Fleischalternativen - Jetzt kommen die Hybride um die Ecke

Fleischalternativen: Jetzt kommen die Hybride um die Ecke

Ein großer Befürworter von Fleischalternativen ist kein geringerer als die Weltwirtschaftsorganisation. Von Fleisch aus dem Reagenzglas bis hin zu fleischfreien, pflanzenbasierten Alternativen – die Suche nach „Fleischersatz“ scheint in den letzten Monaten an Tempo aufgenommen zu haben.

Die Fleischbranche befindet sich momentan unter einem enormen Druck. Immer wieder geraten Schlachthöfe in die Schlagzeilen und dann flammt hier und da noch das leidige Thema Schweinepest auf. Die Kollegen aus der Viehzucht haben es diese Tage verdammt schwer. Es ist aber kein heimisches Problem, sondern ein globales Phänomen.

Dabei dürfen wir eins nicht vergessen, u.z. das Ganze wird durch die unzähligen Klimaaktivisten und die lieben Medien ins Extreme gepuscht. Warum das alles jetzt eskaliert und wieso namhafte Investoren wie z.B. Bill Gates oder Richard Branson sich von diesem Trend eine goldene Ära versprechen, das überlasse ich an dieser Stelle Eurem Verstand.

Hier auf Agrarbetrieb.com habe ich des öfteren über diese Ernährungstrends geschrieben. Für diejenigen von Euch die neu sind bzw. diese Beiträge noch nicht gelesen habt, empfehle ich als Einstieg folgende Artikel:

Food-Trends: Fleisch aus dem Reagenzglas

Impossible Burger 2.0: fleischfrei, cholesterolfrei, glutenfrei

NEWS: Kunstfleisch, Schwarzwaldmilch, Nordzucker

Laborfleisch jetzt auch im Weltall erhältlich

Im Januar 2019 hat das Weltwirtschaftsforum einen 32-seitigen Bericht mit dem Titel „Meat: the Future series. Alternative Proteins“ (übersetzt: „Fleisch: Die Zukunftsserie. Alternative Proteine“) veröffentlicht, in dem aufgrund des exponentiell steigenden Fleischkonsums (insb. in Entwicklungsländern), die Dringlichkeit beschrieben wird, „mehr pflanzliche Proteinalternativen in die weltweite Ernährung zu integrieren“.

Quelle: World Economic Forum, YouTube

Warum müssen pflanzenbasierte Fleischalternativen her?

Gemäß dem Bericht der Damen und Herren des WEF (World Economic Forum), geht es einerseits um die „menschliche Gesundheit“ und andererseits, um die „ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern“.

Im Klartext heisst es:

Die Sorgen sind gross, dass wenn die Weltbevölkerung bis 2050 wie prognostiziert auf 10 Mrd. wächst, dann wird das mit dem Senken der globalen Temperaturen um mehr als 2 Grad Celsius eine Herausforderung.

Wer Lust hat dieses White Paper zu lesen, kann den Report unter folgendem Link herunterladen:

WEF_White_Paper_Alternative_Proteins

Welche Fleischalternativen ringen um unsere Aufmerksamkeit?

Auf der einen Seite tummeln sich die traditionellen Food Companies wie z.B. Nestle, Unilever oder Rügenwalder die mit ihren pflanzenbasierten Fleischalternativen mittlerweile sowohl die Supermärkte als auch die Discounter regelrecht „überschwemmt“ haben. Viele dieser Produkte sind sojabasiert und enthalten jede Menge Zusatzstoffe die den Otto-Normalbürger völlig überfordern.

Dann haben wir die ganzen Food Tech Startups wie z.B. Impossible Foods oder Beyond Meat die mit ihren fleischfreien Varianten zuerst in den USA und dann auch bei uns in Deutschland für Furore gesorgt haben. Im Endeffekt produzieren beide Gruppen ein ähnliches Produkt, der einzige Unterschied ist, dass die einen seit Jahrzehnten/Jahrhunderten im Lebensmittelbusiness sind, während die anderen diese Branche erst seit 2-3 Jahren für sich entdeckt haben.

Es gibt jedoch ein vollkommen anderer Ansatz wenn es darum geht Fleisch zu produzieren und dieser kommt aus der Bio-Tech-Sparte. Es geht um Laborfleisch, Kunstfleisch bzw. Fleisch aus dem Reagenzglas. Es handelt sich hierbei um die Clean Meat Bewegung.

Während es dem einen alleine schon bei dem Klang dieser Worte eiskalt den Rücken herunterläuft, feiert eine andere Gruppe von Menschen diese Experimente und buttert massive Geldsummen in die Projekte rein. Wenn globale Konzerne wie Merck (Pharma) und Cargill (Agro) sowie bekannte Multimilliardäre wie Bill Gates (Microsoft) und Richard Branson (Virgin) in Laborfleisch investieren, spätestens dann wissen auch wir Normalsterbliche, dass sich hier etwas ganz Mächtiges anbahnt.

Dem nicht genug, denn jetzt taucht ein neuer Konkurrent um die Ecke: es handelt sich um einen Hybriden. Also nicht ganz pflanzenbasiert und auch nicht ganz aus dem Reagenzglas.

Die Firma Peace of Meat bietet einen Fleischhybriden an. Die hybriden Nuggets bestehen aus 15% kultiviertem Entenfett und extrudiertem Erbsenprotein. Das in 2019 gegründete B2B Unternehmen ist der europaweit erste Hersteller, der in der Lage ist, eine GVO-freie Stammzellenlinie herzustellen, die die Produktion grösserer Mengen zulässt.

Was genau lockt denn die ganzen Clean Meat und Cultured Meat Startups in diese Branche?

Die Antwort finden wir in den neuesten Prognosen von Statista sowie einer aktuellen Studie von A. T. Kearney wonach:

  • … sich der weltweite Markt für pflanzliches Fleisch von 10 Mrd. USD (2018) auf voraussichtlich 31 Mrd. USD in 2026 mehr als verdreifachen wird. [Quelle: Statista]
  • … 60% des Fleischmarktes in 2040 aus kultivierten und pflanzenbasierten Produkten bestehen wird. [Quelle: „How will Cultured Meat and Meat Alternatives disrupt the Agricultural and Food Industry?“ Studie von A. T. Kearney]

Kurz zusammengefasst für uns Normalbürger:

Es handelt sich um ein äußerst lukratives Geschäft!

Gemäß dem bewährten Prinzip „Follow the money“ wissen wir alle nur allzu gut, dass dort wo Milliarden fliessen, ein sehr lohnendes Business wächst.

Ist das die Ernährungszukunft?

Sind das die letzten Tropfen die das Glas zum überlaufen bringen?

Übersetzt: Ist das das Ende der Fleischindustrie so wie wir sie kennen?

Lebensmittel: Der ultimative Kampf der Giganten

Stimmt das alles oder ist es nur Propaganda? Was sagen die unabhängigen Medien sowie die Experten, Forscher und Wissenschaftler die nicht von BIG Agrochemie, BIG Banks, BIG Pharma, BIG Tech, BIG XYZ finanziert werden?

Ich bin für Innovation, Nachhaltigkeit und Lebensmittel die nahrhaft und gesund sind. Allerdings machen mir diese Tech-Innovationen von irgendwelchen Startups die buchstäblich NULL Affinität und Respekt für Mutter Erde haben, Angst.

Wenn es nur darum geht Profite zu schlagen, dann hat das nichts mehr mit Gesundheit der Weltbevölkerung, Tierschutz oder Nachhaltigkeit zu tun, auch wenn diese Begriffe gerne als Marketingslogans genutzt werden.

Was steckt wirklich hinter dieser ganzen Suche nach Fleischalternativen? Was glaubt Ihr?

Foto von Clker-Free-Vector-Images, Pixabay.com

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