Stories-Manie in den sozialen Medien

Die Stories-Manie in den sozialen Medien

Sein Essen in den sozialen Medien zu präsentieren ist mittlerweile Normalität geworden. Emojis, Stickers, Filter und Linsen [es sind nicht die Hülsenfrüchte gemeint, sondern die bekannten Snapchat Linsen 😉 ] aller Art und Couleur zu nutzen, um ein bunteres und verspielteres Leben zu zeigen, gehört ebenso dazu. Nimmt man das beliebte Format „Stories“ und mixt die oben genannten Komponenten miteinander, versteht die Generation 40+ fast nur noch „Bahnhof“.

Klar gibt es auch Menschen die mit beiden Füssen mitten im Leben stehen und sich super auf Snapchat, Instagram & Co. auskennen, aber die meisten von uns bevorzugen es ihre wertvolle Zeit anders zu investieren. Für alle diejenigen die trotzdem am Ball bleiben möchten, d.h. sich die neuesten Trends auf Social Media nicht entgehen lassen möchten, greife ich alle zwei-drei Monate ein aktuelles Thema aus der Welt der sozialen Netzwerke auf und berichte hier auf Agrarbetrieb darüber.

Liebe Kollegen aus der Landwirtschaft, Ihr braucht nicht alle Ins und Outs zu wissen, um in den sozialen Medien erfolgreich unterwegs zu sein. Hauptsache Ihr bleibt authentisch und zeigt das, was in Eurem Betrieb tatsächlich anfällt. Die sogenannten „Haters“ und Nörgler kennt jeder von uns. Lasst Euch von den Meinungen und negativen Äusserungen dieser Mitmenschen nicht in die Ecke drängen. Hinzu kommt, dass Ihr keine Social Media Experten sein musst, um neue Features auszutesten und Eure Erfahrungen mit der Welt zu teilen.

Das bunte Treiben in den sozialen Medien

Ein neues Feature hier, ein neues Profil dort. Das Ganze dreht sich so schnell, dass viele kaum noch mithalten können.

Der aktuelle Hotshot unter den sozialen Netzwerken ist mit Abstand Instagram. Zwar hat Facebook weiterhin die Nase vorn in punkto Nutzer [2,38 Mrd. montliche aktive Nutzer weltweit per 31.03.2019, Quelle: FACEBOOK] aber die kleine Schwester Instagram, die 2010 ins Leben gerufen wurde, holt mächtig auf. Im Juni letzten Jahres wurden bereits über 1 Mrd. Nutzer registriert [Quelle: TechCrunch].

Der Erfolg von Instagram liegt u.a. an:

  • IGTV: Hier können Videos in längerem Format hochgeladen werden. Mittlerweile werden ganze Shows und Serien übertragen. Ähnlich wie mit Facebook Watch versucht das Mutterkonzern Facebook hiermit dem Erzrivalen Google mit seinem Videokanal YouTube Marktanteile wegzulocken.
  • Instagram Stories: Dieses Feature wurde im August 2016 eingeführt (erneut erfolgreich von Snapchat kopiert, ein Vorreiter im Bereich Social Media Innovationen). Die Funktion „Stories“ oder „Geschichten“ ermöglicht Benutzer Fotos oder Videos zu posten, die nach 24 Stunden verschwinden. In 2018 nutzten 500 Millionen Instagram-Konten die Stories-Funktion TÄGLICH. Nicht nur das, sondern 1/3 der meistgesehenen IG-Stories stammten von Unternehmen [Quelle: Instagram].
  • Hinzu kommen wichtige Aspekte wie z.B. Übersichtlichkeit der Plattform, intuitive und einfache Bedienung, klare Struktur, der clever eingebaute Mix aus Fotos/Text/Videos was ggü. anderen sozialen Netzwerken zu deutlich mehr Interaktion verführt.

Stories auf der Überholspur – die Erfinder und die Copycats

Im Juli 2011 erblickte ein später als kleiner gelber Geist bekannte soziale Netzwerk, die App-Store. Es gilt als Geburtsstunde von Evan Spiegel’s Snapchat, heute auch als Snap bekannt.

Die Funktion „Stories“ verdanken wir dem Innovationsteam von Snapchat. Erst belächelt, später wie verrückt kopiert. Stories wurde im Oktober 2013 von Snapchat eingeführt. Drei Jahre später launchte Instagram seine Version der Stories – eine fast zu 100% Kopie des Originals.

Heute sind Stories omnipräsent. Mit einem Klick können sie von Instagram auch auf Facebook gepostet werden. Die Arbeit braucht man sich quasi nur einmal machen – ausser sie sind ein Marketingnerd der ganz bewusst jede Zielgruppe mit einer speziellen Botschaft ansprechen will. In diesem Falle heisst es: die jeweiligen sozialen Medien kriegen ihre ganz individuellen und personalisierten Stories.

Der Hauptunterschied zwischen Stories und Posts liegt in der Verweildauer. Stories bleiben 24 Stunden aktiv und danach landen sie im Archiv. Dadurch kann man sie selbstverständlich auch zu einem späteren Zeitpunkt erneut aktivieren. So können Halloween-Stories oder Weihnachts-Stories alle Jahre wieder aus dem Archiv veröffentlicht werden, ausser man möchte diese anders gestalten.

Bei den Posts ist es anders. Sie verweilen für immer in der jeweiligen Feed – bis man sie löscht, natürlich.

Verlinkt man sein Instagram-Konto mit seiner Facebook-Page dann lassen sich sowohl Posts als auch Stories auf beiden Plattformen gleichzeitig verteilen. Dies ist für viele kleine und mittlelständische Betriebe eine enorme Entlastung, denn Social Media nimmt Zeit in Anspruch und ist keine Sache die man einfach so nebenher macht – zumindest nicht, wenn man Ergebnisse erzielen möchte.

Landwirtschaft & Stories

Lieber Roland, du meinst jetzt nicht im ernst, dass wir als Landwirte und Viehzüchter bei dieser zeitraubenden Aktivität mitmachen sollten, oder?

Ganz ehrlich, wenn Ihr sowieso dabei seid ein Post zu veröffentlichen, dann lege ich Euch ans Herz das Ganze in vertikaler Form nochmal anzulegen, ein relevantes Hashtag hinzuzufügen und als Story hochzuladen. Wenn Ihr eh schon auf Instagram seid, dann teilt es direkt mit Euren Fans auf Facebook. Wenn Snapchat nichts für Euch ist, kein Problem. Bleibt Instagram und Facebook treu, das ist ok. UND, Ihr müsst es nicht jedes Mal machen, aber zumindest gelegentlich, das wäre schonmal super.

Solltet Ihr Kids und Jugendliche auf dem Hof haben die Euch unterstützen, dann überträgt diese Verantwortung an sie. Kontrolliert die Inhalte damit alles einen Sinn ergibt und Eure Marke (Hof) in den sozialen Medien richtig darstellt und repräsentiert wird, aber lasst die technisch affinen diese Aufgabe übernehmen. Ihr habt ja genug mit der Bodenbearbeitung, Ernte und Verkauf zu tun.

Unterschätzt die Macht der sozialen Medien nicht. Sie sind das Status quo des Internets momentan. Menschen allen Alters verbringen mehrere Stunden täglich mit ihren Smartphones und ein Großteil dieser Zeit wird den sozialen Netzwerken geschenkt. Kaum einer läuft heutzutage noch rum, ohne Instagram auf dem Handy installiert zu haben. Sie finden kaum noch Kids/Jugendliche unter 12 Jahren die nicht Snap und/oder Instagram nutzen, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben.

Eure Meinung zur Zukunft der sozialen Medien – Bleibt Facebook an der Spitze oder übernimmt Instagram die Pole-Position? Gibt es noch Platz für weitere Netzwerke oder war’s das mit den Big Players?

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