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Volksbegehren-Bayern-Landwirtschaft

Von bayerischen Volksbegehren und milchigen Rekorden

In Bayern stellt den Rekord in Deutschland, was den täglichen Flächenverbrauch angeht. Ein Volksbegehren soll nun für Einhalt sorgen.

Bevor wir uns das Volksbegehren näher anschauen, lasst uns auf die landwirtschaftlichen Nachrichten schauen.

Während Milchpreise für Jubel sorgen, regen die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu Kosten, die von den Landwirten getragen werden, zum Nachdenken an.

Aber fangen wir mit dem Jubel an.

Der Milchpreisindikator auf Rekordjagd

Der Milchpreis befindet sich weiter auf Höhenflug. Im August erreichte der Milchpreisindikator mit 43,25 Cent seinen bisherigen Rekord aus dem September 2017.

Für den Anstieg des Milchpreisindikators sind vor allem die Preissteigerungen bei Käse und Butter verantwortlich.

Die Käsepreise sind auf dem höchsten Stand seit April 2014, die Butterpreise konnten im August einen neuen Allzeitrekord aufstellen.

Die Berg- und vor allem Talfahrten der Milchpreise in den letzten Jahren haben in der Branche ein Interesse an der Preisabsicherung, etwa über Terminkontrakte gesteigert.

(Quelle: Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH, AMI)

Aufbau einer Europäischen Auktion für Milchprodukte

Heute wurde von der European Energy Exchange (EEX) und der Global Dairy Trade (GDT) eine Absichtserklärung unterschrieben, eine europäische Versteigerung für Milchprodukte aufzubauen.

Die Leipziger Warenterminbörse und das neuseeländische Auktionshaus haben sich vorgenommen, in den nächsten Monaten mit Käufern und Verkäufern von Milchprodukten über die Option eines gemeinsam angebotenen Auktionsmechanismus sich auszutauschen.

Die GDT versteigert zweimal monatlich allgemeine Milchprodukte dreier Anbieter an Käufer rund um den Globus. An der EEX werden Terminkontrakte für Molken- und Magermilchpulver als auch Butter gehandelt.

Die Zusammenarbeit von EEX und GDT soll nun zeigen, ob ein derartiges Auktionsmodel auch für den europäischen Markt erfolgreich umgesetzt werden kann.

„Wir sind davon überzeugt, dass dieses Angebot für die Wertschöpfungskette in der Milchbranche erheblichen Nutzen generieren kann, unter anderem als zusätzlicher Vertriebskanal für den Export von europäischen Milchprodukten, aber auch potenziell als eine weitere Datengrundlage für neue Risikomanagementinstrumente“ meint Sascha Siegel, Leiter des EEX-Handels für Agrarrohstoffe

Frist zur Änderung ökologischer Vorrangflächen läuft bald ab

Bis zum 02. Oktober haben Landwirte in Bayern noch Zeit, um ihre bereits beantragten, ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) noch zu ändern.

Als Ersatz für beantragte, ökologische Vorrangflächen dürfen lediglich Zwischenfrüchte angebaut werden, die auf bereits im Flächen- und Nutzungsnachweis 2017 enthaltenen Flächen spätestens bis 1. Oktober angebaut werden.

Kulturpflanzenmischungen auf den Flächen mit Zwischenfruchtanbau müssen aus mindestens zwei Pflanzenarten bestehen. Zulässige Anbaupflanzen sind etwa Raps oder Ölrettich.

Diverse Saatgutanbieter führen geeignete Spezialmischungen in ihrem Sortiment.

Nicht mehr möglich ist eine Änderung für als ökologische Vorangflächen beantragte Aufforstungsflächen sowie Landschaftselemente und Terrassen, die den Cross-Compliance-Bestimmungen unterliegen.

Das Formular, um Eure ökologischen Vorrangsflächen zu ändern, findet Ihr unter www.landwirtschaft.bayern.de/foerderwegweiser.

Erfüllung der Umweltauflagen kostet Milliarden

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie veröffentlich, die die Kosten der Landwirte für die Erfüllung von Umweltauflagen aufzeigen soll.

Demnach kostet die Einhaltung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen den deutschen Landwirten 5,2 Milliarden Euro.

Dies entspricht ungefähr der Höhe der Direktzahlungen, die als Europäische Agrarfördermitteln an die deutschen Landwirte gezahlt werden.

Volksbegehren gegen Flächenverbrauch gestartet

In Bayern werden seit Freitag fleissig Unterschrift gesammelt.

Das angekündigte Volksbegehren, mit dem der Flächenverbrauch im Freistaat gesetzlich begrenzt werden soll, ist angelaufen.

Die Aktion wurde in einer gemeinsamen Aktion von Grünen, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) gestartet.

Im ersten Schritt werden mindestens 25.000 Unterschriften benötigt.

Erst wenn die Grünen diese Anzahl an Unterstützern vorzeigen können, kann der Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens dem Innenministerium zur Prüfung vorgelegt werden.

Erst wenn diese erste Hürde erreicht ist, kann das “richtige” Volksbegehren starten.

10 Prozent der Stimmberechtigten Bayerns müssen innerhalb von 14 Tagen das Begehren mit Ihrer Stimme unterstützen.

Aber damit ist der Hürdenlauf nicht beendet. Denn dies bedeutet, dass dem Landtag ein Entwurf für ein Gesetz zum Flächenverbrauch vorgelegt werden kann.

Dieser könnte denn Entwurf dann immer noch ablehnen, so dass letztendlich ein Volksentscheid ausschlaggebend wäre.

Ein langer Weg bis das Ziel, den landesweiten Verbrauch für Siedlungs- und Verkehrsfläche auf maximal 5 Hektar pro Tag zu begrenzen.

Derzeit werden nach Zahlen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) durchschnittlich 13 Hektar jeden Tag verbraucht.

Wie seht Ihr die Aussichten für den Erfolg des Volksbegehrens?

Ackerland-Duengen-Weizen

Ökologisch auf deutschem Ackerland? Eher nicht.

Verfolgt man die Presse müsste man meinen, dass die ökologische Bewirtschaftung von deutschem Ackerland stetig zunimmt.

Aber: auch wenn „regional“ und „ökologisch“ verstärkt von den Verbrauchern nachgefragt werden, die heimische Landwirtschaft kann dieser Nachfrage kaum gerecht werden.

Ein Großteil der Bioprodukte in deutschen Supermärkten kommt deshalb entsprechend aus dem Ausland. Wieviel Bio dann wirklich im Produkt steckt, ist dabei nicht immer nachvollziehbar bzw. nachweisbar.

Nur 4 Prozent vom Ackerland biologisch bewirtschaftet

Schaut man sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes an, zeigt sich, ökologische Landwirtschaft spielt in Deutschland weiterhin kaum eine Rolle.

In 2016 wurden lediglich 4 Prozent vom deutschen Ackerland biologisch bewirtschaftet. Mehr als die Hälfte hiervon wurde für den Getreideanbau genutzt.

In der Nutztierhaltung waren es gerade mal 5 Prozent der Tiere, die ökologisch gehalten wurden: 6 Prozent des gesamten Rindviehbestandes und 4 Prozent der Hühner wurden nach biologischen Standards aufgezogen.

Für Schweine ist die Biohaltung nicht sehr beliebt. Weniger als 1 Prozent vom Bestand sind Bio-Schweine.

Bundeswirtschaftsministier Christian Schmidt hat sich zum Ziel gesetzt, das die wachsende Nachfrage nach Bio aus heimischer Landwirtschaft gedeckt wird.

Mit Förder- und Forschungsgeldern soll erreicht werden, dass zukünftig 20 Prozent des deutschen Ackerlandes biologisch bewirtschaftet wird.

Für mehr Ökologie auf dem Ackerland soll auch die neue Düngerverordnung sorgen, die nun relevant ist, für die Organisation der Betriebsabläufe.

Nicht vergessen: die neue Düngeverordnung ist jetzt zu beachten

Jetzt gilt es, beim Planen der Betriebsabläufe für die nächsten Wochen und Monate, die Vorgaben der neuen Düngeverordnung umzusetzen.

Für alle stickstoffhaltigen Dünger, die mehr als 1,5 Prozent Gesamtstickstoff in der Trockenmasse aufweisen, gilt für die Wintermonate eine Sperrfrist.

Für Gründland gilt die Sperrfrist für Düngemittel mit wesentlichem Stickstoffgehalt vom 01.November bis zum 31. Januar.

Die Sperrfrist kann für Grünland um zwei Wochen verschoben werden. Mit der neuen Düngeverordnung ist die Verschiebung der Sperrfrist für Ackerland jedoch nicht mehr möglich.

Für das Düngen mit Mist von Huf- und Klauentieren muss lediglich vom 15. Dezember bis zum 15. Januar ausgesetzt werden.

Die Düngeverordnung betrifft unseren Arbeitsalltag direkt. Die folgenden Themen betreffen die Arbeit nicht unmittelbar, aber sind denke doch recht wissenswert:

1 Landwirtschaftliche Informationen per Video

YouTube ist nach Facebook mit das wichtigste, soziale Netzwerk, dass weltweit genutzt wird, wenn man sich die Nutzerzahlen anschaut.

Nun hat auch das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) die Video-Plattform für sich entdeckt und einen eigenen YouTube-Kanal aufgesetzt.

Neugierig? So informatiert das BZL über landwirtschaftliche Themen: 

Mit gutem Boden fängt alles an

Quelle: BZL – Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Die derzeit ca. 40 Videos greifen verschiedenste Themengebiete auf, die von Pflanzenkrankheiten, schonender Bearbeitung von Ackerland, über den Anbau diverser Nutzpflanzen und der Nutztierhaltung bis hin zum sicheren Fahren von landwirtschaftlichen Maschinen reichen.

2 Folgen des Fipronil-Skandals

„Lieber ein Ei weniger als ein Ei, das nicht ganz in Ordnung ist“, so die Worte von Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister.

Die mit Fipronit belasteten Eier aus den Niederlanden sorgen weiterhin für Aufruhr. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Auswirkungen für den Eiermarkt und demnach für die Preise von Eiern gravierend sein werden.

Schmidt forderte beim Treffen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn einen besseren Informationsaustausch.

So seien in anderen Ländern die Informationen bereits seit Monaten verfügbar gewesen, wurden jedoch nicht an Deutschland weitergegeben.

Während die EU-Agrarminister den Skandal heute ausführlich diskutieren werden, versuchen die Niederlanden mit verschiedenen Maßnahmen, das Vertrauen in ihre Eier wieder auszubauen.

3 Weizenlager reichen für 123 Tage

Die weltweite Versorgung mit Weizen für 2017/2018 fällt reichlicher als in der vergangenen Saison aus, so der aktuellste Bericht des Internationalen Getreiderat (IGC).

Der weltweit erwartete Verbrauch von 738,4 Millionen Tonnen kann mit den Beständen somit für 123 Tage gedeckt werden. Dies sind zwei Tage mehr gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn der weltweite Endbestand von Weizen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Millionen Tonnen auf rund 247,8 Millionen aufgestockt werden kann, so ist doch eher mit einer zukünftigen Abstockung der Bestände zu rechnen, wenn man China nicht berücksichtigt.

China alleine lagert rund 40 Prozent der globalen Weizenbestände. Exportieren tut es allerdings lediglich rund 1 Millionen Tonnen, eine Zahl, die sich kaum auf dem Weltmarkt bemerkbar macht, so die Rabobank.

Als Hauptgründe für eine mögliche Abstockung nennt die Rabobank die unterdurchschnittlichen Erträge in den wichtigsten Erzeugerregionen.

4 Super-Monster-Wolf für japanische Felder

65 Zentimeter lang und 50 Zentimeter groß, leuchtende LED –Augen, ein unbarmherziges Knurren und Heulen mit einer Lautstärke von 90 Dezibel – das ist der Super-Monster-Wolf, der japanische Reisbauern vor Wildtieren wie Wildschwein, Rehen und Vögeln beschützen soll (Quelle: NationalPost).

Das zugeben nicht wirklich hübsche Tier „frisst“ Sonnenenergie, und harrt auf seinen Metallstelzen aus, bis es mit seinen Infrarotsensoren ahnungslose Beute aufspürt und diese entsprechend vertreibt.

Derzeit wird der Roboter in Japan in Versuchsprojekten noch getestet. Wie es aussieht, ist der Super-Monster-Wolf selbst für Bären, wie es sie auf der japanischen Insel Hokkaido gibt, sehr angsteinflössend.

Umrechnet kostet der Beschützer ca. 1500 EUR. Damit sich das Wildtier nicht an ihn gewöhnt, kann er auch andere Geräusche wie zum Beispiel menschliche Stimmen oder Schüsse wiedergeben und seinen Kopf hin und her bewegen.

Ausserhalb von Japan werden sich wohl die chinesischen Reisbauern freuen, wenn der Super-Monster-Wolf auch ihre Felder beschützen kann.

Hierzulande gibt es durchaus ähnliche Projekte, um Vogelscheuchen mit High-Tech effektiver scheuchen zu lassen.

Aber was meint ihr, könnte so ein Super-Monster-Wolf auch auf unserem Ackerland nützlich zum Einsatz kommen?

Lebensmittel-Landwirtschaft-Agrarbetrieb

Lebensmittel – gähnende Leere ohne Import

Gähnende Leere. Keine Lebensmittel. Keine Gebrauchswaren. So präsentierte sich der Edeka Supermarkt in der Hamburger Hafencity. 

Aber bevor uns den Grund für die leeren Supermarktregale anschauen, kommen wir zunächst zum Thema des Tages. 

Heute ist es soweit: heute läuft die Frist ab, in der die EU-Kommission die Übernahme von Monsanto und Bayer überprüfen wollte. 

Bereits zwei dieser Großfusionen wurden in diesem Jahr von der Kommission genehmigt: die Fusion von Dow und Dupont sowie die Übernahme von Syngenta durch Chem China. 

Die Fusion von Monsanto und Bayer stellt eine Konzentration im bisher noch nicht gesehenem Ausmaß dar. 

Monsanto und Bayer – neuer König über Pestizide und Saatgut?

Die beiden zusammen würden den Pestizid-und Saatgutmarkt in einem Ausmaß dominieren, dass sie quasi bestimmen können, was auf den Felder wächst und was nicht. Und dies nicht auf einem kleinen, begrenzten Gebiet sondern, in diesem Fall, in der gesamten EU.

Die Konzerne argumentieren, dass die Fusion betragen wird, dass die Ernährung für die europäische Bevölkerung sichergestellt werden soll.

Und die Konzerne natnürlich nicht ihre Macht ausnutzen, um bestimmte Beschränkungen, etwa die Einführung von genmodifizierten Saatgut über gesetzliche Lücken oder ähnlichem, ausnutzen würden. 

Allerdings wissen wir alle, Shareholder sind nicht daran interessiert, wie Ihre Anteile an Wert steigen, nur dass sie steigen. 

Und wenn die Sicherstellung der Ernährung für Konzerne im Agrarsektor einen hohen Stellenwert haben würde, müssten sicher andere Strategien verfolgt werden. 

Bereits jetzt besteht eine große Abhängigkeit der Landwirtschaft hinsichtlich des Saatgutes und der Pestizide. 

Die Sorgen vor einer größeren Marktmachtstellung, die von den Fusionsgegnern geäußert werden, sind wohl nicht von der Hand zu weisen, wenn man sich die weltweiten Entwicklungen anschaut.

Denn beobachtet man, wie sich Konzerne in Gebieten der Erde verhalten, in denen sie nicht von politischen Hürden aufgehalten werden, dann ist ein kritisches Hinterfragen der Übernahme wohl ratsam. 

Aber generell reiht sich auch diese Übernahme in einen Prozess ein, der bereits Jahrzehnte anhält und weiter fortschreitet: 

Die Ernährung eines Landes obligt längst nicht mehr in den Händen eines Landes. Die Bereitstellung von Nahrungsmitteln ist weltweit aufgeteilt, mit einer zunehmenden Konzentration der Mitspieler. 

Und hier kommt die „gähnende Leere“ ins Spiel:

Lebensmittel aus der ganzen Welt

In einer Aktion gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat Edeka in der Hamburger Hafencity alle Lebensmittel aus den Regalen genommen, die importiert wurden. 

Mit Schildern wie „So leer ist ein Regal ohne Ausländer“ oder „Unsere Auswahl kennt heute Grenzen“ wollte der Supermarkt ein Zeichen setzen.

Aber für uns, ist die Aktion gerade auch aus einer landwirtschaftlichen Sicht beeindruckend.

Ohne Lebensmittel aus dem Ausland sind die Regale im Supermarkt leer. Punkt.

Mangos aus Asien, Rindfleisch aus Argentinien, Gemüse aus den Niederlanden, … sie werden als selbstverständlich angesehen. Bananen sind nichts exotisches. Man bekommt sie einfach zu kaufen. 

Kaum einer macht sich wahrscheinlich Gedanken, welche internationalen Verflechtungen und Trends hinter dem breiten Angebot stecken. 

So ist Deutschland für die Versorgung seiner Bevölkerung abhängig von Importen aus dem Ausland. 

Denn: die eigenen Ackerflächen nehmen zunehmend ab.

Weltweite Ackerflächen für deutsche Lebensmittel

Abgesehen von Phänomen wie der Flächenversiegelung, wird die vorhandene heimische Ackerfläche gern für den Anbau von Pflanzen für die Energiegewinnung und den Export genutzt.

Ein Drittel der deutschen Agrarproduktion wird ins Ausland exportiert

Derweilen nimmt die Ackerfläche im Ausland, auf denen für deutsche Lebensmittel geackert wird, zu.

Hierzu zählen beispielsweise solche landwirtschaftlichen Flächen, wie sie für den Anbau von Soja, das für die Fleischindustrie als Kraftfutter von Bedeutung ist, genutzt werden. 

Lebensmittel werden nicht mehr produziert, wo sie gebraucht werden, sondern wo die Produktion am günstigsten ist. Soll heißen, die Landwirtschaft ist weltweit hoch spezialisiert. 

Um beim Soja zu bleiben: Soja ist ein Eiweißfutter, dass in Übersee wesentlich günstiger hergestellt werden kann als heimisches Eiweißfutter, etwa Futtererbsen oder Ackerbohnen. 

Entsprechend hat sich in Deutschland die Ackerfläche für Leguminosen zurückgebildet.

Zwar ist es ein Ziel des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen auszubauen, aber ohne Importe kann der Bedarf bei weitem nicht gedeckt werden. 

So verbraucht Deutschland derzeit 4,2 Millionen Tonnen Sojaschrot. Schätzungsweise kann aus den in Deutschland selbst geernteten Mengen an gentechnikfreien Soja gerade einmal 0,03 Tonnen Sojaschrot gewonnen werden (Quelle: OVID, Presseportal). 

Eine Reduzierung der Abhängigkeit ist quasi utopisch.

Auf der einen Seiten haben wir die Hersteller von Saatgut und Pestiziden, deren Entwicklungen auf eine Verringerung der Vielfalt an Nutzpflanzen mitsichbringt. 

Eine weltweite Konzentration auf wenige Sorten, die in Gebieten angebaut werden, in denen Größenvorteile enorme Kosteneinsparungen in der Produktion mitsichbringen. 

Auf der anderen Seiten stehen die Verbraucher, die nicht nur günstige Lebensmittel in immer ausreichender Menge verlangen. Die Essgewohnheiten weltweit passen sich weiterhin zunehmend an. 

Wer Supermärkte in anderen Ländern weltweit aufsucht, kennt das Phänomen, dass mittlerweile überall die gleichen Lebensmittel wie im heimischen Supermarkt zu finden sind. 

Kleine Variationen. Aber sonst das Gleiche. 

Andererseits nimmt die Nachfrage nach regionalen Produkten zu. 

Was meint Ihr: sind Trends wie die Regionalität nur Randerscheinungen für Träumer oder können sie wirklich die Produktion von Lebensmitteln nachhaltig beeinflussen?

Artenschutz-Blumenwiese-Agrarbetrieb

Wie kann Artenschutz funktionieren?

Erst am Dienstag hat ein Schäfer auf einem Cuxhavener Deich sechs seiner Schafe an den Wolf verloren. Geht der Artenschutz zu weit? Die Diskussion ist abermals entfacht. 

Der Artenschutz in Deutschland und auch anderen Ländern ist ein heikles Thema. 

Zum einen steht es außer Frage, dass er ernorm wichtig ist. Die Natur ist ein sensibles Zusammenspiel von dem kleinsten bis zum größten Lebewesen. 

Kein anderes Tier wie die Biene zeigt wohl auf, wie eins mit dem anderen verbunden ist. Und es ist schön von Erfolgen wie beim Biber, Seeadler oder auch Wolf zu hören. 

Aber gerade beim Wolf zeigt sich, dass es nicht nur damit getan ist, eine Tierart zu schützen: 

Wo sind die Grenzen beim Artenschutz?

Der Wolf ist ein Raubtier. Ein intelligentes dazu. Und Nutztiere sind, zugegebenermaßen, eine idealle Beute.

Es wird an Konzepten gearbeitet, wie Nutztiere und Wolf zukünftig besser zusammenleben können.

Hier prallen jedoch auch sehr unterschiedliche Einstellungen zum Thema aufeinander. Die Diskussionen halten derweilen an.

Sicher ist jedoch eins: es ist kein Thema, dass noch sehr lange auf die Bank geschoben werden kann.

Gerade die Schafhaltung auf Deichen zeigt, dass es nicht getan ist mit Handlungsanweisungen wie: baut bessere und wolfssichere Zäune um die Herden.

Dies ist vielerorts nicht umsetzbar. Und die zunehmenden Berichte, dass der Wolf die Scheu vor Menschen verliert, zeigen ebenfalls auf, dass es mit den derzeitigen Regelungen nicht getan ist.

Tierschutz bewegt sich in einem sehr sensiblen Umfeld: bei Nutztieren prallt das Wohl der Tiere mit der Wirtschaftlichkeit aufeinander.

Bei Wildtieren, kann der Schutz einer Tierart zu Lasten anderer gehen:

Kann Artenschutz zu weit gehen?

Nehmen wir beispielsweise die Elefanten in einigen Schutzgebieten Südafrika. Nachdem diese aufgrund des Elfenbeins gnadenlos gejagt wurden, konnten sich die Bestände aufgrund der strikten Tierschutzgesetze erholen.

Mittlerweile sind die Bestände in mancher Region jedoch derart explosionsartig gestiegen, dass die große Elefantenpopulation ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellen:

Elefanten benötigen bis zu 200 Kilogramm Nahrung am Tag. Ressourcen hierfür stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Zuviele Elefanten können zudem mit ihrem Gewicht erheblich zur Versiegelung von Böden beitragen – jeder kennt den Effekt von Trampelpfaden, auf denen keine Wiese mehr wächst.

Die Erfolgsgeschichte des Elefanten kann für andere Tiere wie dem Spitzmaulnashorn somit auch zur Bedrohung werden.

Der Schutz einer Tierart kann erheblich zu Lasten von anderen Tierarten, die ebenfalls auf die Nahrung und Natur für ihr Überleben angwiesen sind, gehen.

Bei uns gibt es keine Elefanten, aber wir freuen uns auf eine wachsende Wolfspopulation. Die Rückkehr des Wolfes ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Aber: 

Eine zunehmende Population hat unmittelbare Folgen, insbesondere für Nutztierhalter, deren Existenz durch Übergriffe auch gefährdet werden kann.

„Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, meint deshalb Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (VJE) in Auftrag gegebenes Gutachten empfiehlt nun den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland.

Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern praktiziert. Ab wann muß dem Artenschutz Einhalt geboten werden, um andere Arten, ob Nutztier oder Mensch, zu schützen?

Artenschutz in der Landwirtschaft

Der Wolf wird stark diskutiert, weil er beim Kontakt mit der Zivilisation und Landwirtschaft durchaus auch als „Gewinner“ hervorgeht. 

Beim Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und anderen Wildtieren, etwa dem Rebhuhn, gewinnt eigentlich immer die Landwirtschaft. 

Ein Drittel aller Tierarten in Deutschland sind gefährdet. Die Existenz oder Nicht-Existenz einzelner Tiere fällt nicht direkt ins Gewicht. 

Über die Zeit sind die Zahlen jedoch schockierend. Um beim Rebhuhn zu bleiben: in Hessen allein wurde vor 60 Jahren noch 100.000 Vögel pro Jahr (!) von den Jägern geschossen. 

Heute besteht die gesamte Rebhuhn-Population aus gerade mal geschätzten 3.000 Tieren, wenn überhaupt. 

Es ist nicht zu Verleugnen, dass die moderne Landwirtschaft ihren Anteil an dem Aussterben vieler Arten hat. 

Die wirtschaftlichen Anbaumethoden mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, fehlenden Ackerrandstreifen und anderem sind nicht gerade förderlich. 

Entsprechend wird in der Presse schnell über die Landwirtschaft hergezogen. Aber auch diese Betrachtungsweise ist sehr einseitig. 

Denn, so unsere Meinung bei Agrarbetrieb: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies gilt auch für die konventionelle Landwirtschaft. 

(Quelle: Frankfurter Rundschau)

Landwirtschaft und Artenschutz

Im letzten Jahrhundert hat sich die Landwirtschaft so stark geändert wie nie zuvor. Die Folgen der Revolution auf dem Feld haben sich erst in diesem Jahrhundert gezeigt. 

Seitdem hat ein starkes Umdenken eingesetzt. Und die technologischen Möglichkeiten vereinfachen mehr denn je den Schutz von Wildtieren. 

Aber auch fernab von Technologien setzen viele Landwirte Maßnahmen um, die regional den Umweltschutz fördern.

Agrarbetrieb etwa, hat eine Leidenschaft für Blumenwiesen.

Nicht nur erfreut die Blütenpracht das Auge und Herz, sie fördert die Artenvielfalt und bietet die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, insbesondere Insekten. 

Wir haben deshalb auch die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen. So kann jeder aktiv beim Artenschutz mithelfen und dabei sich selbst oder anderen eine Freude machen.

(Nähere Informationen findet Ihr übrigens unter „Blumenwiese„.)

Natürlich interessiert mich wieder Eure Meinung zum Thema: wie sind Eurer Meinung nach moderne Lebensweise und Artenschutz miteinander zu verbinden?

Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?