Landwirtschaft ohne Social Media

Geht Landwirtschaft ohne Social Media in 2019?

Social Media und das ständige chatten, verteilen von Bildern und Videos, schiessen von Selfies und was alles noch dazu gehört — das treibt eine Vielzahl von Landwirten (insb. der älteren Generation) so richtig auf die Palmen. Die einen hassen die Apps, die anderen wiederum können sich ein Leben ohne WhatsApp, YouTube, Instagram und Co. kaum noch vorstellen.

Was erwartet uns in 2019 in punkto Social Media? Werden wir noch mehr Zeit auf den sozialen Plattformen „verschwenden“ oder kehren wir zurück zu den „normalen“ Gesprächen? Kann Landwirtschaft ohne Facebook und Konsorten existieren oder sollten alle bei der Party mitmachen?

Die Kluft zwischen alt und jung scheint von Jahr zu Jahr immer größer zu werden. Die rasante Entwicklung der neuen Technologien und damit einhergehend, die Digitalisierung der Branchen, erschwert es vielen Mitbürgern, mit der ganzen Geschichte mitzukommen.

Die einen wenden sich gänzlich davon ab, indem sie ihre Smartphones nur in Notfällen benutzen. Andere wiederum löschen bestimmte soziale Apps weil sie sich ausgenutzt und betrogen fühlen (siehe hierzu das jüngste Facebook-Skandal mit Cambridge Analytica, Quelle: BBC).

Dann gibt’s die Gruppe der Heavy User, die ohne den sozialen Netzwerken kaum noch atmen können. Und nicht zu vergessen, die grosse Masse zwischendrin, welche diese Plattformen nutzt, um:

  • mit Freunden in Kontakt zu bleiben (z.B. auf Facebook),
  • einen neuen Job zu finden (via LinkedIn oder Xing)
  • zu shoppen (z.B. auf Instagram oder Pinterest)
  • neue Videos und Shows zu schauen (z.B. auf YouTube)
  • kostenlos zu telefonieren, texten und videochatten (über WhatsApp, was sonst).

Ein Blick in die Glaskugel

Lasst uns der Reihe nach die drei obigen Fragen beantworten. Bitte beachtet dabei, dass es sich hierbei lediglich um eine mögliche Perspektive handelt. Vieles kann sich binnen eines Jahres ändern und überraschende Wege einschlagen.

Was erwartet uns in 2019 in punkto Social Media?

Die grossen und wichtigsten sozialen Plattformen haben sich etabliert. Ob ein Newcomer in 2019 noch dazustoßen wird, ist eher unwahrscheinlich.

Zu den wichtigsten Playern zählen:

  • Facebook Gruppe: Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger
  • Google: YouTube (Google Plus hat es nie so richtig geschafft)
  • Twitter
  • Snap (ehemals Snapchat)
  • Pinterest
  • B2B Bereich: LinkedIn und Xing (im deutschsprachigem Raum)

An dieser Stelle möchte ich noch zwei Player erwähnen, die zwar keine klassische Social Media Anbieter sind, aber sehr eng mit den sozialen Netzwerken agieren. Die Rede ist von:

  • Apple: mit Apple Podcasts (ehemals iTunes)
  • Amazon: mit Voice (Alexa)

Meiner Meinung nach werden alle Plattformen verstärkt auf Werbung setzen.

Facebook hat den ersten Schritt gemacht. Mit dem geänderten Algorithmus werden organische Posts kaum noch angezeigt. Da muss man schon Geld in die Hand nehmen, um mit seinen Inhalten eine größeren Masse zu erreichen. Inwieweit das Instagram Algorithmus noch so bestehen bleibt, ist nur eine Frage der Zeit. Früher oder später wird man Instagram Ads schalten müssen, um die gleiche Reichweite wie heute zu erzielen.

Das WhatsApp Business API wird auch bei uns in Europa in den kommenden Monaten freigeschaltet. Dann heisst es kostenlos, rund um die Uhr mit Geschäften in Kontakt treten zu können. Damit einhergehend werden sich auch die Chatbots und die Broadcasting-Möglichkeiten via Messaging Apps weiterentwickeln.

Im Videobereich wird das vertikale Format verstärkt gepusht. Das passiert bereits heute auf YouTube und Facebook / Instagram Stories bzw. IGTV.

Hinzu kommt, dass wir von größeren Brands vermehrt Augmented Reality Filters auf Snap und Instagram sehen werden. Es wird sicherlich mehr als 12 Monate dauern bis die Kosten senken und Otto Normalbürger mit derartigen Filtern selbst herumexperimentieren können.

Werden wir noch mehr Zeit auf den sozialen Plattformen „verschwenden“ oder kehren wir zurück zu den „normalen“ Gesprächen?

Tja, so sehr ich ein Fan von persönlichen Gesprächen und zwischenmenschliche Beziehungen bin, aber bei dieser Frage lautet meine Antwort eher wie folgt:

JA, wir werden noch mehr unserer limitierten und kostbaren Zeit in SOCIAL „investieren“. Wobei, für die meisten Menschen ist eher das Wort „verschwenden“ passend.

Das heutige Internet IST Social Media!

Unsere Aufmerksamkeit ist auf den sozialen Netzwerken.

Wir verbringen unsere Zeit auf Social.

Wir geben Geld auf Social aus.

Daher sollten wir auch als Business auf Social präsent sein, d.h. auch landwirtschaftliche Betriebe sollten auf Social Media eine entsprechende Präsenz haben.

Wer sich weiterhin dagegen wehrt, dem wünsche ich alles erdenklich Gute.

Für alle anderen, wünsche ich viel Kraft, Willensstärke und vor allem Kreativität. Wir haben ganz andere Herausforderungen die wir meistern müssen:

HERAUSSTECHEN in einer lauten und überfüllten Welt.

Eins ist es zu wissen, wo die Aufmerksamkeit und das Geld steckt. Etwas ganz anderes ist es, eine solide Strategie zu haben, tolle Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und diese mittels Social und anderen Marketing- und Vertriebskanälen an den richtigen Mann/Frau zu bringen.

Kann Landwirtschaft ohne Facebook und Konsorten existieren oder sollten alle bei der Party mitmachen?

Wer den Wandel nicht mitgeht, der wird eines Tages aufwachen und vielleicht alleine da stehen.

Die Zukunft ist digital und wir sind mittendrin. Die Digitalisierung verändert nicht nur unsere Lebens- und Arbeitswelt, sondern hat massive Auswirkungen auf jeden einzelnen von uns. Amazon, Facebook, Apple, Google und Tesla — das sind die heutigen Goliaths. Sie dominieren nicht nur die Tech-Branche; ihr Einflluß geht weit darüber hinaus.

So plant Amazon eigene Krankenhäuser für seine Mitarbeiter. Microsoft und Google wollen mit Hilfe von Robotern und Artificial Intelligence (AI) den Krebs besiegen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg investiert mehrere Milliarden US-Dollar in die medizinische Grundlagenforschung.

Gelten diese Initiativen nur in der Medizin?

Von wegen.

In der Landwirtschaft machen sich diese „Eingriffe“ auch immer stärker spürbar. Zu erwähnen wäre hier das Projekt Fleisch aus dem Reagenzglas von Memphis Meats. Auch bei dieser Initiative sind die Investoren keine Unbekannten: etwa Bill Gates (Microsoft), Richard Branson (Virgin Gruppe) oder das weltweit größte Agrarunternehmen Cargrill.

Für mich steht fest: ich werde auf Facebook und Co. nicht verzichten.

Sie sind und bleiben ein fester Bestandteil meiner Onlinepräsenz und wichtige Plattformen, um mit Euch in Kontakt zu bleiben und die neuesten Trends aus den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft, Landtechnik und Ernährungstrends zu teilen.

Das Leben im Social Media Zeitalter

Chaotisch, anstrengend, unpersönlich, kalt — so die eine Beschreibung;.

Aufregend, interessant, flexibel, kontaktfreudig — so die Meinung von anderen.

Es tut sich sehr viel in unserem Zeitalter. Kein Wunder, dass viele damit nicht klar kommen und überwältigt sind. Dabei ist das was wir heute sehen und erleben, nur die Spitze vom Eisberg.

Vor 20 Jahren gab es kein Facebook, Twitter, Instagram oder Snap.

Was glaubt Ihr wird in den nächsten 20 Jahren passieren?

Wir werden zurückblicken und mit dem Kopf schütteln wie „primitiv“ wir heute gedacht haben. Wir werden es nicht verstehen können, dass uns sowas wie Social Media überwältigt hat. Es ist doch immer so gewesen; warum soll es diesmal anders sein.

Was erwartet Ihr von Social Media in den kommenden Jahren?

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