Erneuerbare Energien Landwirtschaft

Erneuerbare Energien – der Krimi geht weiter

Gestern hat die Regierung ein neues Fördermodell für Erneuerbare Energien beschlossen.

Nach langem Hin und Her wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geändert: es soll Schluß sein mit den festen Fördersätzen. Gerade die Windenergiebranche sieht damit aber den Wind aus ihren Segeln genommen. 

Wird Energie jetzt endlich günstiger?

Schauen wir uns zunächst an, was gestern beschlossen wurde:

Mit der EEG-Reform 2016 wurden die Garantie-Preise für Ökostromanbieter weitestgehend abgeschafft.

Zukünftig wird die Bundesregierung in Ihren Ausschreibungen die benötigten Energiekapazitäten angeben. Anbieter mit den besten Konditionen sollen dann den Zuschlag für den Bau der entsprechenden Solar- und Windanlagen erhalten.

Sprich, wer wenig Subventionen verlangt, der wird auch bauen dürfen. Klingt doch gut! Oder?

Die marktwirtschaftlichen Elemente, die mit der Reform eingeführt werden, sollen der Regierung helfen, bei Subventionen zukünftig kräftig sparen zu können.

Allerdings besteht gerade hier die Befürchtung, dass zukünftig nur noch wenige große Anbieter den Markt beherrschen, weil kleinere Anbieter mit finanzkräftigen Investoren nicht mithalten können.

Außerdem soll eine bessere Abstimmung von Stromerzeugung und Netzausbau erzielt werden. Strom aus Wind- und Solaranlagen ist wetterabhängig und fluktuierend. Der Ausbau des Stromnetzes ist notwendig, um eine bessere Nutzung des erzeugten Stromes sicherzustellen.

Wir Ihr Euch denken könnt, der Ausbau des Stromnetzes wird nicht kostenlos sein.

Auch wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel von einer sinkenden EEG-Umlage auf unser Stromrechnung ausgeht, ist deshalb wohl eher mit einer Erhöhung der Strompreise zu rechnen.

Nach Angaben von Verivox haben wir im Jahr 2012 noch 3,592 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. Aktuell beträgt die EEG-Umlage bereits 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Das sind bereits 23 Prozent – fast ein Viertel – unserer Stromrechnung!

Geht es bei der Reform wirklich so sehr um den Ausbau der Erneuerbaren Energien?

Das Windenergie eine der saubersten Energieformen darstellt, darüber lässt sich nicht streiten.

Warum wird aber mit der EEG-Reform 2016 die Produktion von Strom aus nordischen Windanlagen eingeschränkt, statt beispielsweise die Stromproduktion aus Kohle einzuschränken? Warum wird nicht eher die Produktion von Ökostrom aus Biogasanlagen, die teuer und mit ihrer Förderung von Monokulturen zudem umweltschädlich ist, eingeschränkt?

Diese Fragen und das lange Ringen, das der EEG-Reform voran ging, zeigt deutlich, dass viele Parteien mit gegensätzlichen Interessen involviert sind. Und viele Fragen stehen noch offen. Nicht jede Fraktion ist mit der neuen Reform zufrieden.

Aber weg von der Politik.

Schauen wir viel lieber einfach auf die Vision – 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien! Es ist möglich, schaut selbst.

So könnte Deutschland im Jahr 2050 aussehen…

Quelle: messelive.tv

Findet Ihr es nicht auch spannend, woran Forscher heutzutage alles arbeiten und wie weit wir in unserer technischen Entwicklung bereits sind?

Erneuerbare Energien in der Landwirtschaft

Erneuerbare Energien sind längst nicht nur ein abstraktes Streitthema zwischen Politikern und Interessenverbänden. In der Landwirtschaft können erneuerbare Energien essentiell sein.

Warum?

Moderne Landmaschinen benötigen enorm viel Treibstoff. Viele Landwirte produzieren bereits mit beispielsweise Solaranlagen auf dem Dach oder durch Biogasanlagen Ihre eigene Energie. Für nicht wenige stellt es bereits ein lukratives Nebengeschäft dar und einen Weg, die eigenen Energiekosten zu senken.

Warum dann nicht auch den eigenen Treibstoff herstellen?

Pflanzenöl, beispielsweise Rapsöl, als Treibstoff zu verwenden ist keine Idee neuerer Zeit. Und Pflanzenöl als Treibstoff hat viele Vorteile…

Vorteile von Pflanzenöl als Treibstoff

  • Okey, wir reden von erneuerbaren Energien. Der erste Pluspunkt für Pflanzenöl gibts natürlich für seine gute Umweltverträglichkeit.
  • Und das bei gleichbleibender Leistung. Ob Diesel oder „Salatöl“ im Tank, die Maschine wird es bringen.
  • Zwei mit einem Streich: der Anbau von Raps ist vom doppelten Nutzen, denn bei der Herstellung von Rapskraftstoff fällt zudem jede Menge Schrott an, dass ein gutes Futtermittel ist.
  • Pflanzenöl ist im Trend günstiger als Diesel und bringt damit Kostenersparnisse mit sich.
  • Die Nutzung von Treibstoff aus eigenem Anbau bringt mehr Unabhängigkeit und Planungssicherheit für den Landwirt: beim Treibstoff ist der Landwirt nicht mehr so sehr den Schwankungen des Ölpreises ausgeliefert. Beim Futtermittel kann die Abhängigkeit von Importen etwa von Sojaschrott aus Nord- und Südamerika verringert werden.

Die Technik gibt es her. Um regional hergestelltes Pflanzenöl als Treibstoff zu nutzen, müssen die Motoren im vorhandenen Fuhrpark entsprechend umgerüstet werden.

Aber es gibt auch Maschinen, die auf die Nutzung von Pflanzenöl ausgelegt sind. Bspw. bieten Fendt und John Deere seit Jahren Traktoren, die mit Pflanzenöl angetrieben werden, an.

Auch wenn jahrelange gute Praxiserfahrungen mit dem Einsatz von Pflanzenöl als Kraftstoff vorliegen, bestehen scheinbar noch zahlreiche Vorbehalte. 

Wusstet Ihr eigentlich, dass Rudolf Diesel (1858-1913) seinen Dieselmotor ursprünglich auch für die Nutzung mit Pflanzenöl konzipiert hatte?

Erneuerbare Energien werden noch länger ein Streitthema bleiben, bieten aber in der Praxis viele spannende Möglichkeiten für Landwirte und ihre Höfe.

Wie sieht es mit Euch aus?

Was sind Eure Erfahrungen mit erneuerbaren Energien? Produziert Ihr bereits Eure eigene Energie? Was sind Eure größten Herausforderungen?

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