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Soziale Netzwerke in der Landwirtschaft 2018

Soziale Netzwerke und das Internet in 2018

Facebook, Instagram, Snapchat, WhatsApp, YouTube — das sind mit die wichtigsten Apps auf unseren Smartphones. Es sind diese soziale Netzwerke, die unter anderem auch zu Weihnachten und Silvester für unsere Aufmerksamkeit gekämpft haben.

Auf ein gesundes und glückliches 2018!

Es wurde rückwärts gezählt, die Gläser gingen in die Luft, dann wurde angestossen und der/ die Liebste geküsst.

Was folgte danach?

Handy raus.

Klick auf WhatsApp und tippen was das Zeug hält.

Klar, Emojis durften in der Nachricht nicht fehlen.

So oder sehr ähnlich kommunizieren wir heutzutage. Absolut unvorstellbar vor nicht mal fünf Jahren.

Und dabei spielt es keine Rolle ob Ihr Landwirt seid, Arzt, Lehrer, Politiker oder Schüler. Alter spielt keine Rolle. Geschlecht spielt keine Rolle. Beruf spielt keine Rolle. Jeder hat ein Smartphone und jeder nutzt Apps wie ein Weltmeister.

Der einzige Unterschied: während Euer 16-jähriger Sohn mit Snapchat rumhantiert, postet Eure Frau Bilder auf Instagram und Ihr informiert Euch über die neuesten politischen Ereignisse auf Twitter oder YouTube.

Soziale Netzwerke dominieren die Online-Nutzung und rauben unsere Aufmerksamkeit. Sind das die modernen Zeitfresser? Machen sie uns abhängig? Sind soziale Netzwerke gefährlicher als Alkohol und Drogen?

Kein Wunder, dass immer mehr Zeitschriften, Berichte verfassen mit der Überschrift „Get a life social media junkies“.

Soziale Netzwerke & Landwirtschaft in 2018 und darüber hinaus

An dieser Stelle fragt sich sicherlich der eine oder andere von Euch: „Was hat jetzt diese Intro mit Landwirtschaft zu tun?“

Es geht um Folgendes:

Wenn unsere Mitbürger (uns inklusive) die meiste Zeit auf Social Media verbringen, dann müssen wir (Landwirte) in diesen Apps präsent sein!

Wir können uns in 2018 nicht mehr leisten, zu sagen, dass Facebook & Co. irrelevant sind.

  • Facebook, das weltweit größte soziale Netzwerk hat über 2 Milliarden monatliche Nutzer.
  • YouTube wird von bestimmten Altersgruppen mehr konsumiert als TV + Radio zusammen.
  • Wenn es um politische Ereignisse geht, dann klickt fast jeder als erstes auf Twitter.
  • Und wer sich auf der Suche nach schönen Möbeln oder Innenausstattungsideen begibt, der kommt an Instagram und Pinterest nicht mehr vorbei.
  • Nicht vergessen: wer Jugendliche dabei erwischt Grimassen zu ziehen, der weiss, dass Sohnemann oder Töchterchen, die neuesten Features von Snapchat ausprobieren.

Im englischsprachigem Raum herrscht der Leitsatz „the current state of the Internet is social“ – was soviel bedeutet wie, soziale Netzwerke repräsentieren den aktuellen Stand des Internets.

Dieser Trend wird sich in 2018 und den kommenden Jahren verstärken. Facebook ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Ob uns das gefällt oder nicht, das sagen die Zahlen. Jeder dritte auf der Welt nutzt Facebook monatlich und die Anzahl der Nutzer wird durch Mark Zuckerberg’s Initiative mit Facebook Light große Flächen von Afrika und Asien zu erobern, sogar steigen.

Mittlerweile ist die „Szene“ der sozialen Netzwerke recht übersichtlich geworden. Klar glauben Developer weiterhin dran, „the next big Facebook“ zu entwickeln, aber ganz so leicht wird es nicht mehr.

Facebook dominiert mit der gleichnamigen Plattform zusammen mit Instagram, Messenger und WhatsApp die soziale Medienlandschaft. Google hat YouTube und Google Plus, wobei letztere es nicht so richtig zum Aufsteigen schaffte. Dann hätten wir noch Twitter, Pinterest, LinkedIn und das deutsche Pendant Xing sowie Evan Spiegel’s Snapchat. Recht übersichtlich, oder?

Wie kann man sich als Landwirt auf Facebook & Co. einen Namen machen?

In den vergangenen Monaten habe ich des öfteren Beiträge zu Social Media in der Landwirtschaft geschrieben, um Euch die unterschiedlichen Möglichkeiten zu präsentieren und gleichzeitig auch aufzuzeigen, wie ich diese sozialen Netzwerke einsetze, um Agrarbetrieb bekannter zu machen.

Hier findet Ihr eine Auswahl an Artikel über Social Media.

Die jeweiligen Beiträge wurden aus der Perspektive eines Landwirts geschrieben, der aktiv ist auf den meisten Plattformen. Denn was nutzt es wenn uns Marketinggurus und Agenturen mit großen Teams vorgaukeln wie wir das alles tun sollten, wenn wir uns in erster Linie um unsere Felder und Tiere kümmern müssen.

Daher habe ich vollstes Verständnis für die Priorisierung unserer landwirtschaftlichen Aufgaben. Wo mir jedoch das Verständnis fehlt ist wenn Kollegen aus der Landwirtschaft, Facebook & Co. weiterhin völlig ignorieren und deren Relevanz für unser Geschäft ausser Acht lassen.

Twitter hat man schon lange tod geschrieben. Ist es eingetroffen? Nein. Ganz im Gegenteil, der aktuelle amerikanische Präsident Donald Trump und Tesla’s CEO Elon Musk schwören auf Twitter und nutzen tweets um nicht nur Ihre Meinungen mit der Welt zu teilen, sondern auch kontroverse Diskussionen zu führen.

Auf Instagram verdienen Celebrities mittlerweile mehr Geld als in TV-Spots und bei Facebook bringen Werbungen mittlerweile mehr als auf Google oder sonst wo.

Die Welt ist SOCIAL geworden.

Soziale Netzwerke mögen süchtig machen aber sie sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. So ganz ohne WhatsApp und YouTube kann ich ehrlich gesagt mein Leben auch nicht mehr vorstellen. Sie sind tolle Kommunikationstools und exzellente Partner, wenn man sie gezielt einsetzt und nicht zu deren Sklaven wird.

Wie lautet Euer Urteil über Facebook & Co.? Welche soziale Netzwerke nutzt Ihr in Eurem landwirtschaftlichem Betrieb?

Stromversorgung-Erneuerbare-Energien

Indien setzt bei der Stromversorgung auf hybride Systeme

Die Welt hungert nach Energie. Auf der Suche nach einer zuverlässigen Stromversorgung heißt es wohl auch: der Mix macht´s.

Und die Welt hungert nach Energie. Strom, Strom und noch mehr Strom.

Im Zeitalter der Digitalisierung brauchen wir einfach immer mehr Energie.

Bisherige Energieträger, die fossile Ressourcen nutzen, sind nicht nur begrenzt, sie sind auch umweltschädlich.

Der Trend zu erneuerbaren Energien ist gar kein Trend mehr. Die Energiewende wird längst vollzogen.

Größtes hybrides Kraftwerk für eine stabile Stromversorgung in Indien

Indien gehört zu den Ländern, in denen eine konstante Stromversorgung nicht selbstverständlich ist.

Um die Stromausfälle zu kompensieren, nutzen die Haushalte und Unternehmen Dieselgeneratoren zur Energiegewinnung.

Eine vergleichsweise teure Form der Energieerzeugung und definitiv nicht zukunftsfähig.

Im Bundesstaat Andhra Pradesh entsteht nun, statt eines Kohlekraftwerkes, das größte Solar-Wind-Hybrid Kraftwerk.

Erneuerbare Energien sind toll, haben jedoch den Nachteil, dass sie nicht zuverlässig sind.

Wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, gibt es keinen Strom. Dieses Dilemma kann beim sogenannten Hybrid-Kraftwerk umgangen werden, welche verschiedene regenerative Energieformen mischt.

Und in Indien soll nun das größte seiner Art entstehen. Ein Mix aus Sonnen- und Windenergie soll die Stromversorgung rund um die Uhr ermöglichen.

Die Gesamtkapazität des Kraftwerkes beträgt 160 MegaWatt. 120 MegaWatt werden über Solaranlagen gewonnen. 40 MegaWatt aus Windrädern.

Die zuverlässige Stromversorgung wird zudem über eine eingebaute Batterie mit 40 MegaWatt Leistung erreicht.

Das Hybrid-Kraftwerk soll eines von vielen sein. 

Es ist der erste Schritt auf dem Weg zur Produktion von 3 GigaWatt Strom aus hybriden Solar-Wind-Kraftwerken in dem Bundesstaat sein.

Wirtschaftlich tragfähig, autark und kosteneffizient – hybride Kraftwerke können die Antwort auf die Herausforderungen der morgigen Stromversorgung sein. 

Als hybrides Sonnen- und Windkraftwerk wird das Projekt das größte seiner Art weltweit sein. 

(Quelle: Windkraft-Journal, IWR, Erneuerbare Energien)

Was sind die größten Kraftwerke der Welt?

Eine Analyse der US Energy Information Administration (EIA) stellt für das Jahr 2015 die folgende Top 10 auf.

Gemessen an ihrer Leistung stehen Wasserkraftwerk dabei unangefochten, mit einer Ausnahme (Platz 6) an der Spitze: 

Platz 10: Sayan-Shushenskaya (Russland) – 6,500 GigaWatt

Platz 9: Longtan Dam (China) – 6,426 GigaWatt

Platz 8: Xiangjiaba (China) – 6,448 GigaWatt

Platz 7: Grand Coulee Staudamm (USA) – 6,808 Gigawatt 

Platz 6: Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Japan) –  7,965 Gigawatt, seit Fukushima derzeit noch außer Betrieb

Platz 5: Tucuruí (Brasilien) – 8,370 GigaWatt

Platz 4: Guri (Venezuela) – 10.235 GigaWatt

Platz 3: Xiluodu (China) – 13,860 GigaWatt

Platz 2: Itaipú (Grenze Brasilien und Paraguay) – 14,000 GigaWatt

Platz 1: Drei-Schluchten-Damm (China) – 22,500 GigaWatt

Weltweit sind nach Angaben der übrigens 62.500 Kraftwerke in Betrieb, die insgesamt 6.000 GigaWatt Strom erzeugen. 

(Quelle: Euwid-Energie, EIA, Wikipedia)

Energiewende für daheim

Die Kraftwerke scheinen immer größer zu werden, wenn man in den Nachrichten liest, dass wieder das “größte” Kraftwerk gebaut wird.

Aber man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass es auch einen Trend in die andere Richtung gibt:

zu einer dezentralen, unabhängigen Stromversorgung.

Um die beste Lösung in der Stromversorgung für sich zu finden, lohnt es sich auch im kleinen Maßstab nachzurechnen, ob sich eine hybride Lösung lohnt.

Hybride Stromversorgung für daheim

Quelle: Windkraft für Zuhause

Insbesondere, wenn der Umstieg auf Elektro-Autos erfolgt, kann sich die eigene “Tankstelle” daheim rentieren.

Und Elektro-Autos werden wohl schneller Verbreitung finden, als wir denken. Die Weiterentwicklungen auf dem Gebiet sind einfach rasant.

Erster eHighway in Deutschland

Und der Bau des ersten eHighways in Deutschland soll bereits Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Bereits 2012 stellte Siemens hierzu ein Konzept vor. Im letzten Jahr ging das Projekt von der Planung in die Umsetzung.

Siemens eHighway Vorstellung

Quelle: Technologic Verhicles

Auf einem Abstand von 2 Kilometern wurde außerhalb von Stockholm (Schweden) eine Teststrecke erbaut. Nach erfolgreichen Tests startet das Projekt in Deutschland.

Ähnliches soll nun auf einer 10 Kilometer langen Strecke auf der A5 entstehen.

Der erste eHighway in Deutschland soll zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/ Cargo City Süd der Frankfurter Flughafens und Darmstadt/ Weiterstadt gebaut werden. 

Siemens wurde vom Land Hessen mit dem Bau der Oberleitungsanlage beauftragt.

Mit dem Projekt soll der erste Schritt in Richtung nachhaltigem Gütertransport getätigt werden. 

So ist der eHighway im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient und ermöglicht ein CO2-emissionsfreies Fahren. 

Ob hybride Stromversorgung oder hybrider Antrieb, es heißt heute mehr denn je, in die Zukunft zu decken. 

Die Technologien von gestern sind genau das, im gestern, in der Vergangenheit. 

Wie könnt Ihr die Energiewende für Euch am besten nutzen?

Glyphosat-Lebensmittel-Aldi

Glyphosat: vom Streitthema zum Marketinghit?

Glyphosat: geliebt, gehasst, harmlos, krebserregend, … es gibt viele Positionen zu dem Herbizid. Es scheint nun noch eine weitere zu geben: gut für den Einzelhandel. 

Dass das Mittel wirkungsvoll auf dem Feld ist, wissen wir.  Aber es scheint auch wirkungsvoll für die Verkaufszahlen sein.

Nicht die des Herbizid-Herstellers, das ist gegeben. 

Sondern es geht um die Verkaufszahlen des Einzelhandels, in dem eine harter Konkurrenzkampf um die Gunst der Käufer herrscht.

Aldi setzt auf eigene Regeln beim Glyphosat

Glyphosat wurde zwar für weitere 5 Jahre in der Europäischen Union zugelassen, aber die Diskussion um das Herbizid ist alles andere als abgeflaut. 

Sie scheint nur am anderen Ende der Wertschöpfungskette angekommen zu sein.

Jetzt fordert Aldi von seinen Lieferanten tierischer Produkte genauere Informationen zu der Anwendung von Glyphosat in der Herstellerkette.

So soll Aldi in einem Schreiben an seine rund 65 Hersteller für die Eigenmarken von Aldi Fragen zum möglichen Einsatz von krebserregenden Substanzen in den Futtermitteln gestellt haben. 

Die Antworten auf die Fragen unter anderem zu: welche Wirkstoffe wieviel und wo eingesetzt werden und welche Alternativen bestehen würden, sollen bis Januar eingereicht werden.

Die Hersteller müssen die Details sicherlich bei ihren Lieferanten nachfragen, ggf. diese wiederum bei ihren. So wird sich die Anfrage einmal komplette durch den Wertschöpfungsprozess ziehen.

Wird die Praxis damit den Politiker vorauseilen? 

Glyphosat wurde in der EU nochmals zugelassen, aber in Deutschland geht die Diskussion um Einschränkungen in der Anwendung weiter, zunächst ohne Aussicht auf ein baldiges Ende. 

Ob aus Besorgnis um das Wohl seiner Kunden und /oder die Verkaufszahlen, Aldi kann möglicherweise mit seiner Aktion tiefgreifende Veränderung beiführen, und damit die Debatte in Politikerkreisen auch eine Wendung geben.

Wenn wir mal von der Glyphosat-Diskussion Abstand nehmen, dann lohnt es sich die Entwicklung näher im Auge zu behalten.

Wieso? Weil Ihr sicherlich die eine oder andere Marketinglektion von Aldi mitnehmen könnt.

(Quelle: Lebensmittelzeitung, Süddeutsche Zeitung, topagrar)

Die Macht der Verbraucher

Die Mehrheit der deutschen Verbraucher weiß wohl relativ wenig über die Herstellung ihrer Lebensmittel. Hauptsache sie sind günstig. 

Wer nicht direkt mit landwirtschaftlichen Themen zu tun hat, der hat im Hinterkopf wohl immer noch das Bild, was ihm als Kind suggeriert wurde: den idyllischen, romantisierten Bauernhof, wie er heute wohl noch für „Urlaub auf dem Bauernhof“ vermarket wird. 

Immer mal wieder erregen Skandale genug Aufmerksamkeit, denn sie zeigen dann genau das andere Extrem, dass es in der landwirtschaftlichen Praxis leider durchaus auch gibt. 

Solche Skandale oder auch Diskussionen um ein landwirtschaftliches Thema können dann durchaus gutes mit sich bringen. Etwa wenn artgerechtere Tierhaltungsformen zum Standard werden, oder schädliche Substanzen nicht mehr auf dem Feld eingesetzt werden. 

Eine Minderheit, die auf höhere Standards setzt, kann auch zu einem Massenphänomen werden. Etwa bei Bio-Produkten oder der fleischlosen Ernährungsweise.

Ja, der Trend zu Bio-Produkten hält ungebrochen an. Und ja,Vegetarier, Veganer, Flexitarier sind Begriffe, die zum Alltag dazugehören, Lebensstile die anerkannt sind.

Jetzt stellt sich die Frage:

Warum sind Bio und fleischlos so populär?

Sicherlich, waren es mehr und mehr Verbraucher, die bei ihren Essgewohnheiten umgedacht haben. 

Aber zum „Massenphänomen“ ist es geworden, weil es die Supermärkte, Restaurants und alle möglichen anderen Wirtschaftszweige, man nehme nur den Buchhandel, gab, für die der neue Trend Aufschwung bei den Verkaufszahlen bedeutete. 

Ja, gestartet ist der Trend beim Verbraucher.

Als anerkannter Standard hat aber sicher ein ausgefeiltes Marketing beitragen, das weitere Verbraucher von „Bio“ oder „vegan“ überzeugen sollte und schließlich die allgemeine Meinung zum Thema neu geformt hat. 

Eins ist sicher: wenn „Bio“ nicht wirkungsvoll für die Verkaufszahlen gewesen wär, wär es von den Supermärkten nicht ernst genommen wurden. Es wär heute nicht derart relevant. 

Deshalb wird es interessant sein, wie die Debatte um das Unkrautvernichtungsmittel weiter fortgeführt wird.

Es ist eine Sache, wenn die Diskussion zwischen Politikern, Pharmakonzernen, Umweltaktivisten oder etwa Vertretern Landwirtschaft diskussiert wird.

Und es ist eine andere Sache, wenn die Diskussion im Einzelhandel und beim Verbraucher geführt wird, die als Abnehmer mit ihrem Geld klare Richtungen vorgeben.

Wie heißt es so schön: „Follow the money.

Soll heißen: folge dem Geldstrom, um zu wissen, wer wirklich die Entscheidungen trifft. 

Wie seht Ihr die Entwicklung – wird das Beispiel von Aldi auch auf andere Einzelhandelsketten überspringen und schließlich neue Standards in der Landwirtschaft schaffen?

Landtechnik John Deere agra 2017

Landtechnik: Neue Deutz-Fahr Mähdrescher und John Deere Rundballenpressen

Neues aus der Welt der Landtechnik: Die Mähdrescher der Serie C9000 von Deutz-Fahr wurden überarbeitet und sollen jetzt noch effizienter und produktiver arbeiten. John Deere hat sein komplettes Rundballenpressen-Portfolio überarbeitet und präsentiert heute die Baureihe V400 mit variabler Presskammer.

Bevor wir loslegen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche.

1. EU verlängert Sanktionen gegen Russland

Die Wirtschaftssanktionen seitens der EU gegen Russland sollen um ein halbes Jahr verlängert werden und das trotz großen Verlusten auf beiden Seiten. Statt dem ursprünglichen 31. Januar 2018, sollen diese bis Juli 2018 gelten.

Ein formaler Beschluss aus Brüssel soll noch folgen. Die Staats- und Regierungschefs der EU gehen davon aus, dass Russland nachziehen wird. Russland weist weiterhin die Forderungen der EU bzgl. des Friedensplans in der Ukraine zurück.

Nicht alle EU-Staaten erfreuen sich dieser Entscheidung. Viele sind der Meinung, dass die Sanktionen hohe wirtschaftliche Schäden mit sich bringen jedoch politisch wenig lösen.

Quellen: Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung

2. Acht von zehn Konsumenten kaufen Bio im Supermarkt

Eine neue Verbraucherstudie besagt folgendes:

  • Immer mehr Verbraucher kaufen Biolebensmittel ein
  • 30% der Verbraucher kaufen mindestens die Hälfte ihrer Lebensmittel bio ein (in 2008 waren es 25%)
  • 9% der Verbraucher kaufen ausschließlich bio ein (in 2008 waren es 6%)
  • 80% der Bioprodukte wird im Supermarkt eingekauft
  • 61% kaufen Bio im Discounter
  • 33% kaufen Bio im Bio-Supermarkt und 30% auf dem Wochenmarkt
  • Der Bio-Trend wird weiterhin von Frauen und Jüngeren unter 29 Jahren angetrieben: 37% der Frauen betrachten Bio als Lebenshaltung, bei den Männern sind es 31%
  • 78% der Konsumenten finden es richtig, dass Biolebensmittel teurer sind als Produkte aus dem konventionellen Anbau

Das Aachener Marktforschungsinstitut Dialego führte hierfür eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Verbrauchern durch.

Neuheiten aus der Landtechnik

Deutz-Fahr pimpt seine C9000 Mähdrescher-Serie

Beim Landtechnikhersteller Deutz-Fahr tut sich jede Menge. Die grün-schwarzen Kollegen räumen nicht nur einen Preis nach dem anderen ab, sondern begeistern ihre Fans durch unzählige Produktneuheiten und Sondermodellen (z.B. der 9340 TTV Warrior mit 336 PS und der 7250 TTV Warrior mit 246 PS).

Im Bereich Mähdrescher, wurden die 5- und 6-Schüttler Großmähdrescher überarbeitet.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Mercedes-Benz- Motoren mit 340 und 395 PS erfüllen jetzt Abgasstufe IV
  • Korntank wurde um 10% vergrößert: die Serie C9300 hat jetzt einen 10.500 l großen Korntank
  • Abtankgeschwindigkeit wurde um 30% gesteigert: die Serie C9300 hat jetzt einen bis zu 6 m langes Abtankrohr, die Abtankgeschwindigkeit beträgt 120l/s
  • Verschiedene Schneidwerke mit Schnittbreiten von 5,40 bis 9 m
  • Optimierte Strohverteilung sowohl bei Langstrohablage als auch im Häckselbetrieb
  • Gesamtabscheidefläche des Schüttlers wurde vergrößert: 7,46 m² bei den 5-Schüttler-Modellen und 8,90 m² bei den 6-Schüttler-Modellen
  • Drei-Trommel MaxiCrop-Dreschwerk unverändert vom Vorgänger übernommen
  • Komfortable CommanderCab VI Kabine mit neuen Bedienelementen
  • Steuerung über den Commander Stick
  • Maximale Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 km/h (mit Sondergenehmigung und Zulassung)

Die Kabinenausstattung beinhaltet unter anderem einen 8 Zoll großen iMonitor Touchscreen Terminal welcher per Fingertipp ganz intuitiv bedient werden kann. Der Fahrer hat dadurch alle wichtigen Indikatoren, wie z.B. die Maschinenleistung, stets sicher im Blick. Der Joystick in der Armlehne ist für die Bedienung des Balance Hangausgleichssystems gedacht.

Ein zweiter 12″ iMonitor kann dazugezogen werden, um verschiedene Kamerabilder (bis zu drei Kameras) zu sehen. Diese kommen beim Einsatz der Deutz-Fahr Agrosky Precision Farming Systeme in Frage.

Die überarbeiteten Mähdrescher-Modelle von Deutz-Fahr stehen zum Verkauf bereit.

Quelle: Klaus Schröder Militär- und Landtechnik, YouTube

John Deere präsentiert neue Rundballenpressen mit variabler Presskammer

Goodbye Serien 800 und 900 – hier kommt der Nachfolger, die Baureihe V400 mit variabler Presskammer.

Für die neuen John Deere Rundballenpressen sind trockenes und nasses Erntegut kein Thema mehr. Modernste Technik macht das was bis dato unvorstellbar schien, möglich.

Nach zwei Jahren „Umbau“ ist es soweit: alle Rundballenpressen aus dem JD-Programm wurden komplett überarbeitet. Die Typenbezeichnung G, M und R unterstreicht deren Leistungsvermögen und Einsatzgebiet.

Ein paar Worte zu den jeweiligen Modellen:

  • V451G: für trockenes Erntegut, leichte bis mittlere Auslastung, große Durchmesser der Pickup und der Einzugswalze
  • V451M / V461M: für jedes Erntegut, Einsatz in mittlere Betrieb, hohe Pressleistung, hoher Bedienkomfort
  • V451R / V461R: Premium-Modelle, maximale Ausstattung, hohe Durchsatzleistung von bis zu 120 Ballen pro Stunde
  • C451R / C461R: Press-Wickelkombinationen, basieren auf den R-Modellen

Die neuen Rundballenpressen stehen den Kunden in Deutschland ab sofort zum Verkauf bereit.

Landtechnik in der digitalen Welt: Fluch oder Segen?

Immer schneller, immer cooler, immer schlauer – das sind heutzutage nicht nur unsere Smartphones, sondern auch unsere Erwartungen an die High-Tech-Welt. Und wenn ich High-Tech-Welt sage, dann meine ich natürlich sowohl die Autos auf unseren Straßen, als auch die Maschinen auf unseren Feldern.

Wenn Ihr letzten Monat auf der Agritechnica dabei wart, dann wisst Ihr, dass es mittlerweile 3D Virtual Reality Shows gibt für Landwirte. Brille auf und raus aus der Realität, aus dem Alltag mit allen seinen Problemen. Eine bunte Welt, wo alles möglich ist, ist Doping für unser Gehirn und unsere Gefühle.

Unsere Trecker werden immer moderner, die Bedienung intuitiver und bald muss keiner mehr die Maschine fahren. Geht doch alles von selbst. Tja, wenn die Landtechnik dann ganz von alleine funktioniert, dann müssen wir uns als Landwirte in die Kontrollzentrale katapultieren, um das ganze Orchester zu überwachen und evtl. zu koordinieren. Erwartet uns das bald?

Wo geht’s hin mit unserer Landtechnik? Werden auf unseren Feldern bald nur noch Roboter fahren?

Tesla-Erneuerbare Energie-Akku

Erneuerbare Energie: weltweit größter Akku in Betrieb

Erneuerbare Energie spielt weltweit eine immer größere Rolle. Investitionen in umweltfreundlichen Strom sind der Weg in die Zukunft. 

Auch für Australien, das in Punkto Energiegewinnung bisher sehr stark von Strom aus Kohlekraftwerken abhängt.

Es gehört zu den Ländern, die umgerechnet auf die Einwohnerzahl, mit die höchste Produktion des klimaschädlichen CO2 aufweist.

Erneuerbare Energie spielen in Down Under bisher entsprechend nur eine untergeordnete Bedeutung. Oder sollen wir sagen “spielten”.

Denn ausgerechnet in Australien ging das weltweit größte Akkusystem an den Start und setzt damit neue Standards im Bereich Erneuerbare Energie.

Erneuerbare Energie dank Tesla in neuen Dimensionen

Bei dem Akkusystem handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Speicher, der mit seiner Gesamtleistung von 129 Megawatt 30.000 Haushalte mit Strom versorgt.

Wir verbinden einen Lithium-Ionen-Akku mit Geräten wie unserem Handy, in welchem diese Art der Energiespeicherung mittlerweile Standard ist.

Die Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus liegen hier auf der Hand:

  • kein Memory-Effekt, der im Laufe der Zeit die Akkuleistung vermindert
  • eine lange Lagerfähigkeit aufgrund seiner geringen Selbstentladung
  • eine hohe Energiedichte (etwa das 3-4 fache eines gleich großen NiCd-Akkus oder das Doppelte eines NiMH-Akkus)
  • eine lange Haltbarkeit

Wisst Ihr eigentlich wie ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert?

Der Lithium-Ionen-Akku

Quelle: TheSimpleChemics

Der Lithium-Ionen-Akku in Australien erreicht eine neue, bisher noch nicht gekannte Größenordnung.

Das gigantische Projekt wurde vom US-Elektroautohersteller Tesla nördlich von Adelaide errichtet.

Und auch beim Bau machte Tesla eine klare Ansage: in 100 Tagen wird der größte Akku für Erneuerbare Energie gebaut werden, oder das Unternehmen würde ihn kostenlos abgegeben, so das Versprechen von Tesla-Chef Elon Musks.

Und das Ziel wurde, wenn auch knapp, erreicht. Rund 3 Monate Bauzeit klingen jedoch einfach sehr beeindruckend, oder?

(Die Kosten wurden von Musks übrigens auf mindestens 50 Millionen Dollar angegeben.)

In Australien beginnt der Sommer. Der Akku wird dringend gebraucht, um den hohen Stromverbrauch in dieser Jahreszeit zu decken.

Die extreme hohen Temperaturen führten in den letzten Sommern immer wieder zu Stromausfällen.

So gab es etwa im September 2016 aufgrund eines Unwetters einen Stromausfall, bei dem 1,7 Millionen Haushalt über mehrere Tage vom Nationalen Netzwerk abgeschnitten waren. 

Mit dem Lithium-Ionen-Akku sollen solche Nachrichten der Vergangenheit angehören, denn er liefert Strom rund um die Uhr, egal ob Wind und Sonne gerade bei der Energiegewinnung mitspielen. 

Der Strom für den Akku kommt aus einem Windpark, der von dem französischen Unternehmen Neoen betrieben wird.

Das Projekt zeigt, es mangelt nicht an innovativen Lösungen. Auch nicht an deren Umsetzung.

Wir dürfen gespannt sein, wie das australische Vorbild in anderen Teilen der Welt aufgenommen wird. Sicherlich werden wir in Zukunft von größeren Akkusystemen hören. 

(Quelle: Manager Magazin, Passauer Neue Presse, DPA)

Und noch ein Blick auf ein aktuelles Thema der Woche:

Entscheidung zum Neonikotinoid-Verbot verschoben

Eigentlich sollte diese Woche abgestimmt werden, ob die drei neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam im Freiland verboten werden sollen. 

Diese Entscheidung wurde nun jedoch vom Ständigen EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF) auf März 2018 verschoben. 

Neonikotinoide werden in der Landwirtschaft als Saatgutbeizmittel eingesetzt. Sie sollen Schädlinge bekämpfen und damit die Pflanzen beschützen. 

Allerdings beschränkt sich die Wirkung nicht nur auf Schädlinge.

Die Insektizide werden für das rapide Sterben von Bienen und anderen Insekten verantwortlich gemacht. 

Deshalb wurde bereits in 2013 der Einsatz von der EU-Kommission eingeschränkt.

So dürfen die Wirkstoffe beispielsweise nicht auf die Rapssaat und beim Anbau von Äpfeln, Gurken und Kirschen Anwendung finden.

Aber, das Verbot kann für viele Pflanzen mit Sondergenehmigungen aufgeweicht werden. 

Bevor die EU-Mitgliedsstaaten eine Entscheidung zum zukünftigen Einsatz der Wirkstoffe treffen, soll jedoch erst noch ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa), das die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe genauer untersucht, ausgewertet werden. 

Nach mehrmaliger Verschiebung soll dies nun bis Februar 2018 vorliegen. 

Die Anwendung der Insektizide wird so weiterhin von den verschiedenen Interessengruppen heiß diskutiert

Nichtregierungsorganisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, fordern klar ein viel umfassenderes Verbot.

Die ausschliessliche Zulassung des Stoffes in Gewächshäusern, wie es aktuell im Raum steht, greift ihnen nicht weit genug. 

Vertreter aus Landwirtschaft und Agrarindustrie befürchten hingegen einen Nachteil der europäischen Landwirtschaft im internationalen Vergleich. 

Hier wird auch zu Bedenken gegeben, dass Landwirte durchaus verantwortungsbewusst mit den Wirkstoffen umzugehen wissen. 

(Quelle: Deutschlandfunk, Spiegel Online, TopAgrar)

Das Thema wird sicherlich bis März 2018 die deutschen Politiker weiterhin gut beschäftigen. Auch bei Vorlage des Gutachtens wird es sehr gegenteilige Meinungen geben. 

Insbesondere wird es bei der Frage, wie weit das Verbot ausgebaut werden soll, bei den Fraktionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. 

Wie steht Ihr aus Sicht der Landwirte zu dem Thema?