2024-07 Bauernhof-Sterben im Eiltempo Ist das noch aufzuhalten - Agrarbetrieb

Bauernhof-Sterben im Eiltempo: Ist das noch aufzuhalten?

In 1960 gab es in Deutschland rund 1,5 Millionen bäuerliche Betriebe. Letztes Jahr, also in 2023, lag die Anzahl der Bauernhöfe bei 255.010, so die aktuelle Agrarstrukturerhebung. Diese Spirale nach unten wird jedoch seit Jahren von einem gegensätzlichen Trend begleitet: die durchschnittliche Fläche, die ein Betrieb bewirtschaftet, steigt stetig an. Was bedeutet das? Familienbetriebe werden durch Großkonzerne verdrängt.

Zuzusehen, wie links und rechts Familienbetriebe schließen, ist schmerzhaft. Ich wundere mich jedoch überhaupt nicht über diesen Trend, denn auch ich muss mich durch unzählige Dokumentationen und Auflagen durchkämpfen, die jährlich exponentiell hinzukommen. Unsere Arbeit wird nicht vereinfacht, sondern ganz im Gegenteil, sie wird Jahr für Jahr erschwert.

Wer verdient an diesem Trend?

Man folge einfach dem Geld.

Während Bauernfamilien, die seit Generationen einen Hof betreiben, vermehrt ihre Tore schließen müssen, reiben sich Aktionäre großer Agrarkonzerne die Hände. Auf Politik und Verbände ist kein Verlass. Zwischen “ etwas sagen“ und „etwas tun“ gibt es gigantische Diskrepanzen. Demnach liegt alles bei uns selbst. Wer seine Familie ernähren und seinen Bauernhof am Leben halten möchte, muss kreativ bleiben und gleichzeitig auch bereit sein, neue Wege zu gehen.

Der nächste Bauernhof, der unter die Räder kommt, befindet sich bereits in der „Statistik“- Pipeline

Hinter jedem Einzelunternehmen steckt ein Einzelschicksal.

Weit verfehlt. Das ist ein Irrglaube, denn oft verbirgt sich hinter diesem sog. „Einzelschicksal“ ein Familien- bzw. Generationsschicksal. Durch jede Schließung eines landwirtschaftlichen Betriebes verlieren wir einen Teil unserer Kultur, unserer Familiengeschichte und Gesellschaft. Selbstverständlich führt das auch dazu, dass die Agrarwirtschaft an Bedeutung für die Gesamtwirtschaft verliert.

Was ich schlimm an dieser ganzen Entwicklung finde, ist folgendes:

  • In 1949 ernährte ein Landwirt 10 Menschen. In 2022 ernährte ein Landwirt 139 Menschen.
  • In 1949 arbeiteten 4,82 Millionen Menschen im Bereich der Fischerei, Land- und Forstwirtschaft. In 2022 lag die Anzahl der Erwerbstätigen in unserer Branche bei 557.000.

Ja, wir sind produktiver geworden. Wir verwenden moderne Landmaschinen, GPS- und Wettersysteme.

Ja, die Ackerflächen werden öfters bepflanzt und entsprechend geerntet.

Ja, wir arbeiten mit Samen, die uns (erneut) von Agrarkonzernen zur Verfügung gestellt werden, die schneller wachsen und wesentlich mehr Früchte abwerfen.

ABER

Schmeckt denn das Essen heute besser als vor 50-60 Jahren?

Weshalb werden Monokulturen so sehr gepusht?

Wieso sind unsere Böden so mineralarm – trotz unserer Bemühungen, sie entsprechend zu pflegen?

Warum spielt Saisonalität und Regionalität kaum noch eine Rolle?

Wieso ist das Image eines Landwirts so in Verruf gekommen?

Was tun?

Ich könnte in diesem Artikel ‚herumjammern‘ und Euch mit diversen Statistiken, die eine unschöne Entwicklung belegen, bombardieren, aber das bringt uns nicht vorwärts. Hinzu kommt, dass die Presse und das Internet schon genügend derartige Beiträge veröffentlichen, um uns, eher gewollt, in Angst und Panik zu versetzen und auch dort zu halten. Immerhin verkaufen sich Negativschlagzeilen viel besser als positive Nachrichten.

Diese Negativspirale, die uns unsere Lebensenergie raubt, ist eine wirklich ausgeklügelte Masche. Leider vergessen wir allzu schnell, dass wir kraftvolle Schöpfer sind und alles was wir uns in die Köpfe setzen und mit dem Herzen harmonisieren, auch umsetzen können.

Als Landwirt mit einem Familienbetrieb, der seit Generationen besteht und um den ich mich sehr leidenschaftlich kümmere, weiß ich sehr wohl, was in uns allen vorgeht.

Was tun also, um den Bauernhof, auf dem man aufgewachsen ist, am Leben zu erhalten und gleichzeitig seine Familie zu ernähren?

Ein Beispiel aus meinem Leben:

Ich habe einen neuen Weg eingeschlagen.

Inwieweit?

In dem ich einen Teil meiner Ackerfläche mit Aronia bepflanzt habe. Die Idee ist mir auf einer meiner Reisen durch Peru in Südamerika gekommen. Mit Frankenaronia habe ich nicht nur eine sog. „regionale Brand“ kreiert, sondern ich habe diese tolle Gesundheitsbeere mit zu uns nach Deutschland gebracht.

Hinzu kommt, dass ich die Aroniabeeren vorwiegend im Webshop, also Online anbiete. Selbstverständlich habe ich auch Geschäfte die meine Produkte gelistet haben, aber der Otto-Normalbürger erfährt meistens über Frankenaronia im Internet. Die vielen informativen Blogs, die mehrmals pro Monat auf der Webseite veröffentlicht werden, sind dafür da, um Euch die nötigen Informationen über die Superbeere Aronia zu liefern.

Falls Ihr Frankenaronia noch nicht kennt, hier geht’s zum Shop:

https://frankenaronia.com

Egal ob Ihr auf Reisen in fremden Ländern mit Fremden ins Gespräch kommt, in Eurer Heimat etwa mit der Familie zusammen am Tisch sitzt und über „Gott und die Welt“ redet, oder beim Besuch von Freunden und Bekannten beim gemeinsamen Grillen grillt, Euch über alles Mögliche austauscht – seid offen für neue Perspektiven, Ideen, Ansätze und Vorschläge.

Das Leben hat manchmal eine amüsante Art, uns neue Wege und Bahnen zu präsentieren, wenn wir aufmerksam sind, zuhören und bereit sind, diese zu gehen. So war es auch in meinem Fall mit Frankenaronia.

Gebt Eure Familienbetriebe nicht auf. Kämpft für das, was unsere Vorfahren auf die Beine gestellt haben. Lasst Euch von dem was „Außen“ passiert, nicht demotivieren. Seid kreativ, glaubt an Euch.

Bidlquelle: Foto von Greta Hoffman auf Pexels

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Quellen

Agrarstrukturerhebung 2023, Landwirtschaftliche Betriebe, Destatis

Agrarstrukturerhebung 2023, Quaitätsbericht, PDF zum Download, Destatis

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