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Terminbörsen_Landwirte setzen auf klassische Kontraktformen

Terminbörsen: Landwirte setzen auf klassische Kontraktformen

Die Ergebnisse der neuen Thünen-Studie verdeutlichen, dass nur wenige Landwirte an Terminbörsen selbst aktiv sind. Deutsche landwirtschaftliche Erzeuger setzen primär auf klassische Kontraktformen.

Die Pariser Warenterminbörse MATIF gilt als Hauptinformationsquelle für die deutschen Landwirte, dem Handel und der deutschen Ernärhungswirtschaft. Nur wenige Landwirte in Deutschland schauen auf die weltälteste Terminbörse in den USA, dem Chicago Board of Trade (CBOT). Die Preisinformationen für den Handel mit Weizen, Mais und Raps kommen daher von den Terminmärkten in Frankreich.

In der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Thünen-Studie, erläutern der Agrarökonom Ernst-Oliver von Ledebur und die beiden Münsteraner Wirtschaftswissenschaftler Philipp Adämmer und Martin T.Bohl weshalb die Preise für direkt gehandelte Agrarprodukte ähnlichen Schwankungen wie die Preise an den Warenterminbörsen unterliegen.

Bevor ich auf das Thema Preisabsicherung eingehe – eine Strategie, die für uns Landwirte künftig an Bedeutung gewinnen wird – möchte ich folgenden Videobeitrag mit Ihnen teilen. In der Sendung Frontal 21 (ZDF) erfahren wir u.a., dass einer der größten Zuckerhändler der Welt, die Deutsche Bank ist.

Terminbörsen & Machtspiele: Spekulationen mit Lebensmitteln

Strategien für Preisabsicherung sind wichtig

Wir können uns in Deutschland nicht abschirmen und glauben, dass unsere Aktivitäten hierzulande keine Auwirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Durch die zunehmende internationale Verpflechtung der Agrarmärkte, werden Absicherungsstrategien dem Thünen-Report 2014 zufolge künftig immer wichtiger.

Terminbörsen_Landwirte setzen auf klassische Kontraktformen

Terminbörsen weltweit
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Warenterminbörsen sind ein bedeutendes Instrument für Landwirte & Co., um Risiken zu minimieren und sich gegen unerwartete Preisschwankungen abzusichern. Wieso verwenden deutsche Landwirte Termingeschäfte in so geringem Umfang, wenn diese doch so wichtig sind zur Risikoabsicherung?

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Ganz anders ist der Einsatz von Termingeschäften im Agrarhandel und in der Ernährungswirtschaft. Das liegt einerseits darin, dass diese Unternehmen die notwendigen Produktmengen besitzen und andererseits, die dazu benötigte Liquidität. Zur Zeit werden verschiedene vertragliche Modelle in der Praxis getestet, um Landwirte demnächst verstärkt als Nutznießer dieser Absicherungsfunktion der Termingeschäfte sehen zu können.

Angemessene Regulierung und mehr Markttransparenz an den Terminbörsen

Die Autoren der Studie plädieren für eine angemessene Regulierung, um die Transparenz an den Terminbörsen und den physischen Märkten zu erhöhen.

Ziel einer solchen Regulierung sollte der Abbau von Informationsasymmetrien und die Verhinderung von Marktmacht sein. Regulierungsmaßnahmen sollten so ausgestaltet sein, dass sie in Kraft treten, wenn der Preisbildungsprozess auf den Derivatemärkten nicht mehr fundamentale Marktentwicklungen reflektiert. Ferner sollten Maßnahmen zur Erhöhung der Marktransparenz ergriffen werden. Mit der Marktorientierung der Gemeinsamen Agrarpolitik dürfte der Informationsbedarf der Teilnehmer auf Agrarmärkten weiter zunehmen, sodass der Zugang zu zeitnahen Marktinformationen künftig an Bedeutung gewinnen wird. [Thünen-Report 2014, S. 102]

Wenn Sie die Studie einsehen möchten, dann können Sie dies unter Thünen-Publikationen tun. Hier klicken…

Welche Terminbörsen bevorzugen Sie? Nutzen Sie Termingeschäfte zur Preisabsicherung?

Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den USA

Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den USA rückläufig

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist nicht nur auf dem „good old continent“ Europa rückläufig, sondern auch in den USA. Der Strukturwandel trifft die US-Farmen gleichermaßen wie die hiesigen Landwirte.

Das Phänomen „immer weniger, dafür aber immer größer und produktiver“, lässt sich auch auf die landwirtschaftlichen Betriebe in den Vereinigten Staaten übertragen.

Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) erhebt alle 5 Jahren umfassende Daten über die US-Landwirtschaft (Census of Agriculture), um den Puls der Agrarzeit besser zu verstehen.

Letzten Monat, den 20ten Februar wurden die Zahlen für 2012 veröffentlicht. Da ich diese rückläufige Entwicklung in den USA näher durchleuchten möchte, werde ich die Highlights mit Ihnen teilen.

Anzahl der US-Farmen

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist in der Zeitspanne 2007-2012 um 4,3% zurück gegangen. In 2012 wurden in den USA nur noch 2,11 Millionen Farmen betrieben. Fünf Jahre zuvor, in 2007 waren es noch 2,20 Millionen Farmen.

Die meisten Betriebe gibt es in den Bundesstaaten:

  • Texas (248.810)
  • Missouri (99.170)
  • Iowa (88.631)
  • Oklahoma (80.245)
  • California (77.864)

Herausforderungen der landwirtschaftlichen Betriebe in den USA

Durchschnittliche Größe der US-Farmen

Weniger Betriebe bedeutet nicht unbedingt auch kleinere Betriebe. Ganz im Gegenteil. Der Trend zeigt auch hier eindeutig, dass wir zukünftig mit größeren Betrieben rechnen müssen. In 2012 war eine US-Farm durchschnittlich 434 Hektar groß. In 2007 waren es noch 418 Hektar. Das entspricht einem Wachstum von 3,8 Prozent.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Produktivität der landwirtschaftlichen Betriebe in den USA steigt

Die Agrarproduktion belief sich in 2012 auf 394,6 Milliarden US-Dollar. In 2007 lag die Produktion 33% niedriger, bei 297,2 Milliarden US-Dollar. Dieser gigantische Anstieg in der Produktivität bescherte den Landwirten zusätzlich 97,4 Milliarden US-Dollar.

Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den USA

Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den USA
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Das große Wachstum kam insbesondere aus der Pflanzenproduktion (+47,9%) bei aktuell 212,4 Milliarden US-Dollar. Die Tierproduktion betrug 182,2 Milliarden US-Dollar — das wiederum entspricht einem Wachstum von 18,7%.

In 2012 hat jeder US-Farmer durschschnittlich Lebensmittel im Wert von 187.000 US-Dollar produziert. Gegenüber 2007 entspricht dies einem Plus von 39% und 52.000 US-Dollar.

Die meisten Farmen in den USA sind kleine Betriebe. So hatten 75% der Betriebe ein Einkommen von unter 50.000 US-Dollar in 2012.

US-Landwirte werden immer älter

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA werden die Landwirte immer älter. Das Durchschnittsalter lag im Jahr 2012 bei 58,3 Jahren. In 1982 waren es 50,5 Jahren.

Die Anzahl Betriebsleiterinnen hat seit 2007 um 6% auf 288.269 abgenommen. Mehr als 90% der Betriebsleiterinnen waren an der Spitze von Farmen mit Verkaufszahlen unter 50,000 US-Dollar.

Wenn Sie den detaillierten Bericht durchlesen möchten, klicken Sie bitte auf folgenden LINK. Bitte beachten Sie, dass alle PDF-Dokumente und Charts in englischer Sprache sind.

Zusammenfassend lässt sich das ganze Szenario in drei Sätze wie folgt beschreiben:

  • Weniger Betriebe.
  • Größere Betriebe.
  • Immer produktiver.

Der Verdrängungswettbewerb wirkt sich auch in den USA zunehmend stark auf die Familienbetriebe. Konzerne werden immer mächtiger und das ganze Spiel wird von wenigen Köpfen diktiert.

Was halten Sie von dieser dramatischen Entwicklung? Wie kann man kleineren landwirtschaftlichen Betrieben helfen produktiver zu werden, um zukünftig konkurrenzfähig zu bleiben?

Direktzahlungen an Landwirte_Euro-Verteilung

Aktuelles zur Verteilung der Direktzahlungen an Landwirte

Die Europäische Kommission hat einen neuen Bericht über die Direktzahlungen an Landwirte im Jahr 2012 vorgelegt. Auch heute noch erhalten rund 20% der EU-Betriebe 80% der Direktzahlungen.

Jedes Jahr veröffentlicht die EU-Kommission ein Dokument indem die Höhe der Direktzahlungen je Mitgliedstaat aufgeführt werden. Die zuletzt zur Verfügung gestellten Zahlen stammen aus dem Finanzjahr 2012.

Im Jahr 2012 wurden 40.9 Milliarden Euro an Direktzahlungen in der EU verteilt. Das entspricht einem Anteil von 70% am EU-Agrarhaushalt.

Verteilung der Direktzahlungen an Landwirte in der Europäischen Union

Direktzahlungen an Landwirte in der EU

Direktzahlungen an Landwirte in der EU
Grafik aus dem Bericht EU-Kommission zu Direktzahlungen an Landwirte

Dem Bericht zufolge erhalten die Landwirte in Osteuropa weniger als ihre westeuropäischen Kollegen. Die Differenz sinkt, jedoch nur ganz langsam. Folgende Zahlen verdeutlichen diese Aussage am besten:

  • Die 12 Länder die seit 2004 der EU beigetreten sind, erhielten nur 16% der Direktzahlungen; und alles das obwohl sie einen Anteil von 28% an der landwirtschaftlichen Nutzfläche der EU haben.
  • Die meisten osteuropäischen Landwirte erhielten 2012 rund 90% der geplanten Endsumme.
  • Erst im Budgetjahr 2017 werden die beiden Länder Rumänien und Bulgarien voraussichtlich die 60%-Grenze erreichen.

Die Verteilung der Direktzahlungen variiert sehr stark innerhalb der Mitgliedstaaten der EU. So erhielten rund 20% der landwirtschaftlichen Betriebe 80% der Direktzahlungen. In Rumänien und Bulgarien lag diese Zahl in 2012 sogar bei 88%. Hohe Summen gingen auch in der Tschechischen und Slowakischen Republik an wenige Betriebe.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Gerechtere Verteilung der Direktzahlungen in der Zukunft

Selbstverständlich sorgt der Strukturwandel für einen Rückgang der kleinen Betriebe. Die Zahl der Empfänger für Direktzahlungen in 2012 ging wie folgt zurück:

  • Rückgang um 10% in der EU-15 (Mitglieder der EU noch vor der Osterweiterung).
  • Rückgang um 6% in der EU-10 (Beitrittsländer von 2004, u.a. Polen, Tschechien, Litauen, Estland, Lettland)
Direktzahlungen an Landwirte_Euro-Verteilung

Direktzahlungen an Landwirte: Euro-Verteilung
Bild von Stuart Miles / FreeDigitalPhotos.net

Die in 2013 neu vereinbarte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) soll für eine gerechtere Verteilung der Direktzahlungen zwischen den Mitgliedsstaaten, Regionen und Landwirten sorgen. Das historische Modell soll mittels Maßnahmen wie z.B. interne und externe Konvergenz, Zahlungsdegression oder Kleinlandwirteregelung abgelöst werden.

Sollten Sie Interesse an dem detaillierten Bericht der EU-Kommission zu den Direktzahlungen 2012 haben, dann besuchen Sie bitte die Webseite der EU. Der Bericht wird als PDF-Dokument in englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

Was halten Sie von der neuen GAP-Regelung bzgl. Direktzahlungen? Glauben Sie, die EU-Kommission kann das historische Modell erfolgreich ablösen? Ihre Meinung ist wichtig! Ich freue mich auf Ihr Kommentar.

Landwirtschaftliche Betriebe_Agrarbetrieb Sommergerstensaatgut

285.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland

In 2013 gab es nur noch 285.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Das sind 5% weniger als noch vor 3 Jahren — in 2010. Die Fläche blieb mit 16,7 Millionen Hektar fast unverändert.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlichte im Rahmen einer Pressemitteilung die ersten vorläufigen Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2013. Aus dieser geht weiterhin hervor, dass die durchschnittliche Betriebsgröße von 56 Hektar auf 59 Hektar je Betrieb angestiegen ist. Der Hauptgrund für den Anstieg der Betriebsgröße liegt in der annähernd gleich gebliebenen landwirtschaftlich genutzten Fläche.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Die Agrarstrukturerhebung basiert auf einer Befragung von rund 80.000 landwirtschaftlichen Betriebe. Die Fragen beziehen sich einerseits auf die Produktionsgrundlagen wie z.B. landwirtschaftlich genutzte Fläche und Viehbestände und andererseits auf die im Betrieb vorherrschende Beschäftigtenstruktur.

Landwirtschaftliche Betriebe

Siegfried Hofreiter – Der größte Bauer in Europa

Familienbetriebe dominieren deutsche Landwirtschaft

Von den insgesamt 285.000 Landwirtschaftsbetrieben zählten 256.000 zu Familienbetrieben. Das entspricht einem Anteil von 90%! Das Interessante dabei ist, dass über die Hälfte – also 52% – im Nebenerwerb geführt wurden.

In 2013 bewirtschafteten demnach die Familienbetriebe 65% der gesamten landwirtschaftlich genutzen Fläche. Eine rückläufige Entwicklung gab es auch in der Beschäftigtenzahl. Verglichen mit der letzten Landwirtschaftszählung in 2010 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte um 6% auf rund 1 Million gesunken. Hiervon entfiel die Hälfte auf Familienarbeitskräfte, u.z. 506.000 Personen. Die andere Hälfte bestand aus ständig Beschäftigten (201.000 Personen) und Saisonarbeitskräften (314.000 Personen).

Zahl der Ökobetriebe nimmt zu

Eine gegenläufige Entwicklung gab es im Bereich Öko. Die Zahl der Betriebe mit ökologischem Landbau ist in 1013 auf 18.000 Betriebe gestiegen. Das entspricht einem Wachstum von 9%. Damit stieg die ökologisch bewirtschaftete Fläche im Vergleich zu 2010 um 7% auf rund 1 Million Hektar.

Aus der aktuellen Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes erfahren wir, dass die endgültigen Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2013 voraussichtlich ab April 2014 zur Verfügung stehen werden.

Produkte aus der Region schneller finden

Ab sofort gibt es ein neues Onlineportal www.regionales-bayern.de auf dem ab Frühjahr mittels einer Suchmaske detaillierte Angebote aus der Region zu finden werden. Die Plattform steht zunächst nur für regionale Anbieter zur Verfügung. Ab dem Frühjahr soll das Netzwerk auch auf die Verbraucher ausgeweitet werden.

Landwirtschaftliche Betriebe_Agrarbetrieb Sommergerstensaatgut

Landwirtschaftliche Betriebe
Agrarbetrieb Sommergerstensaatgut

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner äußerte sich zu dieser Initiative wie folgt:

„Mit dem neuen Angebot tragen wir dem Wunsch vieler Verbraucher Rechnung, die zunehmend Produkte aus ihrer Region kaufen wollen. (…) Nur wenn möglichst viele bayerische Direktvermarkter und Anbieter mitmachen, wird die neue Plattform zu einem nachhaltigen Erfolg.“

An dem bayerischen Onlineportal können sowohl die Direktvermarkter klassischer landwirtschaftlicher Produkte teilnehmen als auch Dienstleister wie z.B. Fachservices, Baumhaushotels und Hoftavernen.

Spätestens im Frühjahr steht dann das Portal auch für die Verbraucher bereit.

Die Anforderungen für landwirtschaftliche Betriebe werden immer komplexer. Wird im Zuge des Strukturwandels die Anzahl der Betriebe in Deutschland weiter zurückgehen? Was glauben Sie wird passieren? Ich freue mich auf Ihr Feedback im Kommentarfeld.

Landwirte: Maisfeld bei Agrarbetrieb

Unterstützung für Landwirte: Verdoppelung der De-minimis-Beihilfen

Liebe Agrarbetrieb-Fans, wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes neues Jahr und alles Gute für 2014!

Das neue Jahr möchten wir gleich mit einer guten Nachricht beginnen. Folgende positive Meldung von der Europäischen Kommission aus Brüssel dürfte die Landwirte freuen. Die Obergrenze für De-minimis-Beihilfen wird ab dieses Jahr verdoppelt, nämlich auf 15.000 EUR innerhalb von 3 Steuerjahren.

Neben der Erhöhung der Staatsbeihilfen, hat sich Brüssel auch für die Anhebung des möglichen Gesamtbetrags, der ausgegeben werden darf, entschieden. Der Wert wird von aktuell 0,75% auf 1,0% des Produktionswerts der Landwirtschaft erhöht. Des Weiteren erfolgt eine genaue Definition der Einsetzbarkeit dieser Mittel. Landwirte sollen zukünftig wissen, wann solche Mittel nicht als staatliche Beihilfen anzusehen sind. Weiterlesen