Milch ein facettenreiches Getraenk

Milch – ein Getränk mit vielen Facetten

Milch ist und bleibt für viele ein In-Getränk. Die einen mögen es pur, die anderen wiederum als Kakao; die einen lieben es roh, andere greifen auf die pasteurisierte Variante zu; die einen lieben es heiss, die anderen direkt aus dem Kühlschrank. Und dann gibt’s selbstverständlich auch die Menschen die auf Milch gänzlich verzichten.

Seit der Ausstrahlung des WDR-Beitrags „Risiko Allergien: Wie können wir uns schützen?“, in dem die Aussage getroffen wurde, dass Rohmilch dabei helfen kann, Allergien zu vermeiden, ist zwischen Verbänden und auf den verschiedenen sozialen Medien jede Menge Diskussionsstoff entstanden. Auch die in der Sendung „Quarks“ ausgesprochene Empfehlung, Rohmilch direkt beim Landwirt zu kaufen, da diese dort so wenig wie möglich behandelt wurde – sorgte für mehr Unruhe als erwartet.

Prompt meldeten sich die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) sowie der Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und warnten davor rohe Milch zu konsumieren.

Die Vertreter der Vereine sind sich einig: die Gesundheitsgefahren die von roher Milch ausgehen, sind wesentlich höher als die allergiepräventiven Wirkungen, das in mehreren wissenschaftlichen Studien bewiesen wurden.

Rohmilch kann Keime / Bakterien wie Listerien, EHEC, Campylobacter oder Salmonellen enthalten die zu Infektionen und einem „schwerwiegenden Krankheitsverlauf“ führen kann. Die LVN erwähnt sogar das Wort „lebensbedrohlich“ in seiner Pressemitteilung.

Dies ist auch der Grund weshalb Landwirte, die Rohmilch auf ihrem Hof verkaufen, gezwungen sind, an der Abgabestelle den Hinweis „Rohmilch vor dem Verzehr abkochen“ anzubringen.

Leider habe ich den Beitrag nicht auf YouTube gefunden, sonst hätte ich das Video hier direkt eingebunden. Deshalb für alle von Euch die den Originalbeitrag sehen wollen, hier der Link zur entsprechenden WDR-Sendung.

Weitere Quellen: LVN, LAVES

Durchbruch in der Milchbranche – 155 Jahre nach Pasteur

Milchbauern haben es wirklich nicht einfach. Im Ackerbau haben wir jede Menge Herausforderungen aber das was die Kollegen im Bereich Viehzucht durchmachen, ist auch nicht ohne. Milchbauer zu sein und bei allem was links und rechts passiert noch ein profitables Geschäft zu führen, erfordert viel Geschick, Kraft und Ausdauer.

Die Branche hat in den letzten Dekaden durch das Verfahren der „Pasteurisierung“ einen wahren Boom erreicht. Obwohl die Pasteurisierung der Milch und Milchprodukte Franz von Soxhlet zugeschrieben wird, wurde das Verfahren nach dem französischen Chemiker Louis Pasteur (Wikipedia) benannt. In 1864 erkannte Pasteur, dass durch kurzzeitiges Erhitzen von Lebensmitteln die meisten der darin enthaltenen Mikroorganismen abgetötet werden. Ein Durchbruch, denn dadurch konnte die Haltbarkeitszeit bei Lebensmitteln deutlich gesteigert werden.

Kann die Haltbarkeit von gekühlter Frischmilch auf 60 Tage verlängert werden?

JA!

Das behauptet die Firma Naturo aus Australien.

Jeff Hastings, der CEO von Naturo wies darauf hin, dass das neue Verfahren, das Kochen der Milch bei hohen Temperaturen nicht enthält. Dadurch sollen anders als bei der herkömmlichen Pasteurisierung wertvolle Vitamine und Enzyme erhalten bleiben.

  • Mit der patentierten Technologie sollen mehr Krankheitserreger abgetötet werden als beim Pasteurisieren, so die Australische Aufsichtsbehörde für Lebensmittelsicherheit.
  • Die Milch soll anders als bei der Pasteurisierung natürlich schmecken, so das Testergebnis einer führenden unabhängigen australischen Wissenschaftsorganisation.
  • Die Haltbarkeit der Frischmilch soll mehr als verdoppelt werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) soll bei 60 Tagen liegen.

Die Firma Naturo plant als nächstes eine Pilotanlage in Australien wo jährlich 10 Millionen kg Milch produziert werden sollen.

Durch die verlängerte Haltbarkeit lassen sich die Exportkosten (insb. Transportkosten) stark reduzieren. Anstelle des wie üblich erfolgten Exports per Flugzeug plant Naturo den Umstieg auf den Transportmittel Schiff. Das wäre ein großes logistisches Plus für alle asiatischen Importmärkte.

Die australische Aufsichtsbehörde für Lebensmittelsicherheit hat das Verfahren zugelassen.

Quellen: Naturo Technologies, Dairy Food Safety Victoria (DFSV)

Deutschland ist Europameister in Sachen Milch

Kein anderes EU-Land exportiert so viel Milch wie wir in Deutschland. Obwohl die Zahl der Milchhöfe hierzulande stetig sinkt, liefern Kühe immer mehr Milch.

Quelle: Spiegel TV, YouTube

Es ist ein schweres und gleichzeitig, florierendes Geschäft.

Die Globalisierung hat ihre Finger gewaltig im Spiel. So durfte es keinen wundern, dass Länder wie Australien und Neuseeland zu wahren Milch-Exporteuren „mutiert“ sind. Hier ist auch die A2-Milch oder sogenannte „Urmilch“ der wahre Renner. Diese soll gesünder und von Menschen mit Laktoseunverträglichkeit beschwerdefrei genießbar sein. In dem Beitrag A2-Milch: Hype oder Hoffnung bin ich dieser Aussage nachgegangen.

Milch ist tatsächlich ein sehr facettenreiches Getränk. Noch nie in der Geschichte der Menschheit, standen Verbraucher so verwirrt vor einem Supermarktregal wie heute.

Neben Vollmilch und fettarmer Milch gibt es auch Biomilch, Heumilch, Weidemilch, Alpenmilch und Landmilch. Dann gibt es Milch von Kühen, Ziegen, Schafen, Stuten oder vom Büffel, um die gängigsten Tierarten zu nennen.

Vergessen wir nicht die ganzen pflanzlichen Milchalternativen wie z.B. Reis-, Hafer-, Mandel-, Soja-, Kokos- oder Hanfmilch sowie die vielen Kombinationen daraus, die mit unterschiedlichen Marketing-Slogans für unsere Aufmerksamkeit (und Portmonees) werben.

Pflanzliche ODER good old tierische Milch – was bevorzugt Ihr und weshalb?

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