Horsch Landmaschinen auf Agritechnica

Horsch: Nach Rekordumsatz folgt Werkserweiterung

Horsch ist sicherlich der innovativste, familienbetriebene Landtechnikhersteller den wir hier in Deutschland haben. Die Kollegen aus Schwandorf überraschen die Branche nicht nur durch Technik, sondern auch durch Zahlen. Ein Rekordumsatz jagt das Nächste. Während viele Großkaliber humpeln und stolpern, geht’s bei Horsch immer weiter bergauf.

Obwohl die Firmengeschichte der Familie Horsch weit zurück geht — in 1969 übernahm der Landwirt Dankwart Horsch den Gut Sitzenhof im Schwandorfer Stadtteil Ettmannsdorf — wurde Horsch Maschinen GmbH erst in 1984 gegründet. Die Brüder Michael und Walter Horsch wollten von Anfang an mehr anbieten als ein klassischer Landmaschinenhersteller. Sie nutzen die Firma, um ihre innovativen Konzepte der Welt zu zeigen.

Was mich am allermeisten an den Schwandorfer fasziniert, ist deren erfolgreicher Mix von Innovation und Vermarktung. Jahr für Jahr strebt das Familienunternehmen Wachstum sowie Expansion an, und schafft dies in einer Branche die nicht nur extrem schwierig ist, sondern obendrauf, von vielen mit Ignoranz gestraft wird.

Bei Horsch stimmen nicht nur die Zahlen…

Zu seinem 30-jährigen Jubiläum in 2013 feierte Horsch sein bis dahin bestes Ergebnis. Der damalige Rekordumsatz lag bei 252 Mio. EUR.

In den darauffolgenden zwei Jahren sank der Umsatz und in 2016 erzielte Horsch zum ersten Mal die 300 Mio. EUR-Marke. Dann kam 2017 und das bis dato erfolgreichste Jahr mit einem Umsatz in Höhe von 356 Mio. EUR. Das sind 19% mehr als in 2016.

Eine absolute Ausnahme in der Landtechnikbranche.

Kein anderes Unternehmen wächst so schnell und ist so erfolgreich wie die Marke Horsch (laut eigenen Angaben).

Woher kommt dieses Ergebnis?

Wenn man in die Detailanalyse einsteigt, dann stellt man fest, dass jeder Unternehmenserfolg sowohl aus qualitativen als auch aus quantitativen Faktoren besteht.

Was die qualitativen bzw. Soft-Faktoren angeht, dann zeichnet sich Horsch durch folgendes aus:

  1. Die Firma stellt konsequenterweise immer den Kunden in den Mittelpunkt des Handelns.
  2. Es werden individuelle Optionen/Anpassungen der Maschinen angeboten.

Eine kraftvolle Kombi vor der große Unternehmen und Konzerne vollkommen zurückschrecken. Ein Erfolgsgarant für Horsch.

Qualitative Faktoren allein reichen nicht aus. Sie sind zwar das Sahnehäubchen auf der Torte, jedoch entfalten diese erst dann ihre Kraft, wenn die Torte stabil ist.

Werfen wir einen Blick auf die quantitativen Faktoren:

1. Die Exportquote liegt bei 80%.

  • 53% des Umsatzes kommt aus den osteuropäischen Ländern, allen voran die Ukraine
  • 20% kommt aus Westeuropa
  • 7% aus der restlichen Welt insb. China und Brasilien

2. Standorte werden ausgebaut.

  • Neue Produktionskapazitäten werden geschaffen in z.B. Ronneburg und Landau in Deutschland, Ukraine, Brasilien

3. Es wird in Mitarbeiter investiert.

  • Zur Zeit werden 1.600 Mitarbeiter weltweit beschäftigt.

Die Auftragsbücher für 2018 sind gut gefüllt, daher erwarten die Schwandorfer weiterhin einen steigenden Umsatz.

Der Stammsitz in Schwandorf wird erweitert

In den kommenden zwei Jahren soll das Standort Schwandorf um drei neue Einheiten erweitert werden. Dafür investiert das Familienbetrieb eine zweistellige Summe.

Für rund 23 Mio. EUR entstehen Logistik- und Produktionshallen, eine Lackiererei und ein Entwicklungs- und Forschungsgebäude.

BAUABESCHNITT #1 Logistik- und Produktionshallen

  • Höhe der Investitionen: 14 Mio. EUR
  • Neue Produktionshalle mit 3.600 qm
  • Neue Logistikhalle mit 4.600 qm
  • Neue Lagerfläche im Außenbereich für 4.200 qm
  • Fertigstellung: Spätsommer 2019

BAUABSCHNITT #2 Lackiererei

  • Höhe der Investitionen: 7 Mio. EUR (3 Mio. in das Gebäude plus 4 Mio. in die Lackieranlage)
  • Nach neuestem Umweltstandards: Pulververfahren => erzeugt geringe Abfälle und Emissionen

BAUABSCHNITT #3 Forschungs- und Entwicklungsgebäude

  • Höhe der Investitionen: 2 Mio. EUR
  • Aktuelle Anbau wird erweitert
  • Hierfür sind 50 neue Arbeitsplätze vorgesehen
  • Fertigstellung: Mitte 2019

Quelle: Horsch Unternehmenangaben

Neuheit: Horsch Leeb 4 AX Anhängespritze

Eine neue 4000-Liter Anhängespritze bereichert das Produktportfolio von Horsch. Es ist eine abgespeckte Version des Leeb LT positioniert im mittleren Preissegment.

Der wesentliche Unterschied zur Version Leeb LT:

Weniger technischer Schnick-Schnack aber keine Abstriche in punkto Funktionalität.

Ein paar Detailinformationen im Überblick:

  • Volumen des Kunststofftanks: 3.800 LT Brühe und 400 LT Frischwasser
  • Fördervolumen: 270 oder 400 l/min
  • Bedienzentrum: 2 mechanische Mehrweg-Hähnen für die jeweilige Steuerung der Saug- und Druckseite der Maschine
  • Einspülschleuse: 35 LT Volumen
  • Leeb Boom Control System zur optimalen Gestängeführung
  • Anhängespritze mit Gestängebreiten zwischen 18 und 30 m (in 5 bis 9 Teilbreiten unterteilt)
  • Spurweite flexibel einstellbar zwischen 1,5 und 2,25 m
  • Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 15km/h
  • ISOBUS fähig

Die Markteinführung ist im Frühjahr 2019 geplant.

Horsch Landmaschinen im Einsatz bei Agrarbetrieb

Ich gebe es zu: ich bin ein Horsch-Fan.

Die Maschinen zur Bodenbearbeitung finde ich absolut top und deshalb setze ich diese auch bei mir im Betrieb ein. Im nachfolgenden Video seht Ihr das 2015-er Modell Joker 6 RT.

Was ist Eure Lieblingsmarke?

Zählen die Horsch Landmaschinen dazu oder eher nicht? Wieso ja/ nein?

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