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Lebensmittel-Direktvermarktung-Landwirtschaft

Lebensmittel – Regionalität und Qualität sind gefragt

Der Anteil, den Verbraucher von Ihrem Einkommen für Lebensmittel ausgeben, wird immer kleiner. Von einem Euro Ausgaben für Nahrungsmittel gehen nur noch 22 Cent an den Landwirt. 

Der aktuelle Situationsbericht 2016/2017 des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gibt ein umfassendes Bild der Landwirtschaft in Deutschland wieder.

Der Report spricht viele Themen, von Ressourceneinsatz, über die Agrarstruktur bis hin zu agrarpolitischen Themen an.

Er zeigt auf, wie wichtig die Landwirtschaft für die Volkswirtschaft in Deutschland ist.

Landwirtschaft ist wichtig für die deutsche Volkswirtschaft

Mit 52 Milliarden EUR Produktionswert, liegt der Agrarsektor deutlich über dem anderer Branchen, so etwa der Pharmaindustrie (46 Milliarden EUR).

Die wirtschaftlichen Indikatoren wie  Bruttowertschöpfung, Produktionswert oder gar Erwerbstätige in der Landwirtschaft weisen sinkende Zahlen für die letzten Jahre auf.

Aber dennoch, mit Ihrer Nachfrage, zum Beispiel nach Investitionsgütern, Betriebsmittel und Dienstleistungen stützt die Landwirtschaft die restliche Wirtschaft enorm:

Im Jahr 2015 betrugen die produktionsbedingten Ausgaben 44,1 Milliarden Euro. Davon fielen alleine 9,5 Milliarden auf Investitionen für Bauten und Maschinen.

Wusstet Ihr, dass auf einen landwirtschaftlichen Arbeitsplatz sieben weitere Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen kommen?

Besonders interessant fand ich allerdings auch die Statistiken zum Verbrauch und Verkauf von Lebensmitteln:

Die Ausgaben der Deutschen für Lebensmittel

Die deutschen Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke liegen mit 3 Prozent knapp über dem Europäischen Durchschnitt.

Die Preise in der Europäischen Union schwanken jedoch sehr stark mit Preisen in Dänemark von über 45 Prozent über dem Durchschnitt und Polen mit nur 63 Prozent des Europäischen Mittels.

Insgesamt geben die Verbraucher in Deutschland immer weniger Ihres Einkommens für Lebensmittel aus.

Die Einkommen der Verbraucher steigen, die Preise für Lebensmittel stiegen jedoch nur unterdurchschnittlich an.

Anfang der 70er Jahre erhielten wir Landwirte von einem Euro, der für Nahrungsmittel ausgegeben wurde, noch 48 Cent. In 2015 waren es nur noch 22 Cent.

Wobei es auch hier starke Schwankungen gibt: bei Milch- und Milcherzeugnisse betrug der Anteil 38 Prozent, bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnisse knapp 5 Prozent.

Zusammengefasst drücken die folgenden Zahlen die Entwicklung seit den 50er Jahren ziemlich gut aus:

  • die Löhne eines Industriearbeiters sind um mehr als das 23-fache gestiegen
  • die Brotpreise sind um das 11-fache gestiegen
  • die Getreidepreise haben sich nicht geändert

Bei einem Anstieg des Weizenpreises seit 1950, der nur der Inflationsrate entspricht, könnten wir für einen Doppelzentner (100 Kilogram) heute 87 Euro Erlös erhalten.

Lebenmittelhandel starke Machtposition in Deutschland

In anderen Branchen ist es üblich, sich höhere Produktionskosten entsprechend vom Verbraucher entlohnen zu lassen.

In der Ernährungsindustrie ist dies jedoch ziemlich schwer, denn die Verhandlungsmacht ist in Deutschland ziemlich klar verteilt:

Die 5 größten Deutschen Lebensmittelhändler vereinen einen Marktanteil von fast 75 Prozent!

Ihnen gegenüber stehen dagegen 6000 überwiegend kleine und mittelständische Hersteller von Lebensmitteln.

Und in Deutschland ist der Anteil an Discountern mit 42,3 Prozent weiterhin sehr hoch. Mit dieser Preismentalität unterscheidet sich Deutschland international auch von vielen anderen Ländern.

Regionale Lebensmittel liegen im Trend

Neben dem Preis ist aber ein weiterer Punkt für die Deutschen sehr relevant: Regionalität.

Regionale Lebensmittel werden von den Verbrauchern mit Geschmack, Qualität, Frische und Förderung der regionalen Wirtschaft in Verbindung gebracht.

Eine Umfrage (BMEL-Ernährungsreport 2016) ergab folgende Kriterien für den Einkauf:

Wonach kaufen Deutsche ihre Lebensmittel?

  • 75 % achten darauf, dass die Produkt aus ihrer Region kommen
  • 61 % schauen auf die Produktinformationen, etwa Nährstoffangabe
  • 58 % wollen preiswert einkaufen
  • 38 % kaufen Produkte einer bestimmten Marke
  • 33 % orientieren sich an bestimmten Siegeln
  • 28% probieren auch mal gerne Produkte aus der Werbung aus

Insbesondere die ersten beiden Faktoren werden mit zunehmenden Alter für Verbraucher relevant. Je älter die Kunden, desto mehr scheint auf die Qualität geachtet zu werden.

Ich habe Euch die oben genannten Statistiken aber nicht einfach nur rausgesucht, weil sie interessant sind.

Sie zeigen enorme Marktpotenziale für uns Landwirte auf. Lebensmittel müssen nicht immer nur über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden.

Einkaufen direkt vom Erzeuger

Quelle: buten un binnen

Für den ein oder anderen Betrieb lohnt sich die direkte Vermarktung an die Kunden.

Hierzu zählen nicht nur der klassische Hofladen, der Stand am Bauern- oder Wochenmarkt oder der saisonale Verkaufsstand an der Straße.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, weitere Kundenkreise zu erschliessen, etwa den gestressten Großstädter, der es nicht bis zum Hofladen schafft.

Ihr könnt die Direktvermarktung nicht alle wuppen oder bietet zu wenige Produkte auf Eurem Hof an? Vielleicht könnt Ihr mit einem Hof Eurer Region kooperieren.

Auch muss es nicht immer das frische Rohprodukt sein. Bequemen Fertiggerichte mit hoher Qualität sind ebenso gefragt.

Ihr seht, die Möglichkeiten der Direktvermarktung sind vielfältig und äußerst flexibel. Der Einstieg sollte jedoch auch wohl überlegt und geplant sein.

Denn wie im obigen Beitrag gezeigt wurde, die Direktvermarktung von Lebensmitteln bringt teils große Veränderungen für den Betrieb mit sich.

Es geht nicht ohne eine gute Organisation und Logistik. Und noch weniger ohne ein gutes, noch besser sehr gutes, Marketing- und Vertriebskonzept, das allem zugrunde liegt.

Welche Ratschläge könnt Ihr aufgrund Eurer Erfahrungen anderen auf Ihrem Weg zur Direktvermarktung mitgeben?

Landwirtschaft Wolf Nutztier

Der Wolf – ein Märchen mit Happy End?

Für Tierschützer wird ein Traum war, der sich für so manchen Landwirt zum Alptraum entwickelt. Der Wolf ist nach ca. 150 Jahren wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Und er sorgt zunehmend für heftige Diskussionen. Für die einen ist die Rückkehr des Wolfs eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, ein Märchen mit Happy End.

Mit zunehmender Population wachsen jedoch auch die Herausforderungen. 

Lasst uns heute mal schauen, was es mit dem ganzen Wolfsthema aufsicht hat. Denn es werden wohl nicht nur Besitzer von Weidetier betroffen sein. 

Was passiert, wenn Ihr bei der Feldbegehung einem Wolf begegnet? 

Aber fangen wir von vorne an.

Der Wolf in Deutschland

Die meisten von uns kennen Wölfe nur aus Märchen wie Rotkäppchen.

Diese alten, überlieferten Geschichten ebenso wie die beliebten modernen Serien und Filme mit Werwölfen prägen wohl unser Wissen und unsere Ideen über den Wolf:

ein unberechenbares, gefährliches Raubtier, das Schafe reißt, aber auch nicht vor einsamen Wanderern halt macht, die im Wald unterwegs sind.

Wachsende Population unter strengem Naturschutz

1990 wurde der Wolf bundesweit unter Naturschutz gestellt.

Aus den östlichen und südlichen Nachbarländern hat der Wolf anschließend seinen Weg zurück nach Deutschland gefunden.

Seit dem Jahr 2000, indem erstmals wieder Wolfswelpen bei uns geboren wurden, ist die Population stetig gewachsen.

Wölfe im Visier

Quelle: Fritzz derbub

Derzeit gibt es 70 Rudel und Paare in Deutschland. Dies entspricht etwa 700 Wölfen. Die Wölfe und Paare verteilen sich wie folgt auf die Bundesländer:

  • Brandburg: 24
  • Sachsen: 18
  • Niedersachsen: 11
  • Sachsen-Anhalt: 11
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4
  • Bayern: 2

(Quelle: Nabu, Stand 01.03.2017)

Statistisch gesehen könnten in Deutschland 440 Rudel Platz finden.

Diese Anzahl wird wohl nicht erreichbar sein, da es durchaus auch Gebiete in Deutschland gibt, die für den sehr anpassungsfähigen Wolf als Lebensraum ungeeignet sind (zu wenig Nahrungsangebot, zu viele Straßen, …)

Größter „natürlicher“ Feind des Wolfes sind Autos. Es ist eher selten, dass ein Tier eines natürlichen Todes oder durch Abschluß stirb. 

Tierschützer sind begeistert von der zunehmenden Wolfspopulation. Das generell sehr scheue Tier lebt auch zurückgezogen.

Dennoch:

Es häufen sich die Meldungen über gerissene Nutztiere und über Wölfe, die dem Menschen sehr nah kommen. Der Wolf verliert anscheinend zunehmend die Scheu vor dem Menschen.

Tierschutzgesetz nicht mehr adäquat?

Zwar dürfen besonders auffällige Wölfe geschossen werden. Den Tierhaltern, deren Tiere auf der Weide in Nachbarschaft zum Wolf wohnen, ist dies jedoch keine Hilfe.

Denn der Wolf ist ein Tier, dass sich durchaus die Nahrung nimmt, die für ihn am leichtesten zugänglich ist.

Wenn der Wildtierbestand nicht dicht genug ist, greift der Wolf entsprechend Nutztiere auf der Weide an.

Für den Wolf gilt ein strenger Naturschutz. Dieser wurde allerdings aufgestellt, als das Tier in Deutschland als quasi ausgestorben galt.

Die Situation hat sich seitdem geändert.

In 2016 gab es in Sachsen 23 gemeldete Übergriffe des Wolfes auf Nutztiere. 125 Tiere überlebten diese nicht.

In Niedersachsen leben zwar weniger Rudel und Paare, diese schafften es jedoch auf 27 Angriffe mit insgesamt 135 gerissenen Nutztieren.

Kein Wunder also, dass die Stimmen, die ein besseres Wolfsmanagement einfordern immer lauter wurden und weiterhin werden.

Während Tierschützer fordern, dass die Landwirte ihre Tiere, beispielsweise durch Zäune, besser schützen sollen, argumentieren die Landwirte, dass ein rundum Schutz praktisch nicht umsetzbar und auch nicht bezahlbar ist.

Und endlich reagiert nun auch die Politik.

Eine Arbeitsgruppe soll nun prüfen, wie es um den Erhaltungszustand des Wolfes steht.

“Die Umweltminister von Bund und Ländern müssen sich der flächendeckenden Ausbreitung des Wolfes in Deutschland endlich ernsthafter widmen und Entscheidungen treffen. Wenn die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und Gehewild nicht wirksamer geschützt wird, ist das Ende dieser Haltungsform von Nutztieren eingeleitet.” Hendrik Wendorff, Präsidiumsmitglied des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Bauernpräsident von Brandenburg

Aber nicht nur für Nutztiere steigt die Wahrscheinlichkeit, einem Wolf zu begegnen.

Wie sieht es mit Wanderern, Spaziergängern oder Fahrradfahrern aus, die mitten im Wald einem Wolf oder gar einem ganzen Rudel begegnen?

Es stellt sich für jeden, der im Wolfsgebieten lebt die Frage:

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?

Wie gesagt, normalerweise hält sich der Wolf von Menschen fern.

Meist wird man einzelnen Tieren begegnen. Ganze Rudel sind eher unwahrscheinlich.

Allerdings könnten Jungtiere, die generell unerfahrener und neugierer sind, ohne ältere Tiere auf Entdeckungstour sein.

Haltet die folgenden Regeln im Fall einer Begnung ein: 

  • Zeigt Respekt: es handelt sich um ein Wildtier. Anlocken oder gar Füttern sind ein absolutes Tabu.
  • Zieht Euch langsam zurück: behaltet einen kühlen Kopf, bleibt stehen und zieht Euch ggf. langsam zurück
  • Versucht Euch groß zu machen: wenn der Wolf sich nicht verzieht oder Euch gar folgt, dann versucht es mit Anschreien, Klatschen oder gar etwas werfen.

In Wolfsgebieten hören Hunde grundsätzlich an die Leine. Ein freilaufender Hund kann von Wölfen durchaus wenig Gegenliebe in deren Revier erfahren.

Verhaltet Euch mit dem Hund genauso wie ohne. Bleibt ruhig, damit Euer Hund nicht unruhig wird und auf die Idee kommt, Euch verteidigen zu wollen. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr eventuell schon mit dem Wolf sammeln und was sollte Eurer Meinung nach ein wirksames Wolfsmanagement enthalten?

mahd gruenschnitt landwirtschaft grassilage

Die optimale Mahd für beste Futterqualität

Es ist Mai. Für viele Landwirte in den Grünlandgebieten steht die Mahd an.

Eine entscheidende Frage, die sich jedes Jahr aufs Neue stellt, ist der optimale Zeitpunkt des Grünschnittes.

Ist dieser festgelegt, heisst es zudem, die Mahd bestmöglich tierschutzgerecht durchzuführen.

Wildtierrettung bei der Mahd

Die Mahd von Grünland und Energiepflanzen überschneidet sich zeitlich mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere.

Im Grünland wähnen diese den Nachwuchs in Sicherheit. Auf moderne Landwirtschaft hat sie die Evolution jedoch nicht vorbereitet.

Wildunfälle sind nicht nur unschön, sondern können dem Landwirt und Jagdpächter auch Schaden zufügen.

Wie kann das Risiko eines Wildunfalls vermieden werden?

Verschiedene Maßnahmen können hierbei helfen:

Sprecht den Termin mit dem Jagdpächter ab

Der Tierschutz setzt nicht erst ein, wenn die Mahd vollzogen wird.

Der Beginn der Mahd sollte rechtzeitig, d.h. mindestens 24 Stunden vorher, mit dem Jagdpächter abgesprochen sein, damit genug Zeit ist, Maßnahmen zur Wildtierrettung durchzuführen.

Nutzt die Möglichkeiten zum Aufspüren und Vertreiben des Wildes

Die Technik schreitet immer mehr voran. Es gibt diverse Systeme am Markt, die dabei helfen können, zum Beispiel Rehkitze aufzuspüren.

Die Möglichkeiten reichen vom „traditionellen“ Aufspüren mit Jadghunden bis hin zum Auffinden des Wildes mit Hilfe von mit Wärmekameras ausgestatteten Drohnen.

Einmal aufgespürt kann den Wildtieren mit einfachen Maßnahmen der Vergrämung das Leben gerettet werden. Mit Lärm (ob Knistertüte oder klassische Musik, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt) und mit für Tiere erschreckenden Bewegungen sind diese schnell vertrieben.

Passt Eure Mähtechnik an

Um den Tieren, die während der Mahd noch im Feld sind, die Möglichkeit der Flucht zu geben, sollte immer von innen nach außen gemäht werden.

Tiere wie Rehkitze oder am Boden brütende Tiere, ducken sich instinktiv. Dieses Verhalten kann der Landwirt für sich nutzen, indem er die Schnitthöhe, wenn möglich, auf 15 – 20 Zentimeter begrenzt.

Der Tierschutz ist sichergestellt. Stellt sich nun nur noch die Frage, nach dem optimalen Termin der Mahd.

Insbesondere wenn der Grünschnitt für die Erzeugung von Grassilage genutzt werden soll.

Optimaler Grünschnitt für Futter in bester Qualität

Wenn das Gras in die Blüte kommt, und den höchsten Zuckerertrag liefert, ist der optimale Zeitpunkt für die Mahd gekommen.

Das Gras bringt dann eine optimale Silierfähigkeit mit sich. Da das Gras nach dem Mähen zum Anwelken auf dem Feld verbleibt, sorgt zudem ein sonniges und trockenes Wetter für beste Resultate.

Auf dem Optiday in Villach Ende April 2017, veranstaltet von der Landtechnik Villach gemeinsam mit Krone, konnten sich Landwirte Tips für die Erzeugung von Grassilage einholen:

Mähen und Futterernte zum richtigen Zeitpunkt

Quelle: Landwirt.com

Kühe mögen ein relativ trockenes Futter mit einem höheren Ph-Wert und mögen es durchaus ein wenig süss.

Heinz-Günter Gerighausen von der Landwirtschaftskammer NRW nennt folgende Zutaten für die Erzeugung von Futter, dass den Kühen besonders gut schmeckt:

  • „junges Futter
  • gut anwelken
  • gasdicht lagern
  • tolles Säuremuster bekommen, wo den Tieren im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Mund zusammenläuft“

Da ein trockener Bestand und ein angetrockneter Boden für optimale Ergebnisse sorgen, solltet Ihr Euch nicht hetzen lassen, wenn nach Regen endlich schönes Wetter angesagt ist.

Ein wenig Geduld und noch einen Tag mit dem Beginn des Mähens zu Warten kann die Qualität des Futters erheblich steigern.

Außerdem solltet Ihr für beste Ergebnisse narbenschonend mähen. Dies bedeutet, dass Ihr Schnitthöhen von unter sechs bis sieben Zentimeter vermeiden solltet.

Die narbengerechte Stoppelhöhe von sechs bis acht Zentimenter könnt Ihr mit dem Oberlenker einstellen und bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Minimierung von Verschmutzungen
  • Senkung des Gärrisikos
  • Schnellere Austreibung des Grases und höhere Wuchsleistung beim nächsten Schnitt

Die nächste Herausforderung kommt beim Zetten auf den Landwirt zu.

Der Einsatz eines Aufbereiters zum optimalen Schnittzeitpunkt, kann die Zettqualität verbessern und bringt auch kein zusätzliches Verschmutzungsrisiko mit sich.

Beim Mähen mit einem Aufbereiter wird das Mähgut locker und leicht auf der Stoppel abgelegt. Das Gras kann aufgrund der größeren Oberfläche mit viel Luftvolumen von Sonne und Wind schneller getrocknet werden.

Wenn kein Aufbereiter zum Einsatz kommt, muss der Zettwender entsprechend schlagkräftig sein.

Entscheidend für gute Ergebnisse ist die Portionsgröße pro Zinkenpaar. Eine bessere Aufbereitung kann mit kleineren Portionen pro Zinkenpaar erreicht werden.

Diese werden mit einer Anpassung von Drehzahl und Geschwindigkeit erreicht werden.

Eine gute Verteilarbeit des Zettwenders und die Ablagequalität des Aufbereiters sind zudem entscheidend für einen gleichmäßigen Schwad.

Welche Tips könnt Ihr für die Herstellung von Futter in bester Qualität geben?

Getreidesorte Winterweizen Agrarbetrieb

Neue Möglichkeiten bei der Wahl der Getreidesorte

Winterweizen ist weiterhin die beliebteste Getreidesorte für den Anbau in Deutschland.

Auch wenn diese Getreidesorte hohe Ansprüche an den Boden stellt, kann sie doch damit Punkten, dass für sie relativ hohe Preise bei einem hohen und stabilen Ertragspotential erzielt werden können.

Beim Ertragspotential möchte das Unternehmen nun noch eins draufsetzen.

So bietet es beim Winterweizen zwei neue Sorten an, die laut Hersteller ertraglich kaum zu toppen sind.

Aber auch bei Gerste steht bei der nächsten Aussaat eine neue Getreidesorte zur Verfügung.

Denn das Bundessortenamt hat neben zwei weiteren Weizensorten eine zweizeilligen Wintergerste Unternehmens Limagrain GmbH zugelassen.

Welche Getreidesorte darf es sein?

Hier ein kurzer Überblick, wodurch sich die neuen Getreidesorten nach den Angaben des Anbieters unterscheiden: 

LG Imposanto

  • Höhere Erträge als der in Deutschland anbaustärkste Futterweizen 
  • B-Weizen mit A-Backqualität, d.h. die Sorte soll sich nicht nur durch die hohe Ertragsleistung, sondern auch durch eine ausgezeichnete Resistenz gegen Ährenfusarium auszeichnen
  • Eignung für jegliche Vorfrüchte und Saatzeiten
  • Steht bereits für die diejährige Ernte bundesweit in allen Landessortenversuchen; größere Vermehrungsflächen sind angelegt

LG Magirus

  • Erster E-Weizen für Lamigrain, der in Deutschland zugelassen wurde
  • Besonders interessant für ostdeutsche Gebiete, in denen verstärkt E-Weizen angebaut wird, da diese Sorte eine gute Winterhärte hat
  • Zur Zeit die einzige E-Weizensorte mit Zulassung die sowohl im Kornertrag mit Stufe 1 mit der BSA-Note 7 als auch in Stufe 2 mit der BSA-Note 6 jeweils die beste Einstufung für sich behaupten kann
  • Hohe Fallzahlen gepaart mit einer guten Fallzahlstabilität
  • Besonders geeignet für Spätsaaten und Trockenlagen
  • Steht für die diesjährige Ernte im Bundessortenversuch

LG Caspari

  • Zweiteilige Wintergerste, die eine frühere Ernte ermöglicht (an einzelnen Standorten schob die Sorte die Ähren um mehr als eine Woche früher)
  • Erhielt vom Bundessortenamt beim Ertrag eine Note höhere Einstufung, als die bisherige anbaustärkste Sorte am Markt
  • Weist eine überdurchschnittliche Standfestigkeit auf
  • Wird in diesem Jahr in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Landessortenversuchen geprüft; erste Vermehrungsflächen sind angelegt.

Bereits im Februar wurden vom Bundessortenamt (BSA) drei neue Mais-Hybriden des Unternehmens zugelassen.

Limagrain erweiterte sein Portfolio um die Sorten LG 30.244 sowie für die Marke Advanta um die beiden Sorten Mantilla (S 210/K 230) sowie Severeen (S230/ K230).

Mit diesen Sorten verstärkt Limagrain sein Portfolio für das frühe bis mittelfrühe Segment.

Die Drei-Nutzungssorten zeichnen sich alle durch

  • hohe bis sehr hohe Erträge
  • einer guten Standfestigkeit
  • einer geringen Stängelfäule-Anfälligkeit
  • gute Stärkegehalte sowie guter Verdaulichkeit aus.

Limagrain konnte in diesem Jahr sein Portfolio entsprechend gezielt ausbauen.

Aber schauen wir genauer auf den aktuellen Anbau von Winterweizen.

Denn es ist Frühling. Zeit, den Einsatz von Wachstumsreglern und Herbiziden zu überprüfen.

Einsatz von Wachstumsreglern

Die Kontrolle des Wachstums von Weizen gehört zwar zum Standard, aber ein Schema F beim Ansatz von Wachstumsreglern gibt es nicht.

Jedes Jahr muss der Einsatz aufs Neue überprüft werden. Zum einen ist die Getreidesorte ausschlaggebend.

Da diese bereits im Herbst festgelegt wurde, gilt es nun den weiteren, entscheidenden Faktor zu berücksichtigen: die Witterung.

Bei einer trockenen und strahlungsarmen Witterung kann eine Behandlung mit Wachstumsreglern sehr wirksam sein.

Im Gegensatz hierzu kann der Einsatz von Reglern bei einer kühlen und wolkenreichen Witterung, die zudem noch mit wassergesättigen Böden einhergeht, keine nennenswerte Resultate erzielen.

Wachstumsregler im Weizenbestand

Quelle: Landwirt.com

Beim Einsatz ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn es soll ein gutes Wachstum gesichert werden, aber gleichzeitig gilt es auch zu verhindern, dass sich Lager ausbilden.

Die Produktpalette der zur Verfügung stehenden Wachstumsregler hat sich kaum geändert.

Es gibt die auf Basis der Zulassung von Chlormequatchlorid 720-CCC-Produkte.

Für Winterweizen in der Zeit von BBCH 30-32 gibt es mit Shortcut eine weitere Möglichkeit in der 720-CCC-Produktpalette.

Herbizideinsatz bei Weizen

Der Einsatz von Herbiziden bei Wintergetreide ist eine der effektivsten Maßnahmen, um das Ertragspotential abzusichern.

Die Behandlung richtet sich nach der standortspezifischen Besatzdichte verschiedener Leitunkräuter.

Die zur Verfügung stehenden Produkte sind vielfältig.

Wichtig ist, das man bei Tankmischung folgende Fakoren berückstichtigt:

  • Die Ansprüche, die die einzelnen, gewählten Komponenten an die Anwendung stellen
  • Die Verträglichkeit des gewählten Herbizids mit der zu behandelnden Kultur sowie
  • Die Mischbarkeit der einzelnen Komponenten

Beim Weizen sind in diesem Jahr scheinbar bereits der Gelbfrost als auch Septoria tritici verbreitet.

Welche Maßnahmen werden von Euch derzeit durchgeführt, um den Ertrag zu sichern?

Landkonzentration-Landwirtschaft

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Eine zunehmende Landkonzentration ist in Deutschland als auch im restlichen Europa ein Trend, dem die EU-Agrarpolitiker entgegenwirken möchten.

Der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat sich nun deutlich gegen eine „fortschreitende Eigentumskonzentration“ von Agrarflächen ausgesprochen.

Aber bevor wir den Hintergrund hierfür näher betrachten, lässt uns jedoch kurz auf die schauen Lage für Geflügelhalter schauen.

Keine Entwarnung für Vogelgrippe

Die Vogelgrippe ist noch nicht vollständig „abgeklungen“. Trotz einer Lockerung der Stallpflicht für viele Geflügelhalter, für viele bleibt die Situation unverändert.

Derzeit prüft das Bundeswirtschaftsministerium, in welchem Ausmaß die Schäden vorliegen, und ob gegebenfalls ein Antrag auf EU-Hilfen für die deutschen Eierproduzenten beantragt werden kann.

Derzeit ist von einem Schaden in Höhe von 40 Millionen EUR die Rede.

Für die mehr als eine Million Tiere, die in den vergangenen Wochen getöteten werden mussten, werden die Landwirte von den Tierseuchenkassen entschädigt.

Es geht aber auch um Schäden, die etwa bei Freilandhennen entstanden, deren Eier nun nicht mehr als Freilandeier deklariert werden durften. Dies reduzierte natürlich den Verkaufspreis.

Auch wenn der Markt wohl mit Verständnis auf die Situation reagierte, so zahlten Edeka und Rewe beispielsweise weiterhin den vollen Freiland-Preis, das wirkliche Ausmaß der Schäden kann noch nicht abgeschätzt werden.

Erst dann wird sich zeigen, ob das BMEL tatsächlich EU-Hilfen beantragen wird.

Aber nun zur Frage: wie steht es um die Landkonzentration in Europa?

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Zum Hintergrund: seit Jahren nimmt die Konzentration von landwirtschaftlicher Fläche zu.

Im Jahr 1975 gab es noch ungefähr 904.700 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Im Jahr 2016 waren es lediglich noch rund 262.100 Betriebe. (Quelle: Statista)

Den Trend der Landkonzentration gibt es nicht nur in Deutschland. Auch das restliche Europa ist hiervon betroffen.

Und die Größenordnung und Geschwindigkeit sind erschreckend.

Normalerweise denke man bei Landkonzentration an Länder in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Klingt Landkonzentration vielleicht noch harmlos, dort wird das Phänomen auch mit dem Begriff „Land Grabbing“ bezeichnet.

Land Grabbing klingt nicht mehr harmlos. Große Agroholdings und Finanzunternehmen kaufen oder pachten auf langfristig ausgelegte Zeiträume Agrarflächen. Diese bewirtschaften sie in eigener Regie.

Die Investoren kommen aus dem Aus- oder Inland, die rechtlichen Zusammenhänge und Transaktionen sind meist wohl eher sehr instransparent und kaum nachvollziehbar.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit Europas Boden

Quelle: biopilz

Die Konzentration von Agrarland in den Händen weniger ist seit Jahren auch in Europa ein Thema.

In 2010 gehörten in den EU-27 –  Ländern bereits 50 Prozent der landwirtschaftlich genutzen Fläche rund 3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe.

80 Prozent der Betriebe verfügten im Gegensatz dazu in 2012 nur über 12 Prozent der Agrarflächen. (Quelle: Europäisches Parlament – Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung)

Als „besonders problematisch“ wird die Lage in Rumänien, Ungarn und Bulgarien gesehen. Aber auch Deutschland, Spanien und Italien zeigen eine besorgniserregende Entwicklung.

Wachsende Landkonzentration durch Zuschüsse

Wie Europäische Agrarsubventionen die Entwicklung begünstigen, zeigt sich insbesondere an Osteuropa.

Nach dem Fall der Bauern gingen viele Landwirte schnell bankrott. Warum? Sie hatten gar keine Chance gegen die subventionierte Konkurrenz aus dem Westen.

Nun wirken natürlich auch Faktoren wie die Größeneffizienz eines Betriebes.

Ein kleiner Bauernhof kann mit einem Großbetrieb, der wirtschaftlicher den Hof betreiben kann, nicht mithalten. Insbesondere, wenn die Gewinnmargen eh schon gering sind und nicht viel Spielraum zulassen.

Und längst ist die europäische Landwirtschaft nicht mehr nur in europäischen Händen.

Chinesische Firmen, die in Bulgarien im großen Stil Mais anbauen, oder der großflächige Getreideanbau von Unternehmen des Mittleren Ostens in Rumänien sind nur zwei Beispiele.

Allerdings ist die Europäische Agrarpolitik an den Entwicklungen hinsichtlich der Landkonzentration nicht unschuldig.

So etwa meint SPD-Politikerin Maria Noichl, dass die flächengebundenen Direktzahlungen zu einer „einseitigen Förderung der größten Betriebe“ führe. Sie betonte, dass die genossenschaftlich organisierten Betriebe dabei  nicht gemeint sind.

Auch wird kritisiert, dass die EU-Kommission Verletzungsverfahren gegenüber seinen osteuropäischen Mitgliedsstaaten, etwa Polen, androht.

Europäische Länder, die also dem Land Grabbing durch Finanzinvestoren entgegentreten wollen, werden wegen Diskriminierung hierfür auch noch angeprangert.

Nun hat der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments in einer Ausschusssitzung in der letzten Woche einen Initativbericht zum Thema verabschiedet.

Es wird darin unter anderem dazu aufgerufen, einer zunehmenden Flächenkonzentration Einhalt zu gebieten und Junglandwirte sowie Neueinsteiger beim Erwerb von Gründstücken zu unterstützen.

Dies ist ein Anfang, aber es müssen auch Handlungen folgen. Welche Handlungen sind Eurer meiner nach notwendig, um die zunehmende Konzentration zu stoppen?