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Windkraft-Ertragsprognosen-Unwetter

Landwirtschaft: Ertragsprognosen für Getreide sinken

Sie sind da – die ersten Hitzegewitter des Jahres. Die von ihnen verursachten Schäden werden die Ertragsprognosen in manchen Landstrichen sehr stark ändern. 

Orkanböhen, Starkregen und Hagel. Alle drei haben sich in den letzten Tagen in Deutschland gut ausgetobt.

Es waren fast alle Ackerbaukulturen betroffen: ob Wintergetreide, Zuckerrüben, Raps, Mais oder Sonderkulturen wie Erdbeeren – die Felder wurden massiv geschädigt.

Die Hitzegewitter wurden durch die extremen Temperaturunterschiede insbesondere zwischen der West- und Osthälfte Deutschlands verursacht.

Entsprechend findet sich die mit am schwersten betroffene Region entlang einer Linie in der Mitte von Deutschland, die von Wolfsburg bis nach Niederbayern läuft.

Von vom Hagel zerfetzte Blätter bis hin durch vom Starkregen verschlämmte junge Rüben- und Maispflanzen, die Schäden sind vielfältig, und teils so stark, dass bereits mehrere Hundert Hektor Anbauflächen für den Umbruch freigegeben wurden.

Da gibt es nur eins: Ärmel hochkrempeln und schnellstmöglich handeln, um etwa durch Neuansaat die Schäden kompensieren zu können.

Weitere Warnung vor Unwetter mit starkem Regen und Sturmböen

Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell weiterhin vor Unwettern.

Insbesondere die folgenden Regionen sollen betroffen sein:

  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Weite Regionen in Ostdeutschland sowie
  • der Süden Nordrhein-Westfalens
  • im Süden: Schwarzwald, Schwäbische Alp und Regionen am Alpenrand

Neben dem Starkregen ist auch mit Hagel zu rechnen.

Drücken wir die Daumen, dass die nächsten Tagen glimpflich verlaufen. Das Wetter hat sich bereits stark genug auf die Ernteprognosen ausgewirkt:

Ertragsprognosen für Getreide gesenkt

Der Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) senkt die im Vormonat geäußerten Ertragsprognosen für Gertreide um bis zu 3,7 Prozent.

Für Roggen, Raps, Sommergerste und Triticale sinken die Werte gar unter das langjährige Mittel.

Die ungünstigen Wetterbedingungen wie der Frost zur Blütezeit, extreme Trockenheit bzw. zu spät kommender Regen haben die Pflanzen doch mehr geschadet als zunächst angenommen.

Acuh der International Getreiderat (IGC) veröffentlichte Zahlen, die auf einen weltweiten Rückgang der Bestände von Mais und Weizen deuten.

Bei Mais wird für 2017/2018 mit einer erhöhten Nachfrage gerechnet, so dass trotz unveränderter Ertragsprognosen die Überhangbestände geschätzt um 29 Millionen Tonnen auf 197 Millionen Tonnen zurückgehen.

Die entspricht einer Senkung des Anteiles der Überhänge am Weltmaisverbrauch von 21,5 Prozent auf 18,6 Prozent.

Auch bei Weizen ist laut IGC mit einem knappen Rückgang der Überhangsbestände zu rechnen.

Die  Ernteerträge 2017/2018 in Höhe von geschätzt 736 Millionen Tonnen werden den weltweiten Verbrauch in geschätzter Höhe von  738 Millionen Tonnen nur sehr knapp decken können.

Zwar beeinflusst das Wetter maßgeblich die Ertragsprognosen. Aber manchmal spielen auch andere Faktoren mit rein.

So entstehen in Russland derzeit wie im Vorjahr Ernteausfälle, weil die technischen Gerätschaften fehlen.

Ein Mangel an Mähdreschern soll bereits im letzten Jahr einen Verlust von 10 Millionen Tonnen Getreide verursacht haben.

Ein anderer Markt scheint im Gegensatz zum Getreidemarkt aktuell Aufwind zu verspüren:

Windenergie weiter auf Vormarsch

Das Frauenhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik führt in seinem Bericht „Windenergie Report Deutschland 2016“ einige sehr interessante Zahlen auf.

Windenergie trägt demnach mit 12,4 Prozent zur deutschen Bruttostromerzeugung bei. Im Vergleich: Atomkraftwerke liegen bei 13 Prozent.

Im 2016 überstieg der Beitrag der erneuerbaren Energien erstmals den der konventionellen Atom- und Braunkohlekraftwerke.

29 Prozent des Bruttostromverbrauchs wurde von den umweltfreundlicheren Energietechniken gedeckt.

28000 Onshore-Windanlagen gibt es mittlerweile in Deutschland. Diese liefern knapp 46000 MegaWatt Nennleistung.

Schaut man auf die Zahlen könnte man meinen, dass der weitere Ausbau von Windanlagen langsam abflaut, denn es werden in der Anzahl weniger Anlagen neu errichtet.

Dies ist aber ein Trugschluß, denn die neuen Windsysteme werden immer größer.

Neue, geeignete Flächen zu finden, ist schwer. Einfacher ist es für Betreiber, die kleinen Modelle aus den 80er und 90ern mit modernen Rädern zu ersetzen. 

Die in 2016 errichteten Anlagen wiesen eine durchschnittliche Nabenhöhe von 128 Metern(!) und einen Rotordurchmesser von 109 Metern(!) auf. 

Flügel für 16 gigantische Windräder

Quelle: buten un binnen

Ganz schön beeindruckend, wie so ein Windrad entsteht, oder? Aber auch bei Offshore-Anlagen werden die Projekte technisch immer herausfordernder.

So werden die Energieanlagen mittlerweile durchschnittlich 53 Kilometer von der Küste entfernt und in durchschnittlichen Wassertiefen von 27 Metern erbaut.

Von den weltweit 13900 MegaWatt, die durch Offshore-Windanlagen bereitgestellt werden, stammen 12400 MegaWatt allein aus Europa. Deutschland alleine trägt 4089 MegaWatt bei.

Aber neben dem Trend nach immer größeren Anlagen, bietet der Markt auch kleine Modelle für „daheim“. Quasi das eigene Windrad für den Hof.

Welche Erfahrungen konntet Ihr mit eigener Energieerzeugung auf Eurem Hof sammeln?

mahd gruenschnitt landwirtschaft grassilage

Die optimale Mahd für beste Futterqualität

Es ist Mai. Für viele Landwirte in den Grünlandgebieten steht die Mahd an.

Eine entscheidende Frage, die sich jedes Jahr aufs Neue stellt, ist der optimale Zeitpunkt des Grünschnittes.

Ist dieser festgelegt, heisst es zudem, die Mahd bestmöglich tierschutzgerecht durchzuführen.

Wildtierrettung bei der Mahd

Die Mahd von Grünland und Energiepflanzen überschneidet sich zeitlich mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere.

Im Grünland wähnen diese den Nachwuchs in Sicherheit. Auf moderne Landwirtschaft hat sie die Evolution jedoch nicht vorbereitet.

Wildunfälle sind nicht nur unschön, sondern können dem Landwirt und Jagdpächter auch Schaden zufügen.

Wie kann das Risiko eines Wildunfalls vermieden werden?

Verschiedene Maßnahmen können hierbei helfen:

Sprecht den Termin mit dem Jagdpächter ab

Der Tierschutz setzt nicht erst ein, wenn die Mahd vollzogen wird.

Der Beginn der Mahd sollte rechtzeitig, d.h. mindestens 24 Stunden vorher, mit dem Jagdpächter abgesprochen sein, damit genug Zeit ist, Maßnahmen zur Wildtierrettung durchzuführen.

Nutzt die Möglichkeiten zum Aufspüren und Vertreiben des Wildes

Die Technik schreitet immer mehr voran. Es gibt diverse Systeme am Markt, die dabei helfen können, zum Beispiel Rehkitze aufzuspüren.

Die Möglichkeiten reichen vom „traditionellen“ Aufspüren mit Jadghunden bis hin zum Auffinden des Wildes mit Hilfe von mit Wärmekameras ausgestatteten Drohnen.

Einmal aufgespürt kann den Wildtieren mit einfachen Maßnahmen der Vergrämung das Leben gerettet werden. Mit Lärm (ob Knistertüte oder klassische Musik, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt) und mit für Tiere erschreckenden Bewegungen sind diese schnell vertrieben.

Passt Eure Mähtechnik an

Um den Tieren, die während der Mahd noch im Feld sind, die Möglichkeit der Flucht zu geben, sollte immer von innen nach außen gemäht werden.

Tiere wie Rehkitze oder am Boden brütende Tiere, ducken sich instinktiv. Dieses Verhalten kann der Landwirt für sich nutzen, indem er die Schnitthöhe, wenn möglich, auf 15 – 20 Zentimeter begrenzt.

Der Tierschutz ist sichergestellt. Stellt sich nun nur noch die Frage, nach dem optimalen Termin der Mahd.

Insbesondere wenn der Grünschnitt für die Erzeugung von Grassilage genutzt werden soll.

Optimaler Grünschnitt für Futter in bester Qualität

Wenn das Gras in die Blüte kommt, und den höchsten Zuckerertrag liefert, ist der optimale Zeitpunkt für die Mahd gekommen.

Das Gras bringt dann eine optimale Silierfähigkeit mit sich. Da das Gras nach dem Mähen zum Anwelken auf dem Feld verbleibt, sorgt zudem ein sonniges und trockenes Wetter für beste Resultate.

Auf dem Optiday in Villach Ende April 2017, veranstaltet von der Landtechnik Villach gemeinsam mit Krone, konnten sich Landwirte Tips für die Erzeugung von Grassilage einholen:

Mähen und Futterernte zum richtigen Zeitpunkt

Quelle: Landwirt.com

Kühe mögen ein relativ trockenes Futter mit einem höheren Ph-Wert und mögen es durchaus ein wenig süss.

Heinz-Günter Gerighausen von der Landwirtschaftskammer NRW nennt folgende Zutaten für die Erzeugung von Futter, dass den Kühen besonders gut schmeckt:

  • „junges Futter
  • gut anwelken
  • gasdicht lagern
  • tolles Säuremuster bekommen, wo den Tieren im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Mund zusammenläuft“

Da ein trockener Bestand und ein angetrockneter Boden für optimale Ergebnisse sorgen, solltet Ihr Euch nicht hetzen lassen, wenn nach Regen endlich schönes Wetter angesagt ist.

Ein wenig Geduld und noch einen Tag mit dem Beginn des Mähens zu Warten kann die Qualität des Futters erheblich steigern.

Außerdem solltet Ihr für beste Ergebnisse narbenschonend mähen. Dies bedeutet, dass Ihr Schnitthöhen von unter sechs bis sieben Zentimeter vermeiden solltet.

Die narbengerechte Stoppelhöhe von sechs bis acht Zentimenter könnt Ihr mit dem Oberlenker einstellen und bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Minimierung von Verschmutzungen
  • Senkung des Gärrisikos
  • Schnellere Austreibung des Grases und höhere Wuchsleistung beim nächsten Schnitt

Die nächste Herausforderung kommt beim Zetten auf den Landwirt zu.

Der Einsatz eines Aufbereiters zum optimalen Schnittzeitpunkt, kann die Zettqualität verbessern und bringt auch kein zusätzliches Verschmutzungsrisiko mit sich.

Beim Mähen mit einem Aufbereiter wird das Mähgut locker und leicht auf der Stoppel abgelegt. Das Gras kann aufgrund der größeren Oberfläche mit viel Luftvolumen von Sonne und Wind schneller getrocknet werden.

Wenn kein Aufbereiter zum Einsatz kommt, muss der Zettwender entsprechend schlagkräftig sein.

Entscheidend für gute Ergebnisse ist die Portionsgröße pro Zinkenpaar. Eine bessere Aufbereitung kann mit kleineren Portionen pro Zinkenpaar erreicht werden.

Diese werden mit einer Anpassung von Drehzahl und Geschwindigkeit erreicht werden.

Eine gute Verteilarbeit des Zettwenders und die Ablagequalität des Aufbereiters sind zudem entscheidend für einen gleichmäßigen Schwad.

Welche Tips könnt Ihr für die Herstellung von Futter in bester Qualität geben?

Landkonzentration-Landwirtschaft

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Eine zunehmende Landkonzentration ist in Deutschland als auch im restlichen Europa ein Trend, dem die EU-Agrarpolitiker entgegenwirken möchten.

Der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat sich nun deutlich gegen eine „fortschreitende Eigentumskonzentration“ von Agrarflächen ausgesprochen.

Aber bevor wir den Hintergrund hierfür näher betrachten, lässt uns jedoch kurz auf die schauen Lage für Geflügelhalter schauen.

Keine Entwarnung für Vogelgrippe

Die Vogelgrippe ist noch nicht vollständig „abgeklungen“. Trotz einer Lockerung der Stallpflicht für viele Geflügelhalter, für viele bleibt die Situation unverändert.

Derzeit prüft das Bundeswirtschaftsministerium, in welchem Ausmaß die Schäden vorliegen, und ob gegebenfalls ein Antrag auf EU-Hilfen für die deutschen Eierproduzenten beantragt werden kann.

Derzeit ist von einem Schaden in Höhe von 40 Millionen EUR die Rede.

Für die mehr als eine Million Tiere, die in den vergangenen Wochen getöteten werden mussten, werden die Landwirte von den Tierseuchenkassen entschädigt.

Es geht aber auch um Schäden, die etwa bei Freilandhennen entstanden, deren Eier nun nicht mehr als Freilandeier deklariert werden durften. Dies reduzierte natürlich den Verkaufspreis.

Auch wenn der Markt wohl mit Verständnis auf die Situation reagierte, so zahlten Edeka und Rewe beispielsweise weiterhin den vollen Freiland-Preis, das wirkliche Ausmaß der Schäden kann noch nicht abgeschätzt werden.

Erst dann wird sich zeigen, ob das BMEL tatsächlich EU-Hilfen beantragen wird.

Aber nun zur Frage: wie steht es um die Landkonzentration in Europa?

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Zum Hintergrund: seit Jahren nimmt die Konzentration von landwirtschaftlicher Fläche zu.

Im Jahr 1975 gab es noch ungefähr 904.700 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Im Jahr 2016 waren es lediglich noch rund 262.100 Betriebe. (Quelle: Statista)

Den Trend der Landkonzentration gibt es nicht nur in Deutschland. Auch das restliche Europa ist hiervon betroffen.

Und die Größenordnung und Geschwindigkeit sind erschreckend.

Normalerweise denke man bei Landkonzentration an Länder in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Klingt Landkonzentration vielleicht noch harmlos, dort wird das Phänomen auch mit dem Begriff „Land Grabbing“ bezeichnet.

Land Grabbing klingt nicht mehr harmlos. Große Agroholdings und Finanzunternehmen kaufen oder pachten auf langfristig ausgelegte Zeiträume Agrarflächen. Diese bewirtschaften sie in eigener Regie.

Die Investoren kommen aus dem Aus- oder Inland, die rechtlichen Zusammenhänge und Transaktionen sind meist wohl eher sehr instransparent und kaum nachvollziehbar.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit Europas Boden

Quelle: biopilz

Die Konzentration von Agrarland in den Händen weniger ist seit Jahren auch in Europa ein Thema.

In 2010 gehörten in den EU-27 –  Ländern bereits 50 Prozent der landwirtschaftlich genutzen Fläche rund 3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe.

80 Prozent der Betriebe verfügten im Gegensatz dazu in 2012 nur über 12 Prozent der Agrarflächen. (Quelle: Europäisches Parlament – Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung)

Als „besonders problematisch“ wird die Lage in Rumänien, Ungarn und Bulgarien gesehen. Aber auch Deutschland, Spanien und Italien zeigen eine besorgniserregende Entwicklung.

Wachsende Landkonzentration durch Zuschüsse

Wie Europäische Agrarsubventionen die Entwicklung begünstigen, zeigt sich insbesondere an Osteuropa.

Nach dem Fall der Bauern gingen viele Landwirte schnell bankrott. Warum? Sie hatten gar keine Chance gegen die subventionierte Konkurrenz aus dem Westen.

Nun wirken natürlich auch Faktoren wie die Größeneffizienz eines Betriebes.

Ein kleiner Bauernhof kann mit einem Großbetrieb, der wirtschaftlicher den Hof betreiben kann, nicht mithalten. Insbesondere, wenn die Gewinnmargen eh schon gering sind und nicht viel Spielraum zulassen.

Und längst ist die europäische Landwirtschaft nicht mehr nur in europäischen Händen.

Chinesische Firmen, die in Bulgarien im großen Stil Mais anbauen, oder der großflächige Getreideanbau von Unternehmen des Mittleren Ostens in Rumänien sind nur zwei Beispiele.

Allerdings ist die Europäische Agrarpolitik an den Entwicklungen hinsichtlich der Landkonzentration nicht unschuldig.

So etwa meint SPD-Politikerin Maria Noichl, dass die flächengebundenen Direktzahlungen zu einer „einseitigen Förderung der größten Betriebe“ führe. Sie betonte, dass die genossenschaftlich organisierten Betriebe dabei  nicht gemeint sind.

Auch wird kritisiert, dass die EU-Kommission Verletzungsverfahren gegenüber seinen osteuropäischen Mitgliedsstaaten, etwa Polen, androht.

Europäische Länder, die also dem Land Grabbing durch Finanzinvestoren entgegentreten wollen, werden wegen Diskriminierung hierfür auch noch angeprangert.

Nun hat der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments in einer Ausschusssitzung in der letzten Woche einen Initativbericht zum Thema verabschiedet.

Es wird darin unter anderem dazu aufgerufen, einer zunehmenden Flächenkonzentration Einhalt zu gebieten und Junglandwirte sowie Neueinsteiger beim Erwerb von Gründstücken zu unterstützen.

Dies ist ein Anfang, aber es müssen auch Handlungen folgen. Welche Handlungen sind Eurer meiner nach notwendig, um die zunehmende Konzentration zu stoppen?

2016-09-agrarbetrieb-kohle-fruchtbarer-boden

Kohle für einen fruchtbaren Boden und eine gute Ernte

Erträge steigern und dabei zum Klimaschutz beitragen, eine jahrtausende alte Methode verspricht beides mit Leichtigkeit zu bewältigen. Die Landwirtschaft entdeckt Kohle als wertvollen Bodenhilfsstoff und Düngerersatz.

Aus erhitzter Biomasse erzeugte Kohle ist effektiver als herkömmlicher Kompost oder Tierdung, um die Fruchtbarkeit von Böden zu steigern.

Doch bevor wir uns näher anschauen, was hinter diesem revolutionären Ansatz steckt, kommen wir erstmal zur einem Beschluss des Bundesrates, der für viele von uns von Interesse sein wird:

Die Änderung der Regelung zur Umwandlung von Grünland

Am vergangenen Freitag passierte eine Novelle zur Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes den Bundesrat.

Mit der Novelle gelten in Deutschland beim Greening zukünftig Regelungen, die der strengeren Auslegung der Europäischen Kommission entgegenstehen. 

Nach ihrem Leitfaden liegt für die EU-Kommission eine Umwandlung auch dann vor, wenn eine Dauergrünfläche, bspw. aufgrund von natürlicher Sukzession, Aufforstung oder Bebauung der Fläche, landwirtschaftlich nicht mehr genutzt wird.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat seiner Meinung nach mit der Novelle im Endeffekt den Zustand hergestellt, der ursprünglich mit dem Erlass des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes angestrebt wurdet: 

Was hat sich geändert?

  1. Auf Antrag wird die Einstufung von Dauergrünland als umweltsensibel aufgehoben, wenn das Land eine nichtlandwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden soll.
  2. Zudem sind Landwirte zukünftig nicht mehr zur Neuanlage von Dauergrünland verpflichtet, um die Genehmigung zur Umwandlung von anderem als umweltsensiblen Dauergrünland in eine nichtlandwirtschaftliche Fläche zu erhalten.

Kommen wir aber nun zur Frage, die uns alle interessiert: wie lässt sich der Ertrag meines Bodens steigern? 

Kohle – neues altes Wundermittel?

Auf der Suche nach alternativen, erfolgreichen Mitteln seine Böden ertragreicher zu gestalten, ist so manch Landwirt bereits auf die Kohle gestoßen, genauer gesagt, Pflanzenkohle bzw. Biokohle.

Weltweit laufen zahlreiche Studien, um das Potenzial von Kohle in der Landwirtschaft zu erforschen.

Es besteht die Hoffnung, eine umweltfreundliche Alternative zu Dünger gefunden zu haben, die insbesondere in Entwicklungsregionen wie in Afrika den Landwirten bessere Bodenbedingungen bescheren.

Jetzt könnt Ihr Euch denken: ist ja schön und gut, aber meine Felder sind in Deutschland und nicht Afrika. Welche Vorteil kann mir der Einsatz von Kohle in meiner Landwirschaft bringen?

Seht selber, wie der Einsatz von Kohle in unserer heimischen Landwirtschaft aussehen kann: 

Fruchtbare Böden: Pflanzenkohle aus der Karbonisierungsanlage

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Ihr seht, der Einsatz von Kohle ist vielfältig und vielversprechend, aber läuft nicht ganz ohne den Kampf gegen manche bürokratische Behörden ab.

Aber wie heißt es so schön: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und der Kampf für Kohle schein sich auszuzahlen:

Stärken von Biokohle in der Landwirtschaft

Aufgrund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften kann der Einsatz von Biokohle

  • die Speicherfähigkeit des Bodens für Wasser erhöhen
  • den Nährstoffgehalt des Bodens verbessern
  • langfristig zu einer Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit führen.

In experimentiellen Untersuchungen, konnte aufgezeigt werden, das Pflanzen, die in einem Topf mit Erde und Biokohle angepflanzt wurden, besser gedeihen.

Und weitere große Vorteile von Biokohle sind:

  • Sie ist langlebiger und verrottet nicht so schnelll wie Kompost
  • Sie ist im Gegensatz zu Dünger nicht giftig.
  • Sie hat positivie Auswirkungen auf die mikrobielle Aktivität im Boden.
  • Sie kann giftige Stoffe, etwa Schwermetalle, binden und somit verhindern, dass diese in die Pflanze gelangen.

Herausforderungen beim Einsatz von Biokohle

Zunächst einmal gibt es nicht „DIE“ Kohle. In der Herstellung von Kohle spielen die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle.

Welche Biomasse wurde als Ausgangsstoff verwendet? Bei welchen Temperaturen und mit welcher Geschwindigkeit wurde die Herstellung der Pflanzenkohle vollzogen?

Unterschiedliche Biokohlen haben unterschiedliche Stärken. Hier sind die Forscher noch fleißig dabei, die Stärken von Kohle in der Landwirtschaft zu testen.

Wissenschaftler in der ganzen Welt sind am studieren der Wirkungen und einige Studien deuten durchaus auch darauf hin, dass die Erträge nach dem Einsatz abgenommen haben.

Interessant wird der Einsatz von Kohle vor dem Hintergrund des Klima- und Umweltschutzes. Hier besteht jedoch die Herausforderung, eine Balance zu bewahren.

Und nicht durch den Herstellungprozess größere Mengen an CO2 wiederum zu produzieren oder gar eine Industrie zu schaffen, die die Abholzung der Wälder zu beschleunigen vermag.

Wie steht es mit Euch – habt Ihr mit Erfahrungen mit Kohle als Dünger sammeln können?  

Landwirtschaft im Strukturwandel

Landwirtschaft: Strukturwandel, Direktzahlungen, Rückbehalt

Neue Technologien und die zunehmende Globalisierung beschleunigen den Strukturwandel. In der Landwirtschaft bestärkt diese Änderung den Trend in Richtung „mehr spezialisierte Großbetriebe und weniger klassische Erzeuger“. Steuern und weitere Abgaben erledigen den Rest.

In dem heutigen Blog werfen wir einen Blick auf folgende drei Themen: den Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft, die Höhe der EU-Direktzahlungen in 2015 und den Rückbehalt ab 2016.

1. Konzentration in der Landwirtschaft: Anzahl der Betriebe sinkt um mehr als 25%

Der Strukturwandel hat die europäische Landwirtschaft vollkommen im Griff.

In den letzten 10 Jahren gab es dramatische Veränderungen und so wie es aussieht, scheint niemand den Spezialisierungs- und Konzentrationsprozess aufhalten zu wollen bzw. zu können.

Letzte Woche hat Eurostat, das statistische Amt der EU, die neuesten Zahlen zur Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe in der EU veröffentlicht. Die Ergebnisse sind zum Teil erschreckend.

Die wichtigsten Zahlen und Erkenntnisse kurz zusammengefasst:

  • Anzahl Betriebe gesunken: In der Zeitspanne 2003-2013 ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU um mehr als 4 Millionen zurück.
  • Fläche pro Betrieb nimmt zu: Gleichzeitig nahm die durchschnittliche Fläche pro Betrieb um 38% zu, u.z. von 11,7 ha in 2003 auf 16,1 ha in 2013.
  • Gesamtfläche unverändert: Die landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb underändert bei 174,6 Mio. ha.
  • Länder mit den größten Betriebe: Tschechische Republik (133 ha), Vereinigtes Königreich (93,6 ha), Slowakei (80,7 ha), Dänemark (67,5 ha) und Luxemburg (63 ha). Deutschland nimmt den siebten Platz ein mit 58,6 ha.
  • Länder mit den meisten Betriebe: Rumänien (3,7 Mio. Betriebe, 33,7% aller Betriebe in der EU) gefolgt von Polen (1,4 Mio. Betriebe), Italien und Spanien mit jeweils 1,0 Mio. Betriebe.
  • Altersstruktur: 31,1% der EU-Betriebsleiter sind mindestens 65 Jahre alt; 24,7% befindet sich im Alter von 55 bis 64; nur 6% aller Betriebsleiter sind jünger als 35 Jahre.

Und wie steht es mit der deutschen Landwirtschaft?

Die Zahlen weichen nicht besonders stark vom EU-Durchschnitt ab.

Im Einzelnen heisst das:

  • Zahl der Betriebe: 285.000 in 2013 und damit 30,9% weniger als in 2003
  • Landwirtschaftliche genutzte Fläche: 16,7 Mio. ha und 9,6% Anteil am EU-Gesamtwert
  • Durchschnittliche Fläche pro Betrieb: 58,6 ha in 2013 gegenüber 41,2 ha in 2003
  • Altersstruktur: 6,5% der Betriebsleiter sind über 65 Jahre; 29,8% zwischen 55 bis 64 Jahre und lediglich 6,8% unter 35 Jahre

2. EU-Direktzahlungen 2015: Die Basisprämie liegt bei durchschnittlich 180,62 EUR je Hektar

Die Prämienhöhen der Direktzahlungen für das Antragsjahr 2015 stehen jetzt fest. In den kommenden Tagen wird das Ganze im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Auf den Webseiten der Ministerien der jeweiligen Bundesländer wurden die Zahlen bereits veröffentlicht. Die Höhe der Basisprämie variiert nach Bundesland. In den kommenden Jahren soll eine schrittweise Angleichung der Basisprämie erfolgen. Ab dem Antragsjahr 2019 gilt ein einheitlicher Wert für alle Bundesländer.

Die Kollegen von Proplanta haben eine tabellarische Übersicht aller Basisprämien je Bundesland erstellt. Danach soll der bundesdeutsche Duchschnitt bei 180,62 EUR je Hektar liegen. Glaubt man den Schätzungen, dann wird die Höhe der bundeseinheitlichen Basisprämie im Jahre 2019 bei 176,15 EUR je Hektar liegen.

Die Höhe der Greening- und Umverteilungsprämie sowie die Zahlung für Junglandwirte gilt es weiterhin jedes Jahr aufs Neue zu berechnen.

3. Änderungen der Hofabgabeverpflichtung ab 2016

Ab dem 1. Januar 2016 ändert sich einiges auch im Bereich Hofabgabeverpflichtung.

„Um zukünftig eine Rente der Alterskasse zu beziehen, soll der zulässige Flächenrückbehalt von bislang 25 Prozent auf weniger als 100 Prozent der Mindestgröße angehoben werden. Die Mindestgröße beträgt beispielsweise für Landwirtschaft acht Hektar und für Forstwirtschaft 75 Hektar.“ – so eine aktuelle Pressemitteilung des SVLFG.

Dieses Gesetz ist nicht zustimmungspflichtig. Am 18. Dezember 2015 wird der Bundesrat darüber beraten, damit es am 1. Januar 2016 in Kraft treten kann.

Wer ganz genau wissen will, welche Auswirkungen diese Änderungen für Einen persönlich mit sich bringen, sollte sich an den Rentenbearbeiter der Landwirtschaftlichen Alterskasse vor Ort wenden.

Die Landwirtschaft im Wandel der Zeit

Nur noch wenige Tage und dann verabschieden wir uns von 2015. Wie jedes Jahr, war auch 2015 voll von Änderungen und Überraschungen. Es gab gute Momente und auch weniger tolle Zeiten.

Fakt ist, die Welt verändert sich in einem gigantischen Tempo. Neue Technologien erobern die Wirtschaft, Medizin, Politik, Medien und selbstverständlich auch die Landwirtschaft.

Der Spruch „Wachse oder Weiche“ ist aktueller denn je.

Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus? Was glaubt Ihr?