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Blumen – ein Geschenk mit zwei Seiten

Ob Geburtstag, Valentinstag oder einfach mal so – Blumen sind immer ein schönes Geschenk. 

Es ist bei uns noch ganz schön kalt, grau und triste. Wir haben uns daran gewöhnt, jedes Obst zu jeder Saison im Supermarkt kaufen zu können. 

Auch Blumen kaufen wir selbstverständlich im tiefsten Winter.

Obwohl es draußen schneit, gehen wir in den Blumenladen, ins Internet oder in den Supermarkt und haben im Nu einen herrlich blühenden Strauß, der einfach das Herz erfreut.

Angesichts der kargen und kalten Landschaft draußen stellt sich die Frage:

Wo kommen die Blumen eigentlich her?

Zumindest für eine Schnittblume kennt jeder Verbraucher direkt die Antwort. Wenn es um die Tulpe geht, dann verbinden wir diese mit unseren Nachbarn, den Niederlanden.

Zurecht, denn die Tulpen-Weltmacht ist einfach, nahezu konkurrenzlos, Holland.

Von Tulpenzwiebel-Züchtern und Schnittblumen-Produzenten

Quelle: NZZ Format

Die Tulpe zeigt wahrscheinlich wie keine andere Blume auf, dass es sich um einen riesigen Wirtschaftszweig handelt.

Bei der Tulpe ist irgendwo im Hinterkopf des Verbrauchers abgespeichert und akzeptiert: es handelt sich um ein Massenprodukt aus Holland.

Ansonsten macht sich wohl kaum einer einen Kopf, wo die Schnittblumen für den Blumenstrauß, den man gerade verschenkt, eigentlich herkommen. Vielleicht hat der eine oder andere Verbraucher noch eine Illusion vom Gewächshaus in Deutschland.

In ca. einem Monat wird zum Valentinstag Deutschland mit roten Rosen überschwemmt. Rosen sind Blumen, die auch heimisch wachsen.

Das diese aus Übersee importiert werden, wird vielen nicht bewusst sein.

Schnittblumen aus Übersee

Unsere Schnittblumen kommen aus Ländern wie Kolumbien, Ecuador, Südafrika, Äthopien, … Stopp – Äthopien?

Gehört Äthopien nicht zu den Ländern, von denen wir ständig die Berichte über Hunger und Wassernot sehen?

Das Wissen über die Herkunft von Schnittblumen ist nicht weit verbreitet. Die Blumenproduktion ist in Länder ausgelagert, in denen das ganze Jahr über ein ideales Klima herrscht.

Nehmen wir unsere rote Rose. Kenia bietet mit einem gleichmäßigen Klima, das viele Sonnenstunden und Niederschläge bietet, ein ideales Land für die ganzjährige Produktion von Rosen.

Die Produktion von Schnittblumen ist jedoch wasserintensiv. Sehr wasserintensiv.

Für die Produktion einer kenianischen Rose werden knapp 4 Liter Frischwasser verbraucht. Dies beeinflusst das dortige Ökosystem massiv, und nicht zum positiven.

Schnittblumen werden in Übersee unter Arbeitsbedingungen produziert, die in Deutschland nicht möglich wären, denn sie bescheren den Produktionshelfern erhebliche gesundheitliche Beschwerden. 

Aber in Übersee gelten die strengen europäischen Vorschriften nicht. Schutzvorschriften beim Pestizideinsatz, ob für Produktionshelfer oder die hiesige Landschaft, müssen nicht eingehalten werden.

Die sozialen und ökologischen Bedingungen der Produktion von Schnittblumen werden in Deutschland kaum kommuniziert:

  • die Erschöpfung von Wasserresourcen, die dem Rest der Bevölkerung das Trinkwasser nimmt,
  • die Vertreibung von Kleinbauern und deren Entzug von Einkommensquellen,
  • die Verunreinigung von Boden und Wasser durch den Einsatz hochgiftiger Pestizide,
  • die schwere gesundheitliche Schädigung der Arbeiter,
  • die ausbeutenden Arbeitsbedinungen,
  • die Nutzung hochwirtschaftlicher Böden für die Blumen- anstelle Nahrungsmittelproduktion

Vor diesem Hintergund sieht man den Blumenstrauß im Supermarkt mit anderen Augen. Die leuchtenden Blüten haben eine sehr dunkle Seite.

Aber gibt es Alternativen?

Zunächst ist ein bewussterer Kauf von Blumen sicherlich ein Anfang. Es gibt Projekte, die faire und soziale Bedingungen in der Schnittblumenproduktion unterstützen. Erkennbar sind diese an Siegeln, wie dem Fairtrade-Siegel.

Blumen wachsen nicht im Winter, zumindest nicht in unseren Breiten. Vielleicht hilft es zu Überdenken, ob im Winter dennoch jede Woche ein frischer Blumenstrauß in der Wohnung stehen muss.

Oder ob man nicht wieder zurück zur Natur geht und im Sommer einfach mal auch raus aufs Land fährt, und sich frische Blumen selbst von Feld pflückt. Blumenfelder zum Selbstpflücken sind weit verbreitet.

Oder wie wärs mit einer ganz anderen Art Blumen zu verschenken: 

Freude mit einer Blumenwiese

Eine Blumenwiese schenken? Ja! 

Einen Blumenstrauß kann jeder schenken. Und hat einen bitteren Beigeschmack, wenn man an die Produktion der Blumen denkt. 

Aber Blumen drücken nunmal wie kein anderes Geschenk Wertschätzung, Freundschaft, Freude oder Liebe aus.

Wer schon immer mal seiner Liebsten ein Meer aus Blumen zu Füßen legen wollte, eine Blumenwiese ist die ideale Chance. Statt der obligatorischen roten Rose zum Valentinstag, ist eine Blumenwiese eine besondere Überraschung. 

Ein bunter Fleck voller Blumen, die das ganze Jahr über Freude und auch Leben schenken. Denn eine Blumenwiese bietet ein zu Hause für Bienen, Schmetterlinge und zahlreiche andere Tiere. 

Ganz einfach übers Internet bestellt, habt Ihr tolles Geschenk. Etwas ganz Besonderes für einen besonderen Menschen in Eurem Leben. 

Blumen gehören einfach zum Leben dazu. Sie sind fest in unserer Kultur verankert. Und …

Blumen haben Ihre eigene Sprache

Sag’s mit Blumen. Eine Blume kaufen für die Liebste, die ausdrückt: „Ich liebe Dich!“ – hierfür muss keiner erst zum Blumenlexikon greifen.

Denn dass die rote Rose für tiefe Liebe steht, ist allgemein bekannt.

Aber kennt Ihr auch die Symbolik anderer Blumen? Neben der Blumenart, bestimmt zumeist die Farbe die Symbolik.

Etwa das Rot der roten Rose für die Liebste zum Valentinstag. Keine andere Blume mag wohl derart Leidenschaft und Liebe ausdrücken.

Im Hochzeitsstrauß wird man hingegen eher weiße Rosen finden, denn das Weiß drückt Unschuld und Treue aus.

Weiße Rosen stehen für den Neuanfang, wenn sie zur Geburt verschenkt werden, oder auch für den Abschied, wenn sie aufs Grab gelegt werden.

Wie wichtig einst die Sprache der Blumen war, finden wir noch heute in unserem Sprachgebrauch:

„Sag es unverblühmt“ oder „Sag es durch die Blume“. Die Chinesen hatten gar eine eigene Blumenschrift.

Und zu einem wahren Code mit dem Geheimnisse ausgetauscht wurden, hat es die Blumensprache in orientalischen Harems geschafft:

Hier wurden nicht mehr nur die Art und Farbe mit Bedeutung versehen.

Es war wichtig, wieviele Blüten jeweils geschenkt wurden, wie alt die Blüten waren und in welcher Kombination mit anderen Blütenarten sie geschenkt wurde.

Zu uns kam die Blütensprache dann Mitte des 18. Jahrhunderts. Man sprach „Selam“.

Selam, so hieß die Blütensprache. Abgeleitet ist das Wort übrigens von „Selamik“, was der Name für den Empfangsraum in einem orientlischen Haus war.

Man sprach Selam, um all das zu kommunizieren, was man damals noch nicht so direkt und offen aussprach, wie man es doch heute eher gewohnt ist.

Wie wir heute ein Wörterbuch für Englisch oder Spanisch im Haushalt führen (naja, oder führten, vor Zeiten des Internet), führte jeder Haushalt damals ein Wörterbuch für die Blumensprache.

Mit Ausnahme von wenigen Floskeln (etwa rote Rose = leidenschaftliche Liebe) sprechen wir heute kaum noch Salem.

Wir suchen Blumen zumeist nach dem Angebot im Blumenladen oder Supermarkt aus.

Eine Rose drückt Leidenschaft aus. Eine Blumenwiese steckt voller Farben, die für Leidenschaft, Liebe, Treue, Freude, Verbundenheit und vielem mehr stehen. 

Was könnt Ihr einem Besonderen Menschen in Eurem Leben mit einer Wiese voller Blumen alles sagen? 

Landwirtschaftliche Realeinkommen 2015 - Agrarbetrieb

Deutschland: Landwirtschaftliche Realeinkommen dramatisch gesunken

Das landwirtschaftliche Realeinkommen in der EU ist um 6% gesunken. Die stärksten Rückgänge gab es in Deutschland und Finnland, so die ersten Schätzungen von Eurostat für das Jahr 2015.

Da soll noch jemand behaupten, dass Landwirte in Deutschland völlig entspannt in die Zukunft blicken. Glaubt man den aktuellen EU-Statistiken, dann ist die Lage hierzulande ernster als gedacht.

Bevor wir uns die neuesten Schätzungen von Eurostat näher anschauen, möchte ich noch auf drei wichtige Nachrichten eingehen, die uns im Bereich Landwirtschaft betreffen.

1. Die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) erhöht die Beträge in der Beitragsklasse 20 um rund 8%. Wer in 2015 monatlich 532,50€ gezahlt hat, muss ab 2016 monatlich 575,44€ Beitrag zahlen. Die Beiträge für die Pflegeversicherung sind in diesem Betrag nicht enthalten, d.h. diese kommen noch oben drauf. Bei den restlichen 19 Beitragsklassen gibt es keine Veränderung.

Hier gehts zur Übersicht bzw. zur Beitragstabelle

2. Michael Horper, der Präsident  des Bauern- und Winzernverbandes Rheinland-Nassau hat gegen die Veröffentlichung der Betriebsprämien geklagt und Recht bekommen. Das Verwaltungsgericht in Trier hat das Veröffentlichen seiner Daten aufgrund formaler Fehler gestoppt. In einem aktuellen Pressebericht des BWV äußerte er sich wie folgt:

„Auch wenn die Veröffentlichung der Daten zunächst nur aus formellen Gesichtspunkten rechtswidrig ist, wird deutlich, dass das Land Rheinland-Pfalz formal nicht sauber gearbeitet hat. Uns Landwirten hält man es immer wieder vor, wenn nicht alle Angaben auf Punkt und Komma genau gemacht werden. Dabei können gerade in Zeiten mit enormen Aufzeichnungspflichten und zahlreichen Kontrollen immer wieder Fehler geschehen, die aber sofort teils große finanzielle Auswirkungen für die Landwirte haben.“

3. Die Europäische Kommission hat die Rückzahlung von 410 Mio. EUR an europäische Landwirte bestätigt. Das bedeutet, dass die Krisenreserve im Haushaltsjahr 2015, die zum Teil mit Direktzahlungen gefüllt wird, nicht benötigt wurde. Die Auszahlung der EU-Direktzahlungen in Höhe von 370 Mio. EUR wurden laut Bundesland BaWü bereits angewiesen.

Ob das Ganze was bringt, bleibt abzuwarten, denn die Krisenreserve 2016 muss ebenfalls gefüllt werden. So wie es aussieht, läuft es mal wieder auf ein Nullsummenspiel für Landwirte hinaus…

Landwirtschaftliche Realeinkommen in der EU

In 15 EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland (-37,6%), Luxemburg (-20%), Polen (-23,8%), Rumänien (-19,2%), und das Vereinigte Königreich (-19,3) ist das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft gesunken.

In 13 EU-Mitgliedstaaten stieg das landwirtschaftliche Einkommen in 2015. Den höchsten Anstieg je Arbeitskraft verzeichnete Kroatien (+21,5%) gefolgt von Lettland (+14,3%), Griechenland (+12,1%), Frankreich (+8,8%) und Italien (+8,7%).

Das Ergebnis für die gesamte EU: 

Im Jahr 2015 ist das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft in der EU um 4,3% gesunken!

Weiter gehts mit der Entwicklung im Bereich landwirtschaftliche Produktion.

Das statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) geht für das bestehende Jahr von einem nominalen Rückgang der landwirtschaftlichen EU-Produktion in Höhe von 2,5% aus. Der Hauptgrund für diese Verringerung liegt in dem deutlichen Rückgang des Produktionswertes tierischer Erzeugnisse (-5,9%).

Dieser wiederum verdankt seine negative Entwicklung hauptsächlich einer Abnahme des Produktionswertes von Milch (-14,9%) und Schweinen (-8,9%).

Ganz anders entwickelten sich die pflanzlichen Erzeugnisse. Der EU-Produktionswert pflanzlicher Erzeugnisse blieb mit -0,3% fast unverändert. Die negativen Zahlen wie z.B. bei Zuckerrüben (-26%) oder Körnermais (-24,5%) wurden von den positiven Entwicklungen von Olivenöl (+13,3%), frischem Gemüse (+12,1) und Obst (+7,3%) kompensiert.

Die Vorleistungskosten fielen in der EU um -2,4%. Das lag hauptsächlich an der Abnahme der Kosten für Energie und Schmierstoffe (-10,1%) und an dem Preisrückgang für Futtermittel.

Landwirte – Auf zu neuen Ufern…

Ein ereignisvolles Jahr geht zu Ende.

2015 hat uns viele neue Innovationen, Denkanstöße und Ideen gebracht. Jetzt liegt es an uns diese mit Vernunft umzusetzen, damit 2016 ein besseres Jahr für uns alle wird.

Deutschland auf den letzten Platz in der EU-Tabelle landwirtschaftliche Realeinkommen zu sehen ist wahrhaftig kein schönes Bild. Eine Verbesserung muss her und zwar Pronto!

Was schlagt Ihr vor? Wie können wir uns im Bereich Land- und Forstwirtschaft besser unterstützen?