Biokraftstoffe verlieren Absatz

Biokraftstoffe verlieren an Attraktivität wenn EU-Kompromiss umgesetzt wird

Alle die auf Biokraftstoffe gesetzt haben, sind über die Nachrichten aus Brüssel alles andere als erfreut. Der Absatz von Biodiesel und Bioethanol aus Agrarrohstoffen soll bis 2030 halbiert werden. Das sieht ein Kompromiss auf EU-Ebene vor.

In den letzten Tagen gab es jede Menge Highlights in unserer Branche.

Für diejenigen die in der Region Mannheim wohnen, war die Traktorparade zum 100 jährigen Jubiläum von John Deere letzten Sonntag ein absoluter Augenschmaus. Neben Oldtimer von JD gab es jede Menge aktuelle Modelle, u.a. auch den Raupentraktor 9RX mit 620 PS.

Vom 12. bis 14. Juni fanden die DLG-Feldtage in Bernburg-Strenzfeld statt. Die internationale Messe gilt als Treffpunkt für Pflanzenbauprofis aus aller Welt. Man tauscht sich aus über neue Trends, debattiert über Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln und die Probleme der engen Fruchtfolgen. Selbstverständlich wird auch über Biodiversität, Ökolandbau sowie Themen rundum den Boden- und Wasserschutz heiss diskutiert.

Ich war auch in diesem Jahr auf den DLG-Feldtagen dabei und die oben aufgeführten Themen waren in aller Munde. Über die Problematik des Bienensterbens wurde im Zuge der Biodiversität ebenfalls viel gesprochen. Umso erfreulicher finde ich es wenn ich auf Kollegen aus anderen Teilen Deutschlands und der Welt treffe, die ganz konkret dafür etwas tun. Es kann sich hierbei um eine größere Blumenwiese oder einem kleineren Blumenstreifen handeln, Hauptsache wir unterstützen die Natur.

Die nächsten DLG-Feldtagen gibt’s dann in zwei Jahren wieder. Diesmal findet die Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen vom 16. bis 18. Juni 2020 in Gut Brockhof in Erwitte/Lippstadt statt.

Absatz mit Biokraftstoffe soll sich bis 2030 halbieren

Letzte Woche haben sich die Europäische Kommission, das Parlament und der Rat auf eine Neuregelung der Erneuerbare Energien Richtlinie (RED II) für die Zeit von 2021 bis 2030 geeinigt. Danach sollen Erneuerbare Energien im Jahr 2030 einen Anteil von nominell 14% im Verkehr erreichen.

Hier kommt die Krux an der Sache:

Bestimmte Kraftstoffe und Anwendungen wie z.B. die Elektromobilität auf Straße und Schiene sowie Erneuerbare Energien im Flug- und Schiffsverkehr können mehrfach auf das Ziel angerechnet werden.

Das bedeutet im Klartext:

Herkömmliche Biokraftstoffe (Biodiesel, Bioethanol) aus Agrarrohstoffen werden aus der Nutzung gedrängt.

Dies wiederum führt zu einem sinkenden Absatz, so die Berechnungen des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

„Von den 14 Prozent Erneuerbaren Energien auf dem Papier bleiben nach unseren Berechnungen in der Realität nur 7,3 Prozent übrig – die Hälfte ist also heiße Luft aufgrund der Mehrfachanrechnungen. Ein Treppenwitz ist, dass die neue Richtlinie aber gar keinen Anreiz dafür geben wird, mehr Elektromobilität oder strombasierte Kraftstoffe zu nutzen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB.

Derzeit liegt der Anteil der Biokraftstoffe an der im Verkehr verbrauchten Energie bei rund 3,8%. Die neue Richtlinie wird dazu führen, dass sich der Wert auf 1,9% halbiert.

Sollte es zu einer Umsetzung dieses EU-Kompromisses kommen, dann „verlieren die deutschen und europäischen Landwirte eine wichtige Einnahmequelle. Im ländlichen Raum werden zudem Arbeitsplätze abgebaut“, so Baumann vom VDB.

Zur Erinnerung, hier nochmal ein Videobeitrag vom ARD Mittagsmagazin aus 2012 mit den Pros und Cons von Biokraftstoffen.

Quelle: ARD Mittagsmagazin, YouTube

Das Parlament hat die Nutzung von Palmöl eingeschränkt. Das haben nicht nur die französischen sondern auch die deutschen Bauern gut geheißen. Inwieweit die Umsetzung des EU-Kompromisses nun auch die anderen Nahrungsmittelkulturen wie z.B. Raps einschränken wird, das werden wir sehen.

Neues aus der Welt der Solar- und Windkraftanlagen

Bleiben wir doch in der Welt der Erneuerbaren Energien und werfen einen Blick auf die Geschwister Solar- und Windkraftanlagen.

Solaranlagen

In Bayern und Baden-Württemberg wird die Aufstellung von Solaranlagen auf Acker- und Grünlandflächen minderer Qualität immer attraktiver.

Die Bundesnetzagentur erhielt auch in der zweiten Ausschreibungsrunde eine große Anzahl von Geboten aus dem süddeutschen Raum. Knapp die Hälfte aller erfolgreichen Gebote (13 Gebote über insgesamt 90 W) erhielten einen Zuschlag auf landwirtschaftliche Flächen.

Die Anzahl der eingegangenen Gebote lag bei 59 mit einem Volumen von 360 MW. Den Zuschlag erhielten 28 Gebote mit einem Umfang von 183 MW.

Windkraftanlagen

Die Fördersätze für Windanlagen an Land sinken um die maximal möglichen 2,4%. Dies gilt für Anlagen die unter den Bestandsschutz fallen. Seit Anfang 2017 ist die Förderhöhe um 17% gesunken, so die Bundesnetzagentur.

Ab 2019 greift eine Sonderregelung für alle Windenergieanlagen an Land die ab 2019 in Betrieb gehen. Die Vergütungshöhe wird bei 4,63 Ct/kWh liegen.

Was haltet Ihr von dem neuen EU-Kompromiss bzgl. der Biokraftstoffe? Kommt es Eurer Meinung nach zur Umsetzung?

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