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NOVACAT A9 Landwirtschaft-Agrarbetrieb

Der NOVACAT A9 – Nachwuchs bei Pöttinger

Pöttinger hat mit seinem neuen NOVACAT A9 für Nachwuchs bei seinen Mähkombinationen gesorgt.

Diesen müssen wir natürlich direkt mal näher unter die Lupe nehmen.

Aber zuvor noch ein kurzes Update zur Übernahme von Monsanto durch Bayer.

EU-Kommission äussert Bedenken

Der Zusammenschluss der Konzerne Monsanto und Bayer ruft für die EU-Kommission wettbewerbsrechtliche Bedenken hervor.

Der Wettbewerb für Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Gentechnik-Konstrukte könnten durch die Übernahme erheblich beeinträchtigt werden.

Die möglichen Konsequenzen eines Zusammenschlusses in dieser Größenordnung sind nicht gering:

höhere Preise, geringere Qualität, weniger Auswahl und geringere Innovation. Insbesondere äußerte die EU-Kommission Besorgnis hinsichtlich eines erschwerten Zuganges von Wettbewerbern zu Verteilern und Landwirten.

“Saatgut und Pestizide sind für Landwirte und letztendlich auch für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung. Wir müssen auf diesen Märkten einen wirksamen Wettbewerb sicherstellen, sodas Landwirte Zugang zu innovativen Produkten und einer besseren Qualität haben und Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen kaufen. Gleichzeitig müssen wire in Umfeld wahren, in dem Unternehmen innovative tätig sind und in verbesserte Produkte investieren”, meinte EU-Kommissarin Margrethe Verstager.

Bis zum 8. Januar 2017, d.h. 90 Arbeitstage, hat die Kommission, um einen Beschluss zu erlassen.

Die bisher vorliegenden Verpflichtungsangebote von Bayer und Monsanto reichen der EU-Kommission nicht, um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken auszuräumen.

Aber kommen wir nun zum Nachwuchs bei den Mähkombinationen: 

Der Neue NOVACAT A9 – kompakte Qualität

Der kleine Bruder des NOVACAT A10 misst in Kombination mit einem Frontmähwerk 8,92 oder 9,18 Meter Arbeitsbreite.

Lasst uns auf die weiteren Besonderheiten des NOVACAT A9 schauen:

Die Mähkombination ist sehr anpassungfähig: Er kann mit einer Front-/Heck-Kombination (Anbaubock für 3,0 bzw. 3,5 Meter Frontmäher) genutzt werden. Die Anpassung der Arbeitsbreite erfolgt über zwei Absteckpositionen.

Die Überdeckung beträgt:

  • in der engsten Position zwischen einem 3,0 Meter Frontmähwerk und der Kombination 52 Zentimeter und
  • in der maximalen Position zwischen einem 3,50 Meter Frontmähwerk und der Kombination 60 Zentimeter.

Der Mittelrahmen zeichnet sich durch Stabilität aus. Einzigartig sind

  • der neue Antriebsstrang Y DRIVE und
  • die beidseitige, hydraulische Anfahrsicherung NONSTOP LIFT.

Y DRIVE – Antrieb der neuen Generation

Das spezielle Eingangsgetriebe Y DRIVE mit Stirnradgetriebe verfügt über einen gegenüberliegenden Antrieb und sorgt für:

  • einen ruhigeren Lauf bei gleichzeitig
  • höherer Leistungsfähigkeit (auch bei hartem Einsatz und in Vorgewendeposition)
  • einer deutlich verlängerten Lebensdauer

Der Y DRIVE erlaubt den Einsatz von längeren Standardwellen mit geringerer Abwinkelung.

Ermöglicht wurde der spielfreie Antrieb über Standardgelenkwellen durch die Positionierung der Überlastkupplung am Getriebe und der optimalen Drehzahlübersetzung des Getriebes.

Ein Doppelgelenk in der inneren Mähtrommel sorgt für eine spannungsfreie Verbindung zwischen Winkelgetriebe und Balken.

NONSTOP-LIFT – neue, hydraulische Anfahrsicherung

Mit der innovativen Technik NONSTOP-Lift wird der Mähbalken optimal geschützt.

Ein effizientes Ausweichen des Mähbalkens bei Hindernissen wird hierbei durch die beidseitige Anfahrsicherung ermöglicht.

Mit NONSTOP-LIFT löst sich das Mähwerk leichter vom Hindernis. Größere Schäden des Mähwerks können auch bei höheren Geschwindigkeiten vermieden werden. Die wird ermöglicht durch:

  • Ausleger: Lagerung über ein Kugelgelenk und hydraulische Vorspannung über einen Dreieckslenker
  • Auslösedruck: ersichtliche und leichte Einstellung am Manometer
  • „dreidimensionaler“ Schutzmechanismus: beim Auslösen wird der Ausleger über den Dreieckslenker nach hinten geschwenkt und zusätzlich über das Kugelgelenk vorne hochgedreht

Den NOVACAT A9 gibt es mit Schwadformer ohne Aufbereiter, mit ED-Zinkenaufbereiter oder mit RCB-Walzenaufbereiter. Bei allen Modellen ist eine hydraulische Mähwerkentlastung inklusive.

Auch der NOVACAT A9 ist mit dem Markenzeichen der NOVACAT-Serie ausgestattet: dem Mähbalken mit dem serienmäßigen Klingen-Schnellwechselsystem.

Ein perfekter Futterfluss, eine erstklassige Schnittqualität als auch die optimale Schonung der Grasnarbe werden erreicht durch

  • abgeflachte Kegelflächen
  • einen optimierten Gegenschneidebereich sowie
  • die großzügige Überlappung der Messerlaufbahnen.

Komfortabel, einfach und Kompakt

Für die Straße kann das Mähwerk hydraulisch hochgeklappt werden. Die Sicherung erfolgt über die stabile Transportverriegelung.

Zudem ist in Transportposition der Mittelrahmen der tiefste Punkt, d.h. es besteht keine Beschädigungsgefahr.

Der NOVACAT 9 zeichnet sich durch sein kompaktes Format aus:

  • Transporthöhe: 4,0 Meter
  • Transportbreite: 2,95 Meter
  • Bodenfreiheit im Transport: 31 Zentimeter (schmale Variante) bzw. 18 Zentimeter (breite Variante)

Serienmäßig hat Pöttinger die Mähkombination mit dem SELECT CONTROL Bedienterminal ausgestattet. Das doppelt wirksame Steuergerät zeichnet sich aus durch:

  • Vorwahl der Mäheinheiten
  • Steuerung der Seitenschutzklappung
  • Hydraulische Transportentriegelung
  • Einstellung der Entlastung über Absperrhähne
  • Integration einer Wartungsanzeige

Pöttinger fasst die Merkmale seines neusten NOVACAT- Zuwachses zusammen mit: erstklassige Schnittqualität, Einsatzsicherheit, Wirtschaftlichkeit und einer hohen Lebensdauer.

Für alle Technikfans, die am Wochenende noch nichts vorhaben, hab ich jetzt noch einen Leckerbissen:

am 27.08.2017, sprich diesen Sonntag, findet auf dem Feld zwischen Rambrouch und Roodt, Luxembourg, der 12. Internationale Mähdreschercross statt.

Ein Rennen der besonderen Art

In drei Klassen und in drei Runden treten bei dem Motorspektakel aufgemotzte Mähdrescher gegeneinander an. Auf der 450 Meter langen Piste dürfen sie zeigen, was in ihnen steckt.

Die 35 teilnehmenden Rennfahrer kommen aus Luxembourg, Deutschland und den Niederlanden und dürfen Ihre Maschinen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern über das Feld preschen lassen.

In der Standardklasse dürfen die Motoren und der Antrieb nicht ausgetauscht werden. Hier darf jedoch in der Spezialklasse fleissig aufgepimpt werden.

Auch Frauen gehen in einer eigenen Klasse an den Start. Und wem das Rennen von Erntemaschinen an sich zu langweilig ist, für den gibt es noch die Klasse, in der Mähdrescher einen Wohnwagen hinter sich herziehen.

Jawohl, einen Wohnwagen. Und hier soll es richtig krachen, denn hier geht darum, den Anhänger der Gegner zu zerstören.

Wer von heulenden Motoren und dicken, schwarzen Rauchschwaden nicht genug bekommen kann, der ist am Wochenende in Luxemburg genau richtig.

Welchen Spaß erlaubt Ihr Euch mit Euren Mähdreschern, die als Erntemaschinen ausrangiert sind?

Digitalisierte Landwirtschaft Agrarbetrieb

Digitalisierte Landwirtschaft – Auf in die Zukunft

Keine Frage, landwirtschaftliche Themen lösen mehr denn je hitzige Diskussionen aus. Gegensätzliche Positionen treffen aufeinander, scheinbar unvereinbar. Aber ist dem wirklich so? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Antwort sein?

Bei landwirtschaftlichen Themen bekommt man oft den Eindruck, dass man entweder für die eine oder andere Position ist. Nach dem Motto: wenn man für konventionelle Landwirtschaft ist, dann ist man automatisch gegen Umweltschutz oder Gesundheit.

Schwarz oder weiß. Andere Positionen sind scheinbar nicht möglich. Aber ich denke, es ist an der Zeit, dieses Schubladendenken hinter uns zu lassen.

Zunächst aber einmal zu den Themen, die diese Woche die Gemüter erregen:

Riegel vor Flächenversiegelung

13,1 Hektar pro Tag – soviel geht derzeit in Bayern an Fläche für Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren.

Die im Landesentwicklungsprogramm geplanten Änderungen zeigen, dass Kabinett und Wirtschaftsausschuss weiterhin “Großes” mit Bayern vorhaben.

Bayern ist bereits der Spitzenreiter unter den Bundesländern, was den täglichen Flächenverbrauch angeht.

Flächenverbrauch heißt ganz allgemein, dass natürlicher Boden mit Bauwerken bedeck wird. Diese Bebauung führt zur Flächenversiegelung.

Die Bodenfruchtbarkeit und eine spätere Nutzung etwa für Land- oder Forstwirtschaft werden hierbei stark beeinträchtigt.

Deshalb wollen die Bayerischen Grünen ein Volksbegehren gegen die rasante Asphaltierung Bayern einleiten.

Das Ziel: die Umwandlung von Freiflächen soll auf 4,7 Hektar pro Tag begrenzt werden.

Da die Umwandlung wohl insbesondere auch die Landwirte betrifft, denen Ackerboden durch die Umwandlung in Siedlungs- und Verkehrflächen verloren gehen würde, sehen die Grünen den Bauernverband als möglichen Unterstützer des Kurses.

Auch deutschlandweit wird angestrebt, die Umwandlung von Wald, Grünland oder Ackerland in Siedlungs- und Verkehrsflächen weiter auszubremsen.

Laut Zahlen aus dem Bericht “Daten zur Umwelt 2017” des Umweltbundesamtes sind in den Jahren 2012 – 2015 ca. 66 Hektar Land pro Tag deutschlandweit umgewandelt wurden.

Zwar hat sich damit der tägliche Flächenverbrauch stark verringert, das Ziel ist jedoch, im Jahr 2030 nur noch 30 Hektar am Tag umzuwandeln.

Während in Deutschland die Verwendung von Fläche diskutiert wird, geht es auf EU-Ebene gerade darum, was auf den Flächen zum Einsatz kommen darf, oder auch nicht:

Verschärfung beim Einsatz von Neonikotinoiden

Für viel Aufregung sorgt derzeit das Vorhaben der EU-Kommission, den Einsatz von Neonikotinoiden stark einzuschränken.

Es ist die Rede davon, das flächendeckende Verbot von Neonikotinoiden auf die Beizung von Getreide und Rüben auszuweiten. Auch in der Vegetationsperiode soll das Insektizid zukünftig nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Bereits im Jahr 2013 wurden der Einsatz einiger der zu dieser Gruppe gehörenden Insektizide verboten.

Zukünftig sollen die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nur noch in Gewächshäusern erlaubt sein.

Die einst als harmlos umjubelten Neonikotinoide hatten sich als verheerend für Insekten wie beispielsweise Bienen herausgestellt.

Mit dem Verbot der Neonikotinoide will die EU-Kommission unter anderem noch wirksamer gegen das Insektensterben vorgehen.

Noch ist ein Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) abzuwarten, mit dem im November gerechnet wird.

Bis dahin werden die Diskussionen sich wohl noch stark verstärken:

die Anbauer von Rüben argumentieren, dass sie nicht mehr Herr über die Blattlaus werden und der Rübenertrag erhebliche Einbussen erleiden wird.

Andere meinen, dass ein Verbot, etwas für Rüben unsinnig ist, weil als nichtblühende Pflanzen kann der Einsatz für Bienen hier ja nicht gefährlich sein.

Diese Argumente werden mit Sicherheit auch von den herstellenden Konzernen wie Bayer und Syngenta untermauert.

Auf der anderen Seite ist die Fraktion, die Agrargifte nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes verbieten möchte.

Hier wird auch argumentiert, dass ein Mittel, das sich derart auf das Nervensystem von Insekten auswirkt, sicher auch nicht gut für die menschliche Gesundheit sein kann.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit – die beiden Begriffe werden oft gegenübergestellt, als ob das eine das andere ausschliesst.

Vielleicht galt das im letzten Jahrhundert so, aber wir leben im Zeitalter der Digitalisierung.

Digitalisierte Landwirtschaft als Brücke

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde es aufregend und spannend, was sich auf dem Gebiet der Landwirtschaft derzeit alles tut.

Die Debatte um den Flächenverbrauch und den Einsatz der Insektizide sind nur Beispiele, für die Herausforderungen, die zu meistern sind.

Aber im gleichen Atemzug, in dem all die unterschiedlichen Anforderungen an die Landwirtschaft gestellt werden, entfalten sich auch die Möglichkeiten, die wir Landwirte haben, wie nie zuvor.

Es ist nicht mehr, dass man auf der einen Seite oder auf der anderen Seite stehen muss. Warum muss es “konventionell versus ökologisch”, “wirtschaftlich versus nachhaltig” und ähnliches sein?

Digitalisierte Landwirtschaft ist für mich das Zauberwort:

Satellitengesteuerter Traktor: Landwirtschaft der Zukunft?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Die Zusammenarbeit von IT und Landwirtschaft ist noch in den Kinderschuhen, aber wird, wie bei Kindern, schneller erwachsen, als man es glaubt.

Satelittengesteuerte Traktoren, die, fast, für jede Pflanze auf dem Feld ein eigenes Wachstumspaket zur Verfügung stellen? Klingt nach Utopie, aber ist längst eine realisierbare Möglichkeit. 

Das ist es – die Möglichkeiten sind da. Aber wie innovativ sind wir beim Anwenden und Umsetzen? 

Wie Ihr in dem Beitrag seht, es hängt zumeist nicht an dem, was möglich ist, sondern daran, wie jeder einzelne Landwirt für sich bereit ist, sich mit dem Wandel zu beschäftigen; bereit ist ein Voreiter zu sein.

Und wenn die Politik in Ihrem Schwarz-Weiß denken verhaftet ist, als Landwirt hat man mehr denn je, die Möglichkeiten, nach seinen eigenen Kriterien Landwirtschaft zu betreiben. 

Stadt und Land müssen keine Gegensätze sein, um nochmal auf das Thema Flächenverbrauch zurückzukommen.

Ebenso müssen Umweltschutz und ertragreiche Landwirtschaft keine Gegensätze sein. 

Wie seht Ihr die technischen Entwicklungen? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Brücke schlagen und unterschiedliche Interessen zusammenführen?