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Ackerland-Duengen-Weizen

Ökologisch auf deutschem Ackerland? Eher nicht.

Verfolgt man die Presse müsste man meinen, dass die ökologische Bewirtschaftung von deutschem Ackerland stetig zunimmt.

Aber: auch wenn „regional“ und „ökologisch“ verstärkt von den Verbrauchern nachgefragt werden, die heimische Landwirtschaft kann dieser Nachfrage kaum gerecht werden.

Ein Großteil der Bioprodukte in deutschen Supermärkten kommt deshalb entsprechend aus dem Ausland. Wieviel Bio dann wirklich im Produkt steckt, ist dabei nicht immer nachvollziehbar bzw. nachweisbar.

Nur 4 Prozent vom Ackerland biologisch bewirtschaftet

Schaut man sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes an, zeigt sich, ökologische Landwirtschaft spielt in Deutschland weiterhin kaum eine Rolle.

In 2016 wurden lediglich 4 Prozent vom deutschen Ackerland biologisch bewirtschaftet. Mehr als die Hälfte hiervon wurde für den Getreideanbau genutzt.

In der Nutztierhaltung waren es gerade mal 5 Prozent der Tiere, die ökologisch gehalten wurden: 6 Prozent des gesamten Rindviehbestandes und 4 Prozent der Hühner wurden nach biologischen Standards aufgezogen.

Für Schweine ist die Biohaltung nicht sehr beliebt. Weniger als 1 Prozent vom Bestand sind Bio-Schweine.

Bundeswirtschaftsministier Christian Schmidt hat sich zum Ziel gesetzt, das die wachsende Nachfrage nach Bio aus heimischer Landwirtschaft gedeckt wird.

Mit Förder- und Forschungsgeldern soll erreicht werden, dass zukünftig 20 Prozent des deutschen Ackerlandes biologisch bewirtschaftet wird.

Für mehr Ökologie auf dem Ackerland soll auch die neue Düngerverordnung sorgen, die nun relevant ist, für die Organisation der Betriebsabläufe.

Nicht vergessen: die neue Düngeverordnung ist jetzt zu beachten

Jetzt gilt es, beim Planen der Betriebsabläufe für die nächsten Wochen und Monate, die Vorgaben der neuen Düngeverordnung umzusetzen.

Für alle stickstoffhaltigen Dünger, die mehr als 1,5 Prozent Gesamtstickstoff in der Trockenmasse aufweisen, gilt für die Wintermonate eine Sperrfrist.

Für Gründland gilt die Sperrfrist für Düngemittel mit wesentlichem Stickstoffgehalt vom 01.November bis zum 31. Januar.

Die Sperrfrist kann für Grünland um zwei Wochen verschoben werden. Mit der neuen Düngeverordnung ist die Verschiebung der Sperrfrist für Ackerland jedoch nicht mehr möglich.

Für das Düngen mit Mist von Huf- und Klauentieren muss lediglich vom 15. Dezember bis zum 15. Januar ausgesetzt werden.

Die Düngeverordnung betrifft unseren Arbeitsalltag direkt. Die folgenden Themen betreffen die Arbeit nicht unmittelbar, aber sind denke doch recht wissenswert:

1 Landwirtschaftliche Informationen per Video

YouTube ist nach Facebook mit das wichtigste, soziale Netzwerk, dass weltweit genutzt wird, wenn man sich die Nutzerzahlen anschaut.

Nun hat auch das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) die Video-Plattform für sich entdeckt und einen eigenen YouTube-Kanal aufgesetzt.

Neugierig? So informatiert das BZL über landwirtschaftliche Themen: 

Mit gutem Boden fängt alles an

Quelle: BZL – Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Die derzeit ca. 40 Videos greifen verschiedenste Themengebiete auf, die von Pflanzenkrankheiten, schonender Bearbeitung von Ackerland, über den Anbau diverser Nutzpflanzen und der Nutztierhaltung bis hin zum sicheren Fahren von landwirtschaftlichen Maschinen reichen.

2 Folgen des Fipronil-Skandals

„Lieber ein Ei weniger als ein Ei, das nicht ganz in Ordnung ist“, so die Worte von Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister.

Die mit Fipronit belasteten Eier aus den Niederlanden sorgen weiterhin für Aufruhr. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Auswirkungen für den Eiermarkt und demnach für die Preise von Eiern gravierend sein werden.

Schmidt forderte beim Treffen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn einen besseren Informationsaustausch.

So seien in anderen Ländern die Informationen bereits seit Monaten verfügbar gewesen, wurden jedoch nicht an Deutschland weitergegeben.

Während die EU-Agrarminister den Skandal heute ausführlich diskutieren werden, versuchen die Niederlanden mit verschiedenen Maßnahmen, das Vertrauen in ihre Eier wieder auszubauen.

3 Weizenlager reichen für 123 Tage

Die weltweite Versorgung mit Weizen für 2017/2018 fällt reichlicher als in der vergangenen Saison aus, so der aktuellste Bericht des Internationalen Getreiderat (IGC).

Der weltweit erwartete Verbrauch von 738,4 Millionen Tonnen kann mit den Beständen somit für 123 Tage gedeckt werden. Dies sind zwei Tage mehr gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn der weltweite Endbestand von Weizen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Millionen Tonnen auf rund 247,8 Millionen aufgestockt werden kann, so ist doch eher mit einer zukünftigen Abstockung der Bestände zu rechnen, wenn man China nicht berücksichtigt.

China alleine lagert rund 40 Prozent der globalen Weizenbestände. Exportieren tut es allerdings lediglich rund 1 Millionen Tonnen, eine Zahl, die sich kaum auf dem Weltmarkt bemerkbar macht, so die Rabobank.

Als Hauptgründe für eine mögliche Abstockung nennt die Rabobank die unterdurchschnittlichen Erträge in den wichtigsten Erzeugerregionen.

4 Super-Monster-Wolf für japanische Felder

65 Zentimeter lang und 50 Zentimeter groß, leuchtende LED –Augen, ein unbarmherziges Knurren und Heulen mit einer Lautstärke von 90 Dezibel – das ist der Super-Monster-Wolf, der japanische Reisbauern vor Wildtieren wie Wildschwein, Rehen und Vögeln beschützen soll (Quelle: NationalPost).

Das zugeben nicht wirklich hübsche Tier „frisst“ Sonnenenergie, und harrt auf seinen Metallstelzen aus, bis es mit seinen Infrarotsensoren ahnungslose Beute aufspürt und diese entsprechend vertreibt.

Derzeit wird der Roboter in Japan in Versuchsprojekten noch getestet. Wie es aussieht, ist der Super-Monster-Wolf selbst für Bären, wie es sie auf der japanischen Insel Hokkaido gibt, sehr angsteinflössend.

Umrechnet kostet der Beschützer ca. 1500 EUR. Damit sich das Wildtier nicht an ihn gewöhnt, kann er auch andere Geräusche wie zum Beispiel menschliche Stimmen oder Schüsse wiedergeben und seinen Kopf hin und her bewegen.

Ausserhalb von Japan werden sich wohl die chinesischen Reisbauern freuen, wenn der Super-Monster-Wolf auch ihre Felder beschützen kann.

Hierzulande gibt es durchaus ähnliche Projekte, um Vogelscheuchen mit High-Tech effektiver scheuchen zu lassen.

Aber was meint ihr, könnte so ein Super-Monster-Wolf auch auf unserem Ackerland nützlich zum Einsatz kommen?

Artenschutz-Blumenwiese-Agrarbetrieb

Wie kann Artenschutz funktionieren?

Erst am Dienstag hat ein Schäfer auf einem Cuxhavener Deich sechs seiner Schafe an den Wolf verloren. Geht der Artenschutz zu weit? Die Diskussion ist abermals entfacht. 

Der Artenschutz in Deutschland und auch anderen Ländern ist ein heikles Thema. 

Zum einen steht es außer Frage, dass er ernorm wichtig ist. Die Natur ist ein sensibles Zusammenspiel von dem kleinsten bis zum größten Lebewesen. 

Kein anderes Tier wie die Biene zeigt wohl auf, wie eins mit dem anderen verbunden ist. Und es ist schön von Erfolgen wie beim Biber, Seeadler oder auch Wolf zu hören. 

Aber gerade beim Wolf zeigt sich, dass es nicht nur damit getan ist, eine Tierart zu schützen: 

Wo sind die Grenzen beim Artenschutz?

Der Wolf ist ein Raubtier. Ein intelligentes dazu. Und Nutztiere sind, zugegebenermaßen, eine idealle Beute.

Es wird an Konzepten gearbeitet, wie Nutztiere und Wolf zukünftig besser zusammenleben können.

Hier prallen jedoch auch sehr unterschiedliche Einstellungen zum Thema aufeinander. Die Diskussionen halten derweilen an.

Sicher ist jedoch eins: es ist kein Thema, dass noch sehr lange auf die Bank geschoben werden kann.

Gerade die Schafhaltung auf Deichen zeigt, dass es nicht getan ist mit Handlungsanweisungen wie: baut bessere und wolfssichere Zäune um die Herden.

Dies ist vielerorts nicht umsetzbar. Und die zunehmenden Berichte, dass der Wolf die Scheu vor Menschen verliert, zeigen ebenfalls auf, dass es mit den derzeitigen Regelungen nicht getan ist.

Tierschutz bewegt sich in einem sehr sensiblen Umfeld: bei Nutztieren prallt das Wohl der Tiere mit der Wirtschaftlichkeit aufeinander.

Bei Wildtieren, kann der Schutz einer Tierart zu Lasten anderer gehen:

Kann Artenschutz zu weit gehen?

Nehmen wir beispielsweise die Elefanten in einigen Schutzgebieten Südafrika. Nachdem diese aufgrund des Elfenbeins gnadenlos gejagt wurden, konnten sich die Bestände aufgrund der strikten Tierschutzgesetze erholen.

Mittlerweile sind die Bestände in mancher Region jedoch derart explosionsartig gestiegen, dass die große Elefantenpopulation ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellen:

Elefanten benötigen bis zu 200 Kilogramm Nahrung am Tag. Ressourcen hierfür stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Zuviele Elefanten können zudem mit ihrem Gewicht erheblich zur Versiegelung von Böden beitragen – jeder kennt den Effekt von Trampelpfaden, auf denen keine Wiese mehr wächst.

Die Erfolgsgeschichte des Elefanten kann für andere Tiere wie dem Spitzmaulnashorn somit auch zur Bedrohung werden.

Der Schutz einer Tierart kann erheblich zu Lasten von anderen Tierarten, die ebenfalls auf die Nahrung und Natur für ihr Überleben angwiesen sind, gehen.

Bei uns gibt es keine Elefanten, aber wir freuen uns auf eine wachsende Wolfspopulation. Die Rückkehr des Wolfes ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Aber: 

Eine zunehmende Population hat unmittelbare Folgen, insbesondere für Nutztierhalter, deren Existenz durch Übergriffe auch gefährdet werden kann.

„Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, meint deshalb Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (VJE) in Auftrag gegebenes Gutachten empfiehlt nun den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland.

Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern praktiziert. Ab wann muß dem Artenschutz Einhalt geboten werden, um andere Arten, ob Nutztier oder Mensch, zu schützen?

Artenschutz in der Landwirtschaft

Der Wolf wird stark diskutiert, weil er beim Kontakt mit der Zivilisation und Landwirtschaft durchaus auch als „Gewinner“ hervorgeht. 

Beim Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und anderen Wildtieren, etwa dem Rebhuhn, gewinnt eigentlich immer die Landwirtschaft. 

Ein Drittel aller Tierarten in Deutschland sind gefährdet. Die Existenz oder Nicht-Existenz einzelner Tiere fällt nicht direkt ins Gewicht. 

Über die Zeit sind die Zahlen jedoch schockierend. Um beim Rebhuhn zu bleiben: in Hessen allein wurde vor 60 Jahren noch 100.000 Vögel pro Jahr (!) von den Jägern geschossen. 

Heute besteht die gesamte Rebhuhn-Population aus gerade mal geschätzten 3.000 Tieren, wenn überhaupt. 

Es ist nicht zu Verleugnen, dass die moderne Landwirtschaft ihren Anteil an dem Aussterben vieler Arten hat. 

Die wirtschaftlichen Anbaumethoden mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, fehlenden Ackerrandstreifen und anderem sind nicht gerade förderlich. 

Entsprechend wird in der Presse schnell über die Landwirtschaft hergezogen. Aber auch diese Betrachtungsweise ist sehr einseitig. 

Denn, so unsere Meinung bei Agrarbetrieb: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies gilt auch für die konventionelle Landwirtschaft. 

(Quelle: Frankfurter Rundschau)

Landwirtschaft und Artenschutz

Im letzten Jahrhundert hat sich die Landwirtschaft so stark geändert wie nie zuvor. Die Folgen der Revolution auf dem Feld haben sich erst in diesem Jahrhundert gezeigt. 

Seitdem hat ein starkes Umdenken eingesetzt. Und die technologischen Möglichkeiten vereinfachen mehr denn je den Schutz von Wildtieren. 

Aber auch fernab von Technologien setzen viele Landwirte Maßnahmen um, die regional den Umweltschutz fördern.

Agrarbetrieb etwa, hat eine Leidenschaft für Blumenwiesen.

Nicht nur erfreut die Blütenpracht das Auge und Herz, sie fördert die Artenvielfalt und bietet die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, insbesondere Insekten. 

Wir haben deshalb auch die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen. So kann jeder aktiv beim Artenschutz mithelfen und dabei sich selbst oder anderen eine Freude machen.

(Nähere Informationen findet Ihr übrigens unter „Blumenwiese„.)

Natürlich interessiert mich wieder Eure Meinung zum Thema: wie sind Eurer Meinung nach moderne Lebensweise und Artenschutz miteinander zu verbinden?

Landwirtschaft Wolf Nutztier

Der Wolf – ein Märchen mit Happy End?

Für Tierschützer wird ein Traum war, der sich für so manchen Landwirt zum Alptraum entwickelt. Der Wolf ist nach ca. 150 Jahren wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Und er sorgt zunehmend für heftige Diskussionen. Für die einen ist die Rückkehr des Wolfs eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, ein Märchen mit Happy End.

Mit zunehmender Population wachsen jedoch auch die Herausforderungen. 

Lasst uns heute mal schauen, was es mit dem ganzen Wolfsthema aufsicht hat. Denn es werden wohl nicht nur Besitzer von Weidetier betroffen sein. 

Was passiert, wenn Ihr bei der Feldbegehung einem Wolf begegnet? 

Aber fangen wir von vorne an.

Der Wolf in Deutschland

Die meisten von uns kennen Wölfe nur aus Märchen wie Rotkäppchen.

Diese alten, überlieferten Geschichten ebenso wie die beliebten modernen Serien und Filme mit Werwölfen prägen wohl unser Wissen und unsere Ideen über den Wolf:

ein unberechenbares, gefährliches Raubtier, das Schafe reißt, aber auch nicht vor einsamen Wanderern halt macht, die im Wald unterwegs sind.

Wachsende Population unter strengem Naturschutz

1990 wurde der Wolf bundesweit unter Naturschutz gestellt.

Aus den östlichen und südlichen Nachbarländern hat der Wolf anschließend seinen Weg zurück nach Deutschland gefunden.

Seit dem Jahr 2000, indem erstmals wieder Wolfswelpen bei uns geboren wurden, ist die Population stetig gewachsen.

Wölfe im Visier

Quelle: Fritzz derbub

Derzeit gibt es 70 Rudel und Paare in Deutschland. Dies entspricht etwa 700 Wölfen. Die Wölfe und Paare verteilen sich wie folgt auf die Bundesländer:

  • Brandburg: 24
  • Sachsen: 18
  • Niedersachsen: 11
  • Sachsen-Anhalt: 11
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4
  • Bayern: 2

(Quelle: Nabu, Stand 01.03.2017)

Statistisch gesehen könnten in Deutschland 440 Rudel Platz finden.

Diese Anzahl wird wohl nicht erreichbar sein, da es durchaus auch Gebiete in Deutschland gibt, die für den sehr anpassungsfähigen Wolf als Lebensraum ungeeignet sind (zu wenig Nahrungsangebot, zu viele Straßen, …)

Größter „natürlicher“ Feind des Wolfes sind Autos. Es ist eher selten, dass ein Tier eines natürlichen Todes oder durch Abschluß stirb. 

Tierschützer sind begeistert von der zunehmenden Wolfspopulation. Das generell sehr scheue Tier lebt auch zurückgezogen.

Dennoch:

Es häufen sich die Meldungen über gerissene Nutztiere und über Wölfe, die dem Menschen sehr nah kommen. Der Wolf verliert anscheinend zunehmend die Scheu vor dem Menschen.

Tierschutzgesetz nicht mehr adäquat?

Zwar dürfen besonders auffällige Wölfe geschossen werden. Den Tierhaltern, deren Tiere auf der Weide in Nachbarschaft zum Wolf wohnen, ist dies jedoch keine Hilfe.

Denn der Wolf ist ein Tier, dass sich durchaus die Nahrung nimmt, die für ihn am leichtesten zugänglich ist.

Wenn der Wildtierbestand nicht dicht genug ist, greift der Wolf entsprechend Nutztiere auf der Weide an.

Für den Wolf gilt ein strenger Naturschutz. Dieser wurde allerdings aufgestellt, als das Tier in Deutschland als quasi ausgestorben galt.

Die Situation hat sich seitdem geändert.

In 2016 gab es in Sachsen 23 gemeldete Übergriffe des Wolfes auf Nutztiere. 125 Tiere überlebten diese nicht.

In Niedersachsen leben zwar weniger Rudel und Paare, diese schafften es jedoch auf 27 Angriffe mit insgesamt 135 gerissenen Nutztieren.

Kein Wunder also, dass die Stimmen, die ein besseres Wolfsmanagement einfordern immer lauter wurden und weiterhin werden.

Während Tierschützer fordern, dass die Landwirte ihre Tiere, beispielsweise durch Zäune, besser schützen sollen, argumentieren die Landwirte, dass ein rundum Schutz praktisch nicht umsetzbar und auch nicht bezahlbar ist.

Und endlich reagiert nun auch die Politik.

Eine Arbeitsgruppe soll nun prüfen, wie es um den Erhaltungszustand des Wolfes steht.

“Die Umweltminister von Bund und Ländern müssen sich der flächendeckenden Ausbreitung des Wolfes in Deutschland endlich ernsthafter widmen und Entscheidungen treffen. Wenn die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und Gehewild nicht wirksamer geschützt wird, ist das Ende dieser Haltungsform von Nutztieren eingeleitet.” Hendrik Wendorff, Präsidiumsmitglied des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Bauernpräsident von Brandenburg

Aber nicht nur für Nutztiere steigt die Wahrscheinlichkeit, einem Wolf zu begegnen.

Wie sieht es mit Wanderern, Spaziergängern oder Fahrradfahrern aus, die mitten im Wald einem Wolf oder gar einem ganzen Rudel begegnen?

Es stellt sich für jeden, der im Wolfsgebieten lebt die Frage:

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?

Wie gesagt, normalerweise hält sich der Wolf von Menschen fern.

Meist wird man einzelnen Tieren begegnen. Ganze Rudel sind eher unwahrscheinlich.

Allerdings könnten Jungtiere, die generell unerfahrener und neugierer sind, ohne ältere Tiere auf Entdeckungstour sein.

Haltet die folgenden Regeln im Fall einer Begnung ein: 

  • Zeigt Respekt: es handelt sich um ein Wildtier. Anlocken oder gar Füttern sind ein absolutes Tabu.
  • Zieht Euch langsam zurück: behaltet einen kühlen Kopf, bleibt stehen und zieht Euch ggf. langsam zurück
  • Versucht Euch groß zu machen: wenn der Wolf sich nicht verzieht oder Euch gar folgt, dann versucht es mit Anschreien, Klatschen oder gar etwas werfen.

In Wolfsgebieten hören Hunde grundsätzlich an die Leine. Ein freilaufender Hund kann von Wölfen durchaus wenig Gegenliebe in deren Revier erfahren.

Verhaltet Euch mit dem Hund genauso wie ohne. Bleibt ruhig, damit Euer Hund nicht unruhig wird und auf die Idee kommt, Euch verteidigen zu wollen. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr eventuell schon mit dem Wolf sammeln und was sollte Eurer Meinung nach ein wirksames Wolfsmanagement enthalten?