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Glyphosat-Krebs-Landtechnik

Glyphosat: Dinosaurier aus dem letzten Jahrhundert?

Die Zulassung den umstrittenen Pestizides Glyphosat läuft Ende des Jahres aus.  Und die Schlagzeilen brechen nicht ab. 

In den fortlaufenden Streit mischen sich nun auch  Krebspatentienten und Anwälte aus den USA ein.

Diese warnen die EU vor „Roundup“, einem Unkrautvernichtungsmittel, das Glyphosat enthält.

Zusammenhang von Glyphosat und Krebs

Die Anwälte fordern das EU-Parlament auf, die manipulativen Praktiken von Monsanto zu untersuchen.

In den USA läuft das Gerichtsverfahren der Krebspatienten gegen Monsanto noch.

Die US-Anwälte wollen anhand interner Dokumente belegen können, dass Monsanto über die Zusammenhänge zwischen Krebs und ihrem Pestizid gewusst haben, und nicht erst seit gestern.

Auch handele es sich nur um die Spitze „eines gigantischen Eisberges“.

Die Krebsopfer und deren Anwälte hatten Treffen mit den EU-Behörden angefragt, um ihnen die Unterlagen zur Verfügung zu stellen.

Die Treffen wurden von den EU-Agenturen verweigert. Als Begründung wurde das laufende Gerichtsverfahren in den USA genannt.

Die EFSA hat sich für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat ausgesprochen.

Ebenso wie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) wird die Meinung vertreten, dass kein Grund vorläge, Glyphosat als krebserregend einzustufen.

Die EU-Kommission will der Empfehlung folgen, sprich das Pestizid weiterhin zulassen.

Derweil wachsen die kritischen Stimmen, dass die EU-Agenturen unabhängige Studien bei ihrer Überprüfung ignorieren.

Es wird von Kritikern beanstandet, dass Behörden, wie etwa das Bundesinsitut für Risikobewertung (BfR) in ihren Gutachten in nicht unerheblichen Umfang einfach von den Herstellern, wie Monsanto, abgeschrieben hätten.

Monsanto-Vertreter aus EU-Parlament verbannt

Da bauen die Schlagzeilen darüber, dass Monsanto ein Vorladung des Europäischen Parlaments zum Thema Glyphosat ignorierte, nicht gerade Vertrauen auf.

Lobbyisten von Konzernen im EU-Parlament oder anderen politisch wichtigen Institutionen – dies ist wohl generell eine Ansichtssache, inwieweit hierdurch Demokratie wirklich gefördert wird.

Monsanto ist nun der erste Konzern, der aus dem EU-Parlament verbannt wurde.

So teilte Europaabgeordneter Sven Giegold mit, dass Lobbyisten und anderen Vertretern des Saatgutkonzerns die Zugangsausweise entzogen werden.

Anhörung zur Monsanto-Papers ignoriert

Zu der Massnahme ist es gekommen, weil sich Monsanto geweigert hat, zu einer Anhörung zu den sogenannten Monsanto-Paper zu erscheinen.

In der Anhörung sollte dem Verdacht, dass der Konzern in die Studien zu Glyphosat eingegriffen hat, nachgegangen werden.

„Wenn Monsanto in Europa Geschäfte macht, muss es sich auch vor dem EU-Parlament seiner Verantwortung stellen“, meinte Sven Giegold.

Nächste Woche, am 11. Oktober, ist eine Anhörung des EU-Parlaments geplant, zu der Vertreter und Gegner der Agrarindustrie erwartet werden.

Hier dürfte nochmals die Frage auf den Tisch kommen, inwieweit Monsanto die Studienergebnisse zu Glyphosat zu seinem Gunsten beeinflusst hat.

In den USA häufen sich derweil die Sammelklagen gegen den Konzern, auch wegen seinem umstrittenen Unkrautvernichter Dicamba.

„Wir haben so etwas noch nie zuvor gesehen“, so Kevin Bradley, Agrarexperte an der Universität Missouri.

So seien landesweit über eine Million Hektar Sojabohnen-Felder durch Verwehungen mit Dicamba verseucht.

Höchst umstrittene Unkrautvernichter und genmanipulierten Saatgut, für beide Produkte von Monsanto sind die Folgen für Landwirtschaft, Umwelt und generell die Gesundheit nicht absehbar.

Moderne Errungenschaften – Segen oder Fluch?

Beide „Phänomene“ sind erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommen. Geschichtlich gesehen wirklich absolutes Neuland.

Langsam scheinen die ersten Wirkungen sichtbar zu werden. Die Natur hat Millionen von Jahre gebraucht, um ein sehr sensibles und ausgeklügeltes System zu entwickeln.

Seit dem letzten Jahrhundert hat der Mensch zunehmend in dieses System eingegriffen und stärker und stärker Änderungen vorgenommen, die ein modernes und besseres Leben ermöglichen.

Gleichzeitig erleben wir seit den letzten Jahrzehnten eine Epedimie:

Weltweit gibt es soviele Kriege und Unruhen wie nie zuvor. Weltweit erkranken die Menschen an Allergien, Autoimmun-Krankheiten und Krebs in einem in dagewesenen Umfang.

Mindestens jeder vierte Mensch in der EU wird, statistisch gesehen, wohl an Krebs erkranken. In Deutschland dürfte die Zahl höher liegen.

Pestizide und genmanipuliertes Saatgut, von Konzernen wie Monsanto zur Verfügung gestellt und scheinbar die Errungenschaften, die moderne Landwirtschaft und die Ernährung überhaupt erst ermöglichen.

Es scheint, eine Landwirtschaft ohne die beiden ist nicht umsetzbar, oder?

Genmanipuliertes Saatgut und Pestizide

Quelle: Terra Iguana

Landwirtschaft ist sehr viel vielfältig und ich denke, die Vielfalt – von konventioneller bis ökokologischer Landwirtschaft ist wichtig. 

Aber wie bei allem ist es wichtig im Hinterkopf zu behalten, wer welche Interesse verfolgt. Und nicht aus den Augen zu verlieren, dass es immer mehrere Lösungsansätze gibt. 

Läuten technische Entwicklungen eine neue Ära ein?

Wie wir jetzt auf der Agritechnica 2017 wieder mit eigenen Augen bestaunen dürfen, die Technik schreitet rasant fort.

Die neueste Landtechnik erlaubt eine Produktion, die vor 10-20 Jahren undenkbar gewesen wäre.

Man denke nur an den Fendt Roboter XAVER, vom letzten Beitrag.

Fast jede derzeit entwickelte Landtechnik trägt dazu bei, den Einsatz von Pestiziden erheblich zu reduzieren. Manche Technik erlaubt gar für jede Pflanze fast eine Einzelbetreuung.

Mit fortschreitender Entwicklung kann Technik, wie der Roboter XAVER, günstiger angeboten werden und Landwirtschaft in anderen Dimensionen, beispielsweise für kleinere, lokale Regionen ermöglichen.

Die wirklichen Kosten von Pestiziden und genmanipulierten Pflanzen werden in den nächsten Jahren sicherlich deutlich sichtbarer werden.

Das zeigt die zunehmende Kritik, die auf neuere Erkenntnisse aufbaut, die scheinbar jetzt nach und nach ans Tageslicht kommen.

Vielleicht gehören die Errungenschaften des letzten Jahrhunderts, sprich Glyphosat und Co., wirklich dem letzten Jahrhundert an.

Meint Ihr, dass moderne Agrartechnik eine wirtschaftliche, ertragreiche Bearbeitung der Felder ermöglich, die mehr im Einklang mit der Natur steht?

Lebensmittel-Landwirtschaft-Agrarbetrieb

Lebensmittel – gähnende Leere ohne Import

Gähnende Leere. Keine Lebensmittel. Keine Gebrauchswaren. So präsentierte sich der Edeka Supermarkt in der Hamburger Hafencity. 

Aber bevor uns den Grund für die leeren Supermarktregale anschauen, kommen wir zunächst zum Thema des Tages. 

Heute ist es soweit: heute läuft die Frist ab, in der die EU-Kommission die Übernahme von Monsanto und Bayer überprüfen wollte. 

Bereits zwei dieser Großfusionen wurden in diesem Jahr von der Kommission genehmigt: die Fusion von Dow und Dupont sowie die Übernahme von Syngenta durch Chem China. 

Die Fusion von Monsanto und Bayer stellt eine Konzentration im bisher noch nicht gesehenem Ausmaß dar. 

Monsanto und Bayer – neuer König über Pestizide und Saatgut?

Die beiden zusammen würden den Pestizid-und Saatgutmarkt in einem Ausmaß dominieren, dass sie quasi bestimmen können, was auf den Felder wächst und was nicht. Und dies nicht auf einem kleinen, begrenzten Gebiet sondern, in diesem Fall, in der gesamten EU.

Die Konzerne argumentieren, dass die Fusion betragen wird, dass die Ernährung für die europäische Bevölkerung sichergestellt werden soll.

Und die Konzerne natnürlich nicht ihre Macht ausnutzen, um bestimmte Beschränkungen, etwa die Einführung von genmodifizierten Saatgut über gesetzliche Lücken oder ähnlichem, ausnutzen würden. 

Allerdings wissen wir alle, Shareholder sind nicht daran interessiert, wie Ihre Anteile an Wert steigen, nur dass sie steigen. 

Und wenn die Sicherstellung der Ernährung für Konzerne im Agrarsektor einen hohen Stellenwert haben würde, müssten sicher andere Strategien verfolgt werden. 

Bereits jetzt besteht eine große Abhängigkeit der Landwirtschaft hinsichtlich des Saatgutes und der Pestizide. 

Die Sorgen vor einer größeren Marktmachtstellung, die von den Fusionsgegnern geäußert werden, sind wohl nicht von der Hand zu weisen, wenn man sich die weltweiten Entwicklungen anschaut.

Denn beobachtet man, wie sich Konzerne in Gebieten der Erde verhalten, in denen sie nicht von politischen Hürden aufgehalten werden, dann ist ein kritisches Hinterfragen der Übernahme wohl ratsam. 

Aber generell reiht sich auch diese Übernahme in einen Prozess ein, der bereits Jahrzehnte anhält und weiter fortschreitet: 

Die Ernährung eines Landes obligt längst nicht mehr in den Händen eines Landes. Die Bereitstellung von Nahrungsmitteln ist weltweit aufgeteilt, mit einer zunehmenden Konzentration der Mitspieler. 

Und hier kommt die „gähnende Leere“ ins Spiel:

Lebensmittel aus der ganzen Welt

In einer Aktion gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat Edeka in der Hamburger Hafencity alle Lebensmittel aus den Regalen genommen, die importiert wurden. 

Mit Schildern wie „So leer ist ein Regal ohne Ausländer“ oder „Unsere Auswahl kennt heute Grenzen“ wollte der Supermarkt ein Zeichen setzen.

Aber für uns, ist die Aktion gerade auch aus einer landwirtschaftlichen Sicht beeindruckend.

Ohne Lebensmittel aus dem Ausland sind die Regale im Supermarkt leer. Punkt.

Mangos aus Asien, Rindfleisch aus Argentinien, Gemüse aus den Niederlanden, … sie werden als selbstverständlich angesehen. Bananen sind nichts exotisches. Man bekommt sie einfach zu kaufen. 

Kaum einer macht sich wahrscheinlich Gedanken, welche internationalen Verflechtungen und Trends hinter dem breiten Angebot stecken. 

So ist Deutschland für die Versorgung seiner Bevölkerung abhängig von Importen aus dem Ausland. 

Denn: die eigenen Ackerflächen nehmen zunehmend ab.

Weltweite Ackerflächen für deutsche Lebensmittel

Abgesehen von Phänomen wie der Flächenversiegelung, wird die vorhandene heimische Ackerfläche gern für den Anbau von Pflanzen für die Energiegewinnung und den Export genutzt.

Ein Drittel der deutschen Agrarproduktion wird ins Ausland exportiert

Derweilen nimmt die Ackerfläche im Ausland, auf denen für deutsche Lebensmittel geackert wird, zu.

Hierzu zählen beispielsweise solche landwirtschaftlichen Flächen, wie sie für den Anbau von Soja, das für die Fleischindustrie als Kraftfutter von Bedeutung ist, genutzt werden. 

Lebensmittel werden nicht mehr produziert, wo sie gebraucht werden, sondern wo die Produktion am günstigsten ist. Soll heißen, die Landwirtschaft ist weltweit hoch spezialisiert. 

Um beim Soja zu bleiben: Soja ist ein Eiweißfutter, dass in Übersee wesentlich günstiger hergestellt werden kann als heimisches Eiweißfutter, etwa Futtererbsen oder Ackerbohnen. 

Entsprechend hat sich in Deutschland die Ackerfläche für Leguminosen zurückgebildet.

Zwar ist es ein Ziel des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen auszubauen, aber ohne Importe kann der Bedarf bei weitem nicht gedeckt werden. 

So verbraucht Deutschland derzeit 4,2 Millionen Tonnen Sojaschrot. Schätzungsweise kann aus den in Deutschland selbst geernteten Mengen an gentechnikfreien Soja gerade einmal 0,03 Tonnen Sojaschrot gewonnen werden. 

Eine Reduzierung der Abhängigkeit ist quasi utopisch.

Auf der einen Seiten haben wir die Hersteller von Saatgut und Pestiziden, deren Entwicklungen auf eine Verringerung der Vielfalt an Nutzpflanzen mitsichbringt. 

Eine weltweite Konzentration auf wenige Sorten, die in Gebieten angebaut werden, in denen Größenvorteile enorme Kosteneinsparungen in der Produktion mitsichbringen. 

Auf der anderen Seiten stehen die Verbraucher, die nicht nur günstige Lebensmittel in immer ausreichender Menge verlangen. Die Essgewohnheiten weltweit passen sich weiterhin zunehmend an. 

Wer Supermärkte in anderen Ländern weltweit aufsucht, kennt das Phänomen, dass mittlerweile überall die gleichen Lebensmittel wie im heimischen Supermarkt zu finden sind. 

Kleine Variationen. Aber sonst das Gleiche. 

Andererseits nimmt die Nachfrage nach regionalen Produkten zu. 

Was meint Ihr: sind Trends wie die Regionalität nur Randerscheinungen für Träumer oder können sie wirklich die Produktion von Lebensmitteln nachhaltig beeinflussen?

Bayer-Monsanto-EU-Landwirtschaft

Wie Bayer von Monsanto profitieren will

Die Übernahme von Monsanto durch Bayer wäre der größte Zukauf eines deutschen Unternehmens im Ausland.

Ca. 30 Behörden müssen der Übernahme zustimmen. Einige Forderungen für die Genehmigung wurden bereits gestellt. Etwa von der südafrikanischen Wettbewerbsbehörde.

Ihre Auflage für ein Ja ist Bayers weltweite Aufgabe seiner Saatgut-Marke LibertyLink und dem dazugehörigen Unkrautvernichter Liberty.

Bevor wir uns der Frage zuwenden, was der Bayer von Monsanto für das Eigengeschäft lernen kann, lasst uns einen Blick auf  den aktuellen EU-Markt werfen:

Exporte von Agrarprodukten und Lebensmittel auf Höhenflug

Die Agrar- und Lebensmittelexporte der Europäischen Union sind auf Siegeszug.

Im März konnten sich die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 11,3 Prozent auf 12,7 Milliarden EUR steigern.

Dies entspricht dem höchsten monatlichen Exportwert der vergangenen 5 Jahre. Die Exporte in die USA, nach Japan, Russland und die Schweiz konnten den größten Zuwachs verzeichnen.

Der Export von Schweinfleisch scheint sich laut den Zahlen der EU-Kommission zu erholen.

In dem Zeitraum von April 2016 bis März 2017 konnte, gegenüber dem Vorjahreszeitraum, im Export von Agrarprodukten und Lebensmitteln eine Steigerung von 3,6 Prozent auf 133,5 Milliarden EUR erzielt werden.

Die wichtigsten Exportländer der Europäischen Union waren laut Bericht: Brasilien, USA, Argentinien und China.

Weitere Länder, die europäische Agrar- und Lebensmittel im größeren Ausmaß importieren sind: die Schweiz, die Türkei, Indonesien, die Ukraine und die Elfenbeinküste.

Nicht ganz so Jubeln tut der Europäische Markt für Landmaschinen:

Nachfrage nach Traktoren leicht rückläufig

Der Europäische Dachverband der Landmaschinenindustrie (CEMA) berichtet, dass im ersten Quartal dieses Jahres die Verkäufe von Landmaschinen um 1,3 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraumes lagen.

Aber schauen wir uns den Zuwachs und den Rückgang der Verkaufszahlen für die einzelnen Länder an:

  • Frankreich: -25,9 Prozent
  • Österreich: -10,3 Prozent
  • Niederlande: -2,3 Prozent
  • Belgien: +4,9 Prozent
  • Deutschland: +5,7 Prozent
  • Dänemark: +12,6 Prozent
  • Italien: +13,8 Prozent
  • Spanien: +22,3 Prozent
  • Großbritannien: +26,4 Prozent

Insbesondere der starke Rückgang der Nachfrage in Frankreich führte zu dem rückläufigen Gesamtergebnis.

Es wird mit einer anhaltenden negativen Entwicklung in Frankreich gerechnet.

Für Deutschland rechnet die CEMA mit einer steigenden Nachfrage nach Futtererntemaschinen und Pressen.

Mit dem durchwachsenem Ergebnis auf dem europäischen Inlandsmarkt setzt die CEMA ihre Hoffnungen auf den Export von Landmaschinen in andere Staaten.

Zuversicht über die zukünftige Entwicklung auf den Märkten äußert hingegen der Pharmachef von Bayer, Dieter Weinland.

Bayer will von Monsanto lernen

Die geplante Übernahme von Monsanto beschäftigt bereits seit Monaten die Schlagzeiten.

Die Eingliederung von Monsanto würde Bayer weltweit zur Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmittel katapultieren.

Weinland setzt darauf, dass Bayer in Punkto Gentechnik und Digital Farming von Monsanto profitieren kann.

Monsantos Ansätze in der „grünen Gentechnik“, sprich in der Landwirtschaft, könnten so auch in die „rote Gentechnik“, sprich in den medizinischen Bereich, übertragen werden.

Die digitalen Lösungen, die Monsanto für die Optimierung von Bewässerung, Düngung und beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einsetzt, könnten nach Weinland ebenfalls für den Pharmakonzern inspirierend sein.

„Digital Farming“ in der Pharmaindustrie? Nicht ganz. Aber auch im Gesundheitswesen spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle.

Der Trend geht hier zur computergestützten Diagnose und Behandlung.

„Unsere Wissenschaftler können da etwas von Monsanto lernen“, sagte Weinand.

Aber erstmal müssen Behörden rund um den Globus der Übernahme zustimmen. Bayer rechnet damit, dass Ende 2017 alles unter Dach und Fach ist.

Nach all der Statistik und Politik zum Abschluß noch ein Thema, dass wir alle lieben: Landtechnik.

INO Duplex 800 Mulcherkombination

Die Dreifach-Mulchkombination von INO ist zwar für den Einsatz auf Großflächen konstruiert, kann aber auch auf kleineren Flächen zum Einsatz kommen:

INO Großflächenmulcher Duplex 800

Quelle: Landwirt.com

In der Praxis konnte sich die Mulcherkombination behaupten. Bis zu sieben Hektor kann das Gerät pro Stunde bearbeiten und läuft dabei ruhig und geschmeidig.

Selbst mit einer Maschine wie dem 130 PS starken John Deere 6125R waren noch mindestens drei Hektar pro Stunde schaffbar.

Herzstück des Gerätes ist der Doppelspiralmotor. Nach Angaben des Herstellers verfügt er über elektronisch ausgewuchtete Wellen, die mit knapp 2.200 Umdrehungen pro Minute drehen.

Hohe Schlagkraft bei einem geringen Leistungsbedarf? Das klingt gut. Mit robuster und innovativer Technik möchte das Gerät am Markt punkten.

Mit der richtigen Technik macht das Arbeiten auf dem Feld auch richtig Spaß.

Es stellt sich nur die Frage, wohin es mit der Landwirtschaft gehen wird. Wie denkt Ihr über den Zusammenschluß von Bayer und Monsanto?

Glyphosat-herbizid-pestizid

Landwirtschaft: Ja für Glyphosat, Nein für John Deere

Ende 2017 wär sie ausgelaufen, die Zulassung für Glyphosat. Während Umweltverbände ein EU-weites Verbot fordern, da das Mittel unter anderem krebserregend ist, kam ein Gutachten der Europäischen Chemikalienagentur zu einem anderen Ergebnis.

Der Ausschuss für Risikobewertung in der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat die Ergebnisse bereits existierender Studien ausgewertet, also keine eigenen Test durchgeführt.

Außer schweren Augenschädigungen und dass es giftig für das Wasser-Ökosystem ist, soll das Mittel demnach ungefährlich sein.

Es bestehe demnach kein Krebsrisiko, wie es unter anderem von der Internationalen Krebsforschung kommuniziert wurde.

10 weitere Jahre für Glyphosat

Über die Gefährlichkeit des Mittels wird es wohl weiterhin kontroverse Aussagen geben.

Im Jahr 2015 wurde das Mittel von der Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Im Jahr darauf attestierte sie jedoch das genaue Gegenteil, dass das Pestizid keinerlei Risiko für Krebs birgt. Es denke sich jeder seinen Teil.

Die EU-Kommission muss aber in diesem Jahr über die weitere Zulassung entscheiden. Die Aussage der ECHA ist hierfür die Grundlage.

Und die Wissenschaftler der Agentur bescheinigen Glyphosat die Ungefährlichkeit.

EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis legte nun auch den langerwarteten Vorschlag vor.

Demnach soll die Zulassung für das Pestizid um weitere 10 Jahre verlängert werden, während das Netzmittel Tallowamin weiterhin verboten ist.

Ein Verbot soll es für den Einsatz von Glyphosat vor der Ernte und in öffentlichen Parks und Spielplätzen geben.

Im Juni wird über den Vorschlag von dem Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (PAFF) entschieden.

Nur wenn die EU-Staaten mit einer qualifizierten Mehrheit dem Vorschlag nicht zustimmen, wird dieser nochmals überarbeitet werden müssen.

Eine Verlängerung wär bis zu 15 Jahre möglich gewesen. Auf welchen Verlängerungszeitraum der Ausschuss sich letztendlich einigt, bleibt noch abzuwarten.

Es könnte hierbei zu Kompromissen kommen, um die eine oder andere Stimme eines Mitgliedsstaates noch zu erhalten.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan äusserte sich positiv zu dem Vorschlag und begrüsst, dass Glyphosat nun weiterhin in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.

Bei John Deere ist man hingegen derzeit alles andere als glücklich.

Übernahme von Monsanto-Sparte durch John Deere geplatzt

Der Landmaschinenhersteller wird das „Pecision Planting LLC equipment“ – Geschäft von Monsanto nicht übernehmen.

Monsanto hat sich von den seit 2015 laufenden Verhandlungen zurückgezogen.

Im August letzten Jahres leitet bereits das US-Justizministerium rechtliche Schritte gegen die Übernahme ein. Es argumentierte, dass die Akquisition dem Wettbewerb schaden würde.

Die Übernahme der Sparte durch John Deere hätte dazu geführt, dass die Verwendung von schneller und präziser Pflanztechnologien den Landwirten teuer zu stehen kommt.

John May, Präsident der Abteilung Agricultural Solutions bei John Deere, äusserte sich, dass John Deere „tief enttäuscht über dieses Ergebnis ist“.

John Deere und Monsanto hatten sich darauf vorbereitet, in diesem Jahr ihren Fall nochmals vorzutragen, um die Genehmigung für die Übernahme zu erhalten.

„Mit der Chance dies zum Abschluß zu bringen, glauben wir, es war klar ersichtlich, dass die Hürde der Transaktion auf eine falsche Einschätzung des Marktes beruhte.“ John May

Monsanto bestätigte unterdessen, dass seine Tochtergesellschaft Climate Corp. weiterhin an dem Verkauf des Geschäftsfeldes mit präzisen Pflanztechnologien interessiert ist. Das Unternehmen möchte sich ausschließlich auf seine digitale Landwirtschaftsplattform fokussieren.

Es werden derzeit Gespräche mit anderen potentiellen Käufern geführt.

Das Precision Planting Equipement Geschäft wurde im Jahr 2012 für 210 Millionen Dollar von Monsanto erworben.

Mit der gescheiterten Akquisition ist auch die digitale Kooperationsvereinbarung hinfällig.

Kunden von John Deere, die die Climate FieldView-Plattform und John Deeres Wireless-Data-Server-Technologie zur Datenübertragung nutzen, sind hiervon aber nicht betroffen.

Aber schauen wir doch zum Schluss noch aufs Feld. Derzeit steht bei Zuckerrüben die zweiten oder dritten Nachlaufbehandlungen an.

Bekämpfung von Unkräutern bei Zuckerrüben

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) erwartet eine rasche Entwicklung der Rüben aufgrund des wüchsigen Wetters.

Die Rüben befinden sich auf den Großteil der Flächen in einem guten und stabilen Zustand.

Die Unkrautsituation variiert von Feld zu Feld sehr stark, aber es ist nun die Zeit, auf eine sichere Bekämpfung der Unkräuter zu achten.

Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben

Quelle: Housi Bracher

Nachlaufbehandlungen haben sich als effektive und kostengünstige Unkrautkontrolle bewährt.

Folgende Herbizide empfiehlt der LIZ 

  • Gänsefuß und Melde im Laubblatt: Metamitron, blattaktive PMP-Produkte und Öl
  • Große und/oder schwere bekämpfbare Unkräuter: blattaktiv Debut einsetzen
  • Spezielle Unkräuter im Laubblatt: Chlopyralid (Lontrel/Vivendi) zusetzen
  • Verhindern des erneuten Auslaufens: Spectrum aufgrund seiner versiegelnden Wirkungen; Additivwirkung des Mittels bei Mischungen beachten
  • Starker Grasdruck: separate Behandlung vor der dritten Nachlaufbehandlung

Mittelkombinationen aus Blatt- und Bodenherbiziden erzielen nicht nur witterungsunabhängig gute Wirkungen, sie erlauben auch Wirkungslücken zu erschließen, so dass verschiedene Unkrautarten wirkungsvoll bekämpft werden.

Stellt sich abschließend die Frage, wie es um Eure Meinung zum Glyphosatvorschlag und der gescheiterten Fusion steht. Begrüßt Ihr diese oder bedauert Ihr eher das Ergebnis? Warum?

megafusion-in-der-landwirtschaft-bayer-monsanto

Megafusion Bayer-Monsanto: One-Stop Shop in der Landwirtschaft

Seit gestern ist der Begriff One-Stop Shop bzw. „Alles aus einer Hand“ auch bei uns in der Landwirtschaft kein Fremdwort mehr. Das verdanken wir der Mega-Übernahme von Monsanto durch Bayer für schlappe 66 Milliarden USD.

Das deutsche Unternehmen erobert die ‚Chartspitze‘ der Agrarchemiebranche und wird zum Weltmarktführer.

Gemunkelt wurde schon lange aber seit gestern Mittag ist es offiziell. Auf CNN und CNBC diskuttierten amerikanische CEO’s aus dem Agrarsektor und Börsenexperten über die weltweiten Konsequenzen dieser Fusion. Auch deutsche Medien berichteten darüber, jedoch nicht so ausführlich wie die Amerikaner. Dies lag vielleicht auch daran, dass diesmal ein amerikanisches Unternehmen aufgekauft wurde – denn oft ist es anders herum.

Bayer wird zur Nr. 1 im Geschäft der Agrarchemie

Folgendes schonmal vorneweg: Es handelt sich hierbei um die höchste Summe, die jemals von einem deutschen Unternehmen für eine Übernahme bezahlt wurde.

==> 66 Milliarden USD, so der Kaufpreis

==> das sind umgerechnet knapp 59 Milliarden EUR

==> für Aktionäre sind das 128 USD je Aktie in Bar

Wie soll dieser Deal finanziert werden?

Die deutsche Bayer AG plant hierfür eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital.

Anbei ein kurzes Interview der beiden Herren die das Ganze über die Bühne bringen wollen. Es handelt sich um die CEOs der beiden Unternehmen – Werner Baumann, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und CEO von Monsanto…

Landwirte & Verbraucher aus den USA und Deutschland machen sich große Sorgen

Während die beiden Gentleman lächeln und sich über die Einigung freuen, tobt das Volk.

Die Anzahl der Dislikes auf YouTube bei Videos die über die Fusion berichten, überwiegen bei Weitem die Likes. Die Streams sind mit negativen Kommentaren überfüllt und die Reaktionen auf Facebook, Twitter, Google Plus & Co. sind alles andere als rosig.

In den aktuellen AgroNews von AgroPages.com heisst es

„The German company is aiming to create a one-stop shop for seeds, crop chemicals and computer-aided services to farmers.“

Übersetzt bedeutet das

„Das deutsche Unternehmen zielt darauf ab, einen One-Stop-Shop für Saatgut, Ernte Chemikalien und computergestützte Dienste für Landwirte zu schaffen.“

Die Welt macht sich Sorgen, vor allem Landwirte und Verbraucher.

Sollen wir jetzt alles nur noch von einem Anbieter kaufen? Was bedeutet das für die Landwirtschaft? Diktiert jetzt nur noch ein Großer die Preise und wir sind gezwungen zu diesen Konditionen zu kaufen oder gegebenenfalls unser Betrieb zu schließen?

Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern – soll heissen:

  • Monsanto-Aktionäre müssen zustimmen
  • Kartellbehörden müssen grünes Licht geben

Die Konzerne hoffen auf die Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden bis Ende 2017. Sollte es nicht dazu kommen, dann wird Bayer eine sog. Ausfallzahlung von 2 Milliarden USD an Monsanto vornehmen. Das wurde von deutscher Seite bereits zugesichert.

Worin liegt die Attraktivität der Firma Monsanto?

In erster Linie, liegt diese in der führenden Rolle des amerikanischen Unternehmens beim Digital Farming.

Monsanto hat in vielen Farming 4.0 Projekten mit John Deere zusammen gearbeitet und weiss daher ganz genau wo der Schuh auf Landtechnikhersteller-Seite drückt. Bei der Verflechtung Digitale Technik und Landwirtschaft hat Monsanto die Nase vorn. Durch den Kauf sichert sich Bayer damit einen klaren Vorsprung beim Thema Digital Farming.

Zweitens, sticht Monsanto durch sein vielfältiges Know-how im Bereich der Biotechnologie hervor; eine Spalte die für Bayer im Zuge der wachsenden Bevölkerung immer wichtiger wird.

Innovation aus den USA + bewährte Systeme und Prozesse aus Deutschland = ergibt die Nr. 1 der Agrochemiebranche

Sind Fusionen ein Ausweg aus der Misere?

Die Branche steht unter Druck, das wissen wir alle.

Woher kommt diese Schwäche?

Aus einer Kombination von niedrigen Preisen und schwacher Nachfrage.

Bühne, Licht und Kameras sind bereit für das Fusionsspiel. Die Auftritte wurden perfekt in Szene gesetzt und die ganze Welt schaut sprachlos zu. Welcome zur neuen Agrochemie-Serie mit den Hauptdarstellern A + B + C.

Und jetzt im Klartext:

  1. Darsteller A: Bayer durch die Mega-Fusion mit Monsanto
  2. Darsteller B: ChemChina durch Übernahme des schweizer Agro-Konzerns Syngenta (US-Behörde hat vor ein paar Wochen die Milliarden-Übernahme genehmigt)
  3. Darsteller C: Dow Chemical & Dupont (Zusammenschluss wird noch verhandelt)

Ach ja, ein weiterer Darsteller steht an der Bühne und bittet um Zutritt. Es handelt sich um den kanadischen Düngemittelhersteller Potash der nach dem Scheitern der Übernahme von K+S nun mit dem Hersteller Agrium fusionieren will.

Landwirtschaft der Zukunft

Die letzten Schachzüge die in der Agrochemiebranche vollbracht werden, sorgen für eine Menge Zündstoff.

Das Konzept „Alles aus einer Hand“ kann sehr gefährlich sein. Nun ist es aber so, dass wir solche Tendenzen nicht nur in der guten alten Landwirtschaft feststellen, sondern querbeet auch in anderen Branchen.

Die Handelslandschaft in Deutschland hat sich komplett verändert. Wir haben nicht mehr so viele Wahloptionen wie früher. Tante Emma ist fast tod. Heute heisst es für Stadtbewohner Edeka, Rewe, Aldi oder Lidl. Ja, da gibts noch einen Kaufland oder Real aber die befinden sich meistens ausserhalb der Zentren.

Beim Onlinehandel greifen wir größtenteils auf Amazon oder eBay zurück. Bei Smartphone-Systemen ist es Apple oder Google. Und bei PKWs werden es bald Tesla, Apple oder Google sein, wenn die deutschen Automobilhersteller den Switch zu autonomen PKWs nicht rechtzeitig hinbekommen.

Erleben wir den gleichen Trend auch in der Landwirtschaft? Konzentriert sich die Macht in immer weniger Händen?

Ist irgendwie erschreckend, meint Ihr nicht auch?

Was haltet Ihr von der Fusion Bayer-Monsanto? Was heisst das für Euer Betrieb und insgesamt für die Landwirtschaft?