2022-09 Muss ich als Landwirt jetzt auch noch die Metaverse navigieren

Muss ich als Landwirt jetzt auch noch die Metaverse navigieren? 

Während sich die Social Media Tech-Giganten aus Silicon Valley oder China immer ausgeflipptere Konzepte und Konstrukte ausdenken, um Nutzer bei Laune zu halten, steht man als Landwirt eines Familienbetriebs manchmal schon ganz schön komisch da und überlegt, in welcher Simulation man jetzt eingefangen wurde. Als nächstes steht wohl die Metaverse an, so zumindest die Vorstellung von Herrn Zuckerberg und Co. 

Was rollt denn nun wirklich auf uns zu? Kehren wir Mutter Erde und dieser wunderbaren Natur den Rücken zu und fokussieren wir uns ausschließlich auf virtuelle Phantasiewelten, um irgendwelche Konsumbedürfnisse zu erfüllen? 

Blockchain, Kryptowährungen, NFTs, DeFi, Metaverse … die Buzzwörter werden immer lauter und der Otto-Normalbürger immer verwirrter. Wer glaubt, dass die Jugend in diesen „Paralleluniversen“ super klar kommt, sollte besser mal genauer hinschauen. Die Wenigsten können eine präzise Erklärung der Blockchain oder von NFTs liefern und schaut man auf die Kontostände der meisten Kryptoenthusiasten, dann sieht es ebenfalls recht mau aus.

Denn ähnlich wie in der traditionellen Finanzwelt, sind es in erster Linie die großen Venture Capital Firmen oder Banken sowie Konsorten wie Blackrock, Vanguard und Co., die den Markt dominieren bzw. sehr gezielt in bestimmte Kryptowährungen oder DeFi-Projekte investieren. Auch hier gilt es, das spezielle Know-How anzuwenden, um den Markt richtig zu navigieren. 

Von Facebook über Meta bis hin zur Metaverse 

Wer hätte vor über 10 Jahren gedacht, dass aus Facebook der Daten- und Social Media Gigant werden wird, der das Unternehmen heute ist? Wer hätte gedacht, dass ein einziges amerikanisches Unternehmen unsere Smartphones und damit einhergehend unser Verhalten und Leben dermaßen beeinflussen und verändern wird? 

Denn wir dürfen ja nicht vergessen, dass WhatsApp, Instagram, Messenger und Oculus (Virtual Reality) sowie Facebook alle zu Meta (ehemals Facebook) gehören. Ganz schön viel, was wir diesem Tech-Moloch aus unserem Privatleben preis geben, ohne viel darüber nachzudenken. 

Zwar befindet sich die Metaverse heute in ihren absoluten Kinderschuhen, auch wenn Meta-CEO Mark Zuckerberg uns in seiner allerersten Präsentation von etwas anderem zu überzeugen versuchte, die Idee an sich wurde jedoch weltweit schnell aufgegriffen und verfeinert. Es wird nicht lange dauern, bis die ersten Behörden mittels digitaler Identität in diesem virtuellen Ökosystem Dokumente bearbeiten werden können, um einerseits die Prozesse zu beschleunigen und andererseits eine bessere Übersicht (Hinweis: Kontrolle!) zu erhalten. 

Im Bereich Gaming sind die Kollegen bereits weiter. Zu den bekanntesten Metaverse Spielen zählen u.a. Axie Infinity, Sandbox, Decentraland oder Alien Worlds. Interessanterweise gibt es auch ein Spiel aus unserer Branche, das sehr angesagt ist, nämlich Farmers World.

Farmers World funktioniert wie folgt: 

Man kann Land kaufen, Getreide anbauen, Vieh züchten, Fische fangen und Häuser für die Tiere bauen. Es besteht sogar die Möglichkeit Gold abzubauen. Für Werkzeuge geht man quasi auf den AtomicHub-Markt einkaufen. Alles ist virtuell. Grundstücke, Werkzeuge, Produkte wie z.B. Milch oder Eier sind NFTs. 

Die Aufgabe besteht darin, die eigene Farm gegen Eindringlinge und andere Spieler zu schützen. Diese versuchen im Spiel, einem die angesammelten Ressourcen zu stehlen. 

Erwartet uns sowas Ähnliches auch in Facebook’s Metaverse? Werden wir statt Beiträge zu posten und auf Kundenkommentare zu antworten, fortan damit konfrontiert, unsere Artikel gegen irgendwelche Eindringlinge und Monster zu schützen? 

Das Unbekannte 

Alles ändert sich und das in einem rasanten Tempo. Ich gehe verstärkt davon aus, dass wir die jeweiligen sozialen Netzwerke, so wie wir sie heute kennen, in 5-10 Jahren überhaupt nicht mehr wieder erkennen werden. Sie werden sich allesamt transformieren und meiner Ansicht nach, zu komplexen virtuellen Ökosystemen entwickeln. 

Die Metaverse wird entweder ein Teil dieses Ökosystems sein oder sie wird die allumfassende Hülle bzw. Matrix des entsprechenden Konsortiums werden. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit der sog. Verschmelzung mit anderen Systemen und Plattformen. Oder aber, das Ganze nimmt ein Ende. Tatsächlich ist jedes der aufgeführten Szenarien möglich, daher auch der Untertitel „Das Unbekannte“. 

Unter diesen Umständen stellt sich die berechtigte Frage nach der Positionierung eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs, der nicht über die Manpower großer Konzerne verfügt, die jeden Tag die sozialen Netzwerke sozusagen hoch und runter „deklinieren“. 

Ich bin kein Hellseher und ich kann Euch auch nicht vorschreiben wir Ihr Euch marketingtechnisch am besten positionieren sollt. Was ich jedoch tun kann, ist meine persönliche Strategie mit Euch zu teilen. So werde ich mich auf den jeweiligen Blockchain Social Media Kanälen umschauen und da u.a. auch nach dezentralen Alternativen suchen, denn spätestens nach den letzten beiden turbulenten Jahren wissen wir, dass Facebook, Instagram, YouTube, Twitter und Co. alles andere als Pro- Meinungs- und -redefreiheit sind. 

Was die Metaverse angeht, so gilt es sich, mit dem Thema vertraut zu machen und auch hier nach wirtschaftlichen Chancen Ausschau zu halten. 

Bildquelle: Foto von Gerd Altmann auf Pixabay

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Im Bereich der sozialen Medien kennt man mittlerweile nur noch eins: eine tolle Show hinlegen. Wer den Mut hat, einen tieferen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der merkt, dass alles einem Zirkus bzw. einem gut inszenierten Kasperlspiel ähnelt. Das jüngste Beispiel: Twitter.

Mittlerweile dürfte auch Tante Gudrun aus dem hintersten „Kaff“ Deutschlands von Twitter gehört haben. Denn das, was früher nur Online debattiert wurde, findet heute einen festen Platz im Prime Time der Mainstream-Medien. Wenn in der Tagesschau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens über Elon Musk und Twitter berichtet wird, dann wissen wir, dass Social Media ihren lang ersehnten festen Platz im aktuellen Leben der Bewohner dieses Planeten eingenommen hat. Ob das gut oder schlecht ist, ob dies einer Dekadenz der Gesellschaft oder einem Aufstieg zugeschrieben werden kann, überlasse ich an dieser Stelle jedem einzelnen von Euch.

Wer glaubt, dass durch die Übernahme von Twitter durch Elon Musk die Rede- und Meinungsfreiheit auf dieser Plattform zurückkehrt, hat das Spiel nicht richtig durchschaut bzw. verstanden. Das, was in den letzten beiden Jahren auf den sozialen Medien in punkto Zensur passiert ist, kann man nicht durch eine Show-Übernahme wettmachen. Zwar wurden auf Twitter ein paar Konten, die in den letzten Monaten gesperrt wurden, wieder aktiviert, aber das ist lediglich nur ein winziger Trost.

Denn eins dürfen die Twitter-Nutzer nicht vergessen: hinter diesem Unternehmen stecken namhafte Aktionäre die Geld (Dividende!) sehen wollen.

Wer einen Blick auf Yahoo Finance auf dem Tab „Holders“ klickt, erfährt, dass u.a. folgende Big Businesses und Big Banks zu den Aktionären von Twitter gehören:

Vanguard, BlackRock, Morgan Stanley, Barclays, State Street Corporation — um ein paar zu nennen.

Glaubt Ihr tatsächlich, dass das oberste Ziel der oben aufgeführten Investoren Rede- und Meinungsfreiheit ist, wie das so gerne von Elon Musk angepriesen wird?

Twitter ist ein Business

Twitter, Facebook bzw. Meta, LinkedIn und Co. haben zuerst unsere Desktops, danach unsere Smartphones und heute unser Leben eingenommen. Wir waren diejenigen, die diese Technologien und damit einhergehend diese Silicon Valley Tech-Giganten in unser Leben eingeladen haben. Heute stehen die meisten völlig machtlos da und wissen gar nicht, was mit ihren persönlichen Daten wirklich passiert; ganz zu schweigen von der wertvollen Zeit, die sie in diese Medien „investieren“.

Wobei das Wort „Investieren“ in diesem Zusammenhang völlig falsch am Platz ist, denn die großen Nutznießer der sozialen Medien sind die Plattformen selbst und die vielen Werbeträger und sogenannten „Third-Parties“ bei denen unsere Daten und Verhaltensmuster landen.

Bis vor wenigen Jahren war Twitter in der D-A-CH Region nicht besonders beliebt. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass sich das etwas relativiert hat. Ich finde es gibt mehr und mehr deutschsprachige Profile, die hierauf posten und versuchen Twitter in ihr Marketingportfolio besser zu integrieren.

Twitter war von Anfang an die „Go-to“-Plattform für die neuesten Nachrichten. Wenn etwas in der Welt passierte, dann gab’s die Nachricht zur allererst auf Twitter. Bis Facebook die Nachricht aufgriff oder im Fernsehen darüber berichtet wurde, war das Ganze schon längst passé.

Heute ist das auch nicht viel anders, obwohl die Plattform vermehrt von Bots dominiert wird. Auch hier hat Elon Musk ein Versprechen abgegeben, welches lautet:

Die Bots weitestgehend zu eliminieren und die echten Menschen zu authentifizieren. (Quelle: Tweet von Elon Musk, Twitter)

Twitter hatte schon immer ein Problem: und zwar die Werbeeinnahmen. Anders als bei Facebook, wo Werbekampagnen etwas leichter aufzusetzen sind und Gewinne entsprechend abschöpfbar sind, ist das bei Twitter anders. Nur erfahrene und anspruchsvolle Werbetreibende wissen, wie mit Twitter-Werbung profitabel umzugehen ist. Wenn die Plattform jedoch voll von Bots ist, dann schmeißt man quasi das Geld aus dem Fenster. Logischerweise, muss sich dies auch ändern, wenn Elon Musk seine Investoren bei Laune halten möchte. Wie also die Authentifizierung der „echten Menschen“ ablaufen soll (Beispiel: digitale Identität) und ob das viele so auch mitmachen werden, bleibt abzuwarten.

Fakt ist, Twitter ist und bleibt ein Business auch wenn es unter der Tarnung „soziales Medium“ fungiert.

Die sozialen Medien im Karussell der Zeit

Wie lange die heuer bekannten, sozialen Medien unser Leben noch mitbestimmen werden, hängt einzig und alleine von uns ab. In dem Moment, in dem wir aufhören, die Plattformen zu nutzen, heißt es „Game over“ für die Ikonen Mark Zuckerberg, Elon Musk oder wie auch immer sie heißen. Dass dieses schneller gehen kann als es manch einem lieb ist, sieht man an der Aktie von Facebook / Meta, die in den letzten Monaten gigantische Verluste verzeichnen musste.

Was soll ich tun, wenn ich Landwirt bin? Soll ich diese Netzwerke weiter nutzen oder ist es an der Zeit mich bei anderen Technologien umzuschauen?

Berechtigte Fragen, denn wir wollen ja einerseits dort sein, wo unsere Kunden sind und gleichzeitig Änderungen bzw. „Kundenmigration“ vorausschauen, um uns bestens positionieren zu können. Denn jetzt, wo Geschäfte vermehrt Online abgewickelt werden, müssen wir uns anpassen. Auf der Strecke zu bleiben, ist für mich und für viele meiner Kollegen keine Option.

Was andere Technologien angeht, so würde ich ein Auge offen halten für das, was auf der Blockchain passiert. Denn dieser Bereich umfasst nicht nur Kryptowährungen, sondern ein komplexes Multiverse an Möglichkeiten, die wir heute kaum erahnen können. Auf der Blockchain erscheinen bereits die ersten sozialen Medien, auch wenn diese in der Mainstream noch nicht eingedrungen sind. Das Konzept der Dezentralisierung, bei dem jeder Einzelne von uns die Schlüssel selbst in der Hand hat und seine Inhalte von niemand auf der Welt gelöscht werden können, gewinnt immer mehr an Attraktivität.

Lasst Euch von dem Kasperltheater, das uns präsentiert wird, nicht hypnotisieren. Die Grundlagen eines Unternehmens bleiben bestehen. Es geht um Gewinne, und das gilt auch für die sozialen Medien.

Bildquelle: Foto von Creative Christians auf Unsplash

2022-03 Die Zukunft von Social Media

Die Zukunft von Social Media

Hat Social Media in ihrer derzeitigen Form überhaupt noch eine Zukunft? Was passiert mit den Hunderten von Millionen von Followern der abertausenden Accounts die von YouTube, Facebook, Twitter und Co. gelöscht wurden? Glauben die Damen und Herren in Silicon Valley allen Ernstes, dass dies keine gravierenden Auswirkungen auf sie haben wird?

Im Herbst 2019 veröffentlichte The Verge die Anzahl der Accounts die auf YouTube gelöscht worden sind. Es handelte sich hierbei um 17.000 YouTube Accounts, mehr als 100.000 Videos und über 500 Millionen Kommentare. Das war vor mehr als zwei Jahren, wo die Welt sozusagen noch „in Ordnung“ war. Seitdem hat die Zensur zugenommen. Jeder der sich nicht an die Mainstream-Darstellung hält und versucht gewisse Themen aus einer anderen Perspektive zu durchleuchten wird als „Fehlinformation“ abgestempelt und auf kurz oder lang entfernt.

Die ersten Auswirkungen dieser Aktionen durften die Aktionäre von Facebook erst vor Kürze live erleben. Nach 18 Jahren Wachstum hieß es für das weltgrößte Social Network erstmals „Zahlen nach unten korrigieren“. Die ersten User verlassen das Meta-Boot bzw. nutzen die Dienste des Sozial-Giganten nicht mehr so oft wie alle die Jahre zuvor. Ein herber Rückschlag für Zuckerberg & Co., was sich auch an der Börse entsprechend zeigte. (siehe Yahoo Finanzen)

Bricht das Social Media Imperium zusammen?

In meinem Beitrag „Alles Meta oder doch nicht?“ habe ich die Situation in der sich Facebook befindet, etwas detaillierter durchleuchtet. Wer glaubt, dass Tik Tok als großer Nutznießer diesen Markt komplett an sich reissen kann, ist fernab von der Realität. Tik Tok profitiert von dem aktuellen Disaster der anderen sozialen Netzwerke, ist aber alles andere als ein sicherer Zufluchtsort.

Das was heute in diesem Bereich unseres Lebens passiert, ist repräsentativ für die Änderungen die überall in unserem Alltag bevorstehen.

Der große Social Media Splitt: Zentralisierte vs. dezentralisierte Netzwerke

Wenn alle Informationen, Posts, Fotos, Videos und Kommentare von einer einzigen Quelle kontrolliert werden, kann das recht schnell nach hinten losgehen. Bis vor rund zwei Jahren waren alternative Social Media Netzwerke etwas für Tech-Nerds und Außenseitern; heute hat sich das Blatt gewendet.

Die Fans von Joe Rogan finden seine Sendungen nicht mehr auf YouTube, sondern müssen sich dafür bei Spotify anmelden. Seine Shows erreichen teilweise 200 Millionen Zuschauer / Zuhörer; eine Zahl die man nicht so schnell unter dem Tisch kehren kann. Ein herber Verlust für YouTube auch wenn die kleine Schwester von Google das nie zugeben wird.

Aber auch Spotify ist zentralisiert. Die Infos gehen durch ein Nadelohr was jederzeit zugeschnürt werden kann. Hinzu kommt, dass zentralisierte Plattformen von Regierungen, Ländern und Organisationen jederzeit zum Halt gebracht werden können. Dies betrifft sowohl westliche Länder, wo Rede- und Meinungsfreiheit bis vor Kurzem noch ein Grundpfeiler der Demokratie waren (z.B. Kanada) als auch Länder, die das mit der Freiheit nicht so ernst nehmen.

Die Bedeutung dezentraler Netzwerke wird an dieser Stelle immer deutlicher. Wenn diese Netzwerke unantastbar sind bzw. von niemandem verboten werden können, umso spannender wird die ganze Geschichte.

Ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, wie?

Kurz und schmerzlos: Ja, es besteht diese Möglichkeit. Die Blockchain-Technologie macht das möglich.

Fast täglich entstehen neue dezentralisierte blockchain-basierte Social Media und Content Marketing Netzwerke. Zwar sind diese vom Radar des Mainstreams noch entfernt aber ich bin überzeugt, dass sollte es mit der Zensur weiter so gehen wie bisher (wovon ich ausgehe), dann werden diese Plattformen vermehrt das Bewusstsein der Massen penetrieren. Die Gewissheit, dass nichts was man selber postet von einem Außenseiter entfernt werden kann, wird den einen oder anderen mehr als wachrütteln.

Tipps für Landwirte

Kommen wir nun zu den wesentlichen Fragen die unsere Branche betreffen: Wie sollen wir vorgehen? Wie sollen wir unsere eh schon zu wenig zur Verfügung stehenden Kapazitäten auch noch auf die neuen Plattformen verteilen? Sollen wir auf Social Media zukünftig gänzlich verzichten?

Wenn die Mehrheit unserer Kunden sich noch auf den großen, zentralisierten Social Media Netzwerken aufhält, dann müssen wir dort auch weiterhin Präsenz zeigen. Diejenigen von uns, die eine „aufgewecktere“ Kundschaft haben, sollten sich so langsam aber sicher die Tentakeln auch auf diesen anderen alternativen Medien, darunter sicherlich auch die dezentralisierten Kanäle, ausbreiten. Reinschnuppern lohnt sich für jeden, der Wert auf Freiheit, Privatsphäre und innovative Technologien legt.

Noch befinden wir uns am Anfang der Adoptionskurve und nichts ist in Stein gemeisselt. Die dezentralisierten, blockchain-basierten Plattformen muss man sich ungefähr so vorstellen, wie Facebook in 2010. Das heisst jedoch nicht, dass wir sie unterschätzen dürfen. Die Communities die hinter diesen Netzwerken stecken meinen es in punkto Datenschutz, Privatsphäre und Freiheit sehr ernst. Das was in den letzten Jahren weltweit passiert ist, hat sie in ihrer Überzeugung absolut verstärkt.

Bewegen wir uns mit Tempo 100 auf das Ende von Social Media so wie wir es heute kennen? Ich persönlich glaube schon. Blockchain und Web3.0 klopfen an der Tür und das Klopfen wird immer lauter.

Bildquelle: Foto von cottonbro auf Pexels

Alles Meta oder doch nicht

Alles Meta oder doch nicht?

Die Skandale rundum Meta (ehemals Facebook) reißen nicht ab. Mit der eigenen Kryptowährung haut es nicht hin, die Anzahl der User die sich täglich auf der Plattform einloggen sinkt und jetzt überlegt Mister Zuckerberg den Zugang für Europäer zu kappen. Das alles nachdem es doch so toll lief für den Tech-Giganten, der uns vor wenigen Wochen von seiner zentralisierten Metaverse überzeugen wollte.

In den letzten zehn Jahren kam kein Business an Facebook vorbei. Obwohl anfangs viele Unternehmer noch ihr Geld für Google Ads ausgaben, realisierten sie, dass man mit Facebook- und Instagram-Werbung jede Menge wertvolle Nutzer erreicht. Insbesondere durch die Integration von WhatsApp und Instagram in das Facebook-Ökosystem schaffte es der dunkelblaue Silicon Valley Riese eine breite Zielgruppe zu erreichen.

Diese Idylle wurde jedoch immer wieder durch unliebsame Datenskandale gestört und auf den Kopf gestellt. (siehe Cambridge Analytica worüber ich des öfteren hier schon berichtet habe) Dass die Nummer 1 im Bereich Social Media nicht still stehen kann und seine „Schützlinge“ mit innovativen Ideen und Konzepten bei Laune halten muss, damit diese ja nicht zu anderen Netzwerken abwandern, ist klar.

Die Begeisterung war groß als die eigene Kryptowährung names Libra angekündigt wurde. Mehrere Milliarden Nutzer mit einer eigens kreierten digitalen Währung zu beglücken und dadurch schnelle und kostenlose Transaktionen weltweit zu ermöglichen, klang für viele wie ein Traum. Die Behörden sahen das ein bisschen anders. Das Projekt verzögerte sich. Dann fand ein Rebrand von Libra in Diem statt und vor wenigen Tagen kam dann der Paukenschlag — Facebook verkauft das Diem Stablecoin-Projekt für 200 Millionen Dollar an die auf Krypto spezialisierte Bank Silvergate Capital. Der Grund: Regulierungsprobleme. (Quelle: The Wall Street Journal)

Facebook bzw. Meta verliert zum ersten Mal in seiner Geschichte Nutzer

Die vierteljährlichen Berichte von Facebook / Meta waren seit 18 Jahren ein Grund für Freude sowohl für die Aktionäre als auch für die vielen Werbetreibenden. Nun ist das eingetreten was ich schon lange erwartet habe: die Sättigung bzw. die ersten Zeichen eines „Exodus“. (Quelle: Washington Post)

Die Schuldigen wurden in den Mainstream Medien auch schon ausfindig gemacht:

  • TikTok ist ein sehr ernst zu nehmender Konkurrent geworden der insb. Instagram ein schweres Leben beschert
  • US und internationale Aufsichtsbehörden nehmen die Geschäftspraktiken des Konzerns vermehrt unter die Lupe
  • Die Neuorientierung auf die „Metaverse“

Die drei oben aufgeführten Gründe haben sicherlich ihre Berechtigung, allerdings vergessen die Genossen des Mainstreams hier zwei weitere extrem wichtige Faktoren zu nennen, die dem Social Media Tech-Giganten in der Zukunft noch ganz viele Albträume verursachen werden, und zwar:

  1. Die hochkarätige Zensur die sich in den letzten beiden Jahren verstärkt hat. Zensur egal welcher Art führt zu einer Gegenbewegung. Wenn Menschen aus allen möglichen Branchen zensiert werden, dann suchen sich diese Nutzer andere Plattformen. Wenn die Konten unterschiedlicher Werbetreibender plötzlich, wie aus dem Nichts und ohne klarem Feedback, sondern nur unter der Floskel „Sie haben gegen die Guidelines verstossen“ gesperrt werden, dann suchen sich diese Geldgeber ein anderes Zuhause, wo sie ihr Geld loswerden können.
  2. Das Aufkommen des Web 3.0 insbesondere in dezentraler Form. Das meine lieben Freunde ist meiner Meinung nach der wahre Grund weshalb wir weitere Verluste bei Web 2.0 Betreiber wie Facebook, Google und Co. in den kommenden Jahren erleben werden. Das was die Blockchain-Technologie ermöglicht, können sich die meisten Nutzer eines Facebook-Kontos kaum vorstellen. Die Plattformen die in diesem Bereich täglich neu hinzukommen, werden Facebook, Meta oder wie auch immer sie sich demnächst nennen werden, die Nutzer wegnehmen. Denn wenn ein Nutzer einmal verstanden hat, dass er / sie die Schlüssel in der Hand hat und sein Konto von keinem Unternehmen, von keiner Regierung oder irgend einem Oberguru geschlossen werden kann, dann wird er Web 2.0 in Windeseile verlassen. ACHTUNG: Selbstverständlich spreche ich hier ganz gezielt von dezentralen Blockchain-Alternativen!

Die Probleme reißen nicht ab

Nun verläßt auch der ehemalige PayPal-Gründer Peter Thiel den Verwaltungsrat von Meta, um den früheren Präsidenten Donald Trump bei seiner Kampagne zu unterstützen. Hinzu kommt, dass Meta sich aufgrund der strengen GDPR-Regeln auch noch gezwungen sieht sich aus der EU zurück zu ziehen. (Quellen: FAZ, Bloomberg)

Sollte das eintreffen, dann bleibt den EU-Nutzern die keine TikTok Fans sind und auf soziale Netzwerke nicht gänzlich verzichten wollen, nur noch eins übrig: und zwar sich endlich mal mit Web 3.0 auseinander zu setzen.

Wir leben in spannenden Zeiten. Fakt ist, die Zeit bleibt nicht stehen, ganz im Gegenteil, fast jeder von uns fühlt es irgendwo tief im Inneren, dass sich alles schneller dreht als früher. Das was in den nächsten Jahren passieren wird, können wir uns heute kaum vorstellen.

Ob Facebook, Meta oder wie auch immer in den nächsten zehn Jahren noch unser Alltag prägen wird, bleibt abzuwarten. Ich persönlich tendiere eher zu einem „Nein“.

Bildquelle: Foto von Tumisu auf Pixabay

Amazon Astro Der Überwachungsroboter für zu Hause

Amazon Astro: Der Überwachungsroboter für zu Hause

Wem die Überwachungskameras in der Stadt, im Geschäft, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und überhaupt nicht genug sind, der kann sich gerne einen Haushaltsroboter für die Heimüberwachung besorgen. Ich präsentiere Euch Amazon Astro, der persönliche Überwachungsbot.

Als ich Ende September zum ersten Mal die Präsentation dieses Roboters auf der US-amerikanischen Medien-Webseite für Technologie und Unterhaltungselektronik CNET sah, da staunte ich nicht schlecht. Obwohl Amazons neueste Kreation auf den ersten Blick eher aussieht wie WALL-E’s dicker Cousin (siehe gleichnamigen Disneyfilm aus 2008), die schiere Menge an Kameras und Sensoren mit der die kleine Maschine ausgestattet ist, finde ich recht beängstigend.

Das Teil sieht aus wie ein Amazon Echo auf Räder, mit einem Tablet obendrauf als Gesicht. Für schlappe 999 US-Dollar kann man sich einen Amazon Astro kaufen und damit einhergehend, direkt zum Beta-Tester mutieren. Denn vergessen wir nicht, es handelt sich hierbei um New-Tech, d.h. es sind noch nicht alle Fehler behoben und es gibt auch nicht so viele Befehle die einem zur Verfügung stehen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Lasst uns doch gemeinsam die Präsentation anschauen.

Quelle: Amazon, YouTube

Was steckt wirklich hinter Amazon Astro?

Was genau macht dieser Roboter bei seinen „Routinespaziergängen“ durchs Haus, Büro und Co.? Welche Daten werden erfasst und analysiert? An was denkt der liebe Otto-Normalbürger der sich so einen Gefährten einkauft gar nicht?

Ohne extrem tief in die Tech-Analyse einzutauchen, finde ich es interessant zu wissen, was da im Hintergrund überhaupt passiert.

Hier ein erster Analyseansatz:

1. Der Roboter führt ein sogenanntes Mapping Deines Hauses durch, d.h. es erstellt eine Karte Deines Hauses, um sich darin besser zurecht zu finden. Im Grunde erstellt es ein 3D-Modell von jedem Raum in Deinem Haus und speichert diese Daten hoffentlich nur lokal. Aber ich wäre nicht überrascht, wenn alle Daten, die dieses Ding sammelt, auch auf Amazon hochgeladen werden. Im Grunde genommen macht es eine Bestandsaufnahme aller Dinge die sich in Deinem Haus befinden und empfiehlt Dir dann noch mehr Sachen bei Amazon einzukaufen, die Du eigentlich gar nicht brauchst.

2. Ein toller Spion und Helfer für Eltern, die sicherstellen wollen, dass ihre Kinder sich nicht aus dem Haus schleichen, um auf irgendwelche Parties zu gehen oder Freunde zu Besuch haben, wenn sie nicht da sind.

3. Mit der Einbettung von Gesichts- und Spracherkennung (facial and sound recognition) wird das Ganze richtig spooky. Wenn diese Daten lokal gespeichert sind, dann ist das keine große Sache. ABER, wenn diese Daten mit einem Massenüberwachungsnetzwerk verbunden werden, wie z.B. in China, dann ist das Thema Privatsphäre für ein und allemal erloschen.

4. Es verfügt über eine zusätzliche Periskop-Kamera, mit der man einen viel besseren Überblick über das Gelände erhält als mit den neuesten Roombas, die nur eine nach vorne gerichtete Kamera haben und eine, die direkt an die Decke zeigt.

Eins ist klar:

Der Amazon Astro Roboter hat definitiv die Hardware-Fähigkeit, nicht nur ein Mapping von Deinem Haus zu fertigen, sondern alles was im Haus rumliegt schön einzeln aufzuschlüsseln. Die Hardware ist da, die Frage ist, ob die Software upgegradet wird, damit diese Fähigkeit ausgebaut werden kann.

Damit meine ich folgendes:

Der Roboter könnte dann feststellen, ob die Vase aus Deinem Wohnzimmer bei Amazon gekauft wurde oder nicht. Die Maschine könnte basierend auf Deinen Kleiderschrank analysieren, ob Du ein Gucci oder Armani-Fan bist und Dir anschließend entsprechende „Luxus-Schnäppchen“ vorschlagen.

Mit Vorsicht zu geniessen

Die gesamte Software, die auf diesem kleinen Gerät läuft, ist geschlossene Software.

Weiterhin bin ich nicht sicher, dass die Kameras und Mikrofone wirklich aus sind, wenn der kleine Roboter uns den Hinweis gibt, dass dem so ist. Ebenfalls bin ich mir nicht sicher, ob die Daten tatsächlich lokal gespeichert werden ohne diese an Amazon zu senden, so wie es im Whitepaper von Amazon behauptet wird.

Ganz zu schweigen vom Risiko des Hackings, was uns in ganz skurrile Dimensionen katapultiert.

Wie eingangs erwähnt, der neue Roboter kostet 999 US-Dollar und ist nur per Einladung erhältlich. Es wird also ein bisschen dauern bis das Mainstream-Publikum die Maschine angeboten bekommt und auch wenn, muss der Preis etwas attraktiver werden, um die Massen anzulocken.

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Bildquelle: Foto von StockSnap auf Pixabay