Ein Roboterhund huetet in Neuseeland die Schafe

Ein Roboterhund hütet in Neuseeland die Schafe

Roboter halten Einzug in der Viehzucht. Nun sorgt ein Roboterhund namens Spot weltweit für Furore. Dieser wurde nämlich bei der Überwachung einer neuseeländischen Schafsherde eingesetzt und gefilmt. Das was wir vor ein paar Jahren in der Rinderzucht mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt haben, wird nunmehr auf die Schafzucht übertragen.

Was steckt hinter dieser Idee? Wird dieses „Überwachungskonzept“ auch auf die Menschen übertragen? Müssen wir uns im täglichen Leben bald vor Roboter fürchten?

Das was wir früher in Sci-Fi-Filmen gesehen haben, ist schon lange Gang und Gebe im Bereich des Militärs. Die Geschwindigkeit mit der diese Technologie auf die Landwirtschaft und Viehzucht übertragen wurde, hat mich jedoch überrascht.

Der US-amerikanische Hersteller Boston Dynamics hat den Roboterhund Spot seit längerem schon im Einsatz, u.a. in der Industrie z.B. auf Bohrinseln und Baustellen. Bis jetzt war der Einsatz von Spot jedoch beschränkt, aber diese Hürde scheint jetzt auch aus dem Weg geschaffen zu sein. Was bisher gefehlt hat, war die Verbindung des Roboters mit einer Cloud-Plattform.

Der neuseeländische Cloud-Spezialist Rocos ist mit Boston Dynamics eine Kooperation eingegangen. Durch den Einsatz der Cloud können mehrere Roboter gleichzeitig überwacht und von überall auf der Welt gesteuert werden.

In einem ersten Testlauf auf einer Farm in Neuseeland demonstriert der Roboterhund Spot seine einprogrammierten Fähigkeiten.

Quelle: Rocos – Robot Operations Platform, YouTube

Das offizielle Statement bzgl. des Einsatzes von Spot für die Arbeit auf Farmen lautet wie folgt: „um den Arbeitskräftemangel zu verringern und Präzision in der Landwirtschaft zu schaffen“. [Quelle: The Guardian]

Roboterhund Spot wird vielfältig eingesetzt: Schafe hüten in Neuseeland, Menschen „überwachen“ in Singapur

Wenn die netten Roboter uns beim Staubsaugen helfen oder das Vieh hüten ist eine Sache, aber wenn sie eingesetzt werden, um uns selbst zu kontrollieren, dann ist das eine ganz gefährliche Gradwanderung.

Während in Neuseeland sich die Schafe an die komische ferngesteuerte gelbe Maschine, die aussieht wie ein Hund ohne Kopf gewöhnen müssen, kriegten nicht wenige Besucher in einem Singapurer Park einen ganz schönen Schock.

Ein ähnlich aussehender Roboter der gleichnamigen Firma Boston Dynamics wird derzeit in Singapur getestet. Die Aufgabe des Roboterhundes: die Besucher im Park an die Abstandsregeln zu erinnern. Die Maschine ist mit Sensoren und Kameras ausgestattet, um die Anzahl der Besucher im Park einschätzen zu können. Über einen Lautsprecher erinnert Spot die Besucher daran, die physische Distanz von mindestens einem Meter einzuhalten.

Wie das Ganze funktioniert, seht Ihr in dem nachfolgenden Videobeitrag.

Quelle: FAZ, YouTube

Habt Ihr das mitbekommen?

Noch wird der kopflose Roboterhund ferngesteuert aber in naher Zukunft soll er voll autonom funktionieren.

Privatsphäre…. Was ist das?

Das alles ist ganz schön „spooky und scary“, um die Sprache unserer Youngsters zu nutzen.

Der Einsatz von Feldrobotern und Drohnen in der Landwirtschaft ist mittlerweile jedem bekannt. Selbstverständlich kennen wir auch die Thematik Roboter in der Automobilindustrie; so setzt Tesla’s CEO Elon Musk schwerpunktmäßig auf Roboter, um seine Elektrofahrzeuge herzustellen. Im Militärbereich zelebrieren Roboter aller Größe, Form und Couleur eine völlig neue Ära.

SICHERHEIT — dieses Wort hören wir immer wieder, wenn es darum geht, den Einsatz von Robotern zu gerechtfertigen.

Lasst uns lieber Roboter auf Bohrinseln, Baustellen oder im Militär einsetzen, damit wir Menschenleben retten. Eine Maschine hat ja keine Seele, ist günstig und kann jederzeit ausgetauscht werden.

Was ist denn, wenn diese Roboter gezielt eingesetzt werden, um uns Menschen zu „hüten“ bzw. überwachen?

Bis jetzt hielten viele Mitbürger das für einen riesen Quatsch. Nun läuft so eine kopf- und hirnlose Maschine durch einen Park und kontrolliert diejenigen die auf „social distancing“ nicht achten. Erst sind sie im Park, dann auf der Strasse und bald vor der eigenen Wohnung?

Ist das denn so abwägig?

Im Science Museum in London wird auf der obersten Etage im Rahmen des Konzepts „Die Stadt der Zukunft“ bzw. Smart Cities über genau dieses Problem diskutiert. In einem recht erschreckenden Video zeigen die Protagonisten wie Drohnen eingesetzt werden, um die Identität von Menschen in einem mehrstöckigen Haus zu überprüfen. Heute werden Polizisten vorbeigeschickt, aber bald soll diese Aufgabe von Drohnen übernommen werden – so die Protagonisten im Beitrag.

Also ich weiss nicht wie es Euch bei der ganzen Sache geht, aber ich finde das überhaupt nicht innovativ und lustig. Die Privatsphäre eines Menschen ist in unserer westlichen Kultur ein Grundrecht und diese sollte auch als solche bewahrt werden. Ansonsten unterscheidet uns wirklich nichts mehr von z.B. China.

Zurück zum Roboterhund in der Viehzucht:

Macht das Sinn oder ist es völliger Humbug?

Foto: JerzyGorecki / Pixabay.com

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