Metaverse und Landwirtschaft: Wie vermarkten wir in der Zukunft?

Metaverse und Landwirtschaft: Wie vermarkten wir in der Zukunft?

Ob Facebook, Instagram oder Twitter in 10 Jahren noch hier sein werden ist unklar; eins wird sich definitiv verändern: die Art und Weise wie wir unsere Produkte bzw. Dienstleistungen vermarkten. Die entstehende Metaverse zwingt jeden von uns anders zu denken und zu interagieren. Diejenigen die nicht bereit sind von einer festen zu einer Wachstums-Denkweise zu switchen, werden sich zukünftig extrem schwer tun.

Alles um uns herum bricht zusammen. Die Systeme die Jahrzehnte und gar Jahrhunderte funktionierten, haben ausgedient. Diejenigen die das nicht sehen oder sehen wollen werden auf der Strecke bleiben. In den kommenden Jahren wird auf vielen Ebenen Chaos herrschen, was ich persönlich für etwas Positives halte, denn nur dann können wir etwas Neues kreieren, das die Menschheit in seiner Denkweise und vor allem spirituell voranbringt.

In den letzten Jahren haben wir uns in eine konfuse Konsumgesellschaft gewandelt, die geprägt war von Lebensmittelverschwendung, einer sinnlosen Anhäufung unzähliger Elektro- und Mobilgeräte und starker Einsamkeit. So kann eine Gesellschaft nicht funktionieren auch wenn Banken, Pharmagiganten und Großkonzerne wie Amazon, Google, Microsoft oder Facebook die besten Jahre ihrer Existenz verzeichnen. Diese Entwicklung ist ungesund und das spüren immer mehr wahre Seelen auf diesem Planeten.

Für mich als Landwirt, der sehr eng mit der Natur verbunden ist und das externe Fiasko oft quasi aus der Ferne beobachten durfte, war schon immer klar, dass es so nicht mehr lange gehen würde.

Insbesondere in den Großstädten verbringen die Menschen ihr ganzes Leben in einer sogenannten Kiste. Sie wohnen in einer Kiste (Apartment), sie fahren zur Arbeit in einer Kiste (Auto), sie sitzen den ganzen Tag am Schreibtisch in einer Kiste (Büro), sie essen zu Mittag aus einer Kiste (Lunch-Box), sie gehen Sport machen in eine Kiste (Fitnessstudio) und abends setzen sie sich auf die Couch und kucken in eine Kiste (Fernseher). Die Natur bleibt aus und vor und so bricht auch die einst sehr enge Verbindung zwischen Mensch und Natur. Das was einst normal war, rückt im Leben des modernen City-Menschen immer mehr in die Ferne.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten: Immer mehr Menschen wachen auf und stellen fest, dass es so nicht mehr weiter geht. Und das allerbeste kommt noch: sie wollen auch nicht mehr in die alten Denk- und Lebensweisen zurück kehren. Sie wollen etwas Neues, Besseres und vor allem Lebenswerteres kreieren. Sie wollen wieder im Einklang mit Mutter Natur leben.

Wie manifestiert sich das?

Es wird regional und saisonal auf dem Wochenmarkt, beim Bauer oder im naheliegenden Hofladen eingekauft. Statt auf Antibiotika zurückzugreifen wird auf Kräutertees, Honig (insb. Manuka-Honig) und andere Hausmittel gesetzt. Man ist eher bereit einem stressige Job den Rücken zu kehren und sich auf seine Talente und Passion zu fokussieren. Die Kommunikation mit anderen Gleichgesinnten gewinnt an Intensität und es entstehen neue Communities die ganz anders „ticken“. Hektik und Stress werden bewusst wahrgenommen und durch inneren Frieden substituiert.

Die Transformation ist im vollen Gange und das ist eine fantastische Sache.

Was hat es mit der Metaverse auf sich?

Zum ersten Mal tauchte der Begriff Metaverse in einem Science-Fiction-Roman auf. In 1992 veröffentlichte der Autor Neal Stephenson sein Buch „Snow Crash“ in dem er eine virtuelle Realität beschreibt, in der Menschen als dreidimensionale Avatare miteinander und mit Software-Agenten interagieren.

Das Konzept wurde seitdem weiter ausgearbeitet und verfeinert. Neben Hollywood fand der Begriff vor allem in Silicon Valley, Seattle und anderen Tech-Hochburgen jede Menge Anhänger. Die Metaverse repräsentiert demnach eine Zukunft bestehend aus einem Mix aus virtuellen Welten und verschiedenen Elementen der echten Welt — und das ohne jeglichen Grenzen.

Noch können sich wenige Mitbürger diese „Realität“ in Aktion vorstellen aber das wird sich ändern.

Es gibt Branchen die dies schon recht gut in ihre Strategien bzw. vielmehr in ihr Dasein integriert haben, u.z. sind das die Gaming-Industrie und die Modebranche mit ihren virtuellen Outfits. In der Businesswelt gilt der Einsatz digitaler Hologramme im Meetingraum als etwas seltsames und außergewöhnliches aber auch dies wird sich in den kommenden Jahren normalisieren.

Falls Ihr zum ersten Mal von dem Begriff Metaverse hört, macht Euch keine Sorgen. Es ist ein recht neues Konzept was jedoch mehr und mehr in das Mainstream strömt. Die entsprechenden „Einrichtungen“ werden in den kommenden Wochen und Monaten sicher darüber berichten müssen, da die Anhänger dezentraler Blockchain-Technologien dafür sorgen werden, dass die Massen davon erfahren — was erneut eine gute Sache ist.

Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Einen Vorgeschmack auf das was auf uns zukommt, erhalten unsere jungen und Erwachsenen Landwirte die gerne Videospiele spielen heute schon. Zwar ist das nicht die Metaverse von der ich spreche, sondern nur ein winziger Teil davon, aber sie sind dieser neuen Welt schonmal ansatzweise ausgesetzt worden. Hoffentlich wird es ihnen dann leichter fallen (aber nicht unbedingt), diese neue Realität zu verstehen, wenn alle Komponenten miteinander verbunden sind.

Wir können uns mit den Händen und Füssen davor wehren, dass wir zusehends in eine immer vernetzteren Welt steuern, das hilft jedoch nicht. Vielen alteingesessenen Landwirten wird dies schwer fallen und trotzdem hoffe ich, dass zahlreiche meiner Mitgenossen nicht auf der Strecke bleiben, sondern vielmehr ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie wir die neuen Technologien positiv (Schlüsselwort!) mit der Natur in Einklang bringen, damit die menschliche Spezies von guten und schönen Erfahrungen in dieser 3D-Welt inspiriert wird.

Das ist der Grund weshalb ich derartige Themen aufgreife und Euch hier auf Agrarbetrieb näher bringen möchte. Ich glaube an das Gute im Menschen und möchte zusammen mit Euch eine bessere und lebenswertere Zukunft schaffen, wo wir endlich alle miteinander verbunden sind.

Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Branche sehr gut mit der Metaverse co-existieren kann. Sicherlich werden autonome Maschinen vieles auf unseren Feldern revolutionieren und uns dazu zwingen, die Ackerfelder cleverer zu bearbeiten. Wir werden unser Gehirn stärken nutzen müssen und wir werden endlich kreativer sein dürfen. Wenn sich das ganze nicht mehr nur auf die eine Komponente namens „Profit“ ausrichten wird, dann werden unsere Felder bunter und variierter aussehen als heute. Mono-Kulturen sind ein Weg das in die Sackgasse führt. 30cm lange, geradlinige Gurken, perfekte Möhren und gleichaussehende Äpfel ohne Geschmack haben ausgedient.

Wir leben auf einem großartigen Planeten der nur so strotzt von Ressourcen. Die Erde kennt das Wort „Mangel“ nicht. Fauna und Flora kennen nur ein Wort: „Wachstum“. Der Natur den Rücken kehren bzw. schlimmer noch, immer wieder versuchen die Natur zu verändern ist vollkommen dumm. Wir müssen Mutter Natur respektieren und ihr zuhören. Wenn wir das tun, dann können wir ein fantastisches Co-Habitat entwickeln. Dafür benötigen wir keine Kontrollsysteme wie z.B. Regierungen, Polizei, Militär und Co.

Habt keine Angst vor dem Chaos und vor dem was auf uns zurollt. Ganz im Gegenteil, ergreift die Initiative und kreiert das was IHR wollt.

Denkt immer daran: Chaos ist der beste Ort, von dem aus man etwas erschaffen kann.

Lasst uns die Metaverse gemeinsam so gestalten, wie wir sie wollen. Behaltet Eure Macht, gibt sie nicht ab. Ihr seid spirituelle Wesen in einem 3D-Kostüm. Lasst Euch daher bitte nicht vom Kostüm blenden. Bleibt stark.

Bildquelle: Foto von Joshua Sortino auf Unsplash

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