News Landwirtschaft Brexit

NEWS: Brexit, Q-Fieber, Chinas Mega-Farmen

Den Brexit setzen die meisten von uns mittlerweile nur noch mit Ungewissheit und Chaos gleich. Keiner, nicht einmal die Briten selbst, wissen was ab dem 31. Oktober auf sie zukommen wird. Zwar haben die Insulaner jetzt einen neuen Premierminister – Boris Johnson, ein großer Befürworter des Brexits, aber damit ist die Sache noch nicht gegessen. Großbritannien und die EU steuern in Richtung eines No-Deal-Brexits. Die Konsequenzen für Landwirte und Viehhalter werden katastrophal sein, so die neueste Untersuchung der Anti-Brexit-Initiative „Farmers for a People’s Vote„.

Mehr als die Hälfte der britischen Farmen würden im Falle eines Austritts ohne Abkommen (Hard Brexit) ihre Geschäfte einstellen, warnt Sean Rickard, ehemaliger Chefökonom des britischen Bauernverbandes NFU (National Farmers Union of England and Wales) in seinem Bericht. Der gesamte Agrarsektor würde „den schwersten wirtschaftlichen Schock erleiden“ so der Chefökonom.

Ein paar Zahlen und Fakten aus den jüngsten Studien zusammengetragen:

  • 96% aller britischen Schaffleischexporte gehen in die EU
  • Etwa 60% der landwirtschaftlichen Einkommen hängen von Subventionen aus dem EU-Grundzahlungssystem ab
  • Mehr als 40% der Landwirte werden kein Nettoeinkommen mehr haben, wenn die Direktzahlungen aus Brüssel entfallen
  • Bei Exporten aus Großbritannien in die EU werden die gleichen Zölle anfallen wie bei Waren, die aus Drittländern ohne Präferenzhandelsabkommen in die EU eingeführt werden. Der entsprechende Tarif beträgt 27% für Hühnerfleisch, 46% für Lammfleisch und 65% für Rindfleisch.
  • Wenn die Britische Regierung im Anschluss alle Zölle aufhebt bzw. senkt und so die Preise drückt, hätte das verheerende Auswirkungen: mehr als 50 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Großbritannien wären dann unrentabel.
  • Ein Brexit ohne Abkommen könnte der Landwirtschaft 850 Millionen Pfund pro Jahr an entgangenen Gewinnen (Profit) kosten

Quellen: National Sheep Association, Farmers for a People’s Vote, Business Insider, National Farmers Union, BBC

No-Deal-Brexit als Horrorszenario

Stimmt das jetzt alles oder geht’s hierbei um Propaganda und Angsttreiberei?

Das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) bezeichnet den jüngsten Bericht des „Farmers for a People’s Vote“ als „völlig spekulativ“ und kritisiert die darin enthaltenen Zahlen und Interpretationen scharf.

Zudem hat das Ministerium nochmal klargestellt, dass die Zahlungen aus Brüssel für die Unterstützung der Landwirtschaft bis 2022 auch im Falle eines Austritts Großbritanniens am 31. Oktober ohne ein Abkommen, geschützt sein würden. Die Regierung würde sich nach dem Brexit darum bemühen, die bisherige Agrarpolitik durch ein „gerechteres System der Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe“ zu ersetzen.

Noch eine wichtige Info, diesmal seitens der EU:

Diese hatte nämlich angekündigt, dass es bis zu 6 Monate dauern könnte, bis die Einfuhr von britischen Lebensmitteln gehehmigt sei.

Wohin mit den ganzen Schafen? Was passiert mit Getreide, Obst und Gemüse aus GB?

Der neue Premierminister hat deutlich gemacht, dass seine oberste Prio, das Herausführen des Vereinigten Königreichs aus der EU bis zum 31. Oktober sei – und das mit oder ohne Deal.

Ziehen das die Briten wirklich durch oder bitten sie die Gemeinschaft um eine erneute Verlängerung?

Denn so langsam fragen wir uns, ob die Briten überhaupt noch wissen was sie wollen. Der „Krimi“ geht weiter. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Q-Fiebererkrankungen auf der Schwäbischen Alb

27 Menschen sind im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg an Q-Fieber erkrankt. Die Krankheitssymptome sind Fieber und in einigen Fällen auch Lungenentzündungen. Die Personen haben sich großer Voraussicht nach bereits vor 2-3 Wochen angesteckt, weisen jedoch aufgrund der etwas längeren Inkubationszeit erst jetzt die typischen Anzeichen auf.

Was ist denn Q-Fieber?

Q-Fieber ist eine durch das Bakterium Coxiella burnetti verursachte Zoonose. Die Infektionskrankheit mit grippeartigen Symptomen wird in erster Linie durch infizierte Paarhufer (Schafe, Ziegen, Rinder) sowie Katzen, Hunde, Kaninchen und Wildtiere übertragen.

Menschen stecken sich über die Atemluft an. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt praktisch keine Rolle. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika.

Das Veterinäramt wurde eingeschaltet, um nach der Ansteckungsquelle zu suchen.

Quelle: Schwäbische

Chinas Mega-Farmen erstrecken sich auf jeweils 9 Mio. und 4,5 Mio. Hektar

Zwar zählt auch heute noch Australiens Anna Creek Station mit fast 2,4 Mio. Hektar Weideland zu der flächenmäßig größten Rinderfarm der Welt, aber das was in China momentan „farmtechnisch“ passiert, haut auch die härtesten Genossen aus den Socken.

Laut worldatlas ist die Mudanjiang City Mega Farm in China mit 9,1 Mio. Hektar die flächenmäßig größte Farm der Welt. Das 126 Mio. EUR teuere Gemeinschaftsprojekt von russischen (Severny Bur) und chinesischen Investoren (Zhongding Dairy Farming) ist das Zuhause von ca. 100.000 Milchkühen. Die Farm produziert 800 Mio. Liter Milch pro Jahr und ist 50-mal größer als der größte Milhviehbetrieb in Europa.

Quelle: CowSignals, YouTube

Eine weitere Mega-Farm in China ist die in 2005 gegründete und in 2010 an der Börse in Hong Kong gelistete Modern Dairy Farm. Diese erstreckt sich auf einer Fläche von 4,5 Mio. Hektar und hält ca. 230.000 Milchkühe auf 26 Standorten.

Außerhalb Chinas gibt es noch zwei weitere gigantisch große Farmen – die eingangs erwähnte Anna Creek Station aus Australien die in 2017 den Eigentümer wechselte (S. Kidman & Co. verkaufte an die benachbarte Williams Cattle Company) sowie die Al Safi Farm aus Saudi Arabien, die in 2011 ein Joint Venture mit dem französischen Milchgiganten Danone einging.

Auf der einen Seite herrscht Megalomanie und auf der anderen regiert die BREXIT-Angst

Wer viel Geld hat, dem steht die Welt gaaaanz offen – ist jetzt keine neue Weisheit, aber immer wieder gut daran erinnert zu werden.

Das was in China passiert, die Milliarden die mit der Milchindustrie erwirtschaftet werden, ist schon Wahnsinn. Da können nicht einmal die Tech-Giganten aus Silicon Valley mithalten. Und gleichzeitig blicken unzählige Landwirte und Viehhalter einer großen Insel Europas ins Ungewisse.

Studien und beschwichtigende Worte hochranginger Politiker hin oder her, das was im Vereinten Königreich im Falle eines harten Brexits tatsächlich passieren wird, weiß heute keiner. Die EU spielt nach den ganzen Geständnissen nun auf sturr und Boris Johnson versucht aus den Puzzlestücken ein neues Ganzes aufzubauen.

Hard Brexit oder Brexit mit Deal – was glaubt Ihr wird passieren?

GVO Volksbegehren Artenschutz

NEWS: GVO, Volksbegehren, Drohnen

Wir haben jahrelang mit dem Finger auf die Kollegen vom nordamerikanischen Kontinent gezeigt. Seitdem gentechnisch veränderte Organismen (GVO) auch bei uns auf dem alten Kontinent verstärkt zugelassen werden, brauchen wir uns über andere nicht mehr lustig machen.

Die EU-Kommission hat neuerdings zehn GVO zur Verwendung in der EU zugelassen. Ganz konkret handelt es sich hierbei um folgende Produkte – 9 davon sind für die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln und 1 Nelke als Zierschnittblume:

  • Baumwolle GHB614xLLCotton25xMON1598 – Erstzulassung
  • Mais 5307 – Erstzulassung
  • Mais MON 87403 – Erstzulassung
  • Mais 4114 – Erstzulassung
  • Mais MON87411 – Erstzulassung
  • Mais Bt11xMIR162x1507xGA21 – Erstzulassung
  • Soja MON87751 – Erstzulassung
  • Ölraps Ms8xRf3 – erneuerte Zulassung
  • Mais 1507xNK603 – erneuerte Zulassung
  • Nelke als Zierschnittblume – Erstzulassung

Die Zulassung der oben aufgeführten GVO gilt für 10 Jahre. Produkte, die aus diesen GVO hergestellt werden, müssen in der EU entsprechend gekennzeichnet werden. Selbstverständlich müssen diese auch rückverfolgbar sein.

Wenn Ihr wissen wollt, welche genetisch veränderte Pflanzen in der EU zugelassen werden inkl. deren Geltungsbereich, dann lohnt sich ein Blick in das EU-Register für „authorized GMO“ (was soviel heisst wie zugelassene GVO).

Was die EU in punkto GVO plant, erfahrt Ihr auf der GMO-Webseite der Europäischen Kommission.

Landwirtschaft zwischen Artenvielfalt und Gentechnik – so lautete noch letztes Jahr eins meiner Blogs hier auf Agrarbetrieb. Es ging dabei um eine Entscheidung der US-Behörden Genome Editing gezüchtete Pflanzen nicht unter die Gentechnik-Vorschriften fallen zu lassen. Ich beschrieb das Genome Editing Verfahren und wies auf unterschiedliche Gefahren hin.

In Deutschland gilt unser Fokus auf das Thema Artenvielfalt und Biodiversität, was absolut richtig ist. Wir dürfen jedoch nicht aus den Augen verlieren, was am „Rande“ – fernab von „Big Media“ passiert. Gefilterte Informationen zu erhalten sind wir ja schon gewohnt, umso wichtiger ist es daher, dass wir auf dem Laufenden bleiben mit dem was uns „ungern“ kommuniziert wird.

Artenvielfalt nebst GVO

Heute, wo wir der Meinung sind, dass wir mit den Aktionen „Rettet die Bienen“ zumindestens im Süden der Republik jede Menge Gutes erreicht haben, kriegen wir eine „Ohrfeige“ aus Brüssel. Es heisst, wir hätten zu wenig getan – Deutschland wurde von der EU-Kommission aufgefordert, den Schutz von blütenreichen Wiesen zu verstärken.

Was wird von der EU bemängelt?

Wir würden die Verpflichtungen der Habitat-Richtlinie 92/43/EWG des Rates nicht erfüllen. In der Richtlinie aus 1992 geht es vor allem um den Schutz von Bestäuberinsekten wie z.B. Bienen. Nach Ansicht der EU, kommt Deutschland dieser Verpflichtung nicht nach.

Betroffen sind 2 Lebensraumtypen: magere Mähwiesen und Berg-Mähwiesen.

Diese haben sich in den letzten Jahren stark verkleinert bzw. sind gänzlich verschwunden. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung den Erhaltzustand dieser Gebiete versäumt hätte zu überwachen und beschützen.

Deutschland hat zwei Monate Zeit zu reagieren. Die EU-Kommission erwartet eine entsprechende Stellungsnahme.

Quelle: Europäische Kommission

Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg

Nachdem Bayern seine Landwirte mit einem neuen Gesetz zu mehr Artenschutz verpflichtet hat, soll nun auch Baden-Württemberg den gleichen Weg einschlagen. Den Antrag haben 35.865 Wahlberechtigte unterschrieben (3x mehr als benötigt). Das Stuttgarter Innenministerium hat jetzt drei Wochen Zeit, um die Zulässigkeit des Antrages zu prüfen.

Für das Volksbegehren sind rund 770.000 Unterschriften (10% der Wahlberechtigten) innerhalb von 6 Monaten nötig. Die bereits gesammelten Unterschriften sind aus und vor.

Zur Erinnerung, hier nochmal die Forderungen des Volksbegehrens:

  • 50% Ökolandbau bis zum Jahr 2035
  • Verbot von bestimmten Pestiziden in Naturschutzgebieten, die die Artenvielfalt gefährden
  • Halbierung des mit Pestiziden belasteten Flächenanteils bis 2025
  • Schutz der Streuobstbestände

Das Volksbegehren Artenschutz kommt nicht bei jedem gut an. So äußert sich Joachim Rukwied, Präsident des Bauernverbands immer wieder kritisch zu dieser Aktion, da er der Meinung ist, dass der Gesetzesentwurf insb. kleineren Familienbetriebe sehr schaden würde.

Anbei ein interessanter Videobeitrag (nur 5 min), wo mehrere betroffene Parteien ihre Meinung äussern…

Quelle: quer, YouTube

Ich habe grosses Verständnis für meine Kollegen, denn ich weiss nur allzu gut wie hart es heute ist als Familienbetrieb hochqualitative Produkte zu produzieren, sich entsprechend gegen Großinvestoren und -konzerne zu positionieren und gleichzeitig noch „am Leben“ zu bleiben.

Ich liebe die Natur ungemein und daher versuche ich mit dem Projekt Blumenwiesenpatenschaften immer mehr Naturliebhaber dafür zu begeistern, den Honigbienen, Hummeln, Schmetterlinge und anderen kleinen Insekten ein tolles Zuhause zu bieten.

Schweizer setzen auf Sprühdrohnen

Helikopter vs. Drohnen – the battle is on. Weniger Lärmbelästigung und geringerer Abdrift – das was uns bei Helis mächtig stört, machen Drohnen wett. Nun sollen die kleinen Multikopter nicht nur Flächen vermessen, Schlupfwespen verteilen oder Wildvieh fündig machen, sondern auch Präparate versprühen.

Die Schweiz soll als erstes europäisches Land künftig flüssige Pflanzenschutzmittel mittels Drohnen versprühen.

Was gilt beim Einsatz von Sprühdrohnen zu beachten?

  • Vorschriften der Flugsicherheit sind zu erfüllen
  • Abdrift darf festgelegten Grenzwert nicht überschreiten
  • Bis zu 30 kg Gewicht kann ohne Bewilligung eingesetzt werden => Voraussetzung: Pilot hat permanent Sichtkontakt zu seiner Drohne
  • Alle 3 Jahre ist ein Spritzentest erforderlich
  • Flug über Menschenansammlungen ist verboten

Details zum Genehmigungsverfahren erfahrt Ihr auf der Webseite des Bundesamts für Zivilluftfahrt BAZL. Weiterführende Infos gibt’s auf Agroscope.

Gentechnik, GVO, Genome Editing

Fleisch aus dem Reagenzglaz, Roboterbienen, Pflanzen deren Erbgut mit Genome Editing Technik verändert wird (was laut USA nicht zu GVO zählt) – was kommt als Nächstes?

Man sagt uns, dass alles „safe“ ist, sicher zum Verzehr / Einsatz, dass Mensch und Tier davon keine gesundheitliche Schäden tragen werden. Ob das alles stimmt, werden uns die nächsten Jahre zeigen. Tests sind eine Sache, Einsatz über mehrere Jahre, eine ganz andere.

Das ist erst der Anfang. Die neuen Technologien sind mächtige Waffen die ohne Benutzerhandbuch uns zum experimentieren einladen.

Wir kommen auf diese Welt ohne Benutzerhandbuch, wissen nicht was wir mit unserem Leben anfangen sollen. Viele suchen nach Orientierung, fragen sich was der Sinn ihre Lebens ist, andere wiederum laufen wie Zombies durch die Gegend. Vergessen wir nicht, dass wir diejenigen sind, die diese Technologien erfinden und einsetzen. Solange der Mensch die Technologien versteht und kontrolliert ist alles super. Wehe aber diese Rollen tauschen…

Wie lautet Euer Standpunkt zum Thema GVO? Dafür, dagegen oder neutral? Und wieso?

News - Zuckermarkt Regionale Lebensmittel

NEWS: HofladenBOX, Zuckermarkt, Getreidepreise-Rallye

Der einst florierende Zuckermarkt sorgt in den letzten Monaten/Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen. Die beiden deutschen Zuckergiganten Südzucker und Nordzucker leiden gewaltig und damit einhergehend auch die Rübenbauern. Kein einfaches Geschäft derzeit.

Blicken wir zuerst auf den ‚kleinen Bruder‘ aus dem Norden. Hier liegen die Verluste im zweistelligen Bereich.

Nordzucker hat das Geschäftsjahr 2018/2019 (per 28. Februar) mit einem Minus von 18% beendet. Der Konzernumsatz betrug 1,35 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf minus 58 Mio. EUR; das entspricht einem Verlust von über 200 Mio. EUR (VJ 154 Mio. EUR).

Aufgrund der extremen Marktsituation schließt Nordzucker das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von -36 Millionen Euro (Vorjahr: +118 Mio. Euro).

Gründe für diesen herben Verlust:

  • Ende der Quotenregelung
  • damit einhergehend eine Überproduktion in der EU und auf dem Weltmarkt
  • niedrige Preise
  • Zahlungen für den Rübenanbau in der EU
  • Produktionsausweitung durch staatliche Subventionen (z.B. Indien, Thailand)

So wie es aussieht, werden in diesem Jahr keine Dividende ausgeschüttet. Die Finanzlage von Nordzucker bleibt stabil mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von 66% (unverändert zum Vorjahr).

Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2019/20 sind ebenfalls getrübt. Nordzucker geht aufgrund der niedrigen Preise von einem Verlust aus. Der Fokus des Konzerns bleibt weiterhin die Zuckergewinnung aus Rübe und Rohr. Das Kerngeschäft bleibt in der EU.

Zuckermarkt im Umbruch – Auch der europäische Gigant tut sich schwer

Ein offener Zuckermarkt in der EU und das nach 50 Jahren Quotenregelung ist kein ‚Zuckerschlecken‘.

Genau das verspürt auch der Zuckergigant Südzucker. Europas größter Zuckerhersteller hat trotz Restrukturierung Einbuße hinnehmen müssen. Der Konzern beendete das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem Minus von 3,3%. Der Umsatz belief sich auf 6,75 Mrd. EUR. Im Segment Zucker sank der Umsatz um 14,2% auf 2.588 Mio. EUR (VJ 3.017); das entspricht einem Verlust im dreistelligen Millionenbereich.

Das operative Ergebnis fiel von 445 Mio. EUR auf 27 Mio. EUR. Es soll eine Dividendenauszahlung in Höhe von 0,20 EUR je Aktie erfolgen. Letztes Jahr lag diese bei 0,45 EUR je Aktie.

Gründe für die schlechte Performance:

  • trockenheitsbedingt schlechte Ernte in 2018
  • geringere Erzeugungs-, Absatz- und Exportmengen
  • erhöhte Produktionskosten

Kein Werksverkauf in Frankreich – Standorte Cagny und Eppeville bleiben in Südzucker-Regie

Die französischen Bauern haben sich zusammengetan und wollten die beiden von der Stilllegung betroffenen Werke Cagny und Eppeville retten. Dafür unterbreiteten sie der Südzucker-Tochter Saint Louis Sucre ein Angebot in Höhe von 30 Mio. EUR.

Jetzt kam die Antwort aus der Zentrale: es sollen die Überkapazitäten abgebaut werden, denn Frankreich produziert doppelt so viel wie es verbraucht.

„Wir beenden die Zuckerproduktion nicht, um sie anderen Akteuren anzubieten, sondern um Überschusskapazitäten vom Markt zu nehmen.“

– Dr. Wolfgang Heer, Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG [Mannheim, 23.05.2019 Pressemeldung Südzucker]

Das Geschäft bleibt demnach auch weiterhin in den Händen von Südzucker. In den kommenden Wochen wird Saint Loius Sucre den Rübenanbauern die Vertragsvorschläge für die kommenden Jahre vorstellen.

Quellen: Nordzucker, Südzucker, Saint Louis Sucre

Ernte Hoch, Preise auch hoch

Eine Seltenheit und trotzdem Realität: trotz hoher Ernteprognosen erleben wir derzeit einen Anstieg der Getreidepreise in Europa.

Woran liegt das? Wieso folgen wir auf dem alten Kontinent der Getreidepreise-Rallye aus den USA?

Kurz zusammengefasst: Schuld daran ist die Verknappung des globalen Angebots.

Die Ursache hierfür wiederum liegt größtenteils an den erwarteten Ernteausfällen in den USA. Kann die USA nicht mehr soviel produzieren wie geplant, dann profitieren die Europäer u.a. auch durch bessere Absatzmöglichkeiten sowie höhere Preise.

Was könnte diese Rallye zum kippen bringen?

  • Die Anbau- und Produktionseinbußen in den USA fallen weniger schlecht aus als befürchtet.
  • Der anhaltende Handelskrieg zwischen den USA und China.
  • Hohe Ernteprognosen vom Schwarzen Meer.
  • Hohe Lagerbestände.

Landwirte, liebe Kollegen aufgepasst:

Es empfiehlt sich die höheren Preise für einen Teil der neuen Ernte abzusichern.

Ein paar aktuelle Zahlen bzw. Prognosen im Überblick:

  • Die europäische Getreideernte inkl. Mais wird auf 311,4 Mio. Tonnen geschätzt. Das sind 7% mehr als im Vorjahr und damit die größte Getreideernte seit 2015 (328 Mio. Tonnen). Bei den End-Beständen und beim Export wird mit einem deutlichen Plus gerechnet.
  • Die europäische Weizenernte soll bei 143,8 Mio. Tonnen liegen. Das sind 12% mehr als im Vorjahr. Die Endbestände sollen um 4,6 Mio. Tonnen wachsen.
  • Die europäische Gerstenernte (Winter- plus Sommergerste) soll bei 60,7 Mio. Tonnen liegen. Das sind 5 Mio. Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Gerstenexporte sollen sich auf 8,8 Mio. Tonnen belaufen. Die Endbestände sollen auf 8,3 Mio. Tonnen steigen.

Quelle: Europäische Kommission, Juni-Prognose

Trend erkannt und angewandt – HofladenBOX bietet regionale Lebensmittel per Knopfdurck

Wir kaufen längst nicht nur Offline im Supermarkt oder beim Bauer ein, sondern auch Online. Deshalb boomen ja die etlichen eCommerce-Plattformen. Die bekanntesten davon sind die beiden Giganten Amazon und Alibaba (China).

Wer eCommerce mit Regionalität, Bio und Nachhaltigkeit kombiniert hat den Erfolg fast schon in der Tasche.

Und genau das haben zwei berufstätige Mütter aus dem Landkreis Fürth (Franken) mit ihrer Firma HofladenBOX auf die Beine gestellt. Birgit Wegner und Mareike Schalk haben diese Marktlücke rechtzeitig erkannt. Wie es zur Gründung kam, erfahrt Ihr in dem nachfolgenden Videobeitrag.

Quelle: BR Unser Land, YouTube

Das ganze funktioniert recht simpel.

  1. BEQUEM: Kunde geht auf die Webseite von HofladenBOX und bestellt die gewünschten regionalen Lebensmitteln im Online-Shop.
  2. REGIONALITÄT: Landwirte aus der Region bringen ihre frische Ware zur Verpackungsstation.
  3. In der Scheune werden anschließend die individuellen Hofladen-Boxen gepackt.
  4. Lieferungen erfolgen zur Abholstation oder zum Kunden direkt nach Hause (regional begrenzt).
  5. NACHHALTIG: Jeder Karton trägt die Aufschrift „Bring mich zurück“, da diese wiederverwendet werden. Selbstverständlich kann man auch die Glasbehälter (Joghurt, Milch) zurückbringen, weil diese ebenso wieder eingesetzt bzw. befüllt werden können.

Man braucht kein Genie sein, um ein tolles Konzept auf die Beine zu stellen. Man muss Probleme erkennen und diese aktiv anpacken. Je mehr Probleme man löst und je mehr Menschen man hilft, umso besser läuft das Geschäft.

Getreide Top, Zuckermarkt Flop

Es wid ein schweres Jahr für die Rübenbauer, mal wieder. Seit dem Wegfall der Quote hat sich tatsächlich sehr viel verändert. So ist es nunmal in einer ‚freien‘, globalen Marktwirtschaft und jammern bringt uns eh nicht weiter.

Erholt sich der Zuckermarkt – was glaubt Ihr? Habt Ihr einen Teil Eurer neuen Getreideernte zu den aktuellen Preiskonditionen gesichert oder glaubt Ihr wird der Preis noch weiter steigen?

Artenvielfalt bei Agrarbetrieb - Hummel auf Phacelia

NEWS: Artenvielfalt, Pflanzenschutz-Gigant, Rübenanbau

Während das Thema Klimawandel die Menschheit stärker polarisiert denn je, sind sich in punkto Artenvielfalt und Biodiversität alle einig: bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Viele davon sogar in den kommenden Jahrzehnten. Wir müssen dringend etwas tun.

Artenvielfalt liegt mir besonders am Herzen. Dies ist auch der Grund weshalb ich das Projekt Blumenwiesenpatenschaften ins Leben gerufen habe. Dadurch entsteht ein bunter Fleck von Blumen mitten in der Landschaft, ein wahres Paradies für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und zahlreiche Insektenarten. Es ist ein zusätzlicher Lebensraum und Nahrungsangebot für die kleinen Genossen.

Wenn Ihr die Natur unterstützen und Mutter Erde etwas zurück geben möchtet, dann helfe ich Euch gerne dabei. Detaillierte Informationen erhaltet Ihr unter dem Menüpunkt Blumenwiese.

Kommen wir zu den Fakten.

Zum ersten Mal in 14 Jahren hat der Weltbiodiversitätsrat IPBES einen umfassenden Bericht zum Zustand der globalen Artenvielfalt veröffentlicht und der Allgemeinheit präsentiert. Darin wurde der Sachstand zur globalen Situation dargestellt und Problemlösungen vorgeschlagen.

Ein paar Erkenntnisse im Überblick:

  • 1,000,000 Spezies (Pflanzen- und Tierarten) sind vom Aussterben bedroht
  • Die Menschheit verbraucht derzeit mehr Nahrungsmittel und andere Ressourcen als innerhalb eines Jahres wieder nachwachsen könnten [Einschätzung der Organisation Global Footprint].
  • Mehr als ein Drittel der Landoberfläche der Welt und fast 75% der Süßwasserressourcen werden für die Ernte- oder Viehproduktion verwendet.
  • Der Wert der landwirtschaftlichen Kulturpflanzenproduktion ist seit 1970 um etwa 300% gestiegen, die Rohholzernte ist um 45% gestiegen. Jedes Jahr werden weltweit etwa 60 Milliarden Tonnen erneuerbare und nicht erneuerbare Ressourcen gefördert – die Zahlen haben sich seit 1980 fast verdoppelt.
  • Mehr als 40% der Amphibienarten, fast 33% der reefformenden Korallen und mehr als 30% aller Meeressäuger sind gefährdet.
  • Im Jahr 2015 wurden 33% der Meeresfischbestände auch nicht nachhaltiger Weise geerntet.
  • Die städtischen Gebiete haben sich seit 1992 mehr als verdoppelt.
  • Die Plastikverschmutzung hat sich seit 1980 verzehnfacht! Etwa 300-400 Millionen Tonnen Schwermetalle, Lösungsmittel, giftiger Schlamm und andere Abfälle aus Industrieanlagen werden jährlich in die Gewässer der Welt geschüttet. Wir reden hier von einer Gesamtfläche von mehr als 245.000 km2 – eine Gesamtfläche, die größer ist als die des Vereinigten Königreichs.

Drei Jahre lang arbeiteten 145 Experten aus 50 Ländern, um diesen fundierten Artenvielfalt-Bericht zusammenzustellen. Weitere 310 Autoren haben beigetragen, um das Wissen aus Tausenden von Studien zusammen zu tragen. Die Ergebnisse wurden letztes Wochenende auf der Pariser-Weltkonferenz präsentiert.

Wie stoppen wir die Zerstörung der Artenvielfalt

Ob uns Landwirte das gefällt oder nicht, die Landnutzung wird nunmal als Haupttreiber des Biodiversitätsverlustes einschließlich des Insektenschwundes angesehen. Deshalb müssen wir aktiv etwas tun und nicht darauf warten ob die Politik in die Pötte kommt und etwas entscheidet oder nicht.

Des weiteren müssen die „Rahmenbedingungen für unser Finanz- und Wirtschaftssystem“ verändert werden. Der Fokus muss auf der „Wiederherstellung von geschädigten Landschaften“ liegen, so Jörg-Andreas Krüger vom WWF.

Selbstverständlich muss auch die Politik mit ins Boot. Politische Maßnahmen, Anstrengungen und Handlungen sind auf allen Ebenen nötig, so die Anschlussworte von Sir Robert Watson, Präsident des IPBES. Die Beweise liegen vor. Jetzt muss entsprechend agiert werden.

Wenn Ihr tiefer in die Studie einsteigen möchtet, hier geht’s zum IPBES Bericht.

Bayer bekommt Konkurrenz: Mit Corteva AgriScience entsteht ein neuer Pflanzenschutz-Gigant

Ein harter Konkurrent für Bayern steht in den Startlöchern. DowDuPont’s Agrarchemiesparte Corteva geht an die Börse.

Die Agrochemie-Branche wurde in den letzten drei Jahren so richtig aufgemischt. Drei Mega-Deals – (1) Fusion Dow und DuPont, (2) Chemchina hat Syngenta übernommen und (3) Bayer hat Monsanto übernommen – und zahlreiche kleinere Deals haben die Landschaft komplett neu strukturiert.

Ab Juni agiert das US-Unternehmen Corteva als eigenständiger Agrarchemie-Anbieter.

Der designierte Firmenchef Jim Collins startet mit rund 14 Milliarden Dollar Umsatz und einer ähnlichen Struktur wie Bayer. Der Umsatz ist jedoch rund ein Drittel kleiner als der von Bayer. Das Pflanzenschutz- und Saatgutgeschäft ist stark aufgestellt und bildet die Basis des neuen Konzerns. Der Chef will mit Forschung und Produktinnovationen es dem Marktführer ungemütlich machen.

Werksschließungen bei der Südzucker-Tocher in Frankreich – Nicht mit uns, sind sich Rübenbauern einig

Die Franzosen sind seit der Geschichte dafür bekannt, dass sie für ihre Rechte auf die Strasse gehen und kämpfen. Deshalb dürfte es auch keinen so richtig wundern, dass unsere Nachbarn die geplanten Werksschließungen von Südzucker nicht so hinnehmen.

Die betroffenen Rübenbauern wollen das Kapital zur Fortführung der Werke in Eppeville und Cagny gemeinsam aufbringen, so der Verband der französischen Zuckerrübenproduzenten (CBG). Zusammen mit Wirtschaftsjuristen wird derzeit an einem Rettungsplan getüftelt.

Die Lage unter den Rübenbauern in Frankreich ist alles andere als entspannt insbesondere jetzt wo die Genossenschaft Cristal Union die Schließung seiner Zuckerfabriken in Bourdon (älteste Zuckerwerk Frankreichs) und Toury angekündigt hat. Auch der Verpackungsstandort Erstein soll teilweise stillgelegt werden.

So richten sich nun logischerweise alle Blicke auf Tereos, dem größten Zuckerhersteller Frankreichs. Dieser plant derzeit keine Kapazitäten abzubauen bzw. seine Werke still zu legen.

Wir alle sind gefragt

Wenn wir die Schönheit und Vielseitigkeit unseres Planeten beibehalten möchten, dann müssen wir ALLE etwas dafür tun. Wenn wir möchten, dass unsere Kinder und Enkelkinder die Erde so bunt erleben wie wir, dann können wir nicht nur zuschauen und jammern.

Ersetzt Plastikflaschen mit Glas. Nimmt Eure Stoffbeutel mit wenn Ihr einkaufen geht. Kauft loses Gemüse. Habt eine Kaffeekanne dabei wenn Ihr zu Starbucks oder McDonald’s geht. Verzichtet auf Plastiktüten und -verpackungen soweit wie möglich. Die Müllberge müssen kleiner werden.

Wie unterstützt Ihr die Artenvielfalt?

Pflanzenschutzmittel und Insektensterben

News: Pflanzenschutzmittel, Insektensterben, Verbrauchererwartungen

In wenigen Wochen heißt es goodbye Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flurtamone. Damit sind ein paar weit verbreitete Getreideherbizide und -fungizide nicht mehr zugelassen. Der Industrieverband Agrar e.V. (IVA) spricht von „gravierende Eingriffe in Eigentumsrechte der Landwirte“.

Die drei Getreideherbizide Bacara, Bacara Forte und Cadou Forte dürfen bis zum 27. Dezember 2019 weiter verkauft und müssen bis zum 27. März 2020 aufgebraucht werden. Zum 30. April 2019 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auch die Zulassung aller Getreidefungizide mit dem Wirkstoff Fenpropimorph widerrufen. Die vier Präparate Corbel, Diamant, Juwel Top und Opus Top müssen bis zum 30. Oktober 2019 verkauft und bis zum 30. Oktober 2020 aufgebraucht werden.

Da die Zulassung für Capalo planmäßig am 30. April 2019 endet, ist kein gesonderter Widerruf nötig. Selbstverständlich gelten auch hier die genannten Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Es handelt sich hierbei um eine EU-weite Entscheidung. Es heißt:

„Im Verfahren zur Erneuerung der Genehmigung konnten Risiken für Verbraucher und die Umwelt nicht abschließend bewertet werden.“

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Deshalb haben sich die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten darauf geeinigt, die Genehmigung nicht zu erneuern. So kommt es, dass bestehende Zulassungen widerrufen werden müssen.

Windräder: Tolle Energiequelle und gleichzeitig schuldig am Insektensterben?

Der starke und langanhaltende Wind in Deutschland hat einem besonders gut getan: den Windrädern.

Seit Jahresbeginn haben die großen spinnartigen Hochgenossen 33 Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert. Letztes Jahr wurden die 33 Mrd. kWh erst Ende März erreicht. Sollte der starke Wind bis Ende diesen Monats anhalten, dann rechnet der Energiekonzern Eon mit 38 bis 40 Mrd. kWh im ersten Quartal.

Der diesjährige Höchstrekord wurde am 8. Januar erzielt. An diesem Tag wurden 961.000 Megawattstunden produziert.

Sollte die Windgeschwindigkeit mehr als 90 km pro Stunde betragen, also Windstärke 10, dann werden die Windräder automatisch abgeregelt und aus dem Wind gedreht.

Quelle: Handelsblatt

Als nächstes möchte ich auf eine aktuelle Studie des Instituts für Deutsche Luft- und Raumfahrtforschung (DLR) eingehen. Denn hier heißt es, dass des Ausbau von Windparks (seit 1990) für einen erheblichen Teil der Dezimierung der Population von Fluginsekten verantwortlich sind.

Am Insektensterben sind mehrere Schuldige verantwortlich, unter anderem:

  • die intensive Landwirtschaft
  • der Einsatz von Pestiziden
  • der Trend hin zur Urbanisierung und die Entstehung sog. Mega-Cities
  • der stetig steigende Verkehr und die damit einhergehende Infrastruktur
  • der Klimawandel

Nun soll also ein weiterer Faktor in die obige Liste mit aufgenommen werden: Windparks.

Das Thema Insekten- und Bienensterben ist auch so schon komplex genug, aber mit der neuen Perspektive, steigen auch die Lösungsanforderungen und -erwartungen ungemein.

Ein paar Erkenntnisse aus der Studie:

  • Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Abnahme von Fluginsekten und der Zunahme von Windparks.
  • Korrektur folgender Annahmen: (1) Fluginsekten bewegen sich fast ausschließlich außerhalb des Bereichs der meisten Windrotoren (FALSCH). (2) Insekten fliegen nicht bei hohen Windgeschwindigkeiten (FALSCH).
  • Der Insektenschlag auf den Rotorblättern der Windkraftanlagen verursacht Verschmutzungen, was wiederum zu Effizienzverlusten von bis zu 50% führen kann.
  • Die Zahl der durch die Rotoren getragenen Insekten liegt laut Modellanalyse bei etwa 24.000 Tonnen pro Jahr nach 2003.
  • Die geschätzten Verluste liegen bei durchschnittlich 5-6 Mrd. Insekten pro Tag während der warmen Jahreszeit von April bis Oktober.

Wichtig hierbei ist folgendes: diese Insektenverluste wirken sich nicht nur auf den Reproduktionsprozess negativ aus (Dezimierung der Insektenpopulation), sondern auch auf die nachfolgende Nahrungskette.

Was raten uns die Forscher?

In erster Linie weisen die Forscher darauf hin, dass ihre theoretischen Modellanalysen dringend empirisch verifiziert werden sollten. Des weiteren, sollte der Zusammenhang von Insektenmigration und Windparkbetrieb besser verstanden werden.

Weitere Maßnahmen wären das Monitoring der Insektenmigration und die Installation von „automatischen Schwarmerkennungssystemen in Verbindung mit einer entsprechenden Steuerung der Rotoren“.

Hier geht’s zur Studie.

SocialLab: so ticken Verbraucher, Landwirte und der Handel

Auf 76 Seiten versuchen Wissenschaftler aus acht Forschungseinrichtungen Antworten auf ein paar kritische Fragen zu finden.

Wie soll man mit Tieren umgehen? Was versteht der Verbraucher unter Tierwohl und was erwartet dieser von tierhaltenden Betrieben? Welche Rolle spielt der Handel als Bindeglied zwischen Landwirt / Viehzüchter und Konsument?

Das Forschungsprojekt „SocialLab“ unter Federführung des Thünen-Instituts hat am 13. März 2019 seine Ergebnisse im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgestellt.

Ein paar Ergebnisse im Überblick:

  • Verbraucher bewerten Tierwohl höher als Umweltschutz, arbeitswirtschaftsliche Ziele der Betriebe und Arbeitssicherheit.
  • Verbraucher in Deutschland legen Wert auf die Vielfalt von hochwertigen Lebensmitteln.
  • Regionalität spielt weiterhin eine große Rolle.
  • Konflikte ergeben sich beim Thema Preis: Die Mehrheit verlangt mehr Tierwohl und regionale Produkte ist gleichzeitig jedoch selten bereit dafür mehr Geld auszugeben.
  • Auffällige Diskrepanzen gibt es weiterhin zwischen Verbrauchererwartungen und -verhalten. (Beispiel: Tierwohl ja, aber mehr bezahlen nein)

Eine der Schlußfolgerungen von Bundesministerin Julia Klöckner lautet deshalb wie folgt:

Die Mehrkosten für alle oben aufgeführten Themenschwerpunkte kann nicht alleine der Landwirt tragen.

Die Verbraucher müssen mehr Verständnis für den Landwirt aufbringen und genauso gilt das auch umgekehrt. Das Schlüsselwort hier ist: Bewusstsein für die Position des anderen schaffen.

Dem Projekt ist eins recht gut gelungen, und zwar Zielkonflikte aufzuzeigen. Diese betreffen landwirtschaftliche Betriebe gleichermassen: An welchen Stellschrauben soll ich als Landwirt drehen, ohne an den Verbraucherwünschen vorbei zu produzieren? Was kann ich tun, um nicht auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben wenn schonmal klar ist, dass der Konsument dafür nicht bereit ist zu zahlen?

Hier geht’s zur Studie von SocialLab.

Kurz noch zurück zu den Insekten

Blumenwiesen, eine bunte Vielfalt von Blumen an Wegrändern, Ackerstreifen und in Gärten – das können wir Landwirte u.a. tun, damit unsere Bienen und Insekten nicht aussterben.

Die Zeitung inFranken.de hat einen Beitrag über die Intiative „Mürscht blüht auf“ geschrieben. Zusammen mit meinem Imkerkollegen Dieter Schölzke wollen wir die Münnerstädter dazu animieren, wieder mehr Blumenkästen anzupflanzen. Wir bieten im Mai dazu auch einen Workshop an und bereiten uns damit kräftig auf das Stadtjubiläum 2020 vor.

Hier geht’s zum Artikel „Münnerstadt soll aufblühen„.

Wer Interesse an einer Blumenwiesen-Patenschaft hat, der kann mir gerne hier einen Kommentar hinterlassen oder mich direkt kontaktieren. Ich freue mich auf Eure Nachricht!

Was können wir noch gemeinsam gegen das Insektensterben tun?