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Vertikale Landwirtschaft in der Zukunft

Vertikale Landwirtschaft: Sind Hochhaus-Beete unsere Zukunft?

Griechenland-Drama, Syrische Flüchlinge suchen Neuanfang in der EU, sintflutartige Regenfälle auf großflächigen Weizenanbaugebieten in den USA… und die Liste der Negativmeldungen nimmt kein Ende. Nicht zu schweigen vom allgegenwärtigen Problemtrend „die wollen doch alle in die Stadt ziehen“.

So kommt es auch, dass Begriffe wie Vertical Farming oder Vertikale Landwirtschaft immer präsenter werden. Kein Wunder, denn das ständige Wachstum der Weltbevölkerung und der stetig steigende Urbanisierungsgrad machen ein Umdenken u.a. auch im Bereich der Landwirtschaft, unumgänglich.

Bevor ich mit Ihnen einen kurzen Ausschnitt aus dem Beitrag „Zukunft der Städte“ teile, lassen Sie uns doch einen Blick auf die Definition des Begriffs Vertikale Landwirtschaft werfen.

Das Onlineportal Wikipedia versteht darunter folgendes:

Vertikale Landwirtschaft oder vertical farming (englisch) ist ein Begriff der Zukunftstechnologie, die eine tragfähige Landwirtschaft und Massenproduktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse im Ballungsgebiet der Städte in mehrstöckigen Gebäuden (sogenannten Farmscrapers) ermöglichen soll. Sie ist damit eine Sonderform der urbanen Landwirtschaft. Basierend auf Kreislaufwirtschaft und Hydrokulturen unter Gewächshausbedingungen sollen in Gebäudekomplexen auf mehreren übereinander gelagerten Ebenen ganzjährig Früchte, Gemüse, essbare Speisepilze und Algen erzeugt werden.“

Nun zum angekündigten Videobeitrag…

Vertikale Landwirtschaft: Beete, Plantagen und Gärten in Hochhäusern

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

1. Vertikale Landwirtschaft ist im Endeffekt nichts anderes als die Umwandlung einer horizontalen Farm in eine Art Hochhaus für Pflanzen.

2. Die Effizienz: 1 ha vertikale Landwirtschaft = 10 ha horizontale Landwirtschaft. Also, ein Hektar Gebäudeanbaufläche entspricht zehn Hektar im Freiland.

3. Die Herausforderung aktuell: Heute bräuchten wir ganz Südamerika um 7 Milliarden Menschen zu ernähren. Wir könnten das Ganze mit nur einem Zehntel erreichen, wenn wir eine vertikale Farm in der Stadt errichten.

4. Die Lösung: Türme sollen die Ernährung der Megastädte von morgen übernehmen. Diese Türme sollen in der Lage sein 30.000 Menschen ganzjährig zu versorgen.

  • Statt horizontalen Gewächshäuser gilt es vertikale Gewächshäuser zu bilden um eine entsprechende Ernährung der stetig wachsenden Bevölkerung zu ermöglichen.
  • Die neue Architektengeneration hat sich das Konzept angenommen und es zu einem großen futuristischen Experimentierfeld gemacht.

5. Die nächste Herausforderung: Das Gewicht des Turms scheint eine große Herausforderung weil Pflanzen Erde zum Wachstum benötigen.

6. Die Lösung hierfür: Hydroponik, so bezeichnet die moderne Agrarwissenschaft die Lösung für das „Gewichtsproblem der Türmer“. Sie gilt als Wundertechnik für die Agrartürme der Zukunft obwohl das Prinzip nicht neu ist.

7. Lernen von den Babyloniern: Der erste hydroponische Garten liegt tausende Jahre zurück. Es handelt sich dabei um die Hängenden Gärten von Babylon, eins der sieben Weltwunder der Geschichte. Hier wuchsen die Pflanzen nicht in Erde.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Vertikale Landwirtschaft: Alles nur Humbug oder überzeugendes Zukunftkonzept?

Es stimmt, das Konzept Agrartürme ist in der Theorie fest verankert. Weltweit arbeiten Architekten und Ingenieure Hand in Hand um dieses Konzept baldmöglichst erfolgreich in der Praxis umzusetzen.

Erste Umsetzungen dieses Konzepts sehen wir in Singapur. Nirgends ist der Begriff vertikale Landwirtschaft bekannter als hier, im Herzen der bekanntesten Finanzmetropole Asiens.

Die Firma Sky Greens aus Singapur gibt es bereits seit 3 Jahren. Sie produziert Gemüse für die Millionenstadt die vor einer gigantischen Herausforderung steht: Platz. In Singapur fehlt Platz für Häuser, Straßen und vor allem Platz für landwirtschaftliche Flächen.

Wie Sky Greens das meistert, wovor viele in Europa noch zurückschrecken, sehen Sie in dem folgenden YouTube-Beitrag von Journeyman Pictures. Das sechsminütige Video ist in englischer Sprache.

Vertikale Landwirtschaft in Singapur

Hochhaus-Plantagen in Frankfurt?

Können Sie sich das Konzept „senkrechte Landwirtschaft“ auch bei uns in Deutschland vorstellen?

Auch hierzulande arbeiten Universitäten, Architekten und Ingenieure eng zusammen um die Versorgung großer Ballungszentren auch zukünftig versorgen zu können. Denn Urbanisierung ist auch bei uns ein riesen Thema und wir dürfen davor nicht die Augen verschließen.

Wann werden wir Ihrer Meinung nach die ersten Hochhaus-Gärten in Deutschland sehen? Was spricht Ihrer Ansicht nach für bzw. gegen eine vertikale Landwirtschaft in Deutschland?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01

 

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Vertical Farming: Urbane Landwirtschaft im Wolkenkratzer

Lautet die Zukunft der Landwirtschaft tatsächlich Vertical Farming? Sind Tomaten & Co. dafür angedacht unsere Wolkenkratzer und Gebäudekomplexe zu schmücken?

Fakt ist, dass wir in der Landwirtschaft vor einem großem Dilemma stehen. Einerseits wächst die Weltbevölkerung stetig weiter und andererseits werden die Ackerfelder aufgrund der steigenden Urbanisierung immer weniger. Der Trend lautet „Urbanisierung“.

Die Zeitschrift Scientific American prognostiziert, dass bis zum Jahr 2050 ca. 80% der Weltbevölkerung – wir reden hier von 7 Mrd. Menschen – in urbanen Zentren leben wird.

Folgende Faktoren stellen uns vor weiteren Herausforderungen:

  • Klimawandel: Wasserknappheit, Überschwemmungen, Ernteausfälle etc.
  • Pestizide / Insektizide: verursachen Allergien bei Menschen und schaden unserer Natur
  • Hunger: 870 Millionen Menschen leiden an Hunger, etwa jeder Achte (Quelle: Wikipedia 2013)

Das „Vertical Farming“ Konzept stammt vom US-Amerikaner Dickson Despommier – Professor für Umweltgesundheit und Mikrobiologie an der „Columbia University“ in New York City. Anders als in der heutigen horizontalen Landwirtschaft geht es hierbei um eine platzsparende Alternative: mehrere übereinander gelagerte Ebenen von Plantagen in Gebäudekomplexen und Hochhäusern.

Bevor wir die Vor- und Nachteile dieses Konzepts durchleuchten, lassen Sie uns gemeinsam folgenden Film anschauen. Die Kollegen von Spiegel TV zeigen uns ein interessantes Beispiel für Vertical Farming in Korea.

Vorteile und Nachteile von Vertical Farming auf einen Blick

Vorteile:

  • Flächeneinsparung: Entlastung der traditionellen Ackerfelder mit entsprechender Wiederbelebung; eine hervorragende Möglichkeit um ungenutzte Industrieflächen und Bürogebäude wieder zu aktivieren
  • Sicherheit: Vertical Farming ermöglicht ganzjährige Ernten, Klimawandel ade
  • Kostenminimierung: geringere Lager- und Transportkosten da Konsument die Produkte unmittelbar verzehren kann
  • Steigende Erträge: ganzjährige Ernten führen zu einer steigenden Produktion
  • Bio-Landwirtschaft: kontrollierter Einsatz von Düngemittel
  • Wasser sparen: durch geschlossene Wasserkreisläufe

Nachteile:

  • Hoher Energiebedarf: aktuell wird viel Energie für den Betrieb von Hochplantagen verwendet; aufgrund der zukunftsweisenden Technologie wird sehr intensiv an dieser Problematik geforscht
  • Platzmangel für Hauptgetreidesorten: Weizen, Mais & Co. benötigen zu viel Platz
  • Ökonomischer Nutzen unklar: die Auswirkungen auf Miet- und Kaufpreise der Immobilien sind schwer abzuschätzen

Immer öfter wird auch in den deutschen Medien über dieses zukunftweisende Konzept gesprochen. Ganz vorne mit dabei sind die Universität Hohenheim und die Malzfabrik der Schultheiss-Brauerei im Berliner Tempelhof.

Was halten Sie von dieser neuen Umweltidee? Sollten wir alle Vertical Farming ernst nehmen?