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Superfood-Lebensmittel-Landwirtschaft

Superfood: Was ist so super an Superfoods?

Der Begriff ist in aller Munde: Superfood. Aber wer weiß wirklich was Superfoods sind?

Superfoods – Gesundheit und Vitalität im Übermaß, der Jungbrunnen für Trendsetter, etwas für den gefüllteren Geldbeutel.

Diesen Eindruck bekommt man, wenn man sich die Supermarktregale, Verpackungen oder gar Preise in den Abteilungen anschaut, die Lebensmittel enthalten, die irgendwie anders sein sollen.

Wie das „Super“ in „Superman“ verspricht das „Super“ in „Superfoods“ besondere Kräfte zu enthalten.

Aber bevor Ihr Euch Gemüse im Spandexanzug mit Umhang vorstellt, das das Böse der Welt bekämpft, lasst uns noch auf eine Meldung dieser Woche kucken, die an anderer Stelle für dringend benötigte Hilfe sorgen kann:

Provisorische Güllelager als Notfalllösung

Viele Landwirte in Schleswig-Holstein hat das Wetter der letzten Monate wahrlich verzweifeln lassen. Die Felder sind seit Monaten völlig durchnässt und unbefahrbar.

Die Ausbringung der Gülle wurde zu einem Vorhaben, das einfach nicht umgesetzt werden. Auf den matschigen Böden würden die schweren Geräte einfach nur versinken und steckenbleiben.

Nicht nur, stellt dies eine hohe Belastung für die Landwirte dar. Auch die Umwelt ist durch überlaufende Güllebehälter gefährdet.

Und ein Ende der Lage ist nicht in Sicht. Neben den Wetterbedingungen tragen auch die aktuellen Sperrfristen für die Düngeausbringung zu einer Zuspitzung der Lage bei, denn:

Wohin mit der Gülle?

In Schleswig-Holstein haben die anhaltenden Niederschläge eine akute Notsituation herbeigeführt, für die das Umweltministerium in Kiel mit einer Notlösung für Entspannung sorgen will.

In den kommenden Monaten ist es den Landwirten erlaubt, provisorische Lagerbecken für Gülle zu errichten.

Diese unterliegen strengen Auflagen, bei denen insbesondere der Schutz des Grundwasser und der Oberflächengewässer Priorität haben.

Laut Robert Habeck, Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister, wird mit den Notfallmaßnahmen lediglich die Folgen eines viel größeren Grundproblems bekämpft:

„Die intensive Tierhaltung stößt vor allem auf dem Geestrücken an Grenzen. Wir haben dort zu viel Gülle und Gärrückstände auf zu wenig Fläche. Wir brauchen dringend eine Strategie, die Landwirten gutes Einkommen sichert, ohne auf immer mehr Tiere und immer mehr Leistung zu setzen.“

Neben dem Bau der Notfallbehälter, wird zudem nach vorhandenen, nicht ausgelasteten Kapazitäten gesucht. Hier kommen etwa leerstehende Lagerbehalter auf ehemaligen Landwirtschaften oder die Lagerung in anderen Bundesländern, etwa in Erdbecken in Brandenburg in Betracht.

(Quelle: NDR.de, AgE, Euwid Wasser und Abwasser)

Von Gülle zu Superfoods mag es jetzt ein großer Sprung sein, oder auch nicht, denn bei spielen Nährstoffen im Boden eine Rolle.

Vielfach wird angeprangert, dass aufgrund der ausgelaugten Böden viele Lebensmittel und Speisen kaum noch Nährstoffe und Vitamine enthalten.

Superfoods sollen als wahre Nährstoffbomben propagiert das Defizit ausgleichen können.

Superfood – alles super oder was?

In der Europäischen Union ist der Begriff „Superfoods“ auf Verpackungen verbannt, es sei denn, die Behauptung, dass es sich um Superfood handelt, kann wissenschaftlich belegt werden.

In den USA hingegen gibt es keine Regulierung oder rechtliche Festlegung, was ein Superfood eigentlich ist.

Mit anderen Worten: Superfood kann alles oder nichts sein.

Das Wort, was heute in aller Mund ist, wurde von Steven Pratt MD, erfunden. Er hat es als Titel für sein in 2004 veröffentlichtes Buch gewählt.

In diesem beansprucht er für sich, die wichtigsten nährstoffreichen Lebensmittel ausfindig gemacht zu haben, die bedeutend für den Erhalt einer optimalen Gesundheit sind.

Sein Fokus lag vor allem auf Nährstoffe, die das Leben verlängern können. Man könnte sagen, den Begriff „Superfoods“ zu kreieren, war ein guter Marketingschachzug. Der noch immer funktioniert.

Zumeist verbinden wir Superfoods mit exotischen Lebensmitteln wie Quinoa, Gojibeere, Amaranth, Avocado, Chiasamen, …

Aber dabei hat auch die heimische Natur viel zu bieten: Holunderbeere, Leinsamen, Brennessel, Johannisbeere bis hin zum Grünkohl, um nur einige zu nennen.

Sie sind nicht nur wesentlich günstiger, sondern ebenso nährstoff- und vitaminreich. Und ebenso vielfältig in der Küche einzusetzen.

Heimisches vs. exotisches Superfood

Quelle: Galileo

Ihr seht, auch heimische Superfoods müssen nicht langweilig sind und haben auch für den kleineren Geldbeutel viel zu bieten. 

Es muss nicht die bisher unentdeckte Beere eines weit entfernten Naturvolkes sein, die wir verzerren müssen, um unserer Gesundheit zur erhalten, zurückzuerobern oder ähnliches. 

Wie bei allem lohnt es sich auch, zu hinterfragen und den Kontext zu sehen: Wie hilfreich ist der zusätzliche Verzerr von Gojibeeren, wenn ich täglich einen Schokoriegel, Kekse oder ähnliches esse? 

„Zuckerreiche Müslis oder Milchprodukte werden mit ein paar Acaí-Beeren nicht gesünder“, so Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Meistens hat das, was man nicht isst, eine wesentlich größere Wirkung auf die eigene Gesundheit als das, was man zusätzlich isst.

Wie steht es mit Euch: auf welche Nahrungsmittel setzt Ihr, wenn es um Eure Gesundheit geht?

Insekten-Landwirtschaft-Lebensmittel

Sind Insekten das Nahrungsmittel der Zukunft?

Kulinarische Erlebnisse aus der ganzen Welt erfreuen sich in Europa großer Beliebtheit. Insekten auf dem Teller sind hierzulande jedoch noch eine Seltenheit.

Was bei den meisten Europäern wohl eher Brechreiz auslöst, ist in anderen Teilen der Welt, etwa in Asien und in vielen Ländern der südlichen Hemisphäre, seit Jahrtausenden ein ganz „normales“ Lebensmittel.

Und denkt nicht, dass Insekten nur von Naturvölkern und dem armen Teil der Bevölkerung verzerrt wird.

Für 2 Milliarden Menschen sind Insekten ein ganz normales Nahrungsmittel und werden zumeist wegen ihres Geschmackes verzerrt.

Der Geschmack von Insekten wird teils sogar so sehr geschätzt, dass sie in manchen Ländern ein hochpreisiger kulinarischer Genuss sind.

Die Akzeptanz steigt stetig, aber dennoch sind Insekten in Europa bisher eher noch eine Kuriosität.

Ob in Lutschern oder in trendigen Restaurants, in denen die Tierchen kunstvoll auf dem Teller angerichtet werden – Insekten zu essen hat eher etwas mit Mutprobe oder exotischem Erlebnis zu tun.

Aber seit Jahren wird auch in der EU kräftig geforscht, wie die kleinen Krabbeltiere manches Problem der Ernährung besser lösen können.

Sind Insekten die Nahrungsquelle der Zukunft?

Repräsentanten der  FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) würden diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Laut der FAO sollten wir mehr Insekten essen.

In 2050 wird die Weltbevölkerung auf 9 Billionen Menschen angewachsen sein. Schon heute sind die begrenzten Ressourcen ein Problem.

Nur beim Erwähnen von Stichworten wie Boden, Wasser, Wald, Fische, Artenvielfalt oder nicht erneuerbare Energien werden Euch jede Menge bekannte Problemthemen durch den Kopf gehen.

Aber wie sollen Grillen, Käfer und Co. diese Probleme der Menschheit lösen?

Nahrhaft und Nachhaltig

Die Vorteile von Insekten lassen sich wohl mit diesen beiden Adjektiven am besten beschreiben. Sie sind nahrhaftig und nachhaltig.

Insekten als nahrhaftes Lebensmittel

Wusstet Ihr, dass Insekten ein sehr gesundes Lebensmittel sind?

Sie enthalten viele Mikronährstoffe wie Eisen, Selen, Magenesium, Kupfer und Zink und reichlich Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren und auch Vitamine.

Nachhaltige Produktion von Insekten

Aber das Insekten so als Nahrungsmittel der Zukunft gesehen werden, liegt wohl eher an den folgenden Vorteilen:

Bessere Umweltbilanz

Insekten sind Kaltblüter, d.h. sie verwerten Futter wesentlich effizienter.

Als Futter können organische Abfälle aller Art verwendet werden.

Das Wegschmeißen von Lebensmitteln ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft. Als Futter für die Krabbeltiere wär der Abfall nicht verschwendet.

Sie produzieren auch wesentlich weniger schädliche Treibhausgase.

Schont die Ressourcen

Für ein Kilogramm Heuschreuke braucht es nur 8 Liter Wasser. Im Gegensatz dazu: für einen Kilogramm Rinderbraten braucht es zumindest 20.000 Liter Wasser bei der Produktion.

Generell werden für die Produktion gleicher Mengen an Eiweiß weniger Futter oder auch Land benötigt.

Erhalt der Biodiversität

Als Ersatz für Inhaltsstoffe wie Fischmehl oder Soja, kann die Umwelt erheblich besser geschützt werden:

das Ausbeuten der Meere als auch das Abholzen von Regenwälder könnte erheblich eingeschränkt werden.

Da Insekten ganz einfach auch lokal oder regional gezüchtet werden können, ist man nicht auf andere geographische Regionen angewiesen.

In der Tat sind Vorreiter bereits am Entwickeln der ersten „Eiweißmaschinen“ für daheim:

Die Insektenfarm für zu Hause

Quelle: Galileo

Die Insektenfarm für zu Hause? Wahrscheinlich braucht es hierfür noch ein bisschen mehr Gewöhnungszeit.

Die Ernährungsindustrie macht sich derweil Gedanken, wie die kleinen Larven in Burgern, Fitnessriegeln, Currywurst und Co. Akzeptanz finden können.

Der Kopf scheint für den Verzehr die größte Hürde zu sein. Verarbeitet wird man geschmacklich die Inhaltsliste wohl nicht mehr herausschmecken.

Und ehrlich, wenn man auf die Inhaltsstoffe von verarbeiteten Lebensmittel schaut, sind dann die Würmer nicht eine bessere Alternative?

Wenn Verbraucher die chemischen Zutaten ihrer Nahrung in ihrer Ausgangsform sehen würden, würde ihnen wohl auch ganz mulmig werden.

Das sie oft zudem giftig für die Gesundheit sind, ist auch zu genüge bekannt. Also auf ins Insektenzeitalter?

Hürden für die allgemeine Verbreitung

So einfach ist es dann auch nicht, denn die rechtlichen Rahmenbedingungen sind sehr komplex. In der EU sind Insekten bisher nicht als Nahrungsmittel zugelassen.

Denn auch wenn in anderen Teilen der Welt der Verzerr normal ist, beim Züchten, Verarbeiten und Vermarkten im großen Stil müssen auch Insekten die rechtlichen Bestimmungen der EU in Punkto Lebensmittelsicherheit einhalten.

Ausserdem weiss man generell noch sehr wenig zu den Nutz- und Nährwerten dieser Tiergruppe.

Was passiert in den Körpern mit den Nährstoffen, wenn die Tiere in den diversen Formen verarbeitet werden und wie sind die Auswirkungen? Wie sieht es aus mit Allergien, Krankheiten oder ähnlichem? Hier sind noch viele Fragen offen.

Und natürlich stellen sich auch ethische Fragen. Wir kennen die Fragen, die sich heutzutage beim Züchten und Verarbeiten von Tieren stellen.

Diese werden zwangsläufig auch bei der Produktion von schwarzer Soldatenfliege, Mehlkäfer oder der Wanderheuschrecke aufkommen.

Die Schweiz hat als erstes Land Insekten bereits als offizielles Nahrungsmittel zugelassen.

Seit Mai 2017 können Mehlwürmer, Grashüpfer und Grillen dort ganz normal in Supermärkten gekauft werden.

Die EU zieht mit einer Verordnung nach, die ab 2018 Insekten als Nahrungsmittel zulässt.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir kleine Fliegenfarmen neben unserer Kräuterbank zum Kochen stehen haben.

Als Inhaltsstoffe für Tierfutter und andere Produkte könnten Insekten jedoch schon bald eine große Rolle spielen.

Erste Produktionsanlagen werden hierfür bereits erbaut. So etwa gerade in den Niederlanden.

Eine große Anlage zur Züchtung von Fliegenlarven soll 2018 den Betrieb aufnehmen und auf Basis von Lebensmittelresten Tierfutter produzieren.

Welche Auswirkungen wird Eurer Meinung nach die Zulassung ab 2018 auf die deutsche Landwirtschaft haben?

Lebensmittel-Direktvermarktung-Landwirtschaft

Lebensmittel – Regionalität und Qualität sind gefragt

Der Anteil, den Verbraucher von Ihrem Einkommen für Lebensmittel ausgeben, wird immer kleiner. Von einem Euro Ausgaben für Nahrungsmittel gehen nur noch 22 Cent an den Landwirt. 

Der aktuelle Situationsbericht 2016/2017 des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gibt ein umfassendes Bild der Landwirtschaft in Deutschland wieder.

Der Report spricht viele Themen, von Ressourceneinsatz, über die Agrarstruktur bis hin zu agrarpolitischen Themen an.

Er zeigt auf, wie wichtig die Landwirtschaft für die Volkswirtschaft in Deutschland ist.

Landwirtschaft ist wichtig für die deutsche Volkswirtschaft

Mit 52 Milliarden EUR Produktionswert, liegt der Agrarsektor deutlich über dem anderer Branchen, so etwa der Pharmaindustrie (46 Milliarden EUR).

Die wirtschaftlichen Indikatoren wie  Bruttowertschöpfung, Produktionswert oder gar Erwerbstätige in der Landwirtschaft weisen sinkende Zahlen für die letzten Jahre auf.

Aber dennoch, mit Ihrer Nachfrage, zum Beispiel nach Investitionsgütern, Betriebsmittel und Dienstleistungen stützt die Landwirtschaft die restliche Wirtschaft enorm:

Im Jahr 2015 betrugen die produktionsbedingten Ausgaben 44,1 Milliarden Euro. Davon fielen alleine 9,5 Milliarden auf Investitionen für Bauten und Maschinen.

Wusstet Ihr, dass auf einen landwirtschaftlichen Arbeitsplatz sieben weitere Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen kommen?

Besonders interessant fand ich allerdings auch die Statistiken zum Verbrauch und Verkauf von Lebensmitteln:

Die Ausgaben der Deutschen für Lebensmittel

Die deutschen Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke liegen mit 3 Prozent knapp über dem Europäischen Durchschnitt.

Die Preise in der Europäischen Union schwanken jedoch sehr stark mit Preisen in Dänemark von über 45 Prozent über dem Durchschnitt und Polen mit nur 63 Prozent des Europäischen Mittels.

Insgesamt geben die Verbraucher in Deutschland immer weniger Ihres Einkommens für Lebensmittel aus.

Die Einkommen der Verbraucher steigen, die Preise für Lebensmittel stiegen jedoch nur unterdurchschnittlich an.

Anfang der 70er Jahre erhielten wir Landwirte von einem Euro, der für Nahrungsmittel ausgegeben wurde, noch 48 Cent. In 2015 waren es nur noch 22 Cent.

Wobei es auch hier starke Schwankungen gibt: bei Milch- und Milcherzeugnisse betrug der Anteil 38 Prozent, bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnisse knapp 5 Prozent.

Zusammengefasst drücken die folgenden Zahlen die Entwicklung seit den 50er Jahren ziemlich gut aus:

  • die Löhne eines Industriearbeiters sind um mehr als das 23-fache gestiegen
  • die Brotpreise sind um das 11-fache gestiegen
  • die Getreidepreise haben sich nicht geändert

Bei einem Anstieg des Weizenpreises seit 1950, der nur der Inflationsrate entspricht, könnten wir für einen Doppelzentner (100 Kilogram) heute 87 Euro Erlös erhalten.

Lebenmittelhandel starke Machtposition in Deutschland

In anderen Branchen ist es üblich, sich höhere Produktionskosten entsprechend vom Verbraucher entlohnen zu lassen.

In der Ernährungsindustrie ist dies jedoch ziemlich schwer, denn die Verhandlungsmacht ist in Deutschland ziemlich klar verteilt:

Die 5 größten Deutschen Lebensmittelhändler vereinen einen Marktanteil von fast 75 Prozent!

Ihnen gegenüber stehen dagegen 6000 überwiegend kleine und mittelständische Hersteller von Lebensmitteln.

Und in Deutschland ist der Anteil an Discountern mit 42,3 Prozent weiterhin sehr hoch. Mit dieser Preismentalität unterscheidet sich Deutschland international auch von vielen anderen Ländern.

Regionale Lebensmittel liegen im Trend

Neben dem Preis ist aber ein weiterer Punkt für die Deutschen sehr relevant: Regionalität.

Regionale Lebensmittel werden von den Verbrauchern mit Geschmack, Qualität, Frische und Förderung der regionalen Wirtschaft in Verbindung gebracht.

Eine Umfrage (BMEL-Ernährungsreport 2016) ergab folgende Kriterien für den Einkauf:

Wonach kaufen Deutsche ihre Lebensmittel?

  • 75 % achten darauf, dass die Produkt aus ihrer Region kommen
  • 61 % schauen auf die Produktinformationen, etwa Nährstoffangabe
  • 58 % wollen preiswert einkaufen
  • 38 % kaufen Produkte einer bestimmten Marke
  • 33 % orientieren sich an bestimmten Siegeln
  • 28% probieren auch mal gerne Produkte aus der Werbung aus

Insbesondere die ersten beiden Faktoren werden mit zunehmenden Alter für Verbraucher relevant. Je älter die Kunden, desto mehr scheint auf die Qualität geachtet zu werden.

Ich habe Euch die oben genannten Statistiken aber nicht einfach nur rausgesucht, weil sie interessant sind.

Sie zeigen enorme Marktpotenziale für uns Landwirte auf. Lebensmittel müssen nicht immer nur über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden.

Einkaufen direkt vom Erzeuger

Quelle: buten un binnen

Für den ein oder anderen Betrieb lohnt sich die direkte Vermarktung an die Kunden.

Hierzu zählen nicht nur der klassische Hofladen, der Stand am Bauern- oder Wochenmarkt oder der saisonale Verkaufsstand an der Straße.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, weitere Kundenkreise zu erschliessen, etwa den gestressten Großstädter, der es nicht bis zum Hofladen schafft.

Ihr könnt die Direktvermarktung nicht alle wuppen oder bietet zu wenige Produkte auf Eurem Hof an? Vielleicht könnt Ihr mit einem Hof Eurer Region kooperieren.

Auch muss es nicht immer das frische Rohprodukt sein. Bequemen Fertiggerichte mit hoher Qualität sind ebenso gefragt.

Ihr seht, die Möglichkeiten der Direktvermarktung sind vielfältig und äußerst flexibel. Der Einstieg sollte jedoch auch wohl überlegt und geplant sein.

Denn wie im obigen Beitrag gezeigt wurde, die Direktvermarktung von Lebensmitteln bringt teils große Veränderungen für den Betrieb mit sich.

Es geht nicht ohne eine gute Organisation und Logistik. Und noch weniger ohne ein gutes, noch besser sehr gutes, Marketing- und Vertriebskonzept, das allem zugrunde liegt.

Welche Ratschläge könnt Ihr aufgrund Eurer Erfahrungen anderen auf Ihrem Weg zur Direktvermarktung mitgeben?

Lebensmitteln in Deutschland Verbrauchermonitor

Antibiotika, Glyphosat & Co. in Lebensmitteln: Was sagen die Deutschen

Es ist soweit, der dritte BfR-Verbrauchermonitor ist da und die Ergebnisse sind alles andere als „eindeutig“. Fakt ist, mehr als die Hälfte der Befragten sind über die Themen Antibiotikaresistenzen, gentechnisch veränderte Lebensmittel, Reste von Pflanzenschutzmitteln und Mikroplastik in Lebensmitteln besorgt.

Für den heutigen Blog habe ich mir ein etwas kontroverseres Thema ausgesucht, insbesondere vor dem ganzen Durcheinander mit der EU-Glyphosat-Entscheidung und den wiedersprüchlichen Aussagen des WHO (zuerst sind WHO-Forscher zum Ergebnis gekommen, dass Glyphosat wahrscheinlich Krebs verursacht — später revidierten diese ihre Entscheidung mit der Behauptung, dass es unwahrscheinlich sei, dass Glyphosat ein Krebsrisiko für Menschen darstellt).

Dass Verbraucher dabei völlig verunsichert werden, interessiert so richtig keinen. Oder doch?

Bevor ich auf die wichtigsten Erkenntisse des letzten BfR-Verbrauchermonitors eingehe, möchte ich noch zwei aktuelle Meldungen mit Euch teilen…

1. Kubota übernimmt Great Plains Manufacturing in Kansas, USA.

Die Kubota-Gruppe mit Sitz in Osaka, Japan macht sich durch die Übernahme von Great Plains jetzt auch in den USA stark. Bereits in 2012 hatte das Unternehmen durch den Kauf von Kverneland seine Position im europäischen Landtechnikmarkt gesichert.

Die fünf Geschäftsbereiche von Great Plains (kurz GP) die in das Kubota-Business integriert werden, umfassen:

  • GP Agricultural – stellt Landmaschinen her für Saat, Bodenbearbeitung und Pflanzenschutz
  • Land Pride – produziert Geräte für die Grundstückspflege und Grünflächenbearbeitung
  • GP International – Vertrieb weltweit
  • GP Acceptance Corporation – Finanzierung
  • GP Trucking – Spedition

Great Plains beschäftigt mehr als 1.400 Mitarbeiter an seinen Standorten in den USA und England.

2. Bayer soll für 40 Milliarden USD Monsanto übernehmen wollen.

Das Übernahmespiel geht in die nächste Runde. Nach dem ganzen Chaos rundum Syngenta, steht jetzt Monsanto ganz stark im Fokus.

Nach Angaben von Bloomberg prüft Bayer ein Milliardenangebot, um Monsanto übernehmen zu können. Die Finanzwelt brodelt und die Aktien schiessen nach oben. Von den beiden Unternehmen gab es zu den Gerüchten noch kein Kommentar.

Anscheinend befindet sich auch ein Dritter im Spiel. Es ist die Rede von BASF. Der Agrarchemiemarkt kommt demnach nicht zur Ruhe.

Sicherheit und Lebensmitteln: Was glauben die deutschen Verbraucher?

Wiedersprüchlicher könnten die Ergebnisse des aktuellen BfR-Verbrauchermonitors nicht sein…

Die Verwirrung in der Bevölkerung ist groß und je nachdem wie man die Fragen formuliert, erhält man ganz unterschiedliche Antworten.

Ein Psycho-Trick… Ein Trick den die Statistiker sehr wohl kennen, aber wie tiefgreifend sind die Erkenntnisse wenn man diese „Tricks“ etwas beiseite legt?

Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) äußerte sich zu den Ergebnissen wie folgt:

„Wenn Sie die Menschen im Kontext allgemeiner Lebensmittelrisiken fragen, dann werden Lebensmittel von einer großen Mehrheit als sicher angesehen. Fragen Sie aber im Kontext eines in der Öffentlichkeit vornehmlich unter dem Risikoaspekt diskutierten Themas wie Antibiotikaresistenzen oder Pflanzenschutzmittel, dann ist ein hohes Maß an Beunruhigung gegenüber der Lebensmittelsicherheit zu beobachten. (…)

Diese widersprüchliche Einschätzung zeigt uns, dass es ganz entscheidend ist, in welchem Kontext Verbraucherinnen und Verbraucher zur Sicherheit von Lebensmitteln befragt werden.“

Wenn das kein Beleg dafür ist, dass die Medien die Wahrnehmung der Menschen beeinflussen, dann weiss ich auch nicht…

Aber was ist der BfR-Verbrauchermonitor?

Es handelt sich hierbei um eine repräsentative Umfrage von über 1.000 Personen in Deutschland. Seit 2014 werden im halbjährlichem Rhythmus, Daten zur allgemeinen Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken bei Lebensmitteln und Produkten erhoben.

Ein paar aktuelle Umfrageergebnisse im Überblick

Top 3 Risiken für die Gesundheit für Verbraucherinnen und Verbraucher

  1. Klima-/ Umweltbelastung
  2. Rauchen
  3. Ungesunde/ falsche Ernährung

Der Alkoholkonsum landet auf Platz 4.

Bekanntheit von Gesundheits- und Verbraucherthemen

Mehr als 3/4 der Befragten kennen folgende Themen:

  • Reste von Pflanzenschutzmitteln in Obst und Gemüse
  • Antibiotikaresistenzen
  • Mineralöle in Körperpflegeprodukten
  • hormonähnliche Stoffe in Körperpflegeprodukten
  • Mikroplastik in Lebensmitteln

Ganz interessant finde ich folgende Zahl:

Nur 22% der Befragten kennen das Thema Glyphosat und das obwohl die Medien permanent darüber berichten.

Beunruhigung über Themen zur Lebensmittelsicherheit

Mehr als die Hälfte der Befragten sind beunruhigt über folgende vier Themen:

  • Antibiotikaresistenzen
  • gentechnisch veränderte Lebensmittel
  • Reste von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln
  • Mikroplastik in Lebensmitteln

Auf dem letzten Platz befindet sich, wie schon die Jahre zuvor, die Beunruhigung hinsichtlich Lebensmittelhygiene im eigenen Haushalt.

Sicherheit von bestimmten Produkten

Die Kategorien Textilien, Spielzeug und Haushalt werden von fast 50% der Befragten für nicht sicher gehalten.

Für alle die tiefer einsteigen wollen…

Hier könnt Ihr Euch die Ergebnisse im Einzelnen anschauen bzw. die gesamte BfR-Broschüre herunterladen.

Wohin mit den Lebensmitteln?

Geringe Wertschätzung und große Verschwendung von Lebensmitteln — schaut man sich in der westlichen Welt um, dann trifft das sehr oft die Realität. In Europa gehts uns gut. Auf dem nordamerikanischen Kontinent sieht es auch recht gut aus.

Was den Rest der Welt betrifft… da wird ein Glas sauberes Wasser und ein Stück Brot noch wahrhaftig geschätzt. Wir leben im Überfluss und es gibt genug für alle. Ja, wir können 7 Milliarden Menschen problemlos versorgen – dafür müssen jedoch alle zusammen halten.

Ich bin ein großer Freund des WIN-WIN Konzepts und bin davon überzeugt, dass eine nachhaltige Marktwirtschaft nur durch WIN-WIN möglich ist. Win-Lose-Konzepte mögen kurzfristig wirksam sein, d.h. die Portemonnaies einiger Damen und Herr füllen, aber langfristig bringt das nichts.

Wo geht die Reise mit den Lebensmitteln Eurer Meinung nach hin?

Getreideernte hoch, Preise runter: Auswirkung auf Nahrungsmittelpreise

Getreideernte hoch, Preise runter: Auswirkung auf Nahrungsmittelpreise

Getreideernte TOP, Preise FLOP – dass diese Entwicklung auf die weltweiten Nahrungsmittelpreise einen wichtigen Einfluß hat, durfte niemanden verwundern. Letzte Woche – am 05.09.2013 – veröffentlichte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) seinen aktuellsten Bericht zum Thema Nahrungsindex.

  • Das Ergebnis: zum 4-ten Mal in Folge sinken die weltweiten Nahrungsmittelpreise.
  • Der Grund für dieses Ergebnis: weltweit sinkende Preise für Getreide und Ölsaaten.

Den Hauptgrund für den Preisrückgang sieht die FAO schwerpunktmässig in der über den Erwartungen liegenden weltweiten Versorgung mit Mais sowie in der insgesamt starken Getreideernte in diesem Jahr.

Schlagkräftige Getreideernte in Deutschland…

Die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst: Weiterlesen