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Artenschutz-Blumenwiese-Agrarbetrieb

Wie kann Artenschutz funktionieren?

Erst am Dienstag hat ein Schäfer auf einem Cuxhavener Deich sechs seiner Schafe an den Wolf verloren. Geht der Artenschutz zu weit? Die Diskussion ist abermals entfacht. 

Der Artenschutz in Deutschland und auch anderen Ländern ist ein heikles Thema. 

Zum einen steht es außer Frage, dass er ernorm wichtig ist. Die Natur ist ein sensibles Zusammenspiel von dem kleinsten bis zum größten Lebewesen. 

Kein anderes Tier wie die Biene zeigt wohl auf, wie eins mit dem anderen verbunden ist. Und es ist schön von Erfolgen wie beim Biber, Seeadler oder auch Wolf zu hören. 

Aber gerade beim Wolf zeigt sich, dass es nicht nur damit getan ist, eine Tierart zu schützen: 

Wo sind die Grenzen beim Artenschutz?

Der Wolf ist ein Raubtier. Ein intelligentes dazu. Und Nutztiere sind, zugegebenermaßen, eine idealle Beute.

Es wird an Konzepten gearbeitet, wie Nutztiere und Wolf zukünftig besser zusammenleben können.

Hier prallen jedoch auch sehr unterschiedliche Einstellungen zum Thema aufeinander. Die Diskussionen halten derweilen an.

Sicher ist jedoch eins: es ist kein Thema, dass noch sehr lange auf die Bank geschoben werden kann.

Gerade die Schafhaltung auf Deichen zeigt, dass es nicht getan ist mit Handlungsanweisungen wie: baut bessere und wolfssichere Zäune um die Herden.

Dies ist vielerorts nicht umsetzbar. Und die zunehmenden Berichte, dass der Wolf die Scheu vor Menschen verliert, zeigen ebenfalls auf, dass es mit den derzeitigen Regelungen nicht getan ist.

Tierschutz bewegt sich in einem sehr sensiblen Umfeld: bei Nutztieren prallt das Wohl der Tiere mit der Wirtschaftlichkeit aufeinander.

Bei Wildtieren, kann der Schutz einer Tierart zu Lasten anderer gehen:

Kann Artenschutz zu weit gehen?

Nehmen wir beispielsweise die Elefanten in Südafrika. Nachdem diese aufgrund des Elfenbeins gnadenlos gejagt wurden, konnten sich die Bestände aufgrund der strikten Tierschutzgesetze erholen.

Mittlerweile sind die Bestände jedoch derart explosionsartig gestiegen, dass die große Elefantenpopulation ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellen:

Elefanten benötigen bis zu 200 Kilogramm Nahrung am Tag. Ressourcen hierfür stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Zuviele Elefanten können zudem mit ihrem Gewicht erheblich zur Versiegelung von Böden beitragen – jeder kennt den Effekt von Trampelpfaden, auf denen keine Wiese mehr wächst.

Die Erfolgsgeschichte des Elefanten kann für andere Tiere wie dem Spitzmaulnashorn somit auch zur Bedrohung werden.

Der Schutz einer Tierart kann erheblich zu Lasten von anderen Tierarten, die ebenfalls auf die Nahrung und Natur für ihr Überleben angwiesen sind, gehen.

Bei uns gibt es keine Elefanten, aber wir freuen uns auf eine wachsende Wolfspopulation. Die Rückkehr des Wolfes ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Aber: 

Eine zunehmende Population hat unmittelbare Folgen, insbesondere für Nutztierhalter, deren Existenz durch Übergriffe auch gefährdet werden kann.

„Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, meint deshalb Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (VJE) in Auftrag gegebenes Gutachten empfiehlt nun den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland.

Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern praktiziert. Ab wann muß dem Artenschutz Einhalt geboten werden, um andere Arten, ob Nutztier oder Mensch, zu schützen?

Artenschutz in der Landwirtschaft

Der Wolf wird stark diskutiert, weil er beim Kontakt mit der Zivilisation und Landwirtschaft durchaus auch als „Gewinner“ hervorgeht. 

Beim Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und anderen Wildtieren, etwa dem Rebhuhn, gewinnt eigentlich immer die Landwirtschaft. 

Ein Drittel aller Tierarten in Deutschland sind gefährdet. Die Existenz oder Nicht-Existenz einzelner Tiere fällt nicht direkt ins Gewicht. 

Über die Zeit sind die Zahlen jedoch schockierend. Um beim Rebhuhn zu bleiben: in Hessen allein wurde vor 60 Jahren noch 100.000 Vögel pro Jahr (!) von den Jägern geschossen. 

Heute besteht die gesamte Rebhuhn-Population aus gerade mal geschätzten 3.000 Tieren, wenn überhaupt. 

Es ist nicht zu Verleugnen, dass die moderne Landwirtschaft ihren Anteil an dem Aussterben vieler Arten hat. 

Die wirtschaftlichen Anbaumethoden mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, fehlenden Ackerrandstreifen und anderem sind nicht gerade förderlich. 

Entsprechend wird in der Presse schnell über die Landwirtschaft hergezogen. Aber auch diese Betrachtungsweise ist sehr einseitig. 

Denn, so unsere Meinung bei Agrarbetrieb: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies gilt auch für die konventionelle Landwirtschaft. 

Landwirtschaft und Artenschutz

Im letzten Jahrhundert hat sich die Landwirtschaft so stark geändert wie nie zuvor. Die Folgen der Revolution auf dem Feld haben sich erst in diesem Jahrhundert gezeigt. 

Seitdem hat ein starkes Umdenken eingesetzt. Und die technologischen Möglichkeiten vereinfachen mehr denn je den Schutz von Wildtieren. 

Aber auch fernab von Technologien setzen viele Landwirte Maßnahmen um, die regional den Umweltschutz fördern.

Agrarbetrieb etwa, hat eine Leidenschaft für Blumenwiesen.

Nicht nur erfreut die Blütenpracht das Auge und Herz, sie fördert die Artenvielfalt und bietet die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, insbesondere Insekten. 

Wir haben deshalb auch die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen. So kann jeder aktiv beim Artenschutz mithelfen und dabei sich selbst oder anderen eine Freude machen.

(Nähere Informationen findet Ihr übrigens unter „Blumenwiese„.)

Natürlich interessiert mich wieder Eure Meinung zum Thema: wie sind Eurer Meinung nach moderne Lebensweise und Artenschutz miteinander zu verbinden?

Digitalisierte Landwirtschaft Agrarbetrieb

Digitalisierte Landwirtschaft – Auf in die Zukunft

Keine Frage, landwirtschaftliche Themen lösen mehr denn je hitzige Diskussionen aus. Gegensätzliche Positionen treffen aufeinander, scheinbar unvereinbar. Aber ist dem wirklich so? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Antwort sein?

Bei landwirtschaftlichen Themen bekommt man oft den Eindruck, dass man entweder für die eine oder andere Position ist. Nach dem Motto: wenn man für konventionelle Landwirtschaft ist, dann ist man automatisch gegen Umweltschutz oder Gesundheit.

Schwarz oder weiß. Andere Positionen sind scheinbar nicht möglich. Aber ich denke, es ist an der Zeit, dieses Schubladendenken hinter uns zu lassen.

Zunächst aber einmal zu den Themen, die diese Woche die Gemüter erregen:

Riegel vor Flächenversiegelung

13,1 Hektar pro Tag – soviel geht derzeit in Bayern an Fläche für Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren.

Die im Landesentwicklungsprogramm geplanten Änderungen zeigen, dass Kabinett und Wirtschaftsausschuss weiterhin “Großes” mit Bayern vorhaben.

Bayern ist bereits der Spitzenreiter unter den Bundesländern, was den täglichen Flächenverbrauch angeht.

Flächenverbrauch heißt ganz allgemein, dass natürlicher Boden mit Bauwerken bedeck wird. Diese Bebauung führt zur Flächenversiegelung.

Die Bodenfruchtbarkeit und eine spätere Nutzung etwa für Land- oder Forstwirtschaft werden hierbei stark beeinträchtigt.

Deshalb wollen die Bayerischen Grünen ein Volksbegehren gegen die rasante Asphaltierung Bayern einleiten.

Das Ziel: die Umwandlung von Freiflächen soll auf 4,7 Hektar pro Tag begrenzt werden.

Da die Umwandlung wohl insbesondere auch die Landwirte betrifft, denen Ackerboden durch die Umwandlung in Siedlungs- und Verkehrflächen verloren gehen würde, sehen die Grünen den Bauernverband als möglichen Unterstützer des Kurses.

Auch deutschlandweit wird angestrebt, die Umwandlung von Wald, Grünland oder Ackerland in Siedlungs- und Verkehrsflächen weiter auszubremsen.

Laut Zahlen aus dem Bericht “Daten zur Umwelt 2017” des Umweltbundesamtes sind in den Jahren 2012 – 2015 ca. 66 Hektar Land pro Tag deutschlandweit umgewandelt wurden.

Zwar hat sich damit der tägliche Flächenverbrauch stark verringert, das Ziel ist jedoch, im Jahr 2030 nur noch 30 Hektar am Tag umzuwandeln.

Während in Deutschland die Verwendung von Fläche diskutiert wird, geht es auf EU-Ebene gerade darum, was auf den Flächen zum Einsatz kommen darf, oder auch nicht:

Verschärfung beim Einsatz von Neonikotinoiden

Für viel Aufregung sorgt derzeit das Vorhaben der EU-Kommission, den Einsatz von Neonikotinoiden stark einzuschränken.

Es ist die Rede davon, das flächendeckende Verbot von Neonikotinoiden auf die Beizung von Getreide und Rüben auszuweiten. Auch in der Vegetationsperiode soll das Insektizid zukünftig nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Bereits im Jahr 2013 wurden der Einsatz einiger der zu dieser Gruppe gehörenden Insektizide verboten.

Zukünftig sollen die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nur noch in Gewächshäusern erlaubt sein.

Die einst als harmlos umjubelten Neonikotinoide hatten sich als verheerend für Insekten wie beispielsweise Bienen herausgestellt.

Mit dem Verbot der Neonikotinoide will die EU-Kommission unter anderem noch wirksamer gegen das Insektensterben vorgehen.

Noch ist ein Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) abzuwarten, mit dem im November gerechnet wird.

Bis dahin werden die Diskussionen sich wohl noch stark verstärken:

die Anbauer von Rüben argumentieren, dass sie nicht mehr Herr über die Blattlaus werden und der Rübenertrag erhebliche Einbussen erleiden wird.

Andere meinen, dass ein Verbot, etwas für Rüben unsinnig ist, weil als nichtblühende Pflanzen kann der Einsatz für Bienen hier ja nicht gefährlich sein.

Diese Argumente werden mit Sicherheit auch von den herstellenden Konzernen wie Bayer und Syngenta untermauert.

Auf der anderen Seite ist die Fraktion, die Agrargifte nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes verbieten möchte.

Hier wird auch argumentiert, dass ein Mittel, das sich derart auf das Nervensystem von Insekten auswirkt, sicher auch nicht gut für die menschliche Gesundheit sein kann.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit – die beiden Begriffe werden oft gegenübergestellt, als ob das eine das andere ausschliesst.

Vielleicht galt das im letzten Jahrhundert so, aber wir leben im Zeitalter der Digitalisierung.

Digitalisierte Landwirtschaft als Brücke

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde es aufregend und spannend, was sich auf dem Gebiet der Landwirtschaft derzeit alles tut.

Die Debatte um den Flächenverbrauch und den Einsatz der Insektizide sind nur Beispiele, für die Herausforderungen, die zu meistern sind.

Aber im gleichen Atemzug, in dem all die unterschiedlichen Anforderungen an die Landwirtschaft gestellt werden, entfalten sich auch die Möglichkeiten, die wir Landwirte haben, wie nie zuvor.

Es ist nicht mehr, dass man auf der einen Seite oder auf der anderen Seite stehen muss. Warum muss es “konventionell versus ökologisch”, “wirtschaftlich versus nachhaltig” und ähnliches sein?

Digitalisierte Landwirtschaft ist für mich das Zauberwort:

Satellitengesteuerter Traktor: Landwirtschaft der Zukunft?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Die Zusammenarbeit von IT und Landwirtschaft ist noch in den Kinderschuhen, aber wird, wie bei Kindern, schneller erwachsen, als man es glaubt.

Satelittengesteuerte Traktoren, die, fast, für jede Pflanze auf dem Feld ein eigenes Wachstumspaket zur Verfügung stellen? Klingt nach Utopie, aber ist längst eine realisierbare Möglichkeit. 

Das ist es – die Möglichkeiten sind da. Aber wie innovativ sind wir beim Anwenden und Umsetzen? 

Wie Ihr in dem Beitrag seht, es hängt zumeist nicht an dem, was möglich ist, sondern daran, wie jeder einzelne Landwirt für sich bereit ist, sich mit dem Wandel zu beschäftigen; bereit ist ein Voreiter zu sein.

Und wenn die Politik in Ihrem Schwarz-Weiß denken verhaftet ist, als Landwirt hat man mehr denn je, die Möglichkeiten, nach seinen eigenen Kriterien Landwirtschaft zu betreiben. 

Stadt und Land müssen keine Gegensätze sein, um nochmal auf das Thema Flächenverbrauch zurückzukommen.

Ebenso müssen Umweltschutz und ertragreiche Landwirtschaft keine Gegensätze sein. 

Wie seht Ihr die technischen Entwicklungen? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Brücke schlagen und unterschiedliche Interessen zusammenführen?

Registrierkasse-Butter-Landwirtschaft

Registrierkasse: Ärger mit dem Finanzamt vermeiden

Nur Bares ist Wahres. Aber nicht für das Finanzamt. Ob offene Ladenkasse oder Registrierkasse, es schaut mit Argusaugen auf die Kassenführung. 

Aber wer meint, mit einer Registrierkasse auf der „sichereren“ Seite zu sein, schließlich hält die Registrierkasse ja alles genaustens fest, der irrt sich.

Die Rechtsprechung arbeitet fleißig daran, alle eventuell möglichen Steuerlücken zu schließen und die elektronische Speicherung und Überprüfung voranzutreiben.

Aber lasst uns zunächst auf ein „historisches“ Ereignis der letzten Tage schauen:

Butter so teuer wie nie

Bisher galt 1983 als das Jahr mit den höchsten Butterpreisen. Ja, das ist ganz schön lange her. Damals kostete eine 250-Gramm-Packung Butter umgerechnet 1,36 EUR.

Nicht so lange her liegt der historische Tiefstand von 65 Cent für eine 250-Gramm-Packung aus dem Jahr 2009.

Aber auch vor einem Jahr, im Juni 2016 lag der Durchschnittspreis für Butter noch bei 79 Cent pro 250 Gramm.

Seither haben die Preise für Butter gute Sprünge hingelegt und wollen scheinbar nicht aufhören zu klettern.

„Die Butterpreise befinden sich auf bisher nicht gekannten Höhen,“ so die Börsen- und Handelsmakler der H. Jürgen Kiefer GmbH.

Aldi Nord und Aldi Süd haben gerade erst nochmals die Preise um 30 Cent auf 1,79 EUR pro 250-Gramm-Packung angehoben. In der Tat, ein neue historischer Rekord.

Aber warum sind die Preise derart am Steigen?

Wie immer: Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis. Nach den Protesten der Landwirte wurde eine Reduktion der Milchmengen vereinbart.

Gleichzeitig stieg jedoch auch die Nachfrage nach Milch. Zudem haben Spekulanten die Warenterminbörsen als Alternative zu Niedrigzinsanlagen wiederentdeckt.

Der deutsche Lebensmittelmarkt ist hart umkämpft. Aldi gibt mehr oder weniger die Preise vor.

Wir können davon ausgehen, dass andere Ketten die Preise ebenfalls anziehen werden.

Auch für andere Lebensmittel wird mit einem Preisanstieg zu rechnen sein.

Insbesondere Produkte wie Backwaren, in denen Milch ein wichtiger Bestandteil ist, werden wohl zukünftig auch mehr kosten.

Die steigenden Preise scheinen jedoch auch schon zu einem leichten Rückgang der Nachfrage zu führen. Die nächsten Monate werden wohl erst zeigen, wie der Gewinn für die Landwirte aussehen wird. 

Um den Gewinn solls auch beim heutigen Hauptthema gehen: 

Registrierkasse: Finanzamt darf Einnahmen schätzen

Ob Hofladen oder Straßen- und Feldverkauf, wenn landwirtschaftliche Betriebe direkt vermarkten, dann sind meist erhebliche Barumsätze im Spiel.

Eine ordnungsgemäße Kassenführung ist  das A und O, um mit dem Finanzamt keinen Ärger zu bekommen.

Viele Landwirte nutzen die Vorzüge der Registrierkasse für Ihre Kassenführung. Wenn das Finanzamt dem Kassenprotokoll Eurer PC-gestützten Ladenkasse nicht vertraut, habt Ihr ein Problem. 

Der Fiskus darf Eure Einnahmen schätzen. Und das kann zu satten Nachzahlungen führen. 

In Punkto Registrierkassen ist die Rechtsprechung gerade viel am Änderung. Zeit, um die Kassenführung nochmals unter die Lupe zu nehmen: 

Offene Ladenkasse

Da die Kasseneinnahmen und -ausgaben jeden Tag in einem Kassenbericht vollständig und richtig sowie zeitgerecht und geordnet festgehalten werden müssen, ist die offene Ladenkasse wohl ein wenig aufwendiger als die Registrierkasse.

Die Tageseinnahmen erreichnen sich wie folgt:

Kassenendbestand (ermittelt durch Zählung!) minus Kassenendbestand des Vortages minus Bareinlagen plus Ausgaben plus Barentnahmen.

Tips für die Offene Ladenkasse

  • Ermittelt den Endbestand des Tages wirklich durch Zählen. Ein Zählprotokoll mit Unterschrift, Datum und Uhrzeit kann belegen, dass der Bericht wirklich am Ende des Geschäftstages erstellt wurde
  • Haltet ein Schema (siehe oben) für die Berechnung der Tageseinnahmen ein, formal und zeitlich. Kassenberichte müssen täglich erstellt werden. Moment, täglich? Wie will das denn das Finanzamt prüfen?  Betriebsführer sind detailsbesessen: Schriftbild, Kuli, Wortwahl, … es wird nach allem gesucht, was überführen könnte.

Eine Registerkasse ist deshalb sehr beliebt: sie zeichnet alles für einen auf. Der Abschluß des Tages ist einfach per Ausdruck des Tagesendsummenbon erledigt.

Registerkasse

Aber auch hier, Registrierkasse ist nicht gleich Registrierkasse. Überlegt Euch vor dem Kauf, was diese für Euch übernehmen soll.

Kann das Gerät nicht alle steuerrelavanten Informationen für Euch speichern und in entsprechenden Formaten übertragen, bleibt Ihr weiterhin auf eine Menge zusätzlichem Papierkram sitzen.

Jetzt könnte man meinen, dass eine Registerkasse für einen Vorteile gegenüber dem Finanzamt bringt, schließlich ist doch alles zweifelsfrei dokumentiert. Nein, denn:

„Für die Finanzverwaltung ist jeder Unternehmer, der ausschließlich oder überwiegend mit Bargeld hantiert, ein potentieller Steuerhinterzieher„, meint Bettina Rau-Franz, Steuerberaterin aus Velbert.

Und seit kurzem haben die Finanzbehörden elektronische Registrierkasse und PC-gestütze Kassensysteme im Visier. Das Finanzamt hält diese für einfach manipulierbar.

Beim Eingeben eines neuen Preises etwa, wenn die Kasse automatisch ein Protokoll hierfür erstellt, ist dies für die Behörde nicht zulässig. Es kann halt manipuliert werden, so die Argumenation.

Und damit mit Registrierkassen nicht mehr soviel Steuern hinterzogen werden, wurde ein neues Gesetz erlassen.

Zukünftige Bestimmungen für Registrierkassen

  • Ab 01. Januar 2020: alle Kassen, die dann angeschafft werden, müssen über eine technische Sicherheitseinrichtung verfügen, bei der ab dem ersten Tastendruck alle Eingaben unveränderlich und verschlüsselt gespeichert werden
  • Für bereits bestehende Registrierkassen wird der Einsatz einer technischen Sicherheitseinrichtung zur Pflicht. Mit dieser soll das nachträgliche Manipulieren verhindert werden.
  • Bei nicht-nachrüstbaren Kassensystemen besteht eine Übergangsfrist bis 2020.
  • Ab 2018 dürfen die Finanzämter eine unangekündigte Kassen-Nachschau durchführen.
  • Es besteht künftig die Pflicht, dass man jedem Kunden einen Bon ausgibt. Man kann sich hiervon auch befreien lassen. Für Verkaufsstände auf Wochenmärkten wär dies zum Beispiel möglich.

Bereits seit Beginn diesen Jahres dürfen nur noch Kassensysteme verwendet werden, die bestimmte Anforderungen, wie das Speichern von Umsätzen für mindestens 10 Jahre erfüllen.

Ist die elektronische Registrierkasse Pflicht?

Quelle: akundo akademie

Wer noch ältere Systeme im Betrieb hat, sollte sich um eine Nachrüstung oder um einen Ersatz kümmern.

Zum einen drohen Strafgelder, zum anderen darf der Betriebsprüfer das Ergebnis schätzen, was zu Steuernachzahlungen führen kann.

Für alle landwirtschaftlichen Direktvermarkter, die Registrierkassen nutzen oder zukünftig nutzen möchten, sind deshalb die Vor- und Nachteile vor dem Hintergrund der neuen Bestimmungen gut abzuklären. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr bisher sammeln? 

Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?

Lebensmittel-Direktvermarktung-Landwirtschaft

Lebensmittel – Regionalität und Qualität sind gefragt

Der Anteil, den Verbraucher von Ihrem Einkommen für Lebensmittel ausgeben, wird immer kleiner. Von einem Euro Ausgaben für Nahrungsmittel gehen nur noch 22 Cent an den Landwirt. 

Der aktuelle Situationsbericht 2016/2017 des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gibt ein umfassendes Bild der Landwirtschaft in Deutschland wieder.

Der Report spricht viele Themen, von Ressourceneinsatz, über die Agrarstruktur bis hin zu agrarpolitischen Themen an.

Er zeigt auf, wie wichtig die Landwirtschaft für die Volkswirtschaft in Deutschland ist.

Landwirtschaft ist wichtig für die deutsche Volkswirtschaft

Mit 52 Milliarden EUR Produktionswert, liegt der Agrarsektor deutlich über dem anderer Branchen, so etwa der Pharmaindustrie (46 Milliarden EUR).

Die wirtschaftlichen Indikatoren wie  Bruttowertschöpfung, Produktionswert oder gar Erwerbstätige in der Landwirtschaft weisen sinkende Zahlen für die letzten Jahre auf.

Aber dennoch, mit Ihrer Nachfrage, zum Beispiel nach Investitionsgütern, Betriebsmittel und Dienstleistungen stützt die Landwirtschaft die restliche Wirtschaft enorm:

Im Jahr 2015 betrugen die produktionsbedingten Ausgaben 44,1 Milliarden Euro. Davon fielen alleine 9,5 Milliarden auf Investitionen für Bauten und Maschinen.

Wusstet Ihr, dass auf einen landwirtschaftlichen Arbeitsplatz sieben weitere Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen kommen?

Besonders interessant fand ich allerdings auch die Statistiken zum Verbrauch und Verkauf von Lebensmitteln:

Die Ausgaben der Deutschen für Lebensmittel

Die deutschen Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke liegen mit 3 Prozent knapp über dem Europäischen Durchschnitt.

Die Preise in der Europäischen Union schwanken jedoch sehr stark mit Preisen in Dänemark von über 45 Prozent über dem Durchschnitt und Polen mit nur 63 Prozent des Europäischen Mittels.

Insgesamt geben die Verbraucher in Deutschland immer weniger Ihres Einkommens für Lebensmittel aus.

Die Einkommen der Verbraucher steigen, die Preise für Lebensmittel stiegen jedoch nur unterdurchschnittlich an.

Anfang der 70er Jahre erhielten wir Landwirte von einem Euro, der für Nahrungsmittel ausgegeben wurde, noch 48 Cent. In 2015 waren es nur noch 22 Cent.

Wobei es auch hier starke Schwankungen gibt: bei Milch- und Milcherzeugnisse betrug der Anteil 38 Prozent, bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnisse knapp 5 Prozent.

Zusammengefasst drücken die folgenden Zahlen die Entwicklung seit den 50er Jahren ziemlich gut aus:

  • die Löhne eines Industriearbeiters sind um mehr als das 23-fache gestiegen
  • die Brotpreise sind um das 11-fache gestiegen
  • die Getreidepreise haben sich nicht geändert

Bei einem Anstieg des Weizenpreises seit 1950, der nur der Inflationsrate entspricht, könnten wir für einen Doppelzentner (100 Kilogram) heute 87 Euro Erlös erhalten.

Lebenmittelhandel starke Machtposition in Deutschland

In anderen Branchen ist es üblich, sich höhere Produktionskosten entsprechend vom Verbraucher entlohnen zu lassen.

In der Ernährungsindustrie ist dies jedoch ziemlich schwer, denn die Verhandlungsmacht ist in Deutschland ziemlich klar verteilt:

Die 5 größten Deutschen Lebensmittelhändler vereinen einen Marktanteil von fast 75 Prozent!

Ihnen gegenüber stehen dagegen 6000 überwiegend kleine und mittelständische Hersteller von Lebensmitteln.

Und in Deutschland ist der Anteil an Discountern mit 42,3 Prozent weiterhin sehr hoch. Mit dieser Preismentalität unterscheidet sich Deutschland international auch von vielen anderen Ländern.

Regionale Lebensmittel liegen im Trend

Neben dem Preis ist aber ein weiterer Punkt für die Deutschen sehr relevant: Regionalität.

Regionale Lebensmittel werden von den Verbrauchern mit Geschmack, Qualität, Frische und Förderung der regionalen Wirtschaft in Verbindung gebracht.

Eine Umfrage (BMEL-Ernährungsreport 2016) ergab folgende Kriterien für den Einkauf:

Wonach kaufen Deutsche ihre Lebensmittel?

  • 75 % achten darauf, dass die Produkt aus ihrer Region kommen
  • 61 % schauen auf die Produktinformationen, etwa Nährstoffangabe
  • 58 % wollen preiswert einkaufen
  • 38 % kaufen Produkte einer bestimmten Marke
  • 33 % orientieren sich an bestimmten Siegeln
  • 28% probieren auch mal gerne Produkte aus der Werbung aus

Insbesondere die ersten beiden Faktoren werden mit zunehmenden Alter für Verbraucher relevant. Je älter die Kunden, desto mehr scheint auf die Qualität geachtet zu werden.

Ich habe Euch die oben genannten Statistiken aber nicht einfach nur rausgesucht, weil sie interessant sind.

Sie zeigen enorme Marktpotenziale für uns Landwirte auf. Lebensmittel müssen nicht immer nur über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden.

Einkaufen direkt vom Erzeuger

Quelle: buten un binnen

Für den ein oder anderen Betrieb lohnt sich die direkte Vermarktung an die Kunden.

Hierzu zählen nicht nur der klassische Hofladen, der Stand am Bauern- oder Wochenmarkt oder der saisonale Verkaufsstand an der Straße.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, weitere Kundenkreise zu erschliessen, etwa den gestressten Großstädter, der es nicht bis zum Hofladen schafft.

Ihr könnt die Direktvermarktung nicht alle wuppen oder bietet zu wenige Produkte auf Eurem Hof an? Vielleicht könnt Ihr mit einem Hof Eurer Region kooperieren.

Auch muss es nicht immer das frische Rohprodukt sein. Bequemen Fertiggerichte mit hoher Qualität sind ebenso gefragt.

Ihr seht, die Möglichkeiten der Direktvermarktung sind vielfältig und äußerst flexibel. Der Einstieg sollte jedoch auch wohl überlegt und geplant sein.

Denn wie im obigen Beitrag gezeigt wurde, die Direktvermarktung von Lebensmitteln bringt teils große Veränderungen für den Betrieb mit sich.

Es geht nicht ohne eine gute Organisation und Logistik. Und noch weniger ohne ein gutes, noch besser sehr gutes, Marketing- und Vertriebskonzept, das allem zugrunde liegt.

Welche Ratschläge könnt Ihr aufgrund Eurer Erfahrungen anderen auf Ihrem Weg zur Direktvermarktung mitgeben?