Beiträge

Volksbegehren-Bayern-Landwirtschaft

Von bayerischen Volksbegehren und milchigen Rekorden

In Bayern stellt den Rekord in Deutschland, was den täglichen Flächenverbrauch angeht. Ein Volksbegehren soll nun für Einhalt sorgen.

Bevor wir uns das Volksbegehren näher anschauen, lasst uns auf die landwirtschaftlichen Nachrichten schauen.

Während Milchpreise für Jubel sorgen, regen die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu Kosten, die von den Landwirten getragen werden, zum Nachdenken an.

Aber fangen wir mit dem Jubel an.

Der Milchpreisindikator auf Rekordjagd

Der Milchpreis befindet sich weiter auf Höhenflug. Im August erreichte der Milchpreisindikator mit 43,25 Cent seinen bisherigen Rekord aus dem September 2017.

Für den Anstieg des Milchpreisindikators sind vor allem die Preissteigerungen bei Käse und Butter verantwortlich.

Die Käsepreise sind auf dem höchsten Stand seit April 2014, die Butterpreise konnten im August einen neuen Allzeitrekord aufstellen.

Die Berg- und vor allem Talfahrten der Milchpreise in den letzten Jahren haben in der Branche ein Interesse an der Preisabsicherung, etwa über Terminkontrakte gesteigert.

Aufbau einer Europäischen Auktion für Milchprodukte

Heute wurde von der European Energy Exchange (EEX) und der Global Dairy Trade (GDT) eine Absichtserklärung unterschrieben, eine europäische Versteigerung für Milchprodukte aufzubauen.

Die Leipziger Warenterminbörse und das neuseeländische Auktionshaus haben sich vorgenommen, in den nächsten Monaten mit Käufern und Verkäufern von Milchprodukten über die Option eines gemeinsam angebotenen Auktionsmechanismus sich auszutauschen.

Die GDT versteigert zweimal monatlich allgemeine Milchprodukte dreier Anbieter an Käufer rund um den Globus. An der EEX werden Terminkontrakte für Molken- und Magermilchpulver als auch Butter gehandelt.

Die Zusammenarbeit von EEX und GDT soll nun zeigen, ob ein derartiges Auktionsmodel auch für den europäischen Markt erfolgreich umgesetzt werden kann.

„Wir sind davon überzeugt, dass dieses Angebot für die Wertschöpfungskette in der Milchbranche erheblichen Nutzen generieren kann, unter anderem als zusätzlicher Vertriebskanal für den Export von europäischen Milchprodukten, aber auch potenziell als eine weitere Datengrundlage für neue Risikomanagementinstrumente“ meint Sascha Siegel, Leiter des EEX-Handels für Agrarrohstoffe

Frist zur Änderung ökologischer Vorrangflächen läuft bald ab

Bis zum 02. Oktober haben Landwirte in Bayern noch Zeit, um ihre bereits beantragten, ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) noch zu ändern.

Als Ersatz für beantragte, ökologische Vorrangflächen dürfen lediglich Zwischenfrüchte angebaut werden, die auf bereits im Flächen- und Nutzungsnachweis 2017 enthaltenen Flächen spätestens bis 1. Oktober angebaut werden.

Kulturpflanzenmischungen auf den Flächen mit Zwischenfruchtanbau müssen aus mindestens zwei Pflanzenarten bestehen. Zulässige Anbaupflanzen sind etwa Raps oder Ölrettich.

Diverse Saatgutanbieter führen geeignete Spezialmischungen in ihrem Sortiment.

Nicht mehr möglich ist eine Änderung für als ökologische Vorangflächen beantragte Aufforstungsflächen sowie Landschaftselemente und Terrassen, die den Cross-Compliance-Bestimmungen unterliegen.

Das Formular, um Eure ökologischen Vorrangsflächen zu ändern, findet Ihr unter www.landwirtschaft.bayern.de/foerderwegweiser.

Erfüllung der Umweltauflagen kostet Milliarden

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie veröffentlich, die die Kosten der Landwirte für die Erfüllung von Umweltauflagen aufzeigen soll.

Demnach kostet die Einhaltung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen den deutschen Landwirten 5,2 Milliarden Euro.

Dies entspricht ungefähr der Höhe der Direktzahlungen, die als Europäische Agrarfördermitteln an die deutschen Landwirte gezahlt werden.

Volksbegehren gegen Flächenverbrauch gestartet

In Bayern werden seit Freitag fleissig Unterschrift gesammelt.

Das angekündigte Volksbegehren, mit dem der Flächenverbrauch im Freistaat gesetzlich begrenzt werden soll, ist angelaufen.

Die Aktion wurde in einer gemeinsamen Aktion von Grünen, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) gestartet.

Im ersten Schritt werden mindestens 25.000 Unterschriften benötigt.

Erst wenn die Grünen diese Anzahl an Unterstützern vorzeigen können, kann der Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens dem Innenministerium zur Prüfung vorgelegt werden.

Erst wenn diese erste Hürde erreicht ist, kann das “richtige” Volksbegehren starten.

10 Prozent der Stimmberechtigten Bayerns müssen innerhalb von 14 Tagen das Begehren mit Ihrer Stimme unterstützen.

Aber damit ist der Hürdenlauf nicht beendet. Denn dies bedeutet, dass dem Landtag ein Entwurf für ein Gesetz zum Flächenverbrauch vorgelegt werden kann.

Dieser könnte denn Entwurf dann immer noch ablehnen, so dass letztendlich ein Volksentscheid ausschlaggebend wäre.

Ein langer Weg bis das Ziel, den landesweiten Verbrauch für Siedlungs- und Verkehrsfläche auf maximal 5 Hektar pro Tag zu begrenzen.

Derzeit werden nach Zahlen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) durchschnittlich 13 Hektar jeden Tag verbraucht.

Wie seht Ihr die Aussichten für den Erfolg des Volksbegehrens?

Familienbetriebe dominieren bayerische Landwirtschaft (c) Agrarbetrieb.com

Familienbetriebe dominieren bayerische Landwirtschaft

Rund 33% aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland befinden sich in Bayern. So wie es aussieht, dominieren traditionelle Familienbetriebe die bayerische Landwirtschaft. Die meisten betreiben Futter- und Ackerbau.

Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung hat in der Pressemitteilung vom 10. Juni 2014, die aktuellen Zahlen der Agrarstrukturerhebung 2013 bekannt gegeben. Insgesamt wurden 93.300 landwirtschaftliche Betriebe ermittelt. Das entspricht rund 33% der landwirtschaftlichen Betriebe in ganz Deutschland.

Jeder dritte landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland hat demnach seinen Sitz in Bayern!

Die Landwirtschaft spielt eine essentielle Rolle in Bayern. Sie gilt als wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Freistaat. Die 93.300 Betriebe bewirtschaften 3,1 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Pro Betrieb gerechnet, sind das im Durchschnitt rund 34 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Traditionelle Familienbetriebe dominieren als Betriebstyp

Klassische Familienbetriebe haben in Bayern das Sagen. Rund 94% der Betriebe (88.100 Einheiten) sind Einzelunternehmen. Hiervon werden

  • 42.300 Betriebe im Haupterwerb und
  • 45.800 Betriebe im Nebenerwerb geführt.

Die landwirtschaftlich genutzten Flächen teilen sich wie folgt auf:

  • Haupterwerbsbetriebe: rund 45 Hektar im Durchschnitt => insgesamt 1,9 Millionen Hektar
  • Nebenerwerbsbetriebe: rund 18 Hektar im Durchschnitt => insgesamt 0,8 Millionen Hektar

Landwirtschaftliche Familienbetriebe in Bayern

Der folgende Beitrag zeigt wie Familienbetriebe mit der Zeit gehen und zugleich bäuerliche Strukturen erhalten können. Ein kurzer Einblick in die Welt des bayerischen Land- und Energiewirts Karl Holböck.

Futter- und Ackerbaubetriebe prägen die bayerische Landwirtschaft

Rund 50% aller Betriebe (46.400 Einheiten) haben ihren Schwerpunkt im Futterbau. Der Fokus dieser Weideviehbetriebe liegt in der Milchproduktion bzw. der Rinder-, Schaf- oder Ziegenhaltung. Diese Futterbaubetriebe bewirtschaften rund 51% der landwirtschaftlich genutzten Fläche Bayerns.

Die Aufteilung der restlichen landwirtschaftlichen Betriebe sieht folgendermaßen aus:

  • 31% Ackerbaubetriebe (28.900 Einheiten)
  • 10% Pflanzenbau-Viehhaltungsverbundbetriebe
  • 9% teilt sich u.a. auf Gartenbau-, Dauerkultur-, Veredlungsbetriebe auf.

Ökobetriebe in Bayern

An dieser Stelle sollten wir die Ökobetriebe die auch bei uns in Bayern beheimatet sind nicht außer Acht lassen. Im Rahmen der Agrarstrukturerhebung 2013 wurden in Bayern 6.300 landwirtschaftliche Betriebe mit einer ökologische bewirtschafteten Fläche von 213.800 Hektar nachgewiesen. Im Vergleich zur letzten Agrarstrukturerhebung im Jahr 2010, reden wir hier von einem Wachstum von 9,9% in Bezug auf Anzahl der Betriebe und 12,2% Flächenwachstum. Insgesamt umfasste das Öko-Ackerland 94.100 Hektar.

Landwirtschaftliche Familienbetriebe werden oft als Herzstück der Ernährungssicherung und als Rückgrat in der Krise betrachtet. Daher die Frage:

Wie kann man Klein- und Familienbetriebe in Deutschland besser unterstützen? Ich freue mich auf Ihr Kommentar.

Agrarbetrieb_Startpaket fuer innovative Landwirte 

Land kaufen oder pachten: Das Land Grabbing Phänomen

Land kaufen oder pachten: Das Land Grabbing Phänomen

Land grabbing oder Landraub – ein Schreckensphänomen das nicht nur in afrikanischen Staaten präsent ist, sondern auch bei uns im Lande anzutreffen ist. Land grabbing bedeutet, dass Investoren und Spekulanten, die oft nichts mit Landwirtschaft zu tun haben, Land kaufen oder pachten.

Was genau ist Land grabbing?

Folgende Definition finden wir hierzu auf Wikipedia…

Land Grabbing (engl.) bzw. Landnahme ist ein Begriff für die Aneignung von Land durch wirtschaftlich oder politisch durchsetzungsstarke Akteure. Teils geschieht dies auch für zweifelhafte Zwecke oder mit zweifelhaften (illegalen) Mitteln. Land Grabbing kann durch Inländer oder Ausländer, durch Kleinbauern oder Großkonzerne, durch Staatsbedienstete oder Privatpersonen erfolgen.

Während Kleinbetriebe und bäuerliche Familienbetriebe darin bestrebt sind Ökonomie und Natur in Einklang zu bringen, dreht sich bei Großinvestoren und börsennotierten Konzernen vieles oft nur um das Thema Geld. Weiterlesen

Roland Doemling von Agrarbetrieb in seinem Blütenmeer - Bluehende Rahmen

Agrarbetrieb setzt auf „Blühende Rahmen“

Agrarbetrieb nimmt in 2013 an dem vom Bayerischen Bauernverband ins Leben gerufene Aktion „Blühende Rahmen“ teil und schmückt sein Maisfeld bei Reichenbach mit einem Blütenmeer von Sonnenblumen, Ringelblumen, Koriander & Co.

Worum geht es eigentlich bei dieser Aktion?

Die Aktion „Blühende Rahmen“ geht bereits in die dritte Runde. Ziel des Projektes ist es möglichst viele Landwirte zu motivieren und dazu zu bewegen, mehrere Kilometer (mehr als 100 km) Blühstreifen in Bayern zu schaffen. Der Blühstreifen am Feldrand soll Lebensraum für Bienen und Wildtiere bieten.

Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig. Die Kosten für das Saatgut übernehmen die Bauern.

Unsere Beteiligung in diesem Jahr sieht wie folgt aus…. Weiterlesen

Ernte in Deutschland Claas Lexion 600 im Einsatz bei Agrarbetrieb

Ernte in Deutschland: Wie sieht es in den Bundesländern aus?

Ernte in Deutschland – 3% mehr Getreide haben die deutschen Landwirte gegenüber 2012 geerntet. Die meisten Bundesländer freuen sich auf überdurchschnittliche Erträge; Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sprechen von einem Rekordjahr.

In einem aktuellen Bericht von Agrarheute.com erfahren wir folgendes:

Mit 46,8 Millionen Tonnen Getreide und 5,6 Millionen Tonnen Raps ist die Ernte in Deutschland nach einem schwierigen Vegetationsverlauf doch noch zufriedenstellend ausgefallen. Die diesjährige Getreideernte liegt gut drei Prozent oberhalb des Vorjahresergebnisses, gab der Deutsche Bauernverband letzte Woche bekannt. Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein verzeichnen aktuell Erträge die den langjährigen Durchschnitt – wenn auch nur leicht – übertreffen.

Ernte 2013 mit 2 Case 8010 AFS & AFX Mähdreschern

Weiterlesen