Vertical Greening in Singapore

Asien’s grüne Metropole – Vertical Greening in Singapore

Eine kompakte Großstadt umgeben von Wolkenkratzer „goes green“. Superbäume (Supertrees), green space, green buildings, vertical greening, vertical farming – alles Begriffe die eine aufregende Metropole in Südasien beschreiben. Singapore hat sich vorgenommen, die grünste Stadt der Welt zu werden.

Singapore ist eine Inselstadt im Süden von Malaysia. Seit ihrer Unabhängigkeit in 1965 hat das Land einen derartigen Boom hingelegt, dass sich Finanzinstitutionen und Großinvestoren hier „sehr wohl fühlen“. Heute leben 5,6 Mio. Einwohner in der City. Singapore gilt nach Macau (China) und Monaco als die dichtbevölkertste Stadt der Welt.

Garden City, so präsentiert sich Singapore der Welt, hat sich von Anfang an für vertical farming und vertical greening stark gemacht. Lange bevor die Kollegen von National Geographic ganze Rubriken und Sendungen hierüber veröffentlichten, etablierte sich Singapore als eine der weltweit innovativsten Metropolen auf der Suche nach plausiblen Lösungen für die Versorgung von Großstädten mit frischen Lebensmitteln.

Quelle: Journeyman Pictures, YouTube

Es ist nicht das erste Mal, dass ich über „futuristische“ Projekte wie vertikale Landwirtschaft (z.B. in Japan) oder Underground Farming (z.B. in London) schreibe. Und es ist sicherlich auch nicht das letzte Mal, dass ich dieses Thema aufgreife.

Überall wird gebaut wie verrückt, Großstädte expandieren und Mutter Erde gehen die landwirtschaftlichen Flächen aus.

Andererseits greifen immer mehr Konsumenten auf regionale Bio-Produkte für Spottpreise zurück ohne sich dabei Gedanken zu machen wie dieser ganze Zyklus funktioniert. Es müssen dringend Lösungen her und Vertical Greening ist sicherlich eine attraktive Alternative gegen die Verödung der Mega Cities.

Vertical Greening und Nachhaltigkeit sind voll im Trend

Wo man hinschaut, stolpert man über den Begriff „green“. Es gibt „grüne“ Berufe, Green Events, Green Cities, Green Bonds und Green Controlling (oder Nachhaltigkeitscontrolling)… um ein paar dieser Begriffe zu nennen. Busse und S-Bahnen wurden in einigen Städten auch schon grün gestrichen, was kommt als nächstes?

Ach ja, vergessen wir nicht die sog. Nachhaltigkeitsteams inkl. deren Sustainability Manager die vor ca. 10 Jahren in namhaften Konzernen wie Pilze nach dem Regen entstanden sind. Alles was trendy ist, findet schnell Nachahmer.

Aber Greening, was meiner Meinung nach vielmehr umfasst als nur die schönen grünen Gebäude sowie die vielfältigen Gärten die auf Hochhäuser entlang gezogen sind, ist mehr als ein Trend. Es ist ein pragmatischer Ansatz von Ingenieuren und Architekten, die an der Schnittstelle zwischen naturnahem und lebenswertem Wohnen einen Durchbruch erlangen wollen. In diesem Sinne, spielt auch die Versorgung mit frischen Lebensmitteln eine äußerst wichtige Rolle.

Singapore’s Vertical Greening Initiative

Wer in so einer dichtbevölkerten Stadt wie Singapore ein gutes Leben führen möchte, muss sich etwas einfallen lassen.

Wie erzielt man Lebensqualität unter solchen extremen Umständen?

Folgendes setzt Singapore sehr erfolgreich um:

  • Grünes Bauen (Green Building) ist seit 2008 verpflichtend.
  • Erschwingliche öffentliche Schienennetze reduzieren den Verkehrsstau.
  • Parks und Freizeiteinrichtungen haben Priorität.
  • Kleine Gewässer, Flüsse und Teiche inmitten der Hochhäuser dienen als Hochwasserschutzmechanismen.
  • Rund 3 Mio. Bäume bedecken Singapur einschließlich eines unberührten Regenwaldes, der reich an Biodiversität ist.
  • In der Marina Bay wurde eines der weltweit größten Süßwasserstadtbeckens geschaffen. Die erstklassigen Immobilien die sich hier auf rund 250 Hektar Land erstrecken, erfreuen sich den „Gardens by the Bay“, einer sog. „grüne Lunge“ in der Stadt.
  • Viele Parks werden durch ikonische Brücken miteinander verbunden. Dadurch erhalten die Bewohner Zugang zu einigen Hundert Kilometer Rad- und Wanderwege auf der gesamten Insel. Eine neue Sportart blüht dadurch, u.z. die Fahrradkultur.
  • Die Stadt baut ganz bewusst Gemeinschaftsräume, Spielplätze und Fitnessbereiche, um die Interaktion zwischen Bewohnern unterschiedlichen Alters zu fördern.

Singapore setzt auch weiterhin massiv auf Greening. Die Inselstadt will bis 2030 die Umweltkennzahl namens Green Mark von 80% erreichen. Mitarbeiter mehrerer Unternehmen sollen in sog. Smart Work Centern untergebracht werden, die sich in der Nähe ihrer Wohnstädte befinden. Dadurch soll der Weg zur Arbeitsstätte deutlich verkürzt und die Produktivität gesteigert werden. Dies soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern.

Im Bereich der Medizin sollen ältere Menschen direkt in ihren Wohnungen mit Hilfe der Telemedizin versorgt werden. Des Weiteren soll mit Hilfe der Technologien eine unterirdische Stadt entstehen, um das begrenzte Land so gut wie möglich auszuschöpfen.

Quellen: National Geographic, Marina Bay Sands, The Straits Times

Singapore ist ein Vorreiter in ausgewählten Spitzentechnologien und im Bereich Greening, egal ob vertikal oder horizontal, ein Best Practice Land. Inwieweit sich diese Konzepte in anderen Mega-Metropolen wie z.B. New York, London, Mexico City oder Shanghai umsetzen lassen, hängt letzten Endes auch von den Regierungen und Behörden der jeweiligen Länder ab.

Was sich woanders bewährt hat, sollten wir übernehmen und unseren Anforderungen entsprechend anpassen. Wir müssen nicht jedes Mal das Rad neu erfinden.

Vertical Greening hierzulande – was spricht dafür und was dagegen? Was haltet Ihr vom Ganzen?

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