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StalkBuster-Mais-Winterweizen

StalkBuster schützt Mais und Winterweizen

Die Goldmedaille der Agritechnica 2017 wurde ebenfalls für den StalkBuster von Kemper und John Deere verliehen. 

Wer derzeit in Maisernte steckt und die Aussaat von Winterweizen vorbereitet wird die technologische Neuheit zu schätzen wissen. 

Aber schauen wir zunächst auf die vorläufigen Ergebnisse der Bundestagswahl, die gestern morgen veröffentlich wurden. 

Das Wahlergebnis deutet darauf hin, dass die Koalitionsverhandlungen, insbesondere beim Thema Agrarpolitik nicht leicht werden.

Wird Jamaika die Agrarpolitik bestimmen?

Mit rund 33 Prozent bleibt die CDU/CSU mit Abstand an der Spitze. Die SPD folgt mit 20,5 Prozent, die AfD mit 12,6 Prozent, die FDP mit 10,7 Prozent, die Linke mit 9,2 Prozent und die Grünen mit 8,9 Prozent bilden das Schlusslicht.

Den Zahlen nach hat eine Jamaika-Koalitions gute Chancen. Insbesondere in der Agrarpolitik verfolgen die möglichen Bündnispartner jedoch sehr unterschiedliche Zielsetzungen.

Von Tierhaltung, über Direktzahlungen oder Pflanzenschutz und Düngung – die Themen werden von den Partein sehr widersprüchlich in den Lösungsansätzen angegangen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat derweil in einer ersten Stellungsnahme zum Ergebnis der Wahl geäussert.

Er erwartet demnach eine sachlich fundierte Erörterung der landwirtschaftlichen Themen erwartet und warnt vor eine kleinteiligen und bürokratischen Überregulierung.

„Unsere Bauern haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie für Veränderungen und Weiterentwicklungen bereit sind und sie aktiv gestalten. Eine künftige Agrarpolitik mit Perspektiven sollte diesen Prozess unterstützen und Sorge dafür tragen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft erhalten und weiter verbessert wird“, meinte Joachim Rukwied, Präsident des DBV

Wir werden in den nächsten Wochen sehen, welchen Stellenwert Landwirtschaft in den Koalitionsverhandlungen einnehmen und welche zukünftige Richtung mit dem Koalitionsvertrag vorgeben werden wird.

Aber kommen wir von der Politik aufs Feld. Derzeit gibt es viel zu tun.

Zeit für die Aussaat von Winterweizen

Wer als Zwischenfrucht Mais- und Zuckerrüben anbaut, ist diese Tage mit der Ernte ausgelastet.

In den nächsten Wochen steht dann die Aussaat von Winterweizen an. Winterweizen ist sicherlich ein sehr genügsames Getreide.

Das Aussaatfenster kann breit ausfallen und auch wenn die Bedingungen mal nicht so optimal sind, kann sich Winterweizen durchaus gut entwickeln.

Dennoch kann es nicht schaden, für optimale Bedingungen bei der Aussaat zu sorgen.

Tipps zur Aussaat von Winterweizen

Quelle: Landwirt.com

Eine zu frühe Aussaat kann das Krankheitsrisiko steigern. Bei Mais als Vorfrucht kann der Einsatz des Pfluges Fusarien entgegenwirken.

Mit den heutigen Techniken ist auch die pfluglose Bestellung möglich. Wichtig sind hierbei

  • eine auf das Getreide ausgerichtete Stoppelbearbeitung
  • ein geschicktes Strohmanagement als auch
  • eine, in Abhängigkeit von der Vorfrucht, wirksame Bekämpfung von Ausfallgetreide und Unkräutern

Erfolgt das Drillen zu spät, kann es zeitlich mit der Bestockung eng werden.

250 bis 350 Körner pro Quadratmeter ist der „Standard“, wenn unter guten Bedingungen gedrillt wird.

Bei einer späteren Aussaat oder wenn die Saatbedingungen nicht optimal sind, gilt es, stärkere Weizensorten auszuwählen und die Saatstärke zu erhöhen.

Abgelegt werden die Weizenkörner ideallerweise in einer Tiefe von zwei bis drei Zentimer.

Generell empfiehlt es sich bei der Sortenauswahl auf die Empfehlungen der Landesstellen zu achten, um die Weizensorte aussuchen, die am besten unter den regionalen Bedingungen gedeiht.

Unabhängig von Region und Sorte ist wichtig, dass der Weizen vor einem möglichen Befall mit Fusarien geschützt wird.

Goldmedaille für den StalkBuster

Gerade hier kann der StalkBuster von Kemper und John Deere mit seiner Technikneuheit unterstützen. 

Neben dem CEMOS Auto Treshing von Claas erhielt auch der StalkBuster den Innovation Award in Gold und wird auf der Agritechnica 2017 wohl viele Besucher anziehen. 

Seit rund 15 Jahren ist der Maiszünsler in Deutschland verbreitet und ist gerade für den Silomaisanbau ein Problem. 

Für Winterweizen stellt er eine Gefahr dar, weil die Auswirkungen des Schädlings auch den Befall mit Fusarien umfassen. 

Und die Übertragen sich vom Mais auf die Folgefrucht, den Winterweizen. 

Die gründliche Zerkleinerung der Maisstoppeln unmittelbar nach der Maisernte ist eine der wichtigsten Massnahmen, um dem Fusarienbefall entgegenzuwirken. 

Und sie ist wichtig, um den Mais im Folgejahr vor dem Schädling zu schützen. Die bisherige Technik konnte jedoch nur ca. 70 Prozent der Maisstoppeln erfolgreich bekämpfen. 

In den restlichen 30 Prozent überwintern die Rauben friedlich bis zum Frühjahr. 

Der StalkBuster von Kemper ist die erste in den Mähvorsatz des Feldhäckslers integrierte stoppelzerstörende Technik

Der Maiszünsler – und Fusarienbefall lässt sich damit ohne einen zusätzlichen Mulchvorgang wirkungsvoll bekämpfen. 

Was sind die Merkmale des StalkBuster?

  • Integration im Grundrahmen des Mähvorsatzes
  • Zerfetzen jeder einzelnen Stoppelreihe durch speziell angeordnete und geformte Schlägel bevor die Räder des Feldhäckslers oder der Transportfahrtzeuge die Pflanzenreste niederdrücken
  • Kein Abschneiden der Stängel sondern eine schrittweise Zerschlagung von oben nach unten
  • Optimale Bodenanpassung durch spezielle Schwenkgetriebe
  • Pneumatisches Drucksystem ermöglicht, dass die Aggregate konsequent der Bodenkontur folgen und den Stängelfuß direkt über der Oberfläche abschneiden
  • Schlegel aus verschleißfesten Material und ohne Spezialwerkzeug austauschbar
  • Geringer Leistungsbedarf bei durchschnittlich nicht mehr als 4 PS pro Reihe
  • Relativ geringes Gewicht und keine Einschränkungen für den vorschriftsgemäßen Straßentransport

Nach Angaben von Kemper und John Deere kann der StalkBuster dem Landwirt einen ökonomischen Vorteil von bis zu 84 Euro pro Hektar einbringen. 

Dieser ergibt sich aus dem reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der leichteren Bodenbearbeitung als auch dem geringeren Befall mit Fusarien. 

Die Goldmedaille der Agritechnica 2017 gab es für den StalkBuster, für seine technische Neuheit, die einen hohen praktischen, ökologischen als auch ökonomischen Wert hat. 

Welche Neuheit auf der Agritechnica 2017 hätte Eurer Meinung nach auch Gold verdient?

Ackerland-Duengen-Weizen

Ökologisch auf deutschem Ackerland? Eher nicht.

Verfolgt man die Presse müsste man meinen, dass die ökologische Bewirtschaftung von deutschem Ackerland stetig zunimmt.

Aber: auch wenn „regional“ und „ökologisch“ verstärkt von den Verbrauchern nachgefragt werden, die heimische Landwirtschaft kann dieser Nachfrage kaum gerecht werden.

Ein Großteil der Bioprodukte in deutschen Supermärkten kommt deshalb entsprechend aus dem Ausland. Wieviel Bio dann wirklich im Produkt steckt, ist dabei nicht immer nachvollziehbar bzw. nachweisbar.

Nur 4 Prozent vom Ackerland biologisch bewirtschaftet

Schaut man sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes an, zeigt sich, ökologische Landwirtschaft spielt in Deutschland weiterhin kaum eine Rolle.

In 2016 wurden lediglich 4 Prozent vom deutschen Ackerland biologisch bewirtschaftet. Mehr als die Hälfte hiervon wurde für den Getreideanbau genutzt.

In der Nutztierhaltung waren es gerade mal 5 Prozent der Tiere, die ökologisch gehalten wurden: 6 Prozent des gesamten Rindviehbestandes und 4 Prozent der Hühner wurden nach biologischen Standards aufgezogen.

Für Schweine ist die Biohaltung nicht sehr beliebt. Weniger als 1 Prozent vom Bestand sind Bio-Schweine.

Bundeswirtschaftsministier Christian Schmidt hat sich zum Ziel gesetzt, das die wachsende Nachfrage nach Bio aus heimischer Landwirtschaft gedeckt wird.

Mit Förder- und Forschungsgeldern soll erreicht werden, dass zukünftig 20 Prozent des deutschen Ackerlandes biologisch bewirtschaftet wird.

Für mehr Ökologie auf dem Ackerland soll auch die neue Düngerverordnung sorgen, die nun relevant ist, für die Organisation der Betriebsabläufe.

Nicht vergessen: die neue Düngeverordnung ist jetzt zu beachten

Jetzt gilt es, beim Planen der Betriebsabläufe für die nächsten Wochen und Monate, die Vorgaben der neuen Düngeverordnung umzusetzen.

Für alle stickstoffhaltigen Dünger, die mehr als 1,5 Prozent Gesamtstickstoff in der Trockenmasse aufweisen, gilt für die Wintermonate eine Sperrfrist.

Für Gründland gilt die Sperrfrist für Düngemittel mit wesentlichem Stickstoffgehalt vom 01.November bis zum 31. Januar.

Die Sperrfrist kann für Grünland um zwei Wochen verschoben werden. Mit der neuen Düngeverordnung ist die Verschiebung der Sperrfrist für Ackerland jedoch nicht mehr möglich.

Für das Düngen mit Mist von Huf- und Klauentieren muss lediglich vom 15. Dezember bis zum 15. Januar ausgesetzt werden.

Die Düngeverordnung betrifft unseren Arbeitsalltag direkt. Die folgenden Themen betreffen die Arbeit nicht unmittelbar, aber sind denke doch recht wissenswert:

1 Landwirtschaftliche Informationen per Video

YouTube ist nach Facebook mit das wichtigste, soziale Netzwerk, dass weltweit genutzt wird, wenn man sich die Nutzerzahlen anschaut.

Nun hat auch das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) die Video-Plattform für sich entdeckt und einen eigenen YouTube-Kanal aufgesetzt.

Neugierig? So informatiert das BZL über landwirtschaftliche Themen: 

Mit gutem Boden fängt alles an

Quelle: BZL – Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Die derzeit ca. 40 Videos greifen verschiedenste Themengebiete auf, die von Pflanzenkrankheiten, schonender Bearbeitung von Ackerland, über den Anbau diverser Nutzpflanzen und der Nutztierhaltung bis hin zum sicheren Fahren von landwirtschaftlichen Maschinen reichen.

2 Folgen des Fipronil-Skandals

„Lieber ein Ei weniger als ein Ei, das nicht ganz in Ordnung ist“, so die Worte von Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister.

Die mit Fipronit belasteten Eier aus den Niederlanden sorgen weiterhin für Aufruhr. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Auswirkungen für den Eiermarkt und demnach für die Preise von Eiern gravierend sein werden.

Schmidt forderte beim Treffen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn einen besseren Informationsaustausch.

So seien in anderen Ländern die Informationen bereits seit Monaten verfügbar gewesen, wurden jedoch nicht an Deutschland weitergegeben.

Während die EU-Agrarminister den Skandal heute ausführlich diskutieren werden, versuchen die Niederlanden mit verschiedenen Maßnahmen, das Vertrauen in ihre Eier wieder auszubauen.

3 Weizenlager reichen für 123 Tage

Die weltweite Versorgung mit Weizen für 2017/2018 fällt reichlicher als in der vergangenen Saison aus, so der aktuellste Bericht des Internationalen Getreiderat (IGC).

Der weltweit erwartete Verbrauch von 738,4 Millionen Tonnen kann mit den Beständen somit für 123 Tage gedeckt werden. Dies sind zwei Tage mehr gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn der weltweite Endbestand von Weizen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Millionen Tonnen auf rund 247,8 Millionen aufgestockt werden kann, so ist doch eher mit einer zukünftigen Abstockung der Bestände zu rechnen, wenn man China nicht berücksichtigt.

China alleine lagert rund 40 Prozent der globalen Weizenbestände. Exportieren tut es allerdings lediglich rund 1 Millionen Tonnen, eine Zahl, die sich kaum auf dem Weltmarkt bemerkbar macht, so die Rabobank.

Als Hauptgründe für eine mögliche Abstockung nennt die Rabobank die unterdurchschnittlichen Erträge in den wichtigsten Erzeugerregionen.

4 Super-Monster-Wolf für japanische Felder

65 Zentimeter lang und 50 Zentimeter groß, leuchtende LED –Augen, ein unbarmherziges Knurren und Heulen mit einer Lautstärke von 90 Dezibel – das ist der Super-Monster-Wolf, der japanische Reisbauern vor Wildtieren wie Wildschwein, Rehen und Vögeln beschützen soll.

Das zugeben nicht wirklich hübsche Tier „frisst“ Sonnenenergie, und harrt auf seinen Metallstelzen aus, bis es mit seinen Infrarotsensoren ahnungslose Beute aufspürt und diese entsprechend vertreibt.

Derzeit wird der Roboter in Japan in Versuchsprojekten noch getestet. Wie es aussieht, ist der Super-Monster-Wolf selbst für Bären, wie es sie auf der japanischen Insel Hokkaido gibt, sehr angsteinflössend.

Umrechnet kostet der Beschützer ca. 1500 EUR. Damit sich das Wildtier nicht an ihn gewöhnt, kann er auch andere Geräusche wie zum Beispiel menschliche Stimmen oder Schüsse wiedergeben und seinen Kopf hin und her bewegen.

Ausserhalb von Japan werden sich wohl die chinesischen Reisbauern freuen, wenn der Super-Monster-Wolf auch ihre Felder beschützen kann.

Hierzulande gibt es durchaus ähnliche Projekte, um Vogelscheuchen mit High-Tech effektiver scheuchen zu lassen.

Aber was meint ihr, könnte so ein Super-Monster-Wolf auch auf unserem Ackerland nützlich zum Einsatz kommen?

Plantix-Landwirtschaft-Pflanzenkrankheit

Plantix – Mit einem Foto zur Ursache

Per Smartphone den Schädling an der Pflanze erkennen? Kein Problem. Mit der Diagnose-App Plantix können Landwirte weltweit Pflanzenschäden kostenlos diagnostizieren.

Im Grunde ist es eine supereinfache Idee, die der Firma Peat 2016 den World Summit Award und in diesem Jahr auf der Cebit den Innovation Award bescherte.

Das Start-up entwickelte eine App, mit der ganz einfach Pflanzenkrankheiten erkannt werden können.

Wir leben im 21. Jahrhundert. Mehr und mehr Menschen befragen bei Krankheiten erstmal Dr. Google oder eine App.

Ohne lange Wartezeiten ist eine schnelle Diagnose möglich, die oft auch umfassender in den Krankheitsbildern ist, als es der Arzt ermöglichen kann.

Möglichkeiten der Behandlung sind schnell gegeben, der Genesung steht nichts im Weg.

Warum nicht auch einen digitalen Doktor für Pflanzen kreiieren?

Plantix – Diagnose per Smartphone

Mit „Plantix“ können Landwirte weltweit super einfach bestimmen, was Ihren Pflanzen schadet, um dem schnell entgegenwirken zu können.

Dies hilft nicht nur den heimischen Bauern. Insbesondere Kleinbauern rund um den Globus, die besonders um Ihre Existenz kämpfen, können von der App profitieren.

Diese verlieren oft bis zu 30 Prozent Ihrer Ernte aufgrund von Schädlingen und Krankheiten. Für einen Kleinbauer in Indien oder Kolumbien, um nur Beispiele zu nennen, bedrohen solche Ausfälle die Existenz der gesamten Familie.

Aber auch hier wissen wir, wie bedrohlich Schädlinge für unsere Landwirtschaft sein können.

Wie funktioniert nun die App?

Ganz einfach: Handy raus und ein Foto der Blätter machen.

Plantix – Diagnose per App

Quelle: Plantix

Ein ausgeklügeltes Computer-Vision-System sorgt dann dafür, dass die App nicht nur die möglichen Krankheiten ausspuckt.

Nein, sie gibt auch direkt Vorschläge, wie diese auf biologischer oder chemischer Weise behandelt werden könnten.

Die App fördert zudem noch einen weiteren Nutzen: die Anwender können sich über Foren rege austauschen und sich so auch untereinander helfen.

Ziel des Unternehmens ist es, die weltweit größte Datenbank zur Erkennung von Pflanzenschäden aufzubauen.

Für die Nutzer ist die App eine kostenlose Hilfe. Und auch wenn das Start-up hier sehr humanitäre und ökologische Ziele verfolgt, letztendlich muss ein Unternehmen auch rentabel sein und Umsatz generieren.

Hier kommen die Daten anderen Nutzer zugute, die sehr wirtschaftliche Interessen verfolgen:

So sind beispielsweise Institute und Unternehmen dazu bereit für Daten zu zahlen, die zum Beispiel für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte höchst relevant sind.

Ein rentables Geschäftsmodell in jeder Hinsicht, das mit einer simplen Idee geboren wurde.

Bisher war die Domäne Experten vorbehalten.

Spezielle Algorithmen, eine stetig wachsende Datenbank und die Verwendung von Deep Neural Networks, einer Methode bei der Maschinen selbständig lernen.

Das sind einige der Zutaten, die auch Laien das Erkennen von Pflanzenschäden und Ihren Ursachen ermöglichen.

Ob Landwirt oder Hobbygärtner, in Deutschland oder Vietnam, viele sollen und können von der kostenlosen App profitieren. Die App ist wohl besonders bei Bauern in Indien sehr beliebt.

Die Idee wurde im Jahr 2014 geboren. In nicht mal drei Jahren wurde aus einer Idee im Kopf ein überaus erfolgreiches Start-up, dass Landwirten rund um den Globus hilft.

Beeindruckend und inspirierend, oder?

Aber schauen wir noch kurz auf die aktuellen Schlagzeilen der letzten Tage.

Eier, Getreide und Obst sorgen aktuell für Falten auf der Stirn.

1. Eier mit Insektizid belastet

In den Niederlanden und Belgien wurden nun zwischen 100 und 200 Legehennenbetriebe gesperrt.

Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) konnte in einigen Betrieben Fipronil über der erlaubten Obergrenze nachweisen.

Es wird vermutet, dass das Insektizid zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe eingesetzt wurde.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol, das als Pflanzenschutzmittel und Biozid eingesetzt wird. Der Tierarzt nutzt es gerne, um die geliebten Hunde und Katzen von Flöhen und Zecken zu befreien.

Der Einsatz in der Lebensmittelproduktion ist jedoch prinzipell verboten.

Die nachgewiesenen Mengen des Insektizid liegen unter den offiziell genannten Grenzen, ab denen eine Gefahr für die Gesundheit besteht.

Das generelle Verbot sperrt die Eier jedoch für eine jegliche Vermarktung. Von den 2,9 Millionen Eiern, die aus den betroffenen Erzeugerbetrieben nach NRW importiert wurden, sind bereits 875.000 in den Handel gelangt.

Eier mit dem Stempelaufdruck 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001, mit Legedaten zwischen dem 09. Bis 21. Juli 2017 sollten entsprechend nicht verzerrt werden.

2. Zitterpartie bei der Weizenernte

Nach dem der Weizen allen Wetterwidrigkeiten zum Trotz es gut bis zur Ernte geschafft hat, lässt der Regen pünktlich zur Erntezeit uns Landwirte nochmals bangen.

Wieviel Regen wird es noch geben? Derzeit passen die Fallzahlen noch, auch wenn es bereits Verzögerungen bei der Ernte gibt.

Prognosen sind schwer zu treffen, also können wir wohl nur weiterhin zittern und hoffen, dass der Regen endet und die Böden schnellstmöglich wieder befahrbar sind.

3. BayWa Obst beantragt Kurzarbeit

Das Ausmaß des Schadens, den der Frost im Frühjahr zur Blütezeit verursacht hat, wird nun erst richtig sichtbar.

In Polen, Österreich und Deutschland sind bei der Apfelernte Verluste von bis zu 70 Prozent zu verzeichnen.

Den Süden hat es besonders getroffen. Die BayWo Obst kündigte nun Kurzarbeit an.

“Wir erwarten die geringste Ernte seit 25 Jahren – für die Erzeugerbetriebe in der Region ist die Situation mehr als fordernd und bisweilen existenzbedrohend”, kommentiert BayWa.

Mit einer der größten Missernten, sind die auf das Obstgeschäft spezialisierten Betriebe über Monate nicht ausgelastet.

Gegen das Wetter werden können wir nur begrenzt etwas ausrichtet.

Unsere Pflanzen mit Apps beim Wachstum besser zu fördern und bei Krankheiten gezielter behandeln zu können, das wird mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz wohl der Standard der Zukunft sein.

Wie sieht es mit Euch aus: wer von Euch hat Plantix schon genutzt? Wie sind Eure Erfahrungen?

Vanille-Landwirtschaft-Niederlande

Ist Vanille die neue niederländische Tomate?

Agrartechniker in den Niederlanden erforschen derzeit fleissig, wie die seltene und sensible Vanille in Europa Fuß fassen kann.

Denn: warum exotische Pflanzen importieren, wenn die sich rasant entwickelnde Technologie in Gewächshäusern die Tropen im Kleinformat nach Europa holen kann?

Die Agrarwirtschaft durchstößt damit weitere, bisher gegebene Grenzen. Der Anbau von Pflanzen ist nicht mehr an bestimmte Regionen der Erde gebunden.

Aber bevor uns das kühne Projekt der Niederländer näher anschauen, werfen wir noch den Blick auf zwei Nachrichten dieser Woche:

Russland wird größter Weizenexporteur

Nach den aktuellsten Prognosen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird Russland für 2017/2018 zum ersten Mal die Poolposition unter den weltweit größten Exporteuren für Weizen einnehmen.

Grundjahr ist das diesjährige Rekordangebot des Landes. Dieses liegt ca. 10 Prozent über dem Vorjahr und übertrifft noch die Erwartungen vom letzten Monat.

Die wesentlichen Faktoren, die Russland den ersten Platz einnehmen lassen werden, sind:

  • erweiterte Anbauflächen,
  • verbesserte Erträge,
  • konkurrenzfähige Preise und
  • der Ausbau der Infrastruktur zur Verbessung der Logistik beim Export

Dies zeigt auch nochmals deutlich, wie sehr sich Russlands Position auf dem Weltmarkt in den letzten Jahren gewandelt hat.

Sojaanbau in der EU soll gestärkt werden

Von den 14 EU-Landwirtschaftsministern wurde gestern eine Erklärung unterschrieben, die den Anbau von Eiweißpflanzen, vor allem Soja, in der EU vorantreiben soll.

Nachhaltig, zertifiziert und gentechnikfrei sollen dabei die Prozesse von der Produktion bis hin zur Vermarktung ablaufen.

„Unsere heimischen Eiweißpflanzen sind gegenüber dem importierten Soja noch nicht konkurrenzfähig, obwohl sie im Hinblick auf die Nachhaltigkeit überlegen sind. Die Entscheidung des Europaparlaments, den Pflanzenschutzmitteleinsatz auf ökologischen Vorrangflächen einzuschränken, verpasst den Eiweißpflanzenanbau in Deutschland einen zusätzlichen Rückschlag. Mit der Unterzeichnung der Soja-Erklärung setzen wir ein Signal, uns stärker für den Leguminosenanbau einzusetzen“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Ein Signal ist noch keine Umsetzung. Es wird sich zeigen, wie weit sich der Anbau von Soja in Deutschland ausdehnen wird.

Ich hab die beiden Nachrichten ausgewählt, weil sie abermals zeigen, wie stark sich landwirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können.

Mit politischem Willen und darauffolgender Umsetzung schafft es Russland, Europa und die USA zu überholen, die Positionen auf dem Weltmarkt zu verschieben.

Vielleicht ist es auch das, was wir hinsichtlich des Sojaanbaus in der EU erleben werden, eine Veränderung in der weltweiten Verteilung der Sojaproduktion.

Definitiv ist Soja jedoch eine Pflanze, die ein Beispiel für die Verschiebung der landwirtschaftlichen Grenzen ist.

Denn, fragt man Verbraucher, dann werden sie den Sojaanbau sicher nicht unbedingt mit Europa in Verbindung bringen.

Klar, es gibt Pflanzen, die für unser europäisches Klima nicht ausgelegt sind und weiterhin nur in fernen Regionen angebaut werden. Oder?

In den Niederlanden wird kräftig daran geforscht, diese Gegebenheit abzuändern.

Vanille aus den Niederlanden

Wir kennen die Gewächshäuser, in den Tomaten, Salat und Co. mit künstlichem Licht in sonst pflanzenunfreundlichen Bedingungen wachsen können.

Diese und andere Gewächshäuser der neuesten Generation stellen sicher, dass wir egal zu welcher Jahreszeit unser geliebtes, heimisches Gemüse frisch im Supermarkt erhalten können.

Nun sind Pflanzen wie Salatköpfe relativ anspruchslos. Andere Pflanzen haben sich bisher vehement gegen die Aufzucht in Gewächshäusern gesträubt.

So etwa auch die Vanille, die das exotische Klima, etwa von Madagaskar, liebt.

Die seltene und teure Pflanze ist sehr sensible hinsichtlich ihrer Zuchtbedingungen, weshalb sie bisher auch nur in wenigen Plätzen der Welt wächst.

Mit einem Anteil von über 60 Prozent ist Madagaskar der Hauptanbieter am Weltmarkt.

Das Land ist bitterarm. Der Anbau von Vanille bildet auf den dortigen Plantagen für rund 80.000 Kleinbauern die Lebensgrundlage.

Aber Vanille ist eine äußerst lukrative Pflanze. Derzeit kostet ein Kilogramm um die 600 Dollar. Der Preis lag nie zuvor so hoch und übersteigt gar den von Silber.

Gründe hierfür sind vielfältig. Sie reichen von Naturgewalten bis hin zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach natürlichen Produkten.

Die Suche nach der richtigen Formel von Wasser, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit im Gewächshaus scheint sich zu lohnen.

Niederländer holen exotische Gewürze in ihre Gewächshäuser

Quelle: afpde

Auch der ressourcenintensive Anbau scheint sich bei dem derzeitigen Marktpreis zu rechnen:

Vanille ist durchweg eine Pflanze, die eine intensive Betreuung benötigt.

Angefangen bei der Bestäubung, bei der die tausenden Insekten und Vögel, die sonst damit beschäftigt sind, von Hand in mühevoller Kleinarbeit ersetzt werden müssen.

Aber eins wird deutlich: mit den rasanten technologischen Entwicklungen, scheinen exotische Pflanzen nicht mehr nur in exotischen Ländern wachsen zu müssen:

Die erste Ernte der Dutch Vanilla wird für 2020 erwartet. Noch wird die Produktion im Gewächshaus zu teuer sein, um wirklich in Konkurrenz zu etwa Madagaskar zu stehen.

Die fehlende Quantität könnten die Niederländer bei der richtigen Formel in Punkto Qualität jedoch wieder wettmachen.

Was meint Ihr, wird die Verlagerung der Produktion in Gewächshäuser, die Landwirtschaft weltweit vereinheitlichen, so dass alle Pflanzen überall angebaut werden können?

Windkraft-Ertragsprognosen-Unwetter

Landwirtschaft: Ertragsprognosen für Getreide sinken

Sie sind da – die ersten Hitzegewitter des Jahres. Die von ihnen verursachten Schäden werden die Ertragsprognosen in manchen Landstrichen sehr stark ändern. 

Orkanböhen, Starkregen und Hagel. Alle drei haben sich in den letzten Tagen in Deutschland gut ausgetobt.

Es waren fast alle Ackerbaukulturen betroffen: ob Wintergetreide, Zuckerrüben, Raps, Mais oder Sonderkulturen wie Erdbeeren – die Felder wurden massiv geschädigt.

Die Hitzegewitter wurden durch die extremen Temperaturunterschiede insbesondere zwischen der West- und Osthälfte Deutschlands verursacht.

Entsprechend findet sich die mit am schwersten betroffene Region entlang einer Linie in der Mitte von Deutschland, die von Wolfsburg bis nach Niederbayern läuft.

Von vom Hagel zerfetzte Blätter bis hin durch vom Starkregen verschlämmte junge Rüben- und Maispflanzen, die Schäden sind vielfältig, und teils so stark, dass bereits mehrere Hundert Hektor Anbauflächen für den Umbruch freigegeben wurden.

Da gibt es nur eins: Ärmel hochkrempeln und schnellstmöglich handeln, um etwa durch Neuansaat die Schäden kompensieren zu können.

Weitere Warnung vor Unwetter mit starkem Regen und Sturmböen

Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell weiterhin vor Unwettern.

Insbesondere die folgenden Regionen sollen betroffen sein:

  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Weite Regionen in Ostdeutschland sowie
  • der Süden Nordrhein-Westfalens
  • im Süden: Schwarzwald, Schwäbische Alp und Regionen am Alpenrand

Neben dem Starkregen ist auch mit Hagel zu rechnen.

Drücken wir die Daumen, dass die nächsten Tagen glimpflich verlaufen. Das Wetter hat sich bereits stark genug auf die Ernteprognosen ausgewirkt:

Ertragsprognosen für Getreide gesenkt

Der Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) senkt die im Vormonat geäußerten Ertragsprognosen für Gertreide um bis zu 3,7 Prozent.

Für Roggen, Raps, Sommergerste und Triticale sinken die Werte gar unter das langjährige Mittel.

Die ungünstigen Wetterbedingungen wie der Frost zur Blütezeit, extreme Trockenheit bzw. zu spät kommender Regen haben die Pflanzen doch mehr geschadet als zunächst angenommen.

Acuh der International Getreiderat (IGC) veröffentlichte Zahlen, die auf einen weltweiten Rückgang der Bestände von Mais und Weizen deuten.

Bei Mais wird für 2017/2018 mit einer erhöhten Nachfrage gerechnet, so dass trotz unveränderter Ertragsprognosen die Überhangbestände geschätzt um 29 Millionen Tonnen auf 197 Millionen Tonnen zurückgehen.

Die entspricht einer Senkung des Anteiles der Überhänge am Weltmaisverbrauch von 21,5 Prozent auf 18,6 Prozent.

Auch bei Weizen ist laut IGC mit einem knappen Rückgang der Überhangsbestände zu rechnen.

Die  Ernteerträge 2017/2018 in Höhe von geschätzt 736 Millionen Tonnen werden den weltweiten Verbrauch in geschätzter Höhe von  738 Millionen Tonnen nur sehr knapp decken können.

Zwar beeinflusst das Wetter maßgeblich die Ertragsprognosen. Aber manchmal spielen auch andere Faktoren mit rein.

So entstehen in Russland derzeit wie im Vorjahr Ernteausfälle, weil die technischen Gerätschaften fehlen.

Ein Mangel an Mähdreschern soll bereits im letzten Jahr einen Verlust von 10 Millionen Tonnen Getreide verursacht haben.

Ein anderer Markt scheint im Gegensatz zum Getreidemarkt aktuell Aufwind zu verspüren:

Windenergie weiter auf Vormarsch

Das Frauenhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik führt in seinem Bericht „Windenergie Report Deutschland 2016“ einige sehr interessante Zahlen auf.

Windenergie trägt demnach mit 12,4 Prozent zur deutschen Bruttostromerzeugung bei. Im Vergleich: Atomkraftwerke liegen bei 13 Prozent.

Im 2016 überstieg der Beitrag der erneuerbaren Energien erstmals den der konventionellen Atom- und Braunkohlekraftwerke.

29 Prozent des Bruttostromverbrauchs wurde von den umweltfreundlicheren Energietechniken gedeckt.

28000 Onshore-Windanlagen gibt es mittlerweile in Deutschland. Diese liefern knapp 46000 MegaWatt Nennleistung.

Schaut man auf die Zahlen könnte man meinen, dass der weitere Ausbau von Windanlagen langsam abflaut, denn es werden in der Anzahl weniger Anlagen neu errichtet.

Dies ist aber ein Trugschluß, denn die neuen Windsysteme werden immer größer.

Neue, geeignete Flächen zu finden, ist schwer. Einfacher ist es für Betreiber, die kleinen Modelle aus den 80er und 90ern mit modernen Rädern zu ersetzen. 

Die in 2016 errichteten Anlagen wiesen eine durchschnittliche Nabenhöhe von 128 Metern(!) und einen Rotordurchmesser von 109 Metern(!) auf. 

Flügel für 16 gigantische Windräder

Quelle: buten un binnen

Ganz schön beeindruckend, wie so ein Windrad entsteht, oder? Aber auch bei Offshore-Anlagen werden die Projekte technisch immer herausfordernder.

So werden die Energieanlagen mittlerweile durchschnittlich 53 Kilometer von der Küste entfernt und in durchschnittlichen Wassertiefen von 27 Metern erbaut.

Von den weltweit 13900 MegaWatt, die durch Offshore-Windanlagen bereitgestellt werden, stammen 12400 MegaWatt allein aus Europa. Deutschland alleine trägt 4089 MegaWatt bei.

Aber neben dem Trend nach immer größeren Anlagen, bietet der Markt auch kleine Modelle für „daheim“. Quasi das eigene Windrad für den Hof.

Welche Erfahrungen konntet Ihr mit eigener Energieerzeugung auf Eurem Hof sammeln?