Amazon One – jetzt kannst Du mit Deiner Handfläche bezahlen

Amazon One – jetzt kannst Du mit Deiner Handfläche bezahlen

Kreditkarten, PINs, Passwörter und sogar das schicke Smartphone gehören der Vergangenheit, wenn es darum geht zu bezahlen. Der eCommerce-Gigant Amazon aus Seattle macht es möglich. Mit seinem neuen Payment-System Amazon One kann der Kunde berührungslos, mit seiner Handfläche bezahlen. Die neue Zahlungsmethode wird bereits in den eigenen Stores bei Amazon Go und Whole Foods verwendet.

Ende September sorgte Amazon mit seinem neu kreierten Twitter Account @AmazonOneID für ganz viel Furore. Auf einmal berichteten auch die internationalen Medien über eine neuartige biometrische Identifikations- und Zahlmethode die Amazon jedoch bereits seit längerem im Einsatz hat.

Seit nunmehr ein Jahr befindet sich Amazon One in der Supermarktkette Whole Foods im Einsatz. Das neue Konzept sah erstmals einen Test in den Seattle-Geschäften vor, mit einem anschließenden Rollout in ganz USA. Heute geht Amazon in die Offensive und versucht auch andere Handelsketten von seiner Amazon One Payment-Strategie zu überzeugen.

Wie funktioniert Amazon One?

Folgendes schonmal vorneweg: die Handfläche als biometrisches Identifikationsmerkmal zu nutzen, ist keine neue Technik. In Regierungsgebäuden und auch in der Finanzbranche kommt die Identifizierung per „Handauflegen“ bzw. Hand-Biometrie bereits seit ein paar Jahren zum Einsatz.

Amazon One einfach erklärt:

Der Kunde hält seine Hand über einen Scanner. Dieser liest und identifiziert die Handinnenfläche ähnlich wie bei einem Fingerabdruck.

Für alle von Euch die mehr wissen wollen und tiefer in die Technologie von Amazon One einsteigen wollen, empfehle ich den entsprechenden öffentlich einsehbaren Patentantrag.

Interessanterweise erfahren wir hier, dass bei den Scans nicht nur die Fältchen und Hautlinien der Hand erfasst werden, sondern auch die Strukturen unter der Haut inklusive Knochen und Weichgewebe. Also jede Menge persönliche Daten!

„Wir haben uns aus mehreren Gründen für die Handflächenerkennung entschieden. Ein Grund dafür war, dass die Handflächenerkennung die Privatsphäre besser schützt als einige biometrische Alternativen, da sie die Identität einer Person nicht anhand eines Bildes seiner Handfläche bestimmen kann. Es erfordert auch, dass jemand eine absichtliche Geste macht, indem er seine Handfläche über das zu verwendende Gerät hält. Und es ist kontaktlos …“ – Dilip Kumar, Vice President Amazon Physical Retail

Quelle: Amazon Blog

Bevor ich auf die für uns alle wichtige Thema der Datensicherheit eingehe, anbei noch ein kurzer Videoclip mit der Beschreibung von Amazon One.

Quelle: Amazon One, YouTube

Was ist mit der Datensicherheit?

Was wir bisher wissen bzw. was uns Amazon bisher per Pressemeldungen mitgeteilt hat:

  • Die Bilder bzw. Hand-Scans werden verschlüsselt und an die Cloud versandt.
  • Die Daten werden in einem gesicherten Bereich der Amazon Cloud gespeichert.
  • Die Daten werden nicht auf der Kreditkarte gespeichert.
  • Die Daten werden nicht im Scanner gespeichert.
  • Man braucht kein eigenes Amazon-Konto einrichten, um das System zu nutzen.
  • Benötigt werden eine Kreditkarte und ein Mobiltelefon, mit denen die Daten des Hand-Scans verknüpft werden.
  • Die Zahlungsmethode soll nach Unternehmensangaben auch außerhalb des Amazon-Ecosystems einsetzbar sein. In diesem Fall werden zwar Daten zum Einkaufsort übermittelt, aber es sollen keine Details über die Betragshöhe und die gekauften Produkte preisgegeben werden.

Auf der Suche nach Partnern

Auf dem Weg in die bargeldlose Gesellschaft ist Amazon sicherlich einer der Lead Player. Das Team um Jeff Bezos hat die Welt schon öfters ins Staunen versetzt. Mit Kindle veränderte der derzeit reichste Mann der Welt die Art und Weise wie wir Bücher „konsumieren“. In den letzten Jahren sorgte der Zukauf der größten US-Biosupermarktkette Whole Foods für heisse Debatten, dann die kassenlosen Amazon Go Geschäftskonzepte. Vor Kürze berichtete ich über den smarten Einkaufswagen Amazon Dash Cart wo man sich nicht mehr anstellen muss und jetzt eine biometrische Zahlungsmethode.

Der Handelsriese hat für Amazon One sogar eine eigene Webseite kreiert. Hiermit sollen mögliche Kooperationspartner angesprochen werden. Was das System kostet und wann es für Dritte zur Verfügung stehen wird, ist derzeit noch unbekannt. Interessenten können mit Amazon jedoch direkt Kontakt aufnehmen.

Wo könnte das System Anhänger finden?

In erster Linie im Handel und in der Finanzbranche bei der Freigabe unterschiedlicher Zahlungen.

Das Konzept ist sicherlich spannend auch für Organisatoren von Veranstaltungen, beim Zutritt ins Kino oder auf Stadien, am Flughafen beim Checkin und anstelle der Passkontrolle oder auch als Zugangsberechtigung in Büros.

Mögliche Bedenken an Amazon One & Co.

So an sich, hört sich alles schön und gut, innovativ und futuristisch an.

ABER, was wenn wir erneut sowas erleben wie die jüngsten Datenskandale rundum Google Plus oder Facebook und Cambridge Analytica? Was wenn es wieder einen massiven Datengau gibt, wie das vor wenigen Jahren mit den Yahoo E-Mail-Konten der Fall war?

Kann man einer zentralen Stelle und einem Mega-Konzern wie Amazon wirklich unsere biometrischen Daten anvertrauen?

Die Damen und Herren aus Seattle wissen eh schon viel zu viel über uns, unser Einkaufsverhalten, unsere TV-Präferenzen und auch allgemein, wie wir ticken.

Ich gehe davon aus, dass wir uns in punkto Datensicherheit verstärkt in Richtung Blockchain bewegen werden. Wobei auch hier, bin ich eher ein Fan von Dezentralisierung und nicht „alles in der Hand von Wenigen“.

Eins ist klar: Shoppen in der Zukunft ohne Einsatz biometrischer Daten ist unvorstellbar. Ob dieses System Amazon One heissen wird oder XYZ Payments, ist an dieser Stelle irrelevant. Ganz wichtig ist, dass diese äußerst wertvollen Daten entsprechend geschützt werden!

Foto von TheDigitalArtist / Pixabay.com

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