Zuckerpreise auf Talfahrt Landwirte Verlierer

Zuckerpreise auf Talfahrt: Landwirte sind die Verlierer

Der Kampf ums weiße Gold wird verschärft. Nachdem Aldi und Co. die Preise für Molkereiprodukte (Butter, Käse und Sahne) reduziert haben, sind jetzt Pommes frites und Zucker dran. Die Zuckerpreise werden beim deutschen Discountmarktführer um mehr als 20% nach unten korrigiert. Bei der ganzen Sache, scheinen Landwirte die großen Verlierer zu sein.

Eins ist klar: Deutschlands Verbraucher sind die grossen Profiteure der aktuellen Preisschlacht.

Nachdem Aldi die Preise für ausgewählte Kartoffelprodukte (z.B. Pommes frites, Kroketten) um teilweise mehr als 16% und Zucker um mehr als 20% vergünstigte, folgten weitere Discounter und Supermärkte das Beispiel des Marktführers und passten ihre Preise ebenfalls an.

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Einem aktuellen Bericht der Zeitung Die Welt zur Folge, versucht Aldi mit seiner neuen Rotstiftstrategie, sein Preis-Image zu schärfen. Die Gründe für diese radikale Aktion liegen auf der Hand. In den letzten Jahren schafften die beiden Supermarktketten Edeka und Rewe das wovon viele Discounter inkl. Aldi Angst hatten. Über die Art der Ladengestaltung und Warenpräsentation sowie ihr breites Sortiment, überzeugten sie immer mehr Kunden bei ihnen einzukaufen und eroberten dadurch wichtige Marktanteile.

Aldi sah sich gezwungen auf diesen Trend zu reagieren und tat das, was es am besten kann: Rotstift ansetzen und Preise drastisch reduzieren.

Das Ergebnis der Preissenkungen bei Aldi

Kurzfristig passierte das worauf sich alle Teilnehmer bereits eingestellt hatten:

Netto, Norma, Penny, Edeka und Lidl senkten marktkonform ebenfalls ihre Preise für Zucker und Pommes frites.

Und wie sieht es langfristig aus?

Da bleibt uns wohl nicht viel übrig, außer abzuwarten. Eins ist jedoch heute schon klar:

Rekorderträge bei der diesjährigen Kartoffel- und Rübenernte

Rückläufige Zuckerpreise belasten Südzucker & Landwirte

Das Battle bzw. Preis-Battle der Handelsgiganten sollte nicht ganz isoliert betrachtet werden. Seit Monaten klagen Landwirte und Hersteller wie Nordzucker und Südzucker über sinkende Preise. Hinzu kommen die Sorgen bzgl. der Auswirkungen für das für Ende September 2014 terminierte Auslaufen der Marktregulierung auf dem Zuckermarkt.

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Werfen wir doch einen Blick auf die Herstellerseite. Die Südzucker AG hat am 9. Oktober 2014 seinen Zwischenbericht für das 1. Halbjahr 2014/1015 veröffentlicht. Aus dieser geht hervor, dass der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten (1. März 2014 bis 31. August 2014) mit 3.482 Millionen EUR, deutlich unter dem Vorjahresniveau lag (3.937 Mio. EUR).

Der Umsatzrückgang kommt aus den Segmenten Zucker, Frucht und Spezialitäten. Im Segment CropEnergies sieht die Entwicklung hingegen ganz anders aus. Hier konnte der Umsatz gesteigert werden.

Das operative Konzernergebnis verminderte sich erwartungsgemäß deutlich auf 147 (Vorjahr: 407) Millionen Euro. Wesentliche Ursache hierfür ist der Rückgang des operativen Ergebnisses im Segment Zucker. Auch in den Segmenten CropEnergies und Frucht konnte das Vorjahresergebnis nicht erreicht werden. Das operative Ergebnis im Segment Spezialitäten hingegen lag über dem Vorjahr. (…)

Darüber hinaus belasten auch die Bestände mit den hohen Herstellungskosten aus der Kampagne 2013, die bei einem nochmals sinkenden Preisniveau abgesetzt werden. Im Segment Zucker reduzierte sich der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 auf  1,699 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,085 Mrd. Euro). Wesentliche Ursache für diesen Rückgang waren sinkende Quotenzuckererlöse, der Absatz konnte in diesem Bereich gesteigert werden.

Die Exportpreise für Nichtquotenzucker lagen weltmarktpreisbedingt unter dem Niveau des Vorjahres. Das operative Ergebnis sank somit erwartungsgemäß deutlich auf 68 Mio. Euro (Vorjahr: 304 Mio. Euro).

[Quelle: Pressemitteilung Südzucker AG, 09. Oktober 2014]

Aufgrund der Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds in den europäischen Zuckermärkten, rechnet Südzucker mit einem weiteren Rückgang des Umsatzes.

Sinkende Zuckerpreise bereiten auch Landwirten Probleme

Fallende Kartoffel- und Zuckerpreise auf der einen Seite und eine außerordentlich gute Kartoffel- und Rübenernte was vielerorts zu Lagerschwierigkeiten führt, auf der anderen Seite – das sind die Herausforderungen die Landwirte irgendwie meistern und ausbalancieren müssen.

Die aktuelle Lage wurde am treffendsten von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in einer aktuellen Pressemitteilung beschrieben:

„Die Ernte geht über den Bedarf hinaus, die Konkurrenz ist groß und das Exportventil ist weitgehend verstopft.“

Den Spagat zwischen Ernte – Lagerung – Verkauf (zu „optimalen“ Preisen) hinzukriegen, bleibt wohl jedem Landwirt einzeln überlassen.

Wie kämpfen Sie gegen die aktuellen Kartoffel- und Zuckerpreise an? Haben Sie die nötigen Lagerkapazitäten, um die verschärften Preiskämpfe der nächsten Wochen und Monate glimpflich zu überstehen?

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