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Underground Farming in London

Underground Farming im Londoner Luftschutzbunker

Das Konzept der urbanen Landwirtschaft und in diesem Zusammenhang auch Vertical Farming ist nichts Neues. Was eine Neuheit darstellt, ist die Tatsache, dass wir mit unserer lieben Landwirtschaft auch vertikal nach unten gehen können, und zwar in dem wir unterirdische Landwirtschaft betreiben, besser bekannt auch unter dem Begriff Underground Farming.

Die Fakten sind da: wir werden immer mehr und die Versorgung mit frischen Nahrungsmitteln wird immer problematischer. Auf dem Land klappt es noch, aber in den Städten steigen die Herausforderungen. Insbesondere die Big Cities wie z.B. New York, Los Angeles, Sydney oder London stehen vor enormen Problemen.

Warum auf die Damen und Herren aus der Politik warten?

Das dachten sich zwei britische Innovatoren / Unternehmer und packten das Londoner Ernährungsproblem direkt an.

Steve Dring und Richard Ballard sind die Gründer der Firma Growing Underground (eine Marke der Zero Carbon Food). Sie bauen in einem 33 Meter tiefen Weltkriegsbunker unterirdisch Pflanzen an.

Das ganze sieht dann so aus…

Quelle: National Geographic, YouTube

Underground Farming versorgt Londoner mit frischem Salat

Die bemerkenswerte Reise der beiden Briten von Growing Underground startete auf der britischen Crowdfunding-Plattform Crowdcube. Sie sammelten über 243.000 GBP von Interessenten und Investoren aller Art und Couleur ein und eroberten mit ihrem innovativen Konzept die Herzen der Londoner.

Es folgten zahlreiche Interviews und Shows wie z.B. von BBC oder National Geographic. Sie erhielten jede Menge Auszeichnungen, die bemerkenswerteste davon ist sicherlich der BBC Future Food Award in 2017. Und sie traten mit weltweiten Celebrities wie z.B. Jamie Oliver oder Gourmet-Starkoch Raymond Blanc auf.

Wo gibts die leckeren Salate von Growing Underground zu kaufen?

Zu den neuesten Geschäften die eine Listung mehrere Salatsorten und Kräuter durchgeführt haben, zählen:

  • Ocado
  • Marks and Spencer
  • Whole Foods (seit Oktober 2017)

LED-Lampen erzeugen das nötige Licht im Bunker

Ein Weltkriegsbunker im Westen Londons wird zum Leben erwacht.

Pinke Leuchtstoffröhrchen und LED-Lampen helfen den Microgreens (Gemüse, Kräutern) zu wachsen. Nebenan herrscht Dunkelheit; hier werden die Teppichmatten mit Samen bestreut. Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sorgen für die ersten Schritte in der Evolution. Danach geht’s in die pinkfarbenen Räume.

Geerntet wird in einem frühen Stadium; es soll ja frisch beim Konsumenten auf dem Teller landen.

Die Vorteile von Underground Farming liegen auf der Hand: kurze Transportwege und weniger CO2-Ausstoß. Hinzu kommt der Faktor „Regionalität“ bzw. „produzieren wo auch konsumiert wird“.

Das unterirdische Konzept ist keine neuartige Idee. Sie wird bereits in Singapur und in den USA erfolgreich umgesetzt. In Europa sind die Londoner tatsächlich ein Novum.

Ob Underground Farming so weitermachen kann wie bisher ist fraglich. Den beiden Gründer bereitet der anstehende Brexit Sorgen. Treten die Briten im Frühjahr 2019 aus der EU aus, dann fallen auch die Subventionen aus Brüssel weg.

Vertical Farming in Ballungsräumen

In 2050 soll unser Planet mehr als 9 Millionen Menschen beherbergen und ca. 80% davon sollen in Ballungsräumen leben.

Klasse Prognose. Und wie sollen diese Menschen versorgt werden?

2050 ist nicht mehr lange hin. Noch gute 30 Jahre und Bingo, vielleicht trifft die Prognose ein. Was mir Sorge bereitet ,sind weniger die Konzepte, sondern vielmehr die mangelnde Praktikalität und die schlechte Umsetzung.

Ideen haben wir genug.

Weltweit arbeiten Forscher und Experten an schwimmende Farmen, Wolkenkratzer als Farmen oder wie in dem Londoner Beispiel, an unterirdischen Farmen. Was fehlt ist die Dringlichkeit, das Erwachen und Wachrütteln, dass wir heute schon Lösungen brauchen. So wie Landwirtschaft heute funktioniert, mag heute noch OK sein, aber sie ist ein Desaster für die Zukunft.

Horizontal können wir nicht mehr wachsen. Ganz im Gegenteil, da werden lieber Straßen, Wohnblöcke und schicke Office-Büros gebaut, statt Getreide, Gemüse, Obst & Co. anzubauen.

Kein Wunder, dass viele Schüler der Meinung sind, dass Popcorn auf den Bäumen wächst. Der „moderne“ Mensch hat den Touch zur Natur und zu den Lebensmitteln völlig verloren.

Eine Lösung: vertikal nach oben und unten expandieren, d.h. Hochhaus- und unterirdische Landwirtschaft betreiben — zumindest bis uns bessere Alternativen einfallen.

Was haltet Ihr von Underground Farming in Deutschland? Wäre das eine Lösung für Berlin, München, Hamburg oder Köln?

Roboter-Farm in Japan Salatfarm - Agrarbetrieb

In 2017 gibt es Salat von der weltweit ersten Roboter-Farm

Wir sind soweit… bzw. Japan ist soweit. Die erste Roboter-Farm der Welt steht in den Startlöchern. So wie es aussieht, gibt es im Sommer 2017 zum ersten Mal Salat von Robotern. Alle Arbeitsschritte werden von Robotern übernommen. Einzige Ausnahme: das Säen; diese bleibt vorerst den Menschen überlassen.

Die erste künstliche Salatfarm… diese futuristische Idee kommt vom japanischen Unternehmen Spread mit Sitz in Kyoto. Die Chefetage bei Spread ist fest davon überzeugt, dass die Landwirte der Zukunft Roboter sein werden.

Viele von Euch werden jetzt denken:

Das ist doch völlig absurd… Das macht doch überhaupt keinen Sinn… Wie sollen diese Roboter unsere Arbeit ersetzen können?

Ob das ganze blos Science Fiction ist oder ein Konzept was zukünftig doch noch Bestand haben kann, das sehen wir in dem folgenden Videobeitrag. [Film ist auf Englisch]

 

 

Japanische Roboter-Farm setzt auf das Prinzip „Vertical Farming“

Was sollen die Robo-Farmers besser hinkriegen als wir Menschen?

Die Businesspläne und Kostenevaluierungen von Spread prognostizieren folgendes:

  • Massive Produktionssteigerung: Die Produktion soll um 25% erhöht werden.
  • Reduzierung der Personalkosten: Das Unternehmen geht von einer Halbierung der Personalkosten aus.

Die futuristische Farm wird in Kansai Science City in Kizugawa, Kyoto gebaut. Die Anlage mit einer Fläche von 4.800 Quadratmeter soll in der zweiten Hälfte von 2017 in Betrieb gehen. Die Kosten belaufen sich auf 2 Milliarden YEN; das sind umgerechnet 15,3 Millionen EUR.

Anfangs wird mit einer Produktionskapazität von 80.000 Salatköpfe pro Tag gerechnet. Binnen weiteren fünf Jahren, d.h. in 2022, sollen 500.000 Salatköpfe pro Tag produziert werden.

Unterstützt wird das Ganze durch das Prinzip des Vertical Farming und eines speziell für die Roboter-Farm entwickelten LED-Beleuchtungssystems.

Nuklearkatastrophen und die Konsequenzen für die Landwirtschaft

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima in 2011 hat Japan nicht nur erschüttert, sondern u.a. auch zum „anders denken“ bewegt. Die für die japanische Landwirtschaft wichtige Region wurde evakuiert. Nahrungsengpässe waren die Folge.

Eine Lösung musste her und zwar am besten, eine nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft. So entstanden Japans Indoor-Farmen.

Outdoor-Farming ist mit Risiken behaftet: zu viel oder zu wenig Sonne, hohe Wasserverschwendung etc.

Beim Indoor-Farming regeln spezielle LED-Lampen die tägliche und nächtliche Beleuchtung. Ausgeklügelte und äusserst robuste Irrigationssysteme garantieren den optimalen Wasserverbrauch. Hinzu kommt es, dass man bis zu 4 Mal mehr ernten kann als beim Outdoor-Farming.

Während Europa auf derart Innovationen und futuristische Konzepte weiterhin eher skeptisch reagiert, findet das japanische Konzept in den Ländern China und Russland bereits die ersten Umsetzer.

Indoor-Farming in Kombination mit Vertical Farming ist für die chinesische Bevölkerung ein Segen. Wie sonst will man die bald 1,5 Milliarden Einwohner ernähren?

Das was heute in Singapur Realität ist, wird in den nächsten Jahren wohl auch in China ein fester Bestandteil der Ernährungskette sein…

 

 

Roboter-Farm hin oder her…

High-Tech Landwirtschaft, vollautomatische Salatfarmen die ausschließlich von Roboter betrieben werden, Feldroboter, Drohnen und Multikopter… die Liste der Innovationen nimmt kein Ende.

Vor 10 Jahren hätte auch keiner gedacht, dass Drohnen erfolgreich auf dem Feld eingesetzt werden können, geschweige denn, dass diese kleinen „Käfermutanten“ uns bald auch noch die Pakete zur Tür liefern werden (wenn es nach Amazon ginge, dann lieber gestern als heute).

Salat- und Gemüsebeete in Hochhäusern gibt es in Asien heute schon. Da stellt sich eher die Frage, worauf denn die innovativen Japaner eigentlich so lange gewartet haben. Aber jetzt hat das Warten ein „süsses“ Ende: die erste Roboter-Farm ist am Entstehen.

Was haltet Ihr von der japanischen Roboter-Farm? Werden Roboter die menschliche Arbeitskraft ersetzen?

Landwirtschaft im Strukturwandel

Landwirtschaft: Strukturwandel, Direktzahlungen, Rückbehalt

Neue Technologien und die zunehmende Globalisierung beschleunigen den Strukturwandel. In der Landwirtschaft bestärkt diese Änderung den Trend in Richtung „mehr spezialisierte Großbetriebe und weniger klassische Erzeuger“. Steuern und weitere Abgaben erledigen den Rest.

In dem heutigen Blog werfen wir einen Blick auf folgende drei Themen: den Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft, die Höhe der EU-Direktzahlungen in 2015 und den Rückbehalt ab 2016.

1. Konzentration in der Landwirtschaft: Anzahl der Betriebe sinkt um mehr als 25%

Der Strukturwandel hat die europäische Landwirtschaft vollkommen im Griff.

In den letzten 10 Jahren gab es dramatische Veränderungen und so wie es aussieht, scheint niemand den Spezialisierungs- und Konzentrationsprozess aufhalten zu wollen bzw. zu können.

Letzte Woche hat Eurostat, das statistische Amt der EU, die neuesten Zahlen zur Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe in der EU veröffentlicht. Die Ergebnisse sind zum Teil erschreckend.

Die wichtigsten Zahlen und Erkenntnisse kurz zusammengefasst:

  • Anzahl Betriebe gesunken: In der Zeitspanne 2003-2013 ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU um mehr als 4 Millionen zurück.
  • Fläche pro Betrieb nimmt zu: Gleichzeitig nahm die durchschnittliche Fläche pro Betrieb um 38% zu, u.z. von 11,7 ha in 2003 auf 16,1 ha in 2013.
  • Gesamtfläche unverändert: Die landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb underändert bei 174,6 Mio. ha.
  • Länder mit den größten Betriebe: Tschechische Republik (133 ha), Vereinigtes Königreich (93,6 ha), Slowakei (80,7 ha), Dänemark (67,5 ha) und Luxemburg (63 ha). Deutschland nimmt den siebten Platz ein mit 58,6 ha.
  • Länder mit den meisten Betriebe: Rumänien (3,7 Mio. Betriebe, 33,7% aller Betriebe in der EU) gefolgt von Polen (1,4 Mio. Betriebe), Italien und Spanien mit jeweils 1,0 Mio. Betriebe.
  • Altersstruktur: 31,1% der EU-Betriebsleiter sind mindestens 65 Jahre alt; 24,7% befindet sich im Alter von 55 bis 64; nur 6% aller Betriebsleiter sind jünger als 35 Jahre.

Und wie steht es mit der deutschen Landwirtschaft?

Die Zahlen weichen nicht besonders stark vom EU-Durchschnitt ab.

Im Einzelnen heisst das:

  • Zahl der Betriebe: 285.000 in 2013 und damit 30,9% weniger als in 2003
  • Landwirtschaftliche genutzte Fläche: 16,7 Mio. ha und 9,6% Anteil am EU-Gesamtwert
  • Durchschnittliche Fläche pro Betrieb: 58,6 ha in 2013 gegenüber 41,2 ha in 2003
  • Altersstruktur: 6,5% der Betriebsleiter sind über 65 Jahre; 29,8% zwischen 55 bis 64 Jahre und lediglich 6,8% unter 35 Jahre

2. EU-Direktzahlungen 2015: Die Basisprämie liegt bei durchschnittlich 180,62 EUR je Hektar

Die Prämienhöhen der Direktzahlungen für das Antragsjahr 2015 stehen jetzt fest. In den kommenden Tagen wird das Ganze im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Auf den Webseiten der Ministerien der jeweiligen Bundesländer wurden die Zahlen bereits veröffentlicht. Die Höhe der Basisprämie variiert nach Bundesland. In den kommenden Jahren soll eine schrittweise Angleichung der Basisprämie erfolgen. Ab dem Antragsjahr 2019 gilt ein einheitlicher Wert für alle Bundesländer.

Die Kollegen von Proplanta haben eine tabellarische Übersicht aller Basisprämien je Bundesland erstellt. Danach soll der bundesdeutsche Duchschnitt bei 180,62 EUR je Hektar liegen. Glaubt man den Schätzungen, dann wird die Höhe der bundeseinheitlichen Basisprämie im Jahre 2019 bei 176,15 EUR je Hektar liegen.

Die Höhe der Greening- und Umverteilungsprämie sowie die Zahlung für Junglandwirte gilt es weiterhin jedes Jahr aufs Neue zu berechnen.

3. Änderungen der Hofabgabeverpflichtung ab 2016

Ab dem 1. Januar 2016 ändert sich einiges auch im Bereich Hofabgabeverpflichtung.

„Um zukünftig eine Rente der Alterskasse zu beziehen, soll der zulässige Flächenrückbehalt von bislang 25 Prozent auf weniger als 100 Prozent der Mindestgröße angehoben werden. Die Mindestgröße beträgt beispielsweise für Landwirtschaft acht Hektar und für Forstwirtschaft 75 Hektar.“ – so eine aktuelle Pressemitteilung des SVLFG.

Dieses Gesetz ist nicht zustimmungspflichtig. Am 18. Dezember 2015 wird der Bundesrat darüber beraten, damit es am 1. Januar 2016 in Kraft treten kann.

Wer ganz genau wissen will, welche Auswirkungen diese Änderungen für Einen persönlich mit sich bringen, sollte sich an den Rentenbearbeiter der Landwirtschaftlichen Alterskasse vor Ort wenden.

Die Landwirtschaft im Wandel der Zeit

Nur noch wenige Tage und dann verabschieden wir uns von 2015. Wie jedes Jahr, war auch 2015 voll von Änderungen und Überraschungen. Es gab gute Momente und auch weniger tolle Zeiten.

Fakt ist, die Welt verändert sich in einem gigantischen Tempo. Neue Technologien erobern die Wirtschaft, Medizin, Politik, Medien und selbstverständlich auch die Landwirtschaft.

Der Spruch „Wachse oder Weiche“ ist aktueller denn je.

Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus? Was glaubt Ihr?

Vertikale Landwirtschaft in der Zukunft

Vertikale Landwirtschaft: Sind Hochhaus-Beete unsere Zukunft?

Griechenland-Drama, Syrische Flüchlinge suchen Neuanfang in der EU, sintflutartige Regenfälle auf großflächigen Weizenanbaugebieten in den USA… und die Liste der Negativmeldungen nimmt kein Ende. Nicht zu schweigen vom allgegenwärtigen Problemtrend „die wollen doch alle in die Stadt ziehen“.

So kommt es auch, dass Begriffe wie Vertical Farming oder Vertikale Landwirtschaft immer präsenter werden. Kein Wunder, denn das ständige Wachstum der Weltbevölkerung und der stetig steigende Urbanisierungsgrad machen ein Umdenken u.a. auch im Bereich der Landwirtschaft, unumgänglich.

Bevor ich mit Ihnen einen kurzen Ausschnitt aus dem Beitrag „Zukunft der Städte“ teile, lassen Sie uns doch einen Blick auf die Definition des Begriffs Vertikale Landwirtschaft werfen.

Das Onlineportal Wikipedia versteht darunter folgendes:

Vertikale Landwirtschaft oder vertical farming (englisch) ist ein Begriff der Zukunftstechnologie, die eine tragfähige Landwirtschaft und Massenproduktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse im Ballungsgebiet der Städte in mehrstöckigen Gebäuden (sogenannten Farmscrapers) ermöglichen soll. Sie ist damit eine Sonderform der urbanen Landwirtschaft. Basierend auf Kreislaufwirtschaft und Hydrokulturen unter Gewächshausbedingungen sollen in Gebäudekomplexen auf mehreren übereinander gelagerten Ebenen ganzjährig Früchte, Gemüse, essbare Speisepilze und Algen erzeugt werden.“

Nun zum angekündigten Videobeitrag…

Vertikale Landwirtschaft: Beete, Plantagen und Gärten in Hochhäusern

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

1. Vertikale Landwirtschaft ist im Endeffekt nichts anderes als die Umwandlung einer horizontalen Farm in eine Art Hochhaus für Pflanzen.

2. Die Effizienz: 1 ha vertikale Landwirtschaft = 10 ha horizontale Landwirtschaft. Also, ein Hektar Gebäudeanbaufläche entspricht zehn Hektar im Freiland.

3. Die Herausforderung aktuell: Heute bräuchten wir ganz Südamerika um 7 Milliarden Menschen zu ernähren. Wir könnten das Ganze mit nur einem Zehntel erreichen, wenn wir eine vertikale Farm in der Stadt errichten.

4. Die Lösung: Türme sollen die Ernährung der Megastädte von morgen übernehmen. Diese Türme sollen in der Lage sein 30.000 Menschen ganzjährig zu versorgen.

  • Statt horizontalen Gewächshäuser gilt es vertikale Gewächshäuser zu bilden um eine entsprechende Ernährung der stetig wachsenden Bevölkerung zu ermöglichen.
  • Die neue Architektengeneration hat sich das Konzept angenommen und es zu einem großen futuristischen Experimentierfeld gemacht.

5. Die nächste Herausforderung: Das Gewicht des Turms scheint eine große Herausforderung weil Pflanzen Erde zum Wachstum benötigen.

6. Die Lösung hierfür: Hydroponik, so bezeichnet die moderne Agrarwissenschaft die Lösung für das „Gewichtsproblem der Türmer“. Sie gilt als Wundertechnik für die Agrartürme der Zukunft obwohl das Prinzip nicht neu ist.

7. Lernen von den Babyloniern: Der erste hydroponische Garten liegt tausende Jahre zurück. Es handelt sich dabei um die Hängenden Gärten von Babylon, eins der sieben Weltwunder der Geschichte. Hier wuchsen die Pflanzen nicht in Erde.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Vertikale Landwirtschaft: Alles nur Humbug oder überzeugendes Zukunftkonzept?

Es stimmt, das Konzept Agrartürme ist in der Theorie fest verankert. Weltweit arbeiten Architekten und Ingenieure Hand in Hand um dieses Konzept baldmöglichst erfolgreich in der Praxis umzusetzen.

Erste Umsetzungen dieses Konzepts sehen wir in Singapur. Nirgends ist der Begriff vertikale Landwirtschaft bekannter als hier, im Herzen der bekanntesten Finanzmetropole Asiens.

Die Firma Sky Greens aus Singapur gibt es bereits seit 3 Jahren. Sie produziert Gemüse für die Millionenstadt die vor einer gigantischen Herausforderung steht: Platz. In Singapur fehlt Platz für Häuser, Straßen und vor allem Platz für landwirtschaftliche Flächen.

Wie Sky Greens das meistert, wovor viele in Europa noch zurückschrecken, sehen Sie in dem folgenden YouTube-Beitrag von Journeyman Pictures. Das sechsminütige Video ist in englischer Sprache.

Vertikale Landwirtschaft in Singapur

Hochhaus-Plantagen in Frankfurt?

Können Sie sich das Konzept „senkrechte Landwirtschaft“ auch bei uns in Deutschland vorstellen?

Auch hierzulande arbeiten Universitäten, Architekten und Ingenieure eng zusammen um die Versorgung großer Ballungszentren auch zukünftig versorgen zu können. Denn Urbanisierung ist auch bei uns ein riesen Thema und wir dürfen davor nicht die Augen verschließen.

Wann werden wir Ihrer Meinung nach die ersten Hochhaus-Gärten in Deutschland sehen? Was spricht Ihrer Ansicht nach für bzw. gegen eine vertikale Landwirtschaft in Deutschland?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01

 

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Vertical Farming: Urbane Landwirtschaft im Wolkenkratzer

Lautet die Zukunft der Landwirtschaft tatsächlich Vertical Farming? Sind Tomaten & Co. dafür angedacht unsere Wolkenkratzer und Gebäudekomplexe zu schmücken?

Fakt ist, dass wir in der Landwirtschaft vor einem großem Dilemma stehen. Einerseits wächst die Weltbevölkerung stetig weiter und andererseits werden die Ackerfelder aufgrund der steigenden Urbanisierung immer weniger. Der Trend lautet „Urbanisierung“.

Die Zeitschrift Scientific American prognostiziert, dass bis zum Jahr 2050 ca. 80% der Weltbevölkerung – wir reden hier von 7 Mrd. Menschen – in urbanen Zentren leben wird.

Folgende Faktoren stellen uns vor weiteren Herausforderungen:

  • Klimawandel: Wasserknappheit, Überschwemmungen, Ernteausfälle etc.
  • Pestizide / Insektizide: verursachen Allergien bei Menschen und schaden unserer Natur
  • Hunger: 870 Millionen Menschen leiden an Hunger, etwa jeder Achte (Quelle: Wikipedia 2013)

Das „Vertical Farming“ Konzept stammt vom US-Amerikaner Dickson Despommier – Professor für Umweltgesundheit und Mikrobiologie an der „Columbia University“ in New York City. Anders als in der heutigen horizontalen Landwirtschaft geht es hierbei um eine platzsparende Alternative: mehrere übereinander gelagerte Ebenen von Plantagen in Gebäudekomplexen und Hochhäusern.

Bevor wir die Vor- und Nachteile dieses Konzepts durchleuchten, lassen Sie uns gemeinsam folgenden Film anschauen. Die Kollegen von Spiegel TV zeigen uns ein interessantes Beispiel für Vertical Farming in Korea.

Vorteile und Nachteile von Vertical Farming auf einen Blick

Vorteile:

  • Flächeneinsparung: Entlastung der traditionellen Ackerfelder mit entsprechender Wiederbelebung; eine hervorragende Möglichkeit um ungenutzte Industrieflächen und Bürogebäude wieder zu aktivieren
  • Sicherheit: Vertical Farming ermöglicht ganzjährige Ernten, Klimawandel ade
  • Kostenminimierung: geringere Lager- und Transportkosten da Konsument die Produkte unmittelbar verzehren kann
  • Steigende Erträge: ganzjährige Ernten führen zu einer steigenden Produktion
  • Bio-Landwirtschaft: kontrollierter Einsatz von Düngemittel
  • Wasser sparen: durch geschlossene Wasserkreisläufe

Nachteile:

  • Hoher Energiebedarf: aktuell wird viel Energie für den Betrieb von Hochplantagen verwendet; aufgrund der zukunftsweisenden Technologie wird sehr intensiv an dieser Problematik geforscht
  • Platzmangel für Hauptgetreidesorten: Weizen, Mais & Co. benötigen zu viel Platz
  • Ökonomischer Nutzen unklar: die Auswirkungen auf Miet- und Kaufpreise der Immobilien sind schwer abzuschätzen

Immer öfter wird auch in den deutschen Medien über dieses zukunftweisende Konzept gesprochen. Ganz vorne mit dabei sind die Universität Hohenheim und die Malzfabrik der Schultheiss-Brauerei im Berliner Tempelhof.

Was halten Sie von dieser neuen Umweltidee? Sollten wir alle Vertical Farming ernst nehmen?