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Landtechnik von JD agra 2017

Landtechnik: John Deere, Kuhn und Kramer stellen Neuheiten vor

Neues aus der Welt der Landtechnik: John Deere stellt seine neue Mähdrescher-Serie S700 vor. Mit gleich vier Modellen will JD die Saison 2018 erobern.

Kuhn präsentiert den Performer 3000, eine Grubberkombination für Traktoren von 200 bis 350 PS. Kramer wiederum erweitert sein Produktportfolio um neue Teleskoplader mit bis zu 9 m Stapelhöhe.

Bevor wir loslegen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche. Eine Kündigungswelle sorgt für Aufsehen.

1. 330 Mio. EUR für ein neues Milchwerk? Ohne uns!

Im Rahmen der „Hochwald 2020“-Strategie soll ein neues, hocheffizientes Milchwerk gebaut werden. Die Mitglieder sollen am Neubau beteiligt werden, d.h. für die kommenden fünf Jahren gibt es 2,5 Cent/kg weniger.

Viele Bauern ziehen die rote Karte; sie machen Gebrauch von ihrem Sonderkündigungsrecht. Die Frist läuft jedoch Ende Juni 2017 ab. Bis dahin sollen laut dlz-Informationen insbesondere aus Rheinland-Pfalz jede Menge Kündigungen eingehen.

2. Syngenta verkauft Rübengeschäft an die DLF Seeds

Noch ist die Übernahme von Syngenta durch ChemChina nicht in trockenen Tüchern und da erreicht uns schon eine neue Nachricht. Es handelt sich hierbei um die Rübensparte der Schweizer. Diese wird von der dänischen DLF Seeds übernommen.

Das Rübengeschäft soll das Produktportfolio von DLF Seeds erweitern. Das Unternehmen ist auf Leguminosen, Zwischen- und Hülsenfrüchte sowie Futter- und Rasengräser spezialisiert.

Die Übernahme soll bis zum Ende des 3-ten Quartals behördlich genehmigt und abgeschlossen sein.

3. Case IH Puma Viper Stryker zum 175-jährigen Jubiläum

Case IH feiert 175-jähriges Bestehen. Grund genug für eine Limited Edition. Der Hersteller produziert eine Limited Edition des Puma 175 CVX in Viper-roter Perleffektlackierung.

Was wird gefeiert?

175 Jahre Case IH und 10 Jahre Puma Baureihe.

Für die ersten 175 Bestellungen gilt außerdem folgendes: Sonderlackierung + Aufkleber sind kostenlos!

Neuheiten aus der Landtechnik

John Deere präsentiert Mähdrescher-Serie S700 für die Saison 2018

Bei John Deere läutet eine neue Ära ein…

Die Ära der Mähdrescher-Flagschiffe S700. Mit den vier Modellen S760, S770, S780 und S790 ist JD bestens für die Saison 2018 vorbereitet.

Quelle: John Deere, YouTube

Die Besonderheiten der neuen Mähdrescher S700

Die neue Serie baut auf das 2012-Modell S600 auf.

Als neu gelten die Automatik bzw. Smart Technology Funktionalitäten. Die CommandCenter-Kabine sorgt für eine erhöhte Sichtbarkeit und bietet zahlreiche Bedien-Features an.

Zu den neuen Features zählen u.a.:

  • CommandCenter mit Generation 4 Schnittstelle und 4.600 Prozessor-Monitor
  • CommandArm und Multifunktions-Bedienhebel mit Schaltknöpfen die individuell belegt werden können
  • Premiumaktivierung mit AutoTrac, RowSense und HarvestDoc
  • Komfortabler Fahrersitz aus Leder (optional)
  • Combine Advisor Paket bestehend aus 7 Technologien soll bei der Druscheinstellung und -optimierung mit Vorschlägen unterstützen

Gleichzeitig bringt John Deere einen neuen Maispflücker 700C/FC für die Front der S700-Mähdrescher auf den Markt. Die Ketten sollen laut JD-Pressemitteilung 50% länger halten. Hier setzt der Marktführer auf Buchsen aus Alu-Legierung. Durch die Verwendung härterer Materialien und neuer Schutzschichten an der Front sollen Einsparungen an Verschleißteilen von 20.000 USD in 5 Jahren möglich sein.

Der 700C/FC ist mit 6 bis 18 Reihen erhältlich. Es gilt zwischen den Reihenabständen 50.8, 55.9 oder 63.5 zu wählen. Die klappbaren Modelle verfügen über 8 oder 12 Reihen.

Kuhn Performer 3000 – die neue Grubberkombination für Traktoren von 200 bis 350 PS

Die Grubberkombination-Baureihe Performer von Kuhn bekommt Nachwuchs… oder besser gesagt, einen großen Bruder.

Mit dem Performer 3000 kommt ein 3 Meter breites Gerät dazu. Damit sind ab sofort Grubberkombinationen mit Scheiben und Zinken von 3 bis 7 Meter erhältlich.

Ein paar technische Details im Überblick:

  • Geeignet für Traktoren im Leistungsbereich zwischen 200 bis 350 PS
  • Erledigt 4 Arbeitsschritte in einer Überfahrt: Zerkleinern + Mischen / Lockern + Einebnen + Rückverfestigen
  • Scheiben, Zinken und Walzen lassen sich einzeln oder in Kombination einsetzen
  • 2 Walzentypen zur Verfügung: HD Liner 700 (festigt bis in tiefe Bodenschichten) oder Doppelwalze mit U-Profil (festigt mehr an der Oberfläche)

Alle Einstellungen sind hydraulisch und werden von der Traktorkabine aus gesteuert. Ein 4-Funktions-Wahlschalter im Fahrerhaus erlaubt es, alle hydraulischen Funktionen zu zentralisieren.

Bis zu 9 Meter Stapelhöhe – die neuen Teleskoplader von Kramer

Professionelle Landwirtschaft ohne Teleskoplader?

Neee, das geht nicht.

Das dachte sich auch Kramer. Das Unternehmen erweitert sein Produktportfolio um zwei Produktgruppen mit jeweils mehreren Modellen. Die insgesamt 8 Modelle weisen eine Stapelhöhe zwischen 6 und knapp 9 Meter auf.

  • Teleskoplader < 3,5 Tonnen: KT306, KT 356, KT307 und KT357
  • Teleskoplader > 4 Tonnen: KT447, KT 507, KT 557 und KT559

Ein paar Worte zu jeder Produktgruppe im Einzelnen.

Die kompakten Teleskoplader bis 3,5 Tonnen

Vier Modelle mit einer Stapelhöhe von maximal 6 oder 7 Meter. Die Nutzlast liegt bei 3 Tonnen (KT306 und KT307) sowie 3,5 Tonnen (KT 356 und KT357).

Die Motorleistung liegt bei 100 kW. Die Gesamtbreite ohne Anbaugerät beträgt 2,280 mm.

Die Modelle KT356 und KT357 verfügen serienmäßig über eine Load-Sensing-Hydraulik. Mit der Option EcoSpeed lassen sich die Teleskoplader auf eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h ausbauen.

Die großen Lader bis 5,5 Tonnen

Unterschiedliche Nutzlasten von 4,4 Tonnen (KT447) bis 5,5 Tonnen (KT557, KT559). Die maximale Stapelhöhe liegt bei 7 Meter sowie 8,75 Meter bei dem KT559-Modell. Die Motorleistung liegt bei max. 115 kW für die beiden stärkeren Modelle KT557 und KT559.

Die Gesamtbreite ohne Anbaugerät liegt bei allen Modellen bei 2,5 Meter.

Alle vier sind serienmäßig ausgestattet mit der Load-Sensing-Hydraulik, dem EcoSpeed bzw. EcoSpeed Plus sowie dem Smart Driving — Drehzahlabsenkung bei maximaler Geschwindigkeit.

Mit Landtechnik & Innovationen allen einen Schritt voraus sein

Die Gerüchteküche brodelt… Die neuen JD-Mähdrescher S700 sollen gegenüber dem Vorgänger S600 nicht viele Neuheiten ausweisen. Ein bischen neue Technologie hier und da, aber nix revolutionär grosses.

Sind wir denn schon so verwöhnt? Können wir uns über den Einsatz neuer Screens und Smart Driving Technologien gar nicht mehr freuen? Oder hat uns die Branche in den letzten Jahren zu stark verwöhnt?

Viele unterschiedliche Meinungen… und das ist auch gut so. Der eine mag JD, der nächste setzt auf Fendt und ein anderer will nichts ausser Deutz-Fahr kaufen. Zum Glück gibt es Landtechnik für jeden Geschmack und noch wichtiger, für jedes Budget.

Ich bin sehr gespannt ob JD uns ein S700-Modell in Hannover zeigen wird. Abwarten.

Wo gehts hin mit den Innovationen in der Landtechnik? Was glaubt Ihr?

New Holland Ernte Weltrekord

Landtechnik: New Holland stellt neuen Weltrekord auf

Während in Deutschland Greenpeace in der Landwirtschaft für Turbulenzen sorgt, gibt es anderswo Grund zu feiern, denn New Holland konnte mit seinem CR 8.90 Mähdrescher einen neuen Weltrekord aufstellen. 

Greenpeace wirbelt derzeit in der deutschen Landwirtschaft die Gemüter auf. Bevor wir aber hierzu kommen, lasst uns erstmal einen Blick auf die Neuigkeiten in der Landtechnik schauen.

Hier hat diese Woche noch jemand anderes für Wirbel gesorgt.

Das neue Strohgebläse von BvL

In Amstetten hat die Fa. van Lengerich in dieser Woche sein neues Strohgebläse V-Comfort Turbo vorgestellt.

Das Strohgebläse erweitert die BvL Futtermischwagen (Fremd- als auch Selbstbefüller) um eine weitere Funktion: es ermöglicht die Laufställe bequem einzustreuen.

Schauen wir uns kurz die Merkmale des DLG-anerkannten Gerätes an:

  • maximale Wurfweite: 30 Meter bei einer guten Strohverteilung
  • sehr hohe Durchsatzleistung bei einem Leistungsbedarf von 10,9 KW sek./kg
  • Optimaler Materialfluss durch patentierte asymmetrische Austrageöffnung zum Strohgebläse sowie patentierte Strohglocke im Mischbehälter
  • Kraftvoller mechanischer Antrieb verspricht nicht nur eine einfache Wartung, sondern begünstigt auch zusätzliche Kosten- und Zeitersparnis
  • Optionale Ausstattung mit einem drehbaren Auswurfturm ermöglicht rechts- und linksseitiges Einstreuen

Aber kommen wir zu dem Thema, worauf Ihr wohl wirklich gespannt seid: es gibt einen neuen Weltrekord in der Landwirtschaft.

New Holland stellt neuen Weltrekord auf

New Holland hat es abermals geschafft, nach 2014 stellt die Firma mit demMähdrescher New Holland CR 8.90 einen neuen Weltrekord auf:

Weltrekord bei der Sojabohnenernte

Quelle: NewHollandAgriculture

Bekommt Ihr auch Gänsehaut beim Zuschauen? Ganz schön beeindruckend, oder?

New Holland ist damit der derzeitige Weltrekordhalter im Ernten von Sojabohnen in 8 Stunden. Ja, es gibt einen Weltrekord hierfür.

Mit dem CR8.90-Mähdrescher wurde am 5. April in Brasilien der neue Standard gesetzt: 439,73 Tonnen Sojabohnen in 8 Stunden.

Was gibt es noch zu wissen zum neuen Weltrekordversuch?

  • 90 Hektar wurden von 10:30 Uhr bis 18:30 Uhr abgefahren
  • Durchschnittlich wurden 54,97 Tonnen pro Stunde geernet mit einem Ertrag von 4.88 Tonnen pro Hektar
  • Bei Temperaturen von 25 – 28 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit aufgrund von kürzlichem Regen wies die Ernte eine durchschnittliche Feuchtigkeit von 17 Prozent auf

Möglich wurde diese Leistung, weil bei den CR – Mähdreschern verschiedene hochleistungsstarke Technologien zum Einsatz kommen:

  • New Holland’s Vorzeigetechnologie, das Twin Rotor™- System, welches auch bei hoher Druschleistung eine hohe Korn- und Strohqualität gewährleistet
  • New Holland’s starke und effiziente FPT Industrial – Motoren, die mit optimalen Bedingungen für eine saubere Verbrennung nicht nur den Umweltschutz unterstützen, sondern hierdurch auch höhere Motorleistungen bei niedrigen Verbrauchswerten erreichen
  • New Holland’s intelligente Erntesysteme wie die IntelliSteer® – Automatiklenkung, die ein Dreschen rund um die Uhr ermöglichen

Und nun wieder zurück nach Deutschland: Hier sorgt Greenpeace mit einem Rechtsgutachten zur Schweinehaltung für Furore.

Die Organisation gab das Gutachten in Auftrag, um überprüfen zu lassen, ob die konventionelle Mastschweinehaltung, wie von der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorgeschrieben, mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist.

Konventionelle Schweinehaltung verfassungswidrig?

Das Ergebnis des Gutachtens beantwortet die Frage mit Ja.

Für Greenpeace ist die konventionelle Schweinehaltung verfassungswidrig und es strebt, wie bei der Legehennenhaltung, eine Normenkontrollklage an.

Unterstützung erhält Greenpeace unter anderem von den Grünen-Politikern Ostendorff und Maisch.

Andere Meinungen äußern hingegen Unverständnis. So meint der Deutsche Bauernverband (DBV): 

„Nach dem bisher bekannt gewordenen Inhalt scheinen die juristischen Aussagen wenig belastbar zu sein“.

„Die von Greenpeace vorgeschlagene Normenkontrollklage würde die laufenden und kommenden Anstrengungen für eine Weiterentwicklung der Tierhaltung konterkarieren, weil zusätzliche Rechtsunsicherheit entsteht“.

Ebenso reagiert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit Kopfschütteln, ist jedoch wenig verwundert, von dem Ergebniss des Gutachtens, welches von „Greenpeace zusammen mit Tierrechtlern vorangetrieben wurde, welche die Nutztierhaltung in Deutschland abschaffen wollen“.

Der ISN stellt zudem die Forderung, dass sich Greenpeace nicht nur rechtlich, sondern auch durchaus fachlich mit dem Thema auseinandersetzt.

Die Organisation würde nicht in den vielen runden Tischen und Arbeitskreisen vertreten sein, um konstruktiv an der Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland mitzuwirken.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt betont, dass die derzeit geltenen Regelungen mit der Verfassung konform sind.

Die gesetzlichen Standards der Tierhaltungsverfahren werden ständig angepasst, an Verbesserungen mit Hochdruck gearbeitet. So der Chorus der Interessengruppen, die dem Rechtsgutachten nicht zustimmen.

Viele Fragen bleiben offen:

  • Gewährleisten die aktuellen Gesetze und Regelungen bereits einen hohen Tierschutzstandard, vor dem Hintergrund, dass in der Praxis viele unterschiedliche Interessen und Ziele vereint werden müssen?
  • Sollte die Veröffentlichung des Gutachtens in den heißen Wahlkampfzeiten von Landes- und Bundeswahlen gar andere strategische Ziele unterstützen?
  • Wird mit einer stärkeren Regulierung eine Abschaffung der Tierhaltung in Deutschland mit entsprechender Auslagerung ins Ausland gefördert?

Sind dies nur die Argumente der Unterstützer der konventionellen Tierhaltung oder bringt Greenpeace einen wichtigen Stein zum Rollen? 

Die Vorfälle in denen Landwirte, insbesondere Tierviehhalter, von diversen Seiten angegriffen werden, scheinen immer häufiger zu werden. 

Wie sieht Ihr die Entwicklung in der Landwirtschaft?

Gießen solche Aktionen wie die von Greenpeace Öl ins Feuer oder können sie beitragen, die Landwirtschaft in Deutschland voranzubringen?

Agrarbetrieb-Raps-Ernte

Ernte von Raps und Getreide – enttäuschende Ergebnisse

Das Wetter erschwert auch weiterhin den Landwirten die Arbeit, denn die Ernte wird vielerorts von dem unbeständigen Wetter ausgebremst. Bisher sind die Ertragszahlen beim Getreide und beim Raps enttäuschend. 

Anhaltender Regen behindert zudem die Ernte und lässt die deutschen Landwirte um Qualitätseinbußen bangen. Europaweit betrachtet, fallen die Ernteerträge jedoch sehr unterschiedlich aus.

Allgemein gesprochen, konnten ost- und südosteuropäische Regionen von sonnigeren Klimabedingungen profitieren.

Von der Europäischen Kommission wurde die Getreideernte für Europa in diesem Jahr auf ca. 312,9 Millionen Tonnen geschätzt.

Diesjährige Ernte nicht zufriedenstellend

Die diesjährigen Ernteergebnisse setzen viele Landwirte unter Druck.

Während regional die Ernteerträge gegenüber dem Vorjahr start gemindert sind, konnten weltweit dennoch Rekorderträge erzielt werden.

Rekorderträge bei der Ernte und ein weltweit bereits gut gefülltes Gertreidelager drücken die Preise  an den Märkten. Die Verminderung des Angebotes hierzulande fällt dabei kaum ins Gewicht. 

  • Nicht nur, dass die feuchte Witterung aufgrund der fehlenden Sonne für die reduzierten Erträge verantwortlich ist.
  • Nicht nur, dass Landwirte um die Qualität ihrer Produkte besorgt sind, sie nur hoffen können, dass sich nicht noch Pilzerkrankungen in ihren Beständen ausbreiten.
  • Nicht nur, dass der Regen die Ernte verzögert und eh schon die Nerven belastet, weil auf sonnige Stündchen für die Arbeit gewartet werden kann.
  • Hinzu kommt, dass das feuchte Wetter die Kosten für die Ernte in die Höhe treiben wird, wenn eine teure Trocknung erforderlich werden sollte.

Laut den ersten Ergebnissen des  2. DBV-Ernteberichtes sind bei Weizen und Gerste mit Ertragsminderungen von 10-20 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau zu rechnen.

Beim Raps beträgt die durchschnittliche Ertragsminderungen rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Wobei auch hier die Werte für die einzelnen Regionen sich stark unterscheiden können.

So erwartet der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern etwa 30 Prozent weniger Erträge als im Vorjahr und rechnet mit einem Verlust bei den Einnahmen von rund 100 Millionen Euro.

Die Rapspreise im deutschen Großhandel haben sich die letzte Woche sehr unterschiedlich entwickelt. Generell konnten die Ertragszahlen des Vorjahres bei weitem nicht erreicht werden.

Aber nicht nur Raps und Getreide sind betroffen. Auch eine weitere Sparte leidet unter dem Wetter:

Möglicher Totalverlust bei Bio-Kartoffeln

Das Wetter stellt auch die Ökobauern in der Pfalz vor eine große Herausforderung, denn das dauerhaft feuchte Wetter diesen Jahres begünstigt die Verbreitung von Pilzkrankheiten.

Die Kraut- und Knollenfäule zählt zu den gefährlichsten Pflanzenkrankheiten. Der Erreger verbreitet sich ungemein schnell und richtet große Schäden an. In der Pfalz droht den Ökobauern nun der Totalschaden.

Da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Bio-Anbau nur sehr eingeschränkt möglich ist, befinden sich die Biobauern in der Zwickmühle:

  • entweder riskieren sie, die komplette Ernte zu verlieren, können jedoch weiterhin das Siegel „Bio“ tragen
  • oder sie retten durch den Einsatz von bestimmten Pflanzenschutzmitteln die Ernte, verlieren aber im Zuge dessen ihr Biosiegel.

Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (Phytophthora infestans)

Quelle: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.

Aber kommen wir nochmal zurück zum Raps, dessen Ernte gerade noch im vollen Gange ist.

Verluste beim Raps treffen die Landwirte wahrscheinlich noch ein wenig stärker, denn der Anbau von Raps ist ungefähr mit doppelt hohen Ausgaben wie beispielsweise der Anbau von Weizen verbunden.

Höhere Kosten für das Saatgut und den Pflanzenschutz, die Hälfte an Ertragsmenge je Hektar – wo bleibt der Ausgleich? 

Raps ist dennoch attraktiv im Anbau, weil auch der Erzeugerpreis doppelt so hoch wie beispielsweise vom Weizen ist. Denn der Rapspreis orientiert sich am Sojapreis.

Bei der Ernte von Raps muss für bestmögliche Ergebnisse besonders rücksichtsvoll vorgegangen werden.

Nicht nur ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Etwa sollten ungleichmäßige Bestände so lange wie möglich wachsen gelassen werden. 

Auch die Feineinstellung der Mähdrescher ist ausschlaggebend für den Ernteerfolg.

Feineinstellung beim Mähdrescher

Wer seinen Mähdrescher richtig einstellt, kann die Leistung bis um 20 Prozent steigern. Dies ist eine enorme Reserve. 

Insbesondere ist auf die Einstellung des Schneidewerkes zu achten. 

  • Passt die Abstreifleiste beim Anheben der Einzugsschnecke an, so könnt Ihr verhindern, dass sich Unkräuter um die Schnecke wickeln.
  • Stellt die Horizontalposition der Haspel so nahe wie möglich zur Einzugsschnecke, damit die Körner aus aufgeschlagenen Schoten bestmöglich im Schneidewerk gelangen.

Die Ernte in diesem Jahr wird für jeden eine Herausforderung parat halten. Welches ist Eure größte Herausforderung in diesem Sommer? 

 

Zoomlion Agritechnica 2015

Landtechnik-News: Übernahme, Fusion, Zertifizierung

In meinem letzten Beitrag habe ich über das neue Zertifizierungsprogramm für Gebrauchtmaschinen von Claas berichtet. Heute ist Fendt mit seinem neuen StarCertified-Gütesiegel dran.

Neues zu berichten gibt es auch von John Deere: Der amerikanische Landtechnik-Riese übernimmt die Monsanto-Tochter Precision Planting. Anschließend noch ein paar Zeilen zu DuPont, der sich für Syngenta interessiert.

Legen wir doch gleich los und werfen einen Blick auf Fendt’s neues Zertifizierungsprogramm.

Als hätten sich die beiden Hersteller Fendt und Claas abgestimmt, denn pünktlich zur Agritechnica 2015 gibts von beiden ein Gütesiegel für gebrauchte Landmaschinen und Traktoren.

Fendt-Landtechnik mit neuer Herstellergarantie

In Hannover dreht sich in Halle 20 alles um Fendt. Traktoren, Häcksler, Mähdrescher, Ballenpressen, intelligente Elektroniklösungen und jede Menge Innovationen erwarten begeisterte AGCO / Fendt-Kunden.

Dann wäre noch das Fendt StarCertified was auf der Agritechnica Premiere feiert. Der grüne Wappenschild mit fünf Sterne ist das neue Zertifikat von Fendt. 

Wofür gilt denn dieses neue Zertifikat? Was genau steckt dahinter?

Fendt StarCertified kennzeichnet laut Hersteller „geprüfte und technisch einwandfreie, sowie qualitativ hochwertige junge gebrauchte Fendt-Maschinen“.

Im Klartext bedeutet das folgendes:

  • Alle Fendt-Maschinen mit dem StarCertified-Qualitätssiegel haben bei den Vertriebspartnern eine umfassende Prüfung durchlaufen und erhalten 1 Jahr Gewährleistung ab dem Kauf.
  • Der Hersteller verspricht damit Qualität wie „neu ab Werk“.
  • Anschließend greift das Fendt StarWarrenty-Programm nach Kundenwunsch: 8 Jahren bzw. 8.000 Betriebsstunden bei Traktoren, 5 Jahre bzw. 3.000 Betriebsstunden bei Mähdreschern und Feldhäckslern.

Die Redaktion von Agrartechnik hat sich das neue Fendt-Zertifikat näher angeschaut und die wichtigsten Informationen in einem kurzen YouTube-Video zusammengetragen.

 

John Deere übernimmt Monsanto-Tochter und stärkt damit seine Position im Precision Farming

Das Unternehmen John Deere baut seine Marktführerschaft in der Präzisionslandwirtschaft weiter aus. Durch die Übernahme der Sparte Precision Planting der Monsanto-Tochter The Climate Corporation will JD den Datenaustausch zwischen den Portalen erleichtern.

Der Vorteil:

Landwirte profitieren von der Erfassung und dem Zugriff auf aktuelle Felddaten durch die Datenschnittstelle zwischen JD Maschinen und die Web-Plattform Climate FieldViewTM.

John May, Präsident der Landtechniksparte bei John Deere äußerte sich zu dem Abkommen wie folgt:

„Die Übereinkünfte ermöglichen es John Deere, das Angebot an Precision Planting-Nachrüstlösungen auf viele weitere Produkte und neue Märkte auszuweiten.

Damit stärkt John Deere seine Position als offenste Plattform der Branche sowohl für unsere Landmaschinen als auch für das Cloud-Datenmanagementsystem, bekannt als John Deere Operations Center.“

The Climate Corporation behält hingegen die digitalen Lösungen seiner FieldView-Plattform. Die jeweiligen Felddaten werden erfasst und in der Climate Cloud eingespeist. Der Landwirt hat dann die Möglichkeit diese Daten jederzeit in der Fahrerkabine abzurufen.

Ein weiterer Vorteil aller Landtechnik-Fans von JD besteht darin, dass sie sowohl auf die neuen als auch auf die alten Daten zugreifen können. Die Voraussetzung dazu: Landwirte müssen zustimmen.

DuPont bekundet Interesse an Syngenta

Das Ranking der Chemiekonzerne welche die Agrarwelt dominieren könnte sich demnächst ändern – vorausgesetzt DuPont schafft es Syngenta bzw. Dow Chemical zu kaufen.

The Wall Street Journal hat am 5. November einen interessanten Artikel veröffentlicht, wonach der US-Konzern DuPont Gespräche mit den Schweizern von Syngenta sowie dem Unternehmen Dow Chemical führen würde.

Kaum hat Monsanto eine Abfuhr erhalten (die Kaufofferte lag im August 2015 bei umgerechnet 42 Mrd. EUR) und schon steht der nächste vor der Tür. So wie es aussieht, wollen die 6 Teilnehmer (Monsanto, Syngenta, Bayer, DuPont, Dow Chemical, BASF) die den Markt für Saatgut und Pestizide dominieren, einfach nicht locker lassen. Konzentration scheint das Lieblingsspiel der Großkonzerne zu sein.

Landtechnik-Giganten im Fusions- & Übernahme-Fieber

John Deere ist im Übernahmefieber. Erst letzte Woche hatte der US-Großkonzern den französischen Spezialisten für Einzelkornsämaschinen Monosem übernommen. Diese Woche dann die Bekanntgabe der Übernahme von Monsanto’s Precision Planting.

Ob diese Fusions- und Übernahmewelle jetzt auch auf DuPont, Syngenta und Dow Chemical überschwappt, werden wir noch sehen.

Fakt ist, die Großen bauen ihre Marktposition ganz gezielt weiter aus. Es gilt, strategisch vorzugehen, um zukünftige Herausforderungen zu bewältigen.

Für uns gilt es jetzt die Agritechnica in vollen Zügen zu geniessen.

Auf welche Landtechnik-Hersteller freut Ihr Euch am meisten?

Weizenernte Winterweizen bei Agrarbetrieb

Weizenernte 2015: Brite stellt neuen Weltrekord auf

2015 ist das Jahr der Briten – gleich zweimal wurde der Weizenernte-Weltrekord aufgestellt und beide Male waren es englische Landwirte.

Somit schwappte der Rekord auf das europäische Kontinent über. Seit 2010 gehörte nämlich der Rekord einem neuseeländischem Farmer.

Wer sind die Gewinner?

Mitte August knackte der bekannte Tim Lamyman aus Lincolnshire den Weizenernte-Weltrekord 2015 als Erster. Nur wenige Tage später wurde er jedoch von seinem Landsmann Rod Smith aus Northumberland geschlagen.

Da steckt eine ganze Menge Arbeit hinter so einer Aktion. Und genau das schauen wir uns jetzt an…

In dem nachfolgenden Videobeitrag sehen wir den Zweitplatzierten Tim Lamyman und das von ihm erzielte Ergebnis von 16,5 Tonnen pro Hektar. Vor zwei Jahren, in 2013 hat er den Weizenernte-Rekord für Großbritannien aufgestellt. Das waren damals 14,31 Tonnen pro Hektar.

#2 Patz: Weizenernte 2015 in Großbritannien

Videoquelle: YouTube, Bionature Agriculture

16,52 Tonnen Weizen…

Das ist der neue Weizenernte-Weltrekord den Rod Smith aus Northumberland, nur zwei Wochen nach Tim Lamyman, am 1. September 2015 aufgestellt hat. Knapper Sieg…

Eine ideale Vegetationsperiode und das tolle Wetter in England haben zum Sieg verholfen, so ein Bericht des Magazins Farmers Weekly.

„Wir hatten eine ideale Vegetationsperiode. Wir hatten Glück mit dem Wetter und der Weizen war keinerlei Belastungen ausgesetzt.“ – so Rod Smith in einem Interview mit Farmers Weekly.

Zwei Hauptfaktoren haben Rod Smith zum Guinnessbuch der Rekorde verholfen:

  • die lange Wachstumsphase
  • und der geringe Druck durch Krankheiten

Das erlaubte dem englischen Landwirt, ein Plus von 15 Tonnen pro Hektar gegenüber vergangenen Jahren zu erzielen. Selbstverständlich half ihm in grossen Maßen auch sein New Holland 9070 Mähdrescher dabei, die Weltrekordernte einzubringen.

In 2015 passte in Northumberland alles: es war nicht zu trocken und auch nicht zu feucht, es tauchten nur wenige Krankheiten auf, es war nicht zu heiss und es gab auch genügend Sonnenlicht für das Getreide.

Rod’s Herangehensweise und vor allem seine Düngestrategie haben sich ausgezahlt.

Seine Geheimformel verriet er in einem Interview mit dem Fachmagazin Farmers Weekly.

Diese lautete wie folgt:

Düngestrategie: 310 kg Stickstoff pro Hektar

Vorfrucht: Ackerbohne

Davor hatte Rod und sein Team Winterbohnen geerntet. Ackerbohnen waren also die Vorfrucht auf dem Feld, d.h. da ist noch einiges an Stickstoff im Boden verlieben. Damit war der Winterweizen von Anfang an „sehr gut“ versorgt.

Erde: Schwerer Tonboden

Kultivierung: Minimale Bodenbearbeitung

Saatausbringung: 22 September

Aussaatmenge:  185 kg pro Hektar; das angepeilte Ziel 330 Saatgut pro qm

Erntedatum: 1. September, der Tag des neuen Weizenernte-Weltrekords

Ertrag: 16,52 Tonnen pro Hektar bei 15% Feuchtigkeit

Fruchtfolge auf dem Feld: 5 bis 6-jähriger Wechsel von Winterweizen-Winterweizen-Erbsen oder Ackerbohnen- 1 oder 2-Mal Winterweizen-Sommergerste.

Ein weiterer Guiness-Weltrekord

Zum Schluss möchte ich einen weiteren Weltrekord mit Euch teilen.

Erneut steht der Weizen im Vordergrund – dieses Mal gehts um „wer erntet den meisten Weizen innerhalb von 8 Stunden“.

Der Titel geht an das New Holland Agriculture Team und dem Mähdrescher CR10.90.

Das Ergebnis: 797.656 Tonnen Weizen in 8 Stunden geerntet

Das sind 120 Tonnen mehr als der zuletzt aufgestellte Weltrekord.

 

 

Wie sieht es mit der Weizenernte 2015 bei Euch aus? Seid Ihr mit dem Ergebnis zufrieden?

Ich freue mich auf Euer Kommentar.