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Tesla-Erneuerbare Energie-Akku

Erneuerbare Energie: weltweit größter Akku in Betrieb

Erneuerbare Energie spielt weltweit eine immer größere Rolle. Investitionen in umweltfreundlichen Strom sind der Weg in die Zukunft. 

Auch für Australien, das in Punkto Energiegewinnung bisher sehr stark von Strom aus Kohlekraftwerken abhängt.

Es gehört zu den Ländern, die umgerechnet auf die Einwohnerzahl, mit die höchste Produktion des klimaschädlichen CO2 aufweist.

Erneuerbare Energie spielen in Down Under bisher entsprechend nur eine untergeordnete Bedeutung. Oder sollen wir sagen “spielten”.

Denn ausgerechnet in Australien ging das weltweit größte Akkusystem an den Start und setzt damit neue Standards im Bereich Erneuerbare Energie.

Erneuerbare Energie dank Tesla in neuen Dimensionen

Bei dem Akkusystem handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Speicher, der mit seiner Gesamtleistung von 129 Megawatt 30.000 Haushalte mit Strom versorgt.

Wir verbinden einen Lithium-Ionen-Akku mit Geräten wie unserem Handy, in welchem diese Art der Energiespeicherung mittlerweile Standard ist.

Die Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus liegen hier auf der Hand:

  • kein Memory-Effekt, der im Laufe der Zeit die Akkuleistung vermindert
  • eine lange Lagerfähigkeit aufgrund seiner geringen Selbstentladung
  • eine hohe Energiedichte (etwa das 3-4 fache eines gleich großen NiCd-Akkus oder das Doppelte eines NiMH-Akkus)
  • eine lange Haltbarkeit

Wisst Ihr eigentlich wie ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert?

Der Lithium-Ionen-Akku

Quelle: TheSimpleChemics

Der Lithium-Ionen-Akku in Australien erreicht eine neue, bisher noch nicht gekannte Größenordnung.

Das gigantische Projekt wurde vom US-Elektroautohersteller Tesla nördlich von Adelaide errichtet.

Und auch beim Bau machte Tesla eine klare Ansage: in 100 Tagen wird der größte Akku für Erneuerbare Energie gebaut werden, oder das Unternehmen würde ihn kostenlos abgegeben, so das Versprechen von Tesla-Chef Elon Musks.

Und das Ziel wurde, wenn auch knapp, erreicht. Rund 3 Monate Bauzeit klingen jedoch einfach sehr beeindruckend, oder?

(Die Kosten wurden von Musks übrigens auf mindestens 50 Millionen Dollar angegeben.)

In Australien beginnt der Sommer. Der Akku wird dringend gebraucht, um den hohen Stromverbrauch in dieser Jahreszeit zu decken.

Die extreme hohen Temperaturen führten in den letzten Sommern immer wieder zu Stromausfällen.

So gab es etwa im September 2016 aufgrund eines Unwetters einen Stromausfall, bei dem 1,7 Millionen Haushalt über mehrere Tage vom Nationalen Netzwerk abgeschnitten waren. 

Mit dem Lithium-Ionen-Akku sollen solche Nachrichten der Vergangenheit angehören, denn er liefert Strom rund um die Uhr, egal ob Wind und Sonne gerade bei der Energiegewinnung mitspielen. 

Der Strom für den Akku kommt aus einem Windpark, der von dem französischen Unternehmen Neoen betrieben wird.

Das Projekt zeigt, es mangelt nicht an innovativen Lösungen. Auch nicht an deren Umsetzung.

Wir dürfen gespannt sein, wie das australische Vorbild in anderen Teilen der Welt aufgenommen wird. Sicherlich werden wir in Zukunft von größeren Akkusystemen hören. 

(Quelle: Manager Magazin, Passauer Neue Presse, DPA)

Und noch ein Blick auf ein aktuelles Thema der Woche:

Entscheidung zum Neonikotinoid-Verbot verschoben

Eigentlich sollte diese Woche abgestimmt werden, ob die drei neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam im Freiland verboten werden sollen. 

Diese Entscheidung wurde nun jedoch vom Ständigen EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF) auf März 2018 verschoben. 

Neonikotinoide werden in der Landwirtschaft als Saatgutbeizmittel eingesetzt. Sie sollen Schädlinge bekämpfen und damit die Pflanzen beschützen. 

Allerdings beschränkt sich die Wirkung nicht nur auf Schädlinge.

Die Insektizide werden für das rapide Sterben von Bienen und anderen Insekten verantwortlich gemacht. 

Deshalb wurde bereits in 2013 der Einsatz von der EU-Kommission eingeschränkt.

So dürfen die Wirkstoffe beispielsweise nicht auf die Rapssaat und beim Anbau von Äpfeln, Gurken und Kirschen Anwendung finden.

Aber, das Verbot kann für viele Pflanzen mit Sondergenehmigungen aufgeweicht werden. 

Bevor die EU-Mitgliedsstaaten eine Entscheidung zum zukünftigen Einsatz der Wirkstoffe treffen, soll jedoch erst noch ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa), das die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe genauer untersucht, ausgewertet werden. 

Nach mehrmaliger Verschiebung soll dies nun bis Februar 2018 vorliegen. 

Die Anwendung der Insektizide wird so weiterhin von den verschiedenen Interessengruppen heiß diskutiert

Nichtregierungsorganisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, fordern klar ein viel umfassenderes Verbot.

Die ausschliessliche Zulassung des Stoffes in Gewächshäusern, wie es aktuell im Raum steht, greift ihnen nicht weit genug. 

Vertreter aus Landwirtschaft und Agrarindustrie befürchten hingegen einen Nachteil der europäischen Landwirtschaft im internationalen Vergleich. 

Hier wird auch zu Bedenken gegeben, dass Landwirte durchaus verantwortungsbewusst mit den Wirkstoffen umzugehen wissen. 

(Quelle: Deutschlandfunk, Spiegel Online, TopAgrar)

Das Thema wird sicherlich bis März 2018 die deutschen Politiker weiterhin gut beschäftigen. Auch bei Vorlage des Gutachtens wird es sehr gegenteilige Meinungen geben. 

Insbesondere wird es bei der Frage, wie weit das Verbot ausgebaut werden soll, bei den Fraktionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. 

Wie steht Ihr aus Sicht der Landwirte zu dem Thema? 

Autonome Landtechnik Agritechnica 2017

Landtechnik: Spargelroboter, autonome Mähdrescher und Unkrautroboter

Neues aus der Welt der Landtechnik: In Russland rollte im August der erste selbstfahrende Mähdrescher vom Band, eine Schweizer Firma arbeitet an dem ersten vollständig autonomen Unkrautroboter und die Niederländer basteln an dem weltweit ersten Spargelroboter rum.

Bevor wir loslegen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche. Wir starten mit den Direktzahlungen 2016 weil diese den einen oder anderen von Euch besonders stark interessieren könnten.

1. Landwirtschaftliche Direktzahlung in 2016 liegen bei 4,84 Mrd. EUR

Das Bundeslandwirtschaftministerium hat die aktuellen Zahlen bzgl. Direktzahlungen für das Antragsjahr 2016 veröffentlicht. Diese lauten wie folgt: rund 4,84 Mrd. EUR wurden an insgesamt 316.600 Antragssteller ausgeschüttet.

Die Aufteilung auf die jeweiligen Posten sieht wie folgt aus:

  • 2,95 Mrd. EUR Basisprämie (61% an der Gesamtzahlung)
  • 1,43 Mrd. EUR Greeningprämie (rund 30% von der Gesamtsumme)
  • 332,5 Mio. EUR Umverteilungsprämie für kleine und mittlere Betriebe
  • 45,5 Mio. EUR Unterstützung für Junglandwirte
  • 22,0 Mio. EUR Unterstützung für Kleinerzeuger

Die ausgezahlte Prämiensumme lag unter dem Niveau von 2015. Die meisten Empfänger von Direktzahlungen kamen aus Bayern.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

2. Strategische Allianz: Amazone und die Agrom-Gruppe intensivieren ihre Zusammenarbeit

Eine breitere Produktpalette und damit einhergehend auch mehr Kunden — das ist das Ziel der verstärkten Zusammenarbeit zwischen Amazone und der Agrom-Gruppe.

In den Niederlassungen Württemberg und Nordbaden soll es ab Januar sämtliche Dünge- und Pflanzenschutztechnik von Amazone zu kaufen geben. Am neuen Standort Billigheim, welches Januar 2018 große Eröffnung feiert, bietet Agrom die komplette Produktpalette von Amazone an. Die Standorte in Baden werden ihre Amazone-Produktportfolio später aufstocken.

Martin Bauknecht, Geschäftsführer der ZG Raiffeisen Technik-Gruppe (die Muttergesellschaft der Agrom-Gruppe) äußerte sich zur Kooperation mit Amazone wie folgt:

„Amazone Landmaschinen ist bekannt als Spezialist für erfolgreiche Dünge- und Pflanzenschutztechnik. Wir sind überzeugt, dass auch die Produkte in Bodenbearbeitung und Aussaat unsere Kunden begeistern werden.“

Quelle: ZG Raiffeisen

3. Ranking: Universität Hohenheim ist die beste Agrar-Uni Deutschlands

Die Zeitschrift „U.S. News & World Report“ hat das aktuelle „Best Global Universities Ranking 2018“ bekannt gegeben. Dabei belegt die Universität Hohenheim in Stuttgart die Pole Position im Bereich Agrarforschung in Deutschland.

Im europäischen Vergleich belegt die Uni Hohenheim Platz 3 und weltweit Platz 9.

Auf das gleiche Ergebnis kommt auch das NTU-Ranking der National Taiwan University. Auch in diesem Ranking belegt die Universität Hohenheim den ersten Platz in Deutschland.

Laut NTU-Ranking belegen folgende Unis die ersten fünf Plätze in Deutschland:

  1. Universität Hohenheim
  2. TU München
  3. Universität Bonn
  4. Universität Göttingen
  5. Universität Gießen

Quelle: Universität Hohenheim, US News & World Report

Weltweit erster Spargelroboter erntet präziser als ein Mensch

Ein StartUp aus den Niederlanden setzt bei der Spargelernte auf modernste Technik. Die Firma Cerescon hat nach eigenen Angaben den weltweit ersten Roboter hierfür entwickelt.

Die Vorteile: bessere Qualität und mehr Ertrag.

Und wie läuft dieser Prozess ab?

Die 3-reihige Maschine erfasst den Spargel in der Erde und erntet ihn während der Fahrt. Die selektive, vollautomatische Spargelerntemaschine funktioniert wie folgt…

Quelle: Cerescon, YouTube

Der 1-reihige Prototyp hat bereits eine Saison geerntet und erfolgreich abgeschlossen. Jetzt ist die 3-reihige Maschine dran; diese soll bereits im nächsten Jahr einsatzfähig sein.

Die beiden großen Vorteile nochmal im Überblick:

  • Halbierung der Erntekosten: Der Roboter ersetzt rund 70 Saisonarbeitskräfte und ernte bis zu 50 Hektar Spargel pro Saison.
  • Verbesserte Qualität aufgrund der unterirdischen Erfassung des Spargels

GPS gesteuerter autonomer Unkrautroboter soll 20-Mal weniger Pflanzenschutzmittel verbrauchen

Autonome Landtechnik, selbstfahrende Landmaschinen – das ist der neue Trend und darüber werden wir in den kommenden Monaten und Jahren noch jede Menge hören.

Laut Angaben des Schweizer Start-Up Unternehmens Ecorobotix sei der Unkrautroboter der erste vollständig autonome Feldroboter zur Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen, beim Zwischenfruchtanbau und auf Grünland.

Die intelligente Maschine erkennt die Unkräuter mit Hilfe von Farbkameras und besprüht mit Pflanzenschutzmitteln sehr gezielt das Unkraut an der richtigen Stelle.

Quelle: ecoRobotix, YouTube

Ein paar technische Details im Überblick:

  • Der selbstfahrende Unkrautroboter wiegt 130 kg
  • GPS-Steuerung
  • Arbeitet bis zu 12 Stunden pro Tag ohne menschliche Kontrolle
  • Zwei Photovoltaikmodule sorgen für Energie

Der Unkrautroboter der laut Unternehmensangaben 20-mal weniger Pflanzenschutzmittel benötigt, soll 2019 auf den Markt kommen.

Autonomer Mähdrescher schmückt zum ersten Mal die Felder in Russland

Nach fünf Jahren Projektarbeit ist es soweit. Der erste selbstfahrende Mähdrescher ist vom Band gelaufen und die Russen jubeln. Die aktuelle Maschine muss noch von einem Menschen kontrolliert werden, aber das AI-System befreit den Landwirt von den meisten Tätigkeiten.

Ausgerechnet eine Frau revolutioniert mit ihrer Firma Cognitive Technologies die fahrerlose Landtechniklandschaft in Russland. Olga Uskowa und ihr Team haben fünf Jahre hart dafür gearbeitet, dass der selbstfahrende Mähdrescher im August in der Region Rostow im Süden Russlands zum ersten Mal zum Einsatz kommt.

Die vollautonome Version ist für 2023 geplant.

Autonome Landtechnik

Die Roboter erobern nicht nur unsere Autobahnen und Fabriken, sondern auch unsere Felder. In Japan entstand eine Roboter -Salat-Farm, zur Unkrautbekämpfung werden Drohnen und Feldroboter eingesetzt und jetzt kommt auch noch ein Spargelroboter zum Einsatz.

Ja, die Welt der Landtechnik hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Und was in den nächsten Jahren auf uns zukommt, das traue ich mich teilweise kaum auszusprechen bzw. zu schreiben.

Fakt ist, Roboter werden Arbeitsplätze ersetzen.

Fakt ist, es werden neue Arbeitsplätze geschaffen, denn die lieben Roboter muss auch jemand kontrollieren, pollieren und warten. Es kommen spannende Zeiten auf uns zu.

Autonome Landtechnik – wo geht Eurer Meinung nach die Reise hin?

Superfood-Lebensmittel-Landwirtschaft

Superfood: Was ist so super an Superfoods?

Der Begriff ist in aller Munde: Superfood. Aber wer weiß wirklich was Superfoods sind?

Superfoods – Gesundheit und Vitalität im Übermaß, der Jungbrunnen für Trendsetter, etwas für den gefüllteren Geldbeutel.

Diesen Eindruck bekommt man, wenn man sich die Supermarktregale, Verpackungen oder gar Preise in den Abteilungen anschaut, die Lebensmittel enthalten, die irgendwie anders sein sollen.

Wie das „Super“ in „Superman“ verspricht das „Super“ in „Superfoods“ besondere Kräfte zu enthalten.

Aber bevor Ihr Euch Gemüse im Spandexanzug mit Umhang vorstellt, das das Böse der Welt bekämpft, lasst uns noch auf eine Meldung dieser Woche kucken, die an anderer Stelle für dringend benötigte Hilfe sorgen kann:

Provisorische Güllelager als Notfalllösung

Viele Landwirte in Schleswig-Holstein hat das Wetter der letzten Monate wahrlich verzweifeln lassen. Die Felder sind seit Monaten völlig durchnässt und unbefahrbar.

Die Ausbringung der Gülle wurde zu einem Vorhaben, das einfach nicht umgesetzt werden. Auf den matschigen Böden würden die schweren Geräte einfach nur versinken und steckenbleiben.

Nicht nur, stellt dies eine hohe Belastung für die Landwirte dar. Auch die Umwelt ist durch überlaufende Güllebehälter gefährdet.

Und ein Ende der Lage ist nicht in Sicht. Neben den Wetterbedingungen tragen auch die aktuellen Sperrfristen für die Düngeausbringung zu einer Zuspitzung der Lage bei, denn:

Wohin mit der Gülle?

In Schleswig-Holstein haben die anhaltenden Niederschläge eine akute Notsituation herbeigeführt, für die das Umweltministerium in Kiel mit einer Notlösung für Entspannung sorgen will.

In den kommenden Monaten ist es den Landwirten erlaubt, provisorische Lagerbecken für Gülle zu errichten.

Diese unterliegen strengen Auflagen, bei denen insbesondere der Schutz des Grundwasser und der Oberflächengewässer Priorität haben.

Laut Robert Habeck, Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister, wird mit den Notfallmaßnahmen lediglich die Folgen eines viel größeren Grundproblems bekämpft:

„Die intensive Tierhaltung stößt vor allem auf dem Geestrücken an Grenzen. Wir haben dort zu viel Gülle und Gärrückstände auf zu wenig Fläche. Wir brauchen dringend eine Strategie, die Landwirten gutes Einkommen sichert, ohne auf immer mehr Tiere und immer mehr Leistung zu setzen.“

Neben dem Bau der Notfallbehälter, wird zudem nach vorhandenen, nicht ausgelasteten Kapazitäten gesucht. Hier kommen etwa leerstehende Lagerbehalter auf ehemaligen Landwirtschaften oder die Lagerung in anderen Bundesländern, etwa in Erdbecken in Brandenburg in Betracht.

(Quelle: NDR.de, AgE, Euwid Wasser und Abwasser)

Von Gülle zu Superfoods mag es jetzt ein großer Sprung sein, oder auch nicht, denn bei spielen Nährstoffen im Boden eine Rolle.

Vielfach wird angeprangert, dass aufgrund der ausgelaugten Böden viele Lebensmittel und Speisen kaum noch Nährstoffe und Vitamine enthalten.

Superfoods sollen als wahre Nährstoffbomben propagiert das Defizit ausgleichen können.

Superfood – alles super oder was?

In der Europäischen Union ist der Begriff „Superfoods“ auf Verpackungen verbannt, es sei denn, die Behauptung, dass es sich um Superfood handelt, kann wissenschaftlich belegt werden.

In den USA hingegen gibt es keine Regulierung oder rechtliche Festlegung, was ein Superfood eigentlich ist.

Mit anderen Worten: Superfood kann alles oder nichts sein.

Das Wort, was heute in aller Mund ist, wurde von Steven Pratt MD, erfunden. Er hat es als Titel für sein in 2004 veröffentlichtes Buch gewählt.

In diesem beansprucht er für sich, die wichtigsten nährstoffreichen Lebensmittel ausfindig gemacht zu haben, die bedeutend für den Erhalt einer optimalen Gesundheit sind.

Sein Fokus lag vor allem auf Nährstoffe, die das Leben verlängern können. Man könnte sagen, den Begriff „Superfoods“ zu kreieren, war ein guter Marketingschachzug. Der noch immer funktioniert.

Zumeist verbinden wir Superfoods mit exotischen Lebensmitteln wie Quinoa, Gojibeere, Amaranth, Avocado, Chiasamen, …

Aber dabei hat auch die heimische Natur viel zu bieten: Holunderbeere, Leinsamen, Brennessel, Johannisbeere bis hin zum Grünkohl, um nur einige zu nennen.

Sie sind nicht nur wesentlich günstiger, sondern ebenso nährstoff- und vitaminreich. Und ebenso vielfältig in der Küche einzusetzen.

Heimisches vs. exotisches Superfood

Quelle: Galileo

Ihr seht, auch heimische Superfoods müssen nicht langweilig sind und haben auch für den kleineren Geldbeutel viel zu bieten. 

Es muss nicht die bisher unentdeckte Beere eines weit entfernten Naturvolkes sein, die wir verzerren müssen, um unserer Gesundheit zur erhalten, zurückzuerobern oder ähnliches. 

Wie bei allem lohnt es sich auch, zu hinterfragen und den Kontext zu sehen: Wie hilfreich ist der zusätzliche Verzerr von Gojibeeren, wenn ich täglich einen Schokoriegel, Kekse oder ähnliches esse? 

„Zuckerreiche Müslis oder Milchprodukte werden mit ein paar Acaí-Beeren nicht gesünder“, so Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Meistens hat das, was man nicht isst, eine wesentlich größere Wirkung auf die eigene Gesundheit als das, was man zusätzlich isst.

Wie steht es mit Euch: auf welche Nahrungsmittel setzt Ihr, wenn es um Eure Gesundheit geht?

Underground Farming in London

Underground Farming im Londoner Luftschutzbunker

Das Konzept der urbanen Landwirtschaft und in diesem Zusammenhang auch Vertical Farming ist nichts Neues. Was eine Neuheit darstellt, ist die Tatsache, dass wir mit unserer lieben Landwirtschaft auch vertikal nach unten gehen können, und zwar in dem wir unterirdische Landwirtschaft betreiben, besser bekannt auch unter dem Begriff Underground Farming.

Die Fakten sind da: wir werden immer mehr und die Versorgung mit frischen Nahrungsmitteln wird immer problematischer. Auf dem Land klappt es noch, aber in den Städten steigen die Herausforderungen. Insbesondere die Big Cities wie z.B. New York, Los Angeles, Sydney oder London stehen vor enormen Problemen.

Warum auf die Damen und Herren aus der Politik warten?

Das dachten sich zwei britische Innovatoren / Unternehmer und packten das Londoner Ernährungsproblem direkt an.

Steve Dring und Richard Ballard sind die Gründer der Firma Growing Underground (eine Marke der Zero Carbon Food). Sie bauen in einem 33 Meter tiefen Weltkriegsbunker unterirdisch Pflanzen an.

Das ganze sieht dann so aus…

Quelle: National Geographic, YouTube

Underground Farming versorgt Londoner mit frischem Salat

Die bemerkenswerte Reise der beiden Briten von Growing Underground startete auf der britischen Crowdfunding-Plattform Crowdcube. Sie sammelten über 243.000 GBP von Interessenten und Investoren aller Art und Couleur ein und eroberten mit ihrem innovativen Konzept die Herzen der Londoner.

Es folgten zahlreiche Interviews und Shows wie z.B. von BBC oder National Geographic. Sie erhielten jede Menge Auszeichnungen, die bemerkenswerteste davon ist sicherlich der BBC Future Food Award in 2017. Und sie traten mit weltweiten Celebrities wie z.B. Jamie Oliver oder Gourmet-Starkoch Raymond Blanc auf.

Wo gibts die leckeren Salate von Growing Underground zu kaufen?

Zu den neuesten Geschäften die eine Listung mehrere Salatsorten und Kräuter durchgeführt haben, zählen:

  • Ocado
  • Marks and Spencer
  • Whole Foods (seit Oktober 2017)

LED-Lampen erzeugen das nötige Licht im Bunker

Ein Weltkriegsbunker im Westen Londons wird zum Leben erwacht.

Pinke Leuchtstoffröhrchen und LED-Lampen helfen den Microgreens (Gemüse, Kräutern) zu wachsen. Nebenan herrscht Dunkelheit; hier werden die Teppichmatten mit Samen bestreut. Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sorgen für die ersten Schritte in der Evolution. Danach geht’s in die pinkfarbenen Räume.

Geerntet wird in einem frühen Stadium; es soll ja frisch beim Konsumenten auf dem Teller landen.

Die Vorteile von Underground Farming liegen auf der Hand: kurze Transportwege und weniger CO2-Ausstoß. Hinzu kommt der Faktor „Regionalität“ bzw. „produzieren wo auch konsumiert wird“.

Das unterirdische Konzept ist keine neuartige Idee. Sie wird bereits in Singapur und in den USA erfolgreich umgesetzt. In Europa sind die Londoner tatsächlich ein Novum.

Ob Underground Farming so weitermachen kann wie bisher ist fraglich. Den beiden Gründer bereitet der anstehende Brexit Sorgen. Treten die Briten im Frühjahr 2019 aus der EU aus, dann fallen auch die Subventionen aus Brüssel weg.

Vertical Farming in Ballungsräumen

In 2050 soll unser Planet mehr als 9 Millionen Menschen beherbergen und ca. 80% davon sollen in Ballungsräumen leben.

Klasse Prognose. Und wie sollen diese Menschen versorgt werden?

2050 ist nicht mehr lange hin. Noch gute 30 Jahre und Bingo, vielleicht trifft die Prognose ein. Was mir Sorge bereitet ,sind weniger die Konzepte, sondern vielmehr die mangelnde Praktikalität und die schlechte Umsetzung.

Ideen haben wir genug.

Weltweit arbeiten Forscher und Experten an schwimmende Farmen, Wolkenkratzer als Farmen oder wie in dem Londoner Beispiel, an unterirdischen Farmen. Was fehlt ist die Dringlichkeit, das Erwachen und Wachrütteln, dass wir heute schon Lösungen brauchen. So wie Landwirtschaft heute funktioniert, mag heute noch OK sein, aber sie ist ein Desaster für die Zukunft.

Horizontal können wir nicht mehr wachsen. Ganz im Gegenteil, da werden lieber Straßen, Wohnblöcke und schicke Office-Büros gebaut, statt Getreide, Gemüse, Obst & Co. anzubauen.

Kein Wunder, dass viele Schüler der Meinung sind, dass Popcorn auf den Bäumen wächst. Der „moderne“ Mensch hat den Touch zur Natur und zu den Lebensmitteln völlig verloren.

Eine Lösung: vertikal nach oben und unten expandieren, d.h. Hochhaus- und unterirdische Landwirtschaft betreiben — zumindest bis uns bessere Alternativen einfallen.

Was haltet Ihr von Underground Farming in Deutschland? Wäre das eine Lösung für Berlin, München, Hamburg oder Köln?

Weihnachtsbaum-Greening-Landwirtschaft

Die Jagd nach dem perfekten Weihnachtsbaum

Weihnachten steht vor der Tür. Damit geht sie auch wieder los: die Jagd nach dem perfekten Weihnachtsbaum.

Langsam läuft sie an: die Weihnachtssaison.

Der erste Advent steht vor der Tür und die Vorbereitungen für das große Fest mit den Liebsten nehmen Fahrt auf. 

Bevor wir uns der Feststimmung widmen können, aber noch einen kurzen Ausblick auf Agrarreformen, der von EU-Kommissar Phil Hogan gestern gegeben wurde. 

Eine moderne und einfachere Agrarpolitik, dafür sprach sich Hogan gestern aus. Dem können wir wohl alle zustimmen. 

Aber wie soll dies konkret aussehen? 

Wird das Greening abgeschafft?

Gestern hat Hogan seine Ideen zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 der Öffentlichkeit mitgeteilt: 

Die Vorstellungen zum zukünftigen Kurs der europäischen Agrarpolitik enthalten viele Punkte, die bei den einen auf Zustimmung, bei den anderen auf Ablehnung stoßen werden. 

Entsprechend können wir uns wohl auf heftige Diskussionen in den nächsten Wochen einstellen. 

Herausstechen tuen sicherlich vor allem zwei Punkte: 

Den Mitgliedsstaaten soll wieder mehr Verantwortung zugesprochen werden. D.h. die EU soll zukünftig nur noch die Parameter und Ziele festlegen. 

Wie diese erreicht werden oder umgesetzt werden, soll in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten liegen. Hiermit soll wieder mehr Flexibilität erreicht werden. 

Zum anderen erregt sicherlich Aufmerksamkeit, dass in dem Strategiepapier massiv die derzeitige Greening-Regeln abändern und gar abschaffen: 

„Ja, das Greening wird abgeschafft, weil es viel zu kompliziert war und deshalb nicht funktioniert hat“, so Hogan. 

Zum Jahresende kommt also nochmals Bewegung in die Agrarpolitik.

Weniger Bürokratie, und die Umsetzung eines Systems, dass nicht auf Sanktionen aufbaut, sondern sich an dem Erreichen von Ergebnissen orientiert, das klingt gut und spannend. 

Wir werden gespannt sein, wie die verschiedenen Interessengruppen auf das Papier reagieren und was letztendlich wirklich verabschiedet wird. 

Quelle: Europäische Kommission

Nun aber zur Feststimmung: Weihnachten steht vor der Tür und eins steht fest: 

Kein Weihnachten ohne Weihnachtsbaum

Für 80 Prozent der deutschen Haushalte ist der Weihnachtsbaum ein Must zu Weihnachten. In keinem anderen Land hat der Weihnachtsbaum einen solch hohen Stellenwert wie in Deutschland.

Die deutschen Verbraucher können sich in dieser Saison freuen, denn die Preise sind stabil geblieben, entsprechen dem Niveau vom Vorjahr.

Auch beim Weihnachtsbaum lassen sich Trends feststellen, wie sie aus anderen Branchen, etwa der Lebensmittelbranche, festzustellen sind:

Regionalität und Nachhaltigkeit liegen im Trend

Laut einer repräsentativen Verbraucherstudie des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Grünschnitterzeuger  ist es über die Hälfte der deutschen Haushalte wichtig, dass ihr Baum aus heimischer Produktion stammt.

Für die Verbraucher steht Regionalität für mehr Frische, Qualität und eine Produktion, die auf Nachhaltigkeit setzt.

Zum Stichwort Nachhaltigkeit: diese gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es wird bereits überwiegend in zertifizierten Betrieben produziert.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel ist kaum nötig. Zudem verfügen die Anbauflächen laut Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalens über einen hohen ökologischen Nutzen.

Sie weisen eine positive CO2-Bilanz auf und bieten einen Lebensraum um seltene Tierarten.

Stellt sich nun noch die Frage:

Was erwartet der Deutsche von seinem „perfekten“ Weihnachtsbaum? 

Die deutschen Verbrauchen kaufen zunehmend eher kleinere Baumgrößen von 1,50 – 1,75 Meter, die am besten makellos sind.

Der Trend geht zudem immer mehr zum kleinen Zweitbaum, ob fürs Kinderzimmer oder die Terrasse. 

Weiterhin ist der typischen Weihnachtsbaumstand der wichtigste Vertriebszweig. Die Verbaucher kaufen zu

  • 30 Prozent am Stand der Weihnachtsbaumhändler
  • 27 Prozent direkt auf dem Erzeugerhof
  • 24 Prozent in Bau- und Verbrauchermärkten
  • 12 Prozent im Gartenzenter und in Gärtnereien
  • 4 Prozent der Bäume kommen aus dem eigenen Garten oder waren Geschenke

Quelle: Statistisches Bundesamt, Statista,Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger

Die zeigt, dass der Weihnachten auch beim Weihnachtsbaum noch voller Tradition steckt. Aber gewinnt der Vertriebsweg übers Internet zunehmend an Bedeutung.

Neben der Online-Bestellung wächst auch die Nachfrage nach Convenience, sprich Bequemlichkeit: den geschmückten Baum samt Ständer geliefert und nach Weihnachten wieder abgeholt zu bekommen, dafür können sich immer mehr Menschen begeistern.

Zum Glück halten sich diese Zahlen noch in Grenzen. Es gibt durchaus Zeiten, in denen dies enorm hilfreich sein kann. Aber Weihnachten ist auch ein Fest der Besinnlichkeit.

Das gemeinsame Schmücken, sich die Zeit nehmen, bewusst auf das Fest und die Zeit mit den Liebsten vorzubereiten, gehört dies nicht auch zu Weihnachten dazu?

Vielleicht kann Euch der folgende Beitrag ein paar neue Ideen und Inspirationen für Euren diesjährigen Weihnachtsbaum geben:

Weihnachtstrends in diesem Jahr

Quelle: Flowers by Schouten

Weihnachten ist ein Fest, dass tief in unseren Herzen verwurzelt ist. Dennoch bedeutet es für jeden etwas anderes.

Für die einen ist es Rückbesinnung auf die Traditionen. An Ritualen, die seit Generationen in der Familie zelebriert werden, wird sehr genau festgehalten. 

Andere probieren auch gerade an den Feiertagen auch gerne etwas Neues aus. Für die einen gehört der gesamte Weihnachtstrubel und durchaus Aufwand drumherum dazu, die anderen legen Wert auf eine entspannte Zeit zusammen, mit möglichst wenig Arbeit. 

Wie feiert Ihr Eurer Weihnachtsfest und lasst 2017 zu einem ganz besonderen Fest werden?