Hydrokulturen 3D-Drucker

Hydrokulturen: 3D-gedruckte Systeme helfen Pflanzen beim Wachsen

Wenn wir menschliche Organe und Prothesen mit einem 3D-Drucker herstellen können, dann geht das in der Landwirtschaft auch. Der Bereich der Hydrokulturen eignet sich hervorragend hierfür und so kommt es, dass ein innovatives Druckunternehmen aus Italien ein spannendes Projekt initiiert hat.

Endlich eine neue, funktionelle Leber bekommen, was der Körper nicht abstoßt – davon träumen weltweit Millionen von Menschen.

Forscher an der Universität Berkeley in Kalifornien, sind davon überzeugt, dass wir in den nächsten zehn Jahren menschliche funktionelle Organe wie z.B. Nieren, Leber oder Herz drucken werden können. Der Grund für diese kühne Aussage sind die neuen 3D-Drucker.

Anders als bei einem herkömmlichen 3D-Drucker wo Objekte Schicht auf Schicht gedruckt werden, wird bei der neuesten Generation des 3D-Druckers mithilfe von Licht eine gelbe geleeartige Substanz in wenigen Minuten in detailreich ausgearbeitete Objekte verwandelt.

In einem ersten Schritt werden Aufnahmen eines Objekts aus unterschiedlichen Blickwinkeln gemacht. Anschliessend setzt ein Projektor die Einzelbilder zusammen und wirft sie als Lichtmuster auf ein Gefäß mit einer Lösung aus Plastikmolekülen, die sich durch die Bestrahlung in die gewünschte Form erhärtet.

Wie Hydrokulturen von 3D-Druckern profitieren können

Vor wenigen Tagen wurde ich auf ein interessantes Video von Mashable aufmerksam. Darin zu sehen waren unterschiedliche 3D-gedruckte Systeme bzw. komplexe geometrische Gebilde aus denen Pflanzen hervorwuchsen. Das italienische 3D-Druckunternehmen WASP hat ein neues Projekt ins Leben gerufen, in der es versucht, sein Know how und seine Erfahrung in die Hydrokultur zu integrieren.

Dieses kurze Video möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Quelle: Mashable, YouTube

Was sind Hydrokulturen?

Kurze Wiederholung für alle die noch nicht über diesen ‚Fachbegriff‘ gestolpert sind.

Hydrokultur (oder Hydroponik) ist eine Form der Pflanzenhaltung, bei der die Pflanzen in wassergefüllten Behältern oder in der Natur in einem Feuchtgebiet angebaut werden. Wichtig hierbei: die Pflanzen wurzeln nicht im Erdreich.

Beispiele:

  • Hydrokultur von Zimmerpflanzen zur Innenraumbegrünung
  • Hydroponisch kultiviertes Gemüse und Obst
  • Hydroponisch kultivierte Speisepilze
  • Pflanzenkultivierung in überfluteten Feldern wie z.B. der Nassanbau von Reis

Wenn Ihr tiefgreifendere Informationen zu diesem Thema benötigt, dann wirft doch einen Blick auf meine Artikel aus der Kategorie Vertical Farming sowie die Beiträge über den Bauernhof der Zukunft und die schwimmende Farmen.

Das Hortus Projekt

Zurück zum Video und das von der 3D-Druckerfirma WASP gestarteten Initiative.

Wie kann eine Tech-Company sein Wissen in dem Bereich der Hydrokulturen einbringen?

WASP erstellt Drucktürme, die anschließend zum Anbau von Gemüse verwendet werden. Jeder dieser Türme ist so konstruiert, dass es eine korrekte Bewässerung der Pflanzen sowie eine kontinuierliche Wiederverwendung von Wasser im zentralen Becken ermöglicht.

Die neue 3D-Druckertechnologie eröffnet völlig neue Perspektiven und spornt uns an, neue Einsatzmöglichkeiten zu finden.

Ist Hydroponik die Zukunft des Lebensmittelanbaus?

Die Italiener sind nicht die einzigen kreativen Köpfe in diesem Spiel. Auch aus Deutschland kommen Klasse Vorschläge und Lösungsansätze.

Erinnert Ihr Euch noch an das 3D-gedruckte E-Bike?

Diese stammt vom deutschen 3D-Druckerhersteller BigRep, der mit seinem BANYAN Eco Wall Projekt nunmehr auch die Herzen von Pflanzenliebhaber, Hobbygärtner und Landwirte stärker zum schlagen bringt.

BANYAN ist eine vollständig 3D-gedruckte grüne Wand mit integriertem Bewässerungs- und Entwässerungssystem. Designtechnisch handelt es sich hierbei um mehr als Drucktürme; je anspruchsvoller und undenkbarer die Modelle, umso faszinierender das Endprodukt.

Sicherlich hat Hydroponik jede Menge Vorteile, vom schnelleren Pflanzenwachstum über Wasser- und Düngereinsparung bis hin zur Verringerung von Schäden durch Schadpilze, Mikroorganismen und Kleintiere. Trotzdem dürfen wir die Nachteile (wie z.B. höhere Energiekosten, technisches Know how / Überwachung der Technik, im Wasser lebende humanpathogene Bakterien, energieaufwändig produzierte Kunstdünger) nicht komplett aus den Augen verlieren, sondern uns stärker dafür einsetzen, dass wir diese so gut wie möglich minimieren.

Fakt ist, wir werden in dieser Dekade mehr technologische Fortschritte sehen und erleben als bisher kumuliert. Inwieweit eine weltweite Finanz- oder Gesundheitskrise bzw. regional beschränkte Kriege diesen Trend beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Ich gehe jedoch davon aus, dass wir uns heute schwer vorstellen können, was in 10 Jahren möglich sein wird.

Wie so oft, überschätzen wir das was wir in einem Jahr erreichen und unterschätzen gleichzeitig das was wir in 10 Jahren auf die Beine stellen können.

Wo macht der Einsatz von Hydrokulturen Eurer Meinung nach am meisten Sinn? Wo können sie uns am besten helfen?

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