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John Deere-Landtechnik

John Deere investiert in künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist die Zukunft der Landwirtschaft. Mit seiner Übernahme von Blue River Technology zeigt John Deere, dass das Unternehmen definitiv dieser Meinung ist. 

Für viele klingt „Künstliche Intelligenz“ nach Science Fiction. Es ist immer wieder in den Schlagzeilen. Aber im Alltag ist es eigentlich bisher kaum vertreten.

Der eine oder andere unter uns ist noch in einer Welt aufgewachsen, in der man zum Telefonieren zur nächsten Telefonzelle gegangen ist.

Maschinen die eigenständig denken, in nicht allzu ferner Zukunft gehören Sie wohl genauso zum Alltag dazu wie heute das Handy.

Wahrscheinlich können wir Landwirte uns in dieser Hinsicht glücklich schätzen, weil in unserem Bereich mit Hochdruck nach effizienteren und produktiveren Lösungen gesucht wird.

Aber zunächst erstmal die Schlagzeilen der vergangenen Tage:

1) Für Mais, Roggen und Sorghum gesenkte Zölle

Die Europäische Union hat die Importzölle für Mais, Roggen und Sorghum auf 5,61 Euro pro Tonne gesenkt.

Die Anpassung der Zölle erfolgt, damit die europäischen Landwirte vor einer Benachteiligung auf dem Markt geschützt werden.

Der Einfuhrzoll wird stetig automatisch angepasst. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen dem EU-Referenzpreis und der US-Maisnotierung.

Die US-Maisnotierung gilt als Maßstab für das Maismarktpreisniveau. Aufgrund der aktuellen Stärke des Dollars erfolgte die Senkung der Einfuhrzölle.

2)  Xavier stoppt Ernte und Gülleausbringung

In Niedersachsen hat Xavier vielen Landwirten einen dicken Strich durch die diesjährige Ernte und der Aussaat von Wintergetreide gezogen.

In seiner Wucht hat er nicht nur Baum zum Umstürzen gebracht. Viele Maisbestände haben sich ebenfalls teilweise und ganz auf die Erde gelegt.

Wegen dem starken Regen können viele Maisschläge nicht befahren werden. Mit anhaltendem Regen wird die Ernte zunehmend weiter erschwert.

Die Gülleverordnung schreibt sehr klare Fristen für die Ausbringung vor. Leider richten sich Naturgewalten mit ihren Auswirkungen nicht nach den bürokratisch festgelegten Terminen.

Aufgrund des starken Dauerregens sind die Felder unbefahrbar.

Niedersächsische Landwirte stehen vor der Herausforderung, trotz Xavier und Bürokratie die Aussaat des Wintergetreide bestmöglich zu vollziehen.

(Quelle: Agrarheute)

3) Brexit und mögliche Auswirkungen für britische Landwirte

Vom britischen Büro für die Entwicklung des Land- und Gartenbaus (Agriculture & Horticulture Development Board – AHDB) wurden die Auswirkungen für die britischen Landwirte nach Brexit unter die Lupe genommen.

Drei Szenarien wurden von der Behörde näher beleuchtet:

  • Freihandelsabkommen mit der EU: die Landwirte können mit einem stabilen, gegebenenfalls leicht ansteigendem Einkommen rechnen
  • Abschaffung von Freihandelsabkommen mit der EU und der  Direktzahlungen sowie Null-Setzung der Einfuhrzöllen: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann von 23.000 GBP auf bis zu 15.000 GBP sinken
  • Beibehaltung eins Teils des Außenschutzes: das durchschnittliche Betriebseinkommen kann auf bis zu 20.000 GBP fallen.

Wie bei allen politischen Veränderungen gilt auch beim Brexit für die britischen Landwirte sich so früh wie möglich über die Konsequenzen für den eigenen Hof ein Bild zu verschaffen, um rechtzeitig notwendige Anpassungen einleiten zu können.

4) 300 Millionen an Strafzahlung rechtens

Die EU-Milchabgabevorschriften, die für jeden Milchviehhalter die Höhe der Milchlieferungen festlegte, gehören seit dem 31. März 2015 der Vergangenheit an.

Milchviehhalter hatten geklagt, da sie Strafen, die wegen einer Überlieferung im Milchwirtschaftsjahr 2014/2015 gezahlt werden mussten, für nicht rechtswidrig hielten, da diese nach dem 31. März 2015 fällig wurden.

Nun hat der Bundesfinanzhof in letzter Instanz bestätigt, dass diese rechtskonform sind. Bis zum Stichtag der Abschaffung, war die Milchquote in Kraft. Dies ist ausschlaggebend, auch wenn die Zahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt rückwirkend eingefordert wurde.

Die Strafzahlungen sind wohl nicht der einzige Punkt, der im Zusammenhang mit der Milchquote die Landwirte beschäftigt.

Seit dem Wegfall im Frühjahr 2015 haben netto über 5600 Betriebe die Milchproduktion aufgegeben. Insbesondere in Süddeutschland haben viele Landwirte ihren Betrieb aufgegeben.

Auffällig ist, dass inbesondere die Milchviehhaltung mit kleineren Betriebseinheiten nicht mehr rentabel erscheint.

Von den Betrieben mit weniger als 100 Kühen haben über 6100 Höfe aufgeben. Die Zahl der Betriebe mit über 100 Kühen ist hingegen um rund 560 Betriebe gestiegen.

John Deere auf Zukunftskurs

Landtechnik weißt heutzutage bereits mehr intelligente Technik auf, als Aussenstehende wohl vermuten würden.

Landwirtschaft gehört zu einer der innovatisten Branchen. Dies beweist jetzt auch John Deere.

Das Unternehmen hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Blue River Technology unterzeichnet.

Hier ein kurzer Einblick, wenn auch auf Englisch, was das Unternehmen macht.

Sehen und Sprühen – Gezielte Unkrautkontrolle

Quelle: Blue River Technology

Die Maschinen erkennen die einzelne Pflanzen, sprich das Unkraut und wenden entsprechend nur für die einzelne Unkrautpflanze gezielt die Pflanzenmittel an. 

Blue River Technology ist spezialisiert auf die Entwicklung von Technologien und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, die eine gezielte Behandlung von Einzelpflanzen ermöglichen.

John Deere nimmt damit ein kalifornisches Start-Up auf, dass als innovativer Vorreiter neue, zukunftsweisende Ansätze einbringen wird.

Blue River Technology setzt auf Bilderkennungssystemen, Robotertechnologie und „lernenden Maschinen“, die einzelne Pflanzen erkennen, identifizieren und entsprechende Maßnahmen gezielt durchführen.

Ziel ist es

  • Maßnahmen an den Pflanzen gezielter durchführen zu können damit
  • Ganzflächenbehandlungen überflüssig werden und somit
  • der Herbizidaufwand deutlich gesenkt werden kann.

Damit ist auch John Deere definitiv auf Innovation in Richtung Precision Farming eingenordet.

Was meint Ihr, wie lange wird es noch dauern, bis die Behandlung von Einzelpflanzen in der deutschen Landwirtschaft Standard sein wird?

Digitalisierung-Landtechnik-agrirouter

Digitalisierung – mit Chaos oder System

Ohne Digitalisierung der landwirtschaftlichen Prozesse ist eine produktive Landwirtschaft heutzutage nicht mehr bewältigbar.

Der Begriff Digitalisierung ist in aller Munde.

Von Software zum Betreiben von Traktoren, der Datenaustausch per Handy-App zwischen den Arbeitern, Verwaltungssoftware über externe Plattformen zum Austausch von Anbietern, Händeln und/ oder Abnehmern, die Liste digitaler Anwendungen und Anbieter ist vielfältig.

Und ergibt ein teils undurchsichtiges Netzwerk über viele Schnittstellen hinweg. Diesem Chaos will die DKE Data mit Ihrer neuesten Innovation, dem agrirouter, ein Ende bereiten. 

Bevor wir zum agrirouter von DKE Data kommen, noch ein kurzes Update zu letzter Woche:

Glyphosat – Entscheidung verschoben

Beim gemeinsamen Treffen von Vertretern der 28-EU-Staaten und der Europäischen Kommission am Donnerstag konnte keine Einigung bzgl. der zukünftigen Zulassung von Glyphosat erreicht werden.

Während Deutschland sich bisher noch nicht offiziell zu seiner Entscheidung geäußert hat, sind Frankreich, Italien, Österreich und Luxembourg wohl gegen die weitere Zulassung.

Es geht weiterhin um eine Zulassung des Pestizides für eine 10-Jahreszeitraum.

Derweil geht die Auseinandersetzung um den Vorwurf, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seiner Risikoanalyse verschleiert und von Herstellern kopiert hat, weiter.

Die Plagiatsvorwürfe der Grünen sieht das BfR als ein Angriff, um die Glaubwürdigkeit der Wissenschafter der Bundesinstitutionen zu untergraben.

So, nun aber zum agrirouter, der übrigens in Halle 15 auf der Agritechnica 2017 näher unter die Lupe genommen werden kann. 

Kein Problem bei der Digitalisierung mit dem agrirouter

Mit dem agrirouter bringt DKE Data eine internetbasierte Plattform für den Datenaustausch für Landwirte und Lohnunternehmer auf den Markt.

Die Innovation soll das Leben der Landwirte erheblich erleichtern, denn sie ermöglicht eine herstellerübergreifende Verbindung von Maschinen und Agrarsoftware.

Dafür wurde sie mit dem Silver Award der Agritechnica 2017 ausgezeichnet. 

Smart Farming, Farming 4.0, Precision Farming – Begriffe, die jeder von uns kennt und in die Zukunft unserer Höfe mehr und mehr prägen:

Highech auf dem Acker – Digitalisierung in der Landwirtschaft

Quelle: Bayerischer Rundfunk

„Die Landwirtschaft steht derzeit vor riesigen Herausforderungen: hoher Preisdruck, harte internationale Konkurrenz, weltwirtschaftliche Zwänge sowie steigende Anforderungen an die Qualität von Lebensmitteln und Umweltschutz. Eine effiziente und ressourcenschonende Bewirtschaftung ist deshalb wichtiger denn je. Dabei helfen digitale Technologien“, so Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer. 

Dem wird wohl keiner widersprechen. Digitale Technologien, ohne geht es nicht mehr. Aber Digitalisierung ist nicht einfach die Lösung.

Sie bringt auch ihre Herausforderungen mit sich, insbesondere für Höfe, die nicht über unbegrenzte Ressourcen und Kapazitäten verfügen. 

Neben der Kompatibilität der verschiedenen Softwareanwendungen sind vor allem die hohen Investitionskosten und der Datenschutz ein erhebliches Problem für mittelständische und kleinere Betriebe. 

Es gibt ganzheitliche Lösung diverser Anbieter am Markt. Aber nicht für jeden Hof eignet sich die Anbindung an und damit Abhängigkeit von einem bestimmten Anbieter. Geschweige denn die damit verbundenen Kosten eines proprietären Systems.

Was kann der agrirouter?

Der agrirouter kann gerade mittelständische und kleinere Betriebe unterstützen: 

  • Herstellerübergreifende Plattform ermöglicht vereinfachten Datenaustausch, d.h. vereinfachte Betriebsprozesse, weniger Verwaltungsaufwand und gesteigerte Wirtschaftlichkeit
  • Vollständige Datenkontrolle durch persönliche Zusammenstellung des agrirouters, d.h. der Landwirt legt die Regeln fest und bestimmt, wer mit wem welche Daten und in welchem Umfang austauscht. 
  • Optimierung gesamter Produktionsprozesse, d.h. vom Beginn bis hin zur Lieferung des fertigen Produktes an die Abnehmer können Effizienz, energetischer und arbeitswirtschaftlicher Aufwand sowie die Nutzung der Betriebsmittel optimiert werden
  • Automisierung von Transfers mit jederzeit flexibler Anpassung vereinfachen Abläufe bei der täglichen Arbeit
  • Datenschutz durch  Transfer über schnelle Netzwerke nach mindestens den aktuellen Datenschutzrichtlinien
  • Datenhoheit bleibt beim Nutzer, das der agrirouter nur Daten transferiert aber nicht dauerhaft speichert
  • Flexibler Einsatz, da der agrirouter über jedes internetfähige Gerät erfolgen kann und die Anbindung an die eigenen Maschinen über Kommunikationseinheiten erfolgt, die auch nachgerüstet werden können

Preisgünstig und unabhängig

Wenn man den agrirouter mit zwei Worten beschreiben kann, dann wohl mit „preisgünstig“ und „unabhängig“. 

Preisgünstig

Die DKE-Data GmbH & Co. KG arbeitet als Non-Profit Unternehmen. Die Registrierung ist kostenfrei. Die Nutzungsgebühr wird vom jeweiligen Agrarsoftware-Anbieter in Rechnung gestellt.

Ansonsten fallen noch Gebühren beim Mobilfunkanbieter für die Internetnutzung an. Die geringen Nutzungsgebühren werden vor allem für mittelständische und kleine Unternehmen ein große Erleichterung sein. 

Unabhängig

Die Software, die von SAP entwickelt wurde, wird von vielen namenhaften Agrartechnik-Herstellern unterstützt

AGCO, Amazone, Deutz-Fahr, Grimme, Horsch, Krone, Kuhn, Lemken, Pöttinger und Rauch haben sich in einem Konsortium zusammengeschlossen, um einen herstellerunabhängigen und damit diskriminierungsfreien Datenaustausch zu ermöglichen. 

Mit SAP ist der sichere Betrieb und die internationale Nutzung sichergestellt. Zudem ist das System offen für weitere Marktteilnehmer wie etwa Herstellern von Landtechnik oder Händlern.

Der Ansatz des agrirouters wurde von den Herstellern verfolgt, weil digitale Landwirtschaft wohl nur mit einem gemeinsamen, herstellerunabhängigen Plattform funktionieren kann. 

Wird die fortschreitende Digitalisierung eine zunehmende Zusammenarbeit von Anbietern und Vereinheitlichung von Systemen führen?

XAVER-Landtechnik-Agritechnica-2017

Landtechnik: Fendt schickt Roboter XAVER aufs Feld

Wie sieht die Landtechnik der Zukunft aus? Fendt hat beschlossen, seine Robotereinheit XAVER zur Serienreife zu bringen. 

Es ist nichts neues, das Hightech immer stärker die Arbeitsprozesse von Landwirten, unterstützt, erleichtert oder gar selbstständig übernimmt.

Nehmen wir beispielsweise die neue Gemeinschaftsentwicklung von Pöttinger, New Holland und Josephinum Research.

Sie haben ein System entwickelt, dass die Saatbettbereitung mit kameragestützter Technik erleichtert:

Kameragestützte Saatbettbereitung von Pöttinger

Für Nicht-Landwirte mag es so aussehen, dass der Traktor mal einfach so in gleichmässigen Bahnen übers Feld gefahren wird. Klingt nicht sehr anspruchsvoll.

Aber die Realität sieht anderes aus. Etwa bei der Saatbettbereitung.

Werden heterogene Böden mit einer Kreiseleggen-Säkombination bestellt, muss der Fahrer ständig die Traktorgeschwindigkeit und Kreiseleggendrehzahl per Hand neu einstellen.

Nur mit diesem aufwendigen Nachsteuern kann eine möglichst gleichmäßige, optimale Saatgutablage erreicht werden.

Dies erfordert viel Konzentration, die den Fahrer auch leicht ermüden lässt.

Die kameragestützte Saatbettbereitung von Pöttinger ermöglicht nun die automatische Steuerung der Prozesse: abhängig vom gewünschten Ergebnis richten sich Traktor und Säkombination von selbst stetig neu aus.

Aber dank neuer Technologie, die von Pöttinger auf der Agritechnica 2017 vorgestellt wird, kann auch hier bald das manuelle Hantieren der Vergangenheit angehören:

  • Kameraaufnahme in Echtzeit: Hinter der Kreiselegge wird von einer Kamera die tatsächliche Oberflächenrauhigkeit gemessen
  • Übermittlung der Werte von der Rechnereinheit and die Implement-ECU
  • Automatische Regelung der Fahrgeschwindigkeit der Maschine und der Zapfwellendrehzahl der Kreiselegge, entsprechend dem Sollwert, der vom Fahrer festgelegt wurde

So erlaubt die Technik, auch bei heterogenen Böden die erwünschte Oberflächenstruktur zur erzielen.

Das klingt nach einer Menge Entlastung für den Fahrer.

Das autonome System ist jedoch noch an einem für die Landwirtschaft typischen Gerät angebunden: dem Traktor.

Und freuen wir uns nicht alle, auf der Agritechnica 2017 all die schweren Maschinen mit der neuesten Technik zu bestaunen?

Aber ist das die Zukunft der Landwirtschaft?

Läutet Roboter XAVER die neue Ära in der Landtechnik ein?

Das mehrjähriges Forschungsprojekt MARS (Mobile Agricultural Robot Swarms) von AGCO und Fendt, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ulm und der EU Forschungsförderung wurde erfolgreich abgeschlossen.

Das Roboter Projekt soll nun unter der Marke Fendt zur Serienreife gebracht werden.

Geht es nach AGCO und Fendt wird zukünftig ein Schwarm von Robotereinheiten, mit einer cloud-basierten Systemsteuerung, das Feld bearbeiten:

XAVER, so der Name des Systems, soll zukünftig die präzise Aussaat von Mais planen, überwachen und zudem exakt dokumentieren.

Präzise, exakt und rund um die Uhr. Die sind die Stichwörter, die die Technik auszeichnen.

Mit Hilfe von Satelittennavigation und einem Datenmanagement in der Cloud mit permanentem Zugriff auf die Daten wird dem Wort präzise wohl eine neue Definition in der Landwirtschaft zukommen.

Denn: wörtlich für jedes Saatkorn soll der Ablageort und der Saatzeitpunkt exakt festgehalten werden.

Einer anschließenden Pflege jedes einzelnen Korns vom Keimen bis zur Ernte steht damit nicht mehr soviel im Weg.

Landtechnik der Zukunft: Roboter statt Traktoren?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Gesteuert werden die Robotereinheiten über die XAVER App. D.h. für den Landwirt der Zukunft: gewünschte Parameter in die App eingeben und diese berechnet und plant den Robotereinsatz. 

Intelligentes Flottenmanagement

Die Flotte ist dann bereit sich an die Arbeit zu machen. Ein Robotersystem umfasst zwischen 6  bis 12 Einheiten. Bis zu ungefähr einem Hektar kann das System in einer Stunde bearbeiten. 

Die Einheiten kommunizieren ständig mit der Steuereinheit: ein Roboter fällt aus? Kein Problem, die App berechnet umgehend eine neue Planung. Sorten sollen gemischt werden? Internet funktioniert gerade nicht? Die App ist vorbereitet. 

Schutz von Boden und Ressourcen

Allein das die gleiche Feldarbeit durch XAVER mit ungefähr 70 Prozent weniger Energieeinsatz erfolgen kann, ist bereits beeindruckend. Der Roboter überzeugt jedoch auch durch andere Vorteile: 

  • Geringes Gewicht (ca. 50 Kilogramm)
  • Batteriebetriebene, elektrischer Antrieb (ca. 400 Watt): emissionsfreies, leckagenfreies Arbeiten
  • Größzügige Bereifung: vernachlässigbarer Bodendruck (ca. 200 Gramm pro Quadratzentimer)
  • Robuste, mechanisch einfach gehaltene Bauweise: einfache Wartung und immanent sicheres System

Gerade dann, wenn der Einsatz von konventionellen Maschinen, etwa aufgrund der Bodenverhältnisse oder der Geräuschemission eingeschränkt ist, kann XAVER seine Stärken ausspielen. 

Nicht zuletzt punktet das Robotersystem in Sachen Produktivität und Flexibilität, weil es rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche zum Einsatz kommen kann. 

Insbesondere in Gebieten mit anspruchsvoll strukturierten Regionen dürfte XAVER eine interessante Alternative sein.

Aber auch innovative Betriebe, die in Gebieten wie dem Precision Farming unterwegs sind, werden das System auf der Agritechnica 2017 wohl genauer unter die Lupe nehmen. 

Was meint Ihr: werden Traktoren in Zukunft wie Dinosaurier ein Relikt vergangener Landtechnik sein?

Agritechnica 2017 -Landwirtschaft-Technik

Innovation Award Agritechnica 2017

Bald ist es soweit! Jeder von uns hat die Tage vom 12.-18. November im Kalender wohl rot angestrichen, wenn die Agritechnica 2017 in Hannover stattfinden wird.

Entsprechend wird sich in den nächsten Wochen viel um Technik drehen. Und passend hierzu gibt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) gute Zahlen bekannt.

Gute Aussichten für die europäischen Agrartechnikhersteller

7,5 Milliarden Euro – dies ist voraussichtlich das Umsatzvolumen aus deutscher Produktion für das Jahr 2017, so der VDMA.

Dies entspricht einem Umsatzwachstum von satten 4 Prozent.

Nach drei Jahren Rezession war die Freude insbesondere bei den in Deutschland produzierenden Landmaschinen- und Traktorenhersteller groß.

Diese konnten Ihren Umsatz um 7 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro steigern.

„Wir erleben seit einigen Monaten auf zahlreichen Märkten ein konjunkturelles Comeback“, äußerte sich Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA.

Die ersten Monate des Jahres waren noch deutlich vom Wachstum auf dem deutschen Markt geprägt. Mit einem Umsatzplus im zweistelligen Bereich konnten die Auslandsmärkte jedoch gut aufholen.

Mit der Agrartechnik im Aufschwung können wir uns natürlich umso mehr auf die neusten Innovationen, die auf der Agritechnica präsentiert werden, freuen.

2x Gold und 29x Silber beim Innovation Award Agritechnica 2017

Über 320 Neuheiten dürfen wir auf der Agritechnica 2017 näher unter die Lupe nehmen.

Die Neuheitenkommission des Agritechnica-Veranstalters, die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), hatte hierbei einen kleinen Vorsprung. Sie hat nun bekanntgegeben, welche Maschinen für sie besonders innovative Lösungen für unsere Landwirtschaft bieten:

Zwei innovative Lösungen wurden vom DLG mit dem Innovation Award Agritechnica 2017 in Gold ausgezeichnet:

Claas CEMOS AUTO THRESHING – das autonome Dreschwerk für Claas Schüttler- und Hybrid-Mähdrescher: diese Technik ist der erste Tangentialmähdrescher, der sich vollautomatisch sowohl auf die Frucht als auf die Bedingungen einstellen lässt.

Kemper StalkBuster – eine ins Mais-Schneidwerk integrierte Mulcheinrichtung (gemeinsame Entwicklung mit John Deere): diese Innovation erlaubt Einsparungen bei Pflanzenschutzmitteln und Diesel und bringt einen geringeren Schädlingsdruck beim wichtigsten Widersacher im Maisanbau mit sich.

Herzlichen Glückwunsch an Claas und Kemper zur Goldmedaille. Zudem wurden weitere 29 Silbermedaillen für Neu- und Weiterentwicklungen der Agrartechnikhersteller verliehen:

  • AGCO e100 Vario
  • AGCO IDEAL Mähdrescher
  • AGCO MARS – Mobile Agricultural Robot Swarms
  • AGCO VarioPull
  • AGCO/DKE-Data/Horsch/Amazone/Grimme/Kuhn/Lemken/Pöttinger/Rauch/SDF agrirouter
  • Agrocom Smart Crop Damage Identification – Intelligentes Erkennungssystem von Wildschäden
  • Amazone SmartService 4.0
  • Amazone SwingStop pro
  • Claas CEMOS für Traktoren: Fahrerassistenzsystem zur optimalen Einstellung von Traktor und Maschine
  • Claas Telematics Large Vehicle Alert System warnt Automobil-Fahrer vor Landmaschinen im Straßenverkehr
  • Claas/Einböck/Hatzenbichler/Bednar/Carre Stereoskopische Reihenkamera CULTI CAM für mechanische Hacken
  • Claas-AXION 900 TERRA TRAC Halbraupentraktor mit Vollfederung der Gesamtmaschine
  • Farmdok – Automatisierung landwirtschaftlicher Aufzeichnungen mit Smartphones
  • Fliegl Beacon+GPS+Sigfox -Fliegl COUNTER SX-/-Pöttinger PÖTPRO Guide
  • Fliegl BÜFFEL Überladevorrichtung für Halmgut
  • Fruit-Tec SmaArt Kamerasystem für die automatisierte Blütenausdünnung mit Darwin
  • Grimme Ventor 4150 – 4-reihiger selbstfahrender Kartoffelroder mit Leistungsverdoppelung eines weltweit führenden Rodesystems
  • GSI Flexwave Grain Silo Unloading System
  • Holmer SmartTurn
  • John Deere EZ Ballast Wheels
  • John Deere Traktor-Integrierte Aktive Anbaugerätelenkung mit Infield Automatisierung für Hochleistungshacken – AutoTrac Implement Guidance
  • Krone LiftCab
  • Kuhn Optimierung der Pflugarbeit durch automatisches GPS-gestütztes Ausheben der Pflugkörper
  • Lechler ESV Elektrisches-Schließ-Ventil
  • New Holland Erstes proaktives automatisches Mähdreschereinstellungssystem
  • Petkus MultiCoater CM 300
  • Pöttinger Sensosafe
  • Pöttinger/New Holland Kameragestützte Saatbettbereitung
  • Wienhoff LevelTuner

Herzlichen Glückwunsch auch an die Gewinner der Silbermedaille. 

Alle über 320 Neuheiten und vielmehr könnt Ihr auf der weltweit größten Messe für Landtechnik im November erleben. Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?

Agritechnica 2017

Quelle: Agritechnica

 Klar freu ich mich, die Maschinen und Techniken vor Ort zu sehen. Aber die Gelegenheit, sich mit Fachleuten und Gleichgesinnten auszutauschen, ist für mich der größte Pluspunkt der Messe. 

Trends in der Agrartechnik

Die ausgezeichneten, technischen Lösungen zeigen, dass die folgenden Trends in der Agrartechnik weiterhin an Bedeutung gewinnen:

  • Zunehmende Automatisierung von Prozessen
  • Integration von intelligenten Datamanagement-Systemen zur Optimierung der Regelung und Steuerung von Maschinen, Logistik, Dokumentation, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit
  • Zunehmende Bedeutung von Digitalisierung und Vernetzung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette (Cloud Computing, Big Data, …)

Trotz dieser Trends spielt aber der klassische Maschinenbau für die Landwirtschaft weiterhin eine große Rolle.

Zudem lässt sich erkennen, dass die Agrartechnikhersteller zunehmend innovative Lösungen aus branchenfremden Bereichen erfolgreich in die Landtechnik integrieren.

Stichworte sind hier zum Beispiel E-Mobilität, höhenverstellbare Fahrerkabinen, intelligent vernetzte Fahrzeuge oder Augmented-Reality-Anwendungen.

Ihr könnt es sicher auch kaum abwarten, die Neuheiten in live unter die Lupe zu nehmen.

Gibt es eine Neuheit, die nicht mit einem Award ausgezeichnet wurde, aber für Euch definitiv auch ein Gewinner ist?

Agrarbetrieb-Drohnen-Landwirtschaft

Drohnen sind längst nicht mehr nur handlich

Drohnen in der Landwirtschaft sind noch nicht alltäglich, aber jeder von uns hat zumindest davon gehört, wie vielfältig sie Einsatzmöglichkeiten sind. 

Drohnen sind in ihren Einsatzmöglichkeiten äußerst flexibel.

So vielfältig die Verwendungszwecke sind, so unterschiedlich fallen auch die Größen von Drohnen aus: von wenigen Zentimetern und wenigen Gram Gewicht, bis hin zu Spannweiten von 70 Metern.

Drohnen für die Landwirtschaft gewinnen an Größe

In der deutschen Landwirtschaft ist der Einsatz von Drohnen noch nicht stark verbreitet. Hier kommen natürlich keine Drohnen mit Spannweiten von 70 Metern zum Einsatz.

Diese Größen bleiben wohl weiterhin dem Militär vorbehalten. Die mit der Landwirtschaft assozierten Geräte liegen wohl eher in einer sehr handlichen Größenordnung.

Schaut man sich die Drohnen-Verordnung an, wird hier auch von verschiedenen Gewichtsklassen bis 25 Kilogramm gesprochen.

Für unbemahnte Flugkörper besteht ein allgemeines Flugverbot. Aber dennoch gibt es auch bei Agrardrohnen wesentlich größere Schwerkaliber.

So etwa der Agronator der Firma Norsk Aerial Systems:

Agrardrohne sät und düngt

Quelle: Norsk Aerial Systems -UAV

Wenn man den Oktokopter in der Luft beobachtet, sieht man ihm  allerdings nicht an, das er einer der weltweit größten Fluggeräte seiner Art ist.

Mit der Spannweite von 4,6 Meter verdient das Gerät wahrlich seinen Namen „Agronator“. Die acht Propeller messen von Flügelspitze zu Flügelspitze satte 1,20 Meter.

Mit einem Abfluggewicht von 110 Kilogramm bei voller Beladung ist die Drohne definitiv kein Leichtgewicht.

Dafür führt sie dann allerdings auch 30 Kilogramm Nutzlast, etwa Saatgut oder Dünger, mit sich, die über eine Dosiereinheit und einem Streuteller aufs Feld gebracht werden können.

Die Flugzeit variiert je nach Gewicht. Bis zu 40 Minuten kann die Drohne ihrer Arbeit nachgehen, bevor sie wieder aufgeladen werden muss.

Es ist klar, dass ein Gerät dieser Größenordnung nicht einfach so in Betrieb genommen werden darf.

Ein Pilot mit Sachkundenachweis sowie eine Aufstiegsgenehmigung sind erforderlich.

Betrachtet man die Entwicklung in der Landwirtschaft, so began der Ackerbau auf dem Boden  auch mit kleinen Geräten.

Mit den neuen Möglichkeiten, wie der Erfindung des Motors entwickelten sich die Maschinen rasant weiter.

Heute bewegen sich gigantische Geräte über die Felder, die über leistungsstarke Computer die Abläufe und Arbeitsschritte steuern.

Für moderne Traktoren sind zumeist die Zeiten vorbei, in denen sich jederman mal ebens hinters Lenkrad setzen konnte.

Werden wir zukünftig alle einen „Pilotenführerschein“ erwerben, um unsere riesigen Geräte in der Luft über unsere Felder navigieren zu können?

Wie groß werden die zukünftigen Landmaschinen der Luft sein?

Aber zurück von unsere schönen Zukunftsvisionen in die Gegenwart. Diese Woche dominiert wohl ein Thema landwirtschaftlichen Schlagzeiten:

UBA-Studie macht Verbrauchern Angst

Keine Ruhepause für uns Landwirte. Am Wochenende schockte das Umweltbundesamt (UBA) mit der Schlagzeile: „Preissteigerung bei Trinkwasser um bis zu 45 Prozent erwartet.“

Schuld daran soll laut den Ergebnissen einer UBA-Studie der zu hohe Nitratgehalt im Grundwasser sein. Die Werte sollen in mehr als 27 Prozent der Grundwasserkörper den Grenzwert von 50mg/l überschreiten:

„Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet.“

Mit anderen Worten: die Landwirte sind daran schuld, wenn das Trinkwasser demnächst teurer werden sollte.

Denn, so die Studie, wenn die Nitrateinträge nicht sinken, wird die Wasseraufbereitung wesentlich mehr Kosten verursachen, da teure Aufbereitungsmethoden eingesetzt werden müssen.

Die Bereinigung des Wassers von Nitrat soll Zusatzkosten in Höhe von 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter versuchen. Das würde die Verbraucher sicherlich auf die Barrikaden bringen.

Für die Umweltverbände wie dem Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Studie natürlich ein willkommenes Fressen.

„Es ist inakzeptabel, dass die Wasserwerke und letztendlich die Verbraucher hunderte Millionen Kosten tragen müssen, weil die Gewässer in Deutschland mit Düngemitteln belastet sind“, äusserte sich Hubert Weiger, Vorsitzende des BUND.

Die Rufe nach einer Verschärfung im Düngerechts werden entsprechend lauter.

Aber was steht tatsächlich in der Studie? Ist ganz Deutschland derart kontaminiert?

Nein. Die Studie untersuchte unterschiedliche Modellregionen. Und ja, es wurde in zwei Regionen, in denen die Viehhaltung eine hohe Bedeutung hat, eine teils starke Überschreitung der Grenzwerte ermittelt.

In anderen Regionen konnte nachgewiesen werden, dass die Nitratwerte seit Jahren am Sinken sind.

Die Grenzwerte wurden oft auch eingehalten und nicht immer konnte der Nitratgehalt auf die Landwirtschaft zurückgeführt werden.

Wir wissen allen, dass zu hohe Nitratwerte bedenklich sind. Kein Landwirt düngt, weil er sonst nichts mit seiner Zeit und seinem Geld anzufangen weiss.

Ich denke, Ihr gebt mir Recht, wenn ich sage, wir sind Landwirte, weil wir das Land und die Natur lieben.

Die Berechnung des Düngerbedarfs ist heute ausgefeilter denn je. Die technischen Entwicklungen erlauben einen immer gezielteren und damit geringeren Einsatz von Düngemitteln.

Was bezweckt das UBA mit seiner Schlagzeile? Sicherlich regen derart reißerische Schlagzeilen die Diskussion an.

Aber wie sieht es mit der Qualität der Diskussion aus?

Wird diese sachlich unter Berücksichtigung der komplexen Zusammenhänge des Themas geführt?

Oder erfolgt jetzt wochenlang eine Tirade an gegenseitigen Schuldzuweisungen?

Besser gesagt, wird abermals die Landwirtschaft verteufelt, einfacher halber als Sündenbock hingestellt, da es für das Thema nun mal keine leichten Lösungen gibt?

Wir sehen in der Viehhaltung, zu welch aggressiver Haltung es gegenüber Landwirten kommen kann, weil nur Bruchteile der gesamten Problematik kommuniziert werden.

Den Verbrauchern zu vermitteln, dass sie zukünftig wohl das Doppelte fürs Wasser zahlen müssen, weil Landwirte die Umwelt übermässig belasten, kann das zielführend sein?

Wie seht Ihr den Einsatz von kontroversen Schlagzeiten – sind sie wichtig für eine Diskussion oder schaden sie eher?