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Weihnachtsbaum-Greening-Landwirtschaft

Die Jagd nach dem perfekten Weihnachtsbaum

Weihnachten steht vor der Tür. Damit geht sie auch wieder los: die Jagd nach dem perfekten Weihnachtsbaum.

Langsam läuft sie an: die Weihnachtssaison.

Der erste Advent steht vor der Tür und die Vorbereitungen für das große Fest mit den Liebsten nehmen Fahrt auf. 

Bevor wir uns der Feststimmung widmen können, aber noch einen kurzen Ausblick auf Agrarreformen, der von EU-Kommissar Phil Hogan gestern gegeben wurde. 

Eine moderne und einfachere Agrarpolitik, dafür sprach sich Hogan gestern aus. Dem können wir wohl alle zustimmen. 

Aber wie soll dies konkret aussehen? 

Wird das Greening abgeschafft?

Gestern hat Hogan seine Ideen zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 der Öffentlichkeit mitgeteilt: 

Die Vorstellungen zum zukünftigen Kurs der europäischen Agrarpolitik enthalten viele Punkte, die bei den einen auf Zustimmung, bei den anderen auf Ablehnung stoßen werden. 

Entsprechend können wir uns wohl auf heftige Diskussionen in den nächsten Wochen einstellen. 

Herausstechen tuen sicherlich vor allem zwei Punkte: 

Den Mitgliedsstaaten soll wieder mehr Verantwortung zugesprochen werden. D.h. die EU soll zukünftig nur noch die Parameter und Ziele festlegen. 

Wie diese erreicht werden oder umgesetzt werden, soll in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten liegen. Hiermit soll wieder mehr Flexibilität erreicht werden. 

Zum anderen erregt sicherlich Aufmerksamkeit, dass in dem Strategiepapier massiv die derzeitige Greening-Regeln abändern und gar abschaffen: 

„Ja, das Greening wird abgeschafft, weil es viel zu kompliziert war und deshalb nicht funktioniert hat“, so Hogan. 

Zum Jahresende kommt also nochmals Bewegung in die Agrarpolitik.

Weniger Bürokratie, und die Umsetzung eines Systems, dass nicht auf Sanktionen aufbaut, sondern sich an dem Erreichen von Ergebnissen orientiert, das klingt gut und spannend. 

Wir werden gespannt sein, wie die verschiedenen Interessengruppen auf das Papier reagieren und was letztendlich wirklich verabschiedet wird. 

Quelle: Europäische Kommission

Nun aber zur Feststimmung: Weihnachten steht vor der Tür und eins steht fest: 

Kein Weihnachten ohne Weihnachtsbaum

Für 80 Prozent der deutschen Haushalte ist der Weihnachtsbaum ein Must zu Weihnachten. In keinem anderen Land hat der Weihnachtsbaum einen solch hohen Stellenwert wie in Deutschland.

Die deutschen Verbraucher können sich in dieser Saison freuen, denn die Preise sind stabil geblieben, entsprechen dem Niveau vom Vorjahr.

Auch beim Weihnachtsbaum lassen sich Trends feststellen, wie sie aus anderen Branchen, etwa der Lebensmittelbranche, festzustellen sind:

Regionalität und Nachhaltigkeit liegen im Trend

Laut einer repräsentativen Verbraucherstudie des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Grünschnitterzeuger  ist es über die Hälfte der deutschen Haushalte wichtig, dass ihr Baum aus heimischer Produktion stammt.

Für die Verbraucher steht Regionalität für mehr Frische, Qualität und eine Produktion, die auf Nachhaltigkeit setzt.

Zum Stichwort Nachhaltigkeit: diese gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es wird bereits überwiegend in zertifizierten Betrieben produziert.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel ist kaum nötig. Zudem verfügen die Anbauflächen laut Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalens über einen hohen ökologischen Nutzen.

Sie weisen eine positive CO2-Bilanz auf und bieten einen Lebensraum um seltene Tierarten.

Stellt sich nun noch die Frage:

Was erwartet der Deutsche von seinem „perfekten“ Weihnachtsbaum? 

Die deutschen Verbrauchen kaufen zunehmend eher kleinere Baumgrößen von 1,50 – 1,75 Meter, die am besten makellos sind.

Der Trend geht zudem immer mehr zum kleinen Zweitbaum, ob fürs Kinderzimmer oder die Terrasse. 

Weiterhin ist der typischen Weihnachtsbaumstand der wichtigste Vertriebszweig. Die Verbaucher kaufen zu

  • 30 Prozent am Stand der Weihnachtsbaumhändler
  • 27 Prozent direkt auf dem Erzeugerhof
  • 24 Prozent in Bau- und Verbrauchermärkten
  • 12 Prozent im Gartenzenter und in Gärtnereien
  • 4 Prozent der Bäume kommen aus dem eigenen Garten oder waren Geschenke

Quelle: Statistisches Bundesamt, Statista,Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger

Die zeigt, dass der Weihnachten auch beim Weihnachtsbaum noch voller Tradition steckt. Aber gewinnt der Vertriebsweg übers Internet zunehmend an Bedeutung.

Neben der Online-Bestellung wächst auch die Nachfrage nach Convenience, sprich Bequemlichkeit: den geschmückten Baum samt Ständer geliefert und nach Weihnachten wieder abgeholt zu bekommen, dafür können sich immer mehr Menschen begeistern.

Zum Glück halten sich diese Zahlen noch in Grenzen. Es gibt durchaus Zeiten, in denen dies enorm hilfreich sein kann. Aber Weihnachten ist auch ein Fest der Besinnlichkeit.

Das gemeinsame Schmücken, sich die Zeit nehmen, bewusst auf das Fest und die Zeit mit den Liebsten vorzubereiten, gehört dies nicht auch zu Weihnachten dazu?

Vielleicht kann Euch der folgende Beitrag ein paar neue Ideen und Inspirationen für Euren diesjährigen Weihnachtsbaum geben:

Weihnachtstrends in diesem Jahr

Quelle: Flowers by Schouten

Weihnachten ist ein Fest, dass tief in unseren Herzen verwurzelt ist. Dennoch bedeutet es für jeden etwas anderes.

Für die einen ist es Rückbesinnung auf die Traditionen. An Ritualen, die seit Generationen in der Familie zelebriert werden, wird sehr genau festgehalten. 

Andere probieren auch gerade an den Feiertagen auch gerne etwas Neues aus. Für die einen gehört der gesamte Weihnachtstrubel und durchaus Aufwand drumherum dazu, die anderen legen Wert auf eine entspannte Zeit zusammen, mit möglichst wenig Arbeit. 

Wie feiert Ihr Eurer Weihnachtsfest und lasst 2017 zu einem ganz besonderen Fest werden? 

Auf dem Land-Landwirtschaft-Internet

Scheibchenweise Internet auf dem Land

Auf der Agritechnica gab es die neuesten Technologien zum bewundern. Aber was nützt diese, wenn es auf dem Land kein Internet gibt?

Gerade jetzt zur Wahl wurden die Diskussionen und Versprechungen um den Ausbau des Internets in Deutschlands lauter.

Man brauch keine Statistiken, um zu wissen, dass es auf dem Land mit schnellem Datenaustausch nicht gut bestellt ist.

Sobald man sich von der Stadt aufs Land bewegt, nehmen die Balken für Netzempfang auf dem Handy ab oder man erhält gar die Nachricht “Kein Service”.

Fehlendes Netzwerk auf dem Land

Seit Jahren hinkt Deutschland im internationalen Vergleich beim Ausbau von mobiler Bandbreite und moderner Glasfasernetze hinterher.

Mit Highspeed beispielsweise Filme im Internet anschauen, ist für jeden Städter wohl ein Mindeststandard.

Auf dem Land ist dies jedoch in vielen Regionen ein Luxus, von dem man nur träumen kann.

Ein zügiger Ausbau der ländlichen Netzversorgung ist aber nicht aus Entertainmentzwecken notwendig.

Wenn mittelständische Betriebe sich nicht in ländlichen Regionen ansiedeln können oder weiterhin bestehen können, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes von der Welt abgeschnitten sind, verstärkt dies auch die Landflucht.

In der Landwirtschaft ist der gesamte Wirtschaftszweig von dem zügigen Ausbau von HighSpeed-Datennetzen abhängig.

Ohne diese, wird die Landwirtschaft einfach nicht mehr konkurrenzfähig bleiben.

Maschinen kommunizieren mit Maschinen

Auf dem Land kommen immer mehr Anwendungen zum Einsatz, die miteinander reden. Und dafür brauchen sie High-Speed-Netzwerke.

Der zu übertragende Datenstrom nimmt stetig zu. Wo früher 50 Mb / Sekunde revulotionär schnell war, ist es heute lächerlich langsam.

Und dennoch wird in vielen Regionen nicht mal dies auf dem Land erreicht.

Von Agrardrohnen, über Roboterschwärme bis hin zu Apps, die den gesamten landwirtschaftlichen Prozess überwachen und stetig anpassen – ohne schnelles Internet läuft nichts.

Derzeit wird von Politikern insbesondere der Ausbau des Glasfasernetzes diskutiert.

Der Hacken an der Sache ist, dass Glaserfasernetze teuer sind.

In städtischen Ballungszentren mag es sich rechnen, das ein Anbieter in Glasfaser investiert. Er findet hier genügend Kundschaft, die für den Service zahlt, sprich, Gewinne generiert.

Auf dem Land fehlt diese kritische Masse. Es sind also andere Modelle gefragt, die die Kosten für Anbieter und Kommunen im finanzierbaren Rahmen hält.

Die Problematik vom zu langsamen Internet auf dem Land ins anscheinend ins Bewusstsein der Politiker gerückt, sprich die Dringlichkeit wurde erkannt.

Allerdings: solange die Finanzierungsfrage nicht geklärt ist, wird wohl nichts umgreifendes passieren.

Den Schwerpunkt auf den Ausbau der Glasfaser zu legen, ist auch nicht zielführend.

Für Traktoren und Co. brauchen 5G.

Vom Städte- und Gemeinschaftsbund wird deshalb eine Kombination von Festnetz und Mobilfunk gefordert:

“Ziel muss es sein, die Bandbreiten flächendeckend zu erhöhen, anstatt eine Hochleistungsversorgung für wenige anzustreben …. Wir warnen davor, das Wünschenswerte mit dem Machbaren zu verwechseln. Bei der Breitbandversorgung muss der Grundsatz ‘Flächendeckung vor Hochgeschwindigkeit’ gelten”, so Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB).

Wie steht es bei Landwirten mit der digitalen Kompetent?

Bernhard Kürsken, Generalsektretär vom Deutschen Bauernverband (DBV) sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung”:

“70 Prozent der Landwirte sind mit ihrer verfügbaren Bandbreite auf dem Hof und dem Acker absolut unzufrieden.”

Dies ist eine durchaus beachtliche Prozentzahl und zeigt den akuten Handlungsbedarf aus.

Aber wie fit sind deutsche Landwirte bei all den digitalen Techniken?

Eine Umfrage des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ergab, dass sich Landwirte in Punkto Digitalkompetenz mit der Note “3” bewerten.

Für die Erhebung wurden 850 Betriebsleiter durch ein Marktforschungsinstitut in Zusammenarbeit mit der Bitkom Research befragt.

In der Umfrage gaben die Landwirte folgende Bewertungen ab:

  • 67 Prozent: sehr gute bis befriedigende Digitalkompetenz
  • 16 Prozent: noch ausreichende Digitalkompetenz
  • 16 Prozent: ungenügende oder mangelhafte Digitalkompetenz

Auffällig ist in den Umfrageergebnissen der Altersunterschied bei den Angaben. Je jünger, desto kompetenter, lässt es sich wohl verallgemeinern.

Dies gilt sowohl für Betriebsleiter, als auch für die Mitarbeiter:

  • Alter des Mitarbeiters bis 35 Jahre: 92 Prozent erhielten mindestens die Note “3”
  • Alter des Mitarbeiters über 50 Jahre: 37 Prozent erhielten mindestens die Note “3”

Aber auch wenn die jungen Landwirte mit 87 Prozent angaben, „sehr gut“ oder „gut“ mit den neuen digitalen Entwicklungen zurechtzukommen, 46 Prozent von ihnen ist auch bewusst, dass sie noch mehr Digitalkompetenz für ihren Betrieb benötigen.

Zusammenfassend sehen sich viele Landwirte also nicht gut auf das digitale Zeitalter vorbereitet.

Dies zeigt, dass es nicht nur am Aufbau von Hochgeschwindigkeit auf dem Land mangelt.

Es ist auch wichtig, dass der Umgang mit den Technologien geschult wird. Die Möglichkeiten der digitalen Technik nehmen rasant zu und ändern sich in atemberaubendem Tempo.

Wie bereitet ihr Euch auf die zunehmende Digitalisierung vor und bleibt Up-to-date mit den neuesten Entwicklungen?

AgTech-Landwirtschaft-Digitalisierung

AgTech – Fluch oder Segen für Jobs in der Landwirtschaft?

Die Digitalisierung und Automatisierung in der Landwirtschaft wird immer ausgefeilter. Der AgTech-Sektor ist definitiv auf dem Vormarsch. Aber ist er ein Fluch oder Segen für landwirtschaftliche Jobs?

Smart Farming, Landwirtschaft 4.0, Precision Farming, … die Landwirtschaft der Zukunft setzt auf High-Tech und Digitalisierung.

Auf der einen Seite ist es ein Segen. Die neuen Technologien ermöglichen ein landwirtschaftliches Arbeiten, wie es nie zuvor möglich war.

Die Maschinen übernehmen mehr und mehr das “Denken”, können einschätzen, welche Aktion jetzt am besten ausgeführt wird, um das optimale Wachstam der Pflanzen oder auch Tiere zu gewährleisten.

Individuell, schnell, resourcenschonend, präzise, … – wieso sollte High Tech in der Landwirtschaft ein Fluch sein?

Weil die Technologie menschliche Arbeitskraft ersetzt. Wozu benötigt man noch den Landwirt, wenn die Maschine quasi einen besseren Job macht? 

Kostet Smart Farming uns die Jobs? Bevor wir jedoch zur Beantwortung dieser Frage kommen, lasst uns kurz noch auf eine aktuelle Stellungnahme der WHO schauen:

Antibiotikaeinsatz in vielen Ländern zu hoch

Am Dienstag hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem Antibiotika-Einsatz im Human- und Tierbereich geäußert.

Sie hat vor allem vor einer zu häufigen und sorglosen Verwendung von Antibiotika in vielen Ländern gewarnt.

So gibt es Länder, in denen bis zu 80 Prozent des landesweiten Antibiotika-Verbrauchs in den Ställen eingesetzt wird. 

Vor allem warnt die WHO vor dem Einsatz von Antibiotika um das Wachstum von gesunden Tieren zu fördern oder die Verabreichung der Medikamente ohne eine Diagnose vorab zu erstellen. 

Die Überdosierung bzw. den Missbrauch von Antibiotika in Tieren und Menschen trägt laut WHO zur wachsenden Antibiotika-Resistenz bei. 

„Ein Mangel an wirksamen Antibiotika ist eine ähnlich große Gefahr wie der plötzliche Ausbruch einer tödlichen Krankheit“, sagte Dr. Tedros Adhanom Ghenreyesus, Generaldirektor der WHO.

Laut WHO steige weltweit, aufgrund der steigenden Nachfrage nach tierischen Produkten, der Einsatz von Antibiotika. 

Gleichzeit gibt es aber auch Länder, die den Einsatz reduzieren. So wird die Europäische Union genannt, die bereits seit 2006 Antibiotika zur Wachstumsförderung verbietet. 

Der Deutsche Bauernverband sieht sich in seiner Strategie, den Einsatz von Antiobiotika zu Minimieren, bestätigt. 

Generell hat sich der Antibiotika-Einsatz in Deutschland stark reduziert. So wurden seit 2011 fast 60 Prozent weniger Antibiotika an Tierärzte abgegeben. 

Der Trend zur Reduzierung ist auch aus dem QS-Antibiotikamonitoring deutlich erkennbar. Dieses wirtschaftsgetragene Monitoring zeigt auf, wieviel Antibiotika bei Geflügel, Schweinen und Mastkälbern eingesetzt wird. 

Auch der Einsatz für Wirkstoffe, die zur Therapie bei Menschen eingesetzt werden, hat sich signifikant reduziert. Gegenüber dem Vorjahr wurden 20,2 Prozent weniger eingesetzt. Bei weniger als 1,1 Prozent machten davon kritische Antibiotika aus. 

(Quelle: Deutscher Bauernverband)

Aber nun zur spannenden Frage – kostet uns die AgTech-Branche Jobs?

AgTech – die innovative Branche boomt

Der Suchmaschinenbetreiber Joblift, hat den Stellenmarkt der Agrarwirtschaft der letzten 24 Monate ausgewertet.

Bereits 4 Prozent der Stellenausschreibungen konnten AgTech – Unternehmen zugeordnet werden. 

Und – trotz zunehmender Automisierung wurden in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr 20 Prozent mehr Stellenanzeigen veröffentlicht. 

Die Wachstumstrends sind für die einzelnen Bundesländer jedoch unterschiedlich verteilt. Die folgenden Bundesländer konnten den größten Teil der Stellenausschreibungen für sich verbuchen:

  • Niedersachsen: 14 Prozent
  • Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern: 10 Prozent
  • Schleswig-Holstein: 7 Prozent

Einen kleinen Dämpfer gibt es in den Wachstumszahlen: die Auswertung zeigt auf, dass die befristeten Stellen in 2017 abgenommen haben.

Die Arbeit fällt in der Landwirtschaft saisonal an, so dass die folgende Verteilung durchaus typisch für den Sektor ist:

  • 20 Prozent der Stellenausschreibungen sind Teilzeitstellen
  • 18 Prozent der Stellenausschreibungen sind unbefristete Arbeitsverhältnisse

Allerdings: haben sich in 2017 gegenüber 2016 – trotz wachsendem Agrar-Arbeitsmarkt – die Angebote für befristete Stellen verringert.

So wurden in 2017 gegenüber dem Vorjahr bisher 1.587 mehr Stellen ausgeschrieben, aber zugleich 1.122 weniger befristete Stellen veröffentlicht. 

Für die vergangenen 2 Jahre wurde insgesamt 19.405 Stellen ausgeschrieben.

Rund um den landwirtschaftlichen High-Tech, sprich um agricultural technology (AgTech), ging es bei 4 Prozent der Stellenausschreibungen in den letzten 24 Monaten.

Klingt erstmal vielleicht noch nicht wirklich viel, allerdings:

Der gesamtdeutsche Stellenmarkt als auch die konventionelle Landwirtschaft wuchsen durchschnittlich um die 3 Prozent pro Monat.

Der AgTech-Sektor konnte einen durchschnittlichen Anstieg von freien Stellen um die 12 Prozent pro Monat verzeichnet.

Dies bedeutet, dass die AgTech-Branche boomt. Sie wächst viermal so schnell wie der konventionelle Agrarsektor. 

Agrarinnovationen finden in Konzernen statt

Die Auswertung von Joblift zeigt auch auf, dass sich der innovative Agrarsektor anders als andere Wirtschaftszweige entwickelt. 

Üblicherweise werden Innovationen eher von Startups entwickelt. In der AgTech-Branche werden jedoch nur 11 Prozent der Stellen von Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeiter ausgeschrieben. 

Stattdessen werden Agrartechnologien, wenn man die Stellenausschreiben betrachtet, von Konzernen angeführt. 

Ein Drittel der offenen Stellen wurde von Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiter angeführt. An der Spitze stehen: 

  • Bayer AG: 7 Prozent der offenen Stellen
  • Robert Bosch GmbH: 5 Prozent der offenen Stellen
  • BayWa AG: 2 Prozent der offenen Stellen

Stellt sich noch die Frage, welche Bereiche besonders gesucht werden. Die AgTech-Branche schreibt vor allem in drei Gebieten aus: 

  • Biomaterials and Food Processing (biochemische Weiterentwicklung von Lebensmitteln sowie deren Qualität und Sicherheit): 19 Prozent der offenen Stellen
  • Smart Farming: Entwicklung von
    • Hardware in Form von Drohnen: 16 Prozent der offenen Stellen;
    • Robotern: 7 Prozent der offenen Stellen
    • Software für Sensor- und Messtechnik, Bilderkennung oder Machine-to-Machine Kommunikation: 16 Prozent der offenen Stellen
  • Crop Science und Soil Tech (Düngermanagement, biologische Inputfaktoren und Behandlung von Saatgut und Böden): 15 Prozent der offenen Stellen

Wer unter Euch mehr wissen möchte zu Berufs- und Karrierechancen in der Landwirtschaft, der sollte auf der Agritechnica 2017 in Halle 21 vorbeischauen. 

Hier gibt es für Euch ein breites Angebot im Bereich Campus & Career.  Der 16. November 2017 ist der Young Farmers Day auf der Agritechnica. 

Hier wird insbesondere für Junglandwirte und Nachwuchskräfte den ganzen Tag ein Fachprogramm mit Fragen zu „Berufseinstieg, Karriere und Gehälter“ geboten. 

Digitalisierung und Automatisierung ändern das Berufsfeld des Landwirt. 

Aber was meint Ihr: wie wird die berufliche Zukunft von Landwirten aussehen? 

Halloween-Landwirtschaft-Kürbis

Haltet etwas Süsses bereit – es ist Halloween

Es ist Halloween! Früher kannte man es nur aus amerikanischen Filmen, aber immer mehr breitet sich der Brauch auch in Deutschland aus.

Mittlerweile werden auch überall in Deutschland schaurige und schöne gruselige Partys gefeiert.

Kinder ziehen verkleidet um die Häuser und fragen nach „Süsses oder Saures“.

Ob im Supermarkt oder in der Lieblingsbar – überall wird für Grusel derzeit gesorgt. Man kommt um Halloween einfach nicht mehr vorbei.

Halloween – vom Druidenkult zum römisch-katholischen Fest

Ursprünglich stammt der Brauch aus Irland. Das Fest geht nach der Encyclopedia Britannica auf ein Fest der Druiden im alten Gallien und Britannien zurück.

Vor über 2.000 Jahren feierten die Kelten dort das Fest „Samhain“. Mit dem Fest wurde Abschied vom Sommer genommen und der Winter begrüsst.

Das Fest fand seit eher am 31. Oktober statt. Dies war in keltischer und angelsächsischer Zeit die Neujahrsnacht. Mit riesigen Feuern auf Bergkuppen sollten auch böse Geister vertrieben werden.

Es wurden große Feuer entzündet. Diese sollten auch den Seelen der Verstorbenen, die als Geister in dieser Nacht auf die Erde zurückkehrten, den Weg zu ihrem ehemaligen zu Hause führen.

Die Geister, die ihren Weg nicht mehr finden konnten, trieben ihr Unwesen in dieser Nacht, erschreckten die Menschen mit ihrem Spuk.

Das Fest, dass immer in der Nacht vor Allerheiligen stattfindet, etabliert sich seit den 90ern immer mehr in Deutschland.

Hier zeigt sich, dass – auch wenn Halloween ein neumodischer Trend aus den USA zu sein scheint – der Grundgedanke und die Wurzeln auch in unserer Kultur verankert sind.

Ein heidnisches Fest, das in Frühzeiten des Christentums assimiliert wurde. „Hallow“ bedeutet übrigens soviel wie „etwas für heilig erachten“ und „heilig machen“.

Auch nach der Christianisierung Britanniens erfreute sich das Fest großer Beliebtheit. Deshalb wurde es letztendlich von der christlichen Kirche in Britannien übernommen.

Allerheiligen, das bis Ende des achten Jahrhunderts noch am 13. Mai gefeiert wurde, wurde schließlich auf den 01. November gelegt.

Dieser Brauch verbreitete sich von Britannien schließlich auf andere Länder aus, weshalb Allerheiligen auch vom Papst in Rom Anfang des neunten Jahrhunderts offiziell vom 13. Mai auf den 01. November verlegt wurde.

Insbesondere in Irland blieben die alten Bräuche zur Nacht am 31. Oktober erhalten. Mit den Hungersnöten in Irland im 19. Jahrhundert, suchten viele Iren eine neue Heimat in Amerika und prägten die neue Welt mit ihren Bräuchen.

Heute ist Halloween von seinen ursprünglichen druidischen bzw. auch religiösen Wurzeln getrennt und ein eher kommerzielles Fest, das für die jüngere Generation in Deutschland einfach dazugehört.

Von regionaler Besonderheit zur globalen Kultur

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde die Geschichte von Halloween schon faszinierend. Wir leben in einer Zeit, in der technische Innovationen, die es nie zuvor gab, unser Leben komplett auf den Kopf stellen.

Und gleichzeitig schleicht sich ein jahrtausende alter Brauch in unser Leben und verändert ebenso innerhalb weniger Jahre unsere Wirtschaft und Gesellschaft.

Halloween ist nicht das einzige Fest, dass weltweit auf Eroberungszug geht. Auch in Asien wird mittlerweile Weihnachten gefeiert, wenn auch mit anderen Nuancen.

Ebenso ist das Oktoberfest nicht mehr nur ein bayerisches Phänomen.

Diese und auch andere Beispiele zeigen beeindruckend, wie sich Trends und frühere regionale, kulturelle Bräuche global vereinheitlichen.

Auch wer kein Halloween-Fan ist, tut sich gut daran, diese Trends im Auge zu behalten. Den letztendlich bietet sie jede Menge wirtschaftliche Möglichkeiten.

In Deutschland etwa nutzen mehr Landwirte die steigende Nachfrage nach Kürbissen, angekurbelt durch Halloween, aus.

Kürbisse erobern Deutschland

Zwar gehören Geister, Gespenster und andere untote Gestalten zum Halloween. Aber die erste Assoziation ist wohl der Kürbis.

Zwar sind Kürbisse zur Herbstzeit in der Küche beliebt, aber durch Halloween haben Kürbisse sicherlich nochmals einen Aufwind erlebt.

Mit lustig oder schaurig geschnitzten Gesichtern gehören sie zur Halloween-Dekoration einfach dazu.

Laut Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hat sich der Kürbisanbau in Deutschland in den letzten Jahren gut erhöht:

Von 2012 bis 2016 hat sich die Anbaufläche um rund ein Drittel auf 4000 Hektar erhöht. Von 2006 bis 2016 hat sich der Ernteertrag verdoppelt.

Von den rund 2100 Landwirten, die Kürbis anbauen wurden 90 000 Tonnen produziert. Dennoch spielt der Kürbis mit seinen rund 3 Prozent Anbaufläche für Gemüse in Deutschland eine untergeordnete Rolle ein.

Die diesjährige Ernte fällt scheinbar mässig aus. „Das Jahr war weder schlecht noch spitze – es war ein normales Jahr“, meint Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband.

Viele unter uns kennen die Maschinen, die für Getreide, Raps und Co. zum Einsatz kommen wohl ziemlich genau. Aber wie sieht es bei den Maschinen für die Kürbisernte aus. 

Das diese auch beeindruckend sind, zeigt der folgende Beitrag: 

Maschinen für die Kürbisernte

Quelle: Epische Maschinen

Der Kürbis liebt es etwas wärmer, weshalb die Anbauflächen vor allem im westlichen und südlichen Teil von Deutschland zu finden sind. Außerdem brauch er reichlich Wasser und Sonne.

Auch wenn die Wetterbedingungen insgesamt ganz gut waren für Kürbisse, in einigen Regionen hatten die Landwirte jedoch mit zuviel Regen oder zuviel Sonne zu tun.

Der Kürbis ist eine Beere, die beliebteste unter ihnen ist der Hokkaido-Kürbis. Früher waren vor allem die öl- und eiweißreichen Samen geschätzt, da diese auch gut gelagert werden konnten.

Weltweit werden Speisekürbisse vor allem in China, Indien und in der Russichen Förderation angebaut. (FAO, 2013). In Europa sind es die Ukraine, Spanien und Italien, die beim Kürbisanbau führend sind.

Wie steht es mit Euch – seit Ihr heute auch im Halloween-Fieber?

John Deere-Landtechnik

John Deere investiert in künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist die Zukunft der Landwirtschaft. Mit seiner Übernahme von Blue River Technology zeigt John Deere, dass das Unternehmen definitiv dieser Meinung ist. 

Für viele klingt „Künstliche Intelligenz“ nach Science Fiction. Es ist immer wieder in den Schlagzeilen. Aber im Alltag ist es eigentlich bisher kaum vertreten.

Der eine oder andere unter uns ist noch in einer Welt aufgewachsen, in der man zum Telefonieren zur nächsten Telefonzelle gegangen ist.

Maschinen die eigenständig denken, in nicht allzu ferner Zukunft gehören Sie wohl genauso zum Alltag dazu wie heute das Handy.

Wahrscheinlich können wir Landwirte uns in dieser Hinsicht glücklich schätzen, weil in unserem Bereich mit Hochdruck nach effizienteren und produktiveren Lösungen gesucht wird.

Aber zunächst erstmal die Schlagzeilen der vergangenen Tage:

1) Für Mais, Roggen und Sorghum gesenkte Zölle

Die Europäische Union hat die Importzölle für Mais, Roggen und Sorghum auf 5,61 Euro pro Tonne gesenkt.

Die Anpassung der Zölle erfolgt, damit die europäischen Landwirte vor einer Benachteiligung auf dem Markt geschützt werden.

Der Einfuhrzoll wird stetig automatisch angepasst. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen dem EU-Referenzpreis und der US-Maisnotierung.

Die US-Maisnotierung gilt als Maßstab für das Maismarktpreisniveau. Aufgrund der aktuellen Stärke des Dollars erfolgte die Senkung der Einfuhrzölle.

2)  Xavier stoppt Ernte und Gülleausbringung

In Niedersachsen hat Xavier vielen Landwirten einen dicken Strich durch die diesjährige Ernte und der Aussaat von Wintergetreide gezogen.

In seiner Wucht hat er nicht nur Baum zum Umstürzen gebracht. Viele Maisbestände haben sich ebenfalls teilweise und ganz auf die Erde gelegt.

Wegen dem starken Regen können viele Maisschläge nicht befahren werden. Mit anhaltendem Regen wird die Ernte zunehmend weiter erschwert.

Die Gülleverordnung schreibt sehr klare Fristen für die Ausbringung vor. Leider richten sich Naturgewalten mit ihren Auswirkungen nicht nach den bürokratisch festgelegten Terminen.

Aufgrund des starken Dauerregens sind die Felder unbefahrbar.

Niedersächsische Landwirte stehen vor der Herausforderung, trotz Xavier und Bürokratie die Aussaat des Wintergetreide bestmöglich zu vollziehen.

(Quelle: Agrarheute)

3) Brexit und mögliche Auswirkungen für britische Landwirte

Vom britischen Büro für die Entwicklung des Land- und Gartenbaus (Agriculture & Horticulture Development Board – AHDB) wurden die Auswirkungen für die britischen Landwirte nach Brexit unter die Lupe genommen.

Drei Szenarien wurden von der Behörde näher beleuchtet:

  • Freihandelsabkommen mit der EU: die Landwirte können mit einem stabilen, gegebenenfalls leicht ansteigendem Einkommen rechnen
  • Abschaffung von Freihandelsabkommen mit der EU und der  Direktzahlungen sowie Null-Setzung der Einfuhrzöllen: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann von 23.000 GBP auf bis zu 15.000 GBP sinken
  • Beibehaltung eins Teils des Außenschutzes: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann auf bis zu 20.000 GBP fallen.

Wie bei allen politischen Veränderungen gilt auch beim Brexit für die britischen Landwirte sich so früh wie möglich über die Konsequenzen für den eigenen Hof ein Bild zu verschaffen, um rechtzeitig notwendige Anpassungen einleiten zu können.

4) 300 Millionen an Strafzahlung rechtens

Die EU-Milchabgabevorschriften, die für jeden Milchviehhalter die Höhe der Milchlieferungen festlegte, gehören seit dem 31. März 2015 der Vergangenheit an.

Milchviehhalter hatten geklagt, da sie Strafen, die wegen einer Überlieferung im Milchwirtschaftsjahr 2014/2015 gezahlt werden mussten, für nicht rechtswidrig hielten, da diese nach dem 31. März 2015 fällig wurden.

Nun hat der Bundesfinanzhof in letzter Instanz bestätigt, dass diese rechtskonform sind. Bis zum Stichtag der Abschaffung, war die Milchquote in Kraft. Dies ist ausschlaggebend, auch wenn die Zahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt rückwirkend eingefordert wurde.

Die Strafzahlungen sind wohl nicht der einzige Punkt, der im Zusammenhang mit der Milchquote die Landwirte beschäftigt.

Seit dem Wegfall im Frühjahr 2015 haben netto über 5600 Betriebe die Milchproduktion aufgegeben. Insbesondere in Süddeutschland haben viele Landwirte ihren Betrieb aufgegeben.

Auffällig ist, dass inbesondere die Milchviehhaltung mit kleineren Betriebseinheiten nicht mehr rentabel erscheint.

Von den Betrieben mit weniger als 100 Kühen haben über 6100 Höfe aufgeben. Die Zahl der Betriebe mit über 100 Kühen ist hingegen um rund 560 Betriebe gestiegen.

John Deere auf Zukunftskurs

Landtechnik weißt heutzutage bereits mehr intelligente Technik auf, als Aussenstehende wohl vermuten würden.

Landwirtschaft gehört zu einer der innovatisten Branchen. Dies beweist jetzt auch John Deere.

Das Unternehmen hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Blue River Technology unterzeichnet.

Hier ein kurzer Einblick, wenn auch auf Englisch, was das Unternehmen macht.

Sehen und Sprühen – Gezielte Unkrautkontrolle

Quelle: Blue River Technology

Die Maschinen erkennen die einzelne Pflanzen, sprich das Unkraut und wenden entsprechend nur für die einzelne Unkrautpflanze gezielt die Pflanzenmittel an. 

Blue River Technology ist spezialisiert auf die Entwicklung von Technologien und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, die eine gezielte Behandlung von Einzelpflanzen ermöglichen.

John Deere nimmt damit ein kalifornisches Start-Up auf, dass als innovativer Vorreiter neue, zukunftsweisende Ansätze einbringen wird.

Blue River Technology setzt auf Bilderkennungssystemen, Robotertechnologie und „lernenden Maschinen“, die einzelne Pflanzen erkennen, identifizieren und entsprechende Maßnahmen gezielt durchführen.

Ziel ist es

  • Maßnahmen an den Pflanzen gezielter durchführen zu können damit
  • Ganzflächenbehandlungen überflüssig werden und somit
  • der Herbizidaufwand deutlich gesenkt werden kann.

Damit ist auch John Deere definitiv auf Innovation in Richtung Precision Farming eingenordet.

Was meint Ihr, wie lange wird es noch dauern, bis die Behandlung von Einzelpflanzen in der deutschen Landwirtschaft Standard sein wird?