

  1. Universität Hohenheim
  2. TU München
  3. Universität Bonn
  4. Universität Göttingen
  5. Universität Gießen

Quelle: Universität Hohenheim, US News & World Report

Weltweit erster Spargelroboter erntet präziser als ein Mensch

Ein StartUp aus den Niederlanden setzt bei der Spargelernte auf modernste Technik. Die Firma Cerescon hat nach eigenen Angaben den weltweit ersten Roboter hierfür entwickelt.

Die Vorteile: bessere Qualität und mehr Ertrag.

Und wie läuft dieser Prozess ab?

Die 3-reihige Maschine erfasst den Spargel in der Erde und erntet ihn während der Fahrt. Die selektive, vollautomatische Spargelerntemaschine funktioniert wie folgt…

Quelle: Cerescon, YouTube

Der 1-reihige Prototyp hat bereits eine Saison geerntet und erfolgreich abgeschlossen. Jetzt ist die 3-reihige Maschine dran; diese soll bereits im nächsten Jahr einsatzfähig sein.

Die beiden großen Vorteile nochmal im Überblick:

  • Halbierung der Erntekosten: Der Roboter ersetzt rund 70 Saisonarbeitskräfte und ernte bis zu 50 Hektar Spargel pro Saison.
  • Verbesserte Qualität aufgrund der unterirdischen Erfassung des Spargels

GPS gesteuerter autonomer Unkrautroboter soll 20-Mal weniger Pflanzenschutzmittel verbrauchen

Autonome Landtechnik, selbstfahrende Landmaschinen – das ist der neue Trend und darüber werden wir in den kommenden Monaten und Jahren noch jede Menge hören.

Laut Angaben des Schweizer Start-Up Unternehmens Ecorobotix sei der Unkrautroboter der erste vollständig autonome Feldroboter zur Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen, beim Zwischenfruchtanbau und auf Grünland.

Die intelligente Maschine erkennt die Unkräuter mit Hilfe von Farbkameras und besprüht mit Pflanzenschutzmitteln sehr gezielt das Unkraut an der richtigen Stelle.

Quelle: ecoRobotix, YouTube

Ein paar technische Details im Überblick:

  • Der selbstfahrende Unkrautroboter wiegt 130 kg
  • GPS-Steuerung
  • Arbeitet bis zu 12 Stunden pro Tag ohne menschliche Kontrolle
  • Zwei Photovoltaikmodule sorgen für Energie

Der Unkrautroboter der laut Unternehmensangaben 20-mal weniger Pflanzenschutzmittel benötigt, soll 2019 auf den Markt kommen.

Autonomer Mähdrescher schmückt zum ersten Mal die Felder in Russland

Nach fünf Jahren Projektarbeit ist es soweit. Der erste selbstfahrende Mähdrescher ist vom Band gelaufen und die Russen jubeln. Die aktuelle Maschine muss noch von einem Menschen kontrolliert werden, aber das AI-System befreit den Landwirt von den meisten Tätigkeiten.

Ausgerechnet eine Frau revolutioniert mit ihrer Firma Cognitive Technologies die fahrerlose Landtechniklandschaft in Russland. Olga Uskowa und ihr Team haben fünf Jahre hart dafür gearbeitet, dass der selbstfahrende Mähdrescher im August in der Region Rostow im Süden Russlands zum ersten Mal zum Einsatz kommt.

Die vollautonome Version ist für 2023 geplant.

Autonome Landtechnik

Die Roboter erobern nicht nur unsere Autobahnen und Fabriken, sondern auch unsere Felder. In Japan entstand eine Roboter -Salat-Farm, zur Unkrautbekämpfung werden Drohnen und Feldroboter eingesetzt und jetzt kommt auch noch ein Spargelroboter zum Einsatz.

Ja, die Welt der Landtechnik hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Und was in den nächsten Jahren auf uns zukommt, das traue ich mich teilweise kaum auszusprechen bzw. zu schreiben.

Fakt ist, Roboter werden Arbeitsplätze ersetzen.

Fakt ist, es werden neue Arbeitsplätze geschaffen, denn die lieben Roboter muss auch jemand kontrollieren, pollieren und warten. Es kommen spannende Zeiten auf uns zu.

Autonome Landtechnik – wo geht Eurer Meinung nach die Reise hin?

John Deere Traktoren Agritechnica

Traktoren: Autonom, gepanzert, exotisch

Wir haben zwar die diesjährige Agritechnica hinter uns gelassen, aber die vielen interessanten Gespräche über autonome Traktoren und Mähdrescher, Drohnen, Feldroboter und Virtual Reality sind hängen geblieben.

Das was innovative Landtechnikhersteller in den USA und Russland hinkriegen, schaffen auch die Inder. Heute möchte ich Euch Indiens erstes fahrerlose Traktor vorstellen. In wenigen Monaten kommt dieser bereits auf den Markt. Anschließend werfen wir einen Blick auf den gepanzerten 6R John Deere Traktor – ein Hinkucker auf der Agritechnica.

Bevor wir loslegen, hier noch die aktuellsten Meldungen aus unserer Branche.

1. Glyphosat wird für weitere 5 Jahre zugelassen

Die Entscheidung ist gefallen: Glyphosat wird bis 2022 zugelassen.

18 EU-Mitgliedstaaten haben dafür gestimmt, darunter Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Spanien, Polen und Rumänien. Neun EU-Länder waren dagegen, u.a. Österreich, Frankreich und Italien. Portugal war das einzige Land was sich enthalten hat.

Damit hat das ganze Durcheinander rund um das Thema Neuzulassung ein Ende. Die EU-Kommission wollte zunächst eine Verlängerung um 10, dann 7 und zuletzt dann 5 Jahre. Die Reaktionen aus der Politik ließen nach der Entscheidung nicht lange auf sich warten. SPD und Grüne sind empört.

Quelle: EU-Kommission, ZDF

2. Stellenabbau bei Nordex wegen starkem Erlösrückgang

Der Hamburger Ökostrom-Anlagenbauer Nordex steckt in großen Schwierigkeiten. Das Unternehmen musste seine Umsatzziele erneut nach unten korrigieren. Die Gründe: Auftragsflaute und Gewinneinbruch.

Im dritten Quartal betrug der Umsatz 818,3 Millionen EUR; das sind 4% weniger als im Vorjahr. Die Hanseaten rechnen für 2017 mit einem Erlös von weniger als 3,1 Mrd. EUR. Von den mehr als 5.000 Mitarbeitern sollen nun 500 Jobs in Europa wegfallen.

Quelle: Nordex, NDR

3. Salzstöcke – eine neue Speichertechnik für erneuerbare Energien

Die Frage nach der Speicherung von überschüssiger Energie aus regenerativen Energiequellen wie z.B. Strom, Wind oder Sonne beschäftigt Wissenschaftler und Forscher auf der ganzen Welt.

Eine mögliche Antwort auf diese Frage soll nun aus Deutschland kommen, u.z. aus einer gemeinsamen Kooperation der Universität Jena mit dem Unternehmen EWE aus Oldenburg. Die Damen und Herren wollen unterirdische Salzstöcke als Speicherort verwenden.

Das Projekt „brine4Power“ läuft. In einem Salzstock in Norddeutschland werden zur Zeit 700 Megawattstunden, Energie von rund zwei Dutzend Windrädern, gespeichert. Damit können täglich 75.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Ob sich „die größte Batterie der Welt“ bewährt, das werden die nächsten Tests zeigen.

Quelle: EWE, Spiegel Online

Indiens erster autonomer Traktor ist Anfang 2018 einsatzbereit

Der indische Landtechnikhersteller Mahindra & Mahindra hat seinen ersten autonomen Traktor vorgestellt. Nächstes Jahr kommt die Version mit Fahrer-Assistenz auf den Markt. In 2019 soll dann die 100% fahrerlose Variante einsatzbereit sein.

Quelle: Mahindra Tractors, YouTube

Wie funktionieren die autonomen Traktoren von Mahindra?

Die Basis stellt das Geofencing-System dar. Eingebaute Kameras erkennen die Hindernisse und weichen aus oder stoppen das Fahrzeug. Die Kontrolle findet über ein Tablet statt.

Weitere technische Details:

  • GPS-gesteuerte automatische Lenkung
  • automatische Steuerung des Hubwerks
  • automatisierter Wendevorgang am Vorgewende
  • Einbau in Mahindra-Traktoren mit 20 bis 100 PS

Der Traktorenhersteller Mahindra hat seinen Hauptsitz in Chennai und beschäftigt rund 200.000 Mitarbeiter in 100 Ländern. In Indien liegt der Marktanteil bei 43% im Segment Traktoren. Mit der innovativen Technologie erhofft sich Mahindra einen Marktanteilsanstieg von drei Prozentpunkten.

Quelle: Mahindra & Mahindra, ETtech.com

Agritechnica-Highlight: Gepanzerte Traktoren von John Deere

Jeder der mal auf der Agritechnica zu Besuch war, weiss wie groß der John Deere Stand ist. Und wenn alles schön grün funkelt, dann fällt es jedem auf, wenn auf einmal etwas Graues aus der Reihe tanzt. In diesem Falle handelt es sich um den gepanzerten John Deere 6R der Landtechnikhändler Rebo und Rheinmetall Defence.

Der „große Junge“ mit Panzerglasscheiben und Stahlboden ist nicht für den Gemüseanbau gedacht und auch nicht für Krisengebiete. Ganz im Gegenteil, der Traktor soll beim Mähen des heimischen Truppenübungsplatzes eingesetzt werden und den Fahrer vor Splitter und Blindgängern schützen.

Ein paar technische Details:

  • die Basis stellt der JD 6R Traktor dar
  • Stahlplatten schützen den Unterboden
  • Beheizte Panzerglasscheiben rings um die Kabine (bessere Sicht, Glas wird nicht beschlagen)
  • Kabine erfüllt NATO-Norm

Die Bedienbarkeit der Maschine wird dadurch nicht eingeschränkt. Das Duo Komfort und Sicherheit ist gegeben.

Quelle: Rebo-Landmaschinen

John Deere Geschäftsjahr 2017: Höhere Nachfrage führt zu einer Gewinnsteigerung von 42%

John Deere beendet das Geschäftsjahr 2017 mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus.

Der Umsatz für 2017 beträgt 29,738 Mrd. USD und ist demnach um 12% zum Vorjahr gestiegen. Der Nettogewinn stieg auf 2,159 Mrd. USD, d.h. ein plus von 41,6% gegenüber 2016.

Die Gründe für dieses gute Ergebnis liegen vorrangig in den höheren Liefermengen und Preisen sowie dem vorteilhaft zusammengesetzten Produktportfolios.

Ende des Jahres soll auch die Übernahme der Wirtgen Group in trockenen Tüchern sein. In 2018 erwartet die amerikanische Company einen Umsatz von 3,1 Mrd. USD durch die Wirtgen Group. Der Nettogewinn 2018 für die gesamte JD Gruppe soll bei 2,6 Mrd. USD liegen. Das entspricht einer Erwartungshaltung von +20% Gewinnsteigerung.

Weg frei für autonome Landmaschinen und Traktoren

Das was noch vor wenigen Jahren absolut unvorstellbar war, ist heute Realität geworden.

Die fahrerlosen „Genossen“ sollen bald nicht nur unsere Strassenbegleiter werden – im Sinne von PKWs, LKWs und Bussen, sondern auch unsere Felder erobern. Die USA investiert jede Menge Geld in Tech-Innovationen und sie dominieren zur Zeit die Schlagzeilen mit Tesla oder Google. Wir dürfen jedoch die anderen Teilnehmer nicht vernachlässigen, vor allem die Power die hinter einem Land wie China steckt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Welche autonome Traktoren findet Ihr am tollsten?

Fendt auf Agritechnica 2017

Agritechnica 2017: Highlights, Preisverleihungen und Diskussionen

Goodbye Agritechnica 2017! Tolle Stimmung, etwas weniger Neuheiten als in den Jahren zuvor, dafür aber jede Menge interessante Gespräche mit Gleichgesinnten. In zwei Jahren sehen wir uns wieder.

Letzten Samstag ist die weltweit größte Landtechnikmesse zu Ende gegangen. Rund 450.000 Besucher, davon mehr als 100.000 aus dem Ausland (die meisten aus Holland, Dänemark, Schweiz, Österreich, Italien) kamen zur diesjährigen Mega-Veranstaltung in Hannover.

Was die Anzahl der Aussteller anbelangt, so lag diese bei 2.803 Aussteller aus 53 Ländern. Der Auslandsanteil lag mit 60% so hoch wie nie.

Die Gewinner der Preisverleihung „Maschine des Jahres 2018“

Eins der größten Highlights der Agritechnica ist sicherlich die Preisverleihung „Maschine des Jahres“. Eine internationale Jury bestehend aus Landtechnikredakteuren prämieren aktuelle Neuheiten aus der Landwirtschaft. Es gibt mehrere Kategorien, darunter auch ein Publikumspreis.

Dieses Jahr standen 48 Maschinen zur Auswahl. Vier Wochen lang konnte online abgestimmt werden. Und die Sieger des Preises „Maschine des Jahres 2018“ in 16 Kategorien lauten wie folgt:

  1. Kategorie Traktor XXL: Fendt 900 Vario MT – die ersten Raupenschlepper von Fendt sind in drei Leistungsstufen verfügbar 380 PS / 405 PS / 431 PS
  2. Kategorie Großtraktor: Claas Axion 900 – das neue Flagschiff aus Harsewinkel mit fortan fünf Modellen
  3. Kategorie Oberklase-Traktor: Vatra T-Serie – zwei neue Modelle, neue Multifunktionsfahrhebel, 9-Zoll-Touchscreen SmartTouch
  4. Kategorie Mittelklasse-Traktor: Case IH Maxxum Multicontroller Active Drive 8 und New Holland Dynamic Command – neue Traktoren mit Doppelkupplungsgetriebe
  5. Kategorie Kompakttraktor: John Deere 5R – mit JD PWX 4,5 Liter-Motoren, Abgasstufe Tier 4 final, Wendekreis von nur 3,75 m
  6. Kategorie Mähdrescher: Fendt / Massey Ferguson Ideal – die graphitgraue Maschine mit dem längsten Rotor am Markt (4,84 m) sichert sich gleichzeitig auch den Publikumspreis
  7. Kategorie Häcksler: Krone X 680/780/880 mit Lift Cab – mit dem optionalen AgriNIR Sensor lassen sich Feuchtegehalt und Inhaltsstoffe des Ernteguts messen
  8. Kategorie Hackfruchternte: Grimme Ventor 4150 – vierreihige, selbstfahrende Kartoffelroder mit 15 Tonnen Überladebunker
  9. Kategorie Futterwerbung: Vicon Extra 7100T GeoMow – Triple-Mähwerkskombination hebt am Vorgewende mit Hilfe des GPS-Signals automatisch aus und setzt wieder ein
  10. Kategorie Futterbergung: Kuhn FBP 3135 IntelliWrap – die neue Folienwicklung senkt den Folienverbrauch gegenüber Systemen mit breiter Spezialfolie um 30%
  11. Kategorie Bodenbearbeitung: Väderstad Carrier – die Scheibenegge arbeitet mit Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h und Arbeitsbreiten von 3,0 bis 12,25 m
  12. Kategorie Drilltechnik: Lemken Azurit – diese Sämaschine bringt 70% mehr Standraum für die Pflanzen durch das Wegschalten einer Doppelreihe bei gleichzeitiger Verdopplung in der anderen Reihe
  13. Kategorie Bestandesführung: Amazone UX 01 mit swingstop Pro und ContourControl – die neue Technologie soll die Ausbringgenauigkeit erhöhen
  14. Kategorie Materialumschlag / Logistik: Claas Scorpion – die neue Teleskoplader-Baureihe mit Kooperationspartner Liebherr bietet eine höhere Umschlagsleistung durch größere Hubkräfte und neue Fahrerassistenzsysteme
  15. Kategorie Sonderpreis: Hydraulischer, gedämpfter Oberlenker von GKN Walterscheid – ein innovativer Stoßdämpfer-Mechanismus, der direkt in den Zylinder integriert ist
  16. Kategorie Publikumspreis: Mähdrescher Ideal der Firma AGCO, siehe Kategorie #6

Quelle: Deutscher Landwirtschaftsverlag (dlv)

Fendt 900 Vario MT, Gewinner des Preises „Maschine des Jahres 2018“ in der Kategorie Traktor XXL

Quelle: FendtTV, YouTube

Agritechnica Innovation Award 2017

Eine ganz andere Preisverleihung ist der Innovation Award. Von den mehr als 320 Neuheitenanmeldungen gab es 2 Gold- und 29 Silbermedaillen.

Ein kurzer Blick auf die beiden Goldmedalisten:

  • „Cemos Auto Threshing“ Assistenzsystem von Claas: Der erste Tangential-Mähdrescher der sich vollautomatisch auf die Frucht und die Druschbedingungen einstellen lässt.
  • „StalkBuster“ Mulcheinrichtung von Kemper: Die erste in den Mähvorsatz des Feldhäckslers integrierte, stoppelzerstörende Mulchtechnik, um den wichtigsten Schädling im Silomaisanbau, dem Maiszünsler, Paroli zu bieten.

Quelle: Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)

Chinesen geben Gas: Auf der Agritechnica präsentiert Arbos seine Full-Line Produktpalette

Arbos ist zwar ein italienischer Hersteller aber die Company gehört letztendlich zum chinesischen Konzern Lovol. Eine clevere Sache seitens der Chinesen, europäische Hersteller und Marken zu verwenden, um sich auf dem alten Kontinent zu etablieren und wichtige Marktanteile hinzu zu gewinnen.

Welche Plattform bietet sich besser an sein Produktportfolio zu zeigen als die weltweit größte Landtechnikmesse?

Die Agritechnica war die perfekte Gelegenheit für Arbos seine gesamte Produktreihe an Traktoren und Arbeitsgeräten vorzustellen. In Deutschland kommen die Maschinen nächstes Jahr auf den Markt.

Quelle: Arbos, YouTube

Die Firma hat jede Menge ehrgeizige Ziele, u.a. in 10 Jahren mit einem Marktanteil in Höhe von 12% am weltweiten Traktorenmarkt in der Liga der Big Player mitzuspielen.

Das Unternehmen hat auch im Bereich Anbaugeräte ein ambitioniertes Ziel. Hier will man im gleichen Zeitraum, nämlich in 10 Jahren auf ein Umsatz von über 400 Mio. EUR kommen. Selbstverständlich setzt man auch bei Arbos auf selbstfahrende Erntetechnik – diesen Trend lassen sich die Italiener / Chinesen nicht entgehen.

Diskussionsrunden

Größer, glänzender, prächtiger… So lauteten die Kommentare vieler Landwirte, denen ich in Hannover über den Weg gelaufen bin.

Auch Kommentare wie „die Großen werden immer größer und wir müssen kucken wo wir bleiben“ oder „na ja, dieses Jahr gibts doch nicht so viel Neues wie in den Jahren zuvor“ gingen mehreren Gleichgesinnten über den Lippen.

Die faszinierendsten Diskussionen meiner Meinung nach, gab es über die Zukunft der Landwirtschaft.

So waren einige Kollegen der Meinung, dass zukünftig Getreide nur noch von ein paar Großen angebaut wird; dass Salate und kleinere Spezialitäten in speziellen Gebäuden in der Nähe von Städten angesiedelt werden und dass wir Fleisch aus dem Reagenzglas bald nicht mehr vom „normalen“ Fleisch unterscheiden werden können.

Ob das alles zutreffen wird, werden wir sehen. Spätestens in zwei Jahren, wenn es dann wieder heisst „Ab zur Agritechnica nach Hannover“, greifen wir diese Diskussionen erneut auf und kucken wo wir dann stehen. 

Was hat Euch auf der diesjährigen Agritechnica am meisten gefallen und wieso?

Landtechnik von Horsch auf Agritechnica

Agritechnica 2017: Digitalisierung, Branding und mehr

Diese Woche steht alles im Zeichen der Agritechnica.

Die weltweit größte Landtechnikmesse hat am Sonntag, dem 12. November seine Tore geöffnet. Wer noch etwas Luft hat, der sollte unbedingt in Hannover vorbei schauen. Die Messe geht noch bis Samstag, dem 18. November.

Quelle: YouTube, landtechnikvideos de

Was erwartet Euch auf der diesjährigen Agritechnica?

Starten wir mit ein paar Zahlen, Daten und Fakten.

  • 27 Messehallen
  • 40 ha Ausstellungsfläche
  • 2.800 Aussteller aus
  • 53 Ländern
  • 60% der Aussteller kommen aus dem Ausland
  • Chinesische Landtechnikunternehmen stehen nach Italien auf Platz #2

Zu den Neuheiten zählen u.a. der neue Fendt 900 Vario MT, der Selbstfahrer AT4103 von Ploeger, die neueste Generation der Kartoffelmaus System Palandt und die neuen Teleskoplader-Modelle von Kramer.

Heutzutage sind wir alle mobil unterwegs, daher empfiehlt sich die Agritechnica-Wegweiser App. Sie ist kostenlos für iPhone und Google Android verfügbar. Die App funktioniert auch ohne Internetverbindung.

Branding & Rebranding: Aus dlz, agrarmanager und Joule wird agrarheute

Die Kollegen vom Nachrichtenportal agrarheute haben Ihre Brand vereinheitlicht und treten jetzt auf der Agritechnica unter einer gemeinsamen Marke auf. Die überregionalen Fachmagazine dlz, agrarmanager und joule wurden unter agrarheute vereint.

Der Auftritt sowohl Online als auch Offline hat mehr Pepp.

Sicherlich hilft da auch die neu ausgwählte orangene Farbe, das neu erstellte Logo und die Vereinfachung der Menüführung auf der Webseite.

Wer also einen Blick hinter die Kulissen der neuen Brand schauen möchte, der sollte die Kollegen von agrarheute in Halle 4 einen Besuch erstatten. Ihr bekommt nicht nur ein kostenloses Probeheft des neuen agrarheute Magazins, sondern auch ein Biergutschein.

Zusätzlich gibt es für alle kleinen und großen Fans von Virtual Reality eine Möglichkeit in die 3D-Welt der Landwirtschaft einzutauchen.

Schaut vorbei; kann ich nur empfehlen.

Ist Open Source Software ein mögliches Modell für die Landwirtschaft?

WordPress ist bekannterweise eins der weltweit größten Open Source Projekte.

Das Ganze startete in 2003 mit ein paar Codes. Heute wird die Software von Millionen von Usern und Unternehmen benutzt, um Blogs und jegliche weitere Informationen auf deren Webseiten zu veröffentlichen.

Interessantes Konzept. Ein stabiles System. Eine Software die recht intuitiv ist.

Wie wär’s mit einer ähnlichen Lösung für uns Landwirte?

Jeder Hersteller hat sein eigenes System. Die Software aus dem Traktor X lässt sich mit den Daten aus dem Mähdrescher Y nicht kombinieren, weil die Systeme inkompatibel sind. Es wäre doch für alle eine Erleichterung — zumindest für uns User. Na ja, und mit der Monetarisierung müssten sich die Damen und Herren der Herstellerfirmen X und Y (um auf das obige Beispiel zurückzugreifen) ebenfalls etwas einfallen lassen.

Alles ist möglich; man muss es nur wollen.

Vielleicht ist folgende Intitiative ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Sechs Landtechnik-Firmen und die BayWa-Tochter FarmFacts wollen ein offenes Digital-Farming-System entwickeln. Die herstellerunabhängige Management-Software soll die Daten von allen Maschinen und Geräten verarbeiten und auswerten können.

An der „Next Machine Management“ Software beteiligen sich AGCO, Krone, Kuhn, Lemken, Pöttinger, Rauch und FarmFacts von BayWa. Das Modul soll in das Farm-Management-System Next Farming der Firma FarmFacts integriert werden.

Noch ein weiter Weg zu Open Source…

Verlassen wir die schöne Welt des Open Source und kehren zurück in die „Realität“.

Mit Daten sammeln und auswerten verfasst sich auch die Monsanto-Tochter The Climate Corporation. Nun will das Unternehmen ab 2018 seine Plattform auch in Deutschland, Frankreich und der Ukraine mit einer vorkommerziellen Version starten. Ähnlich wie in den USA, soll das Dienstleistungs-Tool „Climate FieldView“ die Daten vom Mähdrescher, Düngerstreuer und Co. sammeln, bündeln und auswerten.

Laut Unternehmensangaben, nutzen rund 100.000 Landwirte aus den USA die Software. Nun sollen auch die Europäer davon profitieren.

Ein paar technische Details:

Die App läuft auf handelsüblichen Tablets und ist kostenpflichtig. Die Daten werden per Funk übertragen. Die Datenbank basiert auf einer Cloud-Lösung, d.h. man kann mit mehreren Geräten darauf zurückgreifen. Ein Teilen der Daten mit Mitarbeitern und Beratern ist ebenfalls möglich.

Auf der Agritechnica ist für jeden etwas dabei

Egal ob Landtechnik-Hardcore-Fan oder Drohnen, Smart Farming und Virtual Reality Befürworter — auf der diesjährigen Agritechnica ist definitiv für jeden etwas dabei.

Verirren kann sich heute wirklich keiner mehr; die kostenlose Agritechnica-App steht jedem zur Verfügung der ein Smartphone hat und sollte der eine oder andere von Euch auf die „old-school Lösung“ des miteinander redens zurückgreifen (wovon ich ein großer Fan bin), dann kommt Ihr problemlos mit der Navigation zwischen den Messehallen klar.

In diesem Sinne, viel Spass auf der Agritechnica 2017. Ich freue mich Euch in Hannover persönlich kennen zu lernen.

John Deere-Landtechnik

John Deere investiert in künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist die Zukunft der Landwirtschaft. Mit seiner Übernahme von Blue River Technology zeigt John Deere, dass das Unternehmen definitiv dieser Meinung ist. 

Für viele klingt „Künstliche Intelligenz“ nach Science Fiction. Es ist immer wieder in den Schlagzeilen. Aber im Alltag ist es eigentlich bisher kaum vertreten.

Der eine oder andere unter uns ist noch in einer Welt aufgewachsen, in der man zum Telefonieren zur nächsten Telefonzelle gegangen ist.

Maschinen die eigenständig denken, in nicht allzu ferner Zukunft gehören Sie wohl genauso zum Alltag dazu wie heute das Handy.

Wahrscheinlich können wir Landwirte uns in dieser Hinsicht glücklich schätzen, weil in unserem Bereich mit Hochdruck nach effizienteren und produktiveren Lösungen gesucht wird.

Aber zunächst erstmal die Schlagzeilen der vergangenen Tage:

1) Für Mais, Roggen und Sorghum gesenkte Zölle

Die Europäische Union hat die Importzölle für Mais, Roggen und Sorghum auf 5,61 Euro pro Tonne gesenkt.

Die Anpassung der Zölle erfolgt, damit die europäischen Landwirte vor einer Benachteiligung auf dem Markt geschützt werden.

Der Einfuhrzoll wird stetig automatisch angepasst. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen dem EU-Referenzpreis und der US-Maisnotierung.

Die US-Maisnotierung gilt als Maßstab für das Maismarktpreisniveau. Aufgrund der aktuellen Stärke des Dollars erfolgte die Senkung der Einfuhrzölle.

2)  Xavier stoppt Ernte und Gülleausbringung

In Niedersachsen hat Xavier vielen Landwirten einen dicken Strich durch die diesjährige Ernte und der Aussaat von Wintergetreide gezogen.

In seiner Wucht hat er nicht nur Baum zum Umstürzen gebracht. Viele Maisbestände haben sich ebenfalls teilweise und ganz auf die Erde gelegt.

Wegen dem starken Regen können viele Maisschläge nicht befahren werden. Mit anhaltendem Regen wird die Ernte zunehmend weiter erschwert.

Die Gülleverordnung schreibt sehr klare Fristen für die Ausbringung vor. Leider richten sich Naturgewalten mit ihren Auswirkungen nicht nach den bürokratisch festgelegten Terminen.

Aufgrund des starken Dauerregens sind die Felder unbefahrbar.

Niedersächsische Landwirte stehen vor der Herausforderung, trotz Xavier und Bürokratie die Aussaat des Wintergetreide bestmöglich zu vollziehen.

(Quelle: Agrarheute)

3) Brexit und mögliche Auswirkungen für britische Landwirte

Vom britischen Büro für die Entwicklung des Land- und Gartenbaus (Agriculture & Horticulture Development Board – AHDB) wurden die Auswirkungen für die britischen Landwirte nach Brexit unter die Lupe genommen.

Drei Szenarien wurden von der Behörde näher beleuchtet:

  • Freihandelsabkommen mit der EU: die Landwirte können mit einem stabilen, gegebenenfalls leicht ansteigendem Einkommen rechnen
  • Abschaffung von Freihandelsabkommen mit der EU und der  Direktzahlungen sowie Null-Setzung der Einfuhrzöllen: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann von 23.000 GBP auf bis zu 15.000 GBP sinken
  • Beibehaltung eins Teils des Außenschutzes: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann auf bis zu 20.000 GBP fallen.

Wie bei allen politischen Veränderungen gilt auch beim Brexit für die britischen Landwirte sich so früh wie möglich über die Konsequenzen für den eigenen Hof ein Bild zu verschaffen, um rechtzeitig notwendige Anpassungen einleiten zu können.

4) 300 Millionen an Strafzahlung rechtens

Die EU-Milchabgabevorschriften, die für jeden Milchviehhalter die Höhe der Milchlieferungen festlegte, gehören seit dem 31. März 2015 der Vergangenheit an.

Milchviehhalter hatten geklagt, da sie Strafen, die wegen einer Überlieferung im Milchwirtschaftsjahr 2014/2015 gezahlt werden mussten, für nicht rechtswidrig hielten, da diese nach dem 31. März 2015 fällig wurden.

Nun hat der Bundesfinanzhof in letzter Instanz bestätigt, dass diese rechtskonform sind. Bis zum Stichtag der Abschaffung, war die Milchquote in Kraft. Dies ist ausschlaggebend, auch wenn die Zahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt rückwirkend eingefordert wurde.

Die Strafzahlungen sind wohl nicht der einzige Punkt, der im Zusammenhang mit der Milchquote die Landwirte beschäftigt.

Seit dem Wegfall im Frühjahr 2015 haben netto über 5600 Betriebe die Milchproduktion aufgegeben. Insbesondere in Süddeutschland haben viele Landwirte ihren Betrieb aufgegeben.

Auffällig ist, dass inbesondere die Milchviehhaltung mit kleineren Betriebseinheiten nicht mehr rentabel erscheint.

Von den Betrieben mit weniger als 100 Kühen haben über 6100 Höfe aufgeben. Die Zahl der Betriebe mit über 100 Kühen ist hingegen um rund 560 Betriebe gestiegen.

John Deere auf Zukunftskurs

Landtechnik weißt heutzutage bereits mehr intelligente Technik auf, als Aussenstehende wohl vermuten würden.

Landwirtschaft gehört zu einer der innovatisten Branchen. Dies beweist jetzt auch John Deere.

Das Unternehmen hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Blue River Technology unterzeichnet.

Hier ein kurzer Einblick, wenn auch auf Englisch, was das Unternehmen macht.

Sehen und Sprühen – Gezielte Unkrautkontrolle

Quelle: Blue River Technology

Die Maschinen erkennen die einzelne Pflanzen, sprich das Unkraut und wenden entsprechend nur für die einzelne Unkrautpflanze gezielt die Pflanzenmittel an. 

Blue River Technology ist spezialisiert auf die Entwicklung von Technologien und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, die eine gezielte Behandlung von Einzelpflanzen ermöglichen.

John Deere nimmt damit ein kalifornisches Start-Up auf, dass als innovativer Vorreiter neue, zukunftsweisende Ansätze einbringen wird.

Blue River Technology setzt auf Bilderkennungssystemen, Robotertechnologie und „lernenden Maschinen“, die einzelne Pflanzen erkennen, identifizieren und entsprechende Maßnahmen gezielt durchführen.

Ziel ist es

  • Maßnahmen an den Pflanzen gezielter durchführen zu können damit
  • Ganzflächenbehandlungen überflüssig werden und somit
  • der Herbizidaufwand deutlich gesenkt werden kann.

Damit ist auch John Deere definitiv auf Innovation in Richtung Precision Farming eingenordet.

Was meint Ihr, wie lange wird es noch dauern, bis die Behandlung von Einzelpflanzen in der deutschen Landwirtschaft Standard sein wird?