Beiträge

Agritechnica 2017 -Landwirtschaft-Technik

Innovation Award Agritechnica 2017

Bald ist es soweit! Jeder von uns hat die Tage vom 12.-18. November im Kalender wohl rot angestrichen, wenn die Agritechnica 2017 in Hannover stattfinden wird.

Entsprechend wird sich in den nächsten Wochen viel um Technik drehen. Und passend hierzu gibt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) gute Zahlen bekannt.

Gute Aussichten für die europäischen Agrartechnikhersteller

7,5 Milliarden Euro – dies ist voraussichtlich das Umsatzvolumen aus deutscher Produktion für das Jahr 2017, so der VDMA.

Dies entspricht einem Umsatzwachstum von satten 4 Prozent.

Nach drei Jahren Rezession war die Freude insbesondere bei den in Deutschland produzierenden Landmaschinen- und Traktorenhersteller groß.

Diese konnten Ihren Umsatz um 7 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro steigern.

„Wir erleben seit einigen Monaten auf zahlreichen Märkten ein konjunkturelles Comeback“, äußerte sich Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA.

Die ersten Monate des Jahres waren noch deutlich vom Wachstum auf dem deutschen Markt geprägt. Mit einem Umsatzplus im zweistelligen Bereich konnten die Auslandsmärkte jedoch gut aufholen.

Mit der Agrartechnik im Aufschwung können wir uns natürlich umso mehr auf die neusten Innovationen, die auf der Agritechnica präsentiert werden, freuen.

2x Gold und 29x Silber beim Innovation Award Agritechnica 2017

Über 320 Neuheiten dürfen wir auf der Agritechnica 2017 näher unter die Lupe nehmen.

Die Neuheitenkommission des Agritechnica-Veranstalters, die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ( DLG), hatte hierbei einen kleinen Vorsprung. Sie hat nun bekanntgegeben, welche Maschinen für sie besonders innovative Lösungen für unsere Landwirtschaft bieten:

Zwei innovative Lösungen wurden vom DLG mit dem Innovation Award Agritechnica 2017 in Gold ausgezeichnet:

Claas CEMOS AUTO THRESHING – das autonome Dreschwerk für Claas Schüttler- und Hybrid-Mähdrescher: diese Technik ist der erste Tangentialmähdrescher, der sich vollautomatisch sowohl auf die Frucht als auf die Bedingungen einstellen lässt.

Kemper StalkBuster – eine ins Mais-Schneidwerk integrierte Mulcheinrichtung (gemeinsame Entwicklung mit John Deere): diese Innovation erlaubt Einsparungen bei Pflanzenschutzmitteln und Diesel und bringt einen geringeren Schädlingsdruck beim wichtigsten Widersacher im Maisanbau mit sich.

Herzlichen Glückwunsch an Claas und Kemper zur Goldmedaille. Zudem wurden weitere 29 Silbermedaillen für Neu- und Weiterentwicklungen der Agrartechnikhersteller verliehen:

  • AGCO e100 Vario
  • AGCO IDEAL Mähdrescher
  • AGCO MARS – Mobile Agricultural Robot Swarms
  • AGCO VarioPull
  • AGCO/DKE-Data/Horsch/Amazone/Grimme/Kuhn/Lemken/Pöttinger/Rauch/SDF agrirouter
  • Agrocom Smart Crop Damage Identification – Intelligentes Erkennungssystem von Wildschäden
  • Amazone SmartService 4.0
  • Amazone SwingStop pro
  • Claas CEMOS für Traktoren: Fahrerassistenzsystem zur optimalen Einstellung von Traktor und Maschine
  • Claas Telematics Large Vehicle Alert System warnt Automobil-Fahrer vor Landmaschinen im Straßenverkehr
  • Claas/Einböck/Hatzenbichler/Bednar/Carre Stereoskopische Reihenkamera CULTI CAM für mechanische Hacken
  • Claas-AXION 900 TERRA TRAC Halbraupentraktor mit Vollfederung der Gesamtmaschine
  • Farmdok – Automatisierung landwirtschaftlicher Aufzeichnungen mit Smartphones
  • Fliegl Beacon+GPS+Sigfox -Fliegl COUNTER SX-/-Pöttinger PÖTPRO Guide
  • Fliegl BÜFFEL Überladevorrichtung für Halmgut
  • Fruit-Tec SmaArt Kamerasystem für die automatisierte Blütenausdünnung mit Darwin
  • Grimme Ventor 4150 – 4-reihiger selbstfahrender Kartoffelroder mit Leistungsverdoppelung eines weltweit führenden Rodesystems
  • GSI Flexwave Grain Silo Unloading System
  • Holmer SmartTurn
  • John Deere EZ Ballast Wheels
  • John Deere Traktor-Integrierte Aktive Anbaugerätelenkung mit Infield Automatisierung für Hochleistungshacken – AutoTrac Implement Guidance
  • Krone LiftCab
  • Kuhn Optimierung der Pflugarbeit durch automatisches GPS-gestütztes Ausheben der Pflugkörper
  • Lechler ESV Elektrisches-Schließ-Ventil
  • New Holland Erstes proaktives automatisches Mähdreschereinstellungssystem
  • Petkus MultiCoater CM 300
  • Pöttinger Sensosafe
  • Pöttinger/New Holland Kameragestützte Saatbettbereitung
  • Wienhoff LevelTuner

Herzlichen Glückwunsch auch an die Gewinner der Silbermedaille. 

Alle über 320 Neuheiten und vielmehr könnt Ihr auf der weltweit größten Messe für Landtechnik im November erleben. Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?

Agritechnica 2017

Quelle: Agritechnica

Klar freu ich mich, die Maschinen und Techniken vor Ort zu sehen. Aber die Gelegenheit, sich mit Fachleuten und Gleichgesinnten auszutauschen, ist für mich der größte Pluspunkt der Messe. 

Trends in der Agrartechnik

Die ausgezeichneten, technischen Lösungen zeigen, dass die folgenden Trends in der Agrartechnik weiterhin an Bedeutung gewinnen:

  • Zunehmende Automatisierung von Prozessen
  • Integration von intelligenten Datamanagement-Systemen zur Optimierung der Regelung und Steuerung von Maschinen, Logistik, Dokumentation, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit
  • Zunehmende Bedeutung von Digitalisierung und Vernetzung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette (Cloud Computing, Big Data, …)

Trotz dieser Trends spielt aber der klassische Maschinenbau für die Landwirtschaft weiterhin eine große Rolle.

Zudem lässt sich erkennen, dass die Agrartechnikhersteller zunehmend innovative Lösungen aus branchenfremden Bereichen erfolgreich in die Landtechnik integrieren.

Stichworte sind hier zum Beispiel E-Mobilität, höhenverstellbare Fahrerkabinen, intelligent vernetzte Fahrzeuge oder Augmented-Reality-Anwendungen.

Ihr könnt es sicher auch kaum abwarten, die Neuheiten in live unter die Lupe zu nehmen.

Gibt es eine Neuheit, die nicht mit einem Award ausgezeichnet wurde, aber für Euch definitiv auch ein Gewinner ist?

Agrarbetrieb-Drohnen-Landwirtschaft

Drohnen sind längst nicht mehr nur handlich

Drohnen in der Landwirtschaft sind noch nicht alltäglich, aber jeder von uns hat zumindest davon gehört, wie vielfältig sie Einsatzmöglichkeiten sind. 

Drohnen sind in ihren Einsatzmöglichkeiten äußerst flexibel.

So vielfältig die Verwendungszwecke sind, so unterschiedlich fallen auch die Größen von Drohnen aus: von wenigen Zentimetern und wenigen Gram Gewicht, bis hin zu Spannweiten von 70 Metern.

Drohnen für die Landwirtschaft gewinnen an Größe

In der deutschen Landwirtschaft ist der Einsatz von Drohnen noch nicht stark verbreitet. Hier kommen natürlich keine Drohnen mit Spannweiten von 70 Metern zum Einsatz.

Diese Größen bleiben wohl weiterhin dem Militär vorbehalten. Die mit der Landwirtschaft assozierten Geräte liegen wohl eher in einer sehr handlichen Größenordnung.

Schaut man sich die Drohnen-Verordnung an, wird hier auch von verschiedenen Gewichtsklassen bis 25 Kilogramm gesprochen.

Für unbemahnte Flugkörper besteht ein allgemeines Flugverbot. Aber dennoch gibt es auch bei Agrardrohnen wesentlich größere Schwerkaliber.

So etwa der Agronator der Firma Norsk Aerial Systems:

Agrardrohne sät und düngt

Quelle: Norsk Aerial Systems -UAV

Wenn man den Oktokopter in der Luft beobachtet, sieht man ihm  allerdings nicht an, das er einer der weltweit größten Fluggeräte seiner Art ist.

Mit der Spannweite von 4,6 Meter verdient das Gerät wahrlich seinen Namen „Agronator“. Die acht Propeller messen von Flügelspitze zu Flügelspitze satte 1,20 Meter.

Mit einem Abfluggewicht von 110 Kilogramm bei voller Beladung ist die Drohne definitiv kein Leichtgewicht.

Dafür führt sie dann allerdings auch 30 Kilogramm Nutzlast, etwa Saatgut oder Dünger, mit sich, die über eine Dosiereinheit und einem Streuteller aufs Feld gebracht werden können.

Die Flugzeit variiert je nach Gewicht. Bis zu 40 Minuten kann die Drohne ihrer Arbeit nachgehen, bevor sie wieder aufgeladen werden muss.

Es ist klar, dass ein Gerät dieser Größenordnung nicht einfach so in Betrieb genommen werden darf.

Ein Pilot mit Sachkundenachweis sowie eine Aufstiegsgenehmigung sind erforderlich.

Betrachtet man die Entwicklung in der Landwirtschaft, so began der Ackerbau auf dem Boden  auch mit kleinen Geräten.

Mit den neuen Möglichkeiten, wie der Erfindung des Motors entwickelten sich die Maschinen rasant weiter.

Heute bewegen sich gigantische Geräte über die Felder, die über leistungsstarke Computer die Abläufe und Arbeitsschritte steuern.

Für moderne Traktoren sind zumeist die Zeiten vorbei, in denen sich jederman mal ebens hinters Lenkrad setzen konnte.

Werden wir zukünftig alle einen „Pilotenführerschein“ erwerben, um unsere riesigen Geräte in der Luft über unsere Felder navigieren zu können?

Wie groß werden die zukünftigen Landmaschinen der Luft sein?

Aber zurück von unsere schönen Zukunftsvisionen in die Gegenwart. Diese Woche dominiert wohl ein Thema landwirtschaftlichen Schlagzeiten:

UBA-Studie macht Verbrauchern Angst

Keine Ruhepause für uns Landwirte. Am Wochenende schockte das Umweltbundesamt (UBA) mit der Schlagzeile: „Preissteigerung bei Trinkwasser um bis zu 45 Prozent erwartet.“

Schuld daran soll laut den Ergebnissen einer UBA-Studie der zu hohe Nitratgehalt im Grundwasser sein. Die Werte sollen in mehr als 27 Prozent der Grundwasserkörper den Grenzwert von 50mg/l überschreiten:

„Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet.“

Mit anderen Worten: die Landwirte sind daran schuld, wenn das Trinkwasser demnächst teurer werden sollte.

Denn, so die Studie, wenn die Nitrateinträge nicht sinken, wird die Wasseraufbereitung wesentlich mehr Kosten verursachen, da teure Aufbereitungsmethoden eingesetzt werden müssen.

Die Bereinigung des Wassers von Nitrat soll Zusatzkosten in Höhe von 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter versuchen. Das würde die Verbraucher sicherlich auf die Barrikaden bringen.

Für die Umweltverbände wie dem Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Studie natürlich ein willkommenes Fressen.

„Es ist inakzeptabel, dass die Wasserwerke und letztendlich die Verbraucher hunderte Millionen Kosten tragen müssen, weil die Gewässer in Deutschland mit Düngemitteln belastet sind“, äusserte sich Hubert Weiger, Vorsitzende des BUND.

Die Rufe nach einer Verschärfung im Düngerechts werden entsprechend lauter.

Aber was steht tatsächlich in der Studie? Ist ganz Deutschland derart kontaminiert?

Nein. Die Studie untersuchte unterschiedliche Modellregionen. Und ja, es wurde in zwei Regionen, in denen die Viehhaltung eine hohe Bedeutung hat, eine teils starke Überschreitung der Grenzwerte ermittelt.

In anderen Regionen konnte nachgewiesen werden, dass die Nitratwerte seit Jahren am Sinken sind.

Die Grenzwerte wurden oft auch eingehalten und nicht immer konnte der Nitratgehalt auf die Landwirtschaft zurückgeführt werden.

Wir wissen allen, dass zu hohe Nitratwerte bedenklich sind. Kein Landwirt düngt, weil er sonst nichts mit seiner Zeit und seinem Geld anzufangen weiss.

Ich denke, Ihr gebt mir Recht, wenn ich sage, wir sind Landwirte, weil wir das Land und die Natur lieben.

Die Berechnung des Düngerbedarfs ist heute ausgefeilter denn je. Die technischen Entwicklungen erlauben einen immer gezielteren und damit geringeren Einsatz von Düngemitteln.

Was bezweckt das UBA mit seiner Schlagzeile? Sicherlich regen derart reißerische Schlagzeilen die Diskussion an.

Aber wie sieht es mit der Qualität der Diskussion aus?

Wird diese sachlich unter Berücksichtigung der komplexen Zusammenhänge des Themas geführt?

Oder erfolgt jetzt wochenlang eine Tirade an gegenseitigen Schuldzuweisungen?

Besser gesagt, wird abermals die Landwirtschaft verteufelt, einfacher halber als Sündenbock hingestellt, da es für das Thema nun mal keine leichten Lösungen gibt?

Wir sehen in der Viehhaltung, zu welch aggressiver Haltung es gegenüber Landwirten kommen kann, weil nur Bruchteile der gesamten Problematik kommuniziert werden.

Den Verbrauchern zu vermitteln, dass sie zukünftig wohl das Doppelte fürs Wasser zahlen müssen, weil Landwirte die Umwelt übermässig belasten, kann das zielführend sein?

Wie seht Ihr den Einsatz von kontroversen Schlagzeiten – sind sie wichtig für eine Diskussion oder schaden sie eher?

New Holland Ernte Weltrekord

Landtechnik: New Holland stellt neuen Weltrekord auf

Während in Deutschland Greenpeace in der Landwirtschaft für Turbulenzen sorgt, gibt es anderswo Grund zu feiern, denn New Holland konnte mit seinem CR 8.90 Mähdrescher einen neuen Weltrekord aufstellen. 

Greenpeace wirbelt derzeit in der deutschen Landwirtschaft die Gemüter auf. Bevor wir aber hierzu kommen, lasst uns erstmal einen Blick auf die Neuigkeiten in der Landtechnik schauen.

Hier hat diese Woche noch jemand anderes für Wirbel gesorgt.

Das neue Strohgebläse von BvL

In Amstetten hat die Fa. van Lengerich in dieser Woche sein neues Strohgebläse V-Comfort Turbo vorgestellt.

Das Strohgebläse erweitert die BvL Futtermischwagen (Fremd- als auch Selbstbefüller) um eine weitere Funktion: es ermöglicht die Laufställe bequem einzustreuen.

Schauen wir uns kurz die Merkmale des DLG-anerkannten Gerätes an:

  • maximale Wurfweite: 30 Meter bei einer guten Strohverteilung
  • sehr hohe Durchsatzleistung bei einem Leistungsbedarf von 10,9 KW sek./kg
  • Optimaler Materialfluss durch patentierte asymmetrische Austrageöffnung zum Strohgebläse sowie patentierte Strohglocke im Mischbehälter
  • Kraftvoller mechanischer Antrieb verspricht nicht nur eine einfache Wartung, sondern begünstigt auch zusätzliche Kosten- und Zeitersparnis
  • Optionale Ausstattung mit einem drehbaren Auswurfturm ermöglicht rechts- und linksseitiges Einstreuen

Aber kommen wir zu dem Thema, worauf Ihr wohl wirklich gespannt seid: es gibt einen neuen Weltrekord in der Landwirtschaft.

New Holland stellt neuen Weltrekord auf

New Holland hat es abermals geschafft, nach 2014 stellt die Firma mit demMähdrescher New Holland CR 8.90 einen neuen Weltrekord auf:

Weltrekord bei der Sojabohnenernte

Quelle: NewHollandAgriculture

Bekommt Ihr auch Gänsehaut beim Zuschauen? Ganz schön beeindruckend, oder?

New Holland ist damit der derzeitige Weltrekordhalter im Ernten von Sojabohnen in 8 Stunden. Ja, es gibt einen Weltrekord hierfür.

Mit dem CR8.90-Mähdrescher wurde am 5. April in Brasilien der neue Standard gesetzt: 439,73 Tonnen Sojabohnen in 8 Stunden.

Was gibt es noch zu wissen zum neuen Weltrekordversuch?

  • 90 Hektar wurden von 10:30 Uhr bis 18:30 Uhr abgefahren
  • Durchschnittlich wurden 54,97 Tonnen pro Stunde geernet mit einem Ertrag von 4.88 Tonnen pro Hektar
  • Bei Temperaturen von 25 – 28 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit aufgrund von kürzlichem Regen wies die Ernte eine durchschnittliche Feuchtigkeit von 17 Prozent auf

Möglich wurde diese Leistung, weil bei den CR – Mähdreschern verschiedene hochleistungsstarke Technologien zum Einsatz kommen:

  • New Holland’s Vorzeigetechnologie, das Twin Rotor™- System, welches auch bei hoher Druschleistung eine hohe Korn- und Strohqualität gewährleistet
  • New Holland’s starke und effiziente FPT Industrial – Motoren, die mit optimalen Bedingungen für eine saubere Verbrennung nicht nur den Umweltschutz unterstützen, sondern hierdurch auch höhere Motorleistungen bei niedrigen Verbrauchswerten erreichen
  • New Holland’s intelligente Erntesysteme wie die IntelliSteer® – Automatiklenkung, die ein Dreschen rund um die Uhr ermöglichen

Und nun wieder zurück nach Deutschland: Hier sorgt Greenpeace mit einem Rechtsgutachten zur Schweinehaltung für Furore.

Die Organisation gab das Gutachten in Auftrag, um überprüfen zu lassen, ob die konventionelle Mastschweinehaltung, wie von der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorgeschrieben, mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist.

Konventionelle Schweinehaltung verfassungswidrig?

Das Ergebnis des Gutachtens beantwortet die Frage mit Ja.

Für Greenpeace ist die konventionelle Schweinehaltung verfassungswidrig und es strebt, wie bei der Legehennenhaltung, eine Normenkontrollklage an.

Unterstützung erhält Greenpeace unter anderem von den Grünen-Politikern Ostendorff und Maisch.

Andere Meinungen äußern hingegen Unverständnis. So meint der Deutsche Bauernverband (DBV): 

„Nach dem bisher bekannt gewordenen Inhalt scheinen die juristischen Aussagen wenig belastbar zu sein“.

„Die von Greenpeace vorgeschlagene Normenkontrollklage würde die laufenden und kommenden Anstrengungen für eine Weiterentwicklung der Tierhaltung konterkarieren, weil zusätzliche Rechtsunsicherheit entsteht“.

Ebenso reagiert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit Kopfschütteln, ist jedoch wenig verwundert, von dem Ergebniss des Gutachtens, welches von „Greenpeace zusammen mit Tierrechtlern vorangetrieben wurde, welche die Nutztierhaltung in Deutschland abschaffen wollen“.

Der ISN stellt zudem die Forderung, dass sich Greenpeace nicht nur rechtlich, sondern auch durchaus fachlich mit dem Thema auseinandersetzt.

Die Organisation würde nicht in den vielen runden Tischen und Arbeitskreisen vertreten sein, um konstruktiv an der Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland mitzuwirken.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt betont, dass die derzeit geltenen Regelungen mit der Verfassung konform sind.

Die gesetzlichen Standards der Tierhaltungsverfahren werden ständig angepasst, an Verbesserungen mit Hochdruck gearbeitet. So der Chorus der Interessengruppen, die dem Rechtsgutachten nicht zustimmen.

Viele Fragen bleiben offen:

  • Gewährleisten die aktuellen Gesetze und Regelungen bereits einen hohen Tierschutzstandard, vor dem Hintergrund, dass in der Praxis viele unterschiedliche Interessen und Ziele vereint werden müssen?
  • Sollte die Veröffentlichung des Gutachtens in den heißen Wahlkampfzeiten von Landes- und Bundeswahlen gar andere strategische Ziele unterstützen?
  • Wird mit einer stärkeren Regulierung eine Abschaffung der Tierhaltung in Deutschland mit entsprechender Auslagerung ins Ausland gefördert?

Sind dies nur die Argumente der Unterstützer der konventionellen Tierhaltung oder bringt Greenpeace einen wichtigen Stein zum Rollen? 

Die Vorfälle in denen Landwirte, insbesondere Tierviehhalter, von diversen Seiten angegriffen werden, scheinen immer häufiger zu werden. 

Wie sieht Ihr die Entwicklung in der Landwirtschaft?

Gießen solche Aktionen wie die von Greenpeace Öl ins Feuer oder können sie beitragen, die Landwirtschaft in Deutschland voranzubringen?

Landwirtschaft-Gruenkohl-Direktvermarktung

Grünkohl – ein Beispiel für moderne Landwirtschaft

Von Branchenfremden wird Landwirtschaft gerne als hinterwäldlerisch dargestellt. Dabei ist gerade in der Landwirtschaft komplexes und innovatives Denken das A und O. 

Und wie komplex und ausgefeilt die Prozesse sind, lässt sich derzeit gut veranschaulichen.

Es ist wieder soweit. Ob Liebhafter deftiger Mahlzeiten oder Genießer von grünen Smoothies, über frischen Grünkohl darf sich wieder jeder freuen.

Die Ernte hat begonnen und wird bis Mitte Februar anhalten. Auch wenn der Sommer sehr trocken war, die Landwirte dürfen sich auf eine sehr gute Ernte freuen.

Für den Verbraucher ist es eine Selbstverständlichkeit, zu dieser Jahreszeit frischen Gründkohl im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt vorzufinden.

Wieviel letztendlich hinter dem Grünkohl steckt, darüber wird sich wahrscheinlich kaum ein Käufer Gedanken machen.

Grünkohl – ein Beispiel für moderne Landwirtschaft

Grünkohl sollte so frisch wie möglich vermarktet werden. Es ist deshalb wohl nicht verwunderlich, dass Grünkohl insbesondere über die Direktvermarktung seinen Weg zum Endverbraucher findet.

Die Frische kann am besten von Hofläden und Bauernmärkten angeboten werden. Aber Verbraucher sind es gewohnt, Lebensmittel saisonunabhängig, das ganze Jahr über, im Supermarktregal vorzufinden.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie ausgefeilt und innovativ die Ernte und Verarbeitung von Grünkohl ist:

Frischer Grünkohl im Supermarkt – ein Blick hinter die Kulissen 

Quelle: AgrarVideoTV

Ihr seht, um das frische Produkt im Supermarkt anbieten zu können, sind unzählig viele Details zu beachten. Jeder Prozess muss auf alle anderen Prozesse abgestimmt sein.

Der Landwirt – ein Profi auf vielen Gebieten

Moderne und spezialisierte Technik ist dabei ganz klar ein Muss.

Aber sind wir ehrlich, funktionieren tut es nur, weil wir in der Landwirtschaft gut darin sind, Wissen aus vielen Bereichen in komplexen Zusammenhängen zu verstehen und miteinander zu verbinden.

Und es gibt wohl nicht viele Branchen, in denen derart viel Wissen vernetzt zusammengeführt werden muss. Nicht nur müssen wir wissen, wie unsere Pflanzen und Tiere am besten gedeihen.

Schon allein dies ist ein enorm umfangreiches Wissensgebiet. Wir in der Landwirtschaft sind allerdings auch Profis in rechtlichen Fragestellungen, weil unsere Branche nunmal zu den am stärksten gesetzlich regulierten Branchen gehört.

Wir müssen uns nicht nur mit hochentwickelter Technik sehr gut auskennen. Es ist wichtig, hier immer mit der Zeit zu gehen und auf dem neuesten Stand zu sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Koordinierung der gesamten Arbeitsabläufe, die Abstimmung von Mensch, Technik und Natur erfordert Management- und Führungsstärke.

Nicht zuletzt müssen wir unternehmerisch Denken können. Märkte und ihre Zusammenhänge verstehen. Und Vermarktungsprofis sein.

Die Liste kann noch fortgeführt werden. Ihr wisst, selbst worauf ich hinaus will. Wir können uns als Landwirte ruhig mal auf die Schultern klopfen, für das, was wir leisten.

Also sollte jemand fragen, was den eigentlich ein Landwirt so macht, derzeit ist Grünkohl ein tolles Beispiel, um die komplexen Prozesse zu veranschaulichen.

Bei Iglo wird der Grünkohl tiefgefroren, damit er seine Frische behält. Als Großanbieter für Supermärkte ist dies durchaus sinnvoll.

Wege zur Direktvermarktung von Grünkohl

Aber zumeist erreicht frischer Grünkohl die Endverbraucher über den Direktvertrieb. Hier denkt jeder sicherlich sofort an den Wochenmarkt.

Die direkte Vermarktung auf dem Markt ist nur einer der möglichen Vertriebskanäle. Mögliche Wege der Direktvermarktung sind:

  • Verkaufsstand: die klassische Variante. Der Landwirt bietet auf regionalen Tages- oder Wochenmärkten, am Straßenstand oder im Hofladen, seine Produkte an. Der Vorteil liegt hier klar im direkten Kontakt mit den Käufern. Dieser erlaubt das Aufbauen von engen Beziehungen mit den Kunden.
  • Selbstpflückfelder: Insbesondere für Blumen oder Beeren wird diese Form der Direktvermarktung genutzt. Der Vorteil hierbei liegt darin, dass die Arbeitskosten für die Ernte quasi an die Kunden abgegeben werden. Denn diese ernten selbst. Nicht nur ist dies vielfach ein Erlebnis für die Kunden. Diese können sich sicher sein, dass sie wirklich frische Produkte nach Hause bringen.
  • Restaurants: Direktvertrieb an gewerbliche Nutzer wie Restaurants kann eine sehr gute Möglichkeit sein, um langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen, von denen beide Seite profitieren.
  • Ländlicher Tourismus: große Teile der Bevölkerung, insbesondere in städtischen Ballungszentren, nehmen auf diese Weise wieder den Kontakt zur Landwirtschaft auf. „Urlaub auf dem Bauernhof“ ist sicherlich ein Weg der Direktvermarktung, der ein umfangreicheres Konzept verlangt. Aber gerade für den Absatz saisonaler Produkte wie Grünkohl bietet dieser Weg unzählige Möglichkeiten der Vermarktung. 
  • Online-Vermarktung: ein Vertriebsweg, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Vermarktung der Produkte übers Internet ermöglicht eine direkte Kommunikation mit den Endkonsumenten. Ein integrierter Lieferservice kann neue Kunden gewinnen, die etwa aus zeitlichen Gründen nicht den Marktstand aufsuchen.

Welche Möglichkeiten der Direktvermarktung genutzt werden, hängt von den Zielen als auch Rahmenbedingungen des landwirtschaftlichen Betriebes ab.

Die Vertriebskanäle können sich jedoch sehr gut ergänzen. Insbesondere die Online-Vermarktung kann  andere Vertriebswege unterstützen und neue Absatzmärkte bzw. Kunden erschließen.

Es lohnt sich, bei dem Aufbau einer Strategie für die Vermarktung Euer Produkte offen für Neues zu bleiben und ruhig einmal außerhalb von Gewohntem zu denken.

In der Landwirtschaft gehen beständige Traditionen und innovative Moderne Hand in Hand.

Welche Erfahrungen konntet Ihr beim Einführen von neuen Wegen in der Direktvermarktung sammeln?

John Deere Stand Agritechnica 2013 (c) Agrarbetrieb.com

John Deere: Hohe Gewinne im ersten Quartal

Trotz sinkender Nachfrage nach Traktoren, Mähdreschern & Co. erwirtschaftet John Deere einen überraschend hohen Gewinn von 681 Millionen Dollar.

Letzte Woche durften gleich mehrere Unternehmen ihre Quartalszahlen vorlegen. Dabei überraschte der US-Landmaschinenhersteller viele Branchenexperten mit seinem Rekordgewinn. Durch Einsparungen gelang es dem Weltmarktführer die Nachfrageschwäche auszugleichen.

Der Gewinn für das abgelaufene erste Geschäftsquartal beträgt 681 Millionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg von rund 5%. Die Umsätze betragen 7,65 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 3%. Trotz diesem überragenden Ergebnis, wagt John Deere keine Erhöhung der Geschäftsprognosen für das Gesamtjahr 2014. Viele sehen in dieser Vorsichtsmaßnahme ein Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Maschinen weiterhin schwächeln wird.

In 2013 füllten Rekordpreise die Kassen vieler Bauern und animierten diese zu zahlreichen Investitionen in Traktoren & Co. Der Landmaschienhersteller CLAAS, der deutsche Konkurrent des Weltmarktführers John Deere, profitierte besonder stark von diesem Trend und fuhr einen Rekordumsatz ein.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Wenn Sie wissen möchten was John Deere für 2014 für den deutschen Markt bereit hält, so geniessen Sie folgendes Agritechnica Spezial-Interview mit Herrn Ehmer.

Herr Heiner Ehmer arbeitet als Produkt Spezialist für Großtraktoren bei der Firma John Deere. In diesem Kurzinterview bringt uns Herr Ehmer die Modelle John Deere 7R & 8R näher. Welche Besonderheiten bieten diese beiden Modelle? Dies und mehr erfahren Sie in diesem kurzen Interview (4 Minuten lang).

John Deere Modelle 7R und 8R

Agritechnica Special – Interview mit Heiner Ehmer, Produkt Spezialist für Großtraktoren bei der Firma John Deere

Samuel R. Allen, Verwaltungsvorsitzende und CEO von Deere & Company äußerte sich zu den vorgelegten Quartalszahlen wie folgt:

„Mit einem weiteren Rekordergebnis hat John Deere zu Beginn des Jahres 2014 ein Ausrufezeichen gesetzt. (…) Unsere Ergebnisse spiegeln die fachkundige Umsetzung unserer Geschäfts- und Marketingpläne wider, die darauf abzielen, unsere weltweite Marktstellung auszubauen und unseren weltweiten Kunden zu höheren Erträgen und größerer Produktivität zu verhelfen. (…) Außerdem sehen wir weitere Fortschritte bei unseren Anstrengungen, die Kosten im Zaum zu halten.“ [Quelle: John Deere USA Pressemeldung, Übersetzung Proplanta]

John Deere Erwartungen

John Deere Stand Agritechnica 2013 (c) Agrarbetrieb.com

John Deere Stand Agritechnica 2013
(c) Agrarbetrieb.com

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Maschinenumsätze im Geschäftsjahr 2014 voraussichtlich ca. 3% niedriger ausfallen werden als im Vorjahr. Im zweiten Quartal sollen die Zahlen sogar um 6% gegenüber 2013 zurückliegen.

Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet Deere & Company einen Gewinn in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar.

John Deere ist gut aufgestellt und geht trotz schwächelnder weltweiten Nachfrage nach großen Traktoren, Mähdreschern und landwirtschaftlichen Maschinen, von einem soliden Gesamtergebnis für 2014 aus.

Welche Auswirkungen die sinkende Nachfrage auf andere Landmaschinenhersteller haben wird, bleibt abzuwarten. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Von welchem Landtechnikhersteller außer John Deere erwarten Sie ein solides Ergebnis für 2014? Ich freue mich auf Ihr Kommentar.