2015 Das erwartet Landwirte im neuen Jahr

2015: Das erwartet Landwirte im neuen Jahr

Die letzten Rüben-LKWs rollen und Landwirte sind bundesweit wieder auf den Barrikaden. Die Feiertage haben dem einen oder anderen Zeit zum Nachdenken und Planen gegeben; jetzt gehts in die Umsetzung.

Was erwartet uns im neuen Jahr?

Neue Rentenbeiträge und Zuschüsse, Beiträge zur Berufsgenossenschaft müssen künftig im Voraus gezahlt werden und die EEG-Umlage sinkt. 2015 beginnt mit einer Reihe von Neuregelungen und Bestimmungen.

In dem heutigen Artikel habe ich sieben wichtige Entscheidungen, die uns Landwirte betreffen, zusammengetragen.

Das alles ändert sich für Landwirte in 2015

1. Neue Rentenbeiträge und Zuschüsse

Ab diesem Jahr gelten in der Alterssicherung für Landwirte (AdL) neue Rentenbeitragssätze. Während die Beitragssätze in der gesetzlichen Rentenversicherung sinken, müssen Landwirte ab 2015 höhere Beiträge zahlen.

Die neuen Beiträge lauten gemäß der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) wie folgt:

  • Alte Bundesländer: 232 Euro/Monat (bislang 227 Euro)
  • Neue Bundesländer: 199 Euro/Monat (bislang 192 Euro)

Die Beitragszuschüsse werden entsprechend angepasst. In der folgenden Tabelle erhalten Sie einen Überblick über die neuen Beträge.

2. Beitrag zur Berufsgenossenschaft muss im Voraus gezahlt werden

Ab 2015 gilt das Vorschussverfahren. Nach Informationen des Deutschen Bauernverbandes wurden die Bescheide bereits im Dezember an die Versicherten versandt.

Es gelten drei Termine für die Abschlagszahlungen zur Berufsgenossenschaft:

  • 15. Januar 2015
  • 15. Mai 2015
  • 15. September 2015

Als Grundlage für die Kalkulation der Abschlagszahlungen ist der Beitrag aus 2014. Die Endabrechnung erfolgt im August 2015 mit Fälligkeit zum 15. September 2015. Die Abschlagszahlungen für das kommende Jahr 2016 sollen gleichzeitig mit der Endabrechnung mitgeteilt werden.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

3.  Basisprämie von 175 EUR je Hektar bis 2019

In der Europäischen Agrarpolitik gibt es ebenfalls gesetzliche Neuerungen. Bis 2019 soll es laut einer aktuellen Mitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Basisprämie von 175 EUR je Hektar geben. Damit sollen die regional in Deutschland noch unterschiedliche Prämien von 154 bis 191 EUR je Hektar bis spätestens 2019 angeglichen werden.

Insgesamt stehen für die Agrarförderung in Deutschland von 2014 bis 2020 jährlich rund 6,2 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. (BMEL)

 Die Betriebsprämie wird ab 2015 durch ein geändertes System der Direktzahlungen abgelöst.

4. EEG-Umlage sinkt in 2015

Der Beitrag für Ökostrom sinkt von 6,24 Cent pro Kilowattstunde (2014) auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde in 2015. Die Umlage ist Teil des Strompreises. Die entstehenden Kosten werden über die Erneuerbare-Energien-Umlage (kurz EEG-Umlage) auf die Stromkunden verteilt.

5. Gesetzlicher Mindestlohn gilt flächendeckend

Ab dem 1. Januar 2015 gilt flächendeckend ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 EUR Brutto pro Zeitstunde. Manche Branchen haben noch 3 Jahre Zeit, den Mindestlohn stufenweise auf 8,50 EUR anzupassen. Ab dem 01. Januar 2018 gilt der von der Mindestlohnkommission festgesetzte Betrag.

6. Pflegestärkungsgesetz I mit Fokus auf die häusliche Pflege

Die häusliche Pflege ist insbesondere für Menschen auf dem Land von großer Bedeutung. Ab dem 1. Januar 2015 gilt das Pflegestärkungsgesetzt I mit verbesserten Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Von den insgesamt 2,4 Milliarden EUR pro Jahr sollen 1,4 Mrd EUR in die häusliche Pflege fließen.

7. Steueranreize für Gebäudesanierungen

Viele Immobilienbesitzer warten auf die Detailverhandlungen die im Februar stattfinden werden. Geht alles glatt, so sollen weitere Steueranreize für Gebäudesanierungen gelten. Rückwirkend ab Januar sollen Hausbesitzer die Möglichkeit haben, zusätzlich zu den bestehenden KfW-Förderprogrammen 10-25% ihrer Sanierungskosten von der Steuerschuld abziehen können.

Selbstverständlich gibt es noch weitere Neuregelungen die ab 2015 gelten, wie z.B. die Bio-Tonnenpflicht oder die Austauschpflicht für alte Heizgeräte die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind.

Über welche Neueregelung erfreuen Sie sich als Landwirt am meisten?

Welche weitere Maßnahmen sollte Deutschland ergreifen, um die heimische Landwirtschaft stärker zu fördern bzw. das Leben der Landwirte zu erleichtern?

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01
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