Bakterien als biologische Pflanzenschutzmittel

Wundermittel Bakterien: So werden Pilze & Co. zukünftig bekämpft

Maiszünsler, Drahtwürmer, Gelbrost, Blattfleckenkrankheiten, Grauschimmelfäule…. und die Liste der Schädlinge und Krankheiten hört nicht mehr auf.

Schluss damit!

Bakterien sollen zukünftig alles richten und uns Landwirte das Leben vereinfachen. Wie das gehen soll, erfahren Sie in dem heutigen Beitrag.

Jedes Jahr der gleiche Zirkus auf unseren Feldern…

  • Sind die Pflanzen verdreht und verkrümmt?
  • Ist der Bestand lückig?
  • Sind die Blätter mit Flecken überzogen?
  • Was haben diese Larven da verloren?

Super ärgerlich, denn die Fäulnis arbeitet sich meist ganz heimtückisch voran und ist oft erst im Herbst sichtbar. Das Ergebnis: die Ernte ist futsch!

…und das obwohl man Spritzmittel rechtzeitig eingesetzt hat, um die Nutzpflanzen vor Schädlingen zu schützen. Damit nicht genug… Der Einsatz von Spritzmittel (Neonicotinoide) töten die fleissigen Bienen und die extremen Umweltbedingungen (Dürre, Überschwemmungen) leisten noch den Rest.

Damit soll es bald Schluss sein. Österreichische Wissenschaftler haben eine umweltfreundliche Art des Pflanzenschutzes entdeckt:

Natürliche Bakterien sollen den Schädlingsbefall verhindern, das Wachstum der Pflanzen fördern und deren Widerstandsfähigkeit erhöhen.

Bakterien — Unsere Retter in der Zukunft

Die Forscher des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und der TU Graz arbeiten daran, den Einsatz von biologischen Pflanzenschutzmitteln wie Mikroorganismen (Bakterien) zu optimieren.

Das Ganze soll wie folgt funktionieren: Spezielle Bakterien werden zusammen mit der Pflanzensaat am Acker ausgebracht.

„Während die Saat keimt, entwickeln sich gleichzeitig die Mikroorganismen, versorgen die Pflanze mit Nährstoffen, fördern das Wachstum, wehren Schädlinge ab, verringern den Stress für die Nutzpflanze und erhöhen deren Widerstandsfähigkeit“, so die Wissenschaftler von acib.

Auf der Suche nach den passenden Bakterien

Eins ist klar: jede Pflanze und jeder Boden braucht eine besondere Art von Bakterien. Hinzu kommt, dass diese Bakterien an den extremen Umweltbedingungen angepasst werden müssen.

So gilt zum Beispiel:

  • Moosen: vertragen saure Böden und Nährstoffmängel
  • Flechten: halten UV-Licht und Trockenheit aus

Diejenige Bakterienpopulation die wachstumsfördernd wirkt und auch noch Stressresistenz zeigt, wird weiter optimiert und perfektioniert.

Bis dato erwiesen sich die beiden Bakterienarten Pseudomonas poae und Stenotrophomonas rhizophila als erfolgreich. Während Pseudomonas einen gewaltigen Wachstumsschub am Zuckerrüben-Testacker in Südbayern erzielte, bewirkte Stenotrophomonas identische Ergebnisse in der salzigen Steppe von Usbekistan.

Das Projekt befindet sich zwar noch in der Entwicklungsphase aber die Vorstellungen vom Endprodukt sind heute bereits ganz klar: „ein Samen, der von einer Bakterienhülle umschlossen ist. Im feuchten Boden wachsen die Bakterien mit dem keimenden Samen mit und schützen ihn.“

Chemiekonzerne sicherlich nicht begeistert

Wie Chemiekonzerne auf das „natürliche“ Endprodukt „Bakterien als Pflanzenschutzmittel“ reagieren werden, bleibt abzuwarten. Eins ist sicher: die Begeisterung wird alles andere als euphorisch sein.

44 Milliarden EUR pro Jahr…. das setzt die chemische Industrie mit herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln zur Zeit um. Davon lassen sich die österreichischen Wissenschaftler jedoch nicht stoppen, denn sie haben ein klares Ziel:

„Wir wollen gesunde Pflanzen und letztendlich eine gesunde Nahrung haben (…) ein funktionierendes System im biologischen Pflanzenschutz ist eine echte Alternative zu Spritzmitteln“, so Forscherin Christin Zachow von acib.

Bakterien als „gesunde“ Alternative?

Zweifelsohne wäre ein biologischer Pflanzenschutz eine tolle Sache in der Landwirtschaft. Letzten Endes wollen wir alle gesunde Nahrungsmittel nicht nur produzieren, sondern auch zu uns nehmen.

Was halten Sie von Bakterien als Alternative zu den herkömmlichen, chemischen Pflanzenschutzmitteln? Wie werden Ihrer Meinung nach die großen Chemiekonzerne auf diese Innovation reagieren?

 

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